Christenverfolgung in Nigeria - KIRCHE IN NOT Österreich
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Christenverfolgung in Nigeria

Christenverfolgung in Nigeria

In 12 der 36 Bundesstaaten des Landes wurde die Scharia eingeführt.

Nigeria belegte im „Global Terrorism Index 2024“ den achten Platz. Militante Fulani-Aufständische im Mittleren Gürtel begingen regelmäßig Massaker und andere gewalttätige Gräueltaten. Obwohl Boko Haram und Islamischer Staat Westafrikanische Provinz (ISWAP) in den nördlichen Regionen weiterhin aktiv sind, ist die Zahl der Angriffe zurückgegangen, was teilweise auf die Bemühungen der nigerianischen Streitkräfte zur Bekämpfung des Aufstands zurückzuführen ist.

Während auch Muslime Opfer von Gewalt werden, sind Christen überproportional häufig betroffen. Zahlreiche Entführungen und Morde an Kirchenpersonal wurden gemeldet. Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso von Kaduna sagte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass Entführer oft durch die Aussicht auf Lösegeldzahlungen motiviert seien.

Terrorakte von Fulani-Aufständischen wurden zeitlich auf christliche Feiertage gelegt. So stürmten beispielsweise militante Kämpfer an Heiligabend 2023 mehrere christliche Dörfer im Bundesstaat Plateau und töteten Hunderte Menschen. Auch am Ostermontag 2024 schlugen sie zu und ermordeten zehn Christen, darunter eine schwangere Frau und ihr ungeborenes Baby. Zu den Motiven dieser Terroranschläge gehören offenbar Gebietsgewinne, islamistischer Dschihadismus und ethnische Spannungen. Die vorherrschende politische und mediale Erzählung tendiert jedoch dazu, den Klimawandel und gesellschaftliche Spannungen als Hauptgründe für die Gewalt anzuführen und jeglichen religiösen Aspekt zu ignorieren – obwohl es Beweise dafür gibt, dass Fulani-Rebellen von der dschihadistischen Gruppe Boko Haram ausgebildet wurden.

Im Berichtszeitraum hat die nigerianische Bundesregierung keine sinnvollen Maßnahmen ergriffen, um Angriffe extremistischer Fulani-Gruppen zu verhindern. Die Behörden reagieren oft langsam auf Massenmorde, und Angreifer werden selten identifiziert und zur Rechenschaft gezogen.

Obwohl Christen fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung ausmachen, werden die Bewohner der nördlichen Regionen politisch von der muslimischen Mehrheit dominiert und sind in Schulen, Universitäten und am Arbeitsplatz religiöser Diskriminierung ausgesetzt. In 12 der 36 Bundesstaaten des Landes wurde die Scharia eingeführt, und mehrere Personen wurden festgenommen, nachdem sie der Blasphemie beschuldigt wurden.


Einwohner

228 Millionen

Religionszugehörigkeit

46,3 % Christen
47,1 % Muslime
6,2 % Ethno-religiöse Gruppen
Detaillierte Informationen zur Religionsfreiheit in Nigeria und der aktuellen Situation im Land finden Sie in unserem Bericht “Religionsfreiheit weltweit” und in unserer Broschüre “Verfolgt und vergessen”, die Sie in unserem Shop kostenlos bestellen können.

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