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Das Generalsekretariat der bolivianischen Bischofskonferenz (CEB) bestätigt die Explosion eines Sprengsatzes am Eingang des Gebäude, in dem der Sitz der Bischofskonferenz untergebracht ist ,am frühen Morgen des Mittwochs, 24. November. Die Explosion sei ohne Folgen für die Menschen geblieben, habe nur materielle Schäden verursacht. „Obwohl der materielle Schaden an der Struktur reparierbar ist“, heißt es in der Erklärung, „fordern wir die Verantwortlichen auf zu bedenken, dass ihr Handeln unschuldige Menschen geschädigt haben könnte. Als katholische Kirche rufen wir erneut zur Achtung des Lebens und zur brüderlichen Begegnung zwischen Brüdern und Schwestern auf“. Die CEB veröffentlichte auch Bilder einer Überwachungskamera, die zeigen, wie eine Person einen Gegenstand an der Eingangstür ablegt und dann verschwindet, während die Detonation 20 Sekunden später erfolgt.

Obwohl über die Hintergründe des Angriffs bisher nichts bekannt ist wird vermutet, dass er auf die Kontroverse zurückzuführen ist, die durch die Haltung der bolivianischen Kirche in Bezug auf den jüngsten Fall eines 11-jährigen Mädchens ausgelöst wurde, das infolge von Gewalt schwanger wurde. Die Bischöfe forderten die Behörden auf, das Recht auf Leben des Kindes, das Opfer der Gewalt geworden ist, ebenso zu respektieren und zu schützen wie das des schwangeren Kindes, denn „beide Leben müssen geschützt werden“. Sie erinnerten auch daran, dass „niemand zu einer Abtreibung gezwungen werden kann, auch nicht angesichts der Schwere der sexuellen Gewalt, denn Abtreibung ist in Bolivien ein Verbrechen“. Bereits m vergangenen 27. Oktober war es vor dem Hauptsitz der CEB zu Protesten gegen die Position der Kirche gekommen. (Quelle: Fidesdienst)

KIRCHE IN NOT unterstützt Renovierungsarbeiten auf Jolo. „KIRCHE IN NOT war die erste Organisation, die nach dem Bombenanschlag vor Ort war, und wir haben zugesagt, zu helfen“, erklärte der Direktor von KIRCHE IN NOT Philippinen, Jonathan Luciano, anlässlich der Mitte Juli erfolgten Wiederöffnung der Kathedrale in Jolo auf der gleichnamigen Insel im Süden der Philippinen. Das weltweite päpstliche Hilfswerk unterhält seit 2016 ein Nationalbüro in dem südostasiatischen Land.

In der Kathedrale „Unsere Liebe Frau vom Berg Karmel“ auf Jolo waren am 27. Januar 2019 zwei Bomben explodiert: eine während der Sonntagsmesse, eine weitere wenig später auf dem Parkplatz vor der Kirche. 20 Menschen verloren ihr Leben, über 100 Personen wurden verletzt. Auch das Kirchengebäude wurde schwer beschädigt. Die islamistische Terrororganisation Abu Sajaf hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Nur ein halbes Jahr nach dem Attentat ist die Kirche wieder geöffnet

Ein halbes Jahr später wurde die schwer beschädigte Kathedrale wieder eingeweiht – auch wenn die Sicherheitslage nach wie vor sehr angespannt ist, wie Jonathan Luciano beobachten konnte: „Polizei und Militär hatten den ganzen Stadtbezirk abgeriegelt, in dem sich die Kathedrale befindet. Doch das Gotteshaus selbst war voll. Besonders bewegend war, die Familien der Getöteten und die Überlebenden der Explosionen dort zu sehen.“

Die Feier leiteten der Apostolische Nuntius auf den Philippinen, Erzbischof Gabriele Caccia, sowie Orlando Kardinal Quevedo, emeritierter Erzbischof von Cotabato. „Der Nuntius versicherte den Menschen, dass die christliche Gemeinschaft bei ihnen ist: Sie werden nicht vergessen oder vernachlässigt“, berichtete Luciano. „Das zeige sich durch die finanzielle Hilfe und die Solidarität im Gebet auf der ganzen Welt.“

KIRCHE IN NOT unterstützt neben anderen Organisationen den Wiederaufbau maßgeblich und trägt zur Finanzierung des Kirchendachs und der -decke bei. Doch es gehe nicht nur um den Aufbau der Gebäude, betonte Luciano: „Wir waren zwei Wochen nach dem Anschlag vor Ort. Mit anderen Organisationen und den kirchlichen Mitarbeitern waren wir uns einig, wie wir auf die Krise reagieren sollten: Zuerst die christliche Gemeinschaft und dann die eigentliche Kirche wiederaufbauen.“

Deshalb stehen auch Rehabilitierungsprogramme für Terroropfer und deren Familien sowie interreligiöse Initiativen auf der Förderliste von KIRCHE IN NOT. So zum Beispiel auf der benachbarten Hauptinsel Marawi, wo es im Jahr 2017 zu schweren islamistischen Übergriffen kam.

Süden der Philippinen mehrheitlich muslimisch: Dialog unabdingbar

Anders als der überwiegende Teil das Landes ist der Süden der Philippinen mehrheitlich muslimisch geprägt. Muslimische Milizen kämpfen seit Jahrzehnten für eine Autonomie. Diese wurde nach jahrzehntelangem Ringen weitgehend erreicht, indem die Regierung in Manila eine weitgehend autonome Region Bangsamoro ermöglichte. Die in der Folge durchgeführte Volksabstimmung Ende Januar 2019 fand weitgehend Zustimmung – bis auf Jolo, das als Heimat der Terroreinheit Abu Sajaf gilt. Die Anschläge auf die Kathedrale wurden als Reaktion auf die Abstimmung gesehen.

Dennoch stand die feierliche Wiedereröffnung ganz unter dem Zeichen der Versöhnung, berichtete Luciano. So habe der muslimische Gouverneur von Jolo am Ende der Messe ein Grußwort gesprochen und betont, dass nach der Wiedereröffnung der zerstörten Kirche auch der Dialog zwischen Christen und Muslimen wiederaufgenommen werden könne.

Auch der Direktor des philippinischen Zweigs von „Kirche in Not“ warnt davor, dass sich die Zahl radikaler Muslime weiter erhöhen könnte, wenn die Kirche den Dialog nicht weiterführe: „Wir müssen die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen stärken. Wir können harmonisch zusammenleben. Das ist eine wichtige Botschaft für unsere Wohltäter. Ich hoffe, dass die Ereignisse von Jolo sie bewegen, verfolgten Christen auf den Philippinen zu helfen.“

Um die Arbeit und das Leben der Kirche auf den Philippinen weiter unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Philippinen

Ein Terroranschlag verwüstete am späten Nachmittag des 11. Juli eine der Jungfrau Maria geweihte syrisch-orthodoxe Kirche in der Stadt Qamischli im Nordosten Syriens. Bei dem Anschlag wurden mehr als 10 Menschen verletzt, davon mindestens drei schwer. Nach ersten Berichten sollen die Attentäter eine Autobombe gezündet haben. Eine von Beobachtern des Konflikts im Nahen Osten zitiertes Bekennerschreiben des sogenannten Islamischen Staates (IS) wurde bisher nicht offiziell bestätigt.
Die Stadt Qamischli, die derzeit von kurdischen Milizen kontrolliert wird, war in den letzten Jahren Schauplatz verschiedener terroristischer Handlungen gegen christliche Gemeinschaften. Am 19. Juni 2016 überlebte der syrisch-orthodoxe Patriarch Ignatios Aphrem II., einen Mordanschlag in Qamischli. Bei dieser Gelegenheit hatte sich ein Selbstmord-Attentäter unter den Teilnehmer einer Feier zum Gedenken an den sogenannten „assyrischen Völkermord“ von 1915 gemischt. Der Attentäter war jedoch am Eingang des Veranstaltungsortes aufgehalten worden, an dem der Patriarch die Feier leitete, und sprengte sich dort in die Luft, wobei drei Menschen starben. (Quelle: Fidesdienst)

Die Explosionen ereigneten sich am Ostermorgen: Auf Sri Lanka sind bei Bombenanschlägen auf Kirchen und Hotels über 250 Menschen ums Leben gekommen. Es ist der schwerste Anschlag seit zehn Jahren in dem Inselstaat. 

Bei Bombenanschlägen auf drei katholische Kirchen und drei Luxushotels sind in Sri Lanka über 250 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. Die Bomben in der St. Anthony Kirche in Colombo, der Kirche St. Sebastian in Nigombo und einer Kirche in Batticaloa explodierten am Ostersonntagmorgen zwischen 8 Uhr 30 und 9 Uhr Ortszeit. In den katholischen Kirchen hatten die Gläubigen zum Zeitpunkt der Explosionen die Ostermesse gefeiert.

Schwerster Anschlag seit zehn Jahren

Etwa zur gleichen Zeit seien Bomben in den drei Fünfsternehotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo in die Luft gegangenen. Die Hotels sind ein beliebtes Reiseziel auch von europäischen Touristen. Es handelt sich um den schwersten Anschlag seit dem Ende des Bürgerkriegs vor zehn Jahren. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben sieben Personen fest, nähere Informationen über Täter und Hintergründe des Terrors gab es bisher jedoch nicht.

Politiker aller Parteien in Sri Lanka verurteilten die Bombenanschläge in Colombo und anderen Städten des Landes. Premierminister Ranil Wickremesinghe verurteilte laut dem Nachrichtenportal der Regierung News.lk die Anschläge vom Ostersonntag als „feige Attacken“. Oppositionsführer Mahinda Rajapaksa sagte News.lk: „Ein dermaßen gewalttätiger Anschlag an so einem heiligen Tag ist absolut barbarisch.“ 6,1 Prozent der 22 Millionen Einwohner des mehrheitlich buddhistischten Inselstaates sind Katholiken.

Die Bundesregierung verurteilte die Taten. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb auf Twitter: „Entsetzen über die Nachricht, dass Christen auf Sri Lanka während der Ostermessen angegriffen und getötet wurden. Wir trauern um sie und beten für die Verletzten und Familien. Terrorismus, religiöser Hass und Intoleranz dürfen nicht siegen.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete die Anschläge auf Sri Lanka als „feige Terroranschläge“. Besonders niederträchtig sei, „dass zahlreiche friedlich Betende in Gotteshäusern am Ostersonntag Ziel dieser hinterhältigen Angriffe wurden“, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Schreiben Steinmeiers an den Präsidenten von Sri Lanka, Maithripala Sirisena: „Deutschland steht an Ihrer Seite in der Entschlossenheit, dem menschenverachtenden Terror entgegenzutreten.“

Die Katholiken im Heiligen Land beteten während der Ostergottesdienste für die Opfer. „Wir bekunden unsere Solidarität mit Sri Lanka und allen Einwohnern mit den verschiedenen religiösen und ethnischen Hintergründen, hieß es in einer in Jerusalem verbreiteten Erklärung. Trotz der großen Bedrängnis wolle man die Auferstehung Christi feiern und denen Hoffnung geben, die in Not seien. (Quelle: mal/KNA/epd)

Kirchenführer und Politiker auf der ganzen Welt haben die Anschläge auf Kirchen und Hotels auf Sri Lanka am Ostersonntag verurteilt und zum Gebet aufgerufen. Die Zahl der Todesopfer der Anschläge ist inzwischen auf über 250 gestiegen. Rund 500 Personen wurden bei insgesamt acht Explosionen verletzt. Das teilte Polizeisprecher Ruwan Gunasekera mit. Zunächst waren zwischen 8.30 Uhr und 9 Uhr Ortszeit Sprengsätze in den römisch-katholischen Kirchen St. Antonius in der Hauptstadt Colombo und St. Sebastian in der etwa 20 Kilometer entfernten Stadt Negombo explodiert. Später gab es weitere Anschläge in drei Luxushotels in der Hauptstadt sowie in der evangelikalen Zionskirche in der Stadt Batticaloa an der Ostküste des Inselstaats. Kurz darauf kam es zu zwei weiteren Anschlägen auf ein Hotel sowie einer Wohngegend in der Hauptstadt. In Colombo sind nach Behördenangaben 52 Menschen getötet worden, in Negombo 62 und in Batticaloa 27. Laut Polizei sind mindestens 35 Ausländer gestorben. Bisher sind keine deutschen Opfer bekannt.

Warnung vor muslimischem Terror

Premierminister Ranil Wickremesinghe teilte in einer Fernsehansprache mit, dass bislang 24 Verdächtige in Haft genommen wurden. Zu welcher Gruppierung sie gehören, ist nicht bekannt. Sieben der acht Anschläge wurden von Selbstmordattentätern durchgeführt. In der Nähe des größten Flughafens Sri Lankas wurde zudem ein Sprengsatz gefunden, der entschärft werden konnte. Der stellvertretende Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene hatte am Sonntag von einer „terroristischen Attacke“ und „extremistischen Gruppen“ gesprochen, ohne sie näher zu benennen. Der Polizeichef von Sri Lanka, Pujuth Jayasundara, hatte zehn Tage vor den Anschlägen davor gewarnt, dass Selbstmordattentäter Anschläge auf „prominente Kirchen“ planten. Ein ausländischer Geheimdienst habe berichtet, dass die radikale muslimische Gruppe „NTJ“ (National Tawhid Jama‘ath, etwa: „Nationale Versammlung des Einen“) Anschläge in Colombo vorhabe. Die Gruppe wird mit der Beschädigung buddhistischer Statuen im Jahr 2018 in Verbindung gebracht. (Quelle: idea, Bild: © picturealliance/AA)

Am 27. Januar 2019 explodierten zwei Bomben in der Kathedrale von Jolo auf dem Sulu-Archipel zwischen Mindanao und Borneo, die 23 Menschen töteten und 112 weitere verletzten. Auf diese Tragödie folgte am 30. Januar ein Granatenangriff auf eine Moschee in Zamboanga im Westen der Insel Mindanao. Pater Sebastiano d’Ambra, Missionar des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIM), der sich seit 40 Jahren im Süden der Philippinen für den interreligiösen Dialog engagiert, erzählt in einem Interview mit der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, wie die Situation in dem Land mit der meisten Katholiken auf dem asiatischen Kontinent erlebt wird.

KIRCHE IN NOT: Pater D’Ambra, können Sie uns erzählen, wie der Anschlag vom 27. Januar vor Ort wahrgenommen wurde?

Pater D’Ambra: Selbstverständlich hat uns die Gewalt des Anschlags schockiert und auch die Tatsache, dass das Ziel ein heiliger Ort war. Leider reiht sich dieser Gewaltakt in einen Kontext wachsender Spannungen in der Region ein. In den letzten Jahren hat der Radikalismus zugenommen und die christliche Minderheit auf der Insel Jolo (1% der Gesamtbevölkerung von 120.000 Einwohnern der Insel Jolo) ist nicht das einzige Opfer; es gibt auch Muslime, die zu mir kommen und sagen: „Pater, wir werden ebenfalls bedroht, weil wir nicht die gleiche Art Muslime sind wie sie.“

KIRCHE IN NOT: Drei Tage nach dem Anschlag auf die Kathedrale hat eine Granate in einer Moschee in Zamboanga auf den Südphilippinen, wo Sie arbeiten, zwei Menschenleben gefordert. Haben Sie Angst, dass es zu einem interreligiösen Konflikt kommt?

Pater D’Ambra: Meiner Meinung nach besteht keine Verbindung zwischen den beiden Anschlägen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Christen ihre Toten rächen wollen, indem sie eine muslimische Kultstätte angreifen. Andererseits glaube ich schon, dass es sich wieder um das Werk jener extremistischen Gruppen handelt, deren Gewalt zunimmt und die Verwirrung stiften wollen. Sie sind es, die Christen und Muslime voneinander trennen wollen. Sie nutzen die Situation, um im ganzen Land Chaos zu verursachen und das Gleichgewicht in Frage zu stellen. Ein Gleichgewicht, das zu einem großen Teil auf den Beziehungen zwischen Gläubigen verschiedener Religionen beruht.

KIRCHE IN NOT: Laut den Behörden wird zurzeit jedoch der Kampf gegen den islamischen Terrorismus sukzessive gewonnen, teilen Sie diese Einschätzung?

Pater D’Ambra: Nein, überhaupt nicht. Leider kommt es zu interreligiösen Spannungen. Dass Führer extremistischer Gruppen hingerichtet wurden, bedeutet noch lange nicht, dass die philippinische Regierung den Krieg gewinnt. Dies zu glauben, wäre ein Fehler. Ich weiß sehr wohl, dass die Armee alles in ihrer Macht Stehende tut, um diese Gruppen zu kontrollieren. Aber ich glaube nicht, dass das ausreicht. Gruppen wie der Islamische Staat, Maute oder Abu Sayyaf haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Probleme im Land verursachen, und sie können in den kommenden Jahren an Macht gewinnen. Ich sage nicht, dass wir in Angst leben müssen, aber wir müssen realistisch sein, und ich glaube nicht, dass sie besiegt sind. Ich glaube, dass sie weiterhin die Freundschaft auf die Probe stellen werden, die uns mit unseren muslimischen Nachbarn verbindet.

KIRCHE IN NOT: Haben Sie den Eindruck, dass Sie um Ihr Leben bangen müssen?

Pater D’Ambra: Na ja, wissen Sie: Ich lebe seit vierzig Jahren hier. Ich hätte deshalb schon lange Zielscheibe werden können – sogar mehrfach, würde ich sagen. Insbesondere einmal, als ich in eine Falle gelockt wurde. Die für mich bestimmte Kugel tötete einen meiner Freunde. In dieser Zeit vermittelte ich mit den muslimischen Rebellen. Dass ein Priester fast drei Jahre lang mit diesen Gruppen sprach, war eine ungewöhnliche Erfahrung. Wir hatten es geschafft, ein Verhältnis gegenseitigen Respekts herzustellen. Ich nehme an, dass die Vorstellung, dass ein einziger Priester mehr als tausend Soldaten für den Frieden leisten könnte, diejenigen überrascht haben muss, die das Ende des Konflikts nicht wollten. Diese Haltung erleben wir auch heute. Einige Muslime sagen uns, dass unsere Programme für den Dialog zwischen Christen und Muslimen nicht nach dem Geschmack von Extremisten sind.

KIRCHE IN NOT: Möchten Sie zum Schluss eine Botschaft aussprechen?

Pater D’Ambra:  Habt keine Angst! Glaubt mir, die Liebe ist stärker als der Hass!Ich danke KIRCHE IN NOT für ihre Nähe zu den Christen, die sich auf der ganzen Welt in Not befinden. Ich bitte alle Christen, den Dialog in ihrem eigenen Umfeld zu fördern, um aus der Logik des Konflikts auszubrechen. (Bild: vaticannews)

Bei der Explosion mehrerer Sprengsätze in und vor der katholischen Kathedrale in der südphilippinischen Stadt Jolo auf der Insel Sulu sind laut Medienberichten mindestens 20 Menschen getötet worden. Bisher unbekannte Täter ließen Sonntagfrüh kurz vor Beginn eines Gottesdienstes inmitten der bereits eingetroffenen Messbesucher eine Bombe hochgehen. Ein zweiter Sprengsatz detonierte kurz darauf auf dem Parkplatz vor der Kirche als weitere Sicherheitskräfte eintrafen.

Das Online-Portal „Inquirer“ berichtete am Sonntagnachmittag (Ortszeit) unter Berufung auf die Polizei, dass unter den Toten 15 Zivilisten und fünf Soldaten sind. Weitere 82 Menschen, der Großteil von ihnen Gläubige, seien verletzt worden. Andere Medien gaben auf Basis verschiedener Quellen aus Armee und Polizei die Zahl der Toten mit bis zu 27 an.

Auf von philippinischen Medien verbreiteten Bilder vom Anschlagsort war der verwüstete Kirchenraum der Kathedrale „Unsere liebe Frau vom Berg Karmel“ zu sehen. Die Bombe explodierte offenbar in unmittelbarer Nähe zum Altar in einer der vorderen Sitzbankreihen des Gotteshauses. 

Die Kathedrale in Jolo war bereits mehrmals Ziel von Terrorattentaten. 2009 starben zwei Menschen bei einem Bombenanschlag der islamistischen Terrorgruppe „Abu Sayyaf“. 2012 wurde eine Granate auf das Gotteshaus geworfen, die das Dach der Kirche zum Einsturz brachte, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Insgesamt sollen nach Recherchen des philippinischen Nachrichtenportals Rappler seit dem Jahr 2000 vor oder in der Nähe der Kathedrale von Jolo zehn Bombenanschläge verübt worden sein.

Der philippinische Verteidigungsminister Delfin Lorenzana verurteilte den neuerlichen Angriff und betonte, die Täter würden gejagt. Alle Kirchen und öffentlichen Plätze würden gesichert, um mögliche Angriffe zu vereiteln. Über seinen Sprecher Salvador Panelo verurteilte Präsident Rodrigo Duterte die Anschläge als „gottlosen“ Akt und versprach, die Täter „gnadenlos“ zur Strecke zu bringen.

Papst verurteilt Anschlag

Papst Franziskus verurteilte den Anschlag. Während des sonntäglichen Angelusgebets beim Weltjugendtag in Panama-Stadt sprach er von einem „terroristischen Angriff“. Er bete für ein „friedliches Zusammenleben“ in der betroffenen Region, so das Kirchenoberhaupt.

Auch die philippinische Bischofskonferenz verurteilte den Anschlag in einer ersten Reaktion als „Terrorismus“. Der Bischofskonferenz-Vorsitzender Erzbischof Romulo Valles sprach in einer Erklärung den Betroffenen sein Beileid aus. An die Christen appellierte er, zum „Beginn der Phase des Friedensprozesses“ durch die Schaffung der autonomen muslimischen Region auf Mindanao „Hand in Hand mit dem friedliebenden Muslimen und den Ureinwohnern gegen gewaltsamen Extremismus vorzugehen“, hieß es am Sonntag in Manila. Dort sind die philippinischen Bischöfe derzeit zu einer Plenarsitzung versammelt.

Hochburg von „Abu Sayyaf“

Zu dem Attentat hat sich vorerst niemand bekannt. Nach Angaben des Portals „Asia Times“ untersuchen die Behörden, ob der Anschlag eine Vergeltungsaktion von „Abu Sayyaf“ für eine zuletzt in Sulu vom Militär gestartete Operation gegen die Terrorgruppe ist. Sulu ist eine Hochburg von „Abu Sayyaf“, die enge Verbindungen mit den Terroristen von Al Kaida sowie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterhält.

Der Angriff könnte auch mit dem Ausgang einer Volksabstimmung in der Region Mindanao zusammenhängen. Am Freitag hatte die Wahlkommission bekannt gegeben, dass dort der Ratifizierung des „Bangsamoro Organic Law“ zugestimmt worden sei, das die rechtliche Basis einer neuen muslimischen autonomen Einheit, der „Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao“ (BARMM) bildet. Lediglich in der Provinz Sulu, die zum Autonomiegebiet gehören soll, haben die Menschen mehrheitlich ablehnend votiert. 

Das Gesetz zur Schaffung dieser Region war eine Schlüsselbestimmung in einem Friedensabkommen, das zwischen der philippinischen Regierung und der größten muslimischen Rebellengruppe, der „Moro Islamic Liberation Front“ (MILF), im Jahr 2014 geschlossen worden war. BARMM soll die „Autonome Region Mindanao“ (ARMM) ablösen, die Ende der 1990er Jahre nach einem Friedensvertrag zwischen dem damaligen philippinischen Präsidenten Fidel Ramos und einer weiteren Rebellengruppe, der „Moro National Liberation Font“ (MNLF), gegründet worden war.

Muslimische Organisationen ebenso wie die katholische Kirche hatten in den vergangenen Wochen für ein Ja zu dem neuen Abkommen geworben. Gegner haben vor dem Obersten Gericht des Landes Klage eingereicht. Auch der Gouverneur der Provinz Sulu strengte eine Verfassungsklage gegen das „Bangsamoro Organic Law“ als gesetzliche Grundlage der Autonomie an. (Quelle: Kathpress, Bild: vaticannews)

Bei zwei Anschlägen in Kirchen wurden mindestens 36 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Die Attentate fanden kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus statt. Horror und Entsetzen in Ägypten. Mit einem verheerenden Doppelanschlag in Tanta und Alexandria haben offenbar zwei Selbstmordattentäter am Sonntag mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen und über hundert verletzt. Die Terrortat in der voll besetzten St.-Georgs-Kirche in Tanta, einer Stadt im Nildelta, ereignete sich während des Gottesdienstes am Palmsonntag, mit dem im christlichen Kalender die Karwoche vor Ostern beginnt. Ein Video unmittelbar vor der Explosion zeigt einen Männerchor beim Gesang, als plötzlich ein lauter Knall zu hören ist und die Bilder abbrechen. Auf Fotos nach dem Anschlag sind eilends mit Papier abgedeckte Leichen zu sehen, blutbespritzte Kalkwände und zerfetzte Kirchenbänke. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurde die Bombe in den vorderen Reihen und damit möglichst nahe am Altar gezündet.

Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe nahe der St.-Markus-Kathedrale in Alexandria, allerdings außerhalb des Gotteshauses. Dieser Anschlag, der mindestens 16 Menschen das Leben kostete, darunter mehrere Polizisten, galt offenbar dem koptischen Papst Tawadros II., der die Bischofskirche jedoch kurz zuvor nach Ende der liturgischen Feier verlassen hatte. Das Oberhaupt der Kopten blieb unverletzt, wie die Kurie in Kairo am Nachmittag bestätigte. Der Palmgottesdienst erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Bewohner zunächst huldigten, um ihn dann wenige Tage später als Gotteslästerer ans Kreuz zu schlagen.

Islamischer Staat bekannte sich

Beide Mordtaten, die weltweit Abscheu und Empörung auslösten, sind der bisher schwerste Terrorangriff auf die koptische Minderheit, die etwa zehn Prozent der rund 92 Millionen Einwohner ausmacht. Am Nachmittag bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) über seine Amaq-Website zu den Anschlägen. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi berief den Nationalen Verteidigungsrat ein, verhängte einen dreimonatigen Ausnahmezustand und befahl der Armee, wichtige Gebäude im Land zu schützen. Dabei solle sie von der Polizei unterstützt werden. Das Militär spielt in Ägypten eine sehr wichtige Rolle und war bereits vor den Anschlägen vom Sonntag allgegenwärtig in der Öffentlichkeit. Erst im vergangenen Dezember hatte sich ein Selbstmordattentäter an einem Sonntagmorgen in der St.-Peter-und-Paul-Kirche im Zentrum von Kairo in die Luft gesprengt und 29 Gläubige, vor allem Frauen und Kinder, getötet. Auch damals übernahm die IS-Terrormiliz die Verantwortung. Im Februar verübten dessen Gotteskrieger dann auf dem Nordsinai eine spektakuläre Mordserie an Christen. Als Folge flohen praktisch alle dort lebenden 2500 Kopten in Panik in das Niltal, wo sie seitdem in provisorischen Unterkünften hausen.

Staaten der arabischen Welt wie Jordanien, Katar und Bahrain verurteilten die Selbstmordanschläge. Libanons Premierminister, Saad Hariri, dessen Land mit den Maroniten ebenfalls eine bedeutende Minderheit von Christen hat, nannte die Tat einen „Angriff auf die Werte aller Religionen“. Die sunnitische Lehranstalt al-Azhar sprach von einem „widerlichen Verbrechen gegen alle Ägypter, das sämtliche Prinzipien von Menschlichkeit und Zivilisation verhöhnt“. Der deutsche Außenminister, Sigmar Gabriel, sagte, das Kalkül der Täter, einen Keil in das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu treiben, dürfe nicht aufgehen. Papst Franziskus, der am 28. und 29. April zu einem zweitägigen Besuch in Kairo erwartet wird, übermittelte dem koptischen Oberhaupt, Tawadros II., und der gesamten ägyptischen Nation sein Beileid. Möge Gott die Herzen derjenigen bekehren, „die Terror, Gewalt und Tod verbreiten“ und „die Waffen produzieren und damit Geschäfte machen“, sagte er beim Mittagsgebet im Petersdom. Weil in diesem Jahr das katholische und orthodoxe Ostern auf den gleichen Termin fallen, feierten am Sonntag auch die westlichen Kirchen die Palmliturgie.

Papst hält an der Kairo-Reise fest

Franziskus ist neben dem katholisch-orthodoxen auch der christlich-islamische Dialog ein besonderes Anliegen. Mit seiner Kairo-Reise erwidert er die Visite des obersten sunnitischen Glaubenshüters, Großimam Ahmed al-Tayyeb, im Mai 2016 im Vatikan. Beide Kirchenführer wollen mit ihrem Treffen ein Zeichen setzen gegen Fanatismus und Gewalt im Namen von Religion. Dabei warnt Franziskus immer wieder vor pauschalen Urteilen über den Islam. Die Gewalt werde von Extremistengruppen verübt, dürfe keinesfalls der gesamten Religion zugerechnet werden. (Quelle: Die Presse)

Mindestens elf Tote bei Anschlag auf Kirche in Nigeria

In Nigeria ist die Zahl der Toten nach zwei Selbstmordanschlägen auf eine protestantische Kirche im Norden Nigerias auf mindestens elf gestiegen. Etwa 30 weitere Menschen hätten „Verletzungen unterschiedlicher Schwere“ erlitten und seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte der Sprecher des nigerianischen Armee, Brigadegeneral Bola Koleoso , der Nachrichtenagentur AFP. Ziel der Attacken war demnach eine protestantische Kirche auf einem Kasernengelände in der Stadt Jaji.

Zunächst habe ein mit Sprengstoff beladener Bus gegen 12.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit kurz nach Beginn des sonntäglichen Gottesdiensts die Kirche gerammt und sei explodiert, sagte Koleoso. Etwa zehn Minuten später sei dann ein vor dem Gotteshaus geparkter Wagen explodiert. Die zweite Explosion forderte laut Augenzeugenberichten die meisten Opfer.

Unter den Toten und Verletzten waren nach Militärangaben neben zivilen Gläubigen auch mehrere Soldaten. Wie die Selbstmordattentäter auf das Gelände gelangen konnten, war zunächst unklar.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpft die radikalislamische Rebellengruppe Boko Haram seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Die Gruppe, die ihre Hochburgen um die nordöstliche Stadt Maiduguri hat, wird für zahlreiche blutige Anschläge auf Behörden, Polizei und Kirchen verantwortlich gemacht. (APA/Reuters; Foto: Open Doors)

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