Zerstörung einer Christusstatue durch israelischen Soldaten

KIRCHE IN NOT hat die Zerstörung einer Christusstatue im Süden des Libanon scharf verurteilt. Auslöser sind Bilder, die in den vergangenen Tagen verbreitet wurden und nach Angaben der israelischen Armee authentisch sind.
Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in öffentlichen Erklärungen vom 19. und 20. April 2026 mitteilten, zeigen die Aufnahmen einen Soldaten der eigenen Streitkräfte im Süden des Libanon. Die Armee erklärte, sie nehme den Vorfall sehr ernst. Das Verhalten des Soldaten widerspreche den Werten und Verhaltensmaßstäben, die für Angehörige der Streitkräfte gelten.
Zu möglichen disziplinarischen Konsequenzen wurden bislang keine weiteren Einzelheiten bekannt. Nach Angaben der Armee wird der Fall derzeit innerhalb der militärischen Befehlskette untersucht. Zugleich kündigten die Streitkräfte an, die örtliche christliche Gemeinschaft bei der Wiederherstellung der beschädigten Statue zu unterstützen.
KIRCHE IN NOT zeigte sich tief betroffen über die Schändung eines heiligen christlichen Symbols. Das Hilfswerk verurteilte die Tat mit Nachdruck und erklärte seine volle Solidarität mit den Christen im Libanon, die seit Jahren unter Unsicherheit und Instabilität leiden.
Zugleich betonte KIRCHE IN NOT, dass der Respekt vor religiösen Symbolen und Kultstätten ein grundlegendes Prinzip sei – auch und gerade in Zeiten bewaffneter Konflikte. Nichts könne Handlungen rechtfertigen, die die religiöse Würde von Gemeinschaften verletzten oder Missachtung gegenüber dem ausdrückten, was ihnen heilig sei.
Das Hilfswerk begrüßte, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei und erste Schritte zur Aufarbeitung sowie zur Wiederherstellung angekündigt wurden. Solche Maßnahmen seien wichtig, um Respekt zu sichern und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Entscheidend werde sein, dass sie transparent und glaubwürdig umgesetzt würden.
KIRCHE IN NOT bekräftigte außerdem, weiterhin an der Seite bedrängter Christen zu stehen und überall dort geistliche und konkrete Hilfe zu leisten, wo Glaube, Würde und Religionsfreiheit bedroht seien.
Abschließend rief das Hilfswerk zum Gebet für die christlichen Gemeinschaften im Libanon und in der gesamten Region auf. Zugleich erneuerte es seine Forderung nach dem Schutz der Religionsfreiheit und nach Achtung dessen, was Gläubigen jeder Tradition heilig ist. (Quelle: KIRCHE IN NOT, Bild: Screenshot/X)
Israels Regierung verurteilt die Tat
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Außenminister Gideon Saar verurteilten die Tat und äußerten Bedauern. Netanjahu verwies darauf, dass aus seiner Sicht Israel das einzige Land in der Region sei, in dem Christen in Frieden leben könnten. „Während Christen in Syrien und dem Libanon von Muslimen abgeschlachtet werden, gedeiht die christliche Bevölkerung in Israel besser als irgendwo sonst im Mittleren Osten.“ Er drückte allen Christen im Libanon und in der Welt sein Bedauern aus.
Ähnlich äußerte sich Außenminister Saar. Diese Tat „widerspricht vollkommen unseren Werten“, so der Minister. „Wir entschuldigen uns für diesen Vorfall bei allen Christen, deren Gefühle dadurch verletzt wurden.“ Die Armee habe „kein Interesse daran, zivile Infrastruktur inklusive religiöser Gebäude oder Symbole zu zerstören“. Gleichzeitig solle die christliche Gemeinschaft, zu der das Kruzifix gehöre, bei dessen Wiederherstellung unterstützt werden. – Etwa ein Drittel der libanesischen Bevölkerung bekennt sich zum Christentum.
In der Nacht zu Montag hatte Israels Armee die Echtheit des Bildes bestätigt, das zuvor bereits in Sozialen Medien zirkulierte. Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass es sich bei dem Soldaten, der auf den Kopf einer liegenden Christusfigur am Kreuz mit einem Hammer einschlägt, tatsächlich um ein Mitglied der israelischen Streitkräfte handelt. Das Verhalten des Soldaten sei „vollkommen unvereinbar mit den von den Truppen erwarteten Werten“, erklärte sie und kündigte Konsequenzen für alle Beteiligten an. (Quelle: Kathpress)