Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich - Seite 51 von 52
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In Burkina Faso und Syrien insgesamt 11 Gemeindemitglieder getötet. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ trauert mit seinen Projektpartnern um die Todesopfer von zwei Gewaltakten: Am 12. Mai wurden bei einem Angriff auf die katholische Kirche in Dablo im Norden von Burkina Faso sechs Menschen getötet. Im nordsyrischen Ort Al-Sekelbiya kamen am selben Tag beim Raketenbeschuss einen griechisch-orthodoxen Unterrichtsklasse vier Kinder und eine Katechetin ums Leben.

Burkina Faso: Sofort das Feuer eröffnet

Unter den sechs Getöteten beim terroristischen Angriff in Burkina Faso befindet sich auch der 34-jähjrige Priester Simeon Yampa, der gerade die heilige Messe feierte. „Kirche in Not“ steht in engem Kontakt mit der Gemeinde von Dablo. 2013 hatte das Hilfswerk den Bau des dortigen Pfarrhauses und Gemeindezentrums unterstützt.

Lokale Ansprechpartner gaben gegenüber „Kirche in Not“ an, dass die Angreifer die Kapelle betraten, als gerade das „Gloria“ zu Beginn der heiligen Messe gesungen wurde. Sie eröffneten sofort das Feuer. Fünf Menschen starben im Kugelhagel. Auch der Tabernakel wurde dreimal getroffen. Simeon Yampa wollte die Messdiener in der Sakristei in Sicherheit bringen. Dort entdeckten ihn die Angreifer und erschossen ihn. Die überlebenden Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, Umhänge-Kreuze und liturgische Gegenstände vor dem Altar abzulegen.

Den örtlichen Quellen zufolge hätten die Angreifer damit gedroht, wiederzukommen. Sollten bis dahin nicht alle Frauen verschleiert sein, würden sie getötet. Anschließend ließen die Terroristen die rund 120 Gottesdienstbesucher gehen und steckten die Kirche in Brand, ebenso ein Fahrzeug vor der Kirche und vor einem Gesundheitszentrum.

In Burkina Faso sind rund ein Viertel der rund 19 Millionen Einwohner christlichen Glaubens, ebenfalls ein Viertel folgt der Natur-Religion des Animismus. Die Bevölkerungsmehrheit ist muslimisch. Bislang galt das Zusammenleben der Religionen in dem Land als harmonisch. Über die Nachbarländer Mali und Niger gelangten islamistische Terrorgruppen ins Land. Sie verüben seit einigen Jahren Anschläge auf alle Bevölkerungsgruppen.

Nun scheinen vermehrt Christen im Visier der Islamisten zu stehen: So wurden seit Beginn des Jahres neben Simeon Yampa bereits zwei weitere Geistliche getötet, so zum Beispiel Ende April der Pastor einer protestantischen Gemeinde im Norden des Landes zusammen mit seinen beiden Söhnen und drei weiteren Gläubigen. Ein spanischstämmiger Salesianer-Missionar kam Mitte Februar bei einer Attacke auf eine Zollstation ums Leben. Ein weiterer katholischer Priester wurde an der Grenze zu Mali verschleppt; sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

„Terror richtet sich gezielt gegen den Glauben“

„Dass wir nur drei Wochen nach den Oster-Anschlägen auf Sri Lanka schon wieder die Opfer eines Terroranschlages beklagen müssen, erfüllt uns mit tiefem Schmerz“, erklärte der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Österreich, Herbert Rechberger.

Damit bestätige sich der erschreckende Trend, auf den das Hilfswerk wiederholt hinweise: „Es sind nicht nur politische oder wirtschaftliche Faktoren, die Christen zur Zielscheibe des Hasses und der Gewalt machen. Der Terror richtet sich immer gezielter gegen den Glauben und das pastorale Wirken der Kirche. Es ist höchste Zeit, beim ,Kampf gegen den Terror‛ auch diese Perspektive miteinzubeziehen.“

Syrien: Kinder getötet und verletzt

Ebenfalls am 12. Mai erreichte „Kirche in Not“ die Nachricht, dass am Sonntagmorgen im nordsyrischen Ort Al-Sekelbiya nahe der Stadt Hama vier Kinder und eine Katechetin der griechisch-orthodoxen Gemeinde durch eine Rakete getötet wurden. Die Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren befanden sich gerade im Religionsunterricht. Zahlreiche weitere Kinder wurden teilweise schwer verletzt. Die Hintergründe der Attacke sind bislang unklar. Offen ist auch, ob es sich um einen gezielten Beschuss handelt. Die Regionen Hama und Idlib sind aktuell Schauplatz einer erbitterten militärischen Offensive im Syrienkrieg.

Lokale Kirchenvertreter bezeichneten die getöteten Kinder und die Katechetin als „Märtyrer“. „Auch wenn die Umstände viele Fragen offen lassen, zeigt dieser Tod der unschuldigen Kinder einmal mehr: Dieser Krieg kennt keine Gewinner“, erklärte Rechberger. „Die Menschen in Syrien leiden unermesslich. Die christliche Minderheit hat zudem viel zu wenige politische Fürsprecher, weder national noch international. Den Angehörigen, die ohnehin schon alles verloren haben, wurde jetzt auch noch das Liebste genommen – wie so vielen Familien in diesem brutalen Krieg.“

Mit beiden Schauplätzen – in Syrien wie in Burkina Faso – verbinde „Kirche in Not“ eine intensive Beziehung der Hilfe und des Gebetes. „So unterschiedlich beide Ereignisse auch sind: Der 12. Mai war wieder ein blutiger Sonntag für die Christen. Dass es nach lateinischer Tradition der ,Sonntag des Guten Hirten‛ war, kann den Angehörigen in allem Schmerz ein Zeichen der Hoffnung sein: Der gute Hirte kennt die Seinen. Er wird seine Herde nicht verlassen, weder in Burkina Faso und Syrien noch in vielen Ländern der Welt, in denen Christen in Bedrängnis sind.“

Ausführliche Informationen über Verletzungen der Religionsfreiheit weltweit finden sich unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at

„Kirche in Not“ steht verfolgten und notleidenden Christen in 149 Ländern helfend zur Seite. Um auch weiterhin helfen zu können, bittet das katholische Hilfswerk um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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KIRCHE IN NOT (ACN) zeigt sich besorgt angesichts der zunehmenden Attacken auf Christen weltweit. „Die brutalen Bombenanschläge auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka am Ostersonntagmorgen zeigen: 2019 ist schon jetzt eines der blutigsten Jahre für Christen“, erklärt der geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern.

Allein in den ersten vier Monaten des Jahres hat das Hilfswerk, das sich für verfolgte und notleidende Christen in über 140 Ländern einsetzt, unter anderem von folgenden antireligiösen Übergriffen erfahren und darüber berichtet

  • Attacken islamistischer Séléka-Truppen auf eine Missionsstation im Bistum Bangassou in der Zentralafrikanischen Republik zum Jahreswechsel mit dutzenden Todesopfern und rund 20 000 Menschen, die vor der Gewalt geflüchtet sind;
  • der islamistische Anschlag auf die Kathedrale von Jolo im Süden der Philippinen mit 20 Getöteten und rund 90 Verletzten Ende Januar;
  • Angriffe von Angehörigen des mehrheitlich muslimischen Stammes Nomadenstammes der Fulani auf christliche Dorfbewohner im nigerianischen Bundesstaat Kaduna Mitte März mit über 130 Toten;
  • Übergriffe extremistischer Hindu-Nationalisten auf eine katholische Schule im indischen Bundesstaat Tamil Nadu Ende März, bei der es zu einer regelrechten Jagd auf die dort tätigen Ordensfrauen kam.

Christen als Leidtragende globaler Entwicklungen

„Die Anschläge auf Sri Lanka sind der blutige Höhepunkt einer Entwicklung, die nun schon seit Jahren anhält: Die Christenverfolgung kennt keine Grenzen. Sie kennt keine Pause, erst recht nicht an den höchsten christlichen Festtagen. Sie kennt kein Erbarmen mit unschuldigen Menschen, die oft zu Sündenböcken für weltweite Entwicklungen gemacht werden“, erklärt Heine-Geldern. Nach den Anschlägen auf Sri Lanka hatte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ die Taten für sich reklamiert. Sicherheitsbehörden hegen die Vermutung, dass die Bombenanschläge als Vergeltung für das Massaker im neuseeländischen Christchurch organisiert worden sein könnten. Mitte März hatte dort ein 28-jähriger Mann in zwei Moscheen 49 Menschen getötet.

„Kirche in Not“ weist auch darauf hin, dass die islamistische Bedrohung im Nahen Osten weiter anhält, ebenso wie die Gewalt durch „Boko Haram“ im Norden Nigerias. „Zu sagen, der IS sei militärisch besiegt und dadurch nicht mehr existent, ist ein Irrglaube – denn die Ideologie lebt, die Anhänger leben, die Kontaktkanäle scheinen zu funktionieren. Unsere Projektpartner im Nahen Osten sind weiterhin in höchster Sorge“, erklärt Heine-Geldern.

Religion oft als politische Waffe benutzt, um Länder ins Chaos zu stürzen

In jüngster Zeit kommt auch die Sorge der Stiftung über die Situation in Ländern auf dem amerikanischen Kontinent wie Mexiko, Nicaragua und Venezuela hinzu. Dort kommt es infolge politischer Turbulenzen immer wieder zu Übergriffen auf Bischöfe und Priester. „Hier handelt es sich um eine Mischung aus politischer Ideologie und dem Vorwurf, die Kirche würde sich unberechtigt einmischen, weil sie zum Widerstand gegen autoritäre Regierungen oder Korruption aufruft. Dadurch wird sie zur Zielscheibe für Aggression und Gewalt“, so Heine-Geldern.

In vielen Teilen der Welt werde Religion als politische Waffe benutzt, um Länder aus dem Gleichgewicht zu bringen und ins Chaos zu stürzen. Das sei gerade wieder in Sri Lanka zu erleben. Dort bemühe sich die Kirche intensiv darum, dass aus dem Schmerz über die Gewalttaten keine Gewaltspirale entsteht. „Das gesellschaftliche Gleichgewicht beruht zu einem großen Teil auf dem friedlichen Miteinander der verschiedenen Religionen. Dafür setzen sich zahlreiche unserer Projektpartner ein“, sagt Heine-Geldern.

Nur selten gelangen christenfeindliche Übergriffe in das Licht der Öffentlichkeit. So wurde die lebensbedrohliche Lage der christlichen Minderheit in Pakistan erst durch das Schicksal der wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilten und in letzter Instanz freigesprochenen Mutter Asia Bibi weltweit bekannt. „Kirche in Not“ hatte sich zusammen mit anderen Organisationen für ihre Freilassung eingesetzt. Doch noch immer ist das Schicksal von Asia Bibi ungewiss.

Religiöser und politischer Extremismus: Hauptursachen der Verfolgung

Extremistischer Islamismus, übersteigerter Nationalismus und autoritäre Ideologien bleiben die Haupttriebfedern der Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten. So arbeitet es auch der Report „Religionsfreiheit weltweit“ (Religious Freedom Report) heraus, den KIRCHE IN NOT im November 2018 in der aktuellen Fassung vorgestellt hat und der die Situation in 196 Ländern beleuchtet. „Wir registrieren mit großer Sorge, dass alle drei Entwicklungen leider nicht abnehmen – ganz im Gegenteil. Das ist aktuell unter anderem in afrikanischen Staaten wie Burkina Faso, Niger und Benin zu beobachten. Dort nimmt die Feindseligkeit auf Missionsstationen, Priester und Ordensschwestern dramatisch zu. Die Menschen haben immer mehr Angst“, stellt Heine-Geldern fest.

Es gelte, diese bittere Entwicklung beim Namen zu nennen. „Es ist Sache der Regierungen und der UNO, Frieden zu stiften, Religionsfreiheit zu garantieren und antireligiöse Übergriffe abzuwehren“, sagt Heine-Geldern. Von Seiten der kirchlichen Kräfte gelte es, den verfolgten Christen durch Gebet und tatkräftige Hilfe beizustehen sowie ihnen Stimme und Gesicht zu geben, so Heine-Geldern. „Dafür macht sich KIRCHE IN NOT seit über 70 Jahren stark. Das ist angesichts der steigenden Gewalt gegen Christen jede Unterstützung und Anstrengung wert.“

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Bischof zur Lage nach den Anschlägen am Ostersonntag. „Das ganze Land steht unter Schock. Es ist eine Tragödie.“ So beschreibt Bischof Warnakulasurya Wadumestrige Devasritha Valence Mendis im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ die Situation nach den Bombenanschlägen auf Kirchen und Hotels am Ostersonntag in Sri Lanka. Mendis ist Bischof von Chilaw, das 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo an der Westküste des südasiatischen Inselstaates liegt.

Nur rund 50 Kilometer sind es von Chilaw bis nach Negombo. Die dortige katholische Kirche „St. Sebastian“ ist einer der drei Orte, in denen während der Ostermesse Selbstmordattentäter Sprengsätze zündeten. Dies geschah nahezu zeitgleich auch in der St.-Antoniuskirche in Colombo, einem beliebten Wallfahrtsort, sowie im 250 Kilometer entfernten Batticaloa, wo es die protestantische Zinskirche traf.
„Die drei Kirchen waren voll von Gläubigen, schließlich war es Ostersonntag“, erklärte Bischof Mendis. In den Kirchen wurden die meisten Menschen getötet. Hinzu kommen die Opfer bei weiteren Sprengstoffanschlägen in drei Hotels in der Hauptstadt. Laut Polizeiangaben ist die Zahl der Toten auf mindestens 310 Menschen gestiegen. Ungefähr 500 Menschen wurden verletzt.

Alle Gottesdienste abgesagt

„Alle Kirchen im Land haben ihre Gottesdienste abgesagt“, teilte der Bischof mit. Die Gläubigen seien aufgefordert worden, sich nicht in Gruppen zu treffen, um weitere Anschläge zu verhindern. Es herrsche „allgemeiner Alarmzustand“, sagte Mendis. Medienberichten zufolge hat die Regierung Sri Lankas mittlerweile Ausgangssperren verhängt.

„Diese Angriffe kamen völlig unerwartet, zumal wir in den letzten sieben, acht Jahren sehr ruhig gelebt haben“, erklärte der Bischof. Auch das Zusammenleben der Religionen sei abgesehen von kleineren Zwischenfällen harmonisch gewesen. In Sri Lanka sind rund 68 Prozent der etwa 21 Millionen Einwohner Buddhisten, etwa 13 Prozent sind Hindus. Christen machen etwa 10 Prozent der Bevölkerung aus, etwa 1,3 Millionen Menschen sind katholisch. Der Anteil der Muslime liegt bei unter neun Prozent.

„Wir können diese brutale Gewalt nicht verstehen. Es sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Bischof Mendis. „Unsere Osterfreude wurde uns brutal genommen. Der Ostersonntag wurde ein Tag der Trauer. Die Menschen weinen um ihre Angehörigen“. Am Dienstag nach Ostern werden zahlreiche der Getöteten bestattet. Die Regierung hat für den 23. April ebenfalls einen nationalen Trauertag ausgerufen.

Brüchige religiöse und politische Einheit

Nach wie vor hat sich keine Gruppierung zu den Bombenanschlägen bekannt. Die Regierung Sri Lankas macht die einheimische Islamistengruppe „National Thowheeth Jama‛aath“ (NTJ) verantwortlich. Die Behörden überprüfen auch, ob die Gruppe internationale Unterstützung hatte.

Sri Lanka war bis 2009 Schauplatz eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs zwischen Tamilen und Singhalesen. Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von „Kirche in Not“ dokumentiert im Berichtszeitraum zwischen 2016 und 2018 mehrere Übergriffe auf religiöse Minderheiten von buddhistischen wie hinduistischen Extremisten. Signifikante islamistische Übergriffe nennt der Bericht nicht, weist aber darauf hin, dass „die religiöse Harmonie und Einheit im Land zerbrechlich“ seien. Die „tiefe Spaltung“ Sri Lankas sei „stark religiös geprägt“.

Obgleich die eigene Gemeinschaft am stärksten von den Anschlägen betroffen ist, weist Bischof Mendis zugleich darauf hin, dass unter den Toten und Verwundeten Menschen verschiedener Religionen sind. „Wir müssen uns dieser Situation mit Glauben und Mut stellen“, so der Mendis. „Dazu brauchen wir auch das Gebet und die Solidarität der Menschen weltweit, damit in unserem Land Frieden und Eintracht wiederauferstehen können.“

Weitere Hintergrundinformationen zur Lage in Sri Lanka liefert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von „Kirche in Not“: religious-freedom-report.org/de/pdf_de/?pais=1851. Den gesamten Bericht mit 196 Länderporträts gibt es unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at

„Kirche in Not“ steht der christlichen Minderheit in Sri Lanka seit Jahren bei. So hat das Hilfswerk zum Beispiel den Wiederaufbau zerstörter Kirchen nach dem Bürgerkrieg unterstützt. Aktuell fördert „Kirche in Not“ unter anderem die kirchliche Bildungs- und Beratungsarbeit, Versöhnungsinitiativen zwischen den Volksgruppen und das kirchliche Leben in Pfarreien, Klöstern und Priesterseminaren. Diese Unterstützung gehen nach den Anschlägen intensiv weiter. Dazu bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Religiöse Gewalt nimmt zu – Attacke auf katholische Schule in Südindien. In Indien hat am 11. April ein „Wahlmarathon“ begonnen: Bis zum 19. Mai können etwa 900 Millionen Wähler abstimmen, wer sie in der ersten Kammer des Parlaments vertreten soll. Gute Chancen malen sich auch radikale hinduistische Kräfte aus. Seit 2014 stellt die nationalistische Partei BJP die Regierung. Sie könnte erneut zulegen.

Derweil verzeichnet Indien einen Anstieg religiöser Gewalt. Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ des weltweiten päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ verzeichnet allein für die Jahre 2016 und 2017 mindestens 197 Getötete und über 4000 Verletzte bei Übergriffen auf religiöse Minderheiten.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am 26. März 2019 in der katholischen Schule von Chinnasalem im südostindischen Bundesstaat Tamil Nadu, etwa 300 Kilometer südöstlich von Bangalore. Hinduistische Fundamentalisten stürmten die Schule „Little Flower“ und versuchten, die dort tätigen Ordensschwestern zu ermorden.

Über die Wahlen und die zunehmende religiöse Gewalt sprach Maria Lozano von „Kirche in Not“ International mit Weihbischof Theodore Mascarenhas aus Ranchi im Osten Indiens, dem Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz.

KIN: Bislang gab es fundamentalistische Angriffe auf Minderheiten eher im Norden Indiens. Jetzt aber hat die Gewalt auch im Süden des Landes zugeschlagen. Was ist der Grund dafür?

WEIHBISCHOF THEODORE MASCARENHAS: Im Bundesstaat Tamil Nadu hat der Fundamentalismus in den vergangenen Jahren zugenommen. Vor allem die evangelikalen und protestantischen Hauskirchen waren betroffen. Die katholische Kirche hat bislang noch nicht unter offenen Angriffen gelitten. Es gab allerdings kleinere Vorfälle: Zum Beispiel wurde vor zwei Jahren eine katholische Gemeinde an der Feier der Karfreitagsliturgie gehindert. Ich war nicht überrascht, dass jetzt auch Katholiken angegriffen wurden. Das Ausmaß des Übergriffs hat mich aber schon erschreckt.

Es muss auch ein großer Schock für die Franziskanerschwestern vom Unbefleckten Herzen Mariens gewesen sein, die die Schule in Chinnasalem seit 74 Jahren leiten. Wie ist die aktuelle Situation dort?

Es wurden bislang einige Personen im Zusammenhang mit dem Überfall verhaftet. Wir warten auf weitere Verhaftungen. Es geht für mich aber nicht so sehr darum, was jetzt im Einzelnen nach dem Vorfall passiert. Wir müssen uns vielmehr fragen, warum sich solche Vorfälle in einer zivilisierten Gesellschaft ereignen. Einige Gruppen schüren den Hass. Sie werden weder in den sozialen Medien noch im realen Leben gestoppt. Sie scheinen Schutz und Privilegien zu genießen. Sie erhalten politische Befugnisse. Das ist ein großes Problem. Diese Gruppen stellen keine Forderungen an uns oder beschuldigen uns nicht. Das Problem jedoch ist, dass die politischen Führer sie zu solchen Taten ermutigen.

Glauben Sie, dass die Zunahme der religionsfeindlichen Vorfälle mit den Wahlen zusammenhängen?

Es mag einen Zusammenhang geben. Ich denke aber, es ist ein langfristiges Problem. Wenn man einmal das „Monster“ des Zorns, des Hasses und der Gewalt freilässt, dann kann man es nicht mehr bändigen. Das ist meine Sorge. Alle, die den Hass verbreiten, müssen wissen, welchen Schaden sie der Gesellschaft zufügen und dass dies schwer kontrolliert werden kann. Wenn es nicht mehr unter Kontrolle ist, dann haben wir ein großes Problem.

Aber dieses Problem fügt schon jetzt den Minderheiten in Indien schweren Schaden zu …

Ja, es sind Minderheiten. Aber ich denke an den Ausspruch, der einem evangelischen Pfarrer aus Deutschland zugeschrieben wird: „Als die Nazis die Sozialisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialist. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Dann holten sie die Juden, und ich habe geschwiegen; ich war ja kein Jude. Dann holten sie mich – und es war niemand mehr übrig, der protestieren konnte.“ Es beginnt immer mit einer Minderheit und dann mit einer zweiten und so weiter …. Derzeit werden in Indien die Muslime angegriffen. Die Dalits (unterste Kaste in der hinduistischen Gesellschaft; Anm. d. Red.) werden angegriffen. Auch wir Katholiken werden angegriffen. Wir wissen nicht, wer der Nächste sein wird.

Heißt das, dass der nationalistische Fundamentalismus, den die politische Führung unterstützt, am Ende ganz Indien schaden wird?

Ich muss eines klarstellen: Die Mehrheit der Hindus und die Mehrheit der Inder sind tolerant. Wir leben seit Jahrhunderten zusammen. Indien hat eine multikulturelle, multireligiöse und vielfältige Gesellschaft. Jetzt erleben wir plötzlich die Situation, in der bestimmte Gruppen stärker werden und diesen Hass verbreiten. Das ist inakzeptabel. Denn am Ende ist es die ganze Nation, die darunter leidet.

Herrscht jetzt Angst unter den Christen nach den wiederholten Übergriffen?

Ich habe die Ordensschwestern in Chinnasalem gefragt: „Haben Sie Angst?“. Die Antwort: „Nein, wir werden unsere Arbeit fortsetzen.“ Das ist unsere Haltung: Wir werden unsere Arbeit fortsetzen. Wir werden weiterhin den Ärmsten der Armen dienen. Wir wissen, dass uns das Schwierigkeiten, Verfolgung und Leiden bringen wird. Aber wir werden weiter unser Werk für die Armen und für Gott tun.

Glauben Sie, dass manche Gruppierungen die kirchlichen Einrichtungen deshalb angreifen, weil sie mit den ärmsten und sozial diskriminierten Menschen arbeitet?

In meiner Muttersprache gibt es ein Sprichwort: „Man wirft Steine nur auf einen Baum, der Früchte trägt.“ Einige Gruppen mögen offensichtlich nicht, dass wir den armen Menschen dienen. Ich denke, das ist der wahre Grund, warum sie uns angreifen.

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„Nigeria ist aktuell das Land, das am meisten vom islamistischen Terror heimgesucht wird. Es ist sozusagen die neue ,Hoffnung‛ der Fundamentalisten.“ Dies erklärte der Priester Joseph Bature Fidelis bei einem Treffen mit europäischen Botschaftsvertretern beim Heiligen Stuhl Ende März in Rom. Die Begegnung wurde vom weltweiten Päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ organisiert. „Zu den Attacken von Boko Haram sind jetzt noch die Übergriffe der Fulani-Hirten hinzugekommen“, sagte Fidelis, der aus dem Bistum Maiduguri im Nordosten Nigerias stammt.

Über 130 Todesopfer bei Attacken der Fulani

„Kirche in Not“ hat in den vergangenen Wochen dramatische Berichte aus dem Land erreicht: Im Bundesstaat Kaduna wurden nach Angaben lokaler Kirchenvertreter mehr als 130 Menschen von Angehörigen des mehrheitlich muslimischen Stammes der Fulani ermordet. Andere Quellen sprechen von höheren Opferzahlen. Über 10 000 Menschen sind wegen der Überfälle geflohen. Rund 150 Häuser wurden zerstört, wie der Priester Williams Kaura Abba aus Kaduna gegenüber „Kirche in Not“ berichtet: „Die Tötungswelle begann am 10. Februar, als die Fulani im Dorf Ungwan Barde nahe der Stadt Kajuru zehn Christen ermordeten – darunter eine schwangere Frau.“

Abba berichtete „Kirche in Not“ über einen fünfjährigen Jungen, der bei den Übergriffen durch die Fulani schwer verwundet wurde. „Zuerst haben sie versucht, ihn mit Pistolen zu töten und dann mit einer Machete, aber Gott hat ihn zum Glück beschützt“, schilderte der Priester. Daraufhin malträtierte ihn ein Hirte mit Stockschlägen. Jetzt sei der Junge gelähmt, erkläre Abba. „Dieses arme Kind hat auch eine seiner Schwestern bei der Attacke verloren, und seine Mutter kämpft nach wie vor im Krankenhaus um ihr Leben.“

Regierung greift nicht ein

Die Brutalität der Fulani sei unvorstellbar, so Abba, der auch das fehlende Eingreifen der Regierung kritisiert: „Weder der Gouverneur von Kaduna noch ein anderer Regierungsvertreter hat bislang die Betroffenen besucht oder mit den Angehörigen gesprochen.“ Allein die Kirche kümmere sich um die Menschen. Priester und Gemeindemitglieder bringen die Menschen ins Krankenhaus, organisieren Medikamente und kümmern sich um Hinterbliebene.

Am 19. März fand eine Demonstration gegen die Tötungen in der Bundeshauptstadt Abuja statt, an der sich zahlreiche Christen beteiligten. Bei der Kundgebung richtete Abba einen Appell an die Demonstranten, den er gegenüber „Kirche in Not“ wiederholte: „Wir können nicht schweigen, wenn unsere Mitmenschen abgeschlachtet werden. Wenn wir das retten wollen, was von unserer Menschlichkeit noch übrig ist, dann müssen die Regierungsbehörden furchtlos ihre Pflicht erfüllen.“

Für „Kirche in Not“ ist Nigeria eines der Schwerpunktländer auf dem afrikanischen Kontinent. Das Hilfswerk finanziert unter anderem die Versorgung von mittellosen Familien, die bei Terrorattacken ihre Angehörigen verloren haben, sowie kirchliche Flüchtlingscamps. Um den Christen Nigerias weiterhin beistehen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Die Universalität der katholischen Kirche wird an vielen Orten deutlich, wo sich das Christentum in der Minderheit befindet, so auch in Marokko, einem Land mit 37 Millionen Einwohnern, von denen 99,9% Muslime und nur 0,08 Katholiken sind. Dort leistet eine kleine, aber große Kirche ihre pastorale Arbeit unter den katholischen Gläubigen. Vor allem engagiert sie sich aber für den am stärksten benachteiligten Teil der marokkanischen Bevölkerung sowie für die Tausenden von jungen Menschen, die aus der Subsahara kommend auf der Suche nach einer Zukunft im idealisierten Europa die Wüste durchqueren. Dorthin, an die Grenze zwischen Afrika und Europa, wird Papst Franziskus am 30. und 31. März reisen, und auf Einladung des Königs Mohamed VI. und der Bischöfe des Landes die Städte Rabat und Casablanca besuchen.

Anlässlich einer Fernsehsendung hat María Lozano für KIRCHE IN NOT (ACN) Msgr. Cristóbal López Romero, den Bischof von Rabat, interviewt. Der Salesianer Don Boscos schildert, was es bedeutet, in dieser Nation im Norden Afrikas zu leben und zu arbeiten.

„Die katholische Kirche existiert in Marokko“, sagt der Bischof voller Stolz gleich zu Beginn des Gesprächs. „Sie ist eine lebendige und junge Kirche, mit Gnaden gesegnet und mit dem ausgeprägten Wunsch, Zeugnis abzulegen. Das nordafrikanische Land hat zwei Kathedralen, eine in Tanger und eine zweite in Rabat. Die erste stammt aus der Zeit des spanischen Protektorats, die zweite aus der Zeit des französischen Protektorats. „In unsere Kirchen“, fährt López Romero fort, „kommen mehr junge als alte Menschen, mehr Männer als Frauen und mehr Schwarze als Weiße“. In Marokko besteht die Kirche hauptsächlich aus Ausländern, aus Gläubigen aus mehr als 100 verschiedenen Ländern. Sie arbeiten in der Regel in Unternehmen, die in Marokko Niederlassungen unterhalten. Darüber hinaus stammen viele von ihnen aus Ländern südlich der Sahara, etwa aus dem Kongo, aus Senegal oder der Elfenbeinküste. Diese kommen zum Studium in das Land und finden in der katholischen Kirche die „Geborgenheit“, die sie suchen. Die katholischen Ordensleute, die im Land arbeiten, stammen aus mehr als 40 verschiedenen Nationen. Bischof López erklärt dazu: „katholisch zu sein heißt, universal, weltumfassend zu sein“. Diese Universalität bedeutet, dass die Menschen die individuellen Besonderheiten beiseite legen und sich auf das Gemeinsame konzentrieren: „Wir schauen auf das Wichtige, auf das Wesentliche. Die Unterschiede bereichern uns, wir sind offen füreinander, und sehen den Unterschied als Chance, nicht als Problem.“

Kirche als Samariterin

Die Kirche in Marokko und die Einrichtungen, mit denen sie zusammenarbeitet, nehmen die Schwächsten unabhängig von ihrer Herkunft auf und helfen ihnen. Sie engagieren sich insbesondere innerhalb der marokkanischen Gesellschaft sowie unter den aus Ländern südlich der Sahara kommenden Einwanderern, die versuchen, Europa zu erreichen oder in Nordafrika zu bleiben. „Die Kirche setzt die Aufnahme und Fürsorge für die Bedürftigen in die Praxis um, d.h. sie ist eine samaritanische Kirche“, sagt der Interviewte. Durch die Caritas betreut Marokko Tausende von Migranten, die die Sahara durchqueren, und nach dieser harten Durchquerung gweissermaßen im Land „stecken bleiben“, ohne nach Europa gelangen zu können. „Diese Menschen müssen betreut und gehört werden. Die meisten sind bei ihrer Ankunft krank, und viele Frauen schwanger. Die Kirche „nimmt sie auf. Sie beschützt, fördert und gliedert sie ein, so wie es Papst Franziskus fordert.“ Die Arbeit der Kirche in Marokko ist so wichtig, dass „auch die muslimischen Behörden sie schätzen“.

Auf die Frage, warum junge Menschen aus Afrika fliehen, erklärt Bischof López, dass für die Mehrheit der jungen Migranten wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend sind. Sie fliehen vor Armut und Arbeitslosigkeit, viele von ihnen aber ebenfalls vor Krieg, Kampfhandlungen, Verfolgung oder Naturkatastrophen. Nach Ansicht des Bischofs von Rabat wird das Migrationsproblem in Afrika kaum zu lösen sein, solange „in Europa 30% der produzierten Lebensmittel weiterhin weggeworfen werden“, und dort „im Überfluss und prunksüchtig“ gelebt und gleichzeitig verlangt wird, dass diejenigen, „die im Elend leben, sich untätig in ihr Schicksal fügen“, und sich die Gesellschaft dieses Verhaltens nicht bewusst macht. „Es ist wenig christlich, ja unmenschlich, dass Europa seine Grenzen abschirmt, um nicht teilen zu müssen, was allen gehört und was Europa sich angeeignet hat“, bemerkt der Ordensangehörige mit empörter Stimme. Der Bischof erinnert dabei an die Worte von Papst Franziskus: „Kapitalismus tötet“. „Statt Hilfe zu leisten, sollten wir für die Rohstoffe bezahlen, die wir ausbeuten. Sorgen wir dafür, dass die multinationalen Konzerne die Steuern zahlen, die sie schulden“. Er fordert, dass Afrika nicht „mit Brosamen, sondern mit Gerechtigkeit und Entwicklungsplänen“ geholfen wird. „Ohne Liebe sind wir nichts, ohne Gerechtigkeit sind wir noch weniger“.

„Der junge Marokkaner“ – der Bischof kehrt zum vorigen Thema zurück – „ist in seinem eigenen Land eingesperrt“. Aufgrund seiner geografischen Lage leidet Marokko darunter, dass es keinen realistischen Weg aus dem Land gibt. Im Süden befindet sich die große Wüste Sahara, im Westen der Atlantik, im Osten Algerien – und die Grenze zu diesem Land ist wegen des Krieges geschlossen – sowie im Norden Europa. „Viele junge Menschen aus Marokko fragen, und weisen dabei auf Spanien hin: Warum können sie hierher kommen, und ich kann nicht dorthin fahren?“

Gibt es Religionsfreiheit in Marokko? 

Eine ganz andere Frage, auf die Franziskus sicherlich bei seiner Reise stoßen wird, ist die Lage der Religionsfreiheit im Land. Wie die Päpstliche Stiftung KIRCHE IN NOT in ihrem Bericht zur Religionsfreiheit weltweit 2018 feststellt, ist das Königreich Marokko gemäß seiner Verfassung ein souveräner muslimischer Staat. In Artikel 3 heißt es: „Der Islam ist Staatsreligion; der Staat gewährleistet allen Menschen die freie Religionsausübung.” Aber die Verfassung selbst verbietet es politischen Parteien, parlamentarische oder verfassungsmäßige Änderungen vorzunehmen, die dem Islam zuwiderlaufen. Das Europäische Parlament hat im Hinblick auf die Religionsfreiheit festgestellt, dass diese zwar in der marokkanischen Verfassung verankert ist, dass jedoch „Christen und vor allem zum Christentum konvertierte Muslime zahlreichen Formen der Diskriminierung ausgesetzt sind und es ihnen nicht erlaubt ist, eine Kirche zu betreten.“ Gemäß dem marokkanischen Strafgesetzbuch ist es Nicht-Muslimen verboten, Muslime zu bekehren bzw. deren „Glauben zu erschüttern“. Auch die Verbreitung von nichtislamischen religiösen Publikationen unterliegt Beschränkungen von staatlicher Seite.

KIRCHE IN NOT-Österreich sammelt Spendengelder, um in den verschiedenen Teilen der Welt die Armut zu bekämpfen, den Menschen vor Ort das Überleben zu sichern und die kirchlichen Aufgaben zu ermöglichen, aber auch dort wo, Christen wegen ihres Glaubens unterdrückt, bedroht oder verfolgt werden.

Herbert Rechberger, Nationaldirektor von KIRCHE IN NOT-Österreich, zeigt sich nun sehr zufrieden, dass die Spendenabsetzbarkeit endlich möglich ist: „Unsere Wohltäter sind besonders großzügig und haben auch tatkräftig mitgeholfen, die vielfältigen Nöte in aller Welt zu lindern, ohne Spendenabsetzbarkeit. Und daher bin ich froh und dankbar, wenn auch sie nun endlich diese Steuererleichterung bekommen.“

Der Schwerpunkt unserer Hilfe liegt nach wie vor im Mittleren und Nahen Osten. So haben ein Projekt in Syrien begonnen, das den Wiederaufbau der zerstörten Häuser vorantreibt. Mit einer Zeremonie anlässlich des Wiederaufbaus ihrer Häuser feierten vor kurzem christliche, syrische Familien ihre Rückkehr in ihre Heimatstadt, aus der sie von Extremisten gewaltsam vertrieben worden waren. Im Laufe des Gottesdienstes in der vollen Marienkirche im Dorf Krak des Chevaliers (Al Husn) erhielten die Pfarrangehörigen Steintafeln mit der Aufschrift “Jesus ist mein Fels” und Fläschchen mit Weihwasser – als Zeichen für die Fertigstellung der Reparaturen an den Häusern, die in der zweijährigen Gewaltkampagne auf dem Höhepunkt des Krieges verwüstet worden waren. Neben den Reparaturen an den Häusern hat KIRCHE IN NOT die 900 Jahre alte Marienkirche, die schwer unter den Angriffen während der Welle der Gewalt gelitten hatte und profaniert worden war, restauriert.

Der melkitisch griechisch-katholische Erzbischof von Latakia, Nikolas Sawaf, der die Zeremonie leitete, dankte unter anderem KIRCHE IN NOT für die Finanzierung des Programms zur Instandsetzung von 55 Häusern.
Er sagte: “Wer hätte angesichts all dessen, was die Menschen durchlitten haben, angesichts der Gewalt und des Hasses, geglaubt, dass diese Häuser wieder aufgebaut würden? Für mich geht damit ein Traum in Erfüllung, und ich danke KIRCHE IN NOT von Herzen.”

Alle Spenden, die ab dem 5. Februar 2019 bei KIRCHE IN NOT-Österreich eingehen, sind steuerabzugsfähig. Die Registriernummer lautet: SO13882.

Dank der Spende von 200.000 Euro, die KIRCHE IN NOT im Anschluss an die Versteigerung des von Papst Franziskus verschenkten Lamborghini erhalten hat, kann das Hilfswerk nun zwei neue Initiativen finanzieren, die den in die Ninive-Ebene zurückgekehrten christlichen Familien zugute kommen.

Am 15. November 2017 hatte der Heilige Vater entschieden, einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Lamborghini Huracan, der ihm vom Autohersteller geschenkt worden war, KIRCHE IN NOT zukommen zu lassen. Heute wird KIRCHE IN NOT diese Geste des Pontifex zu konkreter Hilfe machen, indem sie mit dem Geld den Wiederaufbau zweier durch den Krieg zerstörter Einrichtungen der syrisch-katholischen Kirche finanziert: den Wiederaufbau des nach der Jungfrau Maria benannten Kindergartens und des Multifunktionszentrums der gleichnamigen Pfarre.

Beide Gebäude befinden sich in Baschiqa, gerade 30 Kilometer von Mosul entfernt. Die Kleinstadt ist durch den Krieg hart getroffen worden, doch zahlreiche Mitglieder der christliche Gemeinschaft sind zurückgekehrt. Es sind tatsächlich bereits 405 der 580 beschädigten Wohnhäuser repariert worden und 50 % der Christen, genauer gesagt 1585, zurückgekehrt. Die beiden mit dem Verkaufserlös des Lamborghini finanzierten Wiederaufbaumaßnahmen werden auch den anderen Minderheiten in der Stadt zugute kommen, da das Multifunktionszentrum mehr als 1000 Personen fassen kann und von den verschiedenen Gemeinschaften für Hochzeiten und religiöse Feste genutzt werden wird. Es wird das größte Zentrum der Gegend sein und mehr als 30 000 Einwohnern, die Angehörige verschiedener Ethnien und Glaubensrichtungen sind, zur Verfügung stehen.

Gerade etwas mehr als zwei Jahren nach der Befreiung der Dörfer der Ninive-Ebene hat die Zahl der Christen, die in ihre Häuser zurückkehren konnten, die kühnsten Erwartungen übertroffen. Am 11. Januar diesen Jahres waren gut 9108 Familien in ihre Dörfer zurückgekehrt, also fast 46% der 19 832 Familien, die dort im Jahr 2014 vor der Ankunft des Islamischen Staats (IS) gewohnt hatten. Dies ist den enormen Anstrengungen des Wiederaufbaus zu verdanken, die zum Großteil von KIRCHE IN NOT finanziert worden sind und es erlaubt haben, bis jetzt 41% der 14 035 vom IS zerstörten oder beschädigten Wohnhäuser wiederherzustellen.

Die Initiative, bei deren Verwirklichung die Stiftung zusammen mit den lokalen Kirchen an vorderster Front steht, hat im Heiligen Vater einen unermüdlichen Wohltäter gefunden. Bereits im Jahr 2016 hat Papst Franziskus mit 100 000 Euro die “Saint Joseph Charity Clinic” in Erbil gestiftet, die kostenlose medizinische Versorgung anbietet.

Dieses zusätzliche Geschenk des Heiligen Vaters nun wird es den Christen ermöglichen, ihren eignen Glauben zu leben und ihren Kindern eine Zukunft im Irak zu sichern. Gleichzeitig wird es eine starke Botschaft und Einladung zur friedlichen Koexistenz der Religionen in einer Gegend sein, in der der Fundamentalismus leider auch die interreligiösen Beziehungen beschädigt hat.

Seit der Vertreibung der Christen durch den IS hat KIRCHE IN NOT die notleidenden Christen im Irak mit 40 Millionen Euro unterstützt. Um den Wiederaufbau weiter voranzutreiben und der Bevölkerung materiell wie pastoral beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Spendenkonto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Irak Wiederaufbau

Ein Aktionsplan, der es Tausenden von Christen ermöglichen soll, in ihre Häuser in der syrischen Stadt Homs zurückzukehren, wurde unter Beteiligung von Kirchenführern und einer bedeutenden katholischen Hilfsorganisation vereinbart.

Bei diesem Treffen in Homs unterzeichneten die Führer von fünf Kirchengemeinden die «Homs-Wiederaufbau-Komitee-Vereinbarung», nach der die katholische Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT, als Teil der ersten Phase des Plans, 300 Häuser wieder instandsetzen wird.

In einer zweiten Phase sollen weitere 980 Häuser wiederaufgebaut werden: 80 von Angehörigen der melkitisch griechisch-katholischen Gemeinde, 600 von Angehörigen der griechisch-orthodoxen Gemeinde und 300 Häuser, die syrisch-orthodoxen Familien gehören. KIRCHE IN NOT wird einen Teil dieses Projektes unterstützen.

Um die Bedeutung dieser Vereinbarung hervorzuheben, sagte der für KIRCHE IN NOT-Projekte im Nahen Osten verantwortliche Referent, Pater Andrzej Halemba: “Diese Vereinbarung ist eine der entscheidendsten Maßnahmen für die Wiederherstellung der christlichen Gemeinde in Homs.

“Die Verpflichtung, so viele Häuser wiederaufzubauen, ist für die Menschen, die unbedingt in die Stadt zurückkehren wollen, die für Christen eine der bedeutendsten in ganz Syrien ist, ein Licht der Hoffnung.”

Der Griechisch-Orthodoxe Bischof von Homs, Georges Abou Zakhem, kommentierte: “Die Menschen müssen in ihre Häuser zurückkehren, können dies ohne die Hilfe von KIRCHE IN NOT aber nicht tun.”

Der Melkitische Priester, Pater Bolos Manhal, sagte hierzu: “Ich bin sehr glücklich, dass die Menschen diese wunderbare Möglichkeit haben, in ihre Häuser zurückzukehren. Sie haben so viel gelitten, und für viele wird mit der Rückkehr ein Traum in Erfüllung gehen.

“Sie mussten so viel Geld ausgeben, um eine Wohnung zu mieten, sodass der Wiederaufbau ihrer Häuser ihr Familienbudget sehr entlasten wird. Überdies gibt es in der Stadt mehr Arbeitsmöglichkeiten als auf dem Land, und die werden sie dann nutzen können.”

KIRCHE IN NOT wird den Wiederaufbau der Häuser mit maximal 3.500 US-Dollar pro Haus unterstützen.
Da in Homs mehr als 12.500 Häuser zerstört und 37.500 schwer beschädigt worden sind, leben viele Christen als Vertriebene seit bis zu sieben Jahren im nahegelegenen «Tal der Christen».

Zum Höhepunkt des Konfliktes im Jahr 2014 lebten in der Altstadt von Homs nur noch weniger als 100 Christen, und gezielte Angriffe durch islamistische Extremisten zwangen ungefähr 250000, den Ort zu verlassen.

Im letzten Jahr entwickelte KIRCHE IN NOT den Plan, 100 Häuser wiederaufzubauen, die melkitischen und syrisch-orthodoxen Familien gehören. Von diesen sind 85 bereits wieder bewohnt, und die Rückkehr der restlichen Familien wird zu Beginn des Studienjahres im Herbst erwartet.

Der «Wiederaufbauplan Homs 2018» war Teil eines Vorhabens, das bereits zum Neuaufbau von beinahe 500 Häusern in ganz Syrien geführt hat, viele davon in Aleppo.

Seit Beginn der Krise in Syrien im Jahre 2011 hat KIRCHE IN NOT 750 Projekte abgeschlossen, an denen 150 Partner beteiligt waren.

Seit dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011 hat KIRCHE IN NOT in Syrien fast 750 Projekte für rund 29,5 Millionen Euro finanziert. 

Um den Menschen in Syrien weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter www.spenden.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Christen in Syrien

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Am 27. Januar 2019 explodierten zwei Bomben in der Kathedrale von Jolo auf dem Sulu-Archipel zwischen Mindanao und Borneo, die 23 Menschen töteten und 112 weitere verletzten. Auf diese Tragödie folgte am 30. Januar ein Granatenangriff auf eine Moschee in Zamboanga im Westen der Insel Mindanao. Pater Sebastiano d’Ambra, Missionar des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIM), der sich seit 40 Jahren im Süden der Philippinen für den interreligiösen Dialog engagiert, erzählt in einem Interview mit der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, wie die Situation in dem Land mit der meisten Katholiken auf dem asiatischen Kontinent erlebt wird.

KIRCHE IN NOT:
 Pater D’Ambra, können Sie uns erzählen, wie der Anschlag vom 27. Januar vor Ort wahrgenommen wurde?

Pater D’Ambra: Selbstverständlich hat uns die Gewalt des Anschlags schockiert und auch die Tatsache, dass das Ziel ein heiliger Ort war. Leider reiht sich dieser Gewaltakt in einen Kontext wachsender Spannungen in der Region ein. In den letzten Jahren hat der Radikalismus zugenommen und die christliche Minderheit auf der Insel Jolo (1% der Gesamtbevölkerung von 120.000 Einwohnern der Insel Jolo) ist nicht das einzige Opfer; es gibt auch Muslime, die zu mir kommen und sagen: „Pater, wir werden ebenfalls bedroht, weil wir nicht die gleiche Art Muslime sind wie sie.“

KIRCHE IN NOT: Drei Tage nach dem Anschlag auf die Kathedrale hat eine Granate in einer Moschee in Zamboanga auf den Südphilippinen, wo Sie arbeiten, zwei Menschenleben gefordert. Haben Sie Angst, dass es zu einem interreligiösen Konflikt kommt?

Pater D’Ambra: Meiner Meinung nach besteht keine Verbindung zwischen den beiden Anschlägen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Christen ihre Toten rächen wollen, indem sie eine muslimische Kultstätte angreifen. Andererseits glaube ich schon, dass es sich wieder um das Werk jener extremistischen Gruppen handelt, deren Gewalt zunimmt und die Verwirrung stiften wollen. Sie sind es, die Christen und Muslime voneinander trennen wollen. Sie nutzen die Situation, um im ganzen Land Chaos zu verursachen und das Gleichgewicht in Frage zu stellen. Ein Gleichgewicht, das zu einem großen Teil auf den Beziehungen zwischen Gläubigen verschiedener Religionen beruht.

KIRCHE IN NOT: 
Laut den Behörden wird zurzeit jedoch der Kampf gegen den islamischen Terrorismus sukzessive gewonnen, teilen Sie diese Einschätzung?

Pater D’Ambra: Nein, überhaupt nicht. Leider kommt es zu interreligiösen Spannungen. Dass Führer extremistischer Gruppen hingerichtet wurden, bedeutet noch lange nicht, dass die philippinische Regierung den Krieg gewinnt. Dies zu glauben, wäre ein Fehler. Ich weiß sehr wohl, dass die Armee alles in ihrer Macht Stehende tut, um diese Gruppen zu kontrollieren. Aber ich glaube nicht, dass das ausreicht. Gruppen wie der Islamische Staat, Maute oder Abu Sayyaf haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Probleme im Land verursachen, und sie können in den kommenden Jahren an Macht gewinnen. Ich sage nicht, dass wir in Angst leben müssen, aber wir müssen realistisch sein, und ich glaube nicht, dass sie besiegt sind. Ich glaube, dass sie weiterhin die Freundschaft auf die Probe stellen werden, die uns mit unseren muslimischen Nachbarn verbindet.

KIRCHE IN NOT: Haben Sie den Eindruck, dass Sie um Ihr Leben bangen müssen?

Pater D’Ambra: Na ja, wissen Sie: Ich lebe seit vierzig Jahren hier. Ich hätte deshalb schon lange Zielscheibe werden können – sogar mehrfach, würde ich sagen. Insbesondere einmal, als ich in eine Falle gelockt wurde. Die für mich bestimmte Kugel tötete einen meiner Freunde. In dieser Zeit vermittelte ich mit den muslimischen Rebellen. Dass ein Priester fast drei Jahre lang mit diesen Gruppen sprach, war eine ungewöhnliche Erfahrung. Wir hatten es geschafft, ein Verhältnis gegenseitigen Respekts herzustellen. Ich nehme an, dass die Vorstellung, dass ein einziger Priester mehr als tausend Soldaten für den Frieden leisten könnte, diejenigen überrascht haben muss, die das Ende des Konflikts nicht wollten. Diese Haltung erleben wir auch heute. Einige Muslime sagen uns, dass unsere Programme für den Dialog zwischen Christen und Muslimen nicht nach dem Geschmack von Extremisten sind.

KIRCHE IN NOT: Möchten Sie zum Schluss eine Botschaft aussprechen?

Pater D’Ambra: Habt keine Angst! Glaubt mir, die Liebe ist stärker als der Hass! Ich danke KIRCHE IN NOT für ihre Nähe zu den Christen, die sich auf der ganzen Welt in Not befinden. Ich bitte alle Christen, den Dialog in ihrem eigenen Umfeld zu fördern, um aus der Logik des Konflikts auszubrechen.

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In Pakistan wurden schätzungsweise 224 Christen Opfer des Blasphemiegesetzes, seit das Gesetz 1986 verabschiedet wurde. So berichtet Cecil Shane Chaudhry, Exekutivdirektor der pakistanischen Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (NCJP) einer italienischen Delegation der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT bei ihrem Besuch in dem asiatischen Land.

Auch wenn der juristische Fall für Asia Bibi am vergangenen 29. Januar ein glückliches Ende gefunden hat, verzeichnet die Kommission derzeit 25 weitere Fälle von Christen auf, die immer noch im Gefängnis leiden, wie es eine dem Hilfswerk vorgelegte Studie belegt. Darüber hinaus wurden 23 Christen wegen der Unterstellung von Blasphemie zwischen 1990 und 2017 umgebracht.

Als “Antiblasphemiegesetz” sind vor allem zwei Absätze des Artikel 295 des pakistanischen Strafgesetzbuches zu verstehen (Absätze B e C). Der Artikel 295B sieht für denjenigen, der den Koran verunglimpft, die lebenslange Freiheitsstrafe vor; der Artikel 295C die Todesstrafe für denjenigen, der den Propheten Mohammed beleidigt.
“Das Antiblasphemiegesetz stellt für die Fundamentalisten ein gewaltiges Instrument zur Machtausübung dar, zulasten der Minderheiten, und wird häufig missbraucht, um persönliche Rache zu nehmen“, so Chaudhry. „Und wenn ein Christ angeklagt wird, so betreffen die Konsequenzen die ganze Gemeinschaft.“

Dies ist genau das, was sich im März 2013 im christlichen Viertel Joseph Colony in Lahore ereignet hat, nachdem der junge Christ Sawan Masih angeklagt worden war, Mohammed beleidigt zu haben. „Nach dem Freitagsgebet am 9. März hat eine Menschenmenge von 3000 Muslimen das ganze Viertel niedergebrannt und dabei fast 300 Wohnhäuser und zwei Kirchen zerstört”, so berichtet Pater Emmanuel Yousaf, Präsident des NCJP der Delegation von KIRCHE IN NOT bei ihrem Besuch der Siedlung, die mittlerweile dank der Hilfen der Regierung wieder aufgebaut und den Christen zurückgegeben worden ist.

Doch obwohl die 83 Rädelsführer des Brandanschlags alle wieder auf freiem Fuß sind, wurde Sawan Masih 2014 zum Tode verurteilt und wartet noch heute auf den Berufungsprozess. „Die Anhörungen werden ständig verschoben“, erklärt Anwalt Tahir Bashir. “Die letzte Anhörung war für den 28. Januar angesetzt, doch der Richter ist nicht erschienen. Nun ist ein neuer Termin für den 27. Februar anberaumt.”

Wie bei Asia Bibi mangelt es auch beim Fall von Sawan nicht an Unregelmäßigkeiten Die Anzeige gegen ihn wurde von einem seiner muslimischen Freunde, Shahid Imran, erstattet, nachdem die beiden gestritten hatten. Nur zwei Tage später erschienen zwei Zeugen, die in Wirklichkeit zum Zeitpunkt der vermeintlichen Beleidigung Mohammed gar nicht anwesend gewesen waren. „Die Anschuldigungen gegen Sawan werden instrumentalisiert“, so Pater Yousaf gegenüber KIRCHE IN NOT. „In Wirklichkeit geht es eigentlich darum, die Christen aus diesem Stadtviertel zu vertreiben, das sehr begehrt ist, weil es in der Nähe von Stahlfabriken liegt.“

Unterdessen zieht Sobia, die Ehefrau von Sawan, ganz alleine ihre drei Kinder groß. „Ich weiß nicht, warum sie meinen Mann beschuldigen“, sagt sie zu KIRCHE IN NOT. „Ich weiß lediglich, dass der Mann, der ihn angezeigt hat, ein Freund von ihm war, mit dem er gestritten hatte. Sawan ist unschuldig!“

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KIRCHE IN NOT feiert in diesem Jahr den 40. Geburtstag seiner Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“. Über 51 Millionen Exemplare in 189 Sprachen wurden seither weltweit verteilt. „Es ist nach menschlichen Maßstäben nicht fassbar, wie vielen Kindern, aber auch Erwachsenen, die Kinderbibel den Weg zu Gott erschlossen hat“, erklärte der Geschäftsführende Präsident der Stiftung, Dr. Thomas Heine-Geldern, zum Jubiläum. In vielen Familien in armen Weltregionen sei die Kinderbibel oft das einzige Buch, das sie je besitzen.

Kinderbibel stillt Sehnsucht nach Gott

„Die Briefe aus den vergangenen 40 Jahren, in denen Kinder, Familien, Bischöfe und Seelsorger für die Kinderbibel danken, zeugen von der tiefen Sehnsucht nach Gott, die dieses Buch nach wie vor stillt“, erklärte Heine-Geldern. „Gott spricht zu seinen Kindern“ ist in 99 Kurzkapitel gegliedert und enthält die wichtigsten Texte des Alten und Neuen Testamentes in kindgerechter Sprache. In der aktuellen Version der Kinderbibel stammen diese von der deutschen Theologin Eleonore Beck (1926-2014). Die spanische Ordensfrau Miren-Sorne Gomez (*1937) malte die farbenprächtigen Illustrationen, die auch vielfach in Religionsunterricht und Katechese Eingang gefunden haben.

„Vater“ der Kinderbibel war der niederländische Prämonstratenser Pater Werenfried van Straaten (1913-2003), der Gründer von KIRCHE IN NOT. Für 1979 hatten die Vereinten Nationen ein „Jahr des Kindes“ ausgerufen. Dies wurde zur Initialzündung für eine langehegte Idee von Pater Werenfried: „Kinder brauchen so etwas wie eine Kinderbibel, damit das Bild von Jesus in ihren Herzen lebendig wird“, schrieb er damals. „Oft hat die Kirche keine Mittel, eine Kinderbibel in der Muttersprache zu besorgen. Oder die Kirche wird verfolgt und darf solche Schriften nicht herausgeben. Viele Kinder sind so arm, dass sie sich ein Buch nicht leisten können. So wollen wir ihnen eine Kinderbibel schenken.“

Große Nachfrage von Anfang an

Bei der Konferenz der lateinamerikanischen Bischöfe im mexikanischen Puebla Ende Januar 1979, an der auch Papst Johannes Paul II. auf seiner ersten Auslandsreise teilnahm, stellte KIRCHE IN NOT die Kinderbibel vor. Der Erfolg war überwältigend: Die Bischöfe bestellten prompt 1,2 Millionen Exemplare in spanischer Sprache. Missionare, Bischöfe und Katechten aus anderen Ländern erfuhren davon und machten weitere Übersetzungen nötig. Heute sind es 189 Sprachversionen – von Afar, das von rund eineinhalb Millionen Angehörigen des gleichnamigen Volks in Äthopien, Eritrea und Dschibuti gesprochen wird, bis zu isiZulu, einer Bantusprache im südlichen Afrika. Regelmäßig kommen neue Übersetzungen hinzu. Schließlich spricht man allein in Afrika über 2000 eigenständige Sprachen. Dort leistet die Kinderbibel bis heute einen wichtigen Beitrag bei der Alphabetisierung.

Von Anfang stellt KIRCHE IN NOT in bedürftigen Ländern die Kinderbibel kostenlos zur Verfügung. In wohlhabenderen Ländern deckt der erhobene Preis die Selbstkosten. Zu den am meisten verteilten Exemplaren gehören Ausgaben auf Spanisch (rund 14 Millionen), Portugiesisch (10,3 Millionen), Englisch (2,5 Millionen), Französisch (1,2 Millionen) und dem ostafrikanischen Swahili (950 000). Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion machte ein christlicher Radiosender die Kinderbibel auf Russisch bekannt. KIRCHE IN NOT erreichten daraufhin innerhalb kurzer Zeit eine halbe Million Bestellungen.

Auch die Päpste schätzen die Kinderbibel: So hat Papst Benedikt XVI. bei seinem Pastoralbesuch in Brasilien im Mai 2007 die zehnmillionste Ausgabe der Kinderbibel verteilt. Auf Deutsch wurden bis heute rund 500 000 Exemplare verbreitet.

Eine deutsche Ausgabe unserer Kinderbibel “Gott spricht zu seinen Kindern” können Sie in unserem Webshop bestellen … zur Kinderbibel im Webshop

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