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Nach der Enteignung von Krankenhäusern und Apotheken beginnt die Regierung in Eritrea nun mit der Beschlagnahmung von Schulen, die von katholischen Gemeinden getragen werden. In den letzten zwei Jahren wurden 29 Kliniken verstaatlicht und in den letzten Wochen sieben Schulen (davon vier katholische Schulen). Zu dieser erzwungenen Verstaatlichung äußerten sich nun auch eritreische Kirchenvertreter, darunter Erzbischof Mengistheb Tesfamariam von Asmara; Bischof Thomas Osman von Barentu; Bischof Kidane Yebio von Cheren und Bischof Fikremariam Hagos von Segheneyti. Die vier Prälaten schreiben in einem an den Bildungsminister Semere Re’esom gerichteten Brief: „In Anbetracht dessen, dass die Maßnahmen, die gegen unsere Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen ergriffen werden, gegen das Gesetz verstoßen und die Religionsfreiheit sowie die Ausübung des Glaubens und die Mission und ihrer sozialen Dienste stark beeinträchtigen, fordern wir, dass die jüngsten Beschlüsse überprüft werden und die daraus resultierende Vorgehensweise unverzüglich gestoppt wird.“

„Wir bitten“, schreiben die Prälaten, „dass alle Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen der Kirche, die uns als eritreischen Bürgern gehören, ihren kostbaren und hoch geschätzten Dienste für die Menschen fortsetzen dürfen. In Situationen, in denen Korrekturen oder Anpassungen erforderlich sind, befürworten wir als einzig gangbaren Weg die Suche nach Lösungen im Rahmen eines offenen und konstruktiven Dialogs.“Die Kirche sei stets zum Dialog bereit gewesen. Wie die Bischöfe selbst sagen: „Es war schon immer der Wunsch und die Absicht der Bischöfe der katholischen Kirche, sich mit den Regierungsbehörden zu treffen, um über Themen, die die Situation unserer Kirche und unseres Landes betreffen, einen Dialog zu führen. Leider ist haben die staatlichen Behörden unseren Wunsch bisher nicht berücksichtigt.“

Trotz der Bereitschaft zum konstruktiven Dialog, verzichten die Bischöfe nicht darauf, „erneut gegen die willkürliche und einseitige Bestimmungen zu protestieren, die in letzter Zeit von der Regierung getroffen wurde“. Denn die Rolle der Kirche bestehe darin, „das Wort der Erlösung zu verkünden und für die ganzheitliche Förderung des Menschen zu sorgen und damit für die Fürsorge für den Menschen an Leib und Seele, die wesentlicher Bestandteil dieses Auftrags ist. Deshalb engagieren wir uns auf den Gebieten Bildung, Gesundheit und soziale Entwicklung“. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

„Das brutale Vorgehen der Regierung Eritreas zielt darauf ab, der Kirche alle Dienste im Bereich Bildung und Gesundheit zu entziehen. Unsere Arbeit soll sich nur noch auf die Gotteshäuser beschränken.“ Dies erklärte der eritreisch-katholische Priester Mussie Zerai gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Zerai lebt in Rom und koordiniert von dort aus die eritreische Seelsorgearbeit und die Gemeinden in Europa. Die wachsen: Tausende Menschen verlassen jedes Jahr ihr Heimatland.

Nach dem brutalen Vorgehen der Regierung gegen christliche Einrichtungen in dem nordostafrikanischen Land könnten es noch mehr werden: Mitte Juni hatte eritreisches Militär 21 kirchliche Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen gewaltsam besetzt und geschlossen. Die Patienten wurden regelrecht aus den Betten geworfen. Das Militär habe Fenster und Türen zerschlagen und die Angestellten unter Druck gesetzt, erzählte Zerai. Die Leiterin eines Krankenhauses im Norden Eritreas, eine Franziskanerschwester, sei sogar in Haft genommen worden, als sie Widerstand leistete.

Mehr als die Kirche leiden die notleidenden Menschen

„Es gibt keine Rechtfertigung für das Vorgehen des Regimes. Es bestraft diejenigen, die sich um die ärmsten Menschen kümmern“, sagte Zerai. Denn noch mehr als die kirchlichen Mitarbeiter litten die über 200 000 Menschen, die in den kirchlichen Gesundheitseinrichtungen Jahr für Jahr behandelt würden. „Die meisten Patienten waren keine Katholiken, sondern orthodoxe Christen, Muslime und Angehörige anderer Religionen. Oft befinden sich die Einrichtungen in abgelegenen Gebieten“, erklärte der Priester.

Das Vorgehen der Regierung ist nicht neu: Schon im vergangenen Jahr seien acht Gesundheitszentren geschlossen worden. Neu hingegen sei die Brutalität. Die Gründe dahinter sind unklar. Ausländische Beobachter vermuten, der Regierung unter Präsident Isaias Aferweki sei das Engagement der Kirche im Friedensprozess mit Äthiopien zu selbstbewusst geworden. Auch wolle die Regierung den Sozialsektor allein in der Hand haben und beruft sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 1995. Für Zerai ist die Lage klar: „Die Regierung ist davon besessen, alles und jeden kontrollieren zu wollen. Sie betrachtet die katholische Kirche als Bedrohung, weil wir international vernetzt sind und Fragen stellen.“

Im atheistisch geprägten Staat leiden alle Religionen

In Eritrea leben maximal 120 000 bis 160 000 Katholiken. Die Hälfte der Bevölkerung ist christlich. Neben der katholischen sind nur noch die orthodoxe und die evangelisch-lutherische Kirche als Religionsgemeinschaften staatlich geduldet – neben dem sunnitischen Islam. Anders als in vielen Ländern Nordafrikas ist der Islam in Eritrea nicht Staatsreligion. Das Land sei „atheistisch geprägt. Wenn es nach der Regierung ginge, gäbe es gar keine Religion. Letztlich ist es dieselbe Schule wie in China“, erklärt Zerai.

Der Priester kann nur deshalb frei sprechen, weil er im Ausland lebt. Die Rückreise in sein Heimatland ist ihm verwehrt. Auf die Bischöfe des Landes – es gibt vier katholische Diözesen – übt die Regierung immer wieder Druck aus. Das hat sie nicht davon abgehalten, gegen die Besetzung der Kliniken vehementen Protest einzulegen. Derweil säßen tausende Christen, aber ebenso Muslime, in eritreischen Gefängnissen, erklärt Zerai: „Oft ohne Angabe von Gründen, die Angehörigen wissen nicht, wo sie abgeblieben sind oder ob sie noch leben.“

Besonders schlecht ergehe es den Gläubigen der staatlich nicht anerkannten Freikirchen. Auch der Patriarch der orthodoxen Kirche steht seit 14 Jahren unter Hausarrest. Vor kurzem seien fünf orthodoxe Mönche festgenommen worden – drei von ihnen über 70 Jahre alt. Eine Oppositionsarbeit im Inland gegen solche oder weitere Verletzungen der Menschenrechte sei unmöglich, erklärt Zerai: „Jede Art des Widerstands, die sich auch nur im Geringsten andeutet, wird sofort im Keim erstickt“. So stammen die meisten Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Eritrea auch von Flüchtlingen. Internationalen Organisationen ist die Einreise verwehrt oder wird massiv erschwert.

Keine Verfassung, keine Grundrechte

„Der Grund, warum immer mehr junge Eritreer ins Ausland gehen, ist die fehlende Rechtsstaatlichkeit“, erklärt Zerai. Das Land hat bis heute keine gültige Verfassung. „Die Menschen können deshalb ohne Grund von zu Hause abgeholt werden. Auch der Militärdienst ist zu einer legalisierten Sklaverei geworden. Den jungen Leuten wird die Möglichkeit zur Zukunft entzogen“, erklärt Zerai.

Auch der Versuch der internationalen Gemeinschaft, im Blick auf die Menschenrechtslage Druck auf Eritreas Regierung auszuüben, sei bislang gescheitert. Das Land habe sich weitgehend isoliert. „Derzeit versuchen die Staaten, Eritrea auf internationaler Ebene stärker einzubeziehen, um so eine Öffnung zu bewirken“, sagte der Priester. Im Oktober 2018 wurde das Land von der UN-Vollversammlung in den Menschenrechtsrat gewählt.

Wie die Menschenrechtslage insgesamt, so sei auch die Religionsfreiheit stark eingeschränkt und von Willkür geprägt: „Es gibt die Freiheit der Religionsausübung für einige, aber nicht für alle. Mal klappt die Zusammenarbeit besser, mal schlechter“, so Zerai. Trotz der aktuellen Eskalation steht für den Priester fest: „Die katholische Kirche wird ihr seelsorgerische, aber auch ihre soziale Arbeit fortsetzen. So sagt es schon die Bibel: Glaube ist nichts ohne echten Einsatz, ohne Werke. Der Kirche die Möglichkeit zur Nächstenliebe zu nehmen, ist, als ob man ihr einen Arm amputieren würde.“

Weitere Informationen zur Lage in Eritrea liefert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT: religious-freedom-report.org/de/report-de/?report=1770

Um den bedrängten Christen Eritreas weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Eritrea

„Das brutale Vorgehen der Regierung Eritreas zielt darauf ab, der Kirche alle Dienste im Bereich Bildung und Gesundheit zu entziehen. Unsere Arbeit soll sich nur noch auf die Gotteshäuser beschränken.“ Dies erklärte der eritreisch-katholische Priester Mussie Zerai gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Zerai lebt in Rom und koordiniert von dort aus die eritreische Seelsorgearbeit und die Gemeinden in Europa. Die wachsen: Tausende Menschen verlassen jedes Jahr ihr Heimatland.

Nach dem brutalen Vorgehen der Regierung gegen christliche Einrichtungen in dem nordostafrikanischen Land könnten es noch mehr werden: Mitte Juni hatte eritreisches Militär 21 kirchliche Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen gewaltsam besetzt und geschlossen. Die Patienten wurden regelrecht aus den Betten geworfen. Das Militär habe Fenster und Türen zerschlagen und die Angestellten unter Druck gesetzt, erzählte Zerai. Die Leiterin eines Krankenhauses im Norden Eritreas, eine Franziskanerschwester, sei sogar in Haft genommen worden, als sie Widerstand leistete.

Mehr als die Kirche leiden die notleidenden Menschen

„Es gibt keine Rechtfertigung für das Vorgehen des Regimes. Es bestraft diejenigen, die sich um die ärmsten Menschen kümmern“, sagte Zerai. Denn noch mehr als die kirchlichen Mitarbeiter litten die über 200 000 Menschen, die in den kirchlichen Gesundheitseinrichtungen Jahr für Jahr behandelt würden. „Die meisten Patienten waren keine Katholiken, sondern orthodoxe Christen, Muslime und Angehörige anderer Religionen. Oft befinden sich die Einrichtungen in abgelegenen Gebieten“, erklärte der Priester.

Das Vorgehen der Regierung ist nicht neu: Schon im vergangenen Jahr seien acht Gesundheitszentren geschlossen worden. Neu hingegen sei die Brutalität. Die Gründe dahinter sind unklar. Ausländische Beobachter vermuten, der Regierung unter Präsident Isaias Aferweki sei das Engagement der Kirche im Friedensprozess mit Äthiopien zu selbstbewusst geworden. Auch wolle die Regierung den Sozialsektor allein in der Hand haben und beruft sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahr 1995. Für Zerai ist die Lage klar: „Die Regierung ist davon besessen, alles und jeden kontrollieren zu wollen. Sie betrachtet die katholische Kirche als Bedrohung, weil wir international vernetzt sind und Fragen stellen.“

Im atheistisch geprägten Staat leiden alle Religionen

In Eritrea leben maximal 120 000 bis 160 000 Katholiken. Die Hälfte der Bevölkerung ist christlich. Neben der katholischen sind nur noch die orthodoxe und die evangelisch-lutherische Kirche als Religionsgemeinschaften staatlich geduldet – neben dem sunnitischen Islam. Anders als in vielen Ländern Nordafrikas ist der Islam in Eritrea nicht Staatsreligion. Das Land sei „atheistisch geprägt. Wenn es nach der Regierung ginge, gäbe es gar keine Religion. Letztlich ist es dieselbe Schule wie in China“, erklärt Zerai.

Der Priester kann nur deshalb frei sprechen, weil er im Ausland lebt. Die Rückreise in sein Heimatland ist ihm verwehrt. Auf die Bischöfe des Landes – es gibt vier katholische Diözesen – übt die Regierung immer wieder Druck aus. Das hat sie nicht davon abgehalten, gegen die Besetzung der Kliniken vehementen Protest einzulegen. Derweil säßen tausende Christen, aber ebenso Muslime, in eritreischen Gefängnissen, erklärt Zerai: „Oft ohne Angabe von Gründen, die Angehörigen wissen nicht, wo sie abgeblieben sind oder ob sie noch leben.“

Besonders schlecht ergehe es den Gläubigen der staatlich nicht anerkannten Freikirchen. Auch der Patriarch der orthodoxen Kirche steht seit 14 Jahren unter Hausarrest. Vor kurzem seien fünf orthodoxe Mönche festgenommen worden – drei von ihnen über 70 Jahre alt. Eine Oppositionsarbeit im Inland gegen solche oder weitere Verletzungen der Menschenrechte sei unmöglich, erklärt Zerai: „Jede Art des Widerstands, die sich auch nur im Geringsten andeutet, wird sofort im Keim erstickt“. So stammen die meisten Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Eritrea auch von Flüchtlingen. Internationalen Organisationen ist die Einreise verwehrt oder wird massiv erschwert.

Keine Verfassung, keine Grundrechte

„Der Grund, warum immer mehr junge Eritreer ins Ausland gehen, ist die fehlende Rechtsstaatlichkeit“, erklärt Zerai. Das Land hat bis heute keine gültige Verfassung. „Die Menschen können deshalb ohne Grund von zu Hause abgeholt werden. Auch der Militärdienst ist zu einer legalisierten Sklaverei geworden. Den jungen Leuten wird die Möglichkeit zur Zukunft entzogen“, erklärt Zerai.

Auch der Versuch der internationalen Gemeinschaft, im Blick auf die Menschenrechtslage Druck auf Eritreas Regierung auszuüben, sei bislang gescheitert. Das Land habe sich weitgehend isoliert. „Derzeit versuchen die Staaten, Eritrea auf internationaler Ebene stärker einzubeziehen, um so eine Öffnung zu bewirken“, sagte der Priester. Im Oktober 2018 wurde das Land von der UN-Vollversammlung in den Menschenrechtsrat gewählt.

Wie die Menschenrechtslage insgesamt, so sei auch die Religionsfreiheit stark eingeschränkt und von Willkür geprägt: „Es gibt die Freiheit der Religionsausübung für einige, aber nicht für alle. Mal klappt die Zusammenarbeit besser, mal schlechter“, so Zerai. Trotz der aktuellen Eskalation steht für den Priester fest: „Die katholische Kirche wird ihr seelsorgerische, aber auch ihre soziale Arbeit fortsetzen. So sagt es schon die Bibel: Glaube ist nichts ohne echten Einsatz, ohne Werke. Der Kirche die Möglichkeit zur Nächstenliebe zu nehmen, ist, als ob man ihr einen Arm amputieren würde.“

Weitere Informationen zur Lage in Eritrea liefert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT: https://religious-freedom-report.org/de/report-de/?report=1770

Um den bedrängten Christen Eritreas weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Eritrea

Wegen erzwungener Schließung von 21 Krankenhäusern und Kliniken mussten Kranke ihre Betten verlassen. Die Regierung von Eritrea bemächtigt sich aller von Katholiken betriebenen Gesundheitsdienste. Tausende Kranke quer durch Eritrea sind lebenswichtiger ärztlicher Betreuung beraubt, nachdem die Regierung drei Krankenhäuser, zwei Gesundheitszentren und 16 Kliniken unter ihre Kontrolle gebracht hat. Soldaten der Regierung zwangen Patienten, ihre Betten und die Krankenhäuser zu verlassen und brachten kirchliche Häuser unter ihre Kontrolle, als sie 21 von der katholischen Kirche geführte Gesundheitseinrichtungen beschlagnahmten, die mindestens 170.000 Personen versorgten.

Der katholischen Kirche nahestehende Quellen berichteten KIRCHE IN NOT, dass – sofern diese Dienste nicht bald wieder fortgesetzt werden– Menschen sterben können, wobei manche bis zu 25 Kilometer laufen müssen, um einige der Kliniken zu erreichen. Nachdem nun am Dienstag, den 18. Juni, die letzte der seit Wochen andauernden Beschlagnahmungen stattfand, verurteilten die vier Bischöfe von Eritrea diese Aktion in einem Schreiben an den Gesundheitsminister von Eritrea, Amna Nurhusein. In dem Schreiben beteuern sie ihre Weigerung, mit diesem Beschlagnahmungs-Programm zu kooperieren – welches mit einem Schlag zur Schließung aller Gebäude von Gesundheitseinrichtungen der katholischen Kirche führte, von denen einige über 70 Jahre alt sind.

Indem diese Maßnahmen als „zutiefst ungerecht” bezeichnet werden, wird in dem Schreiben dargelegt: „Die Kirche dieser Einrichtungen zu berauben, bedeutet, ihre Existenzgrundlage zu untergraben und ihre Arbeiter, Männer und Frauen, Ordensleute und Laien, der Verfolgung auszusetzen.“ In dem Schreiben, von dem eine Kopie der Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT zugesandt wurde, heißt es weiter: „Wir erklären, dass wir unsere Einrichtungen, einschließlich der Arbeitsgeräte, nicht freiwillig übergeben.” Eine Informationsquelle sagte: „Das Personal einiger Kliniken hat sich geweigert, die Schlüssel auszuhändigen, sodass Soldaten eingebrochen seien.

Die Kontaktperson von KIRCHE IN NOT fügte hinzu: „Unsere Botschaft an die Regierung ist einfach: Lasst uns in Ruhe Es ist die Pflicht der Kirche, sich um Kranke, Arme und Sterbende zu kümmern. Niemand, auch nicht die Regierung, kann die Kirche auffordern, ihre Arbeit einzustellen. Unsere medizinischen Einrichtungen befolgten gewissenhaft die Anweisungen des Gesundheitsministeriums und Aufseher des Ministeriums schätzten sie meist sehr.” Die katholische Informationsquelle sagte, die Regierung wolle der einzige Anbieter medizinischer Fürsorge sein. Die meisten Menschen befürworteten jedoch von der katholischen Kirche betriebene Einrichtungen, da staatliche normalerweise schlecht ausgerüstet seien und zu wenig Personal zur Verfügung stehe, da viele im Ausland Asyl suchten. Die Kontakt sagte: Indem die Kirche diese Dienste erbringt, konkurriert sie nicht mit dem Staat, sondern ergänzt nur die Arbeit der Regierung.” Es sei nicht abzusehen, ob das Regime beabsichtige, diese Einrichtungen später wieder zu eröffnen, denn vom Regime vor zwei Jahren beschlagnahmte Gesundheitseinrichtungen seien immer noch geschlossen. Die Kontaktperson appellierte an die internationale Gemeinschaft, einschließlich der Regierung von Großbritannien, die Regierung von Präsident Isaias Afewerki dazu aufzurufen, den Weg der Versöhnung einzuschlagen. (Bild: TUBS/wikipedia)

Mehr als dreißig Mitglieder einer pfingstkirchlichen Gemeinde wurden in den letzten Tagen von Sicherheitskräften festgenommen, während sie sich n in der Hauptstadt Asmara zum Gebet versammelt hatten. Eigentlich garantiert eritreische Regierung die Religionsfreiheit, in Wirklichkeit erkennen die Behörden nur vier Religionen an: Orthodoxes Christen, römisch-katholische Christen, die evangelisch-lutherischen Kirche von Eritrea (insgesamt rund 50% der Bevölkerung) und den sunnitischen Islam (48% der Bevölkerung). Die anderen religiösen Gruppen gelten als „illegal“ und werden als „Instrumente ausländischer Regierungen“ betrachtet.

Immer wieder kommt es zu Razzien in Privatwohnungen durch, in denen sich Anhänger nicht anerkannter Religionen, insbesondere Pfingstchristen, zum Gemeinschaftsgebet treffen. Sie werden erst wieder freigelassen, wenn sie ihrem Glauben abschwören. Den anderen Konfessionen haben die Behörden in Asmara eine eher starre Haltung. Selbst die orthodoxe Kirche litt in der Vergangenheit unter der starken Einmischung der Behörden. Im Jahr 2007 wurde Patriarch Antonios, ein Kritiker von Präsident Isayas Afeworki, von der Regierung abgesetzt und steht seitdem unter Hausarrest. An seiner Stelle trat auf Anweisung der Regierung Patriarch Dioskoros. Letzterer ist 2015 verstorben und seither wurde das Amt nicht neu besetzt.

Auch die katholische Kirche lebt unter schwierigen Bedingungen. Die Behörden fordern die uneingeschränkte Kontrolle über katholische Organisationen, wie Privatschulen, Kliniken und Waisenhäuser und andere Einrichtungen, die die größtenteils arme eritreische Bevölkerung unterstützen. Insbesondere das soziale Engagement wird ständigen Kontrollen unterzogen. Auch islamische Institutionen stehen unter Druck. 2017 löste die Schließung einer islamischen Schule heftige Proteste aus. Die Schüler gingen auf die Straße, um zu protestieren, doch die Demonstrationen wurden von der Polizei unterdrückt.

Neben den Religionen werden in Eritrea nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch auch politische und soziale oppositionelle Gruppen systematische unterdrückt und das ganze Land ist hochmilitarisiert. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Aus Eritrea fliehen immer noch Menschen. Das offizielle Ende des Krieges mit Äthiopien hat den Exodus nicht gestoppt. Jungendliche flüchten vor einem unterdrückenden Regime und einer armen Volkswirtschaft, in der es keine Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Pfarrer Mussie Zerai aus der Eparchie Asmara, übt in einem offenen Brief Kritik an der Führung seines Landes: „Das Regime in Asmara“, heißt es in dem Brief, „ist eines des härtesten Regimes der Welt, eine Diktatur, die alle Formen der Freiheit unterdrückt, die Verfassung von 1997 für nichtig erklärte , die Justiz kontrolliert und alle Bürger zu einem fast lebenslangen Militärdienst verpflichtet. Eine Diktatur, die mit einem Wort einen Gefängnisstaat schuf. Die zahlreichen, detaillierten Berichte verschiedener internationaler Institutionen und Organisationen sowie der angesehensten NGOs und Hilfswerke, prangern dies seit zwanzig Jahren an. Ein Beispiel dafür sind die Abschlussberichte der Kommission für Menschenrechte der Vereinten Nationen zu den im Land durchgeführten Untersuchungen, in denen ganz offen erklärt wird, dass es sich bei dem Regime um ein Terrorsystem handelt, das die Menschen versklavt. Es ist nicht überraschend, dass man im Bericht 2016 zu der Schlussfolgerung kommen, dass es fundierte Elemente gibt, um die wichtigsten Führer der Regierung vor dem Internationalen Strafgerichtshof anzuklagen“.

In den vergangenen Jahren haben viele Eritreer ihr Land verlassen. Ein erheblicher Teil floh nach Äthiopien, wo derzeit 175.000 Flüchtlinge aus Eritrea leben, und in den Sudan, wo 110.000 Menschen Eritreer Zuflucht suchten. Aber viele fliehen weiter in den Norden. In Italien angekommen, ziehen sie weiter in die Schweiz, nach Deutschland, in die Niederlande, nach Schweden oder Norwegen und in das Vereinigte Königreich, nach Kanada oder in die Vereinigten Staaten.

Viele Eritreer kommen während der Reise ums Leben. Wie zum Beispiel bei dem Schiffsunglück vom 3. Oktober 2013 stattfand, als mehr als 300 Menschen starben. „Als Eritreer“, so Pfarrer Mussie, „frage ich mich, ob es nicht es möglich ist, die Leichen der Opfer des Massakers von Lampedusa und aller anderen jungen Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrunken und in Italien begraben wurden, nach Eritrea zurückzubringen. Bis jetzt hat niemand dafür Verantwortung übernommen. Es ist an der Zeit, dieses Problem im Namen eines menschlichen Prinzips zu überwinden: die Familien brauchen einen Ort, an dem sie für ihre Lieben beten können“.

In diesem Zusammenhang lässt das Regime nicht locker: Dutzende politische Gefangene sind immer noch in Gefängnissen eingesperrt, internationale Kommissionen dürfen keine Gefängnisse betreten. „Noch vor kurzem“, so Pfarrer Mussie weiter, „wurden die Regimegegner verhaftet, katholische und die islamische Schule wurden geschlossen, acht medizinische Zentren und katholische Krankenhäuser wurden verriegelt, während der Patriarch der orthodoxen Kirche Abune Antonios, der 2004 festgenommen wurde, nach 14 Jahren immer noch in Haft ist“. An die internationale Staatengemeinschaft appelliert der Priester abschließend: „Entweder man sieht weg und verschließt und im Namen von geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen die Augen vor der Realität. Oder man fordert mit Nachdruck Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und verleiht der Solidarität Ausdruck.“ (Quelle: Fides)

“In Eritrea hat das das Regime mit der Verfolgung religiöser Konfessionen und insbesondere der katholische Kirche begonnen. Das Ziel ist klar: man will versuchen, deren Einfluss auf die Gesellschaft zu verhindern und zwar nicht durch ein Gottesdienstverbot, sondern durch das Verbieten sozialer kirchlicher Aktivitäten“ so Pfarrer Mussie Zerai aus der äthiopischen Eparchie Asmara, der als seit vielen Jahren als Kaplan die eritreischen Auslandsgemeinden in Europa betreut und sich auch aktiv um die Rettung von Migranten bemüht, die sich auf dem Mittelmeer in Gefahr bringen. „Seit 1995“, so der Geistliche gegenüber Fides, „ist imLand ein Gesetz in Kraft, nach dem der Staat alle sozialen Aktivitäten für sich vereinnahmt. Deshalb dürfen diese nicht von privaten Institutionen oder gar von religiösen Einrichtungen durchgeführt werden. Bislang wurde das Gesetz nicht sehr streng angewandt, weshalb das Netzwerk der von Christen und Muslimen angebotenen Dienstleistungen nicht ernsthaft beeinträchtigt wurde. In den letzten Monaten hat sich dies jedoch rapide geändert“.

In verschiedenen Städten des Landes wurde die Schließung von fünf katholischen Kliniken angeordnet. Das Kleine Seminar in Asmara (das sowohl von der Diözese als auch von den Ordensgemeinschaften genutzt wurde) wurde geschlossen. Mehrere orthodoxe und muslimische Schulen mussten ihre Türen schließen. Die Schließung einer islamischen Schule führte Ende Oktober zu heftigen Protesten von Schülern, die blutig unterdrückt wurden.

„Über den wirtschaftlichen Schaden für die einzelnen Konfessionen hinaus“, so Pfarrer Mussie weiter, „leidet vor allem die Bevölkerung darunter, dass es keine effizienten Strukturen mehr gibt, an die sie sich wenden können. In Xorona wurde zum Beispiel die einzige katholische Apotheke geschlossen, die dort in Betrieb war. In Dekhemare und Mendefera haben die Behörden die Tätigkeit der katholischen Krankenstationen verboten, da es sich angeblich um ein Pendant zu den entsprechenden staatlichen Einrichtungen handelte. In Wirklichkeit funktionieren die staatlichen Einrichtungen oft nicht: sie haben weder Medikamente, noch sind sie funktionsfähig, weil es keine geeigneten Geräte oft nicht einmal Elektrizität gibt“.

„Es ist für die Menschen nicht einfach dagegen zu rebellieren“, erklärt der Priester. „Die muslimischen Proteste wurden mit Waffengewalt gestoppt. Und es gab viele Tote und Verwundete. Erst im vergangenen Monat schlossen sich siebentausend junge Wehrpflichtige zusammen und forderten gemeinsam ein Treffen mit Präsident Isayas Afeworki, um die Schikanen ihrer Offiziere anzuprangern. Der Präsident hat sie empfangen und angehört. Am Ende der Gespräche wurden die jungen Männer dann in ein Konzentrationslager in der Nähe von Nakfa gebracht und zur Strafe im Freien unter der sengenden Sonne ohne wenig Nahrung und Wasser zurückgelassen. Viele sind abgemagert oder sind krank geworden. Nachdem die Eltern dagegen protestierten, teilte das Regime mit, man werden sie in die Kasernen zurückschicken. Aber in welchem Zustand?“ (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS)

Die dreifache Mutter war wegen ihres Glaubens festgenommen worden. Im nordostafrikanischen Eritrea ist eine wegen ihres Glaubens inhaftierte evangelikale Christin im Gefängnis gestorben. Wie die Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity Worldwide berichtet, war die dreifache Mutter Fikadu Debesay im Mai zusammen mit ihrem Ehemann verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Umstände ihres Todes sind unklar. Der Direktor von Christian Solidarity Worldwide, Mervyn Thomas, hält es jedoch für denkbar, dass die „unmenschliche“ Behandlung im Gefängnis dazu beigetragen habe. Hinzu kämen die extreme Hitze und die Trockenheit in der Region am Roten Meer, wo Debesay inhaftiert war. Seit 2002 sind als Glaubensgemeinschaften in Eritrea nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie der Islam anerkannt. Sie können weithin ungehindert Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Kirchen – etwa Pfingstler und Baptisten – leben ständig in Gefahr, verhaftet zu werden. Von den rund sechs Millionen Einwohnern Eritreas sind etwa 50 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen. (Bild: TUBS)

Im nordostafrikanischen Eritrea verschärft die neomarxistische Regierung unter Staatschef Isayas Afewerki ihren antichristlichen Kurs weiter. So wurden jüngst rund 200 Christen verhaftet. Wie das Hilfs- und Missionswerk Release International (London) berichtet, führten Sicherheitsbehörden an verschiedenen Orten Hausdurchsuchungen durch. Sie nahmen 177 Erwachsene und 20 Kinder fest. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen. Kinder, die zu jung seien, um von ihren Eltern getrennt zu werden, wüchsen im Gefängnis auf. „In der Vergangenheit wurden Christen wegen illegaler Gebetstreffen verhaftet“, sagt Berhane Asmelash, Direktor von Release Eritrea. „Aber jetzt gehen die Sicherheitskräfte von Haus zu Haus und verhaften Menschen allein wegen ihres Glaubens, nicht wegen verbotener Taten.“ Die Situation werde zunehmend schlimmer, weshalb sich viele Christen versteckten. „Eritrea gleicht heute einem riesigen Gefängnis, in dem die Hoffnung verschwunden ist, und wo der Mehrheit der Bürger grundlegende Freiheitsrechte verweigert werden“, so der Vorsitzende von Release International, Paul Robinson. Er forderte die unverzügliche Freilassung aller wegen ihres Glaubens inhaftierten Christen in dem Land. Seit 2002 sind als Glaubensgemeinschaften nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie der Islam anerkannt. Sie können weithin ungehindert Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Kirchen – etwa Pfingstler und Baptisten – leben ständig in Gefahr, verhaftet zu werden. Von den rund sechs Millionen Einwohnern Eritreas sind etwa 50 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen. (Quelle: idea)

Die eritreischen Behörden haben die Repression gegen die Christen erneut verschärft. Die Festnahmen häufen sich. In Eritrea wurden allein im Monat Mai mindestens 94 Christen festgenommen: Am 21. Mai wurden 49 Christen anlässlich eines Festes namens «Hamauti» verhaftet. Diese traditionelle Feier findet eine Woche nach der Hochzeit statt. Freunde und Verwandte kommen zu einem Festmahl zusammen, sie singen, tanzen und beten gemeinsam. Das jungvermählte Paar befindet sich unter den Festgenommenen.

Am 17. Mai nahm die Polizei über 35 Christen in der Kleinstadt Adi Quala im Süden des Landes fest. Eine Gruppe von Ermittlern, bestehend aus einem Polizisten einemVerwaltungsbeamten sowie einem Vertreter der orthodoxen* Kirche war am Vorabend von Haus zu Haus gegangen. Sie überprüften die vom Staat ausgegebenen Lebensmittelkarten und nutzten dies als Vorwand, um die Religionszugehörigkeit der einzelnen Hausbewohner zu erfragen. Am nächsten Tag kehrten die Sicherheitskräfte zurück und nahmen mehr als 35 Personen fest.

Am 9. Mai  wurden 10 Christen einer Hausgemeinde, die in Ginda zusammen gekommen waren, von ihren Nachbarn denunziert.

Es ist kein Zufall, dass diese Verhaftungswelle in den Tagen vor dem 24. Mai, dem Unabhängigkeitstag von Eritrea,  stattgefunden hat. Das ist für die Christen eine kritische Zeit des Jahres, da sie sich aus Gewissensgründen oft weigern, an den offiziellen Nationaltagfeierlichkeiten teilzunehmen.

Seit dem 12. Mai 2002 gelten Christen, die weder der der orthodoxen, katholischen oder lutherischen Kirche angehören als «Gesetzesbrecher». Sie können ausschliesslich in Untergrund- und Hauskirchen zusammenkommen. Von den Behörden werden sie gnadenlos verfolgt.

Viele Christen, die die Haftbedingungen selbst erlebt haben, berichten von Folter, Zwangsarbeit, unerträglichen Zuständen und Entbehrungen. Je nach Gefängnis werden ihnen zwei Dokumente zur Unterschrift vorgelegt: entweder verpflichten sie sich, in Zukunft jegliche religiösen Aktivitäten zu unterlassen oder sie widerrufen ihren Glauben an Christus. Denen, die die Unterschrift verweigern, drohen jahrelange Haftstrafen. (Quelle: Open Doors)

In Eritrea sind 89 pfingstkirchliche Christen verhaftet worden. Das berichtet das Hilfs- und Missionswerk AVC (Aktion für verfolgte Christen und Notleidende, Nidda/Mittelhessen). Den Informationen des Werks zufolge erfolgten die Festnahmen, als sich die Christen in ihren Hauskirchen trafen. Einige der Inhaftierten seien bereits seit einiger Zeit von der Regierung beobachtet, andere von ihren Nachbarn verraten worden. Das neomarxistische Regime unter Staatschef Isayas Afewerki geht vor allem gegen missionarisch aktive Christen vor, die als staatszersetzend angesehen werden. Seit 2002 sind nur die eritreisch-orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche sowie als Religion der Islam anerkannt. Mitglieder der genannten Kirchen können weithin ungehindert Gottesdienst feiern, werden jedoch überwacht. Angehörige anderer Kirchen leben ständig in Gefahr, verhaftet zu werden. Von den rund sechs Millionen Einwohnern Eritreas sind etwa 50 Prozent Muslime und 47 Prozent Christen. Das Missions- und Hilfswerk AVC wurde 1972 in Deutschland gegründet, um verfolgten Christen in den Staaten des Machtbereichs der ehemaligen UdSSR beizustehen. Das Werk steht dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) nahe. Es hilft notleidenden und verfolgten Christen unter anderem in Afghanistan, Aserbeidschan, China, Iran, Laos, Sudan und der Türkei. Darüber hinaus unterstützt es christliche Missionare und Pastoren in 34 Ländern. (Quelle: idea, Bild: TUBS)

„Es ist schwer, aber wir halten an Jesus fest“, sagt Awet*, die Frau von Pastor Haile Naigzhi, der in den frühen Morgenstunden des 23. Mai 2004 verhaftet wurde. Seit 12 Jahren sitzt er im Wongel Mermera Gefängnis in Asmara ein, das eher als Verlies bezeichnet werden muss. Die Regierung unter Präsident Afewerki kennt keine Gnade für Christen aus Freikirchen. Sie sind in seinen Augen Staatsfeinde, die ausgetilgt werden müssen. Als Religionsgemeinschaften offiziell anerkannt sind seit 2002 nur der Islam, sowie die Orthodoxe, Evangelische und Katholische Kirche. Seitdem hat die Regierung tausende Christen verhaften lassen. Wie viele in der Haft an Folter, Krankheiten und Mangelernährung gestorben sind, ist nicht zu ermitteln.

Von der Regierung verfolgt bleibt der Familie nur die Flucht ins Ausland

Insbesondere Christen freikirchlicher Gemeinden werden vom Staat überwacht. Für Awet und ihre drei Kinder bedeutete dies nach dem Verlust des Vaters und Ernährers viele Entbehrungen sowie Härten in einem von Unterdrückung und Krisen gezeichneten Land. Schließlich erhielt sie 2013 einen ernstzunehmenden Hinweis, dass sie verhaftet werden sollte – ein weiterer Versuch der Regierung, Druck auf Haile auszuüben, um seinen Willen zu brechen. Mit Unterstützung von Open Doors floh Awet deshalb mit ihren Kindern Woldu* (17), Armani* (19) und Tesfay* (13) in ein sicheres Land. Armani fasst zusammen, wie es ihnen seitdem erging: „Als wir unser Land verließen, hat sich alles dramatisch verändert, mehr als wir ahnen konnten. Ich wusste, dass es ein langer, steiniger Weg sein würde.“ Woldu ergänzt: „Ich vermisse meine Freunde und mein Zuhause.“ Awet weint oft, wenn sie an Haile denkt. Doch sie alle zeichnet ein tiefer und praktischer Glaube aus. Armani: „Ich freue mich in allen Dingen, doch besonders darüber, dass ich eine Tochter des Allerhöchsten bin. Und auch, dass ich die Tochter eines Vaters bin, der für seinen Glauben im Gefängnis ist. Er ist der beste aller Väter. Gott wird alles gut machen. Ich vertraue ihm von ganzem Herzen.“

Alle Namen geändert. (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS)

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