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Selbstmordattentäter

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Akash Bashir war ein junger Mann von Anfang 20, ein ehemaliger Schüler der Don-Bosco-Schule in Lahore in Pakistan, der am 15. März 2015 sein Leben verlor, als er seine Gemeinde vor einem drohenden Attentat retten wollte.

Er versah seinen Dienst als freiwillige Sicherheitskraft außerhalb der Kirche St. Johannes im Distrikt Youhanabad in Lahore, als ein eigenartig wirkender Unbekannter versuchte, sich Eingang zur Kirche zu verschaffen. Akash entdeckte den Bombengürtel des Fremden und hinderte ihn daran, die Kirche zu betreten. Sekunden später, als der Versuch, den Attentäter zu stoppen, gescheitert war, stürzte sich Akash auf den Attentäter, der daraufhin seinen Gürtel zündete.

Akash bezahlte die Rettung der Gläubigen, die sich gerade in der Kirche befanden, um die heilige Messe zu feiern, mit seinem Leben.

Viele Christen in Pakistan sind aufgrund ihres Glaubens Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Trotz der harten Bedingungen, der großen Armut und der sozialen Ausgrenzung, der sie ausgesetzt sind, bewahren sie dennoch unbeirrt ihren Glauben. Dennoch brauchen sie unsere Hilfe, besonders die jungen Menschen. Aus diesem Grund finanziert KIRCHE IN NOT Projekte des Jugendapostolats in Lahore und Faisalabad

Im Anschluss an einen Gottesdienst drang am 11. Dezember gegen 13.15 Uhr „ein Mann mit zwei Schusswaffen in die Kathedrale von Campinas ein und schoss auf die Gläubigen, die dort zum Gebet verweilten. Dabei tötete er vier Menschen und anschließend sich selbst. Das Tatmotiv ist noch nicht bekannt“, heisst es in einer Mitteilung der Erzdiözese Campinas in Brasilien, zu den tragischen Ereignisse, die sich gestern in der Kathedrale ereigneten.

„Die Verantwortlichen der Kathedrale von Campinas lieferten den Behörden alle zur Verfügung stehenden Informationen und stellten die Aufzeichnungen der internen Überwachungskameras zur Verfügung“, heißt es in der Verlautbarung. „Die Regierung brachte umgehend Ermittlungen auf den Weg. Wir bedauern zutiefst, was geschehen ist und bekunden den Menschen, die in diesem Moment um Freunde, Brüder und Verwandten trauern, unser Mitleid. Wir bitten alle, dafür zu beten, dass diese Familien Trost und Frieden in Gott finden. Wir lehnen jede Art von Gewalt ab und bitten darum, dass sich alle heute mehr denn je für den Frieden einsetzen“.

In einer weiteren Mitteilung zum genauen Tathergang wird bestätigt, dass es sich bei dem Täter um den 49-jährigen Euler Fernando Grandolpho handelt, der mit zwei Pistolen bewaffnet in Kathedrale von Campinas (etwa 100 km nördlich von Sao Paulo) eingedrungen war, wo sich zu diesem Zeitpunkt rund 20 Personen aufhielten, die nach dem Gottesdienst noch in der Kirche geblieben waren. Als die Polizei zum Tatort kam, hatte der Mann sich bereits selbst getötet. Für die vier Opfer kam jede Hilfe zu spät während die Verletzten im Krankenhaus behandelt werden. Unterdessen sprachen auch die Bischöfe der Region Südbrasiliens ihr Beileid aus und versicherten der Gemeinde Campinas in der Vorweihnachtszeit des Gebetes. (Quelle: Fidesdienst)

In drei Ländern häuften sich die Attacken auf Christen innerhalb der letzten Tage: in Nigeria, Indien und am 3. Adventssonntag im Südwesten Pakistans. Dort hatten zwei Selbstmörder der Terrormiliz IS rund 400 Christen in der Bethel Memorial Kirche in der Stadt Quetta mit Sprengsätzen angegriffen – mindestens acht Menschen starben, über ein Dutzend waren verletzt, darunter auch mehrere Kinder.

Darüber äußerte sich der Präsident des Internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN) zutiefst besorgt: „Das ist ein weiterer feiger Angriff auf wehrlose Menschen, die lediglich zum Gottesdienst gekommen waren.“ Johannes Freiherr  Heereman verurteilte den brutalen Angriff und hob hervor: „Wir trauern mit den Opfern. Unsere Gebete aber gehen weiter. Sie lassen sich nicht erschießen. Eine Woche vor dem Heiligen Abend rufen wir deshalb dazu besonders auf: Beten Sie für den Frieden. Der Gott, der sich in der Krippe klein macht, ist ein Gott des Lebens, nicht des Tötens.“

Weihnachtsgesang brachte Christen in Indien kurzzeitig in Haft

Das Wochenende begann am Freitag auch in Indien mit schlechten Nachrichten: In der Provinz Madhaya Pradesh hatten Hindu Aktivisten in der Stadt Satna acht christliche Priester geschlagen und deren Fahrzeug angezündet. Am Vortag waren 30 Seminaristen und zwei Priester inhaftiert worden. Die angegriffenen Priester wollten ihnen Beistand leisten. Der Aufruhr hatte sich entzündet, als die Seminaristen ein Dorf in der Umgebung besuchte, um Weihnachtslieder zu singen. Ein wütender Mob habe sie bezichtigt, zum Glaubensübertritt aufzurufen und die Polizei eingeschaltet, wie der Priester George Mangalappally dem indischen Portal ucanews.com mitteilte. Laut dieser Onlinequelle wurden bereits über 650 Übergriffe gegen Christen dieses Jahr festgestellt.

Bombenattacke im nordöstlichen Nigeria tötet drei Katecheten in Diözese Maidiguri

Wenig beachtet wurde eine weitere Nachricht von letzter Woche: Kirchliche Medienagenturen meldeten, dass sich zwei Frauen vor der Kirche im nigerianischen Pulka in der Diözese Maidiguri einem Katecheten mit Umarmungen genähert hatten. Als aufgrund des ungewöhnlichen Vorgangs Helfer hinzueilten, zündeten zwei Selbstmordattentäterinnen den Sprengstoff. Dabei wurden drei Katecheten getötet, darunter ein Vater von zehn Kindern. Weitere Menschen wurden verletzt. Erst im Vormonat hatten Islamisten weitere tödliche Anschläge verübt, hieß es in mehreren kirchlichen Quellen.  In diesem Jahr hatte KIRCHE IN NOT die Diözese Maiduguri besucht und dort traumatisierte Opfer von  Gewalt und Verfolgung getroffen, einige von ihnen stammen aus Pulka.

Einzigartige Dokumentation des internationalen Hilfswerkes KIRCHE IN NOT

„Die Gefahr ist, dass wir uns an solche Vorfälle gewöhnen und diese Nachrichten außerhalb der Kirchenmedien untergehen. Doch man muss die Ereignisse im jeweiligen Kontext sehen,“ mahnt Heereman: „Weltweit stehen Christen derzeit unter einem unvergleichlich großen Druck.“ Das dokumentiert auch der international einzige umfassende und regelmäßig erstellte „Bericht über die Religionsfreiheit“ von KIRCHE IN NOT.

Das Internationale Hilfswerk vergleicht seit vielen Jahren  Informationen hierzu in allen Erdteilen. Die Daten werden alle zwei Jahre aktualisiert, diejenigen der Christen sogar zusätzlich jährlich im Bericht Persecuted and Forgotten/Verfolgt und Vergessen?. „Damit weist KIRCHE IN NOT beharrlich auf das besondere Ausmaß und die Systematik diskriminierter und verfolgter Christen hin.“ Den nächsten Religionsfreiheitsbericht  veröffentlicht KIRCHE IN NOT 2018. „Unser Hilfswerk betont damit: Das Recht auf Religionsfreiheit ist nicht verhandelbar. Es ist ein grundlegendes Menschenrecht.“

„Massaker an unschuldigen Menschen nehmen in Pakistan zu. Lasst uns zu unserem Herrn Jesus Christus beten, damit er unserem Land Kraft, Weisheit, Toleranz und Frieden schenken möge. Möge Gott den Familien der Opfer die Kraft geben, den Verlust ihrer Angehörigen zu verkraften und den Verletzten eine rasche Genesung gewähren“, so der Vorsitzende der Pakistanischen Bischofskonferenz Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad, der auch die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der katholischen Bischöfe leitet, zum schrecklichen Selbstmordattentat auf die Kirche der methodistischen Gemeinde in Bethel in Quetta, der Hauptstadt der Provinz Belutschistan, bei dem am Sonntag, den 17. Dezember insgesamt 13 Menschen starben und über 56 verletzt wurden.

In der Verlautbarung der Kommission „Justitia et Pax“, die der Erzbischof gemeinsam mit dem Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke Pfarrer Emmanuel Yousaf und dem Geschäftsführer der Kommission, S. Cecil Chaudhry, unterzeichnet verurteilen die Bischöfe, „das feige und unmenschlich Attentat auf die Kirche und auf unschuldige Gläubige“. Dabei würdigen die Bischöfe auch das rasche Handeln der Polizei und der Sicherheitskräfte, die dazu beigetragen haben, „das Leben von fast 400 Gläubige in der Kirche zu schützen, die sich in der Kirche aufhielten“ Die Kommission fordert die Institutionen auf, „die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen und die Ursachen der Intoleranz zu bekämpfen“ und betont in diesem Zusammenhang die Dringlichkeit, „Maßnahmen zum Schutz aller Bürger, insbesondere während der Weihnachtszeit, zu verstärken“. Die Bischöfe rufen alle Bürger guten Willens auf, freiwillige Hilfe für die Sicherheit der christlichen Einrichtungen anzubieten.
Dabei bezeichnet die Kommission die nationale Sicherheitsagenda zur Terrorismusbekämpfung als “höchste Priorität”. 

„Gerade in der Weihnachtszeit ist es ein Akt der Feigheit, Gläubige anzugreifen. Hass und Gewalt werden niemandem helfen, einen Platz im Paradies zu bekommen „, so der Direktor der NGO CLAAS, Christian Nasir Saeed, gegenüber dem Fidesdienst, der in diesem Zusammenhang betont, dass „Christen in Pakistan die friedlichste und gleichzeitig verletzlichste Gruppe sind, obwohl sie mit allen anderen Bürgern für die Unabhängigkeit Pakistans gekämpft und eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Landes“. Es liegt in der Verantwortung des Staates, seinen Bürgern und insbesondere den Minderheiten Schutz zu gewähren. Die Regierung bisher die Sicherheit nicht garantieren und die Probleme nicht lösen können. Die meisten Christen sind enttäuscht und sehen keine Zukunftsperspektiven in Pakistan. Viele fliehen aus dem Land, in dem sie eins neben Muhammad Ali Jinnah, dem Gründer Pakistans, gekämpft haben“. (Quelle: Fidesdiesnt)

Bei zwei Anschlägen in Kirchen wurden mindestens 36 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Die Attentate fanden kurz vor dem Besuch von Papst Franziskus statt. Horror und Entsetzen in Ägypten. Mit einem verheerenden Doppelanschlag in Tanta und Alexandria haben offenbar zwei Selbstmordattentäter am Sonntag mehr als 40 Menschen mit in den Tod gerissen und über hundert verletzt. Die Terrortat in der voll besetzten St.-Georgs-Kirche in Tanta, einer Stadt im Nildelta, ereignete sich während des Gottesdienstes am Palmsonntag, mit dem im christlichen Kalender die Karwoche vor Ostern beginnt. Ein Video unmittelbar vor der Explosion zeigt einen Männerchor beim Gesang, als plötzlich ein lauter Knall zu hören ist und die Bilder abbrechen. Auf Fotos nach dem Anschlag sind eilends mit Papier abgedeckte Leichen zu sehen, blutbespritzte Kalkwände und zerfetzte Kirchenbänke. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurde die Bombe in den vorderen Reihen und damit möglichst nahe am Altar gezündet.

Kurze Zeit später explodierte eine weitere Bombe nahe der St.-Markus-Kathedrale in Alexandria, allerdings außerhalb des Gotteshauses. Dieser Anschlag, der mindestens 16 Menschen das Leben kostete, darunter mehrere Polizisten, galt offenbar dem koptischen Papst Tawadros II., der die Bischofskirche jedoch kurz zuvor nach Ende der liturgischen Feier verlassen hatte. Das Oberhaupt der Kopten blieb unverletzt, wie die Kurie in Kairo am Nachmittag bestätigte. Der Palmgottesdienst erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm die Bewohner zunächst huldigten, um ihn dann wenige Tage später als Gotteslästerer ans Kreuz zu schlagen.

Islamischer Staat bekannte sich

Beide Mordtaten, die weltweit Abscheu und Empörung auslösten, sind der bisher schwerste Terrorangriff auf die koptische Minderheit, die etwa zehn Prozent der rund 92 Millionen Einwohner ausmacht. Am Nachmittag bekannte sich die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) über seine Amaq-Website zu den Anschlägen. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi berief den Nationalen Verteidigungsrat ein, verhängte einen dreimonatigen Ausnahmezustand und befahl der Armee, wichtige Gebäude im Land zu schützen. Dabei solle sie von der Polizei unterstützt werden. Das Militär spielt in Ägypten eine sehr wichtige Rolle und war bereits vor den Anschlägen vom Sonntag allgegenwärtig in der Öffentlichkeit. Erst im vergangenen Dezember hatte sich ein Selbstmordattentäter an einem Sonntagmorgen in der St.-Peter-und-Paul-Kirche im Zentrum von Kairo in die Luft gesprengt und 29 Gläubige, vor allem Frauen und Kinder, getötet. Auch damals übernahm die IS-Terrormiliz die Verantwortung. Im Februar verübten dessen Gotteskrieger dann auf dem Nordsinai eine spektakuläre Mordserie an Christen. Als Folge flohen praktisch alle dort lebenden 2500 Kopten in Panik in das Niltal, wo sie seitdem in provisorischen Unterkünften hausen.

Staaten der arabischen Welt wie Jordanien, Katar und Bahrain verurteilten die Selbstmordanschläge. Libanons Premierminister, Saad Hariri, dessen Land mit den Maroniten ebenfalls eine bedeutende Minderheit von Christen hat, nannte die Tat einen „Angriff auf die Werte aller Religionen“. Die sunnitische Lehranstalt al-Azhar sprach von einem „widerlichen Verbrechen gegen alle Ägypter, das sämtliche Prinzipien von Menschlichkeit und Zivilisation verhöhnt“. Der deutsche Außenminister, Sigmar Gabriel, sagte, das Kalkül der Täter, einen Keil in das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu treiben, dürfe nicht aufgehen. Papst Franziskus, der am 28. und 29. April zu einem zweitägigen Besuch in Kairo erwartet wird, übermittelte dem koptischen Oberhaupt, Tawadros II., und der gesamten ägyptischen Nation sein Beileid. Möge Gott die Herzen derjenigen bekehren, „die Terror, Gewalt und Tod verbreiten“ und „die Waffen produzieren und damit Geschäfte machen“, sagte er beim Mittagsgebet im Petersdom. Weil in diesem Jahr das katholische und orthodoxe Ostern auf den gleichen Termin fallen, feierten am Sonntag auch die westlichen Kirchen die Palmliturgie.

Papst hält an der Kairo-Reise fest

Franziskus ist neben dem katholisch-orthodoxen auch der christlich-islamische Dialog ein besonderes Anliegen. Mit seiner Kairo-Reise erwidert er die Visite des obersten sunnitischen Glaubenshüters, Großimam Ahmed al-Tayyeb, im Mai 2016 im Vatikan. Beide Kirchenführer wollen mit ihrem Treffen ein Zeichen setzen gegen Fanatismus und Gewalt im Namen von Religion. Dabei warnt Franziskus immer wieder vor pauschalen Urteilen über den Islam. Die Gewalt werde von Extremistengruppen verübt, dürfe keinesfalls der gesamten Religion zugerechnet werden. (Quelle: Die Presse)

Im Norden Kameruns verüben Terroristen von Boko Haram immer wieder Selbstmordattentate. Die Menschen in Maroua-Mokolo haben Angst. Denn die im Grenzgebiet zu Nigeria gelegene Diözese wird immer wieder zum Schauplatz von Anschlägen durch Boko Haram. Wenn Bischof Bruno Ateba Edo unter einem Baum die Heilige Messe feiert, halten sich die Gläubigen oft bei den Händen und bilden eine Menschenkette. Damit wollen sie Selbstmordattentäter daran hindern, sich unbemerkt unter die Beter zu mischen. Vor der Messe werden die Gottesdienstbesucher von Freiwilligen auf Waffen und Sprengstoff untersucht. Große Handtaschen sind verboten.

„Viele der Selbstmordanschläge werden von ganz jungen Leuten verübt. Erst vor einem Monat haben sich auf dem Markt von Mora zwei junge Mädchen in die Luft gesprengt. Sie waren nicht einmal zwanzig Jahre alt“, berichtet der Bischof der Päpstlichen Stiftung „Aid to the Church in Need“. „Die Leute leben in ständiger Angst vor Anschlägen. Sie haben schon eine Psychose entwickelt.“

Bei größeren Menschenansammlungen ist die Gefahr besonders groß. Dennoch lassen sich die katholischen Gläubigen nicht davon abhalten, sich zum Gebet zu versammeln: „Das Gebet ist unsere Kraft und unsere Hoffnung. Wir brauchen das Gebet! Wir wollen beten! Besonders das Gebet in Gemeinschaft ist ein Zeichen der Hoffnung“, sagt Bischof Ateba. Als in der Ortschaft Mémé im Februar diesen Jahres zwei Selbstmordattentäter auf dem Markt mindestens zwanzig Menschen mit in den Tod rissen und Dutzende verletzten, hat das Gebet sogar Menschen gerettet. „Zu der Zeit, als der Anschlag verübt wurde, waren viele Marktfrauen und andere Leute aus dem Ort gerade in die Kirche gegangen, um am Kreuzweggebet teilzunehmen. Sie sagen: ‚Wir leben noch, weil wir in der Kirche waren. Ohne den Kreuzweg wären wir gestorben.‘“

Bischof Ateba ist enttäuscht, dass die dramatische Lage in seiner Diözese kaum jemals von den internationalen Medien beachtet wird. „Ich würde mir wünschen, dass das, was bei uns im Norden Kameruns geschieht, mehr Aufmerksamkeit findet. Wenn in Europa etwas passiert, geht die Nachricht sofort durch die ganze Welt. Es ist wie ein Erdbeben. Aber wenn hier in Kamerun oder in anderen afrikanischen Ländern Menschen sterben, ist es kein großes Thema. Manche Leute denken wahrscheinlich, dass die Opfer „nur Afrikaner“ sind. Dabei wird oft gesagt, die Welt sei heute eine Dorf. Die Medien sollen mehr Druck machen. Sie haben Macht und Kraft. Ich möchte den Medien sagen: Schauen Sie genau hin, wo auch immer etwas Schlimmes passiert, und berichten Sie darüber!“

Zu der Anspannung durch die Terroranschläge kommt noch ein humanitäres Problem hinzu. Denn fast 80.000 Flüchtlinge aus Nigeria leben in der Diözese Maroua-Mokolo in einem riesigen Flüchtlingslager. „Viele der Leute wollen gern in ihre Heimat zurückkehren, aber sie brauchen Sicherheit und eine Perspektive! Viele sind schon seit vier oder fünf Jahren da und können nicht nach Hause“, erklärt Ateba. Die katholischen Flüchtlinge werden seelsorglich von einem nigerianischen Priester betreut, der ihre Sprache spricht. „Aid to the Church in Need“ hat mit 14.900 € den Bau einer Kapelle unterstützt. Der Bischof ist dafür sehr dankbar: „In dem Lager leben fast 5.000 Katholiken. Jeden Sonntag werden dort nun zwei heilige Messen gefeiert. Ein Ort des Gebetes ist ein wichtiges Zeichen. Danke, dass Sie uns geholfen haben!“

Zu den nigerianischen Flüchtlingen kommen noch über 50.000 Kameruner, die aus den direkt an der Grenze gelegenen Dörfern geflohen sind, wo die Lage besonders gefährlich ist. Die meisten von ihnen sind bei Freunden, Bekannten oder Verwandten untergekommen. Sie werden nur von der katholischen Kirche unterstützt. „Aid to the Church in Need“ hat daher im vergangenen Jahr eine Nothilfe von 75.000 Euro geleistet, damit die heimatlos gewordenen Menschen versorgt werden können. Denn der Bischof ist selber arm. Er lebt in einem kleinen Zimmer ohne Bad. Nicht einmal eine Bischofskirche hat er. Sein Reichtum sind die Menschen in seiner Diözese.

Vor allem freut es ihn, dass es nicht an Berufungen mangelt. Dreißig junge Männer aus der Diözese  Maroua-Mokolo bereiten sich zur Zeit auf das Priestertum vor. Zwei Priesterweihen durfte Bischof Ateba in diesem Jahr bereits spenden, und am Allerheiligenfest wird er drei junge angehende Priester zu Diakonen weihen.

Und noch mehr Erfreuliches kann er berichten: Trotz der Probleme mit Boko Haram gebe es einen „wunderschönen Dialog“ mit den Muslimen, freut sich Bischof Atebe. Viele muslimische Kinder – sogar die Söhne und Töchter religiöser Führer – besuchen katholische Schulen. „Die normalen Muslime sind gegen Boko Haram“, sagt er.

Jeden Tag beten die katholischen Gläubigen nach der heiligen Messe darum, dass Gott ihnen den Frieden schenken möge. Ein wenig hat sich die Lage schon verbessert, denn zumindest haben die militärischen bewaffneten Übergriffe nachgelassen, die Boko Haram in der Vergangenheit in dem Gebiet verübte. Denn die Terrororganisation wurde durch die gemeinsamen Militäraktionen von Truppen aus Nigeria, Niger, Kamerun und dem Tschad geschwächt. „Die Hoffnung der Menschen liegt jedoch vor allem in ihrem Glauben an Gott“, betont der Bischof immer wieder. „Wir vertrauen auf das Gebet. Das Gebet ist unsere Kraft. Wir beten, weil wir Frieden brauchen. Und wir hören nicht auf, uns trotz der Anschläge zu versammeln und Gott gemeinsam um diesen Frieden zu bitten!“

Drei Menschen starben in Qamischli im Norden Syriens bei einem Selbstmordattentat auf eine religiöse Gedenkfeier für die Opfer des so genannten “assyrischen Genozids”. Wie einheimische Quellen berichten versuchte der Attentäter in den Saal einzudringen, in dem die Feier stattfand, wurde aber von den Sicherheitskräften aufgehalten, so dass er den Sprengsatz in deren Nähe zündete. Im Rahmen der Feier sollte an das Blutbad im Jahr 1915 erinnert werden, das auch als “Massaker von Sayfo” bekannt ist, und von der osmanischen Armee während des ersten Weltkriegs verübt wurde. Nach Schätzungen von Historikern kamen damals 250.000 Menschen ums Leben. Andere Quellen sprechen von bis zu 750.000 Opfern. An der Feier nahm auch das Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Ignace Ephraim II. teil. Für die Sicherheit waren die so genannten christlichen „Sotoro“-Milizen verantwortlich. Bisher bekannte sich niemand zu dem Attentat.
Die größtenteils von Kurden bewohnte Stadt Qamischli wird derzeit von kurdischen Milizen und der syrischen Armee kontrolliert. (Quelle: Fidesdienst)

Papst Franziskus ist bestürzt über das Attentat in Pakistan mit mehr als 70 Toten, überwiegend Christen: Bei seinem Mittagsgebet am Ostermontag auf dem Petersplatz verurteilte er den Bombenanschlag als „verabscheuungswürdiges, niederträchtiges und sinnloses Verbrechen“, dem besonders Frauen und Kinder zum Opfer gefallen seien.

An die pakistanischen Behörden appellierte der Papst, die religiösen Minderheiten im Land besser zu schützen. Er rief zum Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen auf. „Ich wiederhole noch einmal, dass die Gewalt und der mörderische Hass nur zu Schmerz und Zerstörung führen“, sagte Franziskus. Gegenseitiger Respekt und Brüderlichkeit seien der einzige Weg zum Frieden.

Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer des Anschlags im zentralpakistanischen Lahore auf 72, darunter 25 Kinder. Mehr als 340 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Der Attentäter hatte sich am Sonntag neben dem Spielplatz eines Parks in die Luft gesprengt, in dem viele christliche Familien das Osterfest feierten. Zu dem Verbrechen bekannte sich die terroristische Gruppe der Taliban. (Quelle: kathpress, Foto: Grzegorz Galacka)

In der pakistanischen Stadt Lahore sind bei einem Angriff radikalislamischer Taliban-Kämpfer auf zwei Kirchen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen; 78 wurden verletzt. Medienberichten zufolge sprengten sich Selbstmordattentäter am 15. März während der Sonntagsgottesdienste in die Luft, als Wachmänner sie am Eingang aufhalten wollten. Die Taliban bekannte sich zu dem Anschlag und drohte mit weiteren Angriffen. Ihr Ziel ist es, das islamische Religionsgesetz – die Scharia – durchzusetzen. Die beiden Kirchen – eine katholische und eine protestantische – liegen in Youhanabad, einem vor allem von Christen bewohnten Viertel Lahores. Nach dem Doppelanschlag zogen hunderte von ihnen durch die Straßen von Lahore und protestierten gegen den mangelnden Schutz durch Sicherheitskräfte. Premierminister Nawaz Sharif verurteilte die Anschläge und forderte die Provinzregierungen auf, die Schutzmaßnahmen zu verstärken. In Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen muslimischer Extremisten auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Bei einem Anschlag der Taliban auf eine Schule in Peschawar waren Ende vergangenen Jahres 130 Menschen getötet worden. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus. Der Rest sind Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen. (Quelle: idea)

Christen in Pakistan trauern um die zahlreichen Opfer des Anschlags. Bei zwei Selbstmordanschlägen auf eine christliche Kirche in Peshawar sind am Sonntag mehr als 75 Menschen getötet worden. Über 130 Personen wurden verletzt. Die Behörden vermuten militante Islamisten hinter den Bluttaten. Die Gläubigen waren gerade dabei, die Kirche nach der Sonntagsmesse zu verlassen und auf dem Kirchenvorplatz gemeinsam zu essen, als sich zwei mit jeweils sechs Kilogramm Sprengstoff bewaffnete Selbstmordattentäter in die Luft sprengten, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Ein Augenzeuge sagte gegenüber dem Sender Geo TV, mindestens 600 Gläubige seien zur Tatzeit auf dem Kirchenareal versammelt gewesen. Unter den Toten seien auch Frauen und Kinder. „Ich hörte zwei Explosionen. Die Leute fingen an zu rennen. Überall waren menschliche Überreste vor der Kirche“, berichtete eine Augenzeugin laut Spiegel Online. „Es war die Hölle für uns alle“, sagte Nazir John, einer der Kirchenbesucher. „Als ich wieder zu Sinnen kam, sah ich überall nur Rauch, Staub, Blut und schreiende Menschen.“

Nach Angaben der örtlichen Polizei bekannte sich zunächst niemand zu dem Anschlag. In Peshawar, einer Stadt im Nordwesten Pakistans mit über drei Millionen Einwohnern, verüben Taliban-Gruppen immer wieder Terroranschläge.

Bischof Sadiq Daniel, der den anglikanischen Kirchen Pakistans vorsteht, forderte einen besseren Schutz der Kirchengebäude. Er kündigte eine dreitägige Trauer an, bei der alle christlichen Einrichtungen geschlossen bleiben sollen.

Premierminister: „Terroristen haben keine Religion“

Premierminister Nawaz Sharif verurteilte den Anschlag. Unschuldige zu töten verstoße gegen die Lehren des Islam und aller anderen Religionen. „Terroristen haben keine Religion“, erklärte er gegenüber der Presse. Seit seiner Amtsübernahme im Juni ist Sharif bemüht, Verhandlungen mit den pakistanischen Taliban in die Wege zu leiten – bisher ohne Erfolg. Als Signal des guten Willens hatten pakistanische Behörden am Samstag den Taliban-Kommandeur Mullah Abdul Ghani freigelassen.

Christen, die im mehrheitlich muslimischen Pakistan eine kleine Minderheit stellen, klagen immer wieder über Diskriminierung und Gewalt, besonders aufgrund der umstrittenen „Blasphemiegesetze“, die Kritik am Islam unterbinden sollen. Gezielte Angriffe auf Kirchen sind jedoch – anders als beispielsweise in Nigeria – eher selten. (Quelle: pro)

Während die Großmächte um einen eventuellen Militärschlag in Syrien ringen, haben muslimische Extremisten eine der traditionsreichsten Orte der Christenheit in dem Land überfallen und Kirchen verwüstet. In Maaloula, einer rund 2.000 Bewohner zählenden Bergstadt, wird noch Aramäisch gesprochen, die Umgangssprache Jesu und seiner Nachfolger. Nach Angaben der Hilfsorganisation Middle East Concern begann der Überfall am 4. September mit einem Selbstmordattentat an einem Kontrollpunkt am Rande des Ortes. Dabei wurden etwa zehn Menschen getötet. Am 7. September eroberten etwa 2.000 Kämpfer mehrerer Rebellengruppen, darunter die Al-Nusra-Front, das Dorf. Für Al-Nusra, das mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung steht, sollen auch extremistische Muslime aus Deutschland kämpfen.

Mit dem Ruf „Allahu akbar“ (Allah ist groß) hätten die Rebellen mehrere orthodoxe Kirchen überfallen, Ikonen verbrannt und das Kreuz von der Kuppel der Sergios-Kloster gerissen, berichten mehrere katholische Informationsdienste. Scharfschützen hätten sich unter anderem im Thekla-Kloster verschanzt. Ein großer Teil der christlichen Einwohner Maaloulas sei geflohen. Die syrischen Streitkräfte hätten eine Offensive zur Rückeroberung gestartet. Erschwert werde das Vorhaben dadurch, dass die Armee keine schweren Geschütze einsetzen wolle, um die historischen Bauten nicht zu zerstören. Maaloula gehört zu den Weltkulturstätten der Unesco. Der Ort zählte wegen der Kirchen und Höhlenklöster aus dem ersten Jahrhundert zu den wichtigsten Pilger- und Touristenorten Syriens. (Quelle: idea,

Mindestens elf Tote bei Anschlag auf Kirche in Nigeria

In Nigeria ist die Zahl der Toten nach zwei Selbstmordanschlägen auf eine protestantische Kirche im Norden Nigerias auf mindestens elf gestiegen. Etwa 30 weitere Menschen hätten „Verletzungen unterschiedlicher Schwere“ erlitten und seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte der Sprecher des nigerianischen Armee, Brigadegeneral Bola Koleoso , der Nachrichtenagentur AFP. Ziel der Attacken war demnach eine protestantische Kirche auf einem Kasernengelände in der Stadt Jaji.

Zunächst habe ein mit Sprengstoff beladener Bus gegen 12.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit kurz nach Beginn des sonntäglichen Gottesdiensts die Kirche gerammt und sei explodiert, sagte Koleoso. Etwa zehn Minuten später sei dann ein vor dem Gotteshaus geparkter Wagen explodiert. Die zweite Explosion forderte laut Augenzeugenberichten die meisten Opfer.

Unter den Toten und Verletzten waren nach Militärangaben neben zivilen Gläubigen auch mehrere Soldaten. Wie die Selbstmordattentäter auf das Gelände gelangen konnten, war zunächst unklar.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kämpft die radikalislamische Rebellengruppe Boko Haram seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats. Die Gruppe, die ihre Hochburgen um die nordöstliche Stadt Maiduguri hat, wird für zahlreiche blutige Anschläge auf Behörden, Polizei und Kirchen verantwortlich gemacht. (APA/Reuters; Foto: Open Doors)

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