Vier Missionarinnen bei Anschlag getötet

Vier Missionarinnen aus der von Mutter Teresa von Kalkutta gegründeten Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe wurden bei einem terroristischen Anschlag auf ihr Kloster in Aden (Jemen) getötet. Dies teilt das Apostolische Vikariat Süd-Arabien mit. Bei dem Anschlag starben auch 12 weitere Menschen, u.a. Mitarbeiter der Ordensschwestern, während die Oberin des Klosters dem Tod entging. Auch die älteren Menschen und die Menschen mit einer Behinderung, die im Kloster betreut wurden haben den Anschlag überlebt, während der indische Pater Tom Uzhunnalil von den Salesianern von Don Bosco vermisst wird, der seit dem Brandanschlag auf die Kirche von der Heiligen Familie in Aden im vergangenen September im Kloster lebte.
Zwei der beiden getöteten Schwestern kamen aus Ruanda, eine aus Indien und die vierte aus Kenia. Die Oberin der Gemeinschaft wird derzeit von der Polizei befragt. Die Leichen der ermordeten Schwestern und ihrer Mitarbeiter befinden sich in Polizeigewahrsam. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag, doch es ist bekannt, dass in der Hafenstadt, die vor Monten von den Soldaten des Präsidenten im Kampf gegen die Houthi-Rebellen zurückerobert wurde, Gruppen aktiv sind die mit Al-Kaida in Verbindung stehen.
Papst Franziskus bezeichnet Ordensschwestern als Märtyrerinnen der Liebe: “Sie wurden Opfer der globalen Gleichgültigkeit”
“Ich möchte den Missionarinnen der Liebe mein herzliches Beileid ausdrücken, die um vier in Aden im Jemen ermordete Mitschwestern trauern, die dort alte Menschen pflegten. Ich bete für sie und die anderen bei dem Anschlag ermordeten Menschen und ihre Angehörigen”, so Papst Franziskus beim sonntäglichen Angelusgebet am gestrigen 6. März, wo er an das Blutbad in Jemen vom 4. März erinnerte. “Dies sind die Märtyrer der heutigen Zeit! Sie erscheinen nicht auf den Titelseiten der Zeitungen und sind keine Nachricht wert: sie opfern ihr Blut für die Kirche”, so der Papst, „Sie wurden nicht nur Opfer ihrer Angreifer sondern auch Opfer der Globalisierung der Gleichgültigkeit, der alles egal ist … Mutter Teresa begleite diese ihre Töchter und Märtyrer der Nächstenliebe ins Paradies, und trete bei Gott ein für Frieden und den heiligen Respekt vor dem menschlichen Leben“.
Indische Bischöfe und Missionarinnen der Nächstenliebe: “Wir werden den Jemen nicht verlassen”
Am Rande ihrer Vollversammlung in Bangalore bringen die indischen Bischöfe “Sorge, Entsetzen und Trauer nach dem niederträchtigen Anschlag” zum Ausdruck, bei dem am vergangenen 4. März in Aden (Jemen) 16 Menschen, darunter vier Ordensfrauen, getötet wurden. Eine der vier ermordeten Schwestern aus der Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe, Schwester Anselma, stammt aus der indischen Diözese Gumla im Unionsstaat Jharkhand.
Die rund 180 versammelten Bischöfe der Katholischen Bischofskonferenz in Indien (CBCI) beteten gemeinsam für die Opfer und bringen der von Mutter Teresa von Kalkutta gegründeten Kongregation ihr Beileid zum Ausdruck. “Diese in niederträchtiger Absicht verübten brutalen Anschläge auf die christliche Missionsschwestern nehmen uns nicht dem Mut bei unserem Dienst an Armen und Kranken”, so die Bischöfe, die sich auch eine baldige Freilassung des indischen Salesianerpaters Tom Uzhunnalil wünschen, der bei dem Attentat verschleppt wurde und sich noch in den Händen der Terroristen befindet.
Auch die Kongregation der Missionarinnen von der Nächstenliebe bekräftigen in einer offiziellen Verlautbarung, dass sie auch nach dem Massaker in Jemen ihre Tätigkeit im Land fortsetzen und „Armen und Bedürftigen dienen“ werden. “Mutter Teresa ging stets in alle entlegenen Ecken der Welt, unabhängig von der dort herrschenden Situation”, so die Ordensgemeinschaft. Im Mutterhaus des Ordens in Kalkutta fand ein Trauergottesdienst für die ermordeten Mitschwestern statt.
(Quelle: Fidesdienst)