{"id":909,"date":"2015-12-01T08:38:17","date_gmt":"2015-12-01T07:38:17","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ein-stueck-verlorene-heimat-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:04:35","modified_gmt":"2023-02-23T11:04:35","slug":"ein-stueck-verlorene-heimat-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ein-stueck-verlorene-heimat-html\/","title":{"rendered":"\u201eEin St\u00fcck verlorene Heimat\u201c"},"content":{"rendered":"<p><span>Mit Hilfe von \u201eKirche in Not\u201c konnte in Bagdad eine Kapelle f\u00fcr IS-Fl\u00fcchtlinge eingeweiht werden.&nbsp;Pater Luis Montes ist froh. \u201eK\u00fcrzlich konnten wir eine neue Kapelle einweihen. Es war h\u00f6chste Zeit, dass unsere Fl\u00fcchtlinge eine eigene kleine Kirche bekommen haben. Das gibt ihnen ein St\u00fcck der verlorenen Heimat zur\u00fcck. Und die Menschen k\u00f6nnen jetzt ohne Lebensgefahr zur Messe gehen.\u201c Der argentinische Priester vom Institut des Inkarnierten Wortes lebt seit f\u00fcnf Jahren in Bagdad, einer der gef\u00e4hrlichsten St\u00e4dte der Welt. \u201eAllein im Oktober hatten wir 128 Bombenattentate in Bagdad. Es ist also kein Wunder, dass die Menschen Angst haben, auf die Stra\u00dfe zu gehen, um zur Kirche zu gelangen.\u201c Eigentlich, berichtet er, ist die n\u00e4chste Kirche nicht weit. \u201eWegen der Gefahr war es aber wichtig, dass die Kirche zu ihnen ins Lager kommt.\u201c&nbsp; <\/span><\/p>\n<p><span>135 Familien aus der Niniveh-Ebene bei Mossul leben seit letztem Jahr im Fl\u00fcchtlingslager, das den Namen der Jungfrau Maria tr\u00e4gt. Jeder Familie wurde ein Wohncaravan zugeteilt. Sie alle sind Christen. Die meisten geh\u00f6ren der syrisch-katholischen Kirche an. \u201eDie Menschen haben im letzten Jahr alles verloren. Als der \u201eIslamische Staat\u201c ihre Stadt Karakosch (Karakosh) angriff, rannten sie um ihr Leben und lie\u00dfen alles zur\u00fcck.\u201c Wie ihnen ging es \u00fcber 120000 Christen, die seither als Fl\u00fcchtlinge in Lagern vor allem im Nordirak ausharren. Tausende haben ihre Heimat bereits verlassen, um nach Australien oder in anderes westliches Land zu gehen. \u201eVon unseren Fl\u00fcchtlingen hier wollen alle weg. Sie sind nach Bagdad gekommen, weil die Lager im Norden \u00fcberf\u00fcllt waren, vor allem aber, weil sie neue Papiere brauchten, um den Irak verlassen zu k\u00f6nnen. Die meisten haben ihre Dokumente in den Wirren der Flucht vergessen oder verloren\u201c, so Pater Luis. \u201eNiemand von ihnen hat Hoffnung in die von ISIS besetzten Heimatorte zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Eine Befreiung zeichnet sich ja nicht ab. Und au\u00dferdem haben die Menschen das Vertrauen in den Irak und \u00fcberhaupt in die arabische Welt verloren\u201c, berichtet Pater Luis. Als er einmal eine Frau gefragt habe, ob sie sich eine Zukunft in den eigentlich sicheren kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak vorstellen k\u00f6nne, habe sie geantwortet: \u201eJa, jetzt ist es da noch sicher. Aber wird es morgen auch so sein? Viele Menschen sind aus dem Irak vor Jahre nach Syrien gefl\u00fcchtet. Und jetzt m\u00fcssen sie erneut aufbrechen. Nein, am besten ist es f\u00fcr uns, wenn wir den Nahen Osten ganz verlassen.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span>Die Visaantr\u00e4ge der Familien werden aber nur langsam bearbeitet. Die Menschen leben also in einem Schwebezustand, meint Pater Luis. \u201eNat\u00fcrlich leiden die Menschen unter ihrer Situation. Nicht alle haben Arbeit hier gefunden. Vor allem die Familienv\u00e4ter f\u00fchlen sich nutzlos. Dennoch sehe ich, wenn ich mir unsere Leute anschaue, in fr\u00f6hlichere Gesichter als im Westen. Die Menschen haben sich ihren Glauben an Gott bewahrt. Das tr\u00e4gt sie und gibt ihnen Zuversicht.\u201c&nbsp; <\/span><\/p>\n<p><span>Pater Luis hat sich seit der Ankunft der Menschen in Bagdad um sie gek\u00fcmmert. \u201eIch habe schnell festgestellt, dass es keine Kapelle im Lager gab. \u201eKirche in Not\u201c hat dann zugestimmt, uns zu helfen. Deshalb konnten wir k\u00fcrzlich unsere kleine Container-Kirche einweihen.\u201c K\u00fcnftig wird hier immer am Samstagabend die Heilige Messe im syrisch-katholischen Ritus gefeiert werden. \u201eNat\u00fcrlich sind wir alle Katholiken. Aber der lateinische Ritus, den ich zelebriere, ist doch sehr anders als der, den die Menschen gewohnt sind. Deshalb werden Priester der syrisch-katholischen Kirche eingesetzt werden. Weil sie aber nur zu zweit sind in Bagdad und am Sonntag schon viele Messen haben, werden sie die Sonntagsliturgie am Samstagabend feiern. Ich h\u00f6re w\u00e4hrenddessen die Beichte der Gl\u00e4ubigen.\u201c Die Menschen, berichtet Pater Luis, sind sehr froh \u00fcber die kleine Kapelle. \u201eIch habe bei der Einweihung nur in dankbare Gesichter geblickt. Es zeigt ihnen, dass sie nicht vergessen sind, dass die Wohlt\u00e4ter von \u201eKirche in Not\u201c an sie denken. Jedes Zeichen der Solidarit\u00e4t ist ihnen in ihrer Lage kostbar. Und im mystischen Leib Christi sind wir alle eins. Was wir einander tun, wird zum Segen f\u00fcr alle. Die kleine Kirche hilft den Menschen hier. Die Wohlt\u00e4ter aber und alle Gl\u00e4ubigen sind gesegnet durch das Leiden dieser Bekenner des christlichen Glaubens. Sie sind der wahre Schatz der Kirche. Ihn m\u00fcssen wir pflegen.\u201c (Quelle: KIRCHE IN NOT)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Hilfe von \u201eKirche in Not\u201c konnte in Bagdad eine Kapelle f\u00fcr IS-Fl\u00fcchtlinge eingeweiht werden.&nbsp;Pater Luis Montes ist froh. \u201eK\u00fcrzlich konnten wir eine neue Kapelle einweihen. Es war h\u00f6chste Zeit, dass unsere Fl\u00fcchtlinge eine eigene kleine Kirche bekommen haben. Das gibt ihnen ein St\u00fcck der verlorenen Heimat zur\u00fcck. 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