Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich
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Weiße Karibikstrände und Luxusressorts prägen für viele Touristen das Bild der Dominikanischen Republik. Doch die Realität ist anders: Ohne Wasser und Strom, ausgebeutet und mit einem Lohn von nicht einmal zehn Euro am Tag abgespeist, unter extremen Arbeitsbedingungen bei über 30 Grad leben zahlreiche Menschen in sogenannten „Bateyes“. Das sind Hüttensiedlungen rund um Zuckerrohrplantagen.

425 solcher Siedlungen zählt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in der Dominikanischen Republik. Über 200 000 Menschen sollen dort leben, wahrscheinlich ist die Dunkelziffer weit größer. Ähnliche Bateyes – das Wort stammt aus der Sprache der karibischen Ureinwohner – gibt es auch in Haiti, Puerto Rico oder Kuba. Die Siedlungen haben nicht einmal eigene Namen, sie werden einfach durchgezählt.

In Barahona, einem Küstenort im Südwesten der Dominikanischen Republik, befindet sich Batey 5. Die dortige Pfarre „St. Martin von Porres“ ist die ärmste der ohnehin armen Diözese Barahona. „Die Menschen hier kämpfen Tag für Tag ums Überleben“, erzählt Schwester Patricia Alvarez. Sie ist eine von drei Ordensfrauen der „Missionarinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria und der heiligen Katharina von Siena“, im Volksmund kurz „Lauritas“ genannt.

Frauen-Gebetsgruppe in der Pfarre St. Martin von Porres in Barahona/Dominikanische Republik.

„Es ist nicht einfach, aber wir kämpfen weiter“

Die „Lauritas“ sind seit 2017 in der Arbeiterpfarre tätig. KIRCHE IN NOT unterstützt ihre Arbeit, die auch eine sozialpolitische Dimension hat, wie Schwester Patricia betont: „Angesichts dieser harten Realität unterstützen wie die Menschen, wenn sie ihre Rechte einfordern, damit sie faire Löhne erhalten und ein menschenwürdiges Leben führen können. Es war und ist nicht einfach, aber wir kämpfen weiter.“

Im Batey 5 sei Gewalt an der Tagesordnung. Die Jugendlichen kämen schnell in Kontakt mit Drogen, beklagt Schwester Patricia. Sie und ihre Mitschwestern haben darum Jugendliche auf den öffentlichen Plätzen und in den Behausungen angesprochen und in das Gemeindezentrum eingeladen. Dort findet jetzt jeden Samstag eine Mischung aus Sozialberatung und Religionsunterricht statt.

Prozession mit Jugendlichen in Barahona (Dominikanische Republik).

Sozialberatung und Religionsunterricht

Das zeige Früchte, freut sich Schwester Patricia: „Es gibt nur sehr wenige, die nicht kommen. Die jungen Leute sind weniger aggressiv, nehmen mehr Rücksicht aufeinander. Sie zeigen viel Solidarität.“ Besonders schön sei es, dass auch viele junge Menschen angefangen hätten, den Sonntagsgottesdienst zu besuchen.

Die Ordensfrauen organisierten auch Ausflüge, für viele junge Menschen eine völlig neue Erfahrung: „Wir waren neulich am Meer, das ist gar nicht weit weg, aber für viele Jugendliche war es der erste Besuch dort.“

Viele Bewohner seien an das Leben in den Bateyes gefesselt, nicht nur wegen der Armut. Viele seien illegal aus dem Nachbarland Haiti eingewandert, hätten keine Papiere und riskierten deshalb eine Ausweisung, wenn sie erwischt werden, erklärt Schwester Patricia. In Zusammenarbeit mit der Diözese setzen sich die Ordensfrauen dafür ein, dass die Arbeiter eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Denn in Haiti warten noch schlimmere Lebens- und Arbeitsbedingungen auf sie. „Wenn es nötig ist, vermitteln wir auch bei den örtlichen Behörden“, berichtet Schwester Patricia.

Sonne, Strand, Palmen, blaues Meer – die Dominikanische Republik ist ein beliebtes Ziel bei Touristen. Doch das Alltagsleben der Einwohner sieht anders aus.

Migranten leben in Angst vor Entdeckung

Die Ordensfrauen betätigen sich oft als „Arbeiterkuriere“: Sie bringen Menschen zu Arztbesuchen oder Besorgungen an verschiedene Orte oder auch einmal in die Hauptstadt Santo Domingo. Die Pfarre hat für solche Fahrten ein Auto, das KIRCHE IN NOT finanziert hat.

Eine weitere Säule der Arbeit ist die Sorge für alte und kranke Menschen. Sie stünden oft völlig allein und ohne jegliche Rente oder soziale Absicherung da. Die Diözese Barahona hat ein Tagesheim für ältere Personen errichtet, erzählt Schwester Patricia: „Viele haben ihre Familien in Haiti zurückgelassen. Wir begleiten diese Menschen ins Krankenhaus und lassen uns manchmal sogar als Familienangehörige eintragen, damit wir sie besser begleiten können.“

Arbeiter in einer Zuckerrohrplantage (© flickr.com/Fran Afonso).

Bei der Bewältigung des Alltags unterstützen

Die Pfarre im Batey 5 öffnet auch regelmäßig ihre Türen für alle Altersklassen, die dort an persönlichem Austausch und Kursen teilnehmen können, die sie aus dem Glauben heraus bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen wollen: „Diese Treffen haben schon viele Menschen zu Vergebung und Versöhnung geführt. Sie lernen, die Menschen zu lieben, wie sie sind und wie Gott sie liebt.“ Das leben die Ordensfrauen im Arbeiterviertel überzeugend vor.

Bitte unterstützen Sie den Einsatz der Ordensfrauen in der Dominikanischen Republik mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Dominikanische Republik

Die Diözese Boma liegt im Westen der Demokratischen Republik Kongo. 35 der insgesamt 47 Pfarren liegen in ländlichem Gebiet. Die Priester verrichten ihren Dienst mit Freude und mit großem Eifer, aber die Wege sind weit, die Straßenverhältnisse schlecht, und oft müssen sie bis zu 40 Kilometer zu Fuß zurücklegen.

Der Bischof von Boma hatte uns darum gebeten, ihm dabei zu helfen, zehn Motorräder für die Priester in besonders weitläufigen Pfarren zu beschaffen. Damit wollte er ihren Dienst erleichtern. Die Diözese setzt auf eine „Pastoral der Nähe“. Das bedeutet, dass die Priester die Dörfer möglichst oft besuchen sollen, um die Gläubigen möglichst intensiv zu betreuen und für sie ansprechbar zu sein. Daher werden auch neue Pfarren gegründet, damit die Entfernungen nicht zu groß sind.

Unsere Wohltäter haben auf diesen Hilferuf reagiert und geholfen. Die zehn Motorräder sind inzwischen bereits eingetroffen. Vergelt’s Gott!

Unsere Wohltäter haben auf diesen Hilferuf reagiert und haben 25.073 Euro gespendet. Die zehn Motorräder sind inzwischen bereits eingetroffen, wurden gesegnet und feierlich den Priestern übergeben. Im Namen seiner Mitbrüder schreibt uns Pfarrer Landry Dinandi:

„Im Namen der Diözese sagen wir unseren Wohltätern von KIRCHE IN NOT Dank und versichern Sie unserer demütigen Gebete. Der Herr segne Sie reichlich für Ihr Engagement für den Erfolg der Pastoral in unserer Diözese.“

Laut dem römisch-katholischen Bischof der ostukrainischen Stadt Charkiw, Pawlo Hontscharuk, nimmt die Zahl der Suizide in den umkämpften Gebieten zu. „Es gibt viele Selbstmorde, weil die Menschen nicht wissen, wie es weitergeht. Der Luftalarm in Charkiw geht fast rund um die Uhr“, sagte Hontscharuk bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.

Von Russland aus abgefeuerte Raketen würden nach nicht einmal einer Minute in Charkiw einschlagen; das reiche nicht mehr aus, um den Luftalarm in Gang zu setzen. In der zweitgrößten Stadt der Ukraine seien Schulen und Kindergärten geschlossen; Unterricht finde bisweilen in U-Bahn-Stationen statt.

Charkiw liegt nur etwa 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Wie der Bischof berichtete, sei sein Diözesangebiet, das eines der größten in Europa und mehr als doppelt so groß wie Österreich ist, zu einem Viertel besetzt. Dort könnten auch keine Priester mehr eingesetzt werden. Deren Präsenz habe jedoch für die Bevölkerung eine große Bedeutung: „Die Menschen sagen: ,Wenn ein Priester da ist, dann kann ich auch bleiben.’ Sie brauchen unsere Anwesenheit. Die Einsamkeit ist schwer zu ertragen – vor allem, wenn man einen geliebten Menschen verloren hat.“

Bischof Pawlo Honcharuk besucht Soldaten an der Front.

Helfen Sie den notleidenden Menschen in der Ukraine mit Ihrer Spende:

Psychologische Hilfe wird immer wichtiger

Immer wichtiger werde deshalb neben der humanitären auch die psychologische Hilfe für die Bevölkerung. Viele Menschen vertrauten keinen Psychologen, und es gebe auch zu wenige davon. „Wir haben wenige Spezialisten und Fachleute, und das ist ein Problem. KIRCHE IN NOT unterstützt psychologische Schulungen für Priester, Ordensleute und weitere Helfer. Das ist so wichtig, und wir sind sehr dankbar dafür“, erklärte Hontscharuk.

Neben den psychologischen Schulungen hat KIRCHE IN NOT in der Diözese Charkiw-Saporischschja in den vergangenen Monaten unter anderem Wärmepumpen und Öfen finanziert, um im Winter Pfarrheime und Klöster heizen zu können, in denen Menschen Zuflucht suchen. Priester und Ordensfrauen, die an der Front tätig sind, wurden zudem mit Erste-Hilfe-Ausrüstung ausgestattet.

Lebensgefährlich, aber wichtig sei der Einsatz von 46 Militärkaplänen, die oft die einzigen Ansprechpartner für die Frontsoldaten seien, sagte Hontscharuk: „Was diese Menschen in ihrer Seele erleben, ist ein Albtraum. Deshalb ist ein Militärkaplan so wichtig. Er hört sich das an, was die Menschen auf der Seele haben.“

Zerstörungen in einer Straße in Charkiw. Sie ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nur 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

„Der Krieg fängt in den Herzen an, und er endet dort“

Obgleich immer mehr Menschen aus Charkiw und Umgebung sich in Sicherheit bringen, komme das für den Bischof nicht infrage, wie er betonte: „Die Menschen brauchen mich. Sollte ich Charkiw ganz verlassen, dann mit dem allerletzten Auto.“

Immer wieder erlebe er, dass die seelsorgerische Begleitung der Menschen auch Aggressionen heilen könne. So sei eines seiner prägendsten Erlebnisse in jüngster Zeit eine Beerdigung nahe der Frontlinie gewesen, erzählte Hontscharuk. Die Menschen in dem Dorf seien prorussisch eingestellt und ihm gegenüber sehr abweisend bis feindlich eingestellt gewesen.

Der Bischof habe deshalb die Beerdigung mit einem Gebet für die Anwesenden begonnen. Nach der Trauerfeier seien die Menschen auf ihn zugekommen und hätten ihn aufgefordert, nochmals für sie zu beten. „Ich fragte sie, warum. Sie meinten: ,Als Sie gebetet haben, wurde uns leicht ums Herz.’ Bei diesen Menschen ist der Krieg zu Ende. Denn der Krieg fängt in den Herzen an, und er endet dort.“

Um der notleidenden Bevölkerung in der Ukraine weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Ukraine Nothilfe

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Bis zu 30 Kilometer durch den von Schlangen bevölkerten Urwald: Das war Santosh Kumars erste Berufserfahrung in der Seelsorge „am Ende der Welt“. Santosh war als Diakon in der Pfarre „Unsere Liebe Frau von der immerwährenden Hilfe“ in Kalpahad auf Nord-Andaman tätig.

Sie bildet den nördlichsten Teil der Andamanen-Inselgruppe im Indischen Ozean. Die Andamanen und Nikobaren gehören politisch zu Indien, von dessen Festland sie gut 1200 Kilometer östlich entfernt liegen. Die Andamanen und Nikobaren bestehen aus 572 Inseln, die sich auf rund 1500 Kilometern von Nord nach Süd erstrecken.

Der Weg durch den Dschungel war nicht die einzige Herausforderung für Santosh: „Es gibt hier keinen Strom, kein Internet und oft kein Wasser – aber wir kommen immer zurecht“, sagt er im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. Die Inselgruppe war auch besonders schwer betroffen vom Tsunami am Zweiten Weihnachtstag 2004. Damals gab es allein auf den Andamanen und Nikobaren 3500 Tote, mehr als 25 000 Personen wurden obdachlos. Die Folgen der Naturkatastrophe sind noch immer spürbar.

Um die Gemeinden gut zu erreichen, ist Santosh Kumar mit dem Motorrad unterwegs. Doch häufig kommt er wegen schlechter Wege auch mit dem Motorrad nicht weiter und muss den Rest zu Fuß gehen.

Vom Tsunami an Weihnachten 2004 besonders betroffen

Sein Durchhaltevermögen wird Santosh auch in einer neuen Aufgabe brauchen können: Am 12. Mai wurde der junge Mann zum Priester der Diözese Port Blair geweiht. Die Diözese umfasst die gesamte Inselgruppe, auf der rund acht Prozent der Bevölkerung katholisch sind; die Mehrheit der Einwohner sind Hindus.

Santosh war der erste Priester aus der Diözese Port Blair, dessen Ausbildung KIRCHE IN NOT finanziert hat. 2023 hat das Hilfswerk die Ausbildung von rund 11 000 Seminaristen unterstützt, das ist fast jeder zehnte angehende Priester weltweit.

Santosh habe als Jugendlicher nie daran gedacht, einmal Priester zu werden, erzählt er: „Aber dann erkrankte mein Vater an Krebs. Ich begann zu beten und mir die Frage zu stellen, was wirklich wichtig ist im Leben. Das hat mich sehr verändert.“

Die Andamanen und Nikobaren waren von dem verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004 besonders betroffen (Archivbild).

„Ich sah den Durst der Menschen nach Christus“

Sein Vater konnte die Krankheit besiegen, und Santosh hat die Beschäftigung mit dem Glauben vor eine existenzielle Entscheidung gestellt: „In meiner Diözese gibt es nur wenige Priester. Als ich beobachtete, wie sie für die Menschen da sind, sah ich deren Durst nach Christus und den Sakramenten. Also habe ich mich auf den Weg gemacht.“

Und dieser Weg führte ihn in den entlegensten und ärmsten Teil der Diözese. Trotz der enormen Entfernungen seien die Kirchen und Kapellen in den Außenstationen der Pfarre Kalpahad immer voll, berichtet der Neupriester.

Damit er und sein Pfarrer wenigstens dort, wo es die Straßenverhältnisse erlauben, etwas schneller vorankommen, hat KIRCHE IN NOT für die Gemeinde außerdem ein Motorrad finanziert: „Das ist schon sehr praktisch, ohne Motorrad wäre unsere Arbeit fast nicht möglich.“

Santosh Kumar wurde am 12. Mai 2004 zum Priester geweiht.

„Ohne Motorrad wäre unsere Arbeit fast nicht möglich“

Doch an besonders unwegsamen Stellen ist auch für das Motorrad Schluss, dann geht es nur zu Fuß weiter. Dennoch besucht das Pastoralteam Monat für Monat weite Teile der Pfarre, erzählt Santosh: „Es ist schon beschwerlich, aber wir denken an die Menschen, die in diesen Orten leben und zur heiligen Messe und anderen Veranstaltungen kommen. Das gibt uns Kraft weiterzumachen.“

Kraft, die er für seinen künftigen priesterlichen Dienst „am Ende der Welt“ auch künftig braucht. Aber Santosh ist voller Energie und zuversichtlich: „Ich danke allen, die meinen Weg zum Priestertum ermöglicht haben. Bitte beten Sie weiter für mich.“

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche der Diözese Port Blair im indischen Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren und die Priesterausbildung mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Indien

Der Kommunikationsexperte leitet das österreichische Büro des internationalen katholischen Hilfswerks Kirche in Not.

Nach 39 Jahren übergibt Herbert Rechberger (65) mit 1. Juli 2024 die Geschäftsführung von „Kirche in Not – Österreich“ an Tobias Pechmann (41). Pechmann hat über zehn Jahre in Deutschland und Österreich in der PR gearbeitet, in Wien u. a. bei Rosam Grünberger und zuletzt bei Ketchum.

„Wir werden wachsen“

Der christliche Glaube erlebt in vielen Ländern einen regelrechten Boom, doch die Kirche ist dort häufig mittellos. Hier hilft ‚Kirche in Not schnell und konkret und die Großzügigkeit der Österreicher, diese Arbeit mitzutragen, im Gebet und durch Spenden, ist unglaublich“, so Tobias Pechmann. „Mein besonderer Dank gilt meinem Vorgänger Herbert Rechberger, der die Arbeit von ‚Kirche in Not‘ in Österreich die vergangenen Jahrzehnte aufgebaut, geleitet und die Weichen für die Zukunft gestellt hat. Das Potenzial, die Arbeit von ‚Kirche in Not‘ in Österreich weiter bekannt zu machen, ist groß. Wir werden wachsen, daran arbeite ich gemeinsam mit unserem Team.“

Tobias Pechmann, neuer Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT – Österreich

Konkrete Hilfe, schnell und unbürokratisch: Damit der Glaube lebt

Das internationale katholische Hilfswerk Kirche in Not (international: Aid to the Church in Need, ACN) hat Büros in 23 Ländern und konnte 2023 dank eines Spendenvolumens in Höhe von EUR 143,7 Mio. weltweit 5573 Projekte in 138 Ländern unterstützen. Spender aus Österreich haben dazu EUR 3,1 Mio. beigetragen.

Christenverfolgung nimmt weltweit leider zu. Auch deshalb ist die Arbeit von ‚Kirche in Not‘ so wichtig: Wir machen uns für Christen dort stark, wo immer sie verfolgt oder unterdrückt werden oder unter materieller Not leiden. Damit diese Arbeit weiter bekannt wird und die Hilfe wachsen kann freue ich mich, dass wir mit Tobias Pechmann einen hervorragenden Geschäftsführer gefunden haben“, so Michael Spallart, Präsident von KIRCHE IN NOT – Österreich

Die Christus-König-Pfarre von Damanpur liegt im ostindischen Bundesstaat Westbengalen. Die Pfarre ist sehr aktiv, insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Es gibt eine Sonntagsschule für die verschiedenen Altersstufen und zahlreiche Gruppen. Besonders gefördert wird die Liebe zur Eucharistische Anbetung und die Verehrung der Heiligen Jungfrau. Es gibt viele Ministranten. Die Liturgien werden mit Gesang, der einen wichtigen Bestandteil der Kultur der Santal bildet, und traditionellen Musikinstrumenten liebevoll gestaltet. Die Frauen organisieren sich, um gemeinsam zu beten, die Bibel zu lesen, die Kranken zu besuchen und denen zu helfen, die Probleme haben, und auch die Männer nehmen aktiv am Leben der Kirche teil und stellen sich in den Dienst der Gemeinde.

Eine der Außenstationen der Pfarre ist das Dorf Sambalpur. Die meisten Gläubigen gehören zum Volksstamm der Santal. Sie sind sehr arm, und das Gebiet ist abgelegen. Ursprünglich waren die Menschen Jäger und Sammler. Heute leben die meisten von ihnen von der Landwirtschaft. Manche pflegen aber auch das traditionelle Holzschnitzerhandwerk.

Die Priester, die regelmäßig das Dorf besuchten, feierten die Heilige Messe lange Jahre im Freien, da es keine Kapelle gab. Zwar hatte ein älterer Mann der Kirche schon vor einem Jahrzehnt ein Grundstück für den Bau einer Kirche geschenkt, aber da die Gemeinde sehr arm ist, ließ sich dieses Vorhaben nicht verwirklichen.

„Im Namen aller, die bei der Einweihung der Kirche in Sambalpur zugegen waren, und der Gläubigen der Diözese Jalpaiguri danke ich Ihnen dafür, dass Sie uns großzügig diese Kirche geschenkt haben. Wir sind so glücklich über Ihre Unterstützung.”

Als die Gläubigen sich 2019 noch einmal mit diesem Wunsch an den Pfarrer wandten, konnte dieser ihnen nur die beschädigten Blechplatten anbieten, die durch einen schweren Sturm von Dach der Grundschule weggerissen wurden. Die Gläubigen waren glücklich, kauften mit ihren eigenen bescheidenen Mitteln noch weitere Blechplatten und errichteten eine provisorische Kapelle. Diese war aber zu klein, um die Gläubigen zu fassen. Bischof Clement Tirkey von Jalpaiguri legte uns daher die Bitte ans Herz, die Gemeinde beim Bau eines „richtigen“ Gotteshauses zu unterstützen. Unsere Wohltäter ließen sich davon berühren und spendeten 24.000 Euro.

Die Gläubigen und die Priester waren überglücklich, als das Gotteshaus am 30. Oktober 2023 endlich feierlich eingeweiht wurde. Der Bischof, viele Priester und unzählige Gläubige nahmen an der Feier teil. Mit Gesängen und traditionellen Tänzen zog die große Prozession zu der kleinen Kirche, wo nun zum ersten Mal die Heilige Messe gefeiert wurde.

„Im Namen aller, die bei der Einweihung der Kirche in Sambalpur zugegen waren, und der Gläubigen der Diözese Jalpaiguri danke ich Ihnen dafür, dass Sie uns großzügig diese Kirche geschenkt haben. Wir sind so glücklich über Ihre Unterstützung“, schreibt uns Pater Marcel Fernandez, der Bischofsvikar der Diözese. Er geht davon aus, dass die Kirche, die dem heiligen Josef geweiht ist, der in vielfältigen schweren Anliegen angerufen wird, bald auch Pilger aus anderen Teilen der Diözese anziehen werde.

Allen, die zum Bau dieses Gotteshauses beigetragen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!

„Niemand glaubt an die Gefängnispastoral. Die Menschen denken, darum müsse man sich nicht kümmern. Aber die Bibel sagt mir, dass die Barmherzigkeit Gottes auch für die verstocktesten Sünder da ist.“ Maria Christina Santacruz spricht das wie ein trotziges Bekenntnis aus. Sie koordiniert die Seelsorge in Gefängnissen auf dem Gebiet der Erzdiözese Guayaquil im Westen von Ecuador.

Es gibt eine ganze Menge zu tun: Fünf Gefängnisse sind zu betreuen, darin sind über 12 000 Menschen inhaftiert – Tendenz steigend. Denn Ecuador, das einst als eines der sichersten Länder Lateinamerikas galt, versinkt in Bandenkrieg und Chaos. Die Mordrate stieg staatlichen Angaben zufolge im vergangenen Jahr um fast 70 Prozent.

Bereits zum zweiten Mal hat der seit November 2023 amtierende Präsident Daniel Noboa den Ausnahmezustand ausgerufen. Das Militär liefert sich Gefechte mit dem Organisierten Verbrechen. Doch das hat auch zahlreiche Schlüsselstellen in den Behörden infiltriert. Die Lage ist unübersichtlich, die Gefängnisse dementsprechend überfüllt. Teilweise brachen auch dort Revolten aus, die erst nach Wochen unter Kontrolle gebracht werden konnten.

„Die Herausforderung für uns besteht darin, die am wenigsten Geliebten, die Unbedeutenden und die Verachteten zu lieben und sich für sie einzusetzen“, betont Maria Christina Santacruz. Viele der Inhaftierten sind zwischen 15 und 27 Jahren alt. Manche werden in den Gefängnissen für eine weitere kriminelle Karriere rekrutiert. Sie brauchen Umkehr und neue Perspektiven.

Gottesdienst mit Gefangenen.

Die Verachteten lieben

Dafür setzt sich ein Team von gut 100 Personen ein, die in der Gefängnisseelsorge tätig sind. KIRCHE IN NOT unterstützt ihre Ausbildung und fachliche Begleitung. Außerdem fördert das Hilfswerk den Bau und den Unterhalt von Gefängniskapellen.

Eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen ist Aleida Mejia. Ob sie denn keine Angst habe, mit Schwerkriminellen zu arbeiten? Doch, bekennt sie, und ihrer Familie falle es jedes Mal schwer, sie in den Dienst gehen zu lassen. Aber dennoch ist sie überzeugt: „Genau hier will Jesus uns haben. Er ruft uns auf, alle seine Kinder zu lieben.“

Mejia und ihre Kollegen besuchen die Gefangenen, sie feiern regelmäßige Gottesdienste, sie halten Kontakt zu den Angehörigen. Essenziell sind auch Kurse, die auf ein Leben nach dem Gefängnis vorbereiten und über Perspektiven jenseits der Kriminalität informieren. Sie sind gut besucht, Erfolge sind sichtbar, wie Mejia betont: „Viele haben nach dem Gefängnis Familien gegründet und gehen ehrlicher Arbeit nach. Wir haben hier auch tiefe Bekehrungen erlebt. Jesus befreit diese belasteten Seelen.“

Kommunionspendung bei einem Gefängnisgottesdienst.

Kurse für ein Leben nach dem Gefängnis

Der Bedarf nach Gefängnisseelsorge ist enorm, deshalb sucht das Team händeringend neue Mitarbeiter. „Diese Mission ist so wichtig. Wir tragen das Wort Gottes weiter und verkünden, dass es einen Gott gibt, der uns liebt und uns befreit“, erklärt Aleida Mejia. Dennoch sei die Lage äußerst angespannt. Bei den Besuchen in den Gefängnissen erlebe sie viel Skepsis bis hin zu offener Ablehnung von Seiten des Personals.

Auch außerhalb der Gefängnismauern erachteten viele Menschen diese Tätigkeit als nutzlos. „Aber es lohnt sich; ich erlebe es täglich“, betont Maria Christina Santacruz. Sie sei dankbar, dass Gott sie zur Seelsorge an den Gefangenen berufen habe; ihr tägliches Gebet laute: „Hier bin ich, Herr, um deinen Willen zu tun und die Gefangenen zu trösten und in die Freiheit zu führen, wie du mich befreit hast.“

Schulung für Inhaftierte.
Bitte unterstützen Sie Sie die Gefängnisseelsorge in Ecuador mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Ecuador

KIRCHE IN NOT (ACN) hat im Jahr 2023 Spenden in Höhe von 143,7 Millionen Euro gesammelt. Im Vorjahr waren es rund 146 Millionen Euro. Die Spenden stammen ausschließlich von rund 360 000 privaten Wohltätern weltweit.

„Dass so viele Österreicherinnen und Österreicher gerne mit den Menschen teilen, die wenig haben und in Not sind, ist ein Zeichen der Hoffnung“, erklärt Herbert Rechberger, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT – Österreich. „Wir sind dankbar, dass wir trotz allgemeiner Preissteigerung unser Spendenniveau weitgehend halten konnten. Denn durch unsere Projekte können wir konkret, schnell und unbürokratisch die Kirche vor allem in Kriegs- und Krisenländern unterstützen.“

Ordensleute aus der Ukraine danken für die Hilfe durch KIRCHE IN NOT. Im vergangenen Jahr hat unser Hilfswerk in der Ukraine Projekte mit 7,5 Millionen Euro gefördert.

5573 Projekte in 138 Ländern

Dank der Spendeneinnahmen konnte KIRCHE IN NOT 5573 Projekte in 138 Ländern unterstützen. An der Spitze lag wie im Vorjahr die Ukraine; es flossen rund 7,5 Millionen Euro dorthin.

Schaut man auf die Weltregionen, so steht Afrika wiederholt an erster Stelle der Hilfen von „Kirche in Not“. Dorthin gingen fast ein Drittel der Projektausgaben. Auf dem Kontinent lebt fast jeder fünfte Katholik, jeder achte Priester, jede siebte Ordensfrau und ein Drittel der Priesterseminaristen weltweit. Schwerpunktländer in Afrika waren die Demokratische Republik Kongo, Nigeria und Burkina Faso. Über 19 Prozent der Hilfen gingen in den Nahen Osten, mehr als 17 Prozent nach Asien und Ozeanien sowie über 15 Prozent nach Lateinamerika.

Im August 2023 hat eine Menschenmasse Kirchen und Wohnungen von Christen in Jaranwala (Pakistan) zerstört. KIRCHE IN NOT ermöglichte Hilfe für betroffene Familien, die alles verloren hatten. Es konnten ihnen zum Beispiel Kleidung und Bettwäsche überreicht werden. Für über 200 Kinder gab es Materialien für die Schule.

11 Prozent der Spenden flossen in Nothilfen

Größter Posten der Hilfsprojekte waren die Bauhilfen, vor allem der Wiederaufbau und die Renovierung von Kirchen, Klöstern und Gemeindezentren. Es folgen Transportprojekte, also der Kauf von Autos, Motor- und Fahrrädern, Bussen und Booten, damit kirchliche Mitarbeiter auf oft schwer zugänglichen Straßen zu den ihnen anvertrauten Menschen gelangen können. 11 Prozent der Spendengelder flossen in Nothilfen. Diese gingen in so viele Länder wie nie zuvor, zum Beispiel in das Heilige Land. Dort leidet auch die christliche Minderheit unter den Auswirkungen von Terror und Krieg.

Statistisch gesehen erhielt 2023 jeder zehnte Priesterseminarist weltweit Unterstützung von KIRCHE IN NOT, und ebenfalls jeder zehnte Priester wurde durch Messstipendien unterstützt. Insgesamt konnten fast zwei Millionen Messstipendien weitergegeben werden.

Die Bischöfe von Panama, Kolumbien und Costa Rica haben sich darauf verständigt, die Seelsorge und humanitäre Betreuung von Flüchtlingen im Darién-Dschungel zu verstärken. Das betonte Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch in der internationalen Zentrale KIRCHE IN NOT in Königstein.

Der Darién-Dschungel (auch „Darién Gap“) ist ein Urwaldgebiet an der Grenze zwischen Kolumbien und Panama. Jährlich durchqueren hunderttausende Menschen das unwegsame Gelände Richtung Norden, um vorrangig in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Der direkte Weg durch unwegsames Gelände ist circa 100 Kilometer lang.

„In Anbetracht der zunehmenden humanitären Krise, der Todesgefahren und der extremen Verwundbarkeit, der die Migranten ausgesetzt sind, möchten wir unsere Stimme erheben“, sagte der Erzbischof. Die Darién Gap gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten Lateinamerikas, wird aber immer mehr genutzt: Beobachter schätzen, dass dieses Jahr die Millionen-Marke erreicht werden könnte.

Ulloa berichtete von einem Besuch in der Region zusammen mit Bischofskollegen aus den Grenzregionen: „Es brach uns das Herz, die Gesichter der Migranten zu sehen. Ungefähr 40 Prozent der Menschen, die den Dschungel durchqueren, sind weiblich. Dazu kommen viele Kinder.“ Die Zahl der Toten entlang der Fluchtroute kenne niemand, da viele verunglückte Menschen nicht geborgen werden könnten.

Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt bei einem Besuch im Darién-Dschungel im Frühjahr 2024.

Zahl der Toten kennt niemand

Neben Tropenkrankheiten und Wildtieren stellen bewaffnete Gruppen und Menschenhändler eine große Gefahr dar, die „aus der Verzweiflung der Menschen ein Geschäft machen“, prangerte der Erzbischof an.

Viele Menschenhändler erklärten in den sozialen Medien, die Durchquerung des Darién-Dschungels sei problemlos möglich. Dadurch wollen sie weitere Migranten anlocken. Die Bischöfe der Region haben sich nun zu einer eigenen Social-Media-Kampagne entschlossen, um über die Gefahren aufzuklären und auf Hilfsmöglichkeiten hinzuweisen.

Darüber hinaus wolle die Kirche auf der Fluchtroute präsent sein, „indem wir zum Beispiel Kliniken für Kinder oder für Frauen einrichten, die missbraucht wurden und eine besondere Traumabehandlung benötigen“, erklärte Ulloa. „Wir brauchen Orte, an denen Priester oder Ordensfrauen den Menschen Trost spenden können.“

Erzbischof José Domingo Ulloa Mendieta aus Panama-Stadt im Gespräch mit Migrantinnen.

Hilfen für missbrauchte Frauen und Kinder

Der Erzbischof gab zu, dass einerseits die dramatische wirtschaftliche Situation der Auswanderer nachvollziehbar, andererseits wegen der Gefahren und der weiteren Probleme in den Zielländern die Sehnsucht nach Auswanderung oft schwer zu verstehen sei, „aber wir müssen uns in die Lage der Migranten versetzen. Wir müssen die Menschen sensibilisieren, sie nicht als Bedrohung zu sehen, sondern sie zu integrieren.“

Hilfreich könnte dabei sein, dass zahlreiche Migranten in ihren Heimatländern in Pfarrgemeinden und als Katecheten aktiv gewesen seien. Darin liege eine Chance für die Aufnahmeländer, um vom spirituellen wie organisatorischen Know-how der Einwanderer zu profitieren.

Bitte um Unterstützung für karitative Arbeit

Erzbischof Ulloa bat um Unterstützung für die pastorale und karitative Sorge um die Migranten im Darién-Dschungel: „Ich wünsche mir, dass die Menschen spüren, dass die Kirche eine Mutter ist, die ihre Wunden heilen will.“

Bitte unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Panama und die Arbeit mit Migranten mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Panama

Die Caritas Ukraine möchte ein schönes Gelände in der Region Volyn erwerben, um dort ein integratives Camp für Kinder und Jugendliche zu errichten, die von den verheerenden Folgen des Krieges in der Ukraine betroffen sind. Um dieses Projekt verwirklichen zu können, hat die Caritas Ukraine KIRCHE IN NOT um Hilfe gebeten.

Hintergrund:

Der Krieg hat das Leben in der Ukraine tiefgreifend verändert. Besonders Kinder leiden unter den Auswirkungen: Armut, Verlust von Stabilität und Sicherheit, der Verlust von Freunden und Familie. Laut UNICEF leben inzwischen eine halbe Million Kinder mehr in Armut als noch vor wenigen Jahren. Diese Kinder brauchen dringend einen Ort der Geborgenheit und Hoffnung.

Dieser Ort soll ein Rückzugsort sein, an dem Kinder und Jugendliche emotionalen und spirituellen Beistand erhalten.

Vision und Planung:

Die Caritas Ukraine plant einen Ort zu schaffen, der nicht nur ein physisches Refugium bietet, sondern auch emotionalen und spirituellen Beistand. Durch Sommercamps und Wochenendaktivitäten möchte sie den Kindern und Jugendlichen helfen, ihre seelischen Wunden zu heilen. Professionelle Betreuung und enge Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden sollen dies ermöglichen.

Das geplante Zentrum:

In Dolsk, im Herzen der wunderschönen Polissia-Wälder, wurde das perfekte Gelände gefunden. Ein großzügiges Haus mit Blick auf einen See wartet darauf mit Leben und Lachen erfüllt zu werden. Die Räume bieten Platz für 1300 bis 1600 Kinder und Jugendliche pro Jahr, 60% von ihnen aus besonders schutzbedürftigen Gruppen. Im Sommer werden hier christliche Camps stattfinden, im Winter Schulungen und spirituelle Exerzitien.

Das helle Gebäude mit Blick auf einen malerischen See wartet darauf mit Leben und Lachen erfüllt zu werden.

Ausstattung und Lage:

Das zweistöckige Gebäude umfasst helle, geräumige Zimmer, einen großen Speisesaal, Sportplätze, Spielplätze und vieles mehr. Es liegt an einem 22 Hektar großen See und ist umgeben von der idyllischen Natur der Region. Der Keller kann im Notfall als Luftschutzbunker genutzt werden. Für eine ganzjährige Nutzung sind Wärmepumpen und eine bessere Dämmung geplant.

Nachhaltigkeit:

Das Lubomir Huzar Integrations- und Gesundheitszentrum wird sich selbst tragen. Finanziert wird es durch staatliche Unterstützung für benachteiligte Kinder, Projekte und Wohltäter sowie Einnahmen aus Exerzitien, Schulungen und Seminaren.

Im Sommer werden hier christliche Camps stattfinden, im Winter Schulungen und spirituelle Exerzitien.

Ein Ort der Hoffnung:

Ziel ist es, diesen Kindern und Jugendlichen nicht nur eine sichere Umgebung zu bieten, sondern auch Hoffnung, Freude und die Möglichkeit, ihre seelischen Wunden zu heilen. Mit Ihrer Unterstützung können wir diesen Traum verwirklichen und einen Ort der Geborgenheit und des Neuanfangs schaffen.

Dieses Projekt wurde von der ERSTE Stiftung unterstützt.

Im Sommer werden hier christliche Camps stattfinden, im Winter Schulungen und spirituelle Exerzitien.

14 Monate nach Beginn des Bürgerkriegs im Sudan spitzt sich die humanitäre Krise weiter zu. Dazu trägt auch eine aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad bei. „Wir haben kaum noch Treibstoff, um einen Stromgenerator oder eine Wasserpumpe zu betreiben“, teilte Salesianerpater Jacob Thelekkadan KIRCHE IN NOT mit. Um die extremen Temperaturen zu überleben, griffen die Menschen auf „rudimentäre Techniken“ wie nasse Handtücher oder dergleichen zurück.

Pater Jacob, der regelmäßig in Kontakt mit KIRCHE IN NOT steht, hält sich in dem von Salesianerinnen geleiteten Zentrum „Dar Mariam“ (Haus Mariens) nahe der Hauptstadt Khartum auf. Dort hatten nach Ausbruch der Kämpfe Mitte April 2023 zunächst 300 Menschen verschiedener Religionszugehörigkeit Zuflucht gefunden, heute leben dort noch etwa 80 Personen.

Sie werden von den Salesianerinnen seelsorgerisch betreut und erhalten Lebensmittel. Aber auch das wird zunehmend schwieriger, wie Pater Jacob erklärt: „Unsere Mahlzeiten bestehen aus Linsenbrei oder Reis. Eier, Fleisch oder Gemüse gibt es nicht mehr.“ Alle Bewohner in „Dar Mariam“ seien „unterernährt und schwach“, besonders die Kinder.

Der Alltag sei „von massiven Vertreibungen, schwerem Verlust von Menschenleben, unvorstellbaren Zerstörungen sowie körperlichen und seelischen Traumata“ geprägt, führte der Salesianer aus. Nur ein paar Mutige verließen das Haus, um Brennholz zum Kochen zu sammeln. Die Gefahr durch Heckenschützen sei sehr hoch. „Neben all dem Leid hat unsere kleine Gemeinschaft das Gefühl, dass der Rest der Welt diesen Konflikt und den Schmerz, den er verursacht, vergessen hat“, beklagte Pater Jacob.

An Trinkwasser zu kommen, ist in Hitzeperioden ein großes Problem.

Gefahr durch Heckenschützen

Auch „Dar Mariam“ geriet bereits dreimal in die Kampfzone: Im November 2023 zerstörte eine Rakete den ersten Stock des Hauses. „Dabei wurden eine Ordensschwester, ein ehrenamtlicher Lehrer sowie eine Mutter mit drei Kindern verletzt. Glücklicherweise wurde niemand getötet“, berichtete der Salesianer.

Anfang Jänner dieses Jahres habe eine weitere Raketenexplosion ein Feuer entfacht, das ein gesamtes Stockwerk vernichtete. Auch hier sei es den Bewohnern gelungen, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Im Dezember 2023 habe eine geplante Evakuierung abgebrochen werden müssen, da der vereinbarte Waffenstillstand nicht eingehalten worden sei. Seither müssen die Menschen weiter in „Dar Mariam“ ausharren.

Lebensmittelausgabe für Flüchtlinge in „Dar Mariam“ (Foto: Pater Jacob Thelekkadan).

Bewohner konnten nicht evakuiert werden

In Khartum habe es vor dem Krieg 13 Pfarren gegeben, davon würden jetzt nur noch in zwei regelmäßige Gottesdienste stattfinden. „,Dar Mariam‘ ist einer dieser Orte. So herrscht hier trotz vieler Leiden eine Atmosphäre der Gelassenheit“, betonte Pater Jacob.

Seit April 2023 liefern sich im Sudan die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen blutigen Machtkampf. Ein Großteil der Kämpfe findet in dicht besiedelten Vierteln der Hauptstadt Khartum statt.

Bei den Kämpfen wurden zehntausende Menschen getötet – manche Schätzungen gehen nach Angaben der Vereinten Nationen zufolge von bis zu 150 000 Toten aus. Zehn Millionen Sudanesen leben laut UNO als Binnenflüchtlinge, 18 Millionen haben nicht genug zu essen.

Unterstützen Sie notleidende Christen im Sudan mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Sudan

Am 2. Juni fanden in Mexiko Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Im Wahlkampf wurden lokalen Berichten zufolge mehr als 45 Politiker angegriffen, und über 30 Kandidaten ermordet. Das Land versinkt immer mehr im Bandenkrieg. Das betrifft auch die katholische Kirche.

Das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), das auch in Mexiko ein eigenes Büro hat, steht in Kontakt mit dem Priester José Filiberto Velázquez Florencio, den sie hier Pfarrer Fili nennen. Er leitet ein Zentrum für Opfer der Bandengewalt in der Diözese Chilpancingo-Chilapa. Sie liegt im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos, die als Hauptschauplatz von Bandenkrieg und Gewalt gilt. Über 16 verschiedene kriminelle Gruppen kämpfen um Macht und die Kontrolle von Menschen- und Drogenhandel.

„Ich fühle mich hier wie ein Kriegsseelsorger“, sagt Pfarrer Fili. Im Jahr 2022 hatte ihn ein Gemeindepfarrer um Hilfe gebeten, in dessen Kirche über 500 Gläubige Zuflucht vor der Bandengewalt suchten. Pfarrer Fili begann, humanitäre Hilfe für sie auf die Beine zu stellen und ihre Berichte über die erlebte Gewalt zu dokumentieren, um so die Täter ausfindig zu machen.

Pfarrer José Filiberto Velázquez Florencio, Seelsorger im mexikanischen Bundesstaat Guerrero.

Zwei Mordanschläge überlebt

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten, sie sind für die katholische Kirche in Mexiko an der Tagesordnung: Drohungen, Erpressungen, Mordanschläge. Der Priester hat bereits zwei solcher Anschläge überlebt. Auf dem Weg zu einem Gottesdienst wurde er verschleppt und sollte hingerichtet werden.

Stundenlang musste er auf Knien ausharren, während die Gemeindemitglieder um sein Leben verhandelten. Im Oktober vergangenen Jahres wurde er in seinem Auto beschossen: Ein Projektil traf einen Reifen, der andere den Beifahrersitz – zum Glück war der leer. „Normalerweise habe ich keine Angst, aber manchmal überkommt sie mich doch“, erzählt Pfarrer Filiberto. „Ich weine oft, aber mich tröstet das Wissen, dass ich nicht allein bin und Gott für mich sorgt.“ In den vergangenen 18 Jahren wurden in Mexiko 40 Priester ermordet, so viele wie in keinem anderen Land Lateinamerikas.

Pfarrer Fili verteilt Hilfsgüter an Familien, die von den Bandenkriegen betroffen sind.

Schikane trotz erfolgreicher Dialogbemühungen

Dennoch suchen Pfarrer Fili und seine Mitstreiter den Dialog mit den bewaffneten Gruppen, um mäßigend auf sie einzuwirken: „Wenn sie sich öffnen, gibt mir das die Gelegenheit, zu ihrem Herzen und ihrem Gewissen zu sprechen.“ So war es auch bei einem der schwersten Zusammenstöße zwischen kriminellen Gruppen und Militär im Januar und Februar dieses Jahres. Wochenlang legten die Kämpfe weite Regionen des Bundesstaats Guerrero lahm. „Es gab keinen Schulunterricht mehr, die Kranken konnten nicht mehr ins Krankenhaus gebracht werden. Dann begann die Kirche, mit den Anführern zu reden, und der Konflikt konnte gelöst werden“, berichtet Pfarrer Filiberto. Dennoch seien Kirchenvertreter von Behördenseite schikaniert und in Verbindung mit dem kriminellen Verbrechen gebracht worden.

Doch das ficht Pfarrer Fili nicht an. Er wird, wie die Kirche in Mexiko insgesamt, weiter für Gewaltopfer da sein und den Dialog suchen: „Die Kirche ist kein Club von Heiligen. Idem wir auf die Mitglieder des organisierten Verbrechens zugehen, zeigen wir lediglich, was die Kirche ausmacht: Barmherzigkeit.“

Rund 100 Millionen Wahlberechtigte in Mexiko waren am 2. Juni aufgerufen, neben dem Präsidentenamt auch den Kongress, die Regierungen von neun Bundesstaaten sowie mehr als 20 000 öffentliche Ämter zu bestimmen. Der bisherige Präsident Andrés Manuel López Obrador von der linkspopulistischen Regierungsallianz Morena darf nicht erneut antreten. Um seine Nachfolge bewerben sich für Morena die ehemalige Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, sowie aufseiten des oppositionellen Rechtsbündnisses die indigene Politikerin Xóchitl Gálvez.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Mexiko und ihren Einsatz für Gewaltopfer mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
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