{"id":891,"date":"2015-11-09T08:18:20","date_gmt":"2015-11-09T07:18:20","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/tausende-christen-fliehen-vor-dem-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:41:30","modified_gmt":"2023-02-23T10:41:30","slug":"tausende-christen-fliehen-vor-dem-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/tausende-christen-fliehen-vor-dem-html\/","title":{"rendered":"Tausende Christen fliehen vor dem IS"},"content":{"rendered":"<p>Seit Tagen versucht die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c den Ort Sadad zu erobern \u2013 \u201eKirche in Not\u201c sichert den Fl\u00fcchtlingen Hilfe zu.&nbsp;Nach heftigen Angriffen der dschihadistischen Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c sind tausende syrische Christen auf der Flucht. Das teilte der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Homs, Erzbischof Selwanos Boutros Alnemeh, dem internationalen katholischen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c in einem Hilfsappell mit. Seit dem 31. Oktober, so der Erzbischof, greife der \u201eIslamische Staat\u201c Orte in der Gegend der christlichen Stadt Sadad an. Der sieben Kilometer von Sadad entfernte Ort Mheen sei bereits in die H\u00e4nde der Dschihadisten gefallen. Die Bewohner von Sadad und Hafar seien aus Angst vor einem weiteren Vordringen der IS-K\u00e4mpfer und wegen des schweren Beschusses geflohen. Fast 15000 Menschen haben dem Erzbischof zufolge inzwischen ihre H\u00e4user verlassen und in Homs, Zaidal und Fairouzah Zuflucht gesucht. Sadad sei unterdessen trotz der Pr\u00e4senz der syrischen Regierungsarmee weiter in Gefahr, so der Erzbischof. \u201eWir haben Angst, dass der IS, was Gott verh\u00fcten m\u00f6ge, die Stadt erobert. Wir w\u00fcrden das Zentrum des Christentums in unserem Bistum verlieren\u201c, so Erzbischof Selwanos w\u00f6rtlich. Sadad war bereits im Oktober 2013 kurzzeitig von einem Rebellenb\u00fcndnis unter Beteiligung des \u201eIslamischen Staats\u201c erobert worden. Dabei ermordeten die Dschihadisten 45 Christen, die sie teilweise in Massengr\u00e4bern verscharrten, und verw\u00fcsteten Kirchen und H\u00e4user.<\/p>\n<p>Pater Luka Awad, Assistent des Erzbischofs f\u00fcr humanit\u00e4re Nothilfe, erkl\u00e4rte am Donnerstag bei einem Besuch gegen\u00fcber \u201eKirche in Not\u201c, dass die aus Sadad und Umgebung geflohenen Menschen kaum etwas bei sich h\u00e4tten. \u201eWir versuchen alles, um ihnen in dieser Not zu helfen. Aber es sind sehr viele. Wie sind gerade dabei, sie zu registrieren. Unsere gr\u00f6\u00dfte Sorge zun\u00e4chst ist, gen\u00fcgend Wohnraum f\u00fcr die Menschen zu finden\u201c, so der syrisch-orthodoxe Priester. Die Kirche sei dabei auf die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit der Menschen angewiesen. In den USA lebende syrische Christen etwa h\u00e4tten sich auf Bitten der Kirche bereit erkl\u00e4rt, ihre Ferienh\u00e4user f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zu \u00f6ffnen. Pater Luka betonte, dass seine Di\u00f6zese jetzt nur dank der Unterst\u00fctzung durch Hilfswerke wie \u201eKirche in Not\u201c humanit\u00e4re Hilfe leisten und Nahrung und Kleidung an die Menschen austeilen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Pater Luka zufolge haben mittlerweile alle Zivilisten Sadad verlassen. Die Regierungsarmee versuche derweil, den Ort zu halten. Doch das sei nicht einfach. \u201eDie K\u00e4mpfe sind sehr heftig. Der IS setzt schwere Waffen ein und k\u00e4mpft hart\u201c, erkl\u00e4rt Pater Luka. Sadad sei f\u00fcr den IS vor allem aus strategischen Gr\u00fcnden wichtig, so der Geistliche. \u201eSadad liegt nahe der Autobahn zwischen Damaskus und Homs. Darauf hat es der IS abgesehen. Sie wollen den Verkehr unterbrechen. Au\u00dferdem kommen sie Homs n\u00e4her, wenn sie Sadad erobert haben. Und auch \u00d6lvorkommen liegen in der Gegend.\u201c Pater Luka zufolge wollen die Dschihadisten Sadad aber auch erobern, weil es ein christlicher Ort ist. \u201eAls die IS-K\u00e4mpfer Qaryatayn erobert haben, haben sie gedroht: Wir t\u00f6ten alle Christen von Sadad.\u201c<\/p>\n<p>Der Ort Sadad, so Pater Luka, sei ein christliches Zentrum und von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung. \u201eDie Menschen dort sprechen noch Aram\u00e4isch, die Sprache Jesu. Au\u00dferdem haben wir wichtige Kirchen dort. Es ist wirklich ein Zentrum des christlichen Erbes. Nicht auszudenken, wenn es verloren ginge. Wir haben wirklich Angst um unser kulturelles Erbe. Wir flehen die internationale Gemeinschaft an, diesem Krieg ein Ende zu setzen. Mein Volk hat vor hundert Jahren, 1915, schon einmal einen Genozid erlebt. Wir brauchen jetzt im 21. Jahrhundert keinen neuen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKirche in Not\u201c hilft den notleidenden Christen Syriens seit Ausbruch des Krieges 2011. Bis September diesen Jahres wurden humanit\u00e4re und pastorale Hilfsprojekte mit 8,6 Millionen Euro unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Tagen versucht die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c den Ort Sadad zu erobern \u2013 \u201eKirche in Not\u201c sichert den Fl\u00fcchtlingen Hilfe zu.&nbsp;Nach heftigen Angriffen der dschihadistischen Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c sind tausende syrische Christen auf der Flucht. 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