Fünf Christen festgenommen, nachdem ein Mob einen Sonntagsgottesdienst gestört hat



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Mehr als 500 Christen, darunter auch Pastoren, befinden sich weiterhin in Gefängnissen im gesamten Bundesstaat Uttar Pradesh in Haft.

Die Polizei hat in einem nordindischen Bundesstaat fünf Christen festgenommen, nachdem ein hinduistischer Mob eine sonntägliche Gebetsversammlung gestürmt und den Anwesenden vorgeworfen hatte, religiöse Bekehrungen durchzuführen.

Der Vorfall ereignete sich am 23. August im Dorf Kathauli im Distrikt Prayagraj im Bundesstaat Uttar Pradesh.

Einige Mitglieder des Mobs, die angaben, der Vishwa Hindu Parishad (VHP, Weltrat der Hindus), deren Jugendorganisation Bajrang Dal sowie deren Frauenorganisation Durga Vahini anzugehören, drangen gewaltsam in die Sonntagsversammlung ein und störten sie.

Christen, die bei der Versammlung anwesend waren und unter der Bedingung der Anonymität sprachen, erklärten, sie seien belästigt und tätlich angegangen worden, bevor der Mob die Polizei rief.

Ein Polizeibeamter aus dem Distrikt, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, dass einige Dorfbewohner Anzeige wegen angeblicher Zwangsbekehrungen erstattet hätten.

Die Polizei sei daraufhin zum Ort des Geschehens gefahren und habe mehrere Personen festgenommen. Weitere Ermittlungen seien im Gange, sagte er, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.

Minakshi Singh, Generalsekretärin der in Uttar Pradesh ansässigen Hilfsorganisation Unity in Compassion, erklärte, solche Angriffe durch Mobs seien in dem Bundesstaat immer häufiger geworden, da hinduistische Gruppen derartige Aktionen weitgehend ungestraft durchführen könnten.

Regierung und Polizei gingen nicht gegen sie vor. Sie würden geschützt, während die Opfer strafrechtlich verfolgt würden, sagte sie.

Christliche Führungspersönlichkeiten in dem Bundesstaat werfen radikalen Hindu-Gruppen, die der regierenden hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) nahestehen, gezielte Angriffe auf Christen, ihre Kirchen und andere öffentliche Einrichtungen vor. Als Vorwand dienten dabei falsche Anschuldigungen wegen religiöser Bekehrungen.

Mehr als 500 Christen, darunter auch Pastoren, befinden sich weiterhin in Gefängnissen im gesamten Bundesstaat. Ihnen werden Verstöße gegen die strengen Bestimmungen des 2021 verabschiedeten Anti-Konversionsgesetzes vorgeworfen.

Shibu Thomas, Gründer von Persecution Relief, einer überkonfessionellen Organisation zur Unterstützung verfolgter Christen, erklärte, bloße Anschuldigungen wegen angeblicher Bekehrungen dürften kein Grund dafür sein, religiöse Versammlungen zu stören und Gottesdienstteilnehmer festzunehmen.

„Unsere Position ist sehr klar. Jeder Vorwurf muss fair und streng nach dem Gesetz untersucht werden“, sagte Thomas. Christen und ihre Pastoren, die friedlich zum Gottesdienst zusammenkommen, lebten inzwischen in Angst, sagte er.

Uttar Pradesh ist mit mehr als 200 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Bundesstaat Indiens. Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind Hindus.

Der Bundesstaat gilt als Brennpunkt religiöser Verfolgung, insbesondere von Christen, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, und von Muslimen, deren Anteil bei knapp 20 Prozent liegt. (Quelle: UCA News)