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Antichristlilche Attacken nehmen zu

Auf dem Zionsberg in Jerusalem mehren sich anti-christliche Hass-Attacken. Im Jahr 2013 hat es 39 Angriffe auf heilige Stätten – auch von Muslimen – gegeben, mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Das berichtet der Rundfunksender Deutsche Welle (Bonn/Berlin). Zu den Schändungen gehören antichristliche Schmierereien an Klöstern und christlichen Friedhöfen. So sprühten unbekannte Täter im Mai Sprüche wie „Jesus ist ein Hurensohn“ und „Tod den Christen“ auf die Klostermauer der katholischen Dormitio-Abtei, die sich auf dem Zionsberg vor den Toren der Jerusalemer Altstadt befindet. Auch ein orthodoxer und ein evangelischer Friedhof wurden geschändet. „Allmählich herrscht auf dem Zionsberg Anarchie“, sagt der Sprecher der Dormitio-Abtei, der deutsche Pater Nikodemus Schnabel. Die Aktionen gingen weit über hasserfüllte Gesten radikaler Juden wie das Ausspucken vor Christen hinaus. Als Täter werden nationalreligiöse jüdische Siedler vermutet, die der sogenannten „Hügeljugend“ angehören. Darauf deutet der Schriftzug „Preisschild“, der bei anti-christlichen und anti-muslimischen Aktionen auch in den Palästinensergebieten gefunden wurde. Dieser Ausdruck werde verwendet, um der Forderung Nachdruck zu verleihen, die jüdischen Siedlungen im Westjordanland beizubehalten. Jeder Angriff auf ihr Weltbild fordere seinen „Preis“.

Unzufriedenheit mit Strafverfolgung

Nach Ansicht christlicher Beobachter bleiben die Ermittlungen und die Verfolgung dieser Taten hinter den Erwartungen zurück. Noch sei kein Täter zur Rechenschaft gezogen worden. „Die Angriffe auf heilige Stätten und Personen häufen sich, und es gibt keine strafrechtlichen Konsequenzen“, so der Sprecher des (katholischen) lateinischen Patriarchats, Wadie Abu Nasser. Auch Yisca Harani, Expertin für christliche Geschichte, ist unzufrieden: „Wenn ein Palästinenser jüdische Grabsteine zerschlagen hätte, hätte man den Täter längst überführt.“ Doch die israelische Polizei versichert, dass die Aufklärung von Straftaten mit nationalistischem Motiv ganz oben auf der Prioritätenliste stehe, so Polizeisprecher Micky Rosenfeld. Man habe die Patrouillen verstärkt und die Zahl der Überwachungskameras erhöht. 320 dieser Geräte sind in der Jerusalemer Altstadt angebracht. Von den acht Millionen Einwohnern Israels sind rund sechs Millionen Juden, 1,4 Millionen Muslime und 154.000 Christen. Der Rest ist religionslos oder gehört anderen Glaubensrichtungen an. Die Zahl der messianischen Juden, die an Jesus Christus als Messias glauben, wird auf 10.000 bis 15.000 geschätzt. (Quelle: idea, Foto: Eman)

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