Christin verliert Baby nach Angriff

In Indien hat eine schwangere Christin ihr Kind verloren, nachdem radikale Hindus sie und 40 weitere Christen angegriffen hatten. Das berichtet das christliche Hilfswerk International Christian Concern (ICC, Washington). Demnach ereignete sich der Vorfall bereits im Oktober in dem Dorf Balanagar (Bundesstaat Telangana). Die Christen hatten sich in einer Privatwohnung zu einem Gebetstreffen versammelt, als etwa 60 Hindu-Extremisten das Heim stürmten und auf die Männer, Frauen und Kinder einprügelten. Dadurch starb das ungeborene Kind einer 24-Jährigen. Ein junger Mann sei durch Schläge mit einem Ziegelstein schwer am Kopf verletzt worden. Die Christen erstatteten Anzeige, woraufhin die Polizei sieben Tatverdächtige festnahm, sie aber noch am selben Tag wieder freiließ.
Ein weiteres Zeichen für die wachsende Intoleranz gegenüber Christen
Der Präsident des Gemeinsamen Christlichen Komitees im Bundesstaat Telangana, Pastor Ronald John, zeigte sich erschüttert und verurteilte den Angriff scharf. Der ICC-Regionaldirektor für Südasien, William Stark, nannte den Vorfall ein weiteres Zeichen für die wachsende Intoleranz gegenüber Christen. Die christliche Minderheit ist in der Vergangenheit immer wieder Attacken von extremistischen und nationalistischen Hindus ausgesetzt gewesen. Die Situation hat sich seit der Regierungsübernahme durch die Hindu-Partei BJP 2014 allerdings weiter verschlechtert. Christen bekommen kein Land für den Bau von Kirchen oder für Friedhöfe und keine Erlaubnis für öffentliche Versammlungen. In etlichen Bundesstaaten wurden Anti-Bekehrungsgesetze erlassen. Zudem gibt es verstärkte Bemühungen, ehemalige Hindus zur traditionellen Religion zurückzugewinnen. Von den 1,25 Milliarden Einwohnern Indiens sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen. Die übrigen sind meist Anhänger von Natur- und Stammesreligionen. (Quelle: idea, Bild: TUBS)