{"id":879,"date":"2015-10-23T09:28:37","date_gmt":"2015-10-23T07:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/3000-familien-haben-den-irak-verlassen-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:05:05","modified_gmt":"2023-02-23T11:05:05","slug":"3000-familien-haben-den-irak-verlassen-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/3000-familien-haben-den-irak-verlassen-html\/","title":{"rendered":"3000 Familien haben den Irak verlassen"},"content":{"rendered":"<p>Erzbischof Warda von Erbil meint: Die humanit\u00e4re Lage christlicher Fl\u00fcchtlinge im Irak hat sich verbessert \u2013 Aber sie bleibt ernst. \u00dcber ein Jahr nach Flucht und Vertreibung durch die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c haben die Christen des Irak keine Hoffnung, bald in ihre Heimatorte zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Dies erkl\u00e4rte der chald\u00e4isch-katholische Erzbischof von Erbil, Baschar Matti Warda, am Dienstag w\u00e4hrend eines Besuchs in der Zentrale des internationalen katholischen Hilfswerks \u201eKirche in Not\u201c. \u201eDie Menschen machen sich nicht vor, dass es schnell geht, die besetzten Gebiete zu befreien. Wir als Kirche versuchen derweil, ihnen das Bleiben im Irak zu erm\u00f6glichen. Wenn die Menschen sehen, wie die Kirche sich um sie bem\u00fcht, \u00fcberlegen sie es sich zwei Mal, ob sie gehen.\u201c \u00dcber 125000 Christen waren im Sommer vergangenen Jahres vor dem \u201eIslamischen Staat\u201c nach dessen blitzartigem Vordringen in Mossul und der Ninive-Ebene in die kurdischen Autonomiegebiete des Irak geflohen. Dort lebt die Mehrzahl nach wie vor als Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>Erzbischof Warda stellt derweil eine betr\u00e4chtliche Abwanderung von Christen aus dem Irak fest. \u201eIm letzten Jahr hatten wir in unserer Erzdi\u00f6zese 13500 christliche Fl\u00fcchtlingsfamilien registriert. Jetzt sind es nur noch etwa 10000. \u00dcber 3000 Familien haben damit den Irak verlassen.\u201c Der Fl\u00fcchtlingsstrom aus dem Nahen Osten nach Europa hat sich l\u00e4ngst auch unter irakischen Christen herumgesprochen. \u201eWir sp\u00fcren diese Entwicklung in Europa sehr stark. Die Menschen bekommen das nat\u00fcrlich mit und denken, jetzt w\u00e4ren alle Tore nach Europa offen.\u201c Bislang, so der Erzbischof, stelle er aber noch keine durch die Ereignisse in Europa bewirkte Beschleunigung der Abwanderung aus dem Irak fest. \u201eAber es macht unsere Arbeit, die Menschen vom Bleiben zu \u00fcberzeugen, nat\u00fcrlich nicht leichter.\u201c<\/p>\n<p>Der Kirche, so Erzbischof Warda, gehe es darum, humanit\u00e4re wie pastorale Hilfe zu leisten. \u201eDank unserer Partner hat sich die humanit\u00e4re Situation mittlerweile stabilisiert. Niemand muss mehr in Zelten leben wie im letzten Jahr. Die Mehrzahl lebt mittlerweile in Wohncaravans oder in von uns angemieteten Wohnungen. Au\u00dferdem konnten wir mit der Hilfe von \u201eKirche in Not\u201c acht Schulen in Betrieb nehmen, sodass heute praktisch keine Kinder mehr ohne Unterricht sind. Das war letztes Jahr nat\u00fcrlich anders. Schlie\u00dflich haben wir mittlerweile eine gut eingespielte Versorgung mit Lebensmitteln. Jede Familie bekommt ein monatliches Paket von uns.\u201c Ein Nachlassen der Unterst\u00fctzung aus dem Ausland h\u00e4tte allerdings zur Folge, dass mehr Christen das Land verlassen w\u00fcrden, so der Erzbischof.<\/p>\n<p>Neben der humanit\u00e4ren Hilfe sei die pastorale Begleitung entscheidend, betont der Erzbischof. \u201eWir hatten k\u00fcrzlich ein Glaubensfest. 1200 Menschen nahmen daran teil. Die Zeugnisse der Menschen haben mich tief bewegt. Viele junge Leute sprachen von der Dunkelheit, durch die sie gehen mussten. Mit der Flucht verloren sie ja nicht nur ihr Zuhause, sondern auch Hoffnung, Freude, Vertrauen und ihre Tr\u00e4ume. Als sie aber sahen, dass die Kirche mit ihnen war, dass Priester und Ordensfrauen an ihrer Seite waren, da haben sie neuen Mut gefasst. Ihr Glaube kehrte zur\u00fcck. Sie haben vielleicht kein Haus mehr, aber wenigstens einen lebendigen Glauben.\u201c<\/p>\n<p>Dennoch rechnet Erzbischof Warda damit, dass die Zahl der Christen im Irak weiter zur\u00fcckgehen wird. \u201eDie Lage ist sehr ernst. Wir als Kirche tun, was wir k\u00f6nnen. Entscheidend ist f\u00fcr mich langfristig aber, dass die, die bleiben, eine Mission haben. Wir Christen des Irak geh\u00f6ren zu diesem Land. Unsere Aufgabe ist es, Br\u00fcckenbauer zu sein, christliche Werte zu leben. Mein Traum ist es, das Vaterunser auch mit Nicht-Christen zu beten. Das ist ja ohne weiteres m\u00f6glich. Entscheidend ist aber, es zu leben. Die Botschaft des Vaterunser ist, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKirche in Not\u201c unterst\u00fctzt die Christen des Irak seit Jahren. Mit Beginn der christlichen Fl\u00fcchtlingskrise wurde das Engagement massiv verst\u00e4rkt. 2014 und im laufenden Jahr wurden deshalb \u00fcber 11 Millionen Euro f\u00fcr Projekte aufgewendet. Damit konnten vor allem Wohnraum f\u00fcr die Menschen angemietet, Schulen gebaut sowie Lebensmittel bereitgestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erzbischof Warda von Erbil meint: Die humanit\u00e4re Lage christlicher Fl\u00fcchtlinge im Irak hat sich verbessert \u2013 Aber sie bleibt ernst. \u00dcber ein Jahr nach Flucht und Vertreibung durch die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c haben die Christen des Irak keine Hoffnung, bald in ihre Heimatorte zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. 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