System. Isolierung von Gemeinschaften



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Die Russisch Orthodoxe Kirche möchte eine Diözese in Turkmenistan einrichten. Vor dem Zerfall der Sowjetunion unterstanden die Pfarren in der Turkmenischen Sowjetrepublik der zentralasiatischen Diözese mit Sitz in Taschkent. Danach wurden sie auf Druck der turkmenischen Regierung von dieser abgetrennt und unterstehen seit 2008 einem „einstweiligen Verwalter“, der allerdings ein Bischofsamt in Russland ausübt. Der Wunsch nach einer eigenen Diözese wurde bereits 2008 anlässlich des Besuchs von Metropolit Kyrill geäußert, der kurz danach Patriarch von Moskau und damit Oberhaupt der Russisch Orthodoxen Kirche wurde. Doch seither gab es keine erkennbaren Fortschritte.

Auch der Armenisch Apostolischen Kirche ist es bisher nicht gelungen, die Rückgabe ihrer ehemaligen Kirche in der Hafenstadt Turkmenbashi (ehemals Krasnovodsk) am Kaspischen Meer zu erwirken.

Turkmenistan verfolgt bereits seit langer Zeit unter Verletzung der internationalen Menschenrechtsverpflichtungen eine Politik, die darauf ausgerichtet ist, Religionsgemeinschaften von ihren Glaubensgeschwistern im Ausland zu isolieren. Nur registrierte Gemeinschaften dürfen Anträge auf Einladung von Ausländern für religiöse Zwecke stellen, die allerdings nur selten erfolgreich sind. Jede Gemeinschaft darf nur einen Ausländer bzw. eine kleine Gruppe (z.B. ein Ehepaar) pro Jahr einladen, berichteten Mitglieder von Religionsgemeinschaften aus der Hauptstadt Aschchabad gegenüber Forum 18. Die Gäste dürfen normalerweise nur drei Tage, maximal fünf Tage bleiben, niemals länger. Mindestens zwei protestantischen Gemeinschaften ist es 2016 gelungen, solche Kurzbesuche zu empfangen. Es ist unmöglich, Lehrpersonal für die theologische Ausbildung oder Leiter aus dem Ausland für längere Aufenthalte einzuladen. Auch die einzige zugelassene Ausbildungsstätte für Kleriker in Turkmenistan, die an der Historischen Fakultät der Magtymguly Staatsuniversität angesiedelte Abteilung für Muslimische Theologie darf keine ausländischen Mitarbeiter beschäftigen. (Quelle: Forum 18, Bild: TUBS)