Anteil der Christen auf 3% geschrumpft - KIRCHE IN NOT Österreich
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Anteil der Christen auf 3% geschrumpft

Sie fliehen vor Gewalt und Verfolgung – Gesellschaft für bedrohte Völker mahnt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) hat dazu aufgerufen, zu Weihnachten an die bedrängten Christen im Nahen Osten zu denken. Sie flüchteten aus der „Wiege der Christenheit“ vor anhaltender Gewalt. Die 2.000-jährige Geschichte der Christen drohe für immer zu Ende zu gehen, warnte der Nahostreferent der Organisation, Kamal Sido. „Vor 100 Jahren stellten die Christen noch 20 Prozent der Gesamtbevölkerung im Nahen Osten, heute sind es kaum noch drei Prozent.“ Im Irak sei die große Mehrheit der Christen innerhalb der vergangenen drei Jahrzehnte vertrieben worden oder geflohen. Ihre Zahl sei von 1,5 Millionen auf höchstens noch 300.000 geschrumpft. In Zentralsyrien bedrohe die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) viele mehrheitlich christliche Ortschaften wie Qaryatain und Maalula. Und auch die wenigen Christen in der Türkei gerieten durch das Wiederaufflammen des Kurdenkonflikts und rigide Maßnahmen des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zunehmend in Bedrängnis. Die einzige christliche Oberbürgermeisterin der Türkei, Februniye Akyol, wurde im November in Mardin des Amtes enthoben. Laut Sido brauchen Christen und andere religiöse Minderheiten im Nahen Osten eine staatlich garantierte und gesellschaftlich unterstützte Glaubensfreiheit, „sonst können sie dort kaum überleben“. Die Gesellschaft für bedrohte Völker erinnert auch an die beiden am 22. April 2013 entführten Erzbischöfe der syrisch-orthodoxen und der griechisch-orthodoxen Kirche von Aleppo, Mor Gregorius Yoanna Ibrahim und Boulos Yazigi. Acht bewaffnete Männer hatten deren Wagen gestoppt, den Fahrer erschossen und die Bischöfe verschleppt. Den Assistenten des syrisch-orthodoxen Erzbischofs, Fuad Eliya, ließen die Täter sofort frei. Nach seinen Angaben handelte es sich bei den Entführern nicht um Syrer. Er glaubt, dass sie aus dem Kaukasus stammen und einer radikalen Islamistengruppe angehören. Von den Bischöfen gibt es bisher kein Lebenszeichen. (Quelle: idea, Foto: Anton Fric/KIRCHE IN NOT)

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