Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich
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25.880 Euro haben unsere Wohltäter für ein geländetaugliches Fahrzeug für Pater Antonio Zavatarelli gespendet, der die weitläufige Andenpfarre Peñas betreut. Er leitet außerdem auch eine Schule in der bolivianischen Metropole La Paz, die 3500 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Die 27 Dörfer, die zu der Pfarre gehören, liegen bis zu 5200 Meter hoch im Gebirge. Die unbefestigten Straßen sind durch Schlamm, tiefe Schlaglöcher und Steine eine große Herausforderung für jedes Auto. Außerdem fällt oft Schnee.

Die Herausforderungen sind groß: Die Menschen in den Andendörfern leben in großer Armut; das unwirtliche Klima, Umweltverschmutzung und Bodenerosion erschweren das Leben zusätzlich. Viele Jugendliche brechen die Schule vorzeitig ab und suchen ihr Glück in den Städten.

Nicht nur Pfarrer Antonio Zavatarelli (rechts) dankt für die Hilfe bei der Anschaffung des Fahrzeugs. Mit dem Auto erreicht er die abgelegenen Pfarreien in den bolivianischen Anden nun schneller, besser und häufiger.

Große Armut und Perspektivlosigkeit unter jungen Leuten

Allerdings finden dort oft nicht das erhoffte bessere Leben, sondern stranden entwurzelt und perspektivlos in einem der Armenviertel, wo Arbeitslosigkeit, Alkohol, Drogen und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Eine intensive seelsorgliche Betreuung ist also sowohl im ländlichen Gebiet als auch in der Stadt dringend notwendig.

Dank Ihrer Hilfe kann Pater Antonio nun besser zu den Menschen gelangen, die ihn brauchen. Der aus Italien stammende Priester schreibt uns: „In dieser Zeit der großen Krise der Menschheit bleiben wir im Gebet vereint und arbeiten für eine Welt des Friedens, geleitet vom Geist unseres Herrn Jesus Christus. Ich danke Ihnen!“

Für die karge Landschaft mit schlechten Straßen ist ein geländetaugliches Fahrzeug notwendig. Ein herzliches Dankeschön an alle Wohltäter, die Pfarrer Antonio in Bolivien unterstützt haben.

Am 1. Februar jährt sich der Militärputsch in Myanmar zum zweiten Mal. KIRCHE IN NOT erinnert daran, dass im Verlauf der Kämpfe auch immer mehr religiöse Einrichtungen zerstört werden und die Arbeit der Kirche schwer beeinträchtigt ist. „Je heftiger die Kämpfe werden, desto mehr schwindet der allgemeine Respekt vor religiösen Stätten“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern.

Seit dem Staatsstreich seien rund 130 religiöse Gebäude zerstört worden, darunter bis Juli 2022 rund ein Drittel buddhistische Klöster und Pagoden. „Jedes Haus, jedes Kloster, jeder Tempel oder jede Kirche, die vom Regime bombardiert werden, ist ein Angriff auf die Identität und den Zusammenhalt der Gemeinschaft“, so Heine-Geldern. Die Lage in Myanmar „bricht einem das Herz“.

Besonders schlimm sei die Lage in den Verwaltungsbezirken Chin, Kayah und Karen, in denen eine beträchtliche Anzahl von Christen lebe. Im Kayah-Staat hätten mindestens 16 katholische Pfarreien aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden müssen; 19 Kirchen und religiöse Gebäude seien zerstört worden.

Ein Priester protestiert gegen die Gewalt in Myanmar.

„Viele Priester und Ordensleute haben ihre Gemeindemitglieder begleitet und im Dschungel oder in abgelegenen Gemeinden Schutz gesucht“, sagte Heine-Geldern. Die Präsenz der Priester und Ordensleute biete den Menschen „viel Trost und Hilfe“.

Allerdings fehle es zur Versorgung der Vertriebenen sogar an einfachsten Dingen wie Lebensmittel, Decken, Brennholz oder Medikamenten. Luftangriffe, Minen, die anhaltenden Kämpfe, militärische Kontrollpunkte und Stromausfälle behinderten vielerorts die Nothilfe der Kirche in Myanmar, so Heine-Geldern: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welch heldenhaftem Einsatz die Menschen inmitten so vieler Schwierigkeiten handeln.“ Die psychisch und physische Belastung für Priester, Ordensleute und freiwillige Helfer sei enorm.

Zerstörte Kirche in Myanmar (Foto: © Radio Veritas Mandalay).

„Es wird immer schlimmer”

„Wir erhalten weiterhin Nachrichten aus Myanmar: ,Es wird immer schlimmer. Betet für uns’“, erzählte der KIRCHE-IN-NOT-Präsident. Unser Hilfswerk schließt sich deshalb dem Aufruf von Papst Franziskus an, für Myanmar zu beten.

„Beten wir für ein Ende der Gewalt und eine Rückkehr zum Dialog, der eine große Quelle der Kraft für Myanmar wäre“, so Heine-Geldern abschließend. „Was dieses Land, das im Laufe seiner Geschichte so viel Leid erfahren hat, jetzt am meisten braucht, ist Frieden.“

Am 1. Februar 2021 hatte der Oberbefehlshaber des myanmarischen Militärs, General Min Aung Hlaing, einen Staatsstreich durchgeführt. Er ergriff die Macht und ließ die gewählte Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie Minister, Funktionäre der Regierungspartei NLD und Schlüsselakteure der Zivilgesellschaft festnehmen.

Dr. Thomas-Heine Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN).

Gewalt gegen Demonstranten

Im ganzen Land gingen Menschen auf die Straße, um gegen die Machtübernahme zu protestieren. Das Militär ging brutal gegen die Demonstranten vor. Seitdem tobt ein Bürgerkrieg. Zehntausende Menschen wurden seither inhaftiert, tausende getötet.

Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gehören von den rund 55 Millionen Einwohnern Myanmars rund acht Prozent einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, die Zahl der Katholiken wird mit ein bis zwei Prozent angegeben.

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Mit drastischen Worten hat ein Missionar aus der Demokratischen Republik Kongo angeprangert, dass die internationale Gemeinschaft zu wenig gegen die Gewalt im Osten des afrikanischen Landes unternehme.

„Was uns als Missionare oft empört, ist das Schweigen der internationalen Gemeinschaft, während Menschen abgeschlachtet werden“, sagte der aus Portugal stammende Comboni-Missionar Pater Marcelo Oliveira in einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Wie er weiter erklärte, komme es in der Region Nord-Kivu an der Grenze zu Uganda häufig zu Anschlägen. Dabei griffen Rebellen Dörfer an und versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. „Die Menschen müssen ständig aus ihren Dörfern fliehen, sich im Wald verstecken und darauf warten, dass [die Rebellen] die Dörfer verlassen“, berichtete der Missionar, der seit mehreren Jahren in der Demokratischen Republik Kongo lebt.

Pater Marcelo Oliveira, ein aus Portugal stammender Comboni-Missionar in der Demokratischen Republik Kongo.

Rebellen verbreiten Angst und Schrecken

„Die Methode besteht darin, die Menschen in die Flucht zu schlagen, um sich an ihr Land zu kommen, das sehr reich an Bodenschätzen ist. … Heute ist dieses Dorf dran, das nächste Mal ein anderes, und das alles geschieht in aller Stille.“

Die Gewalt richtet sich dabei auch gezielt gegen Christen. Am 15. Jänner wurde auf eine protestantische Kirche in Kasindi in der Provinz Nord-Kivu ein Terroranschlag verübt. Anhänger der Rebellengruppe „Alliierte Demokratische Kräfte“ (ADF) hatten eine Bombe in einer vollbesetzten Kirche deponiert und gezündet. Mindestens 15 Menschen kamen dabei ums Leben.

Niedergebrannte Gebäudeteile eines Krankenhauses in Maboya (Demokratische Republik Kongo).

Gezielte Gewalt gegen Christen

Seit Jahren wird das rohstoffreiche Grenzgebiet zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Nachbarland Uganda von Rebellen der Miliz ADF überrannt. Die ADF wird von Jamil Mukulu angeführt, einem zum Islam konvertierten ehemaligen Christen. Dem kongolesischen Militär und der UN-Friedensmission MONUSCO gelingt es nicht, die Region zu befrieden.

Die Provinz Nord-Kivu gilt als Epizentrum der Gewalt. Menschenrechtsorganisationen zufolge ereignet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo die am längsten dauernde humanitäre Krise Afrikas. In der Region lagern Gold, Diamanten, Kobalt und Coltan in der Erde. Dabei handelt es sich um wichtige Rohstoffe, zum Beispiel für die IT- oder Fahrzeugindustrie.

Ab dem 31. Jänner bereist Papst Franziskus die Demokratische Republik Kongo und Südsudan. Allerdings sind keine Termine in der Region Nord-Kivu im Besuchsprogramm vorgesehen.

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„Wir brauchen Glauben, um das Dorf wiederaufzubauen, und Sie sind ein Zeichen dieses Glaubens“, sagte Erzbischof Thabet Dutzenden Dominikanerinnen, die sich zur Einweihung ihres neuen Klosters St. Joseph versammelt hatten.

Batnaya war früher ein wichtiges Zentrum christlichen Lebens in der Ninive-Ebene im Nordirak. Im Jahr 2014 lebten rund 5000 Christen in dem Dorf, fast alle chaldäische Katholiken. Die gesamte Bevölkerung musste jedoch fliehen, als IS-Terroristen im August desselben Jahres über die Region herfielen.

Der IS zerstörte das Kloster vollständig.

Die Schwestern wollten ihr Dorf nicht aufgeben

Die dschihadistische Terrorgruppe wurde schließlich besiegt, aber die Gebäude, darunter zwei wichtige Kirchen, waren fast vollständig zerstört worden und die Bevölkerung hatte sich zerstreut: Einige lebten in Flüchtlingslagern, andere waren emigriert.

Doch die Dominikanerinnen wollten ihr Dorf und ihre Gemeinschaft nicht aufgeben. Fest entschlossen, nach Batnaya zurückzukehren, bezogen sie zunächst ein Haus, das ihnen ein großzügiger Ortsansässiger vorübergehend zur Verfügung stellte, bevor ihr neues Kloster St. Joseph – größtenteils mit finanzieller Unterstützung der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN) – gebaut wurde.

Das zerstörte Kloster wird wieder aufgebaut.

Die Wüste in ein Paradies verwandeln

In seiner Ansprache bei der Einweihungszeremonie des neuen Gebäudes am 18. Dezember 2022 erklärte Erzbischof Paul Thabet von der chaldäischen Erzdiözese Alqosh, bei diesem Neuaufbau gehe es um mehr als um Bausteine und Mörtel: Es gehe darum, der Gemeinschaft Leben und Hoffnung zu geben.

„Die Weihe ist ein Ruf, durch den Gott sein Reich errichtet. Wohin auch immer gottgeweihte Männer und Frauen kommen, können sie die Wüste in ein Paradies verwandeln. Die Anwesenheit der Ordensschwestern, die Tatsache, dass sie in das heimgesuchte, zerstörte Dorf gekommen sind, zeugt von einem großartigen Wiederaufbau: Wir bauen nicht nur Steine wieder auf, wir stellen die Menschlichkeit wieder her“, so der Erzbischof.

„Die Anwesenheit der Schwestern in diesem Dorf ist ein Zeichen, das alle Dorfbewohner ermutigt, ebenfalls zurückzukehren. Hinter der Zerstörung sehen wir auch Zeichen wahrer Schönheit, der Schönheit der Seele, die Sie aufbauen wollen. Darum ist die Anwesenheit der Mönche, Schwestern und der Kirche ein ermutigendes Symbol für unsere Brüder und Schwestern aus dieser Stadt. Wir Christen im Irak haben eine tiefe Wunde. Diese Wunde muss durch den Glauben geheilt werden, und Sie sind ein Zeichen für diesen Glauben“, sagte er den zahlreichen Schwestern, die in der Kapelle des Klosters zur Segnung zusammengekommen waren.

Erzbischof Paul Thabet Habib Yousif Al Mekko weiht das neue Kloster ein.

Wenn die Wurzeln verdorren, sterben die Zweige ab

Jetzt, so fügte der Geistliche hinzu, sei es an der Zeit, dass auch andere Einwohner zurückkehren. „Ihr Name, Ihre Identität liegen in Batnaya, Ihre Wurzeln sind in Batnaya und nicht in den Auswanderungsorten. Ich möchte Sie dazu ermuntern, das Dorf zu unterstützen und gelegentlich hierherzukommen, denn sonst werden diese Wurzeln verdorren, und wenn das passiert, werden die Zweige mit Sicherheit absterben. Wir brauchen Glauben, um das Dorf wieder aufzubauen.

Im Namen der Gemeinschaft der Dominikanerinnen dankte Schwester Huda Sheto all denen, die zum Bau ihres neuen Klosters beigetragen haben, und nannte insbesondere KIRCHE IN NOT. Die Schwestern, so betonte sie, seien in Batnaya, um „die Gläubigen zu begleiten, mit ihnen ihren Glauben zu leben, ihre Gebete, ihr Leben und ihre Nöte zu teilen und so viele geistliche Dienste wie möglich anzubieten“. Dazu gehört auch die Betreuung der Kinder in dem zum Kloster gehörenden Kindergarten.

An der Einweihung des neuen Klosters nahmen viele Dorfbewohner teil ebenso wie Vertreter lokaler Behörden, Mitglieder des Klerus und der Vertreter von KIRCHE IN NOT im Irak. Die Frauen des Ortes brachen der Tradition entsprechend in johlende Freudenschreie aus, als Erzbischof Thabet das Band am Tor durchschnitt und die Statue des Heiligen Josef vor dem Kloster segnete. Nach der Veranstaltung nahmen alle Anwesenden gemeinsam an einem festlichen Essen teil und freuten sich, dass das Leben und der Glaube den Terror überstanden haben und nach Batnaya zurückkehren.

KIRCHE IN NOT hat sich mit großem Engagement dafür eingesetzt, christliches Leben im Nordirak wiederherzustellen, und hat viele Wiederaufbauprojekte mitfinanziert, auch in Batnaya. Die Stiftung hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, dem Irak dabei zu helfen, die Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung zu erlangen, die er jetzt braucht, damit seine Bevölkerung sich stabilisieren kann und nicht im Ausland ein besseres Leben suchen muss.

Um den Christen im Irak zu helfen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Die neue Ausgabe der Kinderbibel von KIRCHE IN NOT in der Sateré-Sprache ist nicht nur ein Werkzeug zur Vertiefung des Glaubens. Sie trägt außerdem dazu bei, die Sprache und Kultur eines indigenen Volkes zu bewahren.

Angehörige des Sateré-Mawé-Volkes aus dem Amazonasgebiet können nun die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen. Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat eine neue Ausgabe seiner Kinderbibel Gott spricht zu seinen Kindern fertiggestellt und bereits an mehrere Gemeinden verteilt.

Die neue Ausgabe der Kinderbibel wurde bereits an mehrere Gemeinden des Sateré-Mawé-Volkes verteilt. Foto: © Joao Carlos Morales/KIRCHE IN NOT

Mehr als tausend Exemplare an 30 Gemeinden

Die Sateré-Mawé leben in den Amazonas-Regionen Andirá und Marau. Mitte Dezember wurden dank KIRCHE IN NOT mehr als tausend Exemplare der Kinderbibel an Vertreter von etwa dreißig Gemeinden verteilt.

P. Henrique Uggé, ein italienischer Missionar des Päpstlichen Instituts für die auswärtigen Missionen (PIME), der seit Jahrzehnten unter den Eingeborenen Amazoniens wirkt, betont: „Wir alle hören, lesen und meditieren gerne das Wort Gottes in unserer eigenen Sprache und in unserem eigenen kulturellen und historischen Kontext.“ Der Geistliche freut sich darüber, dass die Sateré-Mawé nun auch die Messlesungen in ihrer Sprache hören können, was „für sie sehr nützlich sein wird“.

Die neue Ausgabe der Kinderbibel wird an Jung und Alt verteilt. Nicht nur diese Ausgabe trägt dazu bei, die Sprache und Kultur von indigenen Völkern zu bewahren. Foto: © Joao Carlos Morales/KIRCHE IN NOT

Übersetzung von sieben örtlichen Katecheten

Als er 1972 in die Region kam – so erinnert sich P. Henrique –, zählte die Volksgruppe lediglich etwa 1200 Angehörige. Aufgrund von Krankheiten und der völligen Vernachlässigung durch die Behörden war sie vom Aussterben bedroht. Heute gehören zu der Volksgruppe mehr als 12 000 Menschen, und die Kinder profitieren von einem Netz zweisprachiger Schulen.

Die neue Ausgabe der Kinderbibel, die die wichtigsten Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament enthält, wird mit der finanziellen Hilfe von KIRCHE IN NOT herausgegeben und verteilt. Sie ist das Ergebnis der Bemühungen der sieben örtlichen Katecheten, die sie übersetzt haben. Einer von ihnen ist Dercival Santos Batista, selbst Sateré-Mawé: „Dank dieses Buches werden sich unsere Kinder und Jugendlichen auf dem richtigen Weg befinden. Auch für unser eigenes Verständnis des Wortes Gottes ist es sehr wichtig.“

Die Sateré-Mawé leben in den Amazonas-Regionen Andirá und Marau. Aufgrund von Krankheiten und der völligen Vernachlässigung durch die Behörden war sie vom Aussterben bedroht. Aber mittlerweile hat sich das gebessert. Foto: © Joao Carlos Morales/KIRCHE IN NOT

Die Kinderbibel hilft die Kultur zu erhalten

Laut Honorato Lopes Trindade, einem weiteren Übersetzer, haben solche Veröffentlichungen einen zusätzlichen Nutzen, da sie zur Erhaltung der eigenen Kultur beitragen: „Unsere Sprache geht verloren. Wir sollten dafür kämpfen, sie zu bewahren. Viele der Wörter in dieser Bibel sind nicht mehr gebräuchlich, so dass die Leser nach ihnen fragen müssen, um sie zu verstehen.“

P. Henrique Uggé unterstreicht die Bedeutung dieses Beitrags zur Erhaltung der indigenen Kultur. Ausgaben anderer spiritueller und liturgischer Bücher, einschließlich Hörbücher, seien in Vorbereitung.

Die Kinderbibel von KIRCHE IN NOT ist inzwischen in 190 Sprachen übersetzt worden. Insgesamt wurden mehr als 50 Millionen Exemplare gedruckt. Foto: © Joao Carlos Morales/KIRCHE IN NOT

Die Kinderbibel von „Kirche in Not“ gibt es in 190 Sprachen

Die KIRCHE IN NOT-Kinderbibel wurde erstmals 1979 veröffentlicht und ist inzwischen in 190 Sprachen übersetzt worden. Insgesamt wurden mehr als 50 Millionen Exemplare gedruckt, davon mehr als 10 Millionen allein für Brasilien. Neben der Ausgabe in Sateré-Mawé- und der portugiesischen Ausgabe wurde die Kinderbibel auch in mehrere weitere brasilianische indigene Sprachen, etwa Guarani, Tukano, Ticuna und Macuxi übersetzt. In einigen Fällen handelte es sich bei der Kinderbibel um das erste in der jeweiligen Sprache veröffentlichte Buch.

Die Kinderbibel ist eines der größten Projekte von KIRCHE IN NOT. Unterstützen Sie es mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Im Jahr 2022 sind weltweit mindestens 17 Priester und Ordensleute der katholischen Kirche eines gewaltsamen Todes gestorben. Insgesamt wurden mehr als 100 Priester und Ordensschwestern entführt, verhaftet oder getötet. Das geht aus einer Aufstellung des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) zum Jahresende hervor.

Demnach wurden in Nigeria 2022 vier Priester umgebracht. Darüber hinaus wurden in Mexiko drei Priester von Mitgliedern der Drogenkartelle ermordet. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurden zwei Geistliche erschossen.

Im Jahr 2022 wurden nach den „Kirche in Not“ vorliegenden Informationen auch fünf Ordensschwestern in Ausübung ihrer Mission ermordet: Schwester Luisa Dell’Orto im Juni in Haiti, die Schwestern Mary Daniel Abut und Regina Roba im August im Südsudan, Schwester Mari de Coppi im September in Mosambik sowie Schwester Marie-Sylvie Vakatsuraki im Oktober in der Demokratischen Republik Kongo.

Ruinen des von Terroristen zerstörten Krankenhauses von Maboya (DR Kongo), in dem Schwester Marie-Sylvie Kavuke Vakatsuraki ums Leben kam.

Mehr als 40 Priester entführt

2022 wurden nach Kenntnis von „Kirche in Not“ insgesamt 42 Priester in verschiedenen Ländern entführt, von denen 36 wieder freigelassen wurden. Drei in Nigeria entführte Priester wurden ermordet, und drei weitere Geistliche werden noch immer vermisst: zwei in Nigeria und der deutsche Missionar Pater Hans-Joachim Lohre, ein Projektpartner von „Kirche in Not“, der im November in Mali verschleppt wurde.

Nigeria führt die Liste mit insgesamt 28 Entführungen im Jahr 2022 an. Kamerun folgt mit sechs Entführungen; dort waren im September fünf Priester auf einmal verschleppt und fünf Wochen später wieder freigelassen worden. In Äthiopien, Mali und auf den Philippinen wurde jeweils ein Priester entführt.

Haiti hat sich zu einem der gefährlichsten Orte in Mittelamerika entwickelt: Fünf Priester wurden dort im Laufe des Jahres kriminellen Banden entführt, wobei alle inzwischen wieder freigelassen wurden.

Ebenfalls in Nigeria wurden im zu Ende gehenden Jahr die meisten Ordensfrauen verschleppt: „Kirche in Not“ hat von sieben Entführungen Kenntnis erhalten. In Burkina Faso wurde eine Schwester, in Kamerun – zusammen mit den fünf oben erwähnten Priestern – noch eine weitere Ordensfrau entführt. Glücklicherweise wurden alle diese Ordensschwestern später wieder freigelassen.

Der deutsche Afrikamissionar Hans-Joachim Lohre, der seit vielen Jahren in Mali lebt und arbeitet, wurde Ende November 2022 mutmaßlich verschleppt. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm.

In Ausübung des Seelsorge-Dienstes festgenommen

Außerdem sind im Jahr 2022 nach Informationen von „Kirche in Not“ mindestens 32 Geistliche in Ausübung ihres Dienstes festgenommen und inhaftiert worden. Die jüngsten Fälle betreffen vier Priester der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, die im von Russland besetzten Teil der Ukraine tätig sind. Zwei von ihnen wurden inzwischen freigelassen und in das ukrainische Hoheitsgebiet „abgeschoben“, zwei weitere befinden sich weiterhin in Haft und sollen möglicherweise wegen „Terrorismus“ angeklagt werden. Es steht zu befürchten, dass sie in der Haft gefoltert werden, wie lokale Ansprechpartner berichten.

Große Sorgen macht sich „Kirche in Not“ um die Lage in Nicaragua, wo die Regierung massiv gegen die katholische Kirche vorgeht. Dort wurden im zu Ende gehenden Jahr elf Mitglieder des Klerus verhaftet. Es handelt sich um zwei Seminaristen, einen Diakon, einen Bischof und sieben Priester. Bischof Rolando Alvarez aus Matagalpa, der derzeit unter Hausarrest steht, soll am 10. Januar 2023 wegen „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ vor Gericht gestellt werden. „Kirche in Not“ hat auch Berichte erhalten über Priester in Nicaragua, denen es nicht erlaubt ist, ihre Gemeinden zu verlassen, und über mindestens zehn Geistliche, die von der Regierung an der Rückkehr in das Land gehindert werden.

Ein weiterer aktueller Fall betrifft die Inhaftierung eines Bischofs und zweier Priester in Eritrea. Zwei Monate sind seit ihrem Verschwinden vergangen, ohne dass die Behörden etwas dazu erklärt hätten.

Der unter Hausarrest stehende Rolando José Alvarez Lagos, Bischof von Matagalpa in Nicaragua. © Jacques Berset / Kirche in Not

Unklare Lage in China

Wie viele katholische Priester und Bischöfe im Jahr 2022 in China festgenommen wurden, lässt sich kaum abschätzen. Nach den von „Kirche in Not“ zusammengetragenen Informationen werden Geistliche aus der Untergrundkirche immer wieder für einige Zeit von den Behörden verschleppt, um sie zu drängen, sich der staatlich anerkannten Kirche anzuschließen. Ein Beispiel ist das Verschwinden von mindestens zehn Priestern, die alle der Untergrundgemeinde von Baoding etwa 160 Kilometer südwestlich von Peking angehören, im Zeitraum von Januar bis Mai 2022.

Darüber hinaus wurde ein Priester in Myanmar während der Proteste gegen das Regime verhaftet. Mehrere Ordensschwestern und zwei Diakone wurden in Äthiopien während des Tigray-Konflikts Ende 2021 verhaftet und 2022 wieder freigelassen.

„Kirche in Not“ ruft die beteiligten Länder auf, alles zu tun, um die Sicherheit und Freiheit von Priestern, Ordensschwestern und anderen pastoralen Mitarbeitern zu gewährleisten, die sich in den Dienst der Bedürftigsten stellen. Das internationale Hilfswerk bittet auch alle Freunde und Wohltäter, für diejenigen zu beten, die noch in Gefangenschaft sind, sowie für die Gemeinden und Familien derjenigen, die ihr Leben verloren haben.

Um notleidenden und verfolgten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Verfolgte Christen

Mit großer Betroffenheit und Trauer müssen wir bekannt geben, dass unser langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter, Herr Diakon Johann Himberger aus Kössen/Tirol, am 9. Jänner 2023 zu Gott heimgegangen ist.

Diakon Hans Himberger begann seine ehrenamtliche Tätigkeit bei KIRCHE IN NOT-Österreich im Februar 1996. Er war vor allem in den Pfarren in West-Österreich unterwegs, wo er predigte, Vorträge hielt, die Ausstellung über „Verfolgte Christen weltweit“ aufstellte, Wohltäter besuchte, und vieles mehr.

† Diakon Johann Himberger (1948 – 2023).

Wir sind traurig, weil wir einen guten Mitarbeiter und vor allem einen guten Freund verloren haben, aber auch sehr dankbar, Diakon Himberger kennen- und schätzen gelernt zu haben. DANKE für alles, was du für KIRCHE IN NOT getan hast.

Vergelt´s Gott dafür!
Möge er ihn Frieden ruhen!

Im Namen des gesamten Teams von KIRCHE IN NOT-Österreich
Herbert Rechberger, Nationaldirektor

KIRCHE IN NOT zeigt sich alarmiert angesichts der steigenden dschihadistischen Gewalt im westafrikanischen Benin. Projektpartner des Hilfswerks berichten von zunehmenden Angriffen im Norden des Landes, nahe der Grenzen zu Burkina Faso, Togo und Niger.

Besonders betroffen ist das Gebiet der katholischen Diözese Natitingou. Die Angriffe hätten bereits Ende 2021 eingesetzt, seien jedoch im Lauf des vergangenen Jahres intensiver geworden, berichten die Projektpartner.

Auch die pastorale Arbeit in der 1964 errichteten Diözese ist betroffen: So mussten etwa im vergangenen Jahr die Benediktinerinnen ihr Kloster „Notre Dame de l‘Écoute“ in Natintigou aus Sicherheitsgründen verlassen. Die sieben Ordensfrauen halten sich aktuell im Landesinneren Benins auf.

Die Ordensschwestern mit Erzbischof Pascal N’Koué.

„Wir sind Ausländer, weiß und weiblich“

Ihr Kloster bestand seit 17 Jahren, die meisten Schwestern stammen aus Frankreich. KIRCHE IN NOT unterstützt die Arbeit der jungen Gemeinschaft. „Wir waren uns bewusst, eine bevorzugte Zielscheibe für Angriffe zu sein: Wir sind Ausländer, weiß und weiblich“, berichtete die Oberin Schwester Anna gegenüber dem Hilfswerk. Warnungen vor Entführungen habe es seit Langem gegeben, aber erst Ende 2022 habe sich der Orden zur Flucht entschlossen.

KIRCHE IN NOT sieht mit großer Sorge, dass sich der dschihadistische Terror im Westen Afrikas immer wieder ausbreitet. Waren in der Region bislang vor allem Mali, Burkina Faso, Tschad, Niger, Kamerun und Nigeria betroffen, so geraten zunehmend auch die Nachbarländer ins Visier der Extremisten.

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.

„Transnationales Kalifat“ als Ziel?

Unser Hilfswerk hat bereits in seinem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ darauf hingewiesen, dass die Angriffe darauf ausgerichtet seien, ein transnationales Kalifat von der Sahelzone über den Nahen Osten bis hin zum Süden der Philippinen zu errichten.

Betroffen sind in den jeweiligen Staaten alle Bewohner, die die Weltsicht der Extremisten nicht teilen – Christen jedoch oft in besonders hohem Maße, da sie ihnen wegen ihrer Werte und Lebensweise als besonders verhasst gelten. In den betroffenen Ländern wie Nigeria oder Mali sind Entführungen von Priestern und Ordensleuten mittlerweile an der Tagesordnung.

In Benin sind nach den Recherchen von KIRCHE IN NOT über 45 Prozent der Einwohner Christen; die Zahl der Katholiken liegt bei etwa 25 Prozent.

Bitte unterstützen Sie Arbeit der Kirche in Benin mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Benin

Die Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in der Diözese Vellore hatten uns vor einiger Zeit um Hilfe gebeten, denn das Gebiet, das sie betreuen, ist sehr weitläufig, unterentwickelt und abgelegen, und die Ordensfrauen hatten kein Fahrzeug, um die vielen Dörfer zu besuchen.

Sie berichteten uns: „Da sich unsere Gemeinschaft hier noch im Anfangsstadium befindet, sind wir finanziell sehr schwach. Wir haben keine Einkommensquelle. Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung beim Kauf eines Fahrzeugs.“

„Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt.“

Ihre Kongregation wurde 1952 in Südindien gegründet. Heute gehören ihr 300 Schwestern an, die sich vor allem um Arme und Benachteiligte kümmern. Sie betreuen kranke und alte Menschen und geistig behinderte Kinder, unterrichten Schulabbrecher, richten in den abgelegenen Dörfern Schulen und Kindergärten ein, organisieren Gebetstreffen und Katechesen und bereiten Kinder auf die Erstkommunion vor. Mädchen, die nicht zur Schule gegangen sind, vermitteln sie zudem Kenntnisse im Weben und Nähen, damit sie zum Unterhalt der Familie beitragen können.  Aber ohne ein Auto konnten sie nur schwer in die Dörfer gelangen, in denen sie gebraucht werden. Daher haben unsere Wohltäter mit 11.000 Euro dazu beigetragen, dass sie Ordensfrauen ein Auto anschaffen konnten.

Schwester Arokia Selvi schreibt uns jetzt voller Freude: „Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt. Das Fahrzeug ist nützlich für die verschiedenen Aktivitäten in den Dörfern und kann in der Gemeinde große Veränderungen bewirken. Wir sind zuversichtlich, dass unser Dienst den katholischen Glauben stärken wird und die Bildung, die Gesundheit und die Lebensumstände aller Menschen, insbesondere der armen Kinder, verbessern und die Schulabbrecherquote in naher Zukunft senken wird. Wir nutzen diese Gelegenheit, um allen Wohltätern und Unterstützern für ihre Großzügigkeit und Ermutigung zu danken. Wir sind zutiefst dankbar für das Geschenk eines Fahrzeugs für unsere katholische Mission.“

Die weltweite päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT (international: Aid to the Church in Need ACN) nimmt mit tiefer Trauer und großer Dankbarkeit Abschied von Papst em. Benedikt XVI.. Er sei ein großer Freund und Förderer des Hilfswerks gewesen, erklärt der Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN), Mauro Kardinal Piacenza: „Das Lehramt von Papst Benedikt, der seine erste Enzyklika ,Deus caritas est’ der Nächstenliebe gewidmet hat, ist sehr wertvoll für ,Kirche in Not’ gewesen.“ Damit habe er die Mission des Hilfswerks gestärkt, dass sich „aufgrund seines Gründungscharismas ganz und gar mit der Nächstenliebe beschäftigt, um der leidenden Kirche zu helfen.“

Auf Auslandsreisen hatte Benedikt XVI. den Einsatz des Hilfswerks für notleidende und bedrängte Christen kennengelernt. 2007 war er zum Beispiel bei einer Apostolischen Reise nach Brasilien zu Besuch in einem Drogenrehabilitationszentrum „Fazenda da Esperança“ (Hof der Hoffnung), unterstützt von KIRCHE IN NOT.

Papst Benedikt XVI. Foto: Grzegorz Galazka

KIRCHE IN NOT (ACN) zur päpstlichen Stiftung erhoben

Papst Benedikt hat die Arbeit des internationalen katholischen Hilfswerks viele Jahre lang maßgeblich begleitet. Kardinal Piacenza erinnert daran, dass es Benedikt XVI. gewesen sei, der im Jahr 2011 KIRCHE IN NOT in den Rang einer Päpstlichen Stiftung erhoben und einen umfassenden Modernisierungsprozess bei KIRCHE IN NOT einleitet hatte. In dem Bestätigungsschreiben (Chirograph) hatte der Papst die Verdienste des Hilfswerks gewürdigt, „das die Kirche seit 65 Jahren überall dort begleitet, wo es an finanziellen Mitteln fehlt und oder es zu Verstößen gegen die Religionsfreiheit kommt, so dass die Ausübung des Evangelisierungsauftrages schwierig oder gar unmöglich wird.“ KIRCHE IN NOT hat mit dieser Umwandlung zur Päpstlichen Stiftung ihre bis heute gültige Gestalt bekommen. Zum ersten Präsidenten ernannte Papst Benedikt XVI. Mauro Kardinal Piacenza.

Papst war Unterstützer von ACN

Kardinal Joseph Ratzinger war der Arbeit von KIRCHE IN NOT schon in seiner Zeit als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation verbunden. Schon im Jahr 2002 hatte er erklärt: „Ich unterstütze ,Kirche in Not’, weil ich weiß, dass da wirklich Dienst am Glauben getan wird. Manche meinen ja, man dürfe nur Soziales im engsten Sinne des Wortes unterstützen; was einer glaube, solle man jedem selbst überlassen. Aber in Wirklichkeit ist nichts wichtiger, als Gott zu den Menschen zu bringen, als ihnen zu Christus zu helfen, weil nur dann die Kräfte des Glaubens erwachen, die die entscheidende Art von Energie für die Weltgeschichte sind. KIRCHE IN NOT hilft der Not des Glaubens und tut damit das, was für unsere Welt am allermeisten nötig ist.“

Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT International erklärt: „Diese Kraft des Glaubens, von der Papst Benedikt sprach, kann KIRCHE IN NOT jedes Jahr in den Hunderttausenden von Spenden erleben, die es ermöglichen, die Kirche und den Glauben in der Welt zu stärken.“

Papst Benedikt XVI. 2007 auf der Fazenda da Esperança in Guaratingueta © Joaci Oliveira/ Kirche in Not

Ein Papst, der sich für die Ausbildung junger Menschen einsetzt

Heine-Geldern erinnert zudem daran, wie sehr Papst Benedikt die Jugendlichen am Herzen lagen: „Auch dieses wichtige Anliegen hat er uns anvertraut durch die Betreuung, Verbreitung und Weiterentwicklung des Jugendkatechismus YOUCAT.“

Heute ist die YOUCAT-Stiftung fester Bestandteil von KIRCHE IN NOT. Sie unterstützt den Informations- und Verkündungsauftrag des Papstes. Im Vorwort des Jugendkatechismus wandte sich Papst Benedikt direkt an die Jugendlichen: „Ihr müsst wissen, was Ihr glaubt. Ihr müsst Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können.“

Christentum als Religion der Freiheit und der Liebe

Das bleibende Erbe des verstorbenen Papstes für die ganze Kirche sei „das Gefühl der Identität und Zugehörigkeit inmitten der Diktatur des Relativismus, der oft zum Fundamentalismus geworden ist“, erklärt Kardinal Piacenza. Benedikt XVI. habe den Gläubigen vermittelt, dass das Christentum ebenso Religion der Freiheit ebenso wie Religion der Liebe sei. „Er hat aufgezeigt, dass an der Basis vieler eingeforderter Rechte der Relativismus zu finden ist, und dass die Freiheit, wo sie von der Realität getrennt wird, sich selbst vernichtet.“

Zusammen mit seiner Wertschätzung der Liturgie und des Gebetes habe der Papst damit Werte vermittelt, die auch in der Praxis von KIRCHE IN NOT „das praktische Handeln der Hilfe unterstützen und die sein Ursprung sind“, sagt Kardinal Piacenza. Er ruft die Wohltäter des Hilfswerks dazu auf, für den verstorbenen Papst em. und die ganze Kirche zu beten und die Botschaft Benedikts XVI. in den Werken der Nächstenliebe weiterzutragen.

Die im Amazonasgebiet gelegene Diözese Humaità verfügt über ein Boot für die Seelsorge, denn die Gemeinden an den Flussufern sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. Diese Fahrten sind beschwerlich und gefährlich, und es gibt Stromschnellen, Baumstämme im Wasser, giftige Tiere wie Schlangen sowie zahlreiche Moskitos, die den Missionaren das Leben schwer machen. Schlimmer und gefährlicher war es aber noch, dass sich das Boot bereits in marodem Zustand befand. Das Holz am Boden verrottete, der Rumpf war beschädigt, und es traten weitere Schäden auf, die dringend behoben werden mussten.
Das Seelsorge-Team dankt allen Wohltätern, die die dringend notwendige Reparatur des Bootes unterstützt haben.

2.800 Euro haben unsere Wohltäter gespendet, um es wieder einsatzbereit zu machen. Nun kann das Missionsteam, das aus einem Priester, einer Ordensfrau sowie weiteren Personen wie Seminaristen, Laienmissionaren oder auch anderen Ordensschwestern besteht, wieder jeden Monat 15 Tage unterwegs sein, um die Gläubigen an den Flussufern zu besuchen, mit ihnen zu beten, ihnen die Sakramente zu spenden, Glaubensunterweisung anzubieten und den Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das Missionsteam verbringt jeweils einen bis zwei Tage in einer Gemeinde und fährt dann weiter.

Bisweilen besucht auch Bischof Antonio Fontinele de Melo die Flussgemeinden. Er freut sich, dass das dank Eurer Hilfe Boot nun wieder im Einsatz ist und die Fahrten sicherer geworden sind.  Er berichtet uns: „Heute ist das Boot bereits von den zuständigen Schifffahrtsbehörden zugelassen und führt die Missionare über die Wasserwege unseres geliebten Amazonas, um die Botschaft des Evangeliums zu denjenigen zu bringen, die sie am nötigsten brauchen.“

Allen, die geholfen haben, herzlichen Dank!

KIRCHE IN NOT sorgt dafür, dass rund 44 000 Kinder in Syrien und im Libanon ein Weihnachtsgeschenk und warme Winterkleidung erhalten. Die Verteilung findet in mehreren Pfarrgemeinden und Klöstern in beiden Ländern statt; KIRCHE IN NOT hat dafür die Mittel zur Verfügung gestellt. Die Geschenkaktion fand bereits in den vergangenen Jahren statt und wird dieses Jahr fortgesetzt.

Im Libanon werden so rund 14 000 Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten; in Syrien etwa 30 000. Allein in Aleppo können gut 1500 Kinder sowie kranke und ältere Menschen an Weihnachtsfeiern mit Musik, Theateraufführungen und einer gemeinsamen Mahlzeit teilnehmen. „In Syrien und im Libanon kennen die Kinder gar kein sorgenfreies Weihnachten mehr. Auch für die Erwachsenen ist es lange her“, erklärte die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Wir rufen dazu auf, dieses Weihnachtsfest zu einer Zeit der Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern im Nahen Osten zu machen.“

Kleiderausgabe in Syrien.

Nothilfe für Christen im Nahen Osten.

Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon und in Syrien!

„Christen fühlen sich entmutigt“

Die Situation sowohl in Syrien als auch Libanon sei desolat. In Syrien lebten mindestens 90 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze, im Libanon mehr als 70 Prozent. Viele Projektpartner von KIRCHE IN NOT fühlten sich entmutigt, erklärte Lynch, die die Region mehrfach besucht hat: „Sie haben den Eindruck, dass die Welt sie vergessen hat. Sie können aber einen Funken Hoffnung bewahren, weil sie wissen, dass wir alles in unserer Machtstehende tun werden, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.“

KIRCHE IN NOT hat deshalb vor Weihnachten die langjährige Hilfsarbeit für Syrien und den Libanon nochmals verstärkt. Das Hilfswerk unterstützt kirchliche Krankenhäuser, finanziert Lebensmittelpakte, gibt Zuschüsse für Schulgebühren und Stipendien und fördert kirchliche Jugendgruppen sowie den Einsatz von Ordensschwestern und Priestern.

Im Libanon unterstützt KIRCHE IN NOT rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten, sagte Lynch: „Ohne unsere Hilfe würde die christliche Minderheit die Auswanderung als einzigen Ausweg sehen und die Hilfsarbeit der Kirchen für die gesamte Bevölkerung zusammenbrechen.“

„Überleben der Christen ist in Gefahr“

Sowohl Syrien als auch der Libanon gehören zu den Ursprungsregionen des Christentums; viele Orte werden schon in der Bibel genannt. Aktuell gebe es dort aber immer weniger Christen, sagte Lynch: „Gründe dafür sind Kriege und Wirtschaftskrisen, die Hunger und Elend über die Menschen gebracht hat.“

Nach einer Phase wirtschaftlichen Wohlstands geht der Libanon aktuell durch die schwerste Krise seiner jüngeren Geschichte. Die einheimische Währung ist nichts mehr wert. In Syrien wird zwar in weiten Teilen des Landes nicht mehr gekämpft, aber die Situation ist durch den Rückgang humanitärer Hilfe und infolge der nach wie vor geltenden Sanktion enorm verschlimmert.

Viele Menschen würden für sich und ihre Kinder keine Perspektive mehr sehen und auswandern, betonte Lynch. „Das Überleben der Christen in Syrien und im Libanon ist in Gefahr. Damit würden auch viele karitative Einrichtungen zusammenbrechen. Wir müssen tun, was wir können, um diese Entwicklung zu stoppen. Deshalb hoffen wir auf großzügige Unterstützung.“

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche im Libanon  und Syrien und sichern Sie das Überleben der christlichen Gemeinde mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfe Libanon oder Syrien

Im Libanon unterstützt KIRCHE IN NOT rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten und vor dem Aus standen.