System. Missachtung der Glaubensfreiheit - KIRCHE IN NOT Österreich
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System. Missachtung der Glaubensfreiheit

Die Sudanese Church of Christ (SCOC) – ein Gemeindeverband, dem etwa 220.000 der insgesamt rund zwei Millionen Christen im Sudan angehören – hat sich mit einem offenen Brief an die Regierung gewandt. Das Schreiben richtet sich gegen „die systematische Missachtung der Glaubensfreiheit von Christen“ durch die Behörden, auf deren Anweisung hin erst kürzlich eine Kirche in der Nähe von Khartum abgerissen wurde.

Zerstörung von Kirchen und Enteignung von Kirchenbesitz

In dem Brief prangert die Kirchenleitung unter anderem die Zerstörung von Kirchen, die Enteignung von Kirchenbesitz und die Verweigerung von Grundstücken für den Bau neuer Kirchengebäude an. „Wir bedauern diese Vorgehensweise gegen die heiligen Stätten zutiefst und verurteilen sie aufs Schärfste“, heißt es in dem Schreiben. Für die Schäden verantwortlich sei vor allem der sudanesische Geheimdienst NISS (National Intelligence and Security Services) sowie das Ministerium für Planung und infrastrukturelle Entwicklung. Mit dem Brief ergeht eine Aufforderung an den Präsidenten Omar al-Bashir, weitere Verstöße gegen die Religionsfreiheit zu verhindern, begangenes Unrecht wiedergutzumachen und den Christen entsprechend ihrer verfassungsgemäßen Rechte Land für den Bau von Kirchen zur Verfügung zu stellen. Zudem richtet sich der Brief an internationale Menschenrechtsorganisationen mit der Bitte, sich für die christliche Gemeinde im Sudan einzusetzen.

Christen treten mutig für ihre Rechte ein

„Dies ist der mutigste Schritt, den die Führung der SCOC bisher gegen den ständigen Druck vonseiten der Regierung unternommen hat“, erläutert ein christlicher Mitarbeiter, der eng mit den Gemeinden im Sudan zusammenarbeitet. Zwar hätten sich die kirchlichen Verantwortungsträger während der vergangenen Jahre bezüglich der Verletzung ihrer religiösen Rechte wiederholt an die betreffenden staatlichen Dienststellen gewandt, aber es sei das erste Mal, dass sie einen solchen Brief öffentlich über soziale Medien verbreiteten.

Der Sudan gehört zu jenen Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Die Regierung strebt nach einem vollständig muslimischen Staat und geht deshalb mit äußerster Härte gegen Christen vor. Immer wieder werden Pastoren verhaftet und vor Gericht gestellt. Die Scharia ist die Grundlage der Gesetzgebung; auf den Abfall vom Islam steht die Todesstrafe. (Quelle: World Watch Monitor, Open Doors)

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