Polizei nimmt 12 Christen während Gottesdienst fest



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In Algerien hat eine Spezialeinheit der Polizei am 4. September 2026 einen Gottesdienst gestürmt und alle zwölf anwesenden Christen festgenommen. Der Fall reiht sich in eine anhaltende Serie behördlicher Maßnahmen gegen protestantische Gemeinden in dem nordafrikanischen Land ein.

Der Vorfall

Die Razzia ereignete sich im House of Refuge, einem Shelter in L’Ayaida, rund 36 Kilometer östlich von Oran, das schutzbedürftige Frauen und Familien betreut. Der zugehörige Gebetsraum war bereits im Oktober 2019 behördlich geschlossen worden. Die Beamten beschlagnahmten christliche Literatur, Mobiltelefone und Ausweisdokumente. Die anwesenden Frauen wurden am folgenden Morgen nach einer Befragung freigelassen, die Männer blieben bis zum Abend in Gewahrsam, einige bis 3 Uhr morgens.

Rechtliche Lage

Den Betroffenen drohen Anklagen nach der Verordnung 06-03, die nicht genehmigte Gottesdienste von Nicht-Muslimen unter Strafe stellt. Das Strafmaß reicht von zwei bis fünf Jahren Haft, dazu kommen Geldstrafen zwischen umgerechnet rund 3.745 und 7.490 US-Dollar.

Breiterer Kontext

Nahezu alle 47 offiziell registrierten protestantischen Kirchen Algeriens haben inzwischen behördliche Schließungsverfügungen erhalten. Mehr als 50 Christen wurden zuletzt wegen ihres Glaubens strafrechtlich verfolgt. Zu den bekannteren Fällen zählt der Vizepräsident der Protestantischen Kirche Algeriens (EPA), Youcef Ourahmane, der im Mai 2024 wegen der Organisation eines geistlichen Rückzugs zu einem Jahr Haft verurteilt wurde.

Algerien zählt schätzungsweise 150.000 Christen bei rund 48 Millionen Einwohnern (etwa 0,3 Prozent), darunter rund 8.000 Katholiken. (Quelle: Morning Star News)