Tausende Christen seit 2002 verhaftet - KIRCHE IN NOT Österreich
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Tausende Christen seit 2002 verhaftet

„Es ist schwer, aber wir halten an Jesus fest“, sagt Awet*, die Frau von Pastor Haile Naigzhi, der in den frühen Morgenstunden des 23. Mai 2004 verhaftet wurde. Seit 12 Jahren sitzt er im Wongel Mermera Gefängnis in Asmara ein, das eher als Verlies bezeichnet werden muss. Die Regierung unter Präsident Afewerki kennt keine Gnade für Christen aus Freikirchen. Sie sind in seinen Augen Staatsfeinde, die ausgetilgt werden müssen. Als Religionsgemeinschaften offiziell anerkannt sind seit 2002 nur der Islam, sowie die Orthodoxe, Evangelische und Katholische Kirche. Seitdem hat die Regierung tausende Christen verhaften lassen. Wie viele in der Haft an Folter, Krankheiten und Mangelernährung gestorben sind, ist nicht zu ermitteln.

Von der Regierung verfolgt bleibt der Familie nur die Flucht ins Ausland

Insbesondere Christen freikirchlicher Gemeinden werden vom Staat überwacht. Für Awet und ihre drei Kinder bedeutete dies nach dem Verlust des Vaters und Ernährers viele Entbehrungen sowie Härten in einem von Unterdrückung und Krisen gezeichneten Land. Schließlich erhielt sie 2013 einen ernstzunehmenden Hinweis, dass sie verhaftet werden sollte – ein weiterer Versuch der Regierung, Druck auf Haile auszuüben, um seinen Willen zu brechen. Mit Unterstützung von Open Doors floh Awet deshalb mit ihren Kindern Woldu* (17), Armani* (19) und Tesfay* (13) in ein sicheres Land. Armani fasst zusammen, wie es ihnen seitdem erging: „Als wir unser Land verließen, hat sich alles dramatisch verändert, mehr als wir ahnen konnten. Ich wusste, dass es ein langer, steiniger Weg sein würde.“ Woldu ergänzt: „Ich vermisse meine Freunde und mein Zuhause.“ Awet weint oft, wenn sie an Haile denkt. Doch sie alle zeichnet ein tiefer und praktischer Glaube aus. Armani: „Ich freue mich in allen Dingen, doch besonders darüber, dass ich eine Tochter des Allerhöchsten bin. Und auch, dass ich die Tochter eines Vaters bin, der für seinen Glauben im Gefängnis ist. Er ist der beste aller Väter. Gott wird alles gut machen. Ich vertraue ihm von ganzem Herzen.“

Alle Namen geändert. (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS)

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