{"id":947,"date":"2016-02-12T09:52:21","date_gmt":"2016-02-12T08:52:21","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/wo-sollen-wir-hin-es-ist-unser-zuhause-html\/"},"modified":"2023-02-23T12:20:39","modified_gmt":"2023-02-23T11:20:39","slug":"wo-sollen-wir-hin-es-ist-unser-zuhause-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/wo-sollen-wir-hin-es-ist-unser-zuhause-html\/","title":{"rendered":"\u201eWo sollen wir hin? Es ist unser zuhause\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Israels Mauerbau im Cremisantal: Die Hoffnung der Christen von Beit Dschalla ist wieder ein wenig kleiner geworden. Die Hoffnung der Christen von Beit Dschalla (Beit Jalla), einer Nachbarstadt Bethlehems, ist wieder ein wenig kleiner geworden. Israels Oberstes Gericht wies jetzt die j\u00fcngsten Petitionen ihrer Anw\u00e4lte zur\u00fcck. Damit sollte erreicht werden, dass die israelische Armee den exakten Verlauf der Sperrmauer im zu Beit Dschalla geh\u00f6renden Cremisantal vor Baubeginn offenlegen muss. Die Kl\u00e4ger, christliche Familien und katholische Ordensleute, wollten so verhindern, dass die Armee in dem landwirtschaftlichen Gebiet Fakten schafft, gegen die dann kein Einspruch mehr m\u00f6glich ist. Die M\u00f6glichkeit des Einspruchs bekr\u00e4ftigten die Richter jetzt zwar. Mit der Zur\u00fcckweisung der Petition k\u00f6nnen die Arbeiten an dem Verbindungsst\u00fcck, das eine L\u00fccke in der Trennmauer zwischen Israel und Pal\u00e4stina schlie\u00dfen soll, aber weitergehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">\u201cDass die Petition abgelehnt wurde, hat das Vertrauen der Menschen in die Gerechtigkeit geschw\u00e4cht und wird manche Leute dazu bewegen, ihr Land zu verkaufen und zu gehen\u201c, (This dismissal has weakened their trust in the justice and will motivate some people to sell and leave) meint Weihbischof William Shomali im Gespr\u00e4ch mit dem Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c. Im Lateinischen Patriachat von Jerusalem ist er f\u00fcr die pal\u00e4stinensischen Gebiete zust\u00e4ndig. \u201eDie Menschen sind sehr frustriert und bedr\u00fcckt. Das Versprechen, den Besitzern vollen Zugang zu ihrem Land zu erlauben, ist nicht genug. Es bedeutet, dass die Besitzer ihr Land nutzen k\u00f6nnen, um Fr\u00fcchte und Oliven anzubauen. Aber sie k\u00f6nnen kein Haus darauf bauen. Und der Zugang selbst k\u00f6nnte in der Zukunft verweigert werden. Schlie\u00dflich wird das Land, das dann hinter der Mauer liegt, zu Jerusalem geh\u00f6ren. Und um dorthin zu gehen, braucht man eine Erlaubnis. Und die kann verweigert werden\u201c, gibt der Bischof zu bedenken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">(People feel very frustrated and depressed. As for the promise to allow owners to have full access to their land, it is not enough. It means the owners can use their land to plant grapes and olives but not to construct a home. The access itself may denied in the future, since the land behind the wall will be part of Jerusalem. Going there needs a permit and permits can be denied.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">Seit 2006 schleppt sich der Rechtsstreit zwischen den christlichen Landbesitzern und der israelischen Armee bereits dahin. Aufmerksam wurde der Prozess von den Medien, aber auch in Israel stationierten Diplomaten aus aller Welt verfolgt. Auch Papst Franziskus setzte sich ein. Kleinen Erfolgen folgte aber schlie\u00dflich im vergangenen Jahr die Ern\u00fcchterung. Israels Oberstes Gericht gab in letzter Instanz bekannt, dass die Armee bauen d\u00fcrfe \u2013 auf pal\u00e4stinensischem Boden. 58 christliche Familien werden so \u00fcber kurz oder lang ihr Land an die Mauer verlieren oder nur noch eingeschr\u00e4nkten Zugang dazu haben. Israel gibt Sicherheitsgr\u00fcnde und Terrorabwehr f\u00fcr die geplante Route an, spricht von einer zeitlich begrenzen Ma\u00dfnahme. Die Pal\u00e4stinenser sehen im Mauerverlauf aber einen staatlich organisierten Landraub. Sie sprechen von der \u201eAnnexionsmauer\u201c. Tats\u00e4chlich wurde die sich \u00fcber 700 Kilometer schl\u00e4ngelnde Sperranlage zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensergebieten schon bisher zu etwa achtzig Prozent auf pal\u00e4stinensischem Land und nicht auf der israelischen Grenzlinie gebaut.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">Im August vergangenen Jahre r\u00fcckten die Bagger in dem Tal an. Uralte Olivenb\u00e4um wurden bereits ausgerissen. Schon w\u00e4chst die betongraue Mauer aus dem Boden. \u201eIch habe bisher f\u00fcnfzehn Olivenb\u00e4ume wegen der Mauer verloren. Sie waren viele hundert Jahre alt. Mir blutet das Herz\u201c, sagt Herr Nahmi. \u201eUnd sie werden uns noch mehr nehmen.\u201c Der alte Herr, ein orthodoxer Christ aus Beit Dschalla, ist vom begonnenen Mauerbau direkt betroffen. Von den landwirtschaftlichen Toren in der Mauer, die die Armee den Bauern einrichten will, h\u00e4lt er nichts. \u201eDas hat bisher schon nicht funktioniert. Aus irgendwelchen Sicherheitsgr\u00fcnden werden die Leute dann am Zugang gehindert. Ganz abgesehen davon, ob es ihnen erlaubt wird, schweres landwirtschaftliches Ger\u00e4t und Arbeiter in die dann auf der israelischen Seite liegenden Felder mitzunehmen. Faktisch ist unser Land verloren. Die Israelis wenden ja noch immer das osmanische Recht an, wonach privates Land in den Staatsbesitz f\u00e4llt, wenn es zehn Jahre lang nicht bebaut wird.\u201c Sein Neffe Xavier stimmt ihm zu. Der in Chile geborene Pal\u00e4stinenser hat sich ganz bewusst entschieden, in die Heimat seiner Vorfahren zur\u00fcckzukommen. Der junge Katholik meint: \u201eWir haben vier Jahre lang jeden Freitag in den Olivenhainen die Messe gefeiert und gebetet, damit uns das erspart bleibt, was jetzt geschieht. Ich habe unseren Kritikern gesagt, dass sich Gebet und gewaltfreier Widerstand auszahlen. Aber was kann ich ihnen jetzt sagen?\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 13.008px; line-height: 1.538em;\">Auch Frau Ilham ist eine Betroffene der geplanten Mauer. \u201eEs ist sehr schwer f\u00fcr uns. Eine Katastrophe\u201c, sagt die Lehrerin aus Beit Dschalla. \u201eDas Land geh\u00f6rt uns seit Generationen. Es geht ja nicht nur um die Fr\u00fcchte, die wir dort anbauen. Es geht um unsere Geschichte, unsere Verbindung zu unserer Heimat, die uns genommen wird.\u201c Die siebzigj\u00e4hrige Dame versteht, wenn junge Menschen aus Beit Dschalla die Emigration erw\u00e4gen. \u201eAber wo sollen wir hin? Wir sind doch hier zu Hause. \u00dcberall anders sind wir Fremde.\u201c<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Israels Mauerbau im Cremisantal: Die Hoffnung der Christen von Beit Dschalla ist wieder ein wenig kleiner geworden. 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