Explosion unmittelbar an orthodoxer Kathedrale



Syrien Kathedrale Hama

In der Nähe der griechisch-orthodoxen St.-Georgs-Kathedrale in Hemto (Hama) in Syrien wurde ein Sprengkörper detoniert. Nach ersten Berichten entstand Sachschaden, Verletzte wurden nicht gemeldet.

Der Vorfall ereignete sich am Vorabend des Festes der Kreuzerhöhung.

Nach ersten Informationen des Assyrian Monitor of Human Rights warfen zwei maskierte Personen auf einem Motorrad einen Knallkörper in der Nähe der Kathedrale. Durch die Explosion entstand Sachschaden; Verletzte wurden nicht gemeldet.

Frühere lokale Berichte hatten von einer Explosion in der Nähe einer der orthodoxen Kirchen im Stadtviertel Al-Madina gesprochen. Krankenwagen sollen sich auf den Weg zum Ort des Geschehens gemacht haben, während die zuständigen Behörden Ermittlungen einleiteten, um die Umstände des Vorfalls zu klären.

Erste Berichte deuteten darauf hin, dass die Explosion möglicherweise durch einen improvisierten Sprengsatz (IED) verursacht worden war. Spätere Informationen bezeichneten den Gegenstand jedoch als Knallkörper. Eine offizielle Erklärung, die sämtliche Einzelheiten des Vorfalls klärt, liegt bislang nicht vor.

Die Identität der Täter und ihre Motive sind weiterhin unklar. Die Sicherheitsbehörden setzen ihre Ermittlungen fort.

Die St.-Georgs-Kathedrale steht für die lange geistliche und historische Präsenz der orthodoxen Christen in Hemto. Die christlichen Gemeinschaften der Stadt haben ihre Präsenz und ihre kirchlichen Traditionen dort über Generationen hinweg bewahrt.

Der Assyrian Monitor of Human Rights verurteilte den Vorfall und bezeichnete ihn als einen Angriff auf eine Gebetsstätte mit dem Ziel, „Angst zu verbreiten und Sicherheit und Stabilität zu bedrohen“.

Nach Angaben der Organisation verletzt das gezielte Vorgehen gegen religiöse Einrichtungen den Schutz der Religionsausübung und von Gebetsstätten. Sie forderte die zuständigen Behörden auf, unverzüglich eine transparente Untersuchung einzuleiten, die Verantwortlichen zu identifizieren und sie vor Gericht zu stellen.

Zudem verlangte die Organisation Maßnahmen zum Schutz von Gebetsstätten sowie der Sicherheit der Bevölkerung und ihres Eigentums. Solche Schritte würden die Rechtsstaatlichkeit stärken und den gesellschaftlichen Frieden bewahren.

Der Vorfall ereignete sich eine Woche nach einer Konferenz im Europäischen Parlament, die von christlichen und Suroye-Parteien und -Organisationen (syrisch-aramäisch-assyrisch-chaldäisch) zur Zukunft der Christen in Syrien organisiert worden war. Im Mittelpunkt der Beratungen standen rechtliche Schutzmaßnahmen, Eigentumsrechte, die Aufarbeitung von Rechtsverletzungen, politische Teilhabe, die sichere Rückkehr vertriebener Gemeinschaften sowie die Rechte und die Vertretung von Christen in politischen und staatlichen Institutionen.

Die Teilnehmer forderten außerdem einen stärkeren Schutz der christlichen Gemeinschaften und ihrer Gebetsstätten. Damit sollen auch jene Bedingungen verbessert werden, die zur anhaltenden Auswanderung von Christen beitragen. (Quelle: Syriac Press, Foto: Heretiq/wikipedia)