{"id":953,"date":"2016-02-23T13:41:17","date_gmt":"2016-02-23T12:41:17","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/bericht-ueber-christenverfolgung-html\/"},"modified":"2023-02-27T16:13:59","modified_gmt":"2023-02-27T15:13:59","slug":"bericht-ueber-christenverfolgung-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/bericht-ueber-christenverfolgung-html\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber Christenverfolgung"},"content":{"rendered":"<p>KIRCHE IN NOT hat am 19.2.2016 in M\u00fcnchen die vierte Auflage seiner Dokumentation \u00fcber Diskriminierung, Unterdr\u00fcckung und Verfolgung von Christen vorgestellt. Unter dem Titel \u201eChristen in gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis\u201c werden sechzehn L\u00e4nder in den Blick genommen, in denen Christen, aber auch andere religi\u00f6se Minderheiten daran gehindert werden, ihre Religion frei auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Die 216 Seiten starke Dokumentation konzentriert sich auf Vorkommnisse in den Jahren 2014 und 2015. Wie der Autor des Berichts, \u201eKirche-in-Not\u201c-Menschenrechtsexperte Berthold Pelster, erl\u00e4uterte, habe in den vergangenen drei Jahren das Ausma\u00df von Unterdr\u00fcckung, Gewalt und Verfolgung gegen religi\u00f6se Gemeinschaften dramatisch zugenommen. \u201eIn diesen Zeitraum f\u00e4llt die Errichtung des ,Islamischen Staates\u2018 im Irak und in Syrien mit der Vertreibung von 120 000 Christen aus Mossul und der Ninive-Ebene. Nigeria hat durch den Terror von \u201eBoko Haram\u201c 2014 das bislang blutigste Jahr erlebt\u201c, sagte Pelster.<\/p>\n<p>Zur Buch-Pr\u00e4sentation waren auf Einladung von KIRCHE IN NOT der chald\u00e4isch-katholische Patriarch Louis Raphael I. Sako aus Bagdad (Irak), der chald\u00e4isch-katholische Bischof Antoine Audo aus Aleppo (Syrien) und der r\u00f6misch-katholische Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri (Nigeria) gekommen. Patriarch Sako schilderte die \u00c4ngste der Christen im Irak vor der Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c, der \u201ealles ausl\u00f6schen will, was seinen eigenen Ansichten entgegensteht\u201c. Die Zahl der Christen im Irak sei inzwischen auf den Tiefststand von unter 400 000 gesunken. Vor gut zehn Jahren h\u00e4tten noch 1 264 000 Christen im Land gelebt.<\/p>\n<p>Sako kritisierte die \u201eoffenen Tore\u201c in Europa f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus dem Nahen Osten. \u201eStattdessen sollte Europa und Amerika nach politischen L\u00f6sungen suchen, damit die Menschen aus dem Nahen Osten in ihrer Heimat bleiben k\u00f6nnen\u201c, forderte Sako. Gleichzeitig stellte der Patriarch klar, dass es dem Westen nur mit Bodentruppen gelingen k\u00f6nne, die Terrormiliz \u201eIslamischer Staat\u201c aus den St\u00e4dten und Ortschaften zu vertreiben. Dies sei die Voraussetzung daf\u00fcr, dass die geflohene Bev\u00f6lkerung in ihre Heimatorte zur\u00fcckkehren k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Bischof Audo bezeichnete es als \u201egro\u00dfes Drama f\u00fcr die Welt und f\u00fcr die Kirche\u201c, wenn es so weit k\u00e4me, dass die Pr\u00e4senz der Christen im Nahen Osten verschwinden w\u00fcrde. Der Krieg, der in Syrien mehr als f\u00fcnf Jahre dauert, habe die Auswanderung der Christen weiter verst\u00e4rkt. Eine Ursache daf\u00fcr, dass der Krieg sich in die L\u00e4nge zieht, seien wirtschaftliche Interessen. \u201ePapst Franziskus hat zu Recht schon zehn Mal darauf hingewiesen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem fortdauernden Syrienkrieg und dem Waffenhandel gibt\u201c, erinnerte Audo. Ein weiteres Problem sei, dass zu viele unterschiedliche Gruppen sich in Syrien gegenseitig bek\u00e4mpfen. Audo, der auch der Pr\u00e4sident der Caritas in Syrien ist, dankte dem Hilfswerk KIRCHE IN NOT f\u00fcr seine Unterst\u00fctzung bei der medizinischen Versorgung von Verwundeten und beim Wiederaufbau zerst\u00f6rter H\u00e4user.<\/p>\n<p>\u00dcber die Bedrohung der Christen in Nigeria berichtete Bischof Oliver Dashe Doeme. Seit der Verbreitung von Mohammed-Karikaturen im Jahr 2005 in einer d\u00e4nischen Zeitung seien in seiner Di\u00f6zese Maiduguri 50 von insgesamt 52 Kirchen niedergebrannt worden. Ein Priester sei von muslimischen Jugendlichen ermordet worden. Seit 2009 ersch\u00fctterten Anschl\u00e4ge der islamistischen Terrorgruppe \u201eBoko Haram\u201c das kirchliche Leben in seiner Di\u00f6zese. \u201eBoko Haram bek\u00e4mpft alle, die nicht einer strengen Auslegung der Scharia folgen, auch Muslime. Weil Christen und Muslime erkannt haben, dass sie einen gemeinsamen Feind haben, vereint Boko Haram sogar Christen und Muslime\u201c, sagte der Bischof.<\/p>\n<p>Er stellte klar, dass Nigeria eine zweifache Hilfe gegen den Terror ben\u00f6tige: finanzielle Hilfe und geistliche Hilfe. \u201eDas Gebet der Christen weltweit und die Hilfe der Muttergottes haben bewirkt, dass sich Boko Haram noch nicht im ganzen Land ausgebreitet hat\u201c, sagte Dashe Doeme.<\/p>\n<p>Die Dokumentation \u201eChristen in gro\u00dfer Bedr\u00e4ngnis \u2013 Diskriminierung und Unterdr\u00fcckung \u2013 Dokumentation 2016\u201c kann bestellt werden, entweder <a href=\"http:\/\/www.kircheinnot.at\/shop\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">online in unserem Web-Shop<\/a> oder bei:<\/p>\n<p>KIRCHE IN NOT<br \/>Hernalser Hauptstra\u00dfe 55\/1\/8<br \/>1172 Wien<br \/>Tel.: 01\/405 25 53<br \/>E-Mail: kin@kircheinnot.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>KIRCHE IN NOT hat am 19.2.2016 in M\u00fcnchen die vierte Auflage seiner Dokumentation \u00fcber Diskriminierung, Unterdr\u00fcckung und Verfolgung von Christen vorgestellt. 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