Pastor im Gottesdienst mit Machete getötet

Die Tat reiht sich ein in eine Welle der Gewalt gegen geistliche Leiter
Im mittelamerikanischen Honduras ist ein evangelischer Pastor in einem Gottesdienst ermordet worden. Die Tat ereignete sich in der Gemeinde „Alfa y Omega“ in der Ortschaft Las Flores in der Mitte des Landes. Opfer ist der 55-jährige Wilmer Castellanos. Wie die Zeitung El Periódico (Tegucigalpa) berichtete, geschah die Tat zu Beginn des Gottesdienstes am 9. August. Der Angreifer habe den Pastor mit einer Machete attackiert. Das Opfer starb noch auf dem Weg in ein Gesundheitszentrum. Die Polizei verhaftete den Täter, als er versuchte, mit der Machete zu fliehen. Bei dem Angreifer soll es sich laut der Zeitung um einen 29-jährigen Cousin des Pastors handeln. Das Tatmotiv ist noch unklar. Laut El Periódico war Castellanos für seine „spirituelle Hingabe“ bekannt.
Die Tat ist Teil einer Welle der Gewalt gegen Gemeindeleiter in Honduras. Allein im Juni wurden drei Pastoren ermordet. Hintergrund sei der Machtzuwachs krimineller Banden in dem Land. Sie hätten sich auf Drogenhandel, Entführungen und Erpressungen spezialisiert. Kirchen und geistliche Leiter gerieten oft ins Kreuzfeuer. Sie seien Schikanen, Drohungen und Verfolgung ausgesetzt, weil sie sich weigerten, mit kriminellen Gruppen zusammenzuarbeiten. Honduras hat eine der höchsten Mordraten der Welt. Zwischen dem 1. Jänner und 10. August dieses Jahres wurden nach Angaben des Online-Polizeistatistiksystems (Sepol) landesweit 1.360 Tötungsdelikte registriert. Das rund elf Millionen Einwohner zählende Honduras gilt als das Land mit dem höchsten Anteil an Protestanten in Lateinamerika (48 Prozent). 34 Prozent sind Katholiken. (Quelle: IDEA/Open Doors, Bild: wikipedia)