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Anlässlich Messerangriffs in der Basilika Notre-Dame in Nizza/Frankreich erklärt der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN) International, Dr. Thomas Heine Geldern: „Die päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ (ACN) ist zutiefst schockiert über den schrecklichen Angriff, der drei Menschen in den Tod gerissen hat. ,Kirche in Not’ verurteilt diesen Ausbruch brutaler Gewalt. Er ist ein weiterer Terroranschlag in Frankreich und ein weiterer Anschlag auf der langen Liste der Verbrechen gegen Christen in der Welt.

Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, den Verletzten, ihren Familien und allen Katholiken Frankreichs. Gleichzeitig fordern wir die politischen und religiösen Führer der Welt auf, diesen islamistischen Angriff entschieden und ausdrücklich zu verurteilen. Wie die französischen Bischöfe geschrieben haben, wurden diese Menschen angegriffen, weil sie eine Kirche besucht haben und weil sie ,ein Symbol darstellten’, das zerstört werden sollte.

Wir haben das Gefühl, dass Christen in Europa heutzutage einem radikalen und tiefgehenden Angriff ausgesetzt sind, der sich an zwei Fronten vollzieht: die eine will die christlichen Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen. Und die andere versucht, einzelne Menschen zu radikalisieren und ein fundamentalistisches System durchzusetzen, indem sie Terror und Gewalt sät und den Namen Gottes und die Religion missbraucht. So haben wir es gestern in Nizza einmal mehr erlebt.

Wir müssen gegen jede Art von Radikalismus aufstehen und eine entschlossene Antwort geben. Das darf jedoch nicht in Form einer missverstandenen „Meinungsfreiheit“ erfolgen, die dazu führt, dass Symbole des Glaubens oder religiöse Überzeugungen verächtlich und lächerlich gemacht werden. Freiheit ist unser bedeutendstes Recht, aber niemand sollte im Namen der Freiheit die Rechte und religiösen Gefühle des Einzelnen verletzen.“

KIRCHE IN NOT ist zutiefst schockiert über den schrecklichen Anschlag, der in der Basilika Notre-Dame von Nizza, Frankreich, stattfand und bei dem drei Menschen ums Leben kamen, darunter auch eine Frau, die enthauptet wurde.

Ein Angreifer hatte am Donnerstag die Basilika Notre-Dame de l’Assomption von Nizza überfallen. Er tötete mit einem Messer drei Menschen – zwei Frauen und einen Mann – und verletzte weitere Personen. Nach bisher unbestätigten Medienberichten soll mindestens eines der Opfer enthauptet worden sein. Zu den Toten soll auch der Wächter der Kirche, die sich im Zentrum der südfranzösischen Stadt befindet, gehören. Eines der schwer verletzten Opfer konnte sich zunächst in ein Café retten, wo es aber kurz darauf verstarb. Zwei andere Personen erlagen noch in der Kirche ihren Verletzungen. Der mutmaßliche Täter wurde verletzt festgenommen. Bei ihm handelt es sich offenbar um einen 1999 in Tunesien geborenen Mann. Er soll am 20. September mit anderen Migranten über Lampedusa nach Europa gekommen sein.

KIRCHE IN NOT prangert diesen Gewaltausbruch an, einen weiteren terroristischen Akt in Frankreich und einen weiteren auf der langen Liste der Verbrechen gegen Christen in der Welt. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, den Verletzten, ihren Familien und der gesamten französischen katholischen Gemeinschaft. Gleichzeitig rufen wir alle politischen und religiösen Führer in der Welt auf, diesen radikal-islamistischen Anschlag entschieden und ausdrücklich zu verurteilen.

Wie die französischen Bischöfe geschrieben haben, sind diese Menschen angegriffen worden, weil sie in der Kirche waren und weil sie „ein Symbol“ darstellten, das es zu zerstören gilt.

Wir haben das Gefühl, dass die Christen in Europa heutzutage zwischen einem radikalen und instinktiven Angriff an zwei Fronten gefangen sind: eine, die ihre Wurzeln zerstören und eine rein individualistische Gesellschaft ohne Gott schaffen will. Und eine andere, die sich radikalisiert hat und mit Gewalt ein fundamentalistisches islamistisches System durchsetzen will, indem sie Terror und Gewalt sät, wie wir in Nizza gesehen haben, indem sie den Namen der Religion und Gottes missbraucht.

Obwohl wir angesichts jeder Art von Radikalismus aufstehen und eine entschlossene und entschiedene Antwort geben müssen, darf dies nicht eine missverstandene „Meinungsfreiheit“ sein, die zur Beleidigung und Verhöhnung der Symbole des Glaubens, jedes Bekenntnisses anderer führt. Die Freiheit ist unser wichtigstes Recht, aber niemand darf im Namen dieser Freiheit die natürlichen Rechte des Einzelnen verletzen und religiöse Gefühle verletzen. (Foto: LimeWave/wikipedia)

 

Für Frankreich muss man leider bestätigen, dass anti-christliche Vorfälle gestiegen sind. Für 2018: Laut offiziellen Angaben des französischen Innenministeriums wurden 1063 anti-christliche Handlungen verzeichnet (1038 im Jahr 2017).Das Ministerium gab nicht an, welcher Art die „Handlungen“ waren. Von den 1063 Fällen sollen jedoch etwa 100 gewalttätige Handlungen gegen Menschen vorgefallen sein. Der Rest bezieht sich auf Vorfälle gegen christliche Einrichtungen (Kirchen und Friedhöfe). In seiner Pressemitteilung für 2016 gab das Ministerium an, dass 949 Angriffe auf christliche Stätten verübt wurden, ein Anstieg von 17,4% gegenüber 2015 (808). (Quelle: Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe)

Katholischer Priester: Wir spüren eine Welle von Christianophobie. In Frankreich werden jeden Tag zwei Kirchen geschändet. Doch kaum jemand spricht über die Angriffe auf christliche Gotteshäuser im Land. Das berichtet die Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ (Ausgabe vom 24. März). Es gebe Einschusslöcher in Kirchenfenstern, Brandspuren auf dem Altar, liturgische Gegenstände würden geraubt und Jesusfiguren geköpft. In Nîmes sei in der Église Notre-Dame-des-Enfants der Tabernakel aufgebrochen worden, Hostien seien in ein Kreuz gedrückt, das aus Kot an die Wand gemalt worden war. Im Vorjahr seien 1.063 „antichristliche Attacken“ in Frankreich registriert worden (2017: 878). Im Vergleich dazu seien rund 100 Synagogen und Moscheen geschändet worden. Der Bischofsvikar von Straßburg, Didier Muntzinger, sagte: „Wir spüren im Elsass eine starke Welle von Antisemitismus, Rassismus und Christianophobie.“ In der dortigen Kirche Église Saint-Louis sei etwa der Inhalt von Feuerlöschern auf den Kirchenbänken geleert worden, Wachs auf dem Sandsteinboden vergossen und eine hölzerne Josephs-Figur umgestoßen wurde. Zudem habe er Schüler in der Kirche erwischt, die rauchten und hinter den Altar pinkelten. Als er ihnen ankündigte, die Polizei zu holen, hätten sie ihn beiseite geschubst. Die Jugendlichen hätten sich in der Kirche „ausgetobt wie auf dem Spielplatz“, so der Priester. Diese Gewalt sei „Ausdruck des Unbehagens einer Gesellschaft und einer Generation. Wie so oft braucht es einen Sündenbock.“ Seit mehr als drei Monaten dauerten zudem die Proteste der sogenannten Gelbwesten an. Die Jugendlichen sähen quasi täglich im Fernsehen, „was man alles kaputt machen kann, ohne erwischt und dafür bestraft zu werden“. (Quelle: idea)

In Frankreich kommt es verstärkt zu Vandalismus gegen katholische Kirchen und christliche Denkmäler. Das zeigen Erhebungen, die die Organisation „Observatory on Intolerance and discrimination against Christians in Europe“ (Observatorium für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa/Wien) am 13. Februar veröffentlichte. Demnach wurden allein in den ersten elf Februartagen mindestens zehn Vorfälle gemeldet. Die Taten richten sich oft gegen geweihte Gegenstände. So drangen am 9. Februar Unbekannte in die Kirche Notre-Dame de Dijon (Côte-d‘Or) ein, verstreuten die Hostien, beschmutzten das Altartuch und zerrissen ein Messbuch. Nur vier Tage zuvor war in der Kathedrale in Lavaur ein Feuer gelegt worden. In anderen Kirchen wurden Kreuze oder Statuen zu Boden geworfen und zerstört, Scheiben eingeworfen oder Gegenstände entwendet. Die Priester äußerten sich entsetzt über das Ausmaß der Taten und die Gewalttätigkeit gegenüber geweihten Gegenständen. „Dieser Akt der Entweihung verletzt uns alle in unserer tiefsten Überzeugung“, sagte der Bischof von Nîmes, Robert Wattebled, in einer Stellungnahme. Unter diesen Bedingungen könne die Anbetung in dem so entweihten Gebäude erst dann wieder gefeiert werden, wenn ein Bußritus stattgefunden habe. Für die Direktorin des Observatoriums, Ellen Fantini, kommt in den Taten eine zunehmende antichristliche Feindseligkeit in Frankreich zum Ausdruck. Es sei ihre aufrichtige Hoffnung, dass das Bewusstsein dafür an die Öffentlichkeit gelangt und die Täter vor Gericht gestellt werden. (Quelle: idea/Observatorium für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa)

“Die ersten Christen haben für ihr Bekenntnis zu Jesus Christus mit dem Leben bezahlt. Diese Geschichte wiederholt sich bis heute“, so Papst Franziskus bei der heutigen Morgenmesse in der Papstresidenz “Santa Marta” mit der Familie von Pfarrer Jacques Hamel, der am 26. Juli am Altar in seiner Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray in der französischen Diözese Rouen ermordet wurde.  Am Fest der Kreuzerhöhung erinnerte der Papst daran, dass Jesus der erste Märtyrer war: “der erste, der das Leben für uns hingegeben hat. Und seit diesem Geheimnis Christi gibt es die Geschichte der christlichen Märtyrer, seit den ersten Jahrhunderten bis heute”. “Heute werden Christen ermordet, gefoltert, inhaftiert, enthauptet, weil sie Jesus Christus nicht verleugnen. Diese Geschichte reicht bis zu unserem Père Jacques: er ist teil dieser langen Reihe von Märtyrern. Christen, die heute Leid ertragen, im Gefängnis und durch Folter oder Tod, um Jesus Christus nicht zu verleugnen, zeigen wie grausam diese Verfolgung ist. Und es ist die Grausamkeit, die dem Abfall vom Glauben fordert, die – sagen wir es ruhig – satanisch ist. Und wie gut wäre es wenn alle Religionen sagen würde: ‚Das Töten im Namen Gottes ist satanisch’.”

Pfarrer Jacques sei ein guter und friedliebender Mann gewesen, doch “er wurde ermordet als ob er ein Verbrecher wäre”, so der Papst, der betonte, “mitten in einer schwierigen Lage, in der er lebte, mitten in der tragischen Situation, die er herannahen sah, war er ein milder und guter Menschen, ein Mensch, der sich um Geschwisterlichkeit bemühte und der doch so scharfsinnig war, dass er seinen Mörder beim Namen nannte: ‚Weiche, Satan!’. Er hat sein Leben für uns hingegeben, er hat sein Leben hingegeben um Gott nicht zu verleugnen. Er hat dasselbe Opfer gebracht, wie Jesus auf dem Altar… Er möge vom Himmel aus – denn wir müssen ihn anrufen, er ist ein Märtyrer! – und die Märtyrer sind selig, wir müssen sie anrufen – die Milde, die Geschwisterlichkeit, den Frieden und den Mut zur Wahrheit schenkt, damit wir sagen: Töten im Namen Gottes ist satanisch”. (Quelle: Fidesdienst, Bild: Google Streetview)

Eine Geiselnahme in einer katholischen Kirche im nordfranzösischen Saint-Etienne-du-Rouvray ist am Dienstagvormittag blutig zuendegegangen. Beide Täter und eine der Geiseln seien getötet worden, berichtet France TV Info. Bei der getöteten Geisel handelt es sich laut «France 24» um einen Priester. Außerdem waren zwei Ordensschwestern und weitere Gläubige in der Kirche von zwei mit Messern bewaffneten Männern als Geiseln genommen worden, ersten Angaben zufolge sei ihm die Kehle durchgeschnitten worden. Die Täter wurden den Angaben zufolge von Sicherheitskräften getötet. Laut der Zeitung „Le Point“ haben die Angreifer „Daesh“ (ISIS) beim Betreten der Kirche geschrien.

Inzwischen ist der französische Staatspräsident Francois Hollande vor Ort eingetroffen. Hollande sprach von der Gewaltat als einem „schändlichen Terroranschlag“. Weiter sagte er, dass sich die beiden Terroristen zum „Islamischen Staat“ (IS) bekannt hätten. Holland sprach weiter davon, dass man sich nun in einer Situation befinde, „in der uns der IS den Krieg erklärt“ habe.

Inzwischen hat auch bereits Ministerpräsident Manuel Valls den „Horror“ dieser „barbarischen Attacke“ verurteilt. Er äußerte sich auf Twitter und stellte weiter fest: „Ganz Frankreich und alle Katholiken sind betroffen. Wir werden Seite an Seite dagegen stehen.“ Eine detailliertere Stellungnahme des Ministerpräsidenten darf erwartet werden.

Dominique Lebrun, Erzbischof von Rouen, befindet sich aus aktuellem Anlass auf dem Rückweg vom Weltjugendtag in Polen. Er hatte eigentlich über 100 Jugendliche seines Bistums durch die Jugendveranstaltung begleiten wollen. In einer ersten Stellungnahme äußerte Lebrun, dass er tief betroffen sei. Mit allen Menschen guten Willens weine er zu Gott. Doch auch in dieser Zeit gelte, dass für die katholische Kirche außer dem Gebet und der Brüderlichkeit keine anderen Waffen in Betracht kämen. Der Generalvikar des Bistums eilte bereits gleich am Vormittag nach Saint-Etienne-du-Rouvray. (Quelle: kath.net/ARD)

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