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Ökumenischer Bericht: Christenverfolgung nimmt zu; Die Verfolgung von Christen weltweit nimmt zu. Das hat ein neuer ökumenischer Bericht zur Lage der Religionsfreiheit ergeben, den die Kirchen am Montag in Berlin vorgestellt haben. Seit sechs Jahren nehme die Christenverfolgung weltweit beständig zu, heißt es im „Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit”. In 111 Ländern werden die Gläubigen demnach bedrängt und verfolgt, vor allem dort, wo sie eine Minderheit sind. Christen und Muslime seien von allen Religionen rund um den Globus am häufigsten von Verfolgung und Bedrängung betroffen. Vor allem im Mittleren Osten und in Nordafrika ergehe es Christen schlecht. In Amerika hingegen gebe es wenige Einschränkungen für Christen. Schwere, systematische und massive Restriktionen kämen vor allem unter autoritären Regimen vor und gingen meist mit weiteren Verletzungen von Freiheitsrechten einher.

Der sogenannte „arabische Frühling” habe die Lage der Christen vor Ort nicht verbessert, erklärte Studienleiter Theodor Rathgeber bei der Vorstellung in Berlin. Doch auch in Osteuropa ergehe es Gläubigen nicht immer gut. Weltweit werde die Religionsfreiheit derzeit in 157 Ländern gesetzlich eingeschränkt, in 131 Ländern verbiete der Staat das öffentliche Bekenntnis zu bestimmten Glaubensrichtungen, in 38 Ländern mache er Religionswechsel unmöglich. Besonders viele staatliche Restriktionen gebe es aktuell etwa in Afghanistan, dem Jemen, Vietnam, Syrien oder den Ländern der russischen Föderation. Soziale Anfeindungen müssten Christen zum Beispiel in Israel oder den Palästinensischen Gebieten ertragen, aber auch in Saudi-Arabien oder Ägypten. Gegen die Annahme, Christen würden besonders in muslimischen Ländern verfolgt, verwehrte sich Rathgeber. Eine solche These fördere Polarisierungen.

„Wer sich nur um Christen kümmert, wird unglaubwürdig”

Auslandsbischof Martin Schindehütte erklärte in Berlin, oft seien Christen in den entsprechenden Ländern nicht fundamental bedroht, ihnen würden aber Lebensperspektiven verweigert, was zu einem Exodus der Gläubigen führe. Ziel der Kirchen sei es, mit ihrer Dokumentation allen Anhängern von Religionen zu mehr Freiheit zu verhelfen. Wer sich nur um eine Gruppe kümmere, mache sich unglaubwürdig. Auch Erzbischof Ludwig Schick forderte „uneingeschränkte Religionsfreiheit für alle”. Wo Christen bedroht würden, ergehe es oft auch anderen religiösen Minderheiten schlecht. Muslime würden häufig zu Verfolgten, etwa durch andere muslimische Denominationen. Im Falle der Christen sei der Grund für die Unterdrückung nicht immer religiös. Weil sie sich oft für soziale Gerechtigkeit einsetzten, sähen sich Diktatoren gezwungen, Christen mundtot zu machen. (Quelle: pro)

EU-Parlament: „Das Christentum ist noch immer die am meisten verfolgte Religion“. „Aus zwei Gründen lohnt es sich, im Europäischen Parlament über die Religionsfreiheit zu sprechen. Erstens ist es ein unveräußerliches und selbständiges Menschenrecht, das durch die internationale Gemeinschaft vergessen wird. Zweitens ist es eines der Menschenrechte, die auf der Welt am häufigsten verletzt werden, besonders gegenüber Christen“, sagte Konrad Szymanski, Mitglied des Europäischen Parlaments, während der Vorstellung des von „Kirche in Not“ herausgegeben Berichtes „Religionsfreiheit weltweit“ am 18. Dezember in Brüssel.

„Religionsfreiheit ist das Recht, seine Religion öffentlich zu bekennen. Sie ist auch das Recht, die eigene Gemeinschaft nach eigenen Regeln zu organisieren, zum Beispiel hinsichtlich der Ausübung von Ämtern. Religionsfreiheit bedeutet auch das Recht auf Konversion oder auf Aufgabe der Religion sowie darauf, die Grundsätze der eigenen Religion zu verkünden. Auch in Europa werden einige dieser Rechte verletzt. Positiv ist, dass wir ein wachsendes Bewusstsein des Problems der Verletzung der Religionsfreiheit in der Welt haben. Teilweise ist dies verbunden mit weiteren Stellungnahmen von Parlamenten, darunter dem europäischen, angesichts solcher Rechtsverletzungen. Ein negativer Trend ist die zunehmende Feindseligkeit und Gewalt mit religiösem Hintergrund oder auch die Unterdrückung von Religionen. Der Einflussbereich des Islams ist ein Schauplatz negativer Veränderungen auf dem Gebiet der Religionsfreiheit“, unterstrich Peter Sefton-Williams, Redakteur des Berichtes „Religionsfreiheit weltweit“, der vom internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ herausgegeben wird.

Am Diskussionsforum nahmen ebenfalls Pater Joseph Vella Gauci, der Berater für internationale Beziehungen und Religionsfreiheit der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft) sowie Pater Andrzej Halemba, Referent von „Kirche in Not“ für den Nahen Osten und ehemaliger Missionar, teil. „Die Schlüsselfrage für die Religionsfreiheit im Nahen Osten ist die Freiheit, die Religion anzunehmen, aufzugeben oder zu wechseln. Im Falle von Ägypten erleben wir nach dem ‚Arabischen Frühling‘ jedoch eine zunehmende Diskriminierung. Der Verfassungsentwurf erwähnt nicht nur die Sharia, sondern, was schlimmer ist, übergeht den Begriff der Staatsbürgerschaft. Die Verfassung legt die besondere Rolle der Al-Azhar-Universität in der Interpretation des Rechtes sowie eine Einschränkung der Schenkungen zugunsten religiöser Gemeinschaften fest und hebt die Garantie auf, dass Minderheiten vor Diskriminierung und Umsiedlung geschützt werden“, warnte Pater Andrzej Halemba.

Am 18. Dezember 2012 fand auf Initiative der Abgeordneten Konrad Szymanski (ECR) und Mario Mauro (EPP) im Europaparlament die Vorstellung des von „Kirche in Not“ herausgegebenen Berichtes „Religionsfreiheit weltweit“ statt.

Den Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2012“ können Sie kostenlos bei KIRCHE IN NOT unter http://www.kircheinnot.at anfordern.
Eine Kurzinfo finden Sie unten:  

Bericht Religionsfreiheit weltweit 2012

Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT hat durch seine Arbeit für die notleidende und verfolgte Kirche Einblick in die Lebenssituation der Christen in mehr als 140 Ländern. Mit der vorliegenden Dokumentation RELIGIONSFREIHEIT WELTWEIT – BERICHT 2012  stellt das internationale katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT   ein umfassendes
Kompendium von Länderberichten bereit. Für 196 Länder der Erde wird der Grad  der Freiheit in religiösen Dingen beleuchtet. Formen und Ursachen der Unterdrückung von Religionsgemeinschaften werden anhand zahlreicher Einzelfälle dokumentiert.

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