2 Christen wegen Mission verurteilt



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Im Iran sind zwei evangelikale Christen wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“ und Mission zu einer jeweils achtjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das teilte die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit. Nach ihren Angaben hat ein Revolutionsgericht in Schiraz die Urteile gegen die beiden Männer Eskandar Rezaie und Suroush Saraie am 28. Dezember gefällt. Beide zählen zu dem Kreis Evangelikaler im Iran, die immer wieder ins Visier der islamischen Staatsmacht geraten, weil sie ihren christlichen Glauben bekennen. Rezaie wurde am 6. Juli vergangenen Jahres zu Hause in der südiranischen Stadt Lar festgenommen. Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten dort mehrere Hundert Ausgaben des Neuen Testaments. Saraie wurde ebenfalls im Juli inhaftiert. Beide waren erstmals im Oktober 2012 für fünf Monate in Haft gekommen, als Sicherheitskräfte ein Gebetstreffen in Schiras auflösten, an dem sie teilnahmen. Im Juli 2014 wurden sie erneut eingesperrt und erst nach 16 bzw. 17 Monaten wieder freigelassen.

Der Iran hat den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert, der auch Religionsfreiheit garantiert. Sie beinhaltet das Recht, den eigenen Glauben öffentlich zu bekennen und die Religion zu wechseln. Der Iran zählt zu den Staaten, die Christen am stärksten verfolgen. Im Weltverfolgungsindex des Hilfswerkes Open Doors rangiert das Land auf Platz zehn. 95 Prozent der über 77 Millionen Einwohner gehören zum schiitischen Zweig des Islams. Die Zahl der Christen liegt bei 360.000. (Quelle: idea, Foto: Hansueli Krapf/wikipedia)