Unklarheit über entführten Priester

Der indische Salesianerpater Tom Uzhunnalil wurde im Jemen bei einem Überfall auf ein christliches Altersheim entführt. Gerüchte über seine Ermordung durch die Entführer konnten nicht bestätigt werden. Indiens Regierung bemüht sich offenbar weiter um die Freilassung des Ordenspriesters.
Ob der „Islamische Staat“ hinter der Entführung des Geistlichen stecke, sei unterdessen noch immer nicht bestätigt, sagte der Specher des Salesianerordens im indischen Bengaluru, Mathew Valarkot, der Zeitung „Indian Express“ (Onlineausgabe Sonntag). Mit einem anderen Salesianer im Jemen stehe die Ordensleitung in Kontakt. Indiens Außenminister Sushama Swaraj hatte am Samstag per Twitter mitgeteilt, man unternehme alle Anstrengungen, um Uzhunnalil freizubekommen.
Der aus dem indischen Bundesstaat Kerala stammende Uzhunnalil ist als einer von zwei katholischen Priestern im Jemen tätig. Seit dem Anschlag auf ein christliches Seniorenheim im Jemen am 4. März gibt es keine Nachricht mehr von ihm. Bei dem Attentat töteten mutmaßliche Islamisten 16 Menschen, unter ihnen vier Mutter-Teresa-Schwestern. Vergangene Woche tauchte in sozialen Netzwerken die Spekulation auf, Uzhunnalil könne am Karfreitag von möglichen Entführern gekreuzigt werden. Verlässliche Quellen dafür gibt es anscheinend nicht.
Der für den Jemen zuständige Bischof Paul Hinder in Abu Dhabi sagte am Donnerstag dem vatikanischen Pressedienst Fides mit Blick auf Uzhunnalis Verbleib: „Wir wissen nichts, wir wissen nicht, wo er sich aufhält und ob er noch am Leben ist. Wir hoffen und beten für ihn.“ Am Sonntag war Hinder für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. (Quelle: katholisch.de)