Christian Klyma, Autor bei KIRCHE IN NOT Österreich - Seite 6 von 52
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Am Freitag, 10. Oktober, hat Papst Leo XIV. eine Delegation von KIRCHE IN NOT in einer Privataudienz empfangen. Angeführt wurde die Delegation von Stiftungspräsident Mauro Kardinal Piacenza und der Geschäftsführenden Präsidentin Regina Lynch. Während der Audienz wurde ihm eine Vorab-Version des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ überreicht, den KIRCHE IN NOT offiziell am 21. Oktober vorstellen wird.

In seiner Rede stellte Papst Leo XIV. die wertvolle Arbeit von KIRCHE IN NOT ausdrücklich heraus. „Wo auch immer KIRCHE IN NOT eine Kapelle baut, Ordensschwestern unterstützt oder Radiosender oder Fahrzeuge für die Seelsorge ermöglicht, stärken Sie das Leben der Kirche.“ Der Pontifex spricht aus einer persönlichen Erfahrung, denn während seiner Zeit als Bischof von Chiclayo in Peru hatte er Unterstützung bei mehreren Projekten durch KIRCHE IN NOT erhalten.

Papst Leo XIV. während seiner Ansprache. © KIRCHE IN NOT

„Religionsfreiheit ist ein wichtiges Grundrecht“

Papst Leo XIV. betonte die Wichtigkeit der Religionsfreiheit und die Pflicht der Kirche dieses Grundrecht zu verteidigen, wo es bedroht ist. Religionsfreiheit sei ein essenzielles Recht und ein wichtiger Grundstein jeder gerechten Gesellschaft. „Religionsfreiheit ist nicht bloß ein gesetzliches Recht oder ein Privileg, das den Menschen von der Regierung gewährt wird; sie ist eine Grundvoraussetzung, die eine authentische Versöhnung ermöglicht“, betonte er. Daher sei der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ ein „wichtiges Werkzeug, um aufmerksam zu machen, den Menschen ohne Stimme eine Stimme zu geben und auf das stille Leiden von vielen Menschen hinzuweisen“.

Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ wird am 21. Oktober offiziell in Rom vorgestellt. Darin sind 196 Länder auf den Status der Religionsfreiheit untersucht worden. Alle zwei Jahre wird dieser Bericht von KIRCHE IN NOT herausgegeben.

Um der notleidenden Kirche weltweit weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600

Die Demokratische Republik Kongo ist nicht nur das afrikanische Land mit der höchsten Zahl an Katholiken, sondern die Kirche erfreut sich auch einer hohen Zahl an Berufungen – sowohl zum Priestertum als auch zum Ordensleben. In der Diözese Luiza im Süden des Landes sind mehr als 260 weibliche und männliche Ordensleute tätig, und erfreulicherweise schließen sich ihnen immer wieder junge Frauen und Männer an.

Da ihr Einsatz für die Seelsorge von großer Bedeutung ist, hat sich Bischof Félicien Mwanama Galumbulula dafür starkgemacht, dass die jungen Ordensleute vor ihrer Ewigen Profess an einem umfassenden vierwöchigen Weiterbildungskurs teilnehmen können, der über das hinausgeht, was die Kongregationen selbst ihren Mitgliedern anbieten können. Die jungen Ordensfrauen und -männer werden fortgebildet in Bibelkunde, Missionswissenschaft, Kirchenrecht und Anthropologie, aber auch in der Verwaltung von Finanzen und anderen nützlichen Themen. Auch die Missbrauchsprävention in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Thema.

Die vertiefte Ausbildung ist unter anderem deshalb notwendig, weil sich Sekten ausbreiten, die unter den Gläubigen Verwirrung und Orientierungslosigkeit verbreiten, indem sie die katholische Glaubenslehre angreifen. Die Ordensleute sind in den Dörfern oft die einzigen Ansprechpartner für die Gläubigen und müssen ihre Fragen kompetent beantworten können. Daher legt der Bischof höchsten Wert auf diese Fortbildungen und möchte sie jedes Jahr anbieten.

In der Diözese Luiza im Süden des Landes sind mehr als 260 weibliche und männliche Ordensleute tätig.

Unsere Wohltäter haben im vergangenen Jahr 32 jungen Ordensfrauen und Männern die Teilnahme ermöglicht. Schwester Béatrice Kanga Nsaka ist sehr dankbar, dass sie diese Chance hatte. Sie berichtet: „Zwar organisiert unsere Kongregation im Rahmen ihrer Möglichkeiten monatliche Exerzitien und einmal im Jahr eine siebentägige Einkehrwoche. Aber dabei haben wir keine Gelegenheit, mit dem Prediger zu diskutieren und ihm Fragen zu stellen. Der Erfahrungsaustausch zwischen uns Ordensleuten derselben Generation war ebenfalls sehr bereichernd. Ich habe verstanden, dass die Schwierigkeiten, denen wir in den Schulen mit den Jugendlichen von heute begegnen, fast überall die gleichen sind. Ich danke Ihnen, den Wohltätern von ‚Kirche in Not‘ von ganzem Herzen dafür, dass Sie uns diese unvergessliche Erfahrung ermöglicht haben. Der Herr segne Sie reichlich!“

Auch Bruder Dominique Lushimba Mwenyi ist froh, diese Gelegenheit gehabt zu haben. Neben dem Austausch mit anderen Ordensleuten und den Beiträgen zum betenden Lesen der Bibel und zur menschlichen Reifung fand er auch die praktische Seite des Lehrgangs hilfreich: „Wir verwalten manchmal das Vermögen der Gemeinschaft, und dank der Ausbildung habe ich gelernt, wie man einen Finanzbericht erstellt, wie wichtig Belege sind und dass man während der Durchführung eines Projekts Zwischen- und Abschlussbewertungen vornehmen muss. Ich werde unsere Wohltäter nicht vergessen, die uns die Teilnahme ermöglicht haben. Möge Gott es Ihnen hundertfach vergelten.“

In diesem Jahr sollen wieder 26 junge Ordensfrauen und -männer, die kurz vor ihrer Ewigen Profess stehen, die Möglichkeit haben, an diesem Kurs teilzunehmen. 11.500 Euro werden dazu gebraucht. Jede Hilfe ist eine Investition in ein gelungenes Ordensleben, das in der Ortskirche vielfache Frucht tragen wird.

Ein von KIRCHE IN NOT unterstütztes Projekt soll 150 Priester zu „Beauftragten der Versöhnung, der Heilung, des sozialen Wandels und des nationalen Zusammenhalts“ ausbilden.

Pfarrer Peter Konteh lag im Bett und schlief, als ihn die ersten Explosionen weckten. Er sprang auf und rief dem anderen Priester im Haus zu, er solle aufstehen und weglaufen. „Die Rebellen kommen von Osten“, schrie er, „wir müssen fliehen!“

„Ich schrie voller Angst, aber der andere Priester meinte, ich solle mich beruhigen, ich sei nicht mehr in Sierra Leone, sondern in den USA. Das, was ich hörte, sei das Feuerwerk anlässlich der Feierlichkeiten zum 4. Juli. Da wurde mir klar, dass auch ich traumatisiert war“, erinnerte sich Pfarrer Konteh bei einem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT International (ACN).

Pfarrer Konteh, derzeit unter anderem Präsident der Bruderschaft der Katholischen Priester von Sierra Leone, war zu jener Zeit in New York und setzte sich bei den Vereinten Nationen für eine Intervention im Bürgerkrieg ein, der in seinem Land herrschte. Im Gegensatz zu vielen anderen Kriegen in Afrika ging es in diesem nicht um Religion, Ideologie oder Volkszugehörigkeit, sondern es war ein „sehr sinnloser Krieg, getrieben von Gier“. Bewaffnete Rebellen versuchten, wertvolle natürliche Ressourcen, darunter Diamantenminen, zu erobern.

Pfarrer Peter Konteh bei seinem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT.

Ein Bürgerkrieg, der ein Land und seine Menschen zerbrach

Der Krieg (1991-2002) begann in einer Zeit großen Aufruhrs. Wenige Monate nach Beginn des Konflikts war die Bevölkerung zu einem Referendum aufgefordert worden. Eine große Mehrheit stimmte dafür, die Verfassung zu ändern und eine Mehrparteiendemokratie zu verankern. „Die Bevölkerung zog es vor, Wahlen vor dem Frieden abzuhalten, sodass nach den Wahlen eine neue Regierung mit den Rebellen verhandeln konnte.“

Leider entwickelten sich die Dinge nicht plangemäß. Um die zivile Bevölkerung am Wählen zu hindern, gingen die Rebellen dazu über, Menschen die Hände abzuhacken, und noch bevor Wahlen abgehalten werden konnten, ergriff die Armee die Macht durch einen Staatsstreich. Während des elf Jahre andauernden Konflikts wurden Zehntausende getötet, unzählige andere vergewaltigt, verstümmelt oder – sogar als Kinder – gezwungen, ihren Landsleuten derartige Gräueltaten anzutun.

„Da war ein Bettler, der immer vor der Tür der Kathedrale saß und um Geld bat. Er hatte keine Hände, denn er war während des Krieges verstümmelt worden. Eines Tages wollte ihm ein gut gekleideter Mann etwas Geld geben, aber er wollte es nicht annehmen und verursachte einen Tumult. Ich kam nach draußen und sah nach, was los war, und der Bettler sagte mir, dass der Mann derjenige gewesen sei, der ihm die Hände abgehackt hatte“, erinnerte sich Pfarrer Konteh.

Der Priester nahm die beiden mit in sein Büro und der arme Mann machte seinem Zorn Luft: „Ich habe früher nie gebettelt, sondern mit meinen Händen gearbeitet. Aber jetzt kann ich nicht mal mehr allein auf die Toilette gehen. Verstehst du, in was für eine erniedrigende Situation du mich gebracht hast?“, fragte er seinen damaligen Angreifer, der inzwischen ebenfalls weinte.

Im Krieg und in späteren Krisen, wie der Ebola-Epidemie von 2014, wurde die Kirche „die Stimme derer ohne Stimme“ und eine furchtlose Fürsprecherin für Opfer.

Helfen Sie mit, die Wunden des Krieges zu heilen:

Die Kirche als Zuflucht und Stimme der Hoffnung

„Nach acht Sitzungen mit mir sagte der Bettler schließlich, dass er dem Mann, der ihm die Hände abgehackt hatte, verziehen habe. Doch das genügte dem ehemaligen Rebellen nicht. Er wollte wissen, was er tun könne, um seine Verbrechen wiedergutzumachen. Er sagte: ‚Ich erinnere mich, dass er mich wirklich angefleht hat, ihm nicht die Hände abzuhacken. Aber wir standen alle unter Drogen und ich habe es doch getan.‘“

„Sie sehen: Sogar die Angreifer sind traumatisiert“, erklärte der Priester gegenüber KIRCHE IN NOT. „Damals haben sie vielleicht brutal gehandelt, aber so etwas ist zermürbend und man braucht selbst Heilung.“

Im Krieg und in späteren Krisen, wie der Ebola-Epidemie von 2014, wurde die Kirche „die Stimme derer ohne Stimme“ und eine furchtlose Fürsprecherin für Opfer aus allen sozialen und religiösen Gruppen, erklärte der Priester. „Die Kirche wurde zu einem Knotenpunkt für soziale Hilfsleistungen, sogar Muslime kamen damals zur Kirche. Wir hatten viele Konversionen, weil die Menschen der Kirche vertrauten. Wir gaben ihnen nicht nur Brot zu essen, sondern konnten auch für sie eintreten.“

In Sierra Leone waren die Beziehungen zwischen den Religionen bereits vorher vorbildlich. 40 Prozent der Priester sind ehemalige Muslime, viele von ihnen konvertierten, als sie in eine christliche Schule gingen. „Wir haben eine Kommission für Gerechtigkeit und Frieden und oft werden wir gerufen, um Streitigkeiten zwischen Muslimen in ihren Moscheen zu schlichten. Einige unserer afrikanischen Nachbarn finden das seltsam, weil ihrer Meinung nach Christen eine Moschee nicht betreten sollten, aber in Sierra Leone ist das normal“, bekräftigte Pfarrer Konteh.

Jetzt hat die Kirche den Entschluss gefasst, das Thema der Traumabewältigung anzugehen. Mithilfe von KIRCHE IN NOT nehmen 150 Priester an einem Schulungsprogramm teil, mit dem Ziel, „Beauftragte der Versöhnung, der Heilung, des sozialen Wandels und des nationalen Zusammenhalts“ zu werden.

Die Bruderschaft Katholischer Priester arbeitet mit Experten der Universität Boston in den USA zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Schulungsunterlagen, die dann in Lehrveranstaltungen mit Priestern, Ordensleuten und Laien eingesetzt werden sollen. Auf diese Weise, so Pfarrer Konteh, hofft die Kirche, weiterhin ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine Nation sein, die noch immer tiefe Wunden zu heilen versucht.

Die Kirche möchte das Thema der Traumabewältigung angehen. Mithilfe von KIRCHE IN NOT nehmen 150 Priester an einem Schulungsprogramm teil.

Die Kubaner schätzen die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha besonders, da sie stets zur Stelle sind, wenn Hilfe benötigt wird. Sie nennen sie liebevoll „Sanchinas“. Die Kongregation wurde 1869 auf der Insel gegründet, um armen Behinderten und Kindern zu helfen. Im Laufe der Jahre haben die Schwestern ihre Aktivitäten auf die Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Unterstützung von Familien und älteren Menschen, den Aufbau von Berufsschulen sowie die Seelsorge in Pfarren ausgeweitet.

Zwei „Sanchinas“, Schwester Isabel und Schwester Leonida, gehen dieser Arbeit in Camagüey nach, der drittgrößten Stadt Kubas. Mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT (ACN) sind sie ein lebendiges Zeugnis des Wunders der Brot- und Fischvermehrung inmitten der schweren Krise, die die Insel belastet. In der Gemeinde María Inmaculada (Unbefleckte Empfängnis) gelingt es den beiden Ordensschwestern, ihre Zeit und Ressourcen zu vervielfachen, um sich um Kinder, deren Familien, Jugendliche, ältere Menschen und Kranke zu kümmern. Hinter ihrem Lächeln verbirgt sich eine Lebenswirklichkeit, die von täglichem Kampf und Hoffnung geprägt ist und nur durch die Gnade Gottes getragen wird.

Mit der Unterstützung von KIRCHE IN NOT sind die Schwestern ein lebendiges Zeugnis des Wunders der Brot- und Fischvermehrung inmitten der schweren Krise.

Wirtschaftskrise trifft Camagüey mit voller Wucht

Die Stadt mit 300 000 Einwohnern und einem eleganten historischen Zentrum, das zum Weltkulturerbe gehört und aus labyrinthartigen Gassen und Kopfsteinpflaster besteht, wurde jedoch von einer Wirtschaftskrise überrollt, die viele Familien in tiefe Not gestürzt hat. Die galoppierende Inflation und der Kaufkraftverlust haben dazu geführt, dass für die meisten Menschen das Nötigste unerschwinglich geworden ist. Die Einwohner von Camagüey stehen in langen Schlangen an, um Lebensmittel und Medikamente zu bekommen, oft gehen sie jedoch mit leeren Händen nach Hause.

Die Schwestern teilen den Schmerz der Mütter, die ihre Kinder nicht ernähren können, der älteren Menschen, die keine Medikamente finden, und der jungen Menschen, die in der Auswanderung ihren einzigen Ausweg sehen. Dieser ständige Exodus droht, das Land seiner unverzichtbaren Arbeitskräfte und Köpfe zu berauben. In solch komplexen Umständen ist die Präsenz der Schwestern für viele ein Zeichen der Hoffnung, ein Beweis dafür, dass die Liebe Gottes inmitten aller Widrigkeiten niemals versagt.

Auch sie müssen mit dem Nötigsten auskommen, da wirtschaftliche Einschränkungen ihre Möglichkeiten zur Selbstversorgung begrenzen. Ohne die Hilfe der Vorsehung und die Großzügigkeit vieler Menschen könnten sie ihr apostolisches Werk nicht aufrechterhalten. Mit Einfallsreichtum strecken sie die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel bis zum Äußersten, um die grundlegendsten Bedürfnisse zu decken.

Oft denken sie an die Worte des heiligen Johannes Paul II. während seines historischen Besuchs auf der Insel im Januar 1998: „Verliert nicht die Hoffnung angesichts des Mangels an materiellen Mitteln für die Mission und angesichts der Knappheit der Ressourcen, unter der ein großer Teil dieses Volkes leidet. Nehmt weiterhin die Einladung des Herrn an, für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu arbeiten, alles andere wird euch hinzugeschenkt werden.“ In diesem Sinne haben Schwester Isabel und Schwester Leonida Projekte wie den Kindergarten „Amiguitos de Sancha“ ins Leben gerufen, in dem sie vierzehn Kinder im Alter von ein bis vier Jahren aus benachteiligten Familien betreuen, deren Mütter arbeiten müssen und niemanden haben, der auf sie aufpasst. Zu ihrer Arbeit gehört auch die Begleitung der jungen Eltern und Großeltern der Kleinen, einer Gemeinde von 78 Personen.

Camagüey leidet, aber die Schwestern bleiben.

Wo das Nötigste fehlt, kann Ihre Spende Wunder wirken

Zeugnisse der Hoffnung: Wie die Schwestern Herzen bewegen

Gladys, die im Kindergarten der Schwestern arbeitet, sagt, dass sie durch die Zusammenarbeit mit ihnen „gelernt habe, zu vergeben, meine Mitmenschen mehr zu lieben, das Wenige, das ich habe, zu teilen und mich sicher zu fühlen, weil Gott, unser Vater, bei mir ist und mich niemals verlässt“. „Heute bin ich ein gläubiger Mensch, heute kann ich sagen, dass ich ein Leben habe, weil ich auf den Herrn vertraue … und ich verdanke es der Gnade, dass ich in das Leben der Schwestern gekommen bin und sie in meines“, erzählt sie.

Die Eltern von Diego und Beatriz betonen, dass die Schwestern „den Kindern Unabhängigkeit beibringen und die Familien integrieren“. Auch Roberto und Pilar, die Eltern von Alaia, sagen, dass sie ihnen „helfen, eine große Familie zu sein“. Ihre kleine Tochter, die erst seit sieben Monaten in der Kindertagesstätte ist, habe „eine große Veränderung durchgemacht, denn dort werden ihr Werte vermittelt, es wird ihr beigebracht, Gott zu lieben und zu respektieren, mit ihren Freunden zu teilen und selbstständig zu essen; seit sie in der Kindertagesstätte ist, spricht sie auch ein wenig mehr“.

Die Schwestern betreuen auch die Pfarre und geben Handarbeitskurse, um Programme zur menschlichen Entwicklung und Wertebildung zu fördern. Sie haben etwa 20 Koordinatoren für die Gesundheitsseelsorge ausgebildet, die sie bei Besuchen bei den Kranken begleiten, um jenen geistigen Beistand, Lebensmittel und Medikamente zu bringen. Wenn sie sich das Benzin oder die Fahrkarten leisten können, besuchen sie bedürftige Menschen, die weit entfernt wohnen, und erreichen so Orte, wo man Gott nicht kennt.

„Sie haben mir handwerkliche Tätigkeiten beigebracht und mir gezeigt, wie man den Herausforderungen des Lebens mit Freude und Stärke begegnet. Sie haben uns durch ihr Beispiel vorgelebt, was es heißt, den Glauben zu leben, die Ärmsten zu lieben, zu helfen, ohne etwas dafür zu erwarten, und alle Aktivitäten, die wir unternommen haben, haben mich mit Hoffnung und Liebe erfüllt“, versichert Lourdes, die nun als Krankenbesucherin mit den Schwestern zusammenarbeitet.

Ein Netz der Liebe – von Kindern bis zu Kranken

„Sie machen mir Mut, mit Glauben und Begeisterung zu leben“

„Ich habe meinen Mann nach 27 Jahren Ehe verloren, und es war sehr schmerzhaft, allein zu bleiben. Die Schwestern sind mir eine Stütze, sie begleiten mich, beraten mich und machen mir Mut“, erklärt Marlene. „Sie haben mich glücklich gemacht, indem sie mich zur Mission eingeladen haben, Kranke zu besuchen, denn das ermutigt mich, mit Glauben und Begeisterung zu leben“, fügt sie hinzu.

„Ich besuche die Kranken mit großer Freude und entdecke durch sie Gott, der in den Einfachen und Demütigen wirkt“, versichert Alicia, die seit zehn Jahren mit den Schwestern zusammenarbeitet. „Alles, was ich von den Armen und Entrechteten gelernt habe, verdanke ich ihnen“, gesteht sie.

Darüber hinaus begleiten die Ordensschwestern zehn Jugendliche und fünfzehn Heranwachsende spirituell und organisieren für sie regelmäßige Treffen, Workshops und Katechese. „Mit ihnen habe ich gelernt, wer sich in diesem Stückchen Brot verbirgt, was Exerzitien und eine Mission sind. Sie haben mich auf meinem Glaubensweg begleitet und mir stets Orientierung gegeben“, erklärt Anyelis aus der Jugendgruppe. „Die Schwestern von Sanchinas stehen für Einfachheit und sind Teil der kubanischen Geschichte. Sie zeigen mir, dass in der Armut und im Dienst an den Bedürftigsten die Freude am Dienen liegt, etwas, das ich als junge Kubanerin in meinem Land für unverzichtbar halte“, erklärt sie. Die 13-jährige Yénifer erzählt: „Ich habe sehr schwierige Zeiten durchgemacht und weder meine Eltern noch meine Geschwister haben mich verstanden. Ich war sehr rebellisch, aber durch die Teilnahme an den Gruppen, die von den Schwestern geleitet werden, habe ich gespürt, dass sie mich lieben, mich schätzen, mich unterstützen und mir helfen. Ich bin glücklich, weil sie mich motivieren, Jesus zu begegnen.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die Schwestern der Barmherzigkeit von Kardinal Sancha in den Diözesen Camagüey, Havanna und Santiago de Cuba, um die Präsenz der Kirche in den am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu stärken und die Fortsetzung der Arbeit dieser Ordensschwestern auf der Insel zu ermöglichen.

Im Februar 2024 hatten wir unsere Wohltäter um Hilfe für die Gefängnisseelsorge in der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador gebeten. Hier gibt es besonders viel Gewalt. In der Hafenstadt Guayaquil, die knapp drei Millionen Einwohner hat, ist die Gewaltrate besonders hoch. Vor allem junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren werden von kriminellen Gruppierungen rekrutiert.

Die Erzdiözese hat daher ein Seelsorgeprogramm ins Leben gerufen, um Straftätern eine Perspektive zu geben und ihnen zu helfen, auf den rechten Weg zurückzukehren. Priester und Laienmissionare engagieren sich für die Gefangenen und ihre Familien. Unsere Wohltäter haben 9.900 Euro gespendet, um dieses wertvolle Apostolat zu verstärken und die Ausbildung weiterer Seelsorger zu ermöglichen.

Maria Cristina Santa Cruz, die für die Gefängnisseelsorge der Erzdiözese Guayaquil zuständig ist, hat uns geschrieben: „Wir haben wunderbare Fälle von Bekehrungen unter den Häftlingen und auch unter den Beamten der Haftanstalten gesehen.“

Kommunionspendung bei einem Gefängnisgottesdienst.

„Wir sind Gott und Ihnen dankbar“

Und sie dankt allen, die geholfen haben: „Wir haben für Sie und für die Gefängnispastoral gefastet und gebetet. Wir sind Gott und Ihnen dankbar, dass wir Werkzeuge im Dienst an unseren Brüdern und Schwestern sein können, die von der Gesellschaft vernachlässigt und vergessen werden. Die Ausbildung von mehr Missionaren, sowohl Priestern als auch Laien, bedeutet, dass es mehr Personen gibt, die an dieser Pastoral, die Menschen verwandelt, mitwirken können.“

Ihre Hilfe hat den Ausbau der Gefängnisseelsorge in zehn Haftanstalten ermöglicht. Insgesamt profitieren mehr als 10 000 Menschen davon. Die Strahlkraft reicht weit über die Mauern der Gefängnisse hinaus. So wurde beispielsweise ein Chor gegründet, der aus weiblichen Häftlingen und den Kindern von Strafgefangenen besteht. Dieser wurde sogar zu einer städtischen Kulturveranstaltung eingeladen.

Maria Cristina Santa Cruz ist für die Gefängnisseelsorge der Erzdiözese Guayaquil in Ecuador zuständig.

Seelsorge in zehn Haftanstalten für 10 000 Menschen

Zudem nahmen Vertreter des Gefängnisseelsorgeprogrammes im September 2024 auch bei dem Eucharistischen Kongress in der Hauptstadt Quito teil und konnten dort Zeugnis ablegen. Auch bei viele weiteren Treffen und Veranstaltungen waren sie dabei, sodass die Gefängnisseelsorge von Guayaquil zu einem Beispiel für andere werden kann.

Die Pfarre von Koilamati liegt im Bundesstaat Assam im Nordosten Indiens. Die ca. 20.000 Einwohner gehören ethnischen Minderheiten an, vor allem dem Stamm der Karbi. Sie leben in kleinen Ansiedlungen in mit Stroh gedeckten Bambushütten.

Die Einwohner sind mehrheitlich Kleinbauern oder stellen traditionelle Holzschnitzereien oder Textilien für den Verkauf her. Die Lebensumstände sind karg, die meisten Familien essen nur zweimal am Tag etwas Reis mit Gemüse. Die Kindersterblichkeit ist hoch, Krankheiten wie die Malaria sind weit verbreitet.

Seit 2009 wird die Pfarre von Karmelitenpatres betreut. Derzeit sind drei Priester dort tätig. In 16 der 50 Dörfer auf dem Territorium der Pfarre leben Katholiken. Die Patres müssen nicht nur an Sonn- und Feiertagen, sondern auch an Werktagen abwechselnd in diese Dörfer gehen, um die Sakramente zu spenden, Kranke und Sterbende zu besuchen und den Menschen zur Seite zu stehen. Die Wege aber sind weit und gefährlich, denn das Gebiet ist bergig und mit Urwald bedeckt. Begegnungen mit Elefanten, Tigern, Nashörnern und anderen wilden Tieren sind eine große Gefahr. Zudem sind die Wege sehr schlecht, und manche der Ortschaften liegen hoch in den Bergen.

“Nun können unsere Mitbrüder diese schwierigen Wege bewältigen, die sie zu den Menschen bringen, die Gott ihrer Hirtensorge anvertraut hat.”

Die Patres brauchten dringend Hilfe, denn bislang hatten sie kein geeignetes Fahrzeug, und so war ihre Arbeit mehr als beschwerlich. Früher standen ihnen für ihre Pastoralbesuche zwei Motorräder zur Verfügung, diese waren aber durch die jahrelange Beanspruchung komplett abgenutzt und beschädigt. Sie wurden immer wieder repariert, aber inzwischen war die Grenze des Möglichen erreicht.

Pater Xavier Jayaraj, der Provinzobere der Karmeliten, hatte uns daher um Hilfe gebeten. Dank Ihrer Hilfe konnten die Patres nun zwei Motorräder anschaffen. Mit 1.090 Euro haben Sie dazu beigetragen. Pater Xavier schreibt: „Nur ein starkes Motorrad ist diesen steinigen unbefestigten Straßen gewachsen. Nun können unsere Mitbrüder diese schwierigen Wege bewältigen, die sie zu den Menschen bringen, die Gott ihrer Hirtensorge anvertraut hat. Danke für Ihre Liebe und dafür, dass Sie unsere Schwierigkeiten verstehen und unsere Bitte erfüllt haben. Dadurch wurde das Apostolat der Patres in Koilami bedeutend vereinfacht. Nun können sie schneller in den Dörfern ankommen und können mehr Zeit und Kraft dafür einsetzen, den Menschen zu dienen. Möge Gott Sie alle für Ihre Liebe und Ihre Fürsorge uns gegenüber segnen!“

KIRCHE IN NOT ruft Kinder, Jugendliche und Familien zur Teilnahme an der Gebetsaktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ auf. Ziel der Kampagne ist das Gebet um Einheit und Frieden. Die Aktion findet dieses Jahr erstmals am 7. Oktober statt, dem liturgischen Gedenktag „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“.
Kinder in Ghana nehmen auch heuer wieder an der Gebetsinitiative teil.

Kostenfreies Material zur Unterstützung

Für die Gestaltung stellt KIRCHE IN NOT ein kostenloses Faltblatt, Bewerbungsplakate und Fingerrosenkränze zur Verfügung, die auch in größerer Stückzahl bestellt werden können. Das Faltblatt enthält eine Anleitung zum Rosenkranzgebet, kindgerechte Betrachtungen zu den freudenreichen Rosenkranzgeheimnissen sowie eine Kinderweihe an die Gottesmutter. Die Materialien sind bei KIRCHE IN NOT kostenlos erhältlich unter: https://www.kircheinnot.at/shop.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, manche nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Wieder andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

Teilnehmende Gruppen und Einzelpersonen können sich auf der internationalen Kampagnenseite registrieren; dort gibt es auch Materialien zum Herunterladen.

Katholische Schulen organisieren Gebet

Österreichweit können sich Menschen am 7. Oktober dem Rosenkranzgebet entweder um 8.00 Uhr oder 14.00 Uhr anschließen, die von Radio Maria live übertragen werden. Um 8 Uhr beten die rund 150 Schüler des Stella Bildungscampus in Seebenstein den Rosenkranz und um 14 Uhr wird ein internationaler Kinderrosenkranz live ausgestrahlt. Die 3. und 4. Klassen der PVS St. Franziskus nehmen ebenfalls an der weltweiten Gebetsinitiative teil.

Die Kinder-Rosenkranzaktion ist 2005 in Venezuela entstanden; „Kirche in Not“ hat die weltweite Begleitung und Organisation der Aktion übernommen. Leitgedanke der Aktion ist ein Ausspruch des heiligen Paters Pio von Pietrelcina: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird sich die Welt verändern.“ Vergangenes Jahr wurden auf der Webseite über 1,2 Millionen Teilnehmer aus aller Welt registriert.

Der Vatikan sammelt die Geschichten von 1.624 Christen, die seit dem Jahr 2000 wegen ihres Glaubens ermordet wurden. In Rom wird eine ökumenische Gedenkfeier stattfinden – die Namen werden jedoch vorerst nicht veröffentlicht.

Eine vatikanische Kommission aus Historikern, Theologen und weiteren Fachleuten hat die Lebensgeschichten von mehr als 1.600 Männern und Frauen dokumentiert, die in den vergangenen 25 Jahren aufgrund ihres christlichen Glaubens getötet wurden. Unterstützt wurde sie dabei vom Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN), dessen Charisma eng mit dieser Aufgabe verbunden ist. Die nun vorgestellte umfassende Recherche knüpft an jene Arbeit an, die anlässlich des Heiligen Jahres 2000 auf Wunsch von Johannes Paul II. durchgeführt wurde.

Sri Lanka – Trauernde an der Gedenktafel der Opfer des Anschlags in Negombo 2019

Ihre Nächstenliebe stärkt verfolgte Christen –
jetzt Hoffnung schenken!

Ökumenische Feier in Rom am 14. September

Papst Leo XIV. hat Vertreter aller christlichen Konfessionen eingeladen, am Sonntag, dem 14. September, in der Basilika St. Paul vor den Mauern an einer ökumenischen Wortgottesdienstfeier teilzunehmen, um dieser „Zeugen des Glaubens” zu gedenken.

Die Kommission arbeitet seit Juli 2023, nachdem Papst Franziskus sie beauftragt hatte, die „Lebenszeugnisse bis hin zum Blutvergießen dieser unserer Schwestern und Brüder zu sammeln, damit das Gedenken an sie als von der christlichen Gemeinschaft gehüteter Schatz hervortreten kann”. Franziskus betonte ausdrücklich, dass die Forschung nicht auf Katholiken beschränkt sein dürfe, sondern „auf alle christlichen Konfessionen ausgedehnt werden“ müsse: „Wir sind ihnen allen zu großem Dank verpflichtet und dürfen sie nicht vergessen”.

Mehr Märtyrer als je zuvor

Der Vorsitzende der Kommission, Erzbischof Fabio Fabene, erinnerte bei der Vorstellung der Ergebnisse daran, dass „das Martyrium zu allen Zeiten der Kirche existierte, doch heute vielleicht mehr Menschen als je zuvor ihr Leben hingeben, um die Botschaft Christi nicht zu verleugnen“. Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant’Egidio und stellvertretender Vorsitzender, erklärte, Ziel der Arbeit sei es, „ihre Erinnerung wachzuhalten, damit die Namen derer, die für den Glauben gestorben sind, nicht verloren gehen.“

Um die Daten zu vervollständigen, wandte sich die Kommission an Bischofskonferenzen, Ordensgemeinschaften und kirchliche Einrichtungen weltweit. Zudem wurden geprüfte Medienberichte herangezogen. Nach anderthalb Jahren intensiver Arbeit konnten 1.624 Fälle von Christen aller Konfessionen bestätigt werden, die zwischen 2000 und 2025 wegen ihres Glaubens getötet wurden: 643 in Subsahara-Afrika, 357 in Asien und Ozeanien, 304 in Amerika, 277 im Nahen Osten und in Nordafrika sowie 43 in Europa.

Riccardi betonte jedoch, dies sei „keine endgültige Zahl, da das Martyrium nie vollständig zu erfassen ist, vor allem nicht in entlegenen Regionen.”

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Begräbnis nach einem Anschlag in Burkina Faso.

Regionale Unterschiede der Verfolgung

Die Umstände dieser Todesfälle unterscheiden sich je nach Region: „Viele der Glaubenszeugen in Amerika starben durch kriminelle Organisationen oder Drogenkartelle, andere, weil sie sich gegen Umweltzerstörung und Ausbeutung natürlicher Ressourcen wehrten. Die Präsenz von Christen als ehrliche Menschen, die das Gesetz und das Gemeinwohl respektieren, stört diejenigen, die kriminelle Aktivitäten ausüben wollen“, erklärt Riccardi. Die Zahl von 357 Getöteten in Asien und Ozeanien umfasse die 200 Menschen, die am Ostersonntag 2019 bei Bombenanschlägen auf katholische und protestantische Kirchen in Sri Lanka ums Leben kamen. Die Märtyrer in Afrika „wurden meistens von Dschihadisten oder wegen ihrer Rolle in ethnisch-politischen Konflikten getötet”.

Die Kommission entschied, vorerst keine vollständige Namensliste zu veröffentlichen, „bis die Zeit dafür reif ist“. Einige Beispiele wurden jedoch genannt: Die sieben anglikanischen Brüder der Melanesischen Bruderschaft, die 2003 vom Anführer einer Miliz gefoltert und getötet wurden, als sie versuchten, in einem lokalen Konflikt auf den Salomonen zu vermitteln; der irakische Priester Ragheed Ganni, der sich weigerte, seine Pfarre in Mossul zu schließen, und am 3. Juni 2007 von ISIS-Terroristen getötet wurde; der 10-jährige Abish Masih, der 2015 bei einem Bombenanschlag auf eine Kirche in Youhanabad, Pakistan, getötet wurde; die 21 koptischen Märtyrer, die im Februar 2015 an der libyschen Küste enthauptet wurden und von Papst Franziskus in das Römische Martyrologium aufgenommen wurden; die vier Missionarinnen der Nächstenliebe, die in ihrem Kloster in Aden, Jemen, bei einem Anschlag auf das von ihnen betreute Altenheim von maskierten Männern getötet wurden; und Paul McAuley, ein Missionar der La Salle-Brüder im peruanischen Amazonasgebiet, der sich aktiv für den Schutz der indigenen Bevölkerung und der Umwelt einsetzte und 2019 in der Schule, in der er unterrichtete, tot und verbrannt aufgefunden wurde.

Gedenktafel von Märtyrern in Pakistan.

“Die Kirche ist bis heute eine Kirche der Märtyrer”

Riccardi resümierte: „Die Arbeit dieser Kommission und die ökumenische Feier am 14. September zeigen, dass die Kirche bis heute eine Kirche der Märtyrer ist und dass diese uns viel zu lehren haben. Wir sind Zeitgenossen dieser Menschen, denen wir in unserem Leben begegnen und die wir persönlich hätten kennenlernen können.“ Im Rahmen des Jubiläums der Hoffnung seien sie „Zeugen eines Gottes, der auch unter widrigen Umständen treu bleibt. Für die Kirche ist das Gedenken nicht bloß Trauer, sondern auch Hoffnung für die Zukunft.”

Regina Lynch, geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, unterstrich: „Diese Ergebnisse spiegeln die Erfahrungen unserer Arbeit vor Ort wider, wo wir Gemeinschaften helfen, die ständig existenziellen Bedrohungen ausgesetzt sind. KIRCHE IN NOT ist sehr stolz darauf, diesen Christen zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen, aber vor allem sind wir dankbar, von ihrem Zeugnis lernen zu dürfen, das unseren Glauben und den unserer Wohltäter jeden Tag stärkt.”

Als Papst Franziskus die Kommission im Jahr 2023 ins Leben rief, erklärte er: „Auch in unserer gegenwärtigen Zeit, in der wir einen Epochenwandel erleben, zeigen die Christen die Vitalität der uns einenden Taufe, und sie tun das auch in Lebensumfeldern, wo dies mit einem hohen Risiko verbunden ist. Denn nicht wenige sind es, die ihren Glauben bezeugen oder an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen, obwohl sie sich der Gefahren bewusst sind, in die sie sich begeben. Andere werden getötet, während sie sich bemühen, in der Nächstenliebe das Leben der Armen zu unterstützen, und sich derer annehmen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, oder die Gabe des Friedens und die Kraft der Versöhnung bewahren und fördern. Andere wiederum sind als Einzelne oder als Gruppe stille Opfer historischer Umbrüche.”

Die ökumenische Gedenkfeier, zu der die geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, eingeladen wurde, fällt mit dem liturgischen Fest der Kreuzerhöhung der katholischen Kirche zusammen.

Um bedrängten und verfolgten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Christenverfolgung

Im westafrikanischen Sierra Leone ist der katholische Gemeindepfarrer Augustine Amadu bei einem mutmaßlichen Raubüberfall ermordet worden. Die Tat ereignete sich lokalen Angaben zufolge am 30. August in der Pfarre „Unbefleckte Empfängnis“ in Kenema, dem Sitz der gleichnamigen Diözese im Südosten von Sierra Leone.

Wie die Polizei mitteilt, seien die Täter, die bislang noch nicht ermittelt werden konnten, über ein Fenster in das Pfarrhaus eingedrungen. Sie hätten Pfarrer Amadu zunächst einen Schlag auf den Kopf versetzt; laut Autopsiebericht ist der Geistliche erwürgt worden. Die Tat ereignete sich nur einen Tag vor der geplanten Abschiedsmesse des Seelsorgers, der in eine andere Pfarre wechseln sollte.

Der ermordete Pfarrer Augustine Amadu aus Sierra Leone. © Diözese Kenema

Schwerer Schlag für das sozial Gefüge in Sierra Leone

Pfarrer Amadu war ein Projektpartner von KIRCHE IN NOT (ACN); unser Hilfswerk hatte unter anderem den Bau des Pfarrhauses in Kenema unterstützt und ihn bei einer Projektreise im Jahr 2022 besucht. „Damals war die Gemeinde so begeistert, dass Pfarrer Amadu bald in das neue Pfarrhaus einziehen würde“, schildert Ulrich Kny, Projektleiter von KIRCHE IN NOT, seine Eindrücke.

In Sierra Leone sind verschiedenen Schätzungen zufolge 20 Prozent der acht Millionen Einwohner Christen; die Bevölkerungsmehrheit gehört dem Islam oder Naturreligionen an. Die interreligiösen Beziehungen in dem Land gelten als ausgezeichnet. Umso mehr zeigten sich auch Angehörige anderer Religionen geschockt über den jüngsten Mord. In einer Erklärung teilte der Interreligiöse Rat von Sierra Leone mit: „Pfarrer Amadu war ein Mann des Friedens, des Mitgefühls und des unerschütterlichen Engagements.“ Sein Tod sei ein schwerer Schlag für das soziale Gefüge in Sierra Leone. „Wir trauern um einen Diener Gottes, dessen Leben der Förderung der Einheit, Hoffnung und der moralischen Führung gewidmet war“, heißt es in der Erklärung.

In einer Kirche in Sierra Leone. © KIRCHE IN NOT
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In einer gemeinsamen Erklärung haben am Dienstag der lateinisch-katholische und der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem beide Kriegsparteien dazu aufgerufen, die Feindseligkeiten zu beenden und es den Familien auf beiden Seiten zu ermöglichen, dass die Wunden des Krieges heilen können.

Sowohl die katholischen als auch die griechisch-orthodoxen Geistlichen und Ordensleute in Gaza werden auf ihrem jeweiligen Pfarrgelände bleiben, um für all diejenigen zu sorgen, die trotz der jüngsten Evakuierungsbefehle bleiben wollen, während Israel eine Bodenoffensive unternimmt, um Gaza-Stadt unter Kontrolle zu bringen.

Der katholische Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa, und der griechisch-orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Theophilos III., betonten, dass jede Person, die in den Pfarrkomplexen lebe, zwar nach ihrem eigenen Gewissen entscheiden müsse, doch dass für viele die Evakuierung in den Süden des Gazastreifens den sicheren Tod bedeuten würde.

„Seit Ausbruch des Krieges sind der griechisch-orthodoxe Komplex St. Porphyrius und der [katholische] Komplex der Heiligen Familie Zufluchtsort für Hunderte von Zivilisten. Unter ihnen sind ältere Menschen, Frauen und Kinder. Im lateinischen Gebäudekomplex beherbergen wir seit vielen Jahren Menschen mit Behinderungen, die von den Schwestern der Missionarinnen der Nächstenliebe betreut werden,“ heißt es in der Erklärung.

Bei einem Gottesdienst in der Pfarrkirche Heilige Familie in Gaza-Stadt (Foto: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem).

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Geistliche und Ordensfrauen wollen bleiben

„Unter denjenigen, die innerhalb der Mauern der Pfarren Zuflucht gesucht haben, sind viele aufgrund der Strapazen der vergangenen Monate geschwächt und unterernährt. Gaza-Stadt zu verlassen und zu versuchen, in den Süden zu fliehen, käme einem Todesurteil gleich“, so die Patriarchen. „Daher haben die Geistlichen und Ordensschwestern beschlossen, zu bleiben und sich weiterhin um all diejenigen zu kümmern, die auf dem Kirchengelände bleiben werden.“

Die christlichen Führer verweisen auf Worte von Papst Leo XIV., um zu bekräftigen, dass die fortgesetzte Kampagne Israels gegen Gaza und das Beharren der palästinensischen Fraktionen, israelische Geiseln festzuhalten, keine Lösung sein können. „Es kann keine Zukunft geben, die auf Gefangenschaft, Vertreibung der Palästinenser oder Rache basiert. Wir schließen uns den Worten von Papst Leo XIV. von vor wenigen Tagen an: ‚Alle Völker, auch die kleinsten und schwächsten, müssen von den Mächtigen in ihrer Identität und in ihren Rechten respektiert werden, insbesondere im Recht, in ihrem eigenen Land zu leben; und niemand darf in ein erzwungenes Exil geschickt werden.‘“

Pater Gabriel Romanelli feiert die heilige Messe in der Pfarrkirche „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt. © Pfarre Heilige Familie

Appell an die internationale Gemeinschaft

Die Patriarchen rufen dazu auf, „diese Spirale der Gewalt zu durchbrechen, den Krieg zu beenden und das Gemeinwohl der Menschen in den Vordergrund zu stellen. Es gab genug Zerstörung, sowohl in den Gebieten als auch im Leben der Menschen. Es gibt keinen Grund, der es rechtfertigt, Zivilisten unter dramatischen Bedingungen gefangen zu halten oder als Geiseln zu nehmen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Familien aller Beteiligten, die so lange gelitten haben, einen Weg der Heilung einschlagen können.“

Als 2023 der Krieg in Gaza begann, suchten Christen Zuflucht auf den Grundstücken der katholischen und orthodoxen Pfarren, die nahe beieinander liegen. Derzeit leben etwa 550 Christen, gleichmäßig verteilt zwischen Katholiken und Orthodoxen, in der katholischen Pfarre der Heiligen Familie. Hinzu kommen mehr als 70 Menschen mit Behinderungen, die von den Missionarinnen der Nächstenliebe betreut werden. Weitere 150 Menschen leben im orthodoxen Pfarrkomplex. Sie rufen die internationale Gemeinschaft auf, „sich für ein Ende dieses sinnlosen und zerstörerischen Krieges und für die Rückkehr der Vermissten und der israelischen Geiseln einzusetzen“.

Die nach einem Raketenangriff beschädigte katholische Kirche in Gaza. (Foto: @lpj.org)

Mehrere hundert Menschen halten sich auf kirchlichen Grundstücken auf

Die katholische Pfarre ist nicht nur ein wichtiger Zufluchtsort für Christen, sondern auch für Tausende außerhalb des Geländes, denen es an Grundbedürfnissen mangelt und die Pfarre Unterkunft, Medikamente und Unterstützung bietet.

Seit Beginn des Krieges wurden etliche Christen getötet, zuletzt kamen Mitte Juli 2025 in der katholischen Pfarre durch einen israelischen Granatentreffer drei Menschen ums Leben und mehrere wurden verletzt.

Mehr als 12 000 Schülerinnen und Schüler in acht Ländern haben im abgelaufenen Schuljahr Stipendien von KIRCHE IN NOT erhalten. Darüber hinaus konnten 3895 Lehrerinnen und Lehrer mit Unterstützung des Hilfswerks weiterhin ihr Gehalt bekommen.

Neben den Stipendien hat das Hilfswerk auch bei der Ausstattung geholfen. So konnte in einer Schule in Südsudan die Anschaffung von Computern und Druckern ermöglicht werden. Auch der Bau von Schulgebäuden wurde gefördert, wie zum Beispiel für Kinder und Jugendliche in der irakischen Stadt Erbil oder für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso. Auch in Jordanien können 200 geflüchtete irakische Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung fortsetzen.

Eine Schulklasse im Libanon dankt für die Unterstützung von KIRCHE IN NOT.

KIRCHE IN NOT fördert 191 Schulen in Libanon

Die meisten Schul- und Bildungsprojekte hat KIRCHE IN NOT vor allem in Syrien und Libanon unterstützt. Allein in Libanon fördert das Hilfswerk 191 Schulen, die von mehr als 170 000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. Über 11 000 Personen, darunter Lehrer und Schüler, erhalten direkte Hilfe von KIRCHE IN NOT. In Syrien sind es mehr als 20 Schulen, die von einer Nothilfe durch das Hilfswerk profitieren. Unter anderem ist das Gehalt mehrerer hundert Lehrer dank Stipendien von KIRCHE IN NOT gesichert. Die Finanzierung richtet sich nicht nur an katholische Schulen, sondern auch an Schulen in orthodoxer Trägerschaft.

In Pakistan sind Schulen mit Solarzellen ausgestattet worden, um sich selbst zu versorgen und Energiekosten zu sparen. Außerdem finanzierte KIRCHE IN NOT ein Programm, um Kinder, die aus verschiedenen Gründen die Schule abgebrochen hatten, wieder dorthin zurückzubringen.

Auch wenn sich die meisten Aktivitäten im Bildungsbereich von KIRCHE IN NOT auf Kinder und Jugendliche konzentrieren, fördert das Hilfswerk auch fast 300 junge Erwachsene an der Katholischen Universität in Erbil mit Stipendien. Dort studieren Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam.

Schule für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso.

In vielen Ländern müssen Familien Schulgeld zahlen

Während in Österreich die Kinder und Jugendlichen eine kostenlose Schulbildung erhalten, ist es in den meisten Ländern üblich, Schulgeld zu bezahlen. Ohne die Unterstützung durch KIRCHE IN NOT hätten viele Familien die Schulgebühren nicht bezahlen können, und die Schulen wären nicht in der Lage gewesen, die Gehälter ihrer Lehrer zu zahlen. Mit der Unterstützung von Schulen in kirchlicher Trägerschaft wird nicht nur die Bildung aufrechterhalten. Sie soll insbesondere in Ländern, in denen die Zukunft der christlichen Gemeinschaft bedroht ist, auch Hoffnung geben, zu überleben und sich zu erneuern.

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KIRCHE IN NOT ermöglicht in diesem Jahr Ferienfreizeiten für rund 100 000 Kinder weltweit. Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche aus armen oder von Kriegen betroffenen Regionen. Allein in Libanon nehmen 43 000 Kinder an Feriencamps und anderen Aktivitäten teil, in Syrien sind es knapp 26 000.

Auch im Heiligen Land finden trotz des anhaltenden Krieges wieder Sommercamps statt. 350 arabischsprachigen und 100 hebräischsprachigen jungen Christen werden einige Tage der Entspannung und Freude ermöglicht. Auch in der Ukraine können in wieder mehr als 6000 Jugendliche an verschiedenen Ferienfreizeiten teilnehmen – weit entfernt von den täglichen Tragödien des Krieges.

Kinder- und Jugendfreizeit in Libanon.

Tage der Ruhe und des Glaubens

Im Mittelpunkt der Ferienlager stehen nicht nur Spaß, Spiel und Erholung, sondern auch das gemeinsame Gebet und Glaubensthemen. „Viele Kinder und Jugendliche wachsen in einem Umfeld auf, das von Gewalt und Hass geprägt ist“, sagte der Leiter der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT, Marco Mencaglia. „Die Möglichkeit, einige Tage der Ruhe zu verbringen und gemeinsam in Freude den Glauben zu leben, ist für viele die einzige Chance, Hoffnung zu schöpfen und seelische Wunden zu heilen.“

Seit vielen Jahren hilft KIRCHE IN NOT lokalen Diözesen und christlichen Organisationen bei der Planung und Durchführung von Jugendcamps. Neben den bereits genannten Ländern finden auch Sommerprogramme für Kinder und Jugendliche in Ägypten, Armenien, Belarus, Bulgarien, Georgien, Ghana, Indien, Kasachstan, Usbekistan und Venezuela statt.