Gemeinden wachsen trotz Terror

Das westafrikanische Nigeria ist aus christlicher Sicht ein Land der Gegensätze: Einerseits sind die Christen im muslimisch dominierten Norden ständig blutigen Terrorakten islamischer Extremisten ausgesetzt, andererseits erleben sie im Süden ein stetiges Gemeindewachstum. Im vorigen Jahr wurden in dem westafrikanischen Land mindestens 1.200 Christen wegen ihres Glaubens umgebracht; das waren nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Jubilee Campaign (Ablassjahr-Kampagne) mit Sitz in Fairfax (US-Bundesstaat Virginia) mehr als die Gesamtzahl in der übrigen Welt. 60 Prozent aller christlichen Märtyrer im vorigen Jahr hätten in Nordnigeria ihr Leben gelassen, erklärte die Direktorin der Kampagne, Ann Buwalda. Die meisten Überfälle wurden von der islamischen Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) verübt. Sie will einen islamischen Gottesstaat errichten.
500.000 Personen bei Gebetsversammlung
Gleichzeitig haben christliche Gemeinden im Süden des Landes immer mehr Zulauf, besonders Pfingstkirchen und charismatische Gruppierungen. So plant die „Redeemed Christian Church of God“ (Erlöste Christliche Kirche Gottes) in Lagos die Errichtung eines riesigen Pavillons, der bis zu eine Million Menschen aufnehmen kann. Er soll eine Fläche von 87 Fußballfeldern haben. Die Stätte soll unter anderem für den „Heilig-Geist-Gottesdienst“ genutzt werden, zu dem sich jetzt bereits über 500.000 Menschen am ersten Freitagabend jedes Monats versammeln. Dabei werden vor allem Wunderheilungen versprochen.
Jeder zweite Nigerianer ist Christ
Von den rund 82 Millionen Christen in dem westafrikanischen Land – das entspricht etwa der Einwohnerzahl Deutschlands – können laut Untersuchungen des US-amerikanischen Pew-Forschungsinstituts (Washington) 60 Prozent der pfingstkirchlichen bzw. charismatischen Bewegung zugerechnet werden. Nigeria hat etwa 165 Millionen Einwohner. Der Anteil der Christen ist nach Angaben des Pew-Instituts seit 1953 von gut 21 Prozent auf jetzt rund 50 Prozent gestiegen. Die übrigen sind fast ausschließlich Muslime. (Quelle: idea)