{"id":963,"date":"2016-03-03T14:02:30","date_gmt":"2016-03-03T13:02:30","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/panische-angst-von-boko-haram-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:35:35","modified_gmt":"2023-02-23T10:35:35","slug":"panische-angst-von-boko-haram-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/panische-angst-von-boko-haram-html\/","title":{"rendered":"&#8222;Panische Angst von Boko Haram&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Mitte Februar starben bei einem Selbstmordanschlag im Norden Kameruns mindestens 20 Menschen, mehr als 50 wurden verletzt. Zwei Attent\u00e4terinnen sprengten sich auf dem Marktplatz der Ortschaft Mem\u00e9 in die Luft. Es wird vermutet, dass sie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram angeh\u00f6rten. Nach Regierungsangaben wurden seit 2013 mehr als 1200 Menschen in der Region durch Anschl\u00e4ge get\u00f6tet. Sie liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Nordnigeria entfernt, das als Brutst\u00e4tte von Boko Haram gilt. Das weltweite katholische Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c sprach mit Bruno Ateba Edo \u00fcber die aktuelle Lage. Der 51-J\u00e4hrige leitet seit 2014 die Di\u00f6zese Maroua-Mokolo, die zu den am meisten gef\u00e4hrdeten Gebieten geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Kirche in Not: Exzellenz, gegen wen richten sich die Selbstmordanschl\u00e4ge?<\/strong><br \/>Bischof Ateba Edo: Die Anschl\u00e4ge richten sich gegen Christen wie Muslime. Alle stehen im Visier! Manchmal werden gezielt Attentate auf Christen ver\u00fcbt. Aber viele Anschl\u00e4ge finden auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen statt, wo sie alle Bev\u00f6lkerungsgruppen treffen.<\/p>\n<p><strong>Wie reagieren die Einwohner auf die Anschl\u00e4ge?<\/strong><br \/>Die Menschen haben panische Angst vor Selbstmordanschl\u00e4gen von Boko Haram. Es ist wie eine kollektive Psychose. Viele meiden gr\u00f6\u00dfere Menschenansammlungen. Besonders unsicher ist es in den D\u00f6rfern. Die Regierung hat jetzt B\u00fcrgerwehren eingerichtet, die eng mit der Armee zusammenarbeiten. Aber dennoch kommt es immer wieder zu Anschl\u00e4gen. Einzelne Bewohner werden von Boko Haram infiltriert und t\u00f6ten ihre Mitb\u00fcrger.<\/p>\n<p><strong>Medien berichten von einer beginnenden Fl\u00fcchtlingswelle aus Nordkamerun. Wie sehen Sie das?<\/strong><br \/>In meinem Bistum haben \u00fcber 55000 Menschen ihre Heimat verlassen. Vielen fliehen aus den D\u00f6rfern in die gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte, weil es dort f\u00fcr sie sicherer ist. Die meisten kommen bei Freunden und Bekannten unter, aber Tausende leben auch unter freiem Himmel oder in Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften. Am schwierigsten ist die Lage im Grenzgebiet zu Nigeria. Die Grenze ist kaum gesichert und sehr durchl\u00e4ssig. Es kommen \u2013 trotz der unsicheren Situation \u2013 viele Nigerianer zu uns, die Zuflucht vor Boko Haram suchen.<\/p>\n<p><strong>Nun musste die Terrormiliz in Nigeria schwere Niederlagen einstecken und scheint insgesamt schw\u00e4cher zu werden. Wie sehen Sie das?<\/strong><br \/>Boko Haram ist in milit\u00e4rischer Hinsicht vernichtet. Was bleibt, sind die Selbstmordattent\u00e4ter. Fr\u00fcher hat Boko Haram bewaffnete Angriffe ver\u00fcbt, heute sind es Anschl\u00e4ge \u2026 Das macht die Situation in gewisser Weise noch gef\u00e4hrlicher. Wer kann schon einzelne Personen \u00fcberwachen?<\/p>\n<p><strong>Haben die Anschl\u00e4ge die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen belastet?<\/strong><br \/>Wir arbeiten hier sehr gut mit den Muslimen zusammen. Es gibt einen guten Dialog. Viele Muslime gehen zum Beispiel auf katholische Schulen. Die Angst vor dem Terror eint uns alle.<\/p>\n<p><strong>Was tut die Kirche, um die Gl\u00e4ubigen zu beruhigen?<\/strong><br \/>Wir predigen Hoffnung und beten f\u00fcr den Frieden. Ich habe ein Gebet um Frieden verfasst; wir beten es jeden Tag nach der heiligen Messe. Und in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit ermuntern wir die Gl\u00e4ubigen, Werke der Barmherzigkeit zu \u00fcben \u2013 zum Beispiel den Fl\u00fcchtlingen aus Nigeria beizustehen. Ich bin \u00fcberzeugt: Gebet und N\u00e4chstenliebe wird den Hass der Extremisten besiegen.<\/p>\n<p>\u201eKirche in Not\u201c steht den Christen in Nordkamerun in ihrer schwierigen Lage bei. Das Hilfswerk f\u00f6rdert zum Beispiel den Bau einer Halle in einem Fl\u00fcchtlingslager, in dem sich 2500 Menschen zum Gebet versammeln und seelsorglich betreut werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzt \u201eKirche in Not\u201c die Arbeit von Ordensschwestern in kirchlichen Schulen und Kinderg\u00e4rten sowie den Bau von Kirchen und Gemeindezentren. Um weiter vor Ort helfen zu k\u00f6nnen, bittet \u201eKirche in Not\u201c um Spenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte Februar starben bei einem Selbstmordanschlag im Norden Kameruns mindestens 20 Menschen, mehr als 50 wurden verletzt. Zwei Attent\u00e4terinnen sprengten sich auf dem Marktplatz der Ortschaft Mem\u00e9 in die Luft. Es wird vermutet, dass sie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram angeh\u00f6rten. 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