Sie verteilten Brot und wurden erschossen. - KIRCHE IN NOT Österreich
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Sie verteilten Brot und wurden erschossen.

Bischof beklagt Gleichgültigkeit der Weltöffentlichkeit nach Mordanschlag auf Kirchenmitarbeiter.„Der Kirche bei uns geht es so wie Jesus – alle haben ihn verlassen. Niemand hat sich gemeldet. Es interessiert offenbar keinen, wenn das Christentum angegriffen wird.“ Mit diesen Worten beklagte der Apostolische Vikar im Nördlichen Arabien, Bischof Camillo Ballin, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ die Gleichgültigkeit der Weltöffentlichkeit nach einem Mordanschlag auf Christen in der jemenitischen Stadt Aden.

Anfang März waren dort 16 Mitarbeiter einer katholischen Alten- und Behinderteneinrichtung erschossen worden, darunter vier Ordensfrauen. Sie gehörten dem Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ an, der von der bald heiliggesprochenen Mutter Teresa gegründet wurde. Bisher hat sich niemand zu dem Attentat bekannt. Sicherheitsbehörden vermuten jedoch einen islamistischen Hintergrund. Der Süden des Jemen gerät derzeit mehr und mehr in die Hand der Terrormiliz „Islamischer Staat“; die Schwestern hatten bereits mehrfach Drohungen von Extremisten erhalten.

Die Mehrheit der in dem Alten- und Behindertenheim untergebrachten Menschen seien Muslime, sagte Ballin. „Die Schwestern gaben diesen Muslimen Brot. Im Gegenzug wurden sie erschossen.“ Kein normaler Moslem könne diese Bluttat gutheißen.

Ballin betonte, dass die vier Ordensfrauen aus Hass auf den christlichen Glauben ermordet worden seien. „Man kann sie daher ganz klar Märtyrerinnen nennen“, sagte der Bischof. Er sehe die Opferbereitschaft der Schwestern als Ausdruck der Lebendigkeit der Gemeinschaft Mutter Teresas – und als Auftrag an die christliche Minderheit im Jemen: „Die Christen in unserer Region sind berufen, Jesus zu bezeugen, indem sie Gewalt leiden“, sagte Ballin. Der Tod der Missionarinnen der Nächstenliebe und ihrer Mitarbeiter sei aber nicht das Ende. „Nach dem Kreuz folgt die Auferstehung. Sie haben ihr Opfer nicht nur für ihre persönliche Auferstehung gebracht, sondern auch für die, denen sie gedient haben – für den Jemen und ihre Mörder.“

Der Jemen wird seit Jahren von einem blutigen Konflikt heimgesucht, bei dem Stammes- und Religionsrivalitäten eine große Rolle spielen. Seit dem vergangenen Jahr kämpft das Nachbarland Saudi-Arabien auf Seiten der Regierung gegen Rebellengruppen. Islamistische Truppen haben Teile des Südjemen unter ihre Kontrolle gebracht. Angaben der Vereinten Nationen zufolge sind über 2,4 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht.

Katholische Christen bilden im Jemen eine kleine Minderheit von wenigen tausend Gläubigen. Staatsreligion ist der Islam. Um den Christen auf der Arabischen Halbinsel weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden.

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