
Die chinesischen Behörden haben ihre Kontrolle über alle Religionsgemeinschaften verstärkt und gehen zunehmend gegen nicht registrierte Gotteshäuser, Glaubensführer und religiöse Aktivitäten vor. Mitglieder des Klerus müssen der herrschenden Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) Treue schwören und „illegalen religiösen Aktivitäten Widerstand leisten“. Schätzungen zufolge sind mehrere Tausend Menschen wegen ihrer religiösen Überzeugungen inhaftiert.
Die KPCh fördert aktiv den Atheismus und rät Minder jährigen davon ab, irgendeine Religion auszuüben. Den 281 Millionen Mitgliedern der KPCh und ihrer Jugendorganisationen ist die Teilnahme an religiösen Aktivitäten verboten.
Katholizismus, Protestantismus, Islam, Buddhismus und Taoismus sind die einzigen anerkannten Religionen. Anhänger dieser Glaubensrichtungen müssen ihre Religion unter der Schirmherrschaft einer der staatlich anerkannten „patriotischen Vereinigungen“ ausüben. Nur Gruppen (zum Beispiel örtliche Gemeinden), die diesen fünf Religionen angehören, dürfen sich registrieren lassen, um öffentliche Gottesdienste abhalten zu können.
Der Besitz einer Bibel ist zwar nicht illegal, doch der Druck und die Verbreitung der Bibel werden von den Behörden eingeschränkt. Nicht autorisierte Ausgaben sind verboten.
Alle Religionsgemeinschaften sind verpflichtet, die Bemühungen der KPCh zur „Sinisierung“ – also die chinesische Formung gesellschaftlicher Kultur – aller religiösen Aktivitäten zu unterstützen, und von Religionsgemeinschaften wird erwartet, dass sie den Gläubigen eine patriotische Erziehung vermitteln.56 Kirchenführer und Gläubige, die sich weigern, sich der Agenda der Regierung anzuschließen, werden häufig schikaniert und können verhaftet werden.
Die KPCh hat außerdem ihren Griff um Hongkong verschärft58 und nationale Sicherheitsgesetze erlassen, die Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Religionsfreiheit in der Region geweckt haben.

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