Die Demokratische Republik Kongo leidet nicht nur unter der aktuellen Ebola-Epidemie: Die Menschen im Osten des zentralafrikanischen Landes fühlen sich angesichts der anhaltenden Gewalt bewaffneter Gruppen von der internationalen Gemeinschaft im Stich gelassen. Das hat der Generalvikar der Erzdiözese Bukavu, Floribert Bashimbe, bei einem Besuch bei KIRCHE IN NOT (ACN) beklagt. „Wir fühlen uns nicht isoliert, wir fühlen uns verlassen“, sagte der Priester.
Besonders dramatisch sei die Lage in der Region rund um die Städte Bukavu und Goma an der Grenze zu Ruanda. Die Rebellengruppe M23 habe ihre Kontrolle in den vergangenen Jahren immer weiter ausgedehnt. Die Bevölkerung leide massiv unter den Folgen der Gewalt. „Die Bergleute können keine Erze mehr abbauen, und die Landwirtschaft ist aufgrund der unsicheren Lage zum Erliegen gekommen“, erklärte der Generalvikar. Die M23 kontrolliere inzwischen viele Rohstoff-Minen und vertreibe vielerorts die einheimische Bevölkerung.
Angesichts dieser Entwicklung seien die Priester ausdrücklich aufgefordert worden, in ihren Gemeinden zu bleiben. Die Sorge sei groß, dass andernfalls die Milizen noch mehr Dörfer unter ihre Herrschaft bringen könnten. Vielerorts seien die Priester inzwischen die letzten sichtbaren Zeichen von Hoffnung und Normalität geworden. „Wenn die Kirchenglocken läuten, wissen die Gläubigen, dass der Priester noch da und ein Leben in diesem Dorf weiterhin möglich ist“, sagte Bashimbe.

Zugleich berichtete der Generalvikar von wachsender Not und Isolation der Bevölkerung. Viele Seminaristen könnten wegen der unsicheren Lage ihre Familien seit Monaten nicht besuchen. Die Kirche versuche deshalb, die angehenden Priester mit Kleidung, Hygieneartikeln und Schulmaterial zu unterstützen. Auch die allgemeine Versorgungslage verschlechtere sich zunehmend. Zusätzlich belasten immer wieder Gesundheitskrisen wie Ebola-Ausbrüche Teile der Demokratischen Republik Kongo und verschärfen die ohnehin fragile humanitäre Lage.
Bashimbe betonte, dass die Kirche eine Vermittlerrolle einnimmt. „Bislang wurden die kirchlichen Einrichtungen respektiert“, erklärte er mit Blick auf das Verhältnis zur M23. Immer wieder gelinge es der Kirche auch, bei willkürlichen Verhaftungen von Gläubigen Lösungen zu finden. Mit Blick auf die Ursachen des Konflikts verwies der Generalvikar auf die reichen Bodenschätze im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Die Menschen hier haben nie vom Rohstoffabbau profitiert“, beklagte Bashimbe. „Nun sterben sie wegen Bodenschätzen, die ihnen selbst überhaupt nichts nützen.“

Seit Jahrzehnten kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo militante Gruppen um die Kontrolle über Rohstoffe wie Gold und Coltan, das unter anderem für Smartphones und Batterien benötigt wird. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden durch die Konflikte in der Region Millionen Menschen vertrieben. UN-Experten werfen Ruanda die Unterstützung der M23-Miliz vor; Ruanda weist diese Vorwürfe zurück.
Auch wenn in dem Konflikt wirtschaftliche und politische Interessen im Vordergrund stehen, greifen islamistische Einheiten immer wieder gezielt Kirchen und christliche Einrichtungen an. Dafür werden vorrangig die Kämpfer der Allied Democratic Forces (ADF) verantwortlich gemacht, die Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterhalten sollen.
Der von KIRCHE IN NOT herausgegebene Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ spricht von „brutalen Massakern“ und sieht die Demokratische Republik Kongo unter den Ländern, in denen schwere religiöse Verfolgung herrscht – obgleich rund 95 Prozent der Einwohner Christen sind.
Der Vorsitzende der kubanischen Bischofskonferenz hat eindringlich vor einer Verschärfung der humanitären und sozialen Krise auf der Karibikinsel gewarnt. Bischof Marcelo Arturo González Amador aus Santa Clara, sprach gegenüber KIRCHE IN NOT von einem Klima aus Angst, Hoffnungslosigkeit und existenzieller Not. „Es ist der schwierigste und traurigste Moment in der Geschichte unseres Volkes, an den ich mich erinnern kann“, sagte der Bischof. „Alles ist ein Kampf ums Überleben.“
Besonders betroffen seien arme und ältere Menschen sowie alleinerziehende Mütter. In vielen Pfarren suchten verzweifelte Menschen Hilfe, weil sie tagelang nichts gegessen hätten. Die anhaltenden Stromausfälle verschärften die Lage zusätzlich, da Lebensmittel oft nicht gekühlt werden könnten.
Auch das Gesundheitssystem befinde sich in einem alarmierenden Zustand. Nach Angaben des Bischofs könnten in manchen Krankenhäusern keine Operationen mehr durchgeführt werden, weil Wasser, medizinisches Material und selbst einfachste Hilfsmittel fehlten. Familien seien häufig gezwungen, Medikamente oder Operationsmaterial über Verwandte im Ausland zu organisieren.

Neben der wirtschaftlichen Not beobachtet González eine tiefe psychische Erschöpfung der Bevölkerung. „In den Gesprächen mit den meisten Menschen spürt man Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit. Die Angst regiert“, erklärte González. Viele Menschen fürchteten zudem eine militärische Eskalation mit den Vereinigten Staaten. „Die Angst vor einem Krieg ist enorm und gehört zu den täglichen Sorgen vieler Menschen“, sagte er.
Zugleich warnte der Bischof vor den Folgen der anhaltenden Emigrationswelle. „Wer auswandern kann, tut es“, sagte González Amador. Zurückbleibe „eine immer älter werdende Bevölkerung, ohne Ressourcen und mit minimalen Renten“. Auch die zunehmende Kriminalität und Unsicherheit belasteten die Bevölkerung schwer.
Trotz aller Schwierigkeiten versuchten Ordensschwestern, Priester und Laien weiterhin, den Menschen beizustehen. In vielen Gemeinden organisierten Gläubige kleine Suppenküchen oder Essenslieferungen für kranke und ältere Menschen. González berichtete von einer Einrichtung, die mehr als 300 Menschen versorge und zuletzt improvisieren musste, weil die vorhandenen Lebensmittel nicht ausreichten. „Die Menschen sehen, dass die Kirche teilt, dass sie gibt, was sie hat“, sagte der Bischof.

Die Kirche selbst leide jedoch ebenfalls unter massiven Einschränkungen. Hohe Preise und Treibstoffmangel erschwerten die Seelsorgearbeit erheblich. „Wir betreiben eine ‚Seelsorge des Erhaltens‘“, erklärte González. Trotzdem bleibe die Kirche bewusst an der Seite der Bevölkerung. „Auch wenn viele die Insel verlassen, bleibt die Kirche“, betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz.

„Unser Grenzort Yaroun ist heute zutiefst verwundet“, sagte Nadaf, Pfarrer der melkitischen Gemeinde St. Georg in Yaroun. Anfang Mai seien der Pfarrsaal, der zuletzt als Notkirche diente, das Jugendzentrum der Pfarre sowie das Kloster der griechisch-katholischen Salvatorianerinnen mitsamt ihrer Schule zerstört worden. Eine vollständige Schadensaufnahme sei derzeit nicht möglich, da der Zugang zum Dorf weiterhin gefährlich sei. „Zweifellos ist dies eine der größten Katastrophen, die unser Dorf je erlebt hat“, erklärte Nadaf.
Der Ort Yaroun liegt unmittelbar an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus schiitischen Muslimen; zugleich gibt es dort seit Jahrhunderten eine christliche Gemeinde. Seit Beginn der Kämpfe im Oktober 2023 gehört Yaroun zu den besonders betroffenen Orten im Südlibanon. Bereits kurz nach Beginn der Auseinandersetzungen mussten sämtliche Bewohner flüchten. Kirchen, Wohnhäuser und öffentliche Gebäude wurden schwer beschädigt oder zerstört. Zwischenzeitlich waren einige christliche Familien nach Yaroun zurückgekehrt. Sie hatten versucht, beschädigte Häuser notdürftig zu reparieren und das Gemeindeleben wieder aufzunehmen.

Doch mit der erneuten Eskalation Anfang 2026 seien sämtliche Hoffnungen auf eine dauerhafte Rückkehr erneut zerstört worden. „Seit Beginn des Krieges leben die Familien im Exil, geprägt von Ungewissheit und großer Hilflosigkeit“, sagte Pfarrer Nadaf. Viele Vertriebene seien inzwischen in andere Orte des Südlibanon oder in den Norden des Landes geflohen.
Besonders besorgt zeigte sich der Priester, was die Zukunft der Christen in der Region angeht. „Die vertriebenen Christen haben sich diesen Krieg nicht ausgesucht. Sie bitten nur darum, in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen, in Frieden mit allen zu leben und im Land ihrer Vorfahren bleiben zu können“, betonte er. Neben humanitärer Hilfe brauche es vor allem Sicherheit und Perspektiven, damit die verbliebenen Christen nicht endgültig aus der Region gedrängt würden.
„Kirche in Not“ unterstützt christliche Gemeinden im Libanon unter anderem mit Nothilfe, Seelsorgeprojekten sowie Hilfen für Ordensgemeinschaften und kirchliche Schulen. Der Libanon leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise; die jüngsten Kämpfe im Süden des Landes haben die Lage vieler Familien zusätzlich verschärft.
Der seit drei Jahren andauernde Bürgerkrieg im Sudan darf nach Ansicht des Comboni-Missionars Pater Diego Dalle Carbonare nicht aus dem Blick der Weltöffentlichkeit geraten. Bürger seien aufgerufen, sich gegen Waffenhandel und andere Formen der Unterstützung bewaffnete Konflikte zu wenden. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT (ACN) warnte der Ordensmann vor den dramatischen Folgen des Konflikts und appellierte: „Was im Sudan geschieht, was Zivilisten, Kindern und Frauen widerfährt, geht uns alle an.“
Der Missionar, der bereits in Ägypten, im Libanon und Sudan tätig war, kritisierte insbesondere den internationalen Handel mit Waffen und Rohstoffen. Dieser trage dazu bei, Konflikte wie den im Sudan weiter anzufachen. „Als Bürger haben wir die Pflicht, von unseren Regierungen zu verlangen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Kriege zu beenden oder zumindest den Handel mit Waffen und Gold zu regulieren, denn genau das finanziert Kriege wie den im Sudan.“
Nach Angaben der Vereinten Nationen zählt der Bürgerkrieg im Sudan derzeit zur schwersten humanitären Krise weltweit. Auch die christliche Minderheit leidet massiv unter den Folgen. Vor Beginn der Kämpfe lebten rund eine Million Christen im Sudan.
Nachdem die sudanesische Armee zuletzt wieder die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Khartum übernommen hat, konnten dort erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder Gottesdienste gefeiert werden. „Nach 27 Monaten Krieg konnten wir wieder die heilige Messe feiern und das Bußsakrament spenden“, berichtete Pater Diego. Gerade die Beichte helfe vielen Menschen dabei, „das Kapitel des Leidens abzuschließen und den Wiederaufbau in Angriff zu nehmen“.

Neben der seelsorglichen Arbeit stehe die Kirche im Sudan jedoch auch vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen. Zahlreiche katholische Schulen seien zerstört, viele Familien vertrieben worden. Pater Diego berichtete von Lehrkräften, die gefoltert oder getötet wurden.
Gleichzeitig erlebe er immer wieder bewegende Zeugnisse des Glaubens. So erzählte der Missionar von einer verwitweten Lehrerin, die von Kämpfern der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) bedroht worden sei. Sie habe ihren Angreifern den Bibelvers entgegnet: „Alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (vgl. Mt 26,52). Die Männer seien daraufhin erschrocken geflohen und später zurückgekehrt, um sie um Vergebung zu bitten.

Für die christlichen Gemeinden im Sudan seien Gebet und internationale Solidarität von großer Bedeutung, betonte Pater Diego. „Wir sind auf Gebet und Hilfe angewiesen; es gibt noch sehr viel zu tun.“ KIRCHE IN NOT unterstützt derzeit 15 Projekte im Sudan. Dabei geht es unter anderem um die Seelsorge, die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten sowie den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen.
Im Sudan herrscht seit April 2023 Bürgerkrieg zwischen Armee (Sudanese Armed Forces, SAF) und der paramilitärischen Miliz RSF. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bislang mehr als 12 Millionen Menschen vertrieben, Millionen weitere sind von Hunger bedroht. Schätzungen gehen von bis zu 150 000 Todesopfern aus. Nachdem mehrere internationale Vermittlungsversuche gescheitert sind, ist ein Waffenstillstand derzeit nicht in Sicht.
Der Apostolische Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Visvaldas Kulbokas, hat die Lage im Land angesichts des anhaltenden Krieges als „sehr schwierig“ beschrieben. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT sprach der Botschafter des Heiligen Stuhls von wachsender Erschöpfung in der Bevölkerung und schweren Belastungen für Familien – aber auch von einer zunehmenden Suche nach Glauben und Orientierung.
Nach über vier Jahren Krieg würden die Folgen der Dauerbelastung immer deutlicher spürbar. Viele Menschen litten unter Schlafmangel wegen nächtlicher Angriffe und seien psychisch erschöpft. Dennoch versuchten zahlreiche Familien weiterhin, ihren Alltag unter schwierigsten Bedingungen aufrechtzuerhalten.
Besonders die zurückliegenden Wintermonate seien für viele Menschen hart gewesen. „Viele Familien hatten weder Heizung noch Strom“, erklärte Kulbokas. Zwar unterstützten humanitäre Organisationen die Bevölkerung weiterhin etwa mit Generatoren oder Kochgeräten, doch bleibe der Bedarf groß.
Vor allem in Frontnähe sei der Alltag weiterhin von Angst und Unsicherheit geprägt. Wegen Drohnenangriffen und Minengefahr könnten sich Menschen oft nur zu bestimmten Tageszeiten bewegen, sagte der Nuntius. Auch der Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder medizinischer Versorgung bleibe vielerorts problematisch.

Besonders betroffen seien Kinder und Familien. In einigen Regionen finde Unterricht weiterhin in unterirdischen Schutzräumen statt. Gleichzeitig veränderten Fluchtbewegungen ganze Städte und Gemeinden: Während manche Orte stark an Bevölkerung verloren hätten, nähmen andere Regionen zahlreiche Vertriebene auf.
Trotz der schwierigen Lage bleibe die Kirche in vielen Regionen präsent. Priester, Ordensleute und kirchliche Mitarbeiter leisteten weiterhin humanitäre Hilfe und begleiteten die Menschen seelsorglich. Auch an der Front seien Priester im Einsatz. „Manchmal besteht ihre Aufgabe einfach darin, bei den Menschen zu bleiben; sie beten und feiern die Messe in Luftschutzkellern und Bunkern – oft in Situationen ständiger Gefahr aufgrund drohender Angriffe“, sagte Kulbokas.
Zugleich beobachte er eine wachsende Offenheit für religiöse Fragen. „Die Sehnsucht nach Gott nimmt in der Nähe der Front signifikant zu“, erklärte der Nuntius. Als Beispiel schilderte Kulbokas die Geschichte eines jungen Mannes, der durch den Krieg vertrieben worden sei und ursprünglich weder ein Kreuz noch eine Kirche gekannt habe. Durch die Begegnung mit einem Priester habe er zum Glauben gefunden und sei später ins Priesterseminar eingetreten.

Der Heilige Stuhl engagiere sich weiterhin bei humanitären Fragen, etwa mit Blick auf Gefangene, Vertriebene und die Rückführung ukrainischer Kinder aus Russland, betonte der Nuntius. Diese Bemühungen seien jedoch komplex und von der internationalen Zusammenarbeit abhängig.
KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche in der Ukraine seit Beginn des Krieges mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen. Das Hilfswerk fördert unter anderem die Ausbildung und den Einsatz von Priestern und Ordensleuten, die Betreuung von Binnenflüchtlingen, Traumahilfe sowie die Versorgung kirchlicher Einrichtungen mit Generatoren und Heizmaterial.
Der neu gewählte Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, Paul III. Nona, hat die internationale Gemeinschaft vor einer weiteren Eskalation der Konflikte im Nahen Osten gewarnt. In einem Gespräch mit KIRCHE IN NOT appellierte das Oberhaupt der größten katholischen Kirche des Irak an die Staatengemeinschaft, den Menschen der Region endlich eine Zukunft in Frieden zu ermöglichen.
„Wir können nicht akzeptieren, dass Jahr für Jahr in diesem oder jenem Land ein neuer Krieg ausbricht“, sagte der Patriarch. Die Sehnsucht nach Frieden sei groß. Was die Menschen im Nahen Osten von der internationalen Gemeinschaft forderten, sei „im Grunde einfach: Respekt – Respekt vor unseren Völkern und vor unserer Souveränität“.
Nur so könne verhindert werden, dass der Nahe Osten dauerhaft zum Schauplatz geopolitischer Konflikte werde. „Wir möchten unseren jungen Menschen in die Augen schauen und ihnen sagen: ,Ihr habt eine Zukunft.‘ Doch dafür muss die Welt aufhören, unser Land in ein ständiges Schlachtfeld zu verwandeln“, erklärte Nona.
Der 58-jährige Patriarch, bürgerlich Amel Shamon Nona, wird am 29. Mai in der St.-Joseph-Kathedrale in der irakischen Hauptstadt Bagdad in sein Amt eingeführt. Sein Amtsantritt fällt in eine Zeit großer Unsicherheit im Nahen Osten. Viele Menschen in der Region leiden weiterhin unter den Folgen jahrelanger Kriege, wirtschaftlicher Krisen und politischer Spannungen – vom Irak und Syrien bis hin zum Heiligen Land und dem Libanon.

Nona kennt die Auswirkungen von Krieg und Vertreibung aus persönlicher Erfahrung. Als Erzbischof von Mossul erlebte er den Vormarsch der Terrormiliz „Islamischer Staat“ im Jahr 2014 unmittelbar mit. Während der Besetzung der Stadt mussten hunderttausende Christen und andere Minderheiten aus ihrer Heimat fliehen. Auch seine eigene Gemeinde wurde vollständig vertrieben.
Rückblickend sprach der Patriarch von einer „sehr schwierigen, aber auch prägenden Zeit“. Gleichzeitig habe ihn diese Zeit gelehrt, wie tief der christliche Glaube vieler Menschen im Irak verwurzelt sei. „Trotz allem haben die Menschen ihre Hoffnung bewahrt“, sagte Nona. Gerade das Leiden habe den Glauben vieler Christen vertieft. Das Zeugnis der Christen im Irak bestehe darin, „unermesslich gelitten und dennoch einen tiefen, unerschütterlichen Glauben bewahrt“ zu haben.
Als Leitwort für sein Patriarchat wählte Paul III. Nona die Worte Jesu aus dem Markusevangelium: „Fürchte dich nicht! Glaube nur!“ (Mk 5,36). Die größte Herausforderung der Gegenwart sei für viele Menschen die Angst vor der Zukunft, vor Krieg und davor, die eigene Lebensweise zu verlieren. „Aber wenn wir unseren Glauben so leben, wie der Herr es von uns will, können wir mit diesen Ängsten leben und dennoch voller Glauben bleiben“, sagte der Patriarch.

Dankbar äußerte sich der neue Patriarch über die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT. Während der schwersten Jahre des IS-Terrors und des Wiederaufbaus habe das Hilfswerk den Christen beigestanden, „als andere es nicht konnten“. Für die Zukunft hoffe er besonders auf Unterstützung im Bereich Bildung und Ausbildung. „Wenn wir eine gebildete Generation haben, die ihren Glauben versteht, ist das die beste Grundlage dafür, dass unser Volk bleibt und gedeiht“, erklärte Nona.
Die chaldäisch-katholische Kirche ist die größte katholische Kirche des Irak und gehört zu den mit Rom verbundenen Ostkirchen. Ihr gehören etwa eine halbe Million Gläubige an, von denen viele im Ausland leben. Patriarch Paul III. Nona wurde 1967 im Nordirak geboren und 1991 zum Priester geweiht. Von 2010 bis 2014 war er Erzbischof von Mossul. Nach der Vertreibung durch den „Islamischen Staat“ leitete er die chaldäische Kirche in Australien.

Die Diözese Mendi liegt im zerklüfteten Hochland von Papua-Neuguinea – 31 Pfarren, über 300 Außenstationen, verbunden durch Bergstraßen, die selbst robuste Fahrzeuge auf eine harte Probe stellen. Mitten in dieser Landschaft liegt die Pfarre St. Joseph in Margarima, die größte der Diözese: 17 weit verstreute Außenstationen, für die ein einziger Priester zuständig ist.
Pfarrer George Mathew war lange Zeit mit einem ernsthaften Problem konfrontiert: Sein alter Wagen hatte bereits mehr als 270.000 Kilometer hinter sich – und machte immer öfter schlapp. Pannen häuften sich, Reparaturkosten stiegen, und was noch schwerer wog: Der Priester konnte seinen Gläubigen nicht mehr regelmäßig begegnen. Der Mechaniker war deutlich – das Fahrzeug müsse so bald wie möglich ersetzt werden. Doch das Geld dafür fehlte.

Der Bischof bringt es auf den Punkt: Auf jedem dieser Wege durch das Hochland begleiten Sie – als Wohltäterinnen und Wohltäter von KIRCHE IN NOT – Pfarrer Mathew durch Ihre Solidarität und Ihr Gebet. Jede Spende hat dazu beigetragen, dass die Kirche in einer der herausforderndsten Regionen der Welt präsent bleibt.
Ihre Güte fährt nun mit Pater George über steinige Straßen und durch abgelegene Täler. Ihre Treue hilft ihm, Menschen zu erreichen, die inmitten von Unsicherheit, Armut und Gewalt die Nähe Gottes besonders brauchen.
Dafür danken wir Ihnen von Herzen.
Sie haben nicht nur ein Auto mitfinanziert. Sie haben Wege geöffnet. Sie haben Begegnung ermöglicht. Sie haben dazu beigetragen, dass die Kirche in Hela weiterhin ein Lichtblick bleibt.
Vergelt’s Gott für Ihre Großzügigkeit, Ihr Gebet und Ihre liebevolle Verbundenheit mit unseren Brüdern und Schwestern in Papua-Neuguinea.
Jerusalem. Bethlehem. Nazareth. Diese Namen berühren das Innerste eines jeden Christen. Doch die Wirklichkeit, die Benediktinerabt Nikodemus Schnabel in einer bewegenden Ansprache vor Vertretern von KIRCHE IN NOT gezeichnet hat, erschüttert tief.
„Wenn Sie glauben, dies sei ein Eldorado des Christentums, dann sieht die Realität anders aus”, sagte Abt Schnabel. Alle Christen zusammen machen heute weniger als 2 % der Bevölkerung im Heiligen Land aus. Zum Vergleich: Selbst in den am stärksten säkularisierten Regionen Europas – etwa der Tschechischen Republik – gibt es um ein Vielfaches mehr Christen.
Der Ort, an dem unser Glaube seinen Ursprung hat, droht seine letzten einheimischen Christen zu verlieren.

Was Abt Schnabel befürchtet, ist ein Szenario, das kaum auszudenken ist: Kirchen, Klöster und heilige Stätten bleiben erhalten – aber die lebendigen Gemeinden dahinter verschwinden.
„Meine Sorge ist, dass das Heilige Land zu einer Art ‚christlichem Disneyland’ werden könnte. Die heiligen Stätten werden bleiben, mit Mönchen und Priestern. Aber es könnte keine christlichen Familien mehr geben, keine jungen Christen, kein reguläres christliches Leben.”
Kein Weihnachtsfest, das in Bethlehem von einheimischen Gläubigen gefeiert wird. Kein Osterjubel einheimischer Christen in Jerusalem. Nur Pilger – und Stille.
Rund 60 % der arabischsprachigen Christen leben vom Tourismus. Das letzte gute Jahr war 2019. Seither haben Pandemie, Konflikte und Instabilität den Pilger- und Tourismusstrom dramatisch einbrechen lassen. Viele Familien stehen ohne Einkommen da. Um dieser Not entgegenzuwirken, hilft KIRCHE IN NOT beispielsweise christlichen Familien in Bethlehem, die diese schönen Olivenholzrosenkränze herstellen. Diese und andere Olivenholzprodukte finden Sie hier auf unserer Webseite.
„Die Menschen gehen weg, weil sie keine Zukunft sehen”, sagt Schnabel. Und sie fühlen sich dabei von niemandem wirklich wahrgenommen. „Sie haben oft das Gefühl, dass es keine Rolle spielt, ob sie da sind oder nicht.”
Besonders dramatisch ist die Lage im Gazastreifen, wo eine kleine christliche Gemeinschaft unter einer, wie Abt Schnabel sagt, „doppelten Besatzung” lebt: dem äußeren Druck von Krieg und Blockade – und der inneren Unterdrückung durch das Hamas-Regime.

Besonders betroffen sind auch christliche Migranten und Asylsuchende. Viele von ihnen arbeiten in der Pflege, auf Baustellen oder in der Landwirtschaft. Sie beten, dienen, kümmern sich – und bleiben doch oft unsichtbar.
Abt Nikodemus spricht von eingezogenen Pässen, eingeschränkter Freiheit, Familientrennung und Bedingungen, die er als eine Form moderner “Sklaverei” beschreibt.
Besonders erschütternd: Frauen, die Ja zum Leben sagen und sich gegen eine Abtreibung entscheiden, können dadurch mit ihren Kindern in eine irreguläre Situation geraten.
In einem der erschütterndsten Teile seiner Ansprache sprach Abt Schnabel offen über wachsende Feindseligkeit gegenüber Christen von Seiten extremistischer Gruppen: Anspucken auf offener Straße, Vandalismus, Brandstiftung, Schändung von Heiligtümern, Hassgraffiti.
„Dieses Phänomen kann nicht länger als marginal abgetan werden”, betonte er. Und doch – mitten in all dem Schmerz – leuchtet etwas auf, das uns den Atem verschlägt.

Am 7. Oktober 2023, als der Terror über Israel hereinbrach, weigerten sich christliche Pflegekräfte aus dem Ausland, die ihnen anvertrauten alten Menschen zu verlassen. Sie blieben. Und sie starben.
„Sie weigerten sich zu fliehen”, berichtete Abt Schnabel mit sichtbarer Bewegtheit. „Sie blieben bei denen, die ihnen anvertraut worden waren.” Für ihn ist ihr Zeugnis ein zutiefst christliches – die stille Größe des Evangeliums gelebt bis zum Ende.
Abt Schnabels Appell war klar: Damit christliche Familien im Heiligen Land bleiben können, braucht es Wohnraum und Arbeitsplätze. Ohne konkrete Zukunftsperspektive werden die Gemeinschaften weiter verschwinden. Durch Ihre Großzügigkeit und vieler weiterer Wohltäter können wir Christen und die Kirche vor Ort unterstützen.
Aber er bat auch um etwas, das jeder von uns geben kann: „Betet, dass es im Heiligen Land eine Zukunft für Christen gibt.”
Denn ohne lebendige christliche Gemeinden in Jerusalem, Bethlehem und Nazareth drohen die heiligsten Orte der Welt zu leeren Symbolen zu werden – zu einem Erbe ohne Zeugen.
Lassen Sie uns diese Christen nicht vergessen. Mit Ihren Gebeten, Ihrer Solidarität und Ihrer Unterstützung können Sie dazu beitragen, dass das Heilige Land nicht verstummt.
Wenn Sie können, helfen Sie bitte heute auch mit Ihrer Spende, dass Christen im Heiligen Land bleiben können. Ihre Großzügigkeit schenkt Familien neue Hoffnung, stärkt die Kirche vor Ort und zeigt unseren Brüdern und Schwestern: Ihr seid nicht vergessen. Hier können Sie für Christen im Heiligen Land spenden. Vergelt’s Gott!
Die Diözese Nouakchott, die einzige katholische Diözese im westafrikanischen Mauretanien, hat Ende vergangenen Jahres ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. In einem Land, das stark von Migration geprägt ist und in dem Christen nur eine sehr kleine Minderheit bilden, beschreibt Bischof Victor Ndione seine Aufgabe im Gespräch mit KIRCHE IN NOT: „Ich vergleiche mich mit Sisyphos. Ich beginne immer wieder von Neuem: Ausbildung von Gemeindeleitern, Katecheten, Lehrern – im Wissen, dass sie vielleicht in sechs Monaten nicht mehr da sind.“
Die Diözese Nouakchott wurde im Dezember 1965 errichtet. Von 1995 bis 2024 wurde sie vom deutschen Afrikamissionar und gebürtigen Münsterländer Martin Happe geleitet. Heute zählt die Diözese rund 6000 Gläubige – ausschließlich Ausländer, vor allem aus Senegal, Gambia, Mali und Guinea-Bissau. Die Zahl der Christen in Mauretanien liegt bei weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung; der Islam ist Staatsreligion.
Dank ihrer sozialen und karitativen Aktivitäten genieße die katholische Kirche das Wohlwollen der mauretanischen Behörden und der Bevölkerung, sagte der Bischof. Seit 2016 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Mauretanien. Ein Verfahren zur formellen staatlichen Anerkennung der Kirche ist eingeleitet und soll bald abgeschlossen werden, hofft Ndione.

Muslime in Mauretanien seien „traditionell gemäßigt“, betonte er: „Allerdings beobachten wir das Anwachsen eines salafistischen Islam, der zunehmend Fuß fasst und weder der katholischen Kirche noch gemäßigten Muslimen gegenüber wohlgesinnt ist.“
Mauretanien ist für viele Menschen aus Subsahara-Afrika eine Zwischenstation auf dem Weg nach Europa. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unglücken unter Migranten, berichtete der Bischof.
Die ständige Bewegung prägt auch das kirchliche Leben. Viele Gläubige bleiben nur kurze Zeit im Land. Gemeinden wachsen – und schrumpfen wieder. Auch die Seelsorger sind fast ausschließlich Ausländer: Von 13 Priestern gehören nur zwei dem Diözesanklerus an, alle Ordensschwestern stammen ebenfalls aus dem Ausland. Kürzlich habe sich zudem eine Ordensgemeinschaft aus der Diözese zurückgezogen. „Das ist eine echte Sorge“, sagt Ndione.

In diesem Umfeld versteht sich die Kirche als Ansprechpartnerin für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Sie unterstützt Migranten ebenso wie Einheimische – unabhängig von Herkunft oder Religion. Im Mittelpunkt stehen praktische Hilfen: Lebensmittel, medizinische Versorgung, Bildungsangebote und Unterkünfte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf beruflicher Qualifizierung. In der Hauptstadt Nouakchott betreibt die Kirche ein Ausbildungszentrum. Andernorts werden Kurse für Bäcker-, Schreiner- und Elektrohandwerk angeboten. Damit sollen Perspektiven vor Ort geschaffen werden, betonte der Bischof.
Da die Kirche in Mauretanien bislang nicht als juristische Person anerkannt ist, hat sie keine Einnahmemöglichkeiten; die wenigen Gläubigen, selbst bitterarm, können nichts zur Arbeit der Kirche beitragen.

Eine wichtige Stütze sind daher Messstipendien und Projektförderungen von KIRCHE IN NOT. Mit Hilfe des Hilfswerks konnte unter anderem ein Pastoralzentrum in Nouakchott gebaut werden, das Platz für 200 Personen bietet. Dort finden Jugendtreffen, Ehevorbereitungskurse und geistliche Angebote statt – die Wirkung für die kleine christliche Gemeinschaft Mauretaniens sei groß, betonte Bischof Ndione: „Die Solidarität der Weltkirche und die Unterstützung von Organisationen wie KIRCHE IN NOT sind wie Balsam und frischer Wind für uns.“
KIRCHE IN NOT hat die Zerstörung einer Christusstatue im Süden des Libanon scharf verurteilt. Auslöser sind Bilder, die in den vergangenen Tagen verbreitet wurden und nach Angaben der israelischen Armee authentisch sind.
Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in öffentlichen Erklärungen vom 19. und 20. April 2026 mitteilten, zeigen die Aufnahmen einen Soldaten der eigenen Streitkräfte im Süden des Libanon. Die Armee erklärte, sie nehme den Vorfall sehr ernst. Das Verhalten des Soldaten widerspreche den Werten und Verhaltensmaßstäben, die für Angehörige der Streitkräfte gelten.
Zu möglichen disziplinarischen Konsequenzen wurden bislang keine weiteren Einzelheiten bekannt. Nach Angaben der Armee wird der Fall derzeit innerhalb der militärischen Befehlskette untersucht. Zugleich kündigten die Streitkräfte an, die örtliche christliche Gemeinschaft bei der Wiederherstellung der beschädigten Statue zu unterstützen.

KIRCHE IN NOT zeigt sich tief betroffen über die Schändung eines heiligen christlichen Symbols. Das Hilfswerk verurteilte die Tat mit Nachdruck und erklärte seine volle Solidarität mit den Christen im Libanon, die seit Jahren unter Unsicherheit und Instabilität leiden.
Zugleich betonte KIRCHE IN NOT, dass der Respekt vor religiösen Symbolen und Kultstätten ein grundlegendes Prinzip sei – auch und gerade in Zeiten bewaffneter Konflikte. Nichts könne Handlungen rechtfertigen, die die religiöse Würde von Gemeinschaften verletzten oder Missachtung gegenüber dem ausdrückten, was ihnen heilig sei.
Das Hilfswerk begrüßte, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei und erste Schritte zur Aufarbeitung sowie zur Wiederherstellung angekündigt wurden. Solche Maßnahmen seien wichtig, um Respekt zu sichern und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Entscheidend werde sein, dass sie transparent und glaubwürdig umgesetzt würden.
KIRCHE IN NOT bekräftigte außerdem, weiterhin an der Seite bedrängter Christen zu stehen und überall dort geistliche und konkrete Hilfe zu leisten, wo Glaube, Würde und Religionsfreiheit bedroht seien.
Abschließend rief das Hilfswerk zum Gebet für die christlichen Gemeinschaften im Libanon und in der gesamten Region auf. Zugleich erneuerte es seine Forderung nach dem Schutz der Religionsfreiheit und nach Achtung dessen, was Gläubigen jeder Tradition heilig ist.
Die Kirche in Angola erhofft sich vom bevorstehenden Papstbesuch ein Ende der politischen und sozialen Spaltungen im Land. Wie die Bischofskonferenz des afrikanischen Landes in einem KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Hirtenbrief erklärt, könne man den „Boten des Friedens“ nicht mit einem Herzen voller Hass und Groll empfangen. „Die Versöhnung muss in jedem Herzen, in jeder Familie und in jeder zivilgesellschaftlichen oder parteipolitischen Organisation beginnen“, schreiben die angolanischen Bischöfe.
Das Land im Südwesten Afrika wurde 1975 von Portugal unabhängig. Es folgte ein langjähriger Bürgerkrieg, dessen Folgen bis heute fortwirken: Gesellschaftliche Spaltungen und Armut prägen vielerorts immer noch den Alltag.

Bischof Estanislau Chindecasse aus der Diözese Dundo sagte in einem Interview mit KIRCHE IN NOT, es sei „eine große Gnade“, dass Papst Leo XIV. noch nicht einmal ein Jahr nach Beginn seines Pontifikats Angola besuche. Er betonte, dass der Papst als Pilger der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens komme. „Das sind drei sehr wichtige und hochaktuelle Themen für unsere Kirche von heute. Deshalb werden wir diesen Besuch mit Katechese, Gebet und Begegnungen vorbereiten“, so der Bischof.
Die Bischöfe erinnerten in ihrem Hirtenbrief daran, dass Angola die erste Nation in der Subsahara-Region war, die das Evangelium empfing und in der die ersten Taufen stattfanden. Auch der erste schwarzafrikanische Bischof, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts geweiht wurde, stammte aus dem Gebiet des heutigen Angola.
Laut dem von KIRCHE IN NOT 2025 herausgegebenen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ sind mehr als 93 Prozent der Einwohner Angolas Christen; die Mehrheit von ihnen ist katholisch. KIRCHE IN NOT hilft der Kirche in Angola seit Jahrzehnten bei zahlreichen Projekten. Neben der Renovierung von Kirchen, Kapellen und kirchlichen Einrichtungen unterstützt das Hilfswerk die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten, Priesteranwärtern und Laien. Hinzu kommt die praktische Hilfe für die Mobilität von Priestern und Katecheten durch Fahrzeuge und Motorräder, die für die Seelsorge in Regionen mit schlechten Straßenverhältnissen unverzichtbar sind.
Papst Leo XIV. besucht vom 18. bis 21. April mehrere Städte in Angola. Weitere Stationen seiner aktuellen Reise nach Afrika sind Algerien, Äquatorialguinea und Kamerun, wo KIRCHE IN NOT ebenfalls zahlreiche Projekte unterstützt.
Vor einiger Zeit hatten wir einen Hilferuf aus Indonesien weitergeleitet. Die Gläubigen in Golo Popa auf der Insel Flores hatten kein Gotteshaus und mussten sich sonntags in der Dorfschule zur Heiligen Messe versammeln. Obwohl dies nur eine provisorische Lösung war, kamen viele Gläubige. An den Werktagen, an denen Unterricht in der Schule stattfindet, hatten sie hingegen gar keinen Raum für das Gebet und für Gottesdienste, für Taufen, Trauungen oder andere kirchliche Aktivitäten.
Pfarrer Ferdinandus Tahul berichtete uns damals, dass die Gläubigen, die selbst arm sind, große Anstrengungen unternahmen, um das Geld für ein Gotteshaus aufzubringen. Schon jahrelang hatten sie Geld und Material gesammelt, aber die Mittel reichten nicht aus. Es war ihnen aber wichtig, eine würdige Kapelle zu haben, um Gott die Ehre erweisen zu können: „Die Leute leben ihren katholischen Glauben mit großer Freude. Der Glaube ist sehr lebendig.“, teilte er uns mit und bat uns um Hilfe.

Seine Bitte fand in Ihren Herzen ein Echo, und es kamen 28.000 Euro zusammen. Dank dieser Hilfe konnte die neue Kapelle bereits eingeweiht werden. Der Pfarrer schreibt uns voller Freude:
„Der Bau wurde dank des Engagements der Gläubigen und der großzügigen Hilfe von KIRCHE IN NOT fertiggestellt. Die Gläubigen haben fleißig mitgearbeitet, und auch die Frauen haben sich an den Bauarbeiten beteiligt. Jetzt kann die Gemeinde die Gottesdienste in der neuen Kapelle feiern, und wir haben auch schon zum ersten Mal dort Weihnachten feiern können. Wir sehen, dass die Menschen stärker am Leben der Kirche teilnehmen und dass mehr Leute in die Kirche kommen. Besten Dank für Ihre großzügige Hilfe und ich wünsche Ihnen Gottes reichen Segen!“