Der Pfarrer von Taybeh im Westjordanland hat vor zunehmendem Druck auf die letzten dort lebenden Christen gewarnt. In einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT sprach der Priester Bashar Fawadleh von einer „zunehmenden Belastung“ für die rund 1400 Einwohner seines Dorfes und von einem „Mangel an Schutz“.
Taybeh, das biblische Ephraim, liegt östlich von Ramallah und gilt als die letzte mehrheitlich von Christen bewohnte Ortschaft im Westjordanland. Einst lebten dort bis zu 15 000 Menschen. Nach Angaben des Priesters sind die Bewohner seit Jahren Angriffen und Einschüchterungen durch israelische Siedler ausgesetzt. Dazu gehörten Brandstiftungen auf landwirtschaftliche Flächen, beschädigte Fahrzeuge und Mauern einer alten Kirche sowie Drohungen und Hassparolen.
Zusätzlich erschwerten zahlreiche militärische Kontrollpunkte an den Zufahrten zum Ort den Alltag der Bewohner. In den vergangenen Wochen sei ein weiterer Checkpoint errichtet worden, berichtete der Priester. Die ständigen Kontrollen seien eine Belastung und schnitten zudem viele Menschen von Arbeitsplätzen und Feldern ab.

Anlass für besondere Sorge ist nach Worten von Pfarrer Fawadleh eine Entscheidung der israelischen Regierung vom 8. Februar 2026, mit der zivile und administrative Zuständigkeiten im Westjordanland stärker unter israelische Kontrolle gestellt werden.
Der Priester befürchtet, dass dadurch der Ausbau von Siedlungen erleichtert werde und Siedler mehr Land erwerben könnten: „Mit der neuen Entscheidung wird der Druck wachsen.“ Die Bewohner seien schutzlos, beklagte Fawadleh. „Die Gewalt schafft ein Klima der Angst und Unsicherheit.“
Diese Entwicklungen verstärkten die Sorge vieler Christen um ihre Zukunft. „Leider ist der Gedanke an Auswanderung in den Köpfen der Menschen immer präsenter“, sagte der Pfarrer. Zwischen 2023 und 2025 hätten bereits 16 christliche Familien Taybeh verlassen; andere würden ernsthaft darüber nachdenken. Gründe seien vor allem die Unsicherheit und fehlende wirtschaftliche Perspektiven.

Trotzdem ermutigt der Priester die Christen, nach Möglichkeit zu bleiben. Die christliche Präsenz in Taybeh sei ein lebendiges Zeugnis des Glaubens im Land, in dem das Christentum entstanden sei. „Zu bleiben ist oft ein Akt des Glaubens und der Hoffnung“, betonte er. Gleichzeitig seien konkrete Hilfen notwendig, etwa durch Arbeitsplätze, Unterstützung für junge Menschen und eine stärkere Solidarität innerhalb der Pfarre.
Von der internationalen Gemeinschaft erwartet Pfarrer Fawadleh vor allem Aufmerksamkeit für die Situation vor Ort und Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung sowie der religiösen Stätten. Die Weltkirche solle ihre Stimme für die Christen im Heiligen Land erheben und ihnen pastorale und materielle Unterstützung gewähren. Auch internationale christliche Organisationen wie KIRCHE IN NOT könnten durch Projekte in den Bereichen Bildung, Wohnraum, Arbeit sowie psychologische und geistliche Begleitung helfen.

An Christen weltweit richtet der Priester einen eindringlichen Appell: „Taybeh ist nicht nur ein Dorf. Es ist ein lebendiges Zeichen der christlichen Präsenz im Heiligen Land.“ Die Gläubigen weltweit sollten für die Christen der Region beten und sie auch konkret unterstützen, damit diese Gemeinschaft „nicht nur eine Erinnerung der Vergangenheit“ werde.
Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu. In dieser Stunde der Not ruft Pater Anton Lässer, der Kirchliche Assistent von KIRCHE IN NOT international, weltweit zum gemeinsamen Gebet und Fasten auf. Werden Sie Teil dieser geistlichen Gemeinschaft für den Frieden.
Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten erfüllen uns mit großer Sorge. Niemand kann derzeit absehen, wie weit dieser Konflikt noch reicht – doch die Gefahr von Terror, Krieg und wirtschaftlicher Not ist präsent und bedroht weit mehr als nur die Region selbst.
Als Hilfswerk erreichen uns täglich Berichte aus den betroffenen Gebieten. Doch wir hören nicht nur von Leid, sondern auch von der transformierenden Kraft des Gebets. Wir wissen: Wo menschliche Diplomatie an ihre Grenzen stößt, eröffnet das Gebet neue Wege zum Frieden.
Wir laden Sie ein, sich unserer Gebetsinitiative anzuschließen und ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Lassen Sie uns gemeinsam auf die geistlichen Mittel vertrauen, die uns als Christen anvertraut sind. Mit festem Vertrauen auf Gott und Seine Möglichkeiten setzen wir der Spirale der Gewalt die Macht der Fürbitte entgegen.
Herzlichen Dank für Ihre Verbundenheit und Ihr Gebet!
Ewiger Vater! Schau voll Erbarmen auf die Not und Bedrängnis Deiner Kinder! Wenn Du uns nicht hilfst, Gott der Erbarmungen und allen Trostes, werden wir zugrunde gehen!
Lass daher in Deiner unergründlichen Barmherzigkeit die neun Chöre der seligen Geister, alle Heiligen und Seligen des Himmels und alle armen Seelen des Fegefeuers unter der Führung des hl. Erzengels Michael und des hl. Josefs, des Schutzherrn der heiligen Kirche, ausziehen in alle Welt, damit sie im Namen und in der Autorität des Unbefleckten Herzens Mariens, der Königin des Weltalls, der Siegerin in allen Schlachten Gottes, durch die Kraft des kostbaren Blutes Jesu, Deines geliebtesten Sohnes, alle bösen Geister in die Hölle hinabstoßen!
Lass sie ausziehen in alle Welt, damit sie alle bösen Menschen, alle Feinde Gottes, der heiligen Kirche, der Menschenseelen, der Menschlichkeit, der Tabernakel und der Heiligtümer hilflos und ohnmächtig und alle ihre bösen Pläne und Werke zunichte machen!
Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, unseren Herrn, und durch das Unbefleckte Herz Mariens, Deiner heiligsten Tochter. Amen.
Ihr Heiligen und Ihr heiligen Engel helfet uns Gott erkennen und anbeten, lieben und Ihm dienen. Helfet uns im Kampfe mit den Mächten der Finsternis, die uns heimlich umschleichen und bedrängen.
Helfet uns, dass niemand von uns verlorengehe und wir einmal jubelnd in ewiger Seligkeit vereint seien. Amen.
Die kleine katholische Gemeinde Algerien freut sich sehr auf die geplante Reise von Papst Leo XIV. in das nordafrikanische Land. „Der Besuch ist eine große Ermutigung für uns“, sagte der Bischof von Constantine-Hippone, Michel Jean-Paul Guillaud, in einem Interview mit KIRCHE IN NOT. Constantine ist die drittgrößte Stadt Algeriens und liegt im Nordosten des Landes. Auf dem Gebiet des Bistums befindet sich auch die frühere Bischofsstadt des heiligen Augustinus, Hippo Regius, das heutige Annaba.
Der Heilige Stuhl hatte bestätigt, dass der Papst im Rahmen einer Afrikareise vom 13. bis 23. April unter anderem Algerien besuchen wird. Leo XIV., der dem Augustinerorden angehört und dessen Generaloberer war, wird in die Hauptstadt Algier und nach Annaba reisen – Wirkungsort des Kirchenvaters Augustinus. Es ist der erste Besuch eines amtierenden Papstes in Algerien.
Für die Christen des Landes sei der Papstbesuch eine große Überraschung und Freude, erklärte Bischof Guillaud: „Für eine kleine Kirche wie die unsere ist es mehr, als wir erwarten konnten.“ Der Papst sei bereits zweimal als Generalprior des Augustinerordens in Algerien gewesen, unter anderem zu einer Konferenz über den heiligen Augustinus sowie zur Wiedereröffnung der Basilika in Annaba. Nun komme er, um „dem algerischen Volk selbst zu begegnen“.

Nach der Wahl von Papst Leo XIV. habe seine Selbstbezeichnung als „Sohn des heiligen Augustinus“ im Land große Aufmerksamkeit ausgelöst. Zunächst hätten manche Algerier dies geografisch verstanden, berichtete der Bischof, später habe man erkannt, dass es um eine geistliche Verbundenheit gehe. „Dass er drei Tage in Nordafrika verbringt, in einem Land mit muslimischer Mehrheit, ist ein starkes Zeichen.
Der Kirchenvater Augustinus (354–430), Bischof von Hippo Regius, wird heute auch in Algerien zunehmend als Teil des kulturellen Erbes wahrgenommen. Einen wichtigen Impuls habe eine internationale Konferenz im Jahr 2003 gegeben, die vom Hohen Islamischen Rat Algeriens gemeinsam mit der Universität Fribourg organisiert wurde, sagte Guillaud. Seitdem sei das Interesse an Augustinus gewachsen.

Heute besuchen jedes Jahr Zehntausende Menschen die Basilika des heiligen Augustinus in Annaba – „99 Prozent von ihnen sind Muslime“, so der Bischof. Auch der algerische Staat habe zur Restaurierung der Basilika beigetragen. Augustinus werde zunehmend als gemeinsames kulturelles Erbe gesehen.
Christen bilden in Algerien eine sehr kleine Minderheit. Schätzungen zufolge leben in dem nordafrikanischen Land nur einige Zehntausend Katholiken unter einer überwiegend muslimischen Bevölkerung. Die katholische Kirche habe sich seit der Unabhängigkeit Algeriens stark verändert, erklärte Bischof Guillaud. Nach dem Weggang vieler europäischer Christen sei die Kirche deutlich kleiner geworden, besonders durch politische Umbrüche und Konflikte in den 1990er-Jahren.
Seit den 1980er-Jahren habe sich jedoch eine neue Realität entwickelt: Viele junge Christen aus Ländern südlich der Sahara kommen als Studierende nach Algerien. „Heute bestehen etwa 80 Prozent unserer Gemeinden aus Studierenden aus Ländern wie Uganda, Tansania, Simbabwe, Mosambik oder Angola“, sagte der Bischof. Dadurch sei eine junge und dynamische Gemeinschaft entstanden.

Die Diözese Constantine-Hippone umfasst rund 110 000 Quadratkilometer, das entspricht etwa der Fläche der Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Auf dem großen Gebiet ist die katholische Kirche an sieben Orten präsent. Etwa zehn Priester und eine ähnliche Zahl von Ordensschwestern betreuen die Gemeinden.
Nicht überall können regelmäßig Eucharistie gefeiert werden. Mancherorts versammeln sich die Gläubigen deshalb zum gemeinsamen Lesen der Bibel. „Wir entdecken neu, dass die Grundlage einer christlichen Gemeinschaft vor allem die Anwesenheit von Christen ist“, erklärte Guillaud.
Zugleich gibt es örtliche ökumenische Kontakte, etwa mit einer methodistischen Gemeinde in Constantine. Während der Gebetswoche für die Einheit der Christen werden gemeinsame Treffen organisiert. „Das Umfeld begünstigt eine sehr konkrete Form der Ökumene, die sich auf das Wesentliche konzentriert“, sagte Bischof Guillaud.

Gelegentlich wenden sich auch Einheimische an die Kirche mit dem Wunsch, Christ zu werden. In solchen Fällen gehe man sehr behutsam vor. Die Behörden seien über die Arbeit der Kirche informiert und respektierten die Gewissensfreiheit, solange keine missionarische Werbung betrieben werde, sagte der Bischof.
Wer um die Taufe bittet, werde deshalb sorgfältig begleitet und gründlich vorbereitet. Schwierigkeiten entstünden dabei oft eher im familiären Umfeld als durch staatliche Stellen, erklärte Guillaud. „Der Wechsel der religiösen Tradition kann in einer Gesellschaft, die an ihrem Erbe festhält, schmerzhaft sein“, erklärte Guillaud.
Mit einer internationalen Petition ruft KIRCHE IN NOT Regierungen und internationale Organisationen dazu auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärker zu schützen. Bereits mehr als 20 000 Menschen haben die Initiative unterschrieben. Die nächste Zielmarke liegt laut KIRCHE IN NOT bei 100 000 Unterschriften.
Die Petition fordert die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jeder Person das Recht garantiert, ihren Glauben frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Die Unterschriftenaktion richtet sich insbesondere an internationale Institutionen, demokratische Regierungen und diplomatische Vertreter.
Konkret fordert die Initiative unter anderem, Religionsfreiheit stärker als Priorität in der Außenpolitik zu verankern, bedrohte religiöse Gemeinschaften besser zu schützen und Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, rechtliche sowie humanitäre Unterstützung zu gewähren.
Unterzeichnen können Menschen aller Religionen sowie alle, die sich für Menschenwürde und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. Mit der Petition will KIRCHE IN NOT die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Entscheidungsträger dazu bewegen, entschlossener gegen religiöse Verfolgung vorzugehen.

Die Initiative wurde im Oktober 2025 anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gestartet. Die Studie zeigt, dass Milliarden Menschen in Staaten leben, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, eingeschränkt oder bedroht ist.
Die Unterschriftensammlung soll bis November 2026 fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet die von KIRCHE IN NOT initiierte Aktion „Red Wednesday“, bei der Kirchen, öffentliche Gebäude und Denkmäler weltweit rot beleuchtet werden, um auf Christenverfolgung und andere Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen.

Der diesjährige „Red Wednesday“ findet am 18. November statt, der Aktionszeitraum für rote Beleuchtung, Gottesdienst und Aktion erstreckt sich jedoch über die gesamte Woche. Auch in Österreich haben in den vergangenen Jahren immer mehr Pfarren, Klöster und andere Einrichtungen beim „Red Wednesday“ mitgemacht – 2025 hatten sich 234 bei KIRCHE IN NOT registriert. Nach dem diesjährigen „Red Wednesday“ sollen die Unterschriften politischen Entscheidungsträgern und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament übergeben werden.
Bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus betonte der neue Präsident der päpstlichen Stiftung, Kurt Kardinal Koch, die grundlegende Bedeutung dieses Menschenrechts. In Anlehnung an Worte von Papst Leo XIV. erklärte er, Religionsfreiheit sei ein „Grundpfeiler der Menschenwürde und jeder gerechten Gesellschaft“.

„Auch heute leiden Millionen Menschen unter Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung wegen ihres Glaubens“, sagte Kardinal Koch. „Doch selbst wenn sie kleine und schutzbedürftige Minderheiten sind, bleiben Christen in ihren Heimatländern Friedensstifter. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, kein Privileg.“
Unterstützt wird die Initiative auch von Kirchenvertretern aus Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind, darunter der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Mourad aus Homs (Syrien) und Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto (Nigeria).
Mehrere katholische Bischöfe des Libanon berichten dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ von Angst und Instabilität in ihren Diözesen nach den durch Angriffe der radikalislamischen Hisbollah provozierten israelischen Luftschlägen auf den Süden des Landes.
Der griechisch-melkitische Erzbischof von Sidon, Elie Bechara Haddad, beschrieb die angespannte Atmosphäre mit den Worten: „Raketen fliegen über unsere Köpfe hinweg.“ Seine Diözese sei aktuell nicht direkt getroffen worden, aber viele Flüchtlinge würden bereits in öffentlichen Schulen und Pfarrzentren aufgenommen und betreut.

Auch weiter südlich berichtete der griechisch-melkitische Erzbischof von Tyros, Georges Iskandar, gegenüber „Kirche in Not“, dass kirchliche Einrichtungen bereits Flüchtlinge aufnehmen. Er schätze, dass rund 800 christliche Familien in seiner Diözese bald Hilfe benötigen könnten, sollten die Kampfhandlungen anhalten. „Die Menschen sind erschöpft“, betonte Iskandar, „sie fürchten um ihre Kinder und ihre Zukunft; sie sehnen sich nach einem einfachen und normalen Leben: dass ein Kind ohne Angst zur Schule gehen kann, dass ein älterer Mensch friedlich in seinem Zuhause schlafen kann, dass Vater und Mutter in Würde für ihren Lebensunterhalt arbeiten können.“ Seine Aufgabe als Erzbischof sehe er in dieser Situation darin, den Menschen nahe zu sein, ihr Leid zu hören, mit ihnen zu beten. „Ich muss sie daran erinnern, dass ihre Würde vor Gott gewahrt ist und dass die christliche Hoffnung nicht auf Machtverhältnissen, sondern auf dem Glauben an den Herrn der Geschichte gründet, der Frieden für sein Volk will.“

Im vorwiegend christlich besiedelten Bekaa-Tal entwickelt sich die Krise nach Ansicht des maronitischen Ortsbischofs Hanna Rahmé ähnlich wie bereits im Krieg von 2024. Er berichtete, dass muslimische und christliche Familien aus Baalbek erneut in Deir el-Ahmar Zuflucht suchen. Auch dort seien öffentliche Schulen und Kirchenzentren wie beispielsweise die St.-Nohra-Schule geöffnet worden, um vertriebene Familien aufzunehmen. Trotz äußerst begrenzter Mittel betonte Bischof Rahmé, die Kirche werde die Bedürftigen nicht im Stich lassen: „Sie gehören zu uns; wir werden uns mit unseren Möglichkeiten um sie kümmern.“
Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden durch die Luftangriffe fast 30 000 Menschen vertrieben, für knapp 50 Dörfer im Süden des Landes sei die Evakuierung angeordnet worden. Die Autobahnen aus dem Südlibanon und den südlichen Vororten Beiruts waren am Montag schnell überlastet, tausende Menschen steckten stundenlang im Stau fest. Obwohl die Regierung öffentliche Notunterkünfte und Notfall-Hotlines eingerichtet hat, bleibe die Lage nach Einschätzung der katholischen Bischöfe instabil. Mehrere Diözesen haben gegenüber „Kirche in Not“ angekündigt, dass sie bei einer weiteren Eskalation auf internationale Hilfe für die Versorgung der Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Notfallpaketen und Existenzhilfe angewiesen sein dürften. „Kirche in Not“ hat Bereitschaft zur Hilfe signalisiert und bittet seine Unterstützer um Gebet für den Frieden im Libanon und im gesamten Nahen Osten.
Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr katholische Priester, Ordensleute und Seminaristen getötet als 2024. Darauf weist KIRCHE IN NOT in einer aktuellen Auswertung hin. Rückläufig hingegen ist die Zahl der inhaftierten Geistlichen.
Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Meldungen wurden 2025 weltweit 19 Kirchenmitarbeiter getötet – im Jahr zuvor waren es 13. Bei den Getöteten handelt es sich um 15 Priester, zwei Seminaristen und zwei Ordensschwestern. Mehrere der gewaltsamen Todesfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entführungen oder in bewaffneten Konflikten, etwa in Nigeria, Äthiopien, Sudan und Myanmar. Weitere Geistliche wurden bei Angriffen, Überfällen oder unter bislang ungeklärten Umständen getötet – unter anderem in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti.
KIRCHE IN NOT weist darauf hin, dass die hier erfassten Zahlen ausschließlich Priester und Ordensleute betreffen. In vielen Ländern seien auch Katecheten und Laienmissionare massiv bedroht und häufig Opfer von Gewalt, diese sind in der Statistik jedoch nicht enthalten.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Zahl der inhaftierten Geistlichen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben von KIRCHE IN NOT waren 2025 weltweit 28 Priester und Ordensleute aufgrund von religiöser Verfolgung in Haft oder anderweitig ihrer Freiheit beraubt. Im Jahr zuvor waren es noch 71. Der Rückgang ist vor allem auf die Entwicklung in Nicaragua zurückzuführen, wo die meisten der im Jahr 2024 inhaftierten Geistlichen inzwischen freigelassen wurden.
In Belarus sank die Zahl der inhaftierten katholischen Priester ebenfalls leicht. In China hingegen nahm die Zahl der Festsetzungen zu, teilt KIRCHE IN NOT mit. Dort waren im Jahr 2025 insgesamt 14 Geistliche zeitweise in Haft oder unter Hausarrest, darunter mehrere Bischöfe. Verlässliche Informationen zur Situation der Kirche in China seien weiterhin schwer zu erhalten, betont KIRCHE IN NOT.
Auch in Indien kam es 2025 zu mehreren Festnahmen, betroffen waren ausschließlich Ordensfrauen. Ihnen wurden unter anderem Entführung oder Menschenhandel vorgeworfen. Alle Betroffenen kamen später wieder frei.

Ein großes Problem bleiben die Entführungen von Priester und Ordensleuten, auch wenn die gemeldeten Fälle leicht zurückgingen. KIRCHE IN NOT wurden im vergangenen Jahr 38 entführte Priester und Ordensleuten gemeldet.
Besonders betroffen ist weiterhin Nigeria, wo die Zahl der Entführungen sogar anstieg – von 17 auf 24 Fälle. Unter den Entführten waren auch Seminaristen und Ordensschwestern. Zwei Seminaristen wurden getötet. Zum Jahresende galt noch ein Priester als vermisst; ein weiterer kam im Januar 2026 frei.
Einen starken Anstieg verzeichnete auch Kamerun, wo 2025 insgesamt acht Priester entführt wurden, vor allem im konfliktreichen Nordwesten des Landes. Die meisten Betroffenen kamen wieder frei.
Weitere Entführungen wurden unter anderem aus Kolumbien, Haiti und Äthiopien gemeldet. Die Entführer gehören mehrheitlich islamistischen oder anderen extremistischen Gruppen an; in einigen Weltregionen haben auch kriminelle Banden Entführungen und die Erpressung von Lösegeld zu einem „Geschäftszweig“ gemacht.
Seit 1999 gibt es in der Diözese Machakos im Süden Kenias ein Karmelitinnenkloster. Sie stammen aus Kenia, Spanien, Burkina Faso, Kamerun und Tansania. Die wichtigste Aufgabe der kontemplativen Schwestern besteht im Gebet. Ihren Lebensunterhalt verdienen sie durch das Backen von Hostien und der Anfertigung liturgischer Gewänder. Beides ist zugleich ein Dienst, den sie der Ortskirche leisten. Auch bei der Arbeit unterbrechen sie ihr Gebet nicht.
Zum Backen der Hostien standen ihnen bislang nur alte Geräte zur Verfügung, die immer wieder ausfielen und repariert werden mussten. Mit ihnen war die Arbeit mühsam. Zugleich ist aber die Nachfrage nach Hostien gestiegen, denn Schwester Mary Therese Ndinda, die Priorin, erklärt: „Die Erfahrung der Covid-19-Pandemie hat viele Menschen in die Kirche zurückkehren lassen.“

Den höheren Bedarf konnten die Karmelitinnen nicht decken. Neue Geräte konnten sie sich aber nicht leisten, denn mit ihrer Arbeit können sie nur gerade für ihren bescheidenen Lebensunterhalt aufkommen. Daher hatten sie uns um Hilfe gebeten. Unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen, und so kamen 18.000 Euro zusammen, sodass die Schwestern eine neue Ausstattung für die Herstellung von Hostien anschaffen konnten. Jetzt geht ihnen diese Arbeit viel leichter von der Hand.
Die Priorin schreibt im Namen ihrer Mitschwestern: „Wir möchten unsere Dankbarkeit für Ihre großherzige Unterstützung zum Ausdruck bringen. Möge der Herr, der sich an Großzügigkeit nicht übertreffen lässt, sie Ihnen vergelten!“
Der 24. Februar 2022 markiert einen tiefen Einschnitt für Millionen von Menschen in der Ukraine. Was als großflächige Invasion begann, entwickelte sich zu einer jahrelangen Prüfung für den Glauben und die Menschlichkeit. Doch inmitten der Trümmer und der Angst gibt es Orte der Zuflucht – ermöglicht durch eine Welle der Solidarität, die bis heute anhält.
Für Julia aus Charkiw bedeutete die Flucht nicht nur den Verlust ihrer Heimat, sondern auch den Beginn einer tiefgreifenden inneren Wandlung. Gemeinsam mit ihrer Familie fand sie Schutz in einem Kloster bei den Schwestern Paulina und Barbara.
„Ihre Gastfreundschaft hat mich täglich erstaunt“, erinnert sich Julia. „Es war das größte Geschenk in jener dunklen Zeit: ein tiefgreifendes spirituelles Erwachen.“
Was im hektischen Stadtleben kaum Platz fand, wurde im Kloster zum Anker: wöchentliche Gottesdienste und ehrliche Gespräche. Als Julia die Ukraine schließlich verlassen musste, damit ihre Kinder zur Schule gehen konnten, blieb eine Verbindung, die wie Familie ist – und ein ewiger Kalender der Schwestern, der sie noch heute täglich an diese Zeit erinnert.
Julias Geschichte ist eines von vielen Zeugnissen. Dank der Großzügigkeit von Ihnen konnte KIRCHE IN NOT in den vergangenen vier Jahren 1.256 Projekte mit einer Gesamtsumme von über 30 Millionen Euro unterstützen.
Diese Zahlen übersetzen sich vor Ort in ganz konkrete, lebensnotwendige Hilfe:
Hinter jedem Projekt stehen Menschen, die an vorderster Front ausharren. Pater Oleksander Ryepin aus Mykolaiiv berichtet, wie das Pfarrhaus über ein halbes Jahr lang zur Heimat für Menschen aus besetzten Gebieten wurde. Es ging um mehr als nur das Überleben – es ging darum, Würde und Zugehörigkeit zurückzugewinnen.
„Der Schmerz verschwindet nicht – aber er wird verwandelt“, schreibt er. „Tränen hören auf, nur Verzweiflung zu sein, und werden zu Gebet.“
Auch die Schwestern aus Odessa und Tschernomorsk senden ihren Dank: Die Hilfe schenkt ihnen die Gewissheit, nicht allein zu sein. Für sie ist klar: Liebe ist stärker als die Angst.

Die Kirche in der Ukraine bleibt lebendig und nah bei den Menschen, weil Menschen weltweit sie nicht vergessen haben. Diese Unterstützung ist das Fundament für die Hoffnung, die auch Julia in ihrem Herzen trägt, während sie in der Fremde auf ihren Kalender blickt.
Ihr Traum bleibt unerschüttert: „Jeden Tag träume ich davon, nach meinem geliebten Charkiw zurückzukehren. Und wir werden zurückkehren. Der Krieg wird enden.“
Der kürzlich ernannte Präsident von KIRCHE IN NOT, Kurt Kardinal Koch, hat die Internationale Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus besucht. Er kam dort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, besuchte die Räumlichkeiten und feierte eine heilige Messe in der Hauskapelle.
Er freue sich, „Präsident dieser wunderbaren Organisation zu sein“ und ermutigte die Anwesenden, die Christen in Not nicht nur materiell, sondern auch geistlich zu unterstützen. Das Wichtigste sei, an sie zu denken und für sie zu beten.
„Wir haben die große Freude, die großartige Botschaft Jesu Christi empfangen zu haben und diese Botschaft weitergeben zu dürfen, damit Menschen in Freude leben können. Doch viele Menschen befinden sich in Schwierigkeiten und großer Not. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zu helfen, indem wir sie materiell unterstützen und ihnen das Geschenk des Glaubens, des Evangeliums anbieten.“
Im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte Kardinal Koch ihnen ausdrücklich für deren intensives Engagement und den Einsatz für die Religionsfreiheit. Sie sei ein wichtiges Thema und eine große Herausforderung. Gleichzeitig verwies er auf die Dringlichkeit der Neuevangelisierung in den westlichen Ländern, „denn der Glaube ist in einigen unserer Regionen sehr schwach“.

Neben seiner neuen Aufgabe als Präsident von KIRCHE IN NOT ist Kardinal Koch beim Heiligen Stuhl langjähriger Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen. Bei seinem Besuch verwies er auf die Ähnlichkeit zwischen den Aufgaben des Dikasteriums und dem Auftrag des Hilfswerks: Beide hätten eine ökumenische und soziale Dimension und befassten sich mit den verschiedenen Ausdrucksformen des Christentums.
„Wir haben viele Unterschiede, eine große Vielfalt, aber wir brauchen einen gemeinsamen Geist. Ohne diesen gemeinsamen Geist können wir unsere Konflikte und Kriege nicht überwinden“, mahnte Kardinal Koch. Nur wenn die Kirche trotz aller Unterschiede geeint sei, kann sie ein Zeichen und Werkzeug für die Gesellschaft und die Welt sein.
Der aus der Schweiz stammende Kardinal ist dem Hilfswerk bereits lange verbunden. Nicht nur in seiner Heimat, sondern auch in Deutschland war er in der Vergangenheit bereits mehrfach Gast bei Veranstaltungen.

Das Dikasterium für den Klerus hat den Wiener Pfarrer Stefan Reuffurth zum neuen geistlichen Assistenten für das katholische pastorale Hilfswerk KIRCHE IN NOT Österreich ernannt.
Der geistliche Assistent begleitet die Arbeit von KIRCHE IN NOT insbesondere auf geistlicher und pastoraler Ebene, etwa in der Begleitung von Mitarbeitern und Wohltätern, dem Spenden von Sakramenten sowie bei der kirchlichen Verankerung des Werks. Pfarrer Stefan Reuffurth folgt auf Pater Martin Rauch SJ, der bis 2025 geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT gewesen ist.
In seiner neuen Aufgabe sieht Pfarrer Reuffurth eine besondere Verbindung von Seelsorge und Solidarität: „KIRCHE IN NOT macht sichtbar, dass die Kirche eine weltweite Gemeinschaft ist, in der das Leid der einen nicht von den anderen getrennt werden kann. Mit über 5000 pastoralen Projekten wird durch KIRCHE IN NOT in über 1400 Diözesen weltweit der Glaube gestärkt und die Verkündigung der frohen Botschaft unterstützt. Es ist mir ein großes Anliegen, die pastorale Dimension dieses Dienstes hier in Österreich zu stärken – im Gebet, im Zeugnis des Glaubens und der Märtyrer sowie in der konkreten Hilfe für unsere Schwestern und Brüder in Not.“

„Dass Stefan Reuffurth unsere Arbeit für KIRCHE IN NOT mit Rat, Tat und Gebet unterstützen wird, freut mich sehr. Er hat ein großes Herz für die arme, leidende und verfolgte Kirche weltweit. Uns verbindet der Wunsch, Solidarität mit der leidenden Kirche zu üben sowie die Schönheit und Kraft des Glaubens der wachsenden Weltkirche den Menschen in Österreich nahzubringen. Wir stehen als katholisches Hilfswerk im Dienst der Kirche und wollen gemeinsam mit Stefan Reuffurth die Arbeit von KIRCHE IN NOT mehr Menschen in Österreich bekannt machen“, Tobias Pechmann, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT Österreich.
Pfarrer Stefan Reuffurth ist Diözesanpriester der Erzdiözese Wien. Er wurde 1967 in Hanau (Deutschland) geboren und studierte katholische Theologie in Wien und am Boston Theological Institute (USA). Nach seiner Priesterweihe 1999 arbeitete er unter anderem als Kaplan im burgenländischen Loretto und absolvierte weiterführende Studien in Moraltheologie an der Päpstlichen Akademie Alfonsiana in Rom. Seit 2007 ist er Pfarrer der Pfarre „Zum Guten Hirten“ in Wien-Hietzing, seit 2009 zudem Dechant des Stadtdekanats 13 sowie Pfarrer der Pfarren Unter St. Veit – Zum Guten Hirten und Ober St. Veit.
Der Pfarrer der katholischen Pfarre im Gazastreifen, Pater Gabriel Romanelli, hat sich mit einem dramatischen Appell an KIRCHE IN NOT gewandt. „Seit Beginn der Waffenruhe im Oktober sind rund 100 Kinder im Gazastreifen gestorben – keines natürlichen Todes“, erklärte der Geistliche. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hatte diese Zahl kürzlich gemeldet.
Kälte, unhygienische Lebensbedingungen und immer wieder aufflammende Kämpfe verschlimmerten die Lage – gerade für die Kinder. „Die meisten Menschen leben in Zelten. Atemwegs- und Verdauungserkrankungen nehmen zu“, berichtete Romanelli. Medikamente seien nicht ausreichend vorhanden.
Weitere Sorgen macht sich der Geistliche um die Schulbildung. Vor dem Gaza-Krieg besuchten über 2200 Kinder eine der drei katholischen Schulen im Gazastreifen – bei einer Gesamtzahl von damals etwa 1000 Christen. Derzeit könnten nur 162 Kinder unterrichtet werden. „Das Hautproblem ist der Platz, weil in den Schulen vielfach noch Flüchtlinge untergebracht sind“, sagte Romanelli.

Seine Pfarre habe sich deshalb dazu entschlossen, zwei noch intakte Privatschulen mit Heften, Stiften und anderen Materialien zu unterstützen, damit mehr Kinder die Chance auf Unterricht haben. Das Geld dazu kommt wie auch in anderen Bereichen vom Lateinischen Patriarchat von Jerusalem und Partnern wie KIRCHE IN NOT. „Diese Hilfe ist weiterhin unverzichtbar; denn der Bedarf ist immens“, betonte Romanelli. „Seit dem Waffenstillstand kommen zwar wieder Waren in den Gazastreifen. Doch die Menschen haben kein Geld, um sich etwas zu kaufen.“
In den Räumen der Pfarre „Heilige Familie“ leben aktuell noch 450 Menschen, rund 100 hätten sich entschieden, in ihre Wohnungen zurückzukehren. „Der Krieg ist noch nicht vorbei – auch wenn die Medien etwas anderes nahelegen“, betonte der Pfarrer. Zwar hätten die massiven Bombardierungen in Teilen des Gazastreifens nachgelassen, doch komme es weiterhin zu Angriffen, insbesondere jenseits der sogenannten „Gelben Linie“, der während des Waffenstillstands vom 10. Oktober 2025 festgelegten militärischen Grenze.

„Es gibt nach wie vor Zerstörungen von Häusern, Tote und Verletzte“, berichtete Romanelli. „Es ist absolut notwendig, dass der Krieg wirklich endet. Es scheint jedoch, dass niemand auf der Welt sich wirklich und wirksam dafür einsetzt.“
KIRCHE IN NOT lädt zu einem Weltgebetstag für den Frieden in Myanmar ein. Dieser wird am Sonntag, 1. Februar, stattfinden, dem fünften Jahrestag des Militärputsches in dem südostasiatischen Land. KIRCHE IN NOT lädt Wohltäter, Freunde und Projektpartner dazu ein, sich der Gebetsinitiative anzuschließen. Zudem ruft das Hilfswerk dazu auf, den Gebetsauruf in den sozialen Netzwerken zu teilen.
„Wir sind tief betroffen von der Situation in Myanmar“, erklärte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), Regina Lynch, am internationalen Sitz des Hilfswerks in Königstein im Taunus. Die Menschen litten unter Bombenangriffen, Hunger, fehlendem Strom und Armut. Priester und Ordensleute seien häufig tagelang unterwegs, um entlegene Gemeinden zu erreichen – oft unter Lebensgefahr. „Trotz allem setzen sie ihre Arbeit fort“, betonte Lynch. „Sie danken für die Unterstützung und bitten uns: ,Bitte betet für uns und unser Volk.’ Genau das wollen wir tun.“

KIRCHE IN NOT hat auch als Anregung ein Gebet für die Gläubigen in den Konfliktgebieten in Myanmar veröffentlicht:
Herr der Barmherzigkeit,
wir bringen dich im Gebet zu den Gläubigen von Myanmar,
zu denen, die im Dschungel leben und sich vor Kämpfen und Konflikten verstecken,
zu denjenigen, die ihre Heimat verlassen und einen sicheren Zufluchtsort suchen mussten.
Wir beten für die Priester und Ordensschwestern,
die trotz der Gefahren
weiterhin halbleere Dörfer besuchen,
weil sich die Menschen aus Angst vor Angriffen in den Wäldern verstecken.
Wir bitten dich, dass sie sich bei jeder Feier der heiligen Messe
von deinem Geist der Stärke leiten lassen.
Bei ihren Besuchen errichten sie einfache Altäre mit dem, was sie bei sich haben,
manchmal sogar auf einem Bambuskorb.
Dort feiern sie die Eucharistie und Taufen, nehmen Beichten ab,
beten den Rosenkranz, trösten die Kranken, segnen ihre Zelte
und werden zu Werkzeugen deines Friedens.
Höre auf den Schmerz und das Leid dieses Volkes,
höre die Gebete der Menschen voller Kummer und Hoffnung.
Herr, wir bitten dich,
beschütze sie, kümmere dich um ihre Familien, die auf ihre Rückkehr warten
und versorge sie mit dem Lebensnotwendigen.
Mögen sie sich niemals verlassen fühlen,
mögen sie in allem Leid deine Kraft finden.
Amen.

KIRCHE IN NOT regt an, neben dem Frieden auch in weiteren Anliegen zu beten. Dazu zählen die Menschen, die vertrieben wurden und in Verstecken leben, die Jugend Myanmars, die Ordensleute, die ihr Leben riskieren, um Hilfe zu leisten, und die jungen Menschen, die sich inmitten des Leids auf den Priesterberuf oder das Ordensleben vorbereiten.
Pfarren, Gruppen oder Einzelpersonen, die an dem Gebetstag teilnehmen wollen, können eine Anbetungsstunde vor dem Allerheiligsten halten, ein Rosenkranzgeheimnis in den Anliegen der Menschen in Myanmar beten oder Kerzen für den Frieden entzünden.