{"id":993,"date":"2016-04-13T12:09:22","date_gmt":"2016-04-13T10:09:22","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/christenverfolgung\/ausmass-der-zerstoerg-erschreckend-html\/"},"modified":"2023-02-23T11:40:26","modified_gmt":"2023-02-23T10:40:26","slug":"ausmass-der-zerstoerg-erschreckend-html","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kircheinnot.at\/christenverfolgung\/ausmass-der-zerstoerg-erschreckend-html\/","title":{"rendered":"Ausma\u00df der Zerst\u00f6rg. erschreckend"},"content":{"rendered":"<p><span>\u201eDie Tr\u00e4nen der Christen sind f\u00fcr mich sehr schmerzhaft\u201c.&nbsp;Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephrem II. hat den vom IS befreiten Ort Al Kariatain besucht \u2013 Er zeigt sich erschrocken vom Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung.&nbsp;Nach einem Besuch des k\u00fcrzlich vom IS befreiten syrischen Ortes Al Kariatain (Qariatayn) ist der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephr\u00e4m II. (Ephrem) von gemischten Gef\u00fchlen bewegt. Gegen\u00fcber dem internationalen Hilfswerk \u201eKirche in Not\u201c sagte das in Damaskus residierende Kirchenoberhaupt am Freitag, dass er sich einerseits \u00fcber die Vertreibung der Terrormiliz aus dem von Moslems und Christen bewohnten Ort freue. Diese hatte Al Qaryatayn im vergangenen August besetzt. <\/span><\/p>\n<p><span>\u201eDas ist sicher eine ermutigende Entwicklung. Aber die geflohenen Bewohner haben jetzt teilweise geweint, als sie sahen, was aus ihrer Stadt geworden ist. Diese Tr\u00e4nen zu sehen war f\u00fcr mich als Hirten besonders schmerzhaft.\u201c Die Infrastruktur, so der Patriarch, sei schwer besch\u00e4digt worden. \u201eAls ich zusammen mit unseren katholischen Br\u00fcdern den Ort am Freitag besuchen konnte, war ich erschrocken vom Ausma\u00df der Verw\u00fcstungen. Bei den K\u00e4mpfen sind viele H\u00e4user ganz oder teilweise schwer besch\u00e4digt worden. Einrichtungsgegenst\u00e4nde wurden geraubt\u201c, so das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche. \u201eBesonders schmerzlich war es zu sehen, dass die Kirchen vom IS mutwillig gesch\u00e4ndet wurden. Sowohl das syrisch-katholische Kloster des heiligen Elian, aber auch unsere syrisch-orthodoxe Kirche sind bewusst entweiht worden. Unsere Kirche wurde sogar noch st\u00e4rker zerst\u00f6rt als das Kloster.\u201c&nbsp; Der Patriarch betonte, dass sein zusammen mit Katholiken erfolgter Besuch am Freitag ein wichtiges Zeichen sei. \u201eIn Zeiten wie diesen m\u00fcssen wir Christen zusammenstehen. Der IS will uns alle t\u00f6ten, egal welcher Kirche ein Christ angeh\u00f6rt\u201c, so Ignatius Ephrem. \u201eBei meinem Besuch ging es vor allem darum, den Menschen Hoffnung zu geben. Ich habe ihnen gesagt, dass sie Gott f\u00fcr ihr Leben danken sollen. H\u00e4user und Kirchen lassen sich wieder aufbauen. Ein verlorenes Leben nicht. Wir als Kirche werden es aber nicht bei Worten bewenden lassen, sondern den Menschen auch materiell beim Wiederaufbau helfen, wo es nur geht. Entscheidend ist der Glaube, dass Gott mit uns ist. Unsere Hilfe ist im Namen des lebendigen Gottes.\u201c Der Patriarch r\u00e4umte indes ein, dass es in Situationen wie diesen schwierig sei, ein christliches Zeugnis zu geben und auch seinen Feinden zu vergeben. \u201eEs ist nicht leicht angesichts solcher Umst\u00e4nde, den Hass zu \u00fcberwinden und Gott um die Gabe der Vergebung zu bitten. <\/span><\/p>\n<p><span>Es wird Zeit dauern, bis die Menschen dazu in der Lage sind. Das ist ja nur menschlich und verst\u00e4ndlich. Aber an der Vergebungsbereitschaft kommen wir nicht vorbei. Sie ist ein Grundzug christlichen Lebens.\u201c&nbsp; Der Patriarch betonte in diesem Zusammenhang, dass die Syrer erfahren seien im Zusammenleben der Religionen. \u201eEs gibt in Syrien keinen Krieg zwischen Christen und Moslems. Wir haben es mit \u00fcberwiegend ausl\u00e4ndischen Terroristen zu tun, die hierher kommen, um im Dschihad zu k\u00e4mpfen. Sicher gibt es mittlerweile auch Syrer, die sich der dschihadistischen Ideologie angeschlossen haben. Aber diese Ideen kommen von au\u00dfen, vor allem aus Saudi-Arabien und dem dortigen Wahabismus. Die Vers\u00f6hnung zwischen Syrern unterschiedlichen Glaubens sehe ich deshalb nicht als das Problem. Das ist m\u00f6glich. Schlie\u00dflich haben wir trotz mancher Schwierigkeiten auch vor dem Krieg in Syrien friedlich zusammengelebt. Das war das Syrien, das wir kannten.\u201c Angesichts der Bem\u00fchungen der Vereinten Nationen, eine politische L\u00f6sung des Konflikts durch Gespr\u00e4che zwischen Regierung und Opposition herbeizuf\u00fchren, sagte der Patriarch: \u201eWenn wir Syrer die Dinge unter uns ausmachen w\u00fcrden, g\u00e4be es keine Probleme, glaube ich. Aber wir sind nicht naiv. Die Schwierigkeit einer politischen L\u00f6sung des Konflikts besteht darin, dass es sowohl regionale wie internationale Interessen gibt, die in Syrien aufeinandertreffen. Das macht die Sache so kompliziert.\u201c <\/span><\/p>\n<p><span>Skeptisch zeigte sich Ignatius Ephrem II. mit Blick auf die Vertreter der syrischen Opposition, die in Genf mit der Regierung verhandeln. \u201eIch hoffe nat\u00fcrlich, dass die Gespr\u00e4che ein Erfolg sein werden. Aber die Opposition dort hat nicht viele Anh\u00e4nger hier in Syrien selbst. Au\u00dferdem gibt es viele Islamisten unter ihnen. Wir Christen und andere wollen nicht unter islamischer Herrschaft leben.\u201c Patriarch Ignatius Ephrem geht davon aus, dass mittlerweile etwa 40 Prozent der Christen Syriens das Land verlassen haben, um in die benachbarten L\u00e4nder zu fliehen oder in den Westen. \u201eIch mache mir nichts vor. Die meisten von ihnen werden nicht zur\u00fcckkehren. Wenn das so weiter geht, werden wir Christen in Syrien verschwinden, so wie wir in der T\u00fcrkei oder im Irak fast ganz verschwunden sind.\u201c Eine vom Westen gef\u00f6rderte Auswanderung der Christen lehnt der Patriarch deshalb ab. \u201eDer beste Weg, uns zu helfen, ist uns dabei zu helfen, hier in unserer Heimat bleiben zu k\u00f6nnen. Es ist keine L\u00f6sung, in den Westen zu gehen. Ein Fl\u00fcchtling in Europa zu sein, ist keine gute Erfahrung. Man ist kulturell entwurzelt. Es ist weder gut f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge noch f\u00fcr die Gesellschaften, die sie aufnehmen.\u201c Es gebe sowohl in Syrien selbst wie in den Nachbarl\u00e4ndern sichere Zufluchtsorte f\u00fcr die Menschen, erkl\u00e4rte der Patriarch. \u201eEs w\u00e4re f\u00fcr Europa viel billiger, unseren Leuten zu helfen, in Syrien zu bleiben oder vor\u00fcbergehend im Libanon oder andernorts zu sein. Wichtig w\u00e4re es vor allem, den Projekten der Kirche vor Ort zu helfen. Wir sind \u201eKirche in Not\u201c sehr dankbar daf\u00fcr, dass sie diesen Weg w\u00e4hlen und den Menschen vor Ort hilft. Ich hoffe, dass mehr Organisationen diesem Beispiel folgen werden.\u201c<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Tr\u00e4nen der Christen sind f\u00fcr mich sehr schmerzhaft\u201c.&nbsp;Der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephrem II. hat den vom IS befreiten Ort Al Kariatain besucht \u2013 Er zeigt sich erschrocken vom Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung.&nbsp;Nach einem Besuch des k\u00fcrzlich vom IS befreiten syrischen Ortes Al Kariatain (Qariatayn) ist der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatius Ephr\u00e4m II. 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