Enteignung Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
Enteignung

Enteignung

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 47 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

Die burmesische Armee hat am gestrigen 31. August 2021zwei Kirchen, die katholische Johanneskirche und eine Baptistenkirche, im Dorf Chat in der Gemeinde Mindat im burmesischen Staat Chin im Westen Myanmars beschlagnahmt. Das Militär von Myanmar beschlagnahmte die Gotteshäuser und richtete sein Hauptquartier in den beiden Kirchen ein.

Der katholische Pfarrer der Kirche St. Johannes, Pfarrer John Aung drückt gegenüber Fides seine ganze Empörung aus: „Es ist abscheulich. Das Militär hat die Kirche für seine Zwecke beschlagnahmt. Sie öffneten den Tabernakel, nahmen die geweihten Hostien und warfen sie auf den Boden, zertraten und plünderten. Sie haben alle verschlossenen Schränke zerstört. Die Armee sollte wissen, dass man religiöse Gebäude respektiert und nichts im Inneren der Kirche anfassen darf. Wir verurteilen die Aggression und die grundlose Gewalt sowie die Entweihung unserer Kirche, die eine eklatante Verletzung der Religionsfreiheit darstellt“.

Von den insgesamt 68 Häusern des Dorfes, werden 42 von katholischen Familien bewohnt. Die gesamte Gemeinde umfasst 20 Dörfer in der Umgebung. Als das Militär eintraf und in dem Dorf mit einigen Kämpfern der lokalen Widerstandskräfte zusammenstieß, floh der Pfarrer mit den Dorfbewohnern in den Wald.

Shane Aung Maung, einer der baptistischen Christen im Dorf, sagte: „Die Soldaten haben unsere Bibeln, Kirchenmöbel, Stromgeneratoren und Verstärker zerstört. Sie trinken Alkohol im Kirchengebäude. Sie schlachten Vieh und kochen Fleisch in der Kirche“. „Die Armee destabilisiert das Land und greift dabei Mitglieder und das Eigentum christlicher Kirchen an, tötet unbewaffnete und friedliche Zivilisten und brennt Häuser und ganze Dörfer nieder. Wir sind wirklich beunruhigt“, fügt er hinzu.
Der örtliche katholische Priester Pater David Hmun sagt gegenüber Fides: „Wir sind schockiert. Das ist wirklich unvorstellbar. Das Militär in Myanmar ist keine Volksarmee mehr, sondern eine militante Terrorgruppe, die Gewalt gegen das Volk, gegen unschuldige Zivilisten ausübt“.

Im Bundesstaat Chin, einem überwiegend christlichen Gebiet, haben sich die Kämpfe zwischen dem Militär und den zivilen Widerstandsgruppen (Chinland Defence Force, CDF) in letzter Zeit zugespitzt. Das Institute of Chin Affairs, eine gemeinnützige Organisation, die von Vertretern der Ethnie der Chin gegründet wurde und derzeit in Indien ansässig ist, verurteilte die Gewaltakte der Armme und die Belagerung der Kirchen. „Die Belagerung der Kirche und die Zerstörung von Kircheneigentum ist ein Verstoß gegen die Genfer Konvention. Wir fordern ein sofortiges Ende der Handlungen, die gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte verstoßen“, so das Institut in einer Erklärung. Das Institut verurteilt auch die Ermordung hunderter Zivilistenim Staat Chin in den letzten Monaten und weist darauf hin, dass das Land infolge des Militärputsches vom 1. Februar „in einen Bruderkrieg abgleitet, der das Land in den Ruin führt“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Das Berufungsgericht von Dohuk in der Autonomen Provinz Kurdistan rollt das Gerichtsverfahren wegen der illegalen Aneignung von Grundstücken und Gebäuden christlicher Eigentümer, insbesondere im Nahla-Tal. Mit einem in den letzten Tagen erlassenen Beschluss hatte das Berufungsgericht den Urteilsspruch eines Gerichtsverfahrens abgelehnt, der bereits von einer niedrigeren Instanz erlassen wurde. Nach Angaben des Berufungsgerichts wurde der Fall fahrlässig und unangemessen behandelt, ohne den Eigentumstitel der umstrittenen Immobilie angemessen zu prüfen. Aus dem Dokumenten geht hervor, dass das Land und die Gebäude, die Gegenstand des Gerichtsverfahrens sind, 117 chaldäischen, syrischen und assyrischen christlichen Bauern deren Familien gehören, die in den letzten Jahren illegal von kurdischen Landbesitzern enteignet wurden. Laut lokalen Quellen wird das endgültige Urteil über das Schicksal illegal enteigneter Vermögenswerte schon bald vom Berufungsgericht Dohuk erlassen.

Die groß angelegte missbräuchliche Aneignung von Grundstücken und Immobilien christlicher, assyrischer und chaldäischer Familien in der Region Irakisch-Kurdistan, über die Fides ausführlich berichete wurde seit 2016 von verschiedenen Seiten angeprangert. Für die illegalen Enteignungen waren kurdische Bürgern durchgeführt, die einzeln oder zusammen Familienclans vorgingen. Bereits zu dieser Zeit waren allein im Gouvernement Dohuk insgesamt 56 Dörfer betroffen, in denen sich das Eigentum der christlichen Familien befand.

Gegenstand illegale Enteignungen waren Land und Häuser von Christen, die das Gebiet vor allem seit den 1980er Jahren verlassen haben, um regionalen Konflikten und sektiererischer und Stammesgewalt zu entgehen, zu denen es insbesondere nach den militärischen Interventionen internationaler Bündnisse auf irakischem Gebiet gekommen war. Anfang Oktober hatte die zuständige Behörde der Autonomen Region Kurdistan die Einrichtung einer Ad-hoc-Kommission angeordnet, die für die Überprüfung, Dokumentation und strafrechtlichen Verfolgung der systematischen illegalen Enteignungen von Land und Immobilien zuständig sein sollte, die von christlichen Eigentümern insbesondere im Gouvernement Dohuk gemeldet wurden. (Quelle: Fidesdienst)

Auch die frühere Chora-Erlöserkirche in Istanbul wird in eine Moschee umgewandelt. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach einem Bericht der Nachrichtenagentur „AsiaNews“ am 21. August.

Im Juli hatte Erdogan bereits die Umwandlung der im 6. Jahrhundert erbauten früheren orthodoxen Kirche Hagia Sophia in eine Moschee durchgesetzt.

Die Chora-Erlöserkirche gilt mit ihren Fresken und Mosaiken als eines der bedeutendsten Beispiele christlicher byzantinischer Kunst.

Sie wurde im Jahr 534 als Klosterkirche errichtet und im 11. Jahrhundert umgebaut. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (1453) wurde die Kirche – wie auch die Hagia Sophia – als Moschee genutzt. 1945 wandelte der türkische Staat das Gebäude in ein Museum um. Die übertünchten christlichen Fresken und Mosaike wurden 1958 durch aufwändige Restaurierungsarbeiten wieder freigelegt.

Durch Erdogans Erlass fällt die frühere Kirche nun unter die Kontrolle der Religionsbehörde Diyanet.

Türkei will Christentum aus seiner Geschichte auslöschen

Die Regionalbeauftragte für den Mittleren Osten des christlichen Hilfswerks International Christian Concern (Internationale Christliche Anliegen; ICC/Washington), Claire Evans, erklärte in einer Stellungnahme, die Umwandlung historischer Kirchen in Moscheen in der Türkei sei ein alarmierendes Zeichen für die Missachtung der Religionsfreiheit durch die Behörden. „Sie sind die Folge des Versuchs der Türkei, das Christentum aus der Geschichte des Landes auszulöschen“, so Evans. (Quelle: AsiaNews, ICC, idea; Bild: wikipedia)

Die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei, die Hagia Sophia in Istanbul wieder in eine Moschee umzuwandeln, stößt international in Kirchen und Politik auf Kritik. Unmittelbar nach Bekanntgabe des Urteils übergab der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan per Dekret die Hagia Sophia an die Religionsbehörde Diyanet.

In einer Fernsehansprache kündigte er an, dass dort am 24. Juli die ersten muslimischen Gebete abgehalten werden. Er versicherte zugleich, dass die Türen der Hagia Sophia für Muslime und Nicht-Muslime offen sein werden. Muslime bejubelten das Urteil vor dem Gebäude und riefen „Allah ist groß“.

Die Hagia Sophia war im 6. Jahrhundert als Kirche des griechisch-orthodoxen Kaiserreichs Byzanz erbaut worden. Nach der Eroberung Konstantinopels durch Truppen des Osmanischen Reiches diente sie ab 1453 als Moschee. 1934 wurde sie in ein Museum umgewidmet.

Patriarch Kirill: Russisches Volk empfindet „großen Schmerz“

Scharfe Proteste ruft die jetzige Entscheidung insbesondere bei Staaten hervor, die vom orthodoxen Christentum geprägt sind. So nannte die griechische Präsidentin Katerina Sakellaropoulou die Umwandlung einen „zutiefst provokanten Akt gegen die internationale Gemeinschaft“. Die Umnutzung beleidige auf „brutale Weise das historische Gedächtnis, untergräbt den Wert der Toleranz und vergiftet die Beziehungen der Türkei zur gesamten zivilisierten Welt“.

Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, erklärte, die Entscheidung füge dem russischen Volk, das sich mehrheitlich zur Orthodoxie bekenne, „großen Schmerz“ zu. Kritik übten ferner unter anderen die Regierungen von Russland, der USA und von Frankreich.

Grübel für gemeinsame Nutzung der Hagia Sophia durch Muslime und Christen

Auch in der deutschen Politik gibt es heftigen Widerspruch. Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), sprach von einer „unnötigen Provokation der orthodoxen Christen“, insbesondere in Griechenland und Russland. Die Umwandlung habe innenpolitische Gründe. Das Ansehen des türkischen Präsidenten werde schwächer. „Er macht Symbolpolitik“, sagte Grübel gegenüber domradio.de.

Er hätte sich gewünscht, dass die Hagia Sophia „bei einer Statusänderung als Ort zur Begegnung und des Austausches zwischen beiden Religionen dient oder als Simultangotteshaus, das von Muslimen und Christen gemeinsam genutzt wird“. Der europapolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Florian Hahn (CSU), forderte, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beenden: „Alles andere wäre eine Farce. Die EU darf nicht länger gute Miene zum bösen Spiel Erdogans machen.“

Die christliche Minderheit in der Türkei steht erneut unter Druck. In der ersten Januarhälfte wurden im Tur Abdin, einem Gebirgsmassiv im Südosten der Türkei, der syrisch-orthodoxe Abt Aho Bilecen zusammen mit zwei Gläubigen festgenommen. Wenige Tage später wurden die Inhaftierten freigelassen, es wurden aber erneut Christen verhaftet. Der Tur Abdin gilt als frühere christliche Hochburg. Über die Hintergründe sprach Volker Niggewöhner vom weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit dem Vorsitzenden der „Initiative Christlicher Orient“ im österreichischen Linz, dem Priester Dr. Slawomir Dadas.

KIRCHE IN NOT: Sie verfügen über exzellente Kontakte in den Tur Abdin. Wie geht es denn drei verhafteten und wieder freigelassenen Christen?

Slawomir Dadas: Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut – mit aller Unsicherheit, die natürlich nach wie vor besteht. Bei den Verhafteten handelt es sich um den Abt des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Yakub d’Karno und zwei Bürgermeister. Der Abt war vier Tage in Polizeigewahrsam, der eine Bürgermeister wurde nach zwei, der andere nach einem Tag entlassen.

Warum wurden die drei Männer verhaftet?

Berichten zufolge soll ein kurdischer Kämpfer der PKK zum türkischen Militär übergelaufen sein. Der hätte ausgesagt, dass der Abt und die anderen Personen vor wenigen Jahren einigen PKK-Kämpfern etwas zu essen gegeben hätten. Das wird automatisch als Terror-Unterstützung gewertet, und deshalb wurden sie festgenommen. Die offiziellen Protokolle der Aussage des ehemaligen Kämpfers hat aber niemand zu Gesicht bekommen.

Das deutet auf eine große Nervosität bei den Sicherheitsbehörden hin …

Die Menschen aus Tur Abdin sagen mir: Das ist leider Gottes alle paar Jahre Standard. Die Christen erleben sich in ihrer Heimat als nicht willkommen und werden immer wieder schikaniert. Dass der Abt jetzt vier Tage inhaftiert war, ist schon extrem. Es wurde auch davon berichtet, dass jetzt ein christliches Ehepaar verhaftet wurde. Es geht vermeintlich um Grundstücksstreitigkeiten.

Der Tur Abdin liegt auch unweit der Grenze zu Syrien und dem Irak. Inwieweit war und ist die Region von den kriegerischen Auseinandersetzungen dort betroffen?

Während des Irak-Krieges sind viele Flüchtlinge in den Tur Abdin gekommen. Mittlerweile sind die Flüchtlingscamps aber dort weitgehend leer. Die Flüchtlinge sind weitergezogen oder wurden einfach verlegt.

Sie haben die Schikanen gegen Christen erwähnt. Hat sich ihre Situation in der Türkei in den vergangenen Jahren generell verändert?

Vor allem im Tur Abdin ist das große Problem, dass die Menschen dort kaum noch eine Zukunft für sich sehen. Vor rund 50 Jahren sollen es dort noch circa 50 000 Christen gewesen sein. Als ich zuletzt in dem Gebiet war, wurde von nur noch 2500 Christen gesprochen.

Die Türkei ist ein großes Land. Lebt ein Christ in Istanbul besser als im Tur Abdin?

Ja. Ich habe den Eindruck, dass Christen in Istanbul mehr Freiheiten haben. Im Tur Abdin scheinen sie ein Störfaktor zu sein, weil es als christliches Gebiet gilt. Das kommt in einem muslimischen Land nicht gut an. Ich habe aber auch erlebt: Wenn die Klöster im Tur Abdin von Touristen besucht werden, dann weckt das auch Interesse bei den Muslimen. Sie bewundern die Kultur und Geschichte der Klöster. Da gibt es schon eine kleine Bewegung auf kulturellem Gebiet von muslimischer Seite. Aber gesellschaftspolitisch merkt man nichts davon.

Schon in den 1980er-Jahren gab es eine große Abwanderung aus dem Tur Abdin. Der Grund damals waren die Kämpfe zwischen der kurdischen PKK und der türkischen Regierung. Befürchten Sie ähnliches, wenn die militärische Lage wieder eskalieren sollte?

Die Menschen im Tur Abdin sagen, dass die militärische Lage ihnen weniger Sorgen macht als die wirtschaftliche. Das Gebiet wird von der Regierung grundsätzlich im Stich gelassen. Hilfe kommt nur durch Spenden von Organisationen oder von Emigranten, sonst könnten die Menschen dort nicht überleben. Bei meiner Reise in die Region haben wir zahlreiche Dörfer besucht. Dort haben früher 200, 300 Familien gelebt, mehrheitlich Christen. Heute sind es zwei oder drei. Sie bestehen meistens aus Menschen, die vorher in Deutschland oder anderen westeuropäischen Ländern gelebt haben und die im Ruhestand zurückgekehrt sind. Sie sind so etwas wie die Wächter des kulturellen Erbes und des Glaubens dort.

Wird sich Ihrer Einschätzung nach in der Türkei die Rückbesinnung auf den Islam fortsetzen und ist das einer Entfremdung zwischen der EU und der Türkei geschuldet?

Ich habe den Eindruck, dass diese Entfremdung gar nicht immer beabsichtigt war. Aber diese Entwicklung hat einige muslimische Mitbürger sehr gestärkt. Es wurden zum Beispiel einige christliche Dörfer von der muslimischen Bevölkerung besetzt. Häuser von Christen, die im Ausland leben, wurden von Muslimen übernommen. Es ist sehr schwierig, sie zurück zu bekommen. So ist es gerade im Tur Abdin: Die Menschen haben das Gefühl, dass sie „enteignet“ werden, denn es gibt keine Rechtsgrundlage dafür. Sie verlieren ihr Hab und Gut ohne wirkliche Rechtsgrundlage. Sie verlieren alles, was sie sich im Laufe der Geschichte erarbeitet haben. (Bild: Rafy/wikipedia)

Am 15. Oktober schlossen die algerischen Behörden die «Eglise du Plein Evangile» in Tizi Ouzou. Es war der nächste Schritt der Regierung im Rahmen ihres mutmaßlichen Plans, alle protestantischen Kirchen im grössten Land Afrikas zu schließen.

Der langjährige Leiter der Gemeinde, Pastor Salah, lud am selben Tag die etwa 700 Gemeindeglieder zu einer letzten gemeinsamen Versammlung in der Kirche ein, um die Informationen über die bevorstehende Schliessung mitzuteilen. Die Gemeinde zählt zu den grössten Algeriens. Seit Anfang 2018 haben 17 Gemeinden von den Behörden einen Schließungsbefehl erhalten und wurden aufgefordert, ihre christlichen Aktivitäten zu stoppen. Bei zwölf dieser Gemeinden wurden die Gottesdiensträume von den Behörden versiegelt. Letzte Woche ist eine weitere Kirchgemeinde über ihre baldige Schließung informiert worden.

Über die möglichen Hintergründe befragt, sagt Pastor Salah: «Wir haben damit gerechnet, da es eine Strategie der Regierung ist, die Kirchen zu schließen. Ich glaube, dass alle protestantischen Kirchen in Algerien ins Visier genommen werden. Einer der Hauptgründe ist vermutlich, dass wir so viele Christen mit muslimischem Hintergrund haben. Das missfällt den Behörden.»

Trotz des schmerzhaften Einschnitts in das blühende Gemeindeleben sieht Pastor Salah seine Kirche noch nicht am Ende. Er erwartet, dass sich die Christen künftig in Privathäusern treffen: «Einige Gemeinden in unserem Land versammeln sich draußen im Freien, um den Herrn gemeinsam anzubeten. Andere Kirchen versammeln sich nun als Hauskirchen. Ich denke, das werden wir auch tun.» Allerdings fügt er an: «Ich fürchte, dass die Behörden auch die Hauskirchen verbieten werden.»

Erst vor zwei Woche hatte die «Protestantische Kirche von Algerien» (EPA) eine Pressemeldung veröffentlicht, nachdem allein im Bezirk Bejaia fünf Kirchen geschlossen worden waren. In der Meldung fordert die Kirchenleitung «die Entfernung der Siegel von den Versammlungsstätten, ein Ende der Einschüchterung unserer Gemeinschaften und Mitglieder sowie die Aufhebung des freiheitsraubenden Gesetzes von 2006». Man habe alle administrativen Möglichkeiten ausgeschöpft. Die EPA bedauert insbesondere die nicht nachvollziehbare und unbegründete Weigerung der Behörden von Bejaia, ihnen eine Anhörung zu gewähren.

Pastor Salah hofft jetzt auf die Unterstützung der Christen: «Ich bitte die weltweite Gemeinde, dafür zu beten, dass der Herr während dieser Notlage bei uns sein wird.» Salah empfiehlt das Gebet der Jünger aus Apostelgeschichte 4,24-30. Dort heisst es unter anderem: «Die Könige der Erde lehnen sich auf … gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Sieh ihre Drohungen an und verleihe deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden.» (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS/wikipedia)

„Wütend und traurig“ sei er, sagt Pastor Salah von der Full Gospel Church in Tizi Ouzou. Letzten Freitag informierte ihn die örtliche Polizei, dass man das Kirchengebäude der Gemeinde am Mittwoch, den 16. Oktober schließen werde. Es ist der nächste Schritt der Regierung im Rahmen ihres mutmaßlichen Plans, alle protestantischen Kirchen im größten Land Afrikas zu schließen. 

15 Kirchen seit Anfang 2018 geschlossen

Pastor Salah lud die etwa 700 Gemeindeglieder zu einer letzten gemeinsamen Versammlung in der Kirche am gestrigen Dienstag ein, um die Informationen über die bevorstehende Schließung mitzuteilen. Die Gemeinde zählt zu den größten Algeriens. Auch eine Gemeinde der „Assemblies of God“ in Tizi Ouzou sowie eine Gemeinde in Makouda wurden über ihre bevorstehende Schließung informiert. Seit Anfang 2018 wurden damit bereits über 15 Kirchen in Algerien geschlossen. Über die möglichen Hintergründe befragt, sagt Pastor Salah: „Wir haben damit gerechnet, da es eine Strategie der Regierung ist, die Kirchen zu schließen. Ich glaube, dass alle protestantischen Kirchen in Algerien ins Visier genommen werden. Einer der Hauptgründe ist vermutlich, dass wir so viele Christen mit muslimischem Hintergrund haben. Das missfällt den Behörden.“

Trotz des schmerzhaften Einschnitts in das blühende Gemeindeleben sieht Pastor Salah seine Kirche noch nicht am Ende. Er erwartet, dass sich die Christen künftig in Privathäusern treffen: „Einige Gemeinden in unserem Land versammeln sich draußen im Freien, um den Herrn gemeinsam anzubeten. Andere Kirchen versammeln sich nun als Hauskirchen. Ich denke, das werden wir auch tun.“

Im Blick auf die Zukunft der Kirche in seinem Land beobachtet Salah den gegenwärtigen Trend zu Kirchenschließungen jedoch mit großer Sorge: „Ich fürchte, dass die Behörden auch die Hauskirchen verbieten werden. Wir haben das bereits erlebt. Pastoren, deren Kirchen geschlossen waren, begannen, Versammlungen in den Häusern abzuhalten, und die Regierung hat es untersagt.“

Verhalten der Behörden „nicht nachvollziehbar und unbegründet“

Erst in der vergangenen Woche hat die „Protestantische Kirche von Algerien“ (EPA) eine Pressemeldung veröffentlicht, nachdem allein im Bezirk Bejaia fünf Kirchen geschlossen worden waren. In der Meldung fordert die Kirchenleitung „die Entfernung der Siegel von den Versammlungsstätten“, ein Ende der „Einschüchterung unserer Gemeinschaften und Mitglieder“ sowie die Aufhebung des „freiheitsraubenden Gesetzes von 2006“. Man habe alle administrativen Möglichkeiten ausgeschöpft. „Die Türen des Dialogs wurden leider von den Behörden geschlossen. Die EPA bedauert insbesondere die nicht nachvollziehbare und unbegründete Weigerung der Behörden von Bejaia, ihr eine Anhörung zu gewähren, um die Frage der Schließung der Gotteshäuser anzusprechen.“

Pastor Salah aus Tizi Ouzou hofft jetzt auf die Unterstützung anderer Christen: „Ich bitte die weltweite Gemeinde, dafür zu beten, dass der Herr während dieser Notlage bei uns sein wird. Ich hoffe auch, dass Christen auf der ganzen Welt ihre Regierungen bitten werden, die algerische Regierung aufzufordern, mit dem, was sie tut, aufzuhören.“ Salah empfiehlt das Gebet der Jünger aus Apostelgeschichte 4,24-30. Dort heißt es unter anderem: „Die Könige der Erde lehnen sich auf … gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Sieh ihre Drohungen an und verleihe deinen Knechten, dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden.“ (Quelle und Bild: Open Doors)

Am 25. September teilten Beamte den Führern der Kirche von Tigzirt, einer Küstenstadt im Nordosten Algeriens in der Provinz Tizi-Ouzou, mit, dass ihr Gebäude bald geschlossen werde. Gendarmen versiegelten es am nächsten Tag. Das Gebäude diente seit 2013 als Bibelschule und seit 2015 als Gottesdienststätte für rund 70 Gemeindemitglieder.

Im November 2017 starteten algerische Behörden eine systematische Kampagne zur Schließung christlicher Kultstätten und anderer christlicher Institutionen. Bisher wurden neun der EPA angeschlossene Kirchengebäude (l’Église Protestante d’Algérie, der gesetzlich anerkannten Dachorganisation protestantischer Kirchen in Algerien) geschlossen. Weitere vier kirchliche Gruppen wurden angewiesen, alle Aktivitäten einzustellen. In einigen Fällen wurden Vermieter von den Behörden unter Druck gesetzt, Gläubigen den Zugang zu den Räumlichkeiten zu verweigern. (Quelle: Middle East Concern)

Nach der Enteignung von Krankenhäusern und Apotheken beginnt die Regierung in Eritrea nun mit der Beschlagnahmung von Schulen, die von katholischen Gemeinden getragen werden. In den letzten zwei Jahren wurden 29 Kliniken verstaatlicht und in den letzten Wochen sieben Schulen (davon vier katholische Schulen). Zu dieser erzwungenen Verstaatlichung äußerten sich nun auch eritreische Kirchenvertreter, darunter Erzbischof Mengistheb Tesfamariam von Asmara; Bischof Thomas Osman von Barentu; Bischof Kidane Yebio von Cheren und Bischof Fikremariam Hagos von Segheneyti. Die vier Prälaten schreiben in einem an den Bildungsminister Semere Re’esom gerichteten Brief: „In Anbetracht dessen, dass die Maßnahmen, die gegen unsere Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen ergriffen werden, gegen das Gesetz verstoßen und die Religionsfreiheit sowie die Ausübung des Glaubens und die Mission und ihrer sozialen Dienste stark beeinträchtigen, fordern wir, dass die jüngsten Beschlüsse überprüft werden und die daraus resultierende Vorgehensweise unverzüglich gestoppt wird.“

„Wir bitten“, schreiben die Prälaten, „dass alle Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen der Kirche, die uns als eritreischen Bürgern gehören, ihren kostbaren und hoch geschätzten Dienste für die Menschen fortsetzen dürfen. In Situationen, in denen Korrekturen oder Anpassungen erforderlich sind, befürworten wir als einzig gangbaren Weg die Suche nach Lösungen im Rahmen eines offenen und konstruktiven Dialogs.“Die Kirche sei stets zum Dialog bereit gewesen. Wie die Bischöfe selbst sagen: „Es war schon immer der Wunsch und die Absicht der Bischöfe der katholischen Kirche, sich mit den Regierungsbehörden zu treffen, um über Themen, die die Situation unserer Kirche und unseres Landes betreffen, einen Dialog zu führen. Leider ist haben die staatlichen Behörden unseren Wunsch bisher nicht berücksichtigt.“

Trotz der Bereitschaft zum konstruktiven Dialog, verzichten die Bischöfe nicht darauf, „erneut gegen die willkürliche und einseitige Bestimmungen zu protestieren, die in letzter Zeit von der Regierung getroffen wurde“. Denn die Rolle der Kirche bestehe darin, „das Wort der Erlösung zu verkünden und für die ganzheitliche Förderung des Menschen zu sorgen und damit für die Fürsorge für den Menschen an Leib und Seele, die wesentlicher Bestandteil dieses Auftrags ist. Deshalb engagieren wir uns auf den Gebieten Bildung, Gesundheit und soziale Entwicklung“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

„Das brutale Vorgehen der Regierung Eritreas zielt darauf ab, der Kirche alle Dienste im Bereich Bildung und Gesundheit zu entziehen. Unsere Arbeit soll sich nur noch auf die Gotteshäuser beschränken.“ Dies erklärte der eritreisch-katholische Priester Mussie Zerai gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Zerai lebt in Rom und koordiniert von dort aus die eritreische Seelsorgearbeit und die Gemeinden in Europa. Die wachsen: Tausende Menschen verlassen jedes Jahr ihr Heimatland.

Nach dem brutalen Vorgehen der Regierung gegen christliche Einrichtungen in dem nordostafrikanischen Land könnten es noch mehr werden: Mitte Juni hatte eritreisches Militär 21 kirchliche Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen gewaltsam besetzt und geschlossen. Die Patienten wurden regelrecht aus den Betten geworfen. Das Militär habe Fenster und Türen zerschlagen und die Angestellten unter Druck gesetzt, erzählte Zerai. Die Leiterin eines Krankenhauses im Norden Eritreas, eine Franziskanerschwester, sei sogar in Haft genommen worden, als sie Widerstand leistete.

Mehr als die Kirche leiden die notleidenden Menschen

„Es gibt keine Rechtfertigung für das Vorgehen des Regimes. Es bestraft diejenigen, die sich um die ärmsten Menschen kümmern“, sagte Zerai. Denn noch mehr als die kirchlichen Mitarbeiter litten die über 200 000 Menschen, die in den kirchlichen Gesundheitseinrichtungen Jahr für Jahr behandelt würden. „Die meisten Patienten waren keine Katholiken, sondern orthodoxe Christen, Muslime und Angehörige anderer Religionen. Oft befinden sich die Einrichtungen in abgelegenen Gebieten“, erklärte der Priester.

Das Vorgehen der Regierung ist nicht neu: Schon im vergangenen Jahr seien acht Gesundheitszentren geschlossen worden. Neu hingegen sei die Brutalität. Die Gründe dahinter sind unklar. Ausländische Beobachter vermuten, der Regierung unter Präsident Isaias Aferweki sei das Engagement der Kirche im Friedensprozess mit Äthiopien zu selbstbewusst geworden. Auch wolle die Regierung den Sozialsektor allein in der Hand haben und beruft sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 1995. Für Zerai ist die Lage klar: „Die Regierung ist davon besessen, alles und jeden kontrollieren zu wollen. Sie betrachtet die katholische Kirche als Bedrohung, weil wir international vernetzt sind und Fragen stellen.“

Im atheistisch geprägten Staat leiden alle Religionen

In Eritrea leben maximal 120 000 bis 160 000 Katholiken. Die Hälfte der Bevölkerung ist christlich. Neben der katholischen sind nur noch die orthodoxe und die evangelisch-lutherische Kirche als Religionsgemeinschaften staatlich geduldet – neben dem sunnitischen Islam. Anders als in vielen Ländern Nordafrikas ist der Islam in Eritrea nicht Staatsreligion. Das Land sei „atheistisch geprägt. Wenn es nach der Regierung ginge, gäbe es gar keine Religion. Letztlich ist es dieselbe Schule wie in China“, erklärt Zerai.

Der Priester kann nur deshalb frei sprechen, weil er im Ausland lebt. Die Rückreise in sein Heimatland ist ihm verwehrt. Auf die Bischöfe des Landes – es gibt vier katholische Diözesen – übt die Regierung immer wieder Druck aus. Das hat sie nicht davon abgehalten, gegen die Besetzung der Kliniken vehementen Protest einzulegen. Derweil säßen tausende Christen, aber ebenso Muslime, in eritreischen Gefängnissen, erklärt Zerai: „Oft ohne Angabe von Gründen, die Angehörigen wissen nicht, wo sie abgeblieben sind oder ob sie noch leben.“

Besonders schlecht ergehe es den Gläubigen der staatlich nicht anerkannten Freikirchen. Auch der Patriarch der orthodoxen Kirche steht seit 14 Jahren unter Hausarrest. Vor kurzem seien fünf orthodoxe Mönche festgenommen worden – drei von ihnen über 70 Jahre alt. Eine Oppositionsarbeit im Inland gegen solche oder weitere Verletzungen der Menschenrechte sei unmöglich, erklärt Zerai: „Jede Art des Widerstands, die sich auch nur im Geringsten andeutet, wird sofort im Keim erstickt“. So stammen die meisten Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Eritrea auch von Flüchtlingen. Internationalen Organisationen ist die Einreise verwehrt oder wird massiv erschwert.

Keine Verfassung, keine Grundrechte

„Der Grund, warum immer mehr junge Eritreer ins Ausland gehen, ist die fehlende Rechtsstaatlichkeit“, erklärt Zerai. Das Land hat bis heute keine gültige Verfassung. „Die Menschen können deshalb ohne Grund von zu Hause abgeholt werden. Auch der Militärdienst ist zu einer legalisierten Sklaverei geworden. Den jungen Leuten wird die Möglichkeit zur Zukunft entzogen“, erklärt Zerai.

Auch der Versuch der internationalen Gemeinschaft, im Blick auf die Menschenrechtslage Druck auf Eritreas Regierung auszuüben, sei bislang gescheitert. Das Land habe sich weitgehend isoliert. „Derzeit versuchen die Staaten, Eritrea auf internationaler Ebene stärker einzubeziehen, um so eine Öffnung zu bewirken“, sagte der Priester. Im Oktober 2018 wurde das Land von der UN-Vollversammlung in den Menschenrechtsrat gewählt.

Wie die Menschenrechtslage insgesamt, so sei auch die Religionsfreiheit stark eingeschränkt und von Willkür geprägt: „Es gibt die Freiheit der Religionsausübung für einige, aber nicht für alle. Mal klappt die Zusammenarbeit besser, mal schlechter“, so Zerai. Trotz der aktuellen Eskalation steht für den Priester fest: „Die katholische Kirche wird ihr seelsorgerische, aber auch ihre soziale Arbeit fortsetzen. So sagt es schon die Bibel: Glaube ist nichts ohne echten Einsatz, ohne Werke. Der Kirche die Möglichkeit zur Nächstenliebe zu nehmen, ist, als ob man ihr einen Arm amputieren würde.“

Weitere Informationen zur Lage in Eritrea liefert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT: https://religious-freedom-report.org/de/report-de/?report=1770

Um den bedrängten Christen Eritreas weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT 
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600 
BIC: GIBAATWWXXX 
Verwendungszweck: Eritrea

Wegen erzwungener Schließung von 21 Krankenhäusern und Kliniken mussten Kranke ihre Betten verlassen. Die Regierung von Eritrea bemächtigt sich aller von Katholiken betriebenen Gesundheitsdienste. Tausende Kranke quer durch Eritrea sind lebenswichtiger ärztlicher Betreuung beraubt, nachdem die Regierung drei Krankenhäuser, zwei Gesundheitszentren und 16 Kliniken unter ihre Kontrolle gebracht hat. Soldaten der Regierung zwangen Patienten, ihre Betten und die Krankenhäuser zu verlassen und brachten kirchliche Häuser unter ihre Kontrolle, als sie 21 von der katholischen Kirche geführte Gesundheitseinrichtungen beschlagnahmten, die mindestens 170.000 Personen versorgten.

Der katholischen Kirche nahestehende Quellen berichteten KIRCHE IN NOT, dass – sofern diese Dienste nicht bald wieder fortgesetzt werden– Menschen sterben können, wobei manche bis zu 25 Kilometer laufen müssen, um einige der Kliniken zu erreichen. Nachdem nun am Dienstag, den 18. Juni, die letzte der seit Wochen andauernden Beschlagnahmungen stattfand, verurteilten die vier Bischöfe von Eritrea diese Aktion in einem Schreiben an den Gesundheitsminister von Eritrea, Amna Nurhusein. In dem Schreiben beteuern sie ihre Weigerung, mit diesem Beschlagnahmungs-Programm zu kooperieren – welches mit einem Schlag zur Schließung aller Gebäude von Gesundheitseinrichtungen der katholischen Kirche führte, von denen einige über 70 Jahre alt sind.

Indem diese Maßnahmen als „zutiefst ungerecht” bezeichnet werden, wird in dem Schreiben dargelegt: „Die Kirche dieser Einrichtungen zu berauben, bedeutet, ihre Existenzgrundlage zu untergraben und ihre Arbeiter, Männer und Frauen, Ordensleute und Laien, der Verfolgung auszusetzen.“ In dem Schreiben, von dem eine Kopie der Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT zugesandt wurde, heißt es weiter: „Wir erklären, dass wir unsere Einrichtungen, einschließlich der Arbeitsgeräte, nicht freiwillig übergeben.” Eine Informationsquelle sagte: „Das Personal einiger Kliniken hat sich geweigert, die Schlüssel auszuhändigen, sodass Soldaten eingebrochen seien.

Die Kontaktperson von KIRCHE IN NOT fügte hinzu: „Unsere Botschaft an die Regierung ist einfach: Lasst uns in Ruhe Es ist die Pflicht der Kirche, sich um Kranke, Arme und Sterbende zu kümmern. Niemand, auch nicht die Regierung, kann die Kirche auffordern, ihre Arbeit einzustellen. Unsere medizinischen Einrichtungen befolgten gewissenhaft die Anweisungen des Gesundheitsministeriums und Aufseher des Ministeriums schätzten sie meist sehr.” Die katholische Informationsquelle sagte, die Regierung wolle der einzige Anbieter medizinischer Fürsorge sein. Die meisten Menschen befürworteten jedoch von der katholischen Kirche betriebene Einrichtungen, da staatliche normalerweise schlecht ausgerüstet seien und zu wenig Personal zur Verfügung stehe, da viele im Ausland Asyl suchten. Die Kontakt sagte: Indem die Kirche diese Dienste erbringt, konkurriert sie nicht mit dem Staat, sondern ergänzt nur die Arbeit der Regierung.” Es sei nicht abzusehen, ob das Regime beabsichtige, diese Einrichtungen später wieder zu eröffnen, denn vom Regime vor zwei Jahren beschlagnahmte Gesundheitseinrichtungen seien immer noch geschlossen. Die Kontaktperson appellierte an die internationale Gemeinschaft, einschließlich der Regierung von Großbritannien, die Regierung von Präsident Isaias Afewerki dazu aufzurufen, den Weg der Versöhnung einzuschlagen. (Bild: TUBS/wikipedia)

Der Großmufti von Jerusalem, Sheich Mohammad Ahmad Husayn, verurteilt öffentlich die kürzlich erfolgte weitere Beschlagnahmung eines Grundstücks des lateinischen Patriarchats von Jerusalem durch die israelische Armee. Ziel sei die Besetzung der palästinensischen Gebiete durch israelische Siedlungen, beklagte er. Der hochrangige sunnitische Muslim bat in diesem Zusammenhang die politischen Verantwortlichen in aller Welt, einzugreifen, um die Politik der „vollendeten Fakten“ zu stoppen, im Rahmen derer im Heiligen Land weiterhin gegen internationale Resolutionen verstoßen werde.

Das rund 25 Hektar große Grundstück des lateinischen Patriarchats, das von der israelischen Armee beschlagnahmt wurde, befindet sich in der Nähe der palästinensischen Dörfer Tayasir und Bardala im Norden des Jordantals (vgl. Fides 28/11/2018). Palästinensische Vereine und Parteien bezeichnen die Operation als Verletzung des Völkerrechts. Das konfiszierte Gelände befindet sich in der Nähe eines bereits bestehenden israelischen Militärcamps, das kürzlich renoviert und mit gemauerten Gebäuden ausgestattet wurde.

Am Mittwoch, dem 28. November, prangerte auch das lateinische Patriarchat von Jerusalem die Aneignung von Land durch die israelischen Streitkräfte an. Man werde, die Angelegenheit angemessen behandeln, um „weitere daraus resultierende Schäden abzuwenden“, heißt es in der Erklärung. (Quelle: Fidesdienst)

Beiträge zu diesem Thema

Armee beschlagnahmt zwei Kirchen

Armee beschlagnahmt zwei Kirchen

01.09.2021 aktuelles
Illegale Enteignung von Christen

Illegale Enteignung von Christen

16.11.2020 aktuelles
Erneute Kirchenschließung

Erneute Kirchenschließung

30.10.2019 aktuelles
700 Christen ab jetzt ohne Kirche

700 Christen ab jetzt ohne Kirche

17.10.2019 aktuelles
Weitere Kirche geschlossen

Weitere Kirche geschlossen

03.10.2019 aktuelles
Beschlagnahmung von Schulen

Beschlagnahmung von Schulen

16.09.2019 aktuelles
"Der Kirche den Arm amputiert"

"Der Kirche den Arm amputiert"

04.07.2019 aktuelles
Kath. Kliniken werden geschlossen

Kath. Kliniken werden geschlossen

24.06.2019 aktuelles
Enteignung des Pfarrgeländes

Enteignung des Pfarrgeländes

03.12.2018 aktuelles
"Das Regime lässt nicht locker"

"Das Regime lässt nicht locker"

24.10.2018 aktuelles
13 Christen verhaftet

13 Christen verhaftet

23.10.2018 aktuelles
Enteignung christl. Eigentums

Enteignung christl. Eigentums

04.07.2018 aktuelles
Kirchen befürchten Beschlagnahme

Kirchen befürchten Beschlagnahme

20.06.2018 aktuelles
Gewalt gegen Christen nimmt zu

Gewalt gegen Christen nimmt zu

18.01.2018 aktuelles
Enteignungen zurückgenommen

Enteignungen zurückgenommen

04.12.2017 aktuelles
Beschlagnahmung von Gemeinderäumen

Beschlagnahmung von Gemeinderäumen

07.02.2017 aktuelles
Landraub und Übergriffe

Landraub und Übergriffe

03.01.2017 aktuelles
Berufungen gegen Beschlagnahme

Berufungen gegen Beschlagnahme

04.05.2016 aktuelles
Keine Rückgabe kirchl. Eigentums

Keine Rückgabe kirchl. Eigentums

26.04.2016 aktuelles
Druck auf Christen wächst

Druck auf Christen wächst

04.04.2016 aktuelles
Für eine U-Bahn Kirchen abreißen

Für eine U-Bahn Kirchen abreißen

09.03.2016 aktuelles
IS wandelt Kirche in eine Moschee um

IS wandelt Kirche in eine Moschee um

10.06.2015 aktuelles
Unterdrückung durch "Land grabbing"

Unterdrückung durch "Land grabbing"

16.12.2014 aktuelles
IS sprengt Schwesternkloster

IS sprengt Schwesternkloster

26.11.2014 aktuelles
Grundstück beschlagnahmt

Grundstück beschlagnahmt

18.06.2014 aktuelles
ISIL beschlagnahmt christl. Eigentum

ISIL beschlagnahmt christl. Eigentum

03.06.2014 aktuelles
Enteignetes Land zurückgeben!

Enteignetes Land zurückgeben!

07.02.2014 aktuelles
Bau von Kirchen bleibt verboten

Bau von Kirchen bleibt verboten

13.01.2014 aktuelles
Regierung lässt Haus abreissen

Regierung lässt Haus abreissen

11.11.2013 aktuelles
Razzia in christl. Sommerlager

Razzia in christl. Sommerlager

13.08.2013 aktuelles
Lage für Christen immer schlimmer

Lage für Christen immer schlimmer

15.02.2013 aktuelles
Drohende Enteignung

Drohende Enteignung

30.10.2012 aktuelles