Neue Anschläge auf Christen

Sowohl im Irak als auch in Syrien ist es zu neuen Bluttaten islamistischer Terroristen gegen Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten gekommen. In der von der Terrormiliz IS besetzten irakischen Provinz Ninive wurde der 44-jährige Priester Morteza Ablahad von den Milizionären erschossen, weil es der Familie des Priesters nicht gelungen war, „termingerecht“ die verlangte Lösegeldsumme aufzubringen. Zugleich berichtet die Nachrichtenagentur „Mideast Christian News“ (MCN), dass in Mossul in der Vorwoche mehrere Universitätsprofessoren wegen ihrer oppositionellen Haltung zum IS ermordet wurden.
In der syrischen Großstadt Homs wurden zwei Christen – der Petrochemiestudent Gabriel Bassam Gabro und der syrisch-orthodoxe Diakon Zahi Saad – bei einem Autobombenanschlag getötet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Zenit“ forderte der Anschlag in einer belebten Geschäftsstraße eines alaouitisch-islamischen Viertels insgesamt 15 Tote und mehr als 50 Verletzte, darunter vor allem junge Leute.
Der in Homs tätige Jesuitenpater Ziad Hilal sagte im Gespräch mit „Zenit“, den Terroristen sei es darum gegangen, vor allem Studenten zu treffen. Wörtlich meinte er: „Der Anschlag erfolgte in unmittelbarer Nähe zur Jesuitenkirche. Niemand weiß, wer die Täter waren, aber es ist eine Tragödie“. Er besuche die Familien der Opfer und versuche zu trösten, so P. Hilal: „Aber was kann man in einer solchen Situation sagen? Man kann nur beten“.
Der Jesuit zeigte sich besonders betroffen von der Tatsache, dass über den verheerenden Anschlag in Homs weltweit nicht berichtet wurde: „Wo bleibt die internationale Reaktion?“ Nicht mit einem Wort sei international reagiert worden, alles sei „nur Schweigen“: „Syrien und das täglich Leid seiner Menschen sind vergessen.“
P. Hilal leitet in Homs ein Hilfszentrum, das Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel und Medikamente an Inlandsflüchtlinge unabhängig von deren konfessioneller Zugehörigkeit oder politischen Orientierung verteilt. Die Arbeit des Jesuiten wird von „Kirche in Not“ unterstützt.