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Dinajpur ist eine der ärmsten der acht Diözesen in Bangladesch. Katholiken bilden wie überall in dem mehrheitlich muslimischen Land nur eine winzige Minderheit an der Bevölkerung. Die meisten Gläubigen gehören ethnischen Minderheiten an. Sie sind doppelt benachteiligt: wegen ihres christlichen Glaubens und wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Sie werden diskriminiert und sind oft sogar tätlichen Übergriffen ausgesetzt. Nur die Kirche kümmert sich um sie und verhilft ihnen zu einem Leben in Würde. Und der Glaube ist den Menschen sehr wichtig. Sie nehmen aktiv Teil am Leben der Kirche.
Bischof Sebastian Tudu weihte das Pfarrhaus unter großer Beteiligung von Priestern, Schwestern und Gläubigen ein. Es war ein großes Fest, und es herrschte große Freude.

Die Christ-Königs-Pfarre von Nijpara soll bald geteilt werden. Ihrer Unterpfarre mit Sitz in Singra gehören zwanzig Dörfer an. Bald soll sie zu einer eigenständigen Pfarre erhoben werden, in der zwei oder drei Priester die Gläubigen betreuen. Aber es gab ein großes Problem: Es gab kein geeignetes Haus, in dem die Priester wohnen können und in dem Platz für weitere für die Arbeit der Pfarre notwendige Räumlichkeiten wäre, so beispielsweise das Büro und Unterbringungsmöglichkeiten für Gäste.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 30.000 Euro gespendet haben, konnte ein solches Pfarrhaus errichtet werden. Bischof Sebastian Tudu weihte es an Ostern unter großer Beteiligung von Priestern, Schwestern und Gläubigen ein. Es war ein großes Fest, und es herrschte große Freude. Pfarrer Peter Soreng schreibt uns: „Es ist großartig, dass die Gemeinde nun die Möglichkeit hat, von diesem Zentrum aus geistlich betreut zu werden. Die Gemeinde der Gläubigen ist Ihnen dankbar und betet für Sie alle.“

Sonka ist das ärmste und abgelegenste der 35 Dörfer, die zu der Pfarre Nijpara in der Diözese Dinajpur gehören. Es liegt 20 Kilometer vom Sitz der Pfarre entfernt. Zwanzig katholische Familien leben dort. Sie sind tiefgläubig und nehmen aktiv am kirchlichen Leben teil.

Bislang gab es aber ein Problem: Das Dorf hatte nur eine alte aus Lehm gebaute Kapelle, die durch Regen und andere Witterungseinflüsse unbenutzbar geworden war. Außerdem war sie viel zu klein für die Gläubigen gewesen. Die Gläubigen hatten sich schon lange eine neue Kapelle gewünscht, um sich dort zum Gebet und zur Heiligen Messe versammeln zu können. Aber die meisten Einwohner von Sonka sind arm und leben von der Hand in den Mund. Viele sind Tagelöhner und schaffen es kaum, ihre Familien zu ernähren. Sie konnten daher nicht die Mittel für den Bau aufbringen.

Die Gläubigen hatten sich schon lange eine neue Kapelle gewünscht, um sich dort zum Gebet und zur Heiligen Messe versammeln zu können.

Daher hatte sich der Pfarrer vertrauensvoll an KIRCHE IN NOT gewandt und hatte uns um Hilfe gebeten. Ihr habt ihn und seine Gläubigen nicht im Stich gelassen und habt 11.429 Euro für den Bau einer neuen Kapelle gespendet. Dank Eurer Hilfe konnte sie inzwischen eingeweiht werden. Der Jubel in der Gemeinde war groß, und die Menschen nehmen jetzt noch häufiger an den Gottesdiensten teil.

Pfarrer Narayan Singh schreibt uns: „Die Gläubigen von Sonka sind überglücklich, die neue Kapelle in ihrem Dorf zu sehen. Es ist großartig für sie, eine gute Atmosphäre für das Gebet und die Liturgie zu haben. Die Gemeinde ist Ihnen sehr dankbar und betet für Sie alle.“

Schon lange haben sich die Gläubigen in dem Dorf Noyanagar eine neue Kapelle gewünscht. Denn die winzige Lehmkapelle, die sie vor fast 30 Jahren selbst errichtet hatten, ist viel zu klein für die wachsende Gemeinde. Außerdem haben die Mauern Risse, und auch durch das Dach dringt der Regen ein. In der Regenzeit ist es nicht möglich, dort Gottesdienste abzuhalten. Die Pfarrkirche ist aber elf Kilometer weit entfernt. Der Fußmarsch ist zu weit.

Die Einwohner gehören zu dem Volksstamm der Sandal, der ursprünglich einer Naturreligion angehört. Aber die meisten Menschen in dem Dorf sind schon lange katholisch. Sie sind sehr arm und leben nur von der Hand in den Mund, sie sind aber zufrieden mit dem wenigen, was sie haben, und danken Gott dafür. Sie stehen sehr stark im Glauben und nehmen intensiv am kirchlichen Leben teil. Die liturgischen Feste werden mit tiefer Andacht gefeiert.

„Den Wohltätern, die ein freundliches Herz haben und uns ihre hilfreiche Hand ausstrecken, um diese Kapelle zu bauen, wird die gläubige Gemeinde von Noyanagar immer dankbar sein“, schreibt Pater Narayan Singh.

Dafür brauchen sie aber ein geeignetes Gotteshaus. Bislang konnten sie jedoch die notwendigen Mittel dafür nicht aufbringen. Aber unsere Wohltäter haben sie nicht im Stich gelassen: 10.500 Euro sind zusammengekommen, damit die Gemeinde in Noyanagar eine bescheidene, aber solide Kapelle errichten können. Die Freude ist riesig, und die Menschen aus der Gemeinde helfen beim Bau mit. Schon jetzt können sie es kaum erwarten, dass das Gotteshaus endlich fertig wird!

“Es wird eine große Freude für die Gläubigen und die ganze Gemeinde des Dorfes Noyanagar sein, in Ruhe beten zu können. Sie werden den christlichen Werten mehr zugetan sein. Die Sonntagsmesse und die anderen Andachten werden fruchtbarer sein. Den Wohltätern, die ein freundliches Herz haben und uns ihre hilfreiche Hand ausstrecken, um diese Kapelle zu bauen, wird die gläubige Gemeinde von Noyanagar immer dankbar sein“, schreibt Pater Narayan Singh.

Herzlichen Dank allen, die geholfen haben!

Christliches Ehepaar wegen ihres Glaubens im Krankenhaus – Razzaq (40) ist Journalist, Hühnerzüchter und war viele Jahre lang der einzige Christ in seiner Familie. Erst kürzlich beschloss auch seine Frau Rahima (30), Jesus zu folgen. Am 2. April fand ihre Taufe statt. Doch ihr mutiger Schritt war offenbar der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Schon am nächsten Tag entlud sich der aufgestaute Zorn von Razzaqs Familie über den beiden.

Nachbarn verhindern Schlimmeres

Am Mittwoch, den 3. April, um die Mittagszeit drang Razzaqs jüngster Bruder Abdur Rashid zusammen mit einigen Freunden ohne Vorwarnung in das Haus seines älteren Bruders ein. Die Angreifer trugen selbstgefertigte Waffen bei sich und begannen, damit auf Razzaq einzuprügeln. Rahima versuchte, ihren Mann zu beschützen, aber auch sie wurde verprügelt. Erst als Nachbarn die Hilfeschreie hörten und den beiden zu Hilfe eilten, konnte der Angriff gestoppt werden. Das Ehepaar erlitt ernste Verletzungen und wurde in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, wo es drei Tage lang bleiben musste.

„Wir fühlen uns in diesem Haus nicht sicher“

Razzaq und Rahima leben im Dorf Elongipara, Kushtia District, im Westen von Bangladesch. Razzaqs zwei Brüder und drei Schwestern sind sehr wütend auf ihren älteren Bruder, seit sie erfahren haben, dass er zum christlichen Glauben übergetreten ist, sich mit anderen Christen trifft und regelmäßig an Seminaren teilnimmt. Nach dem Tod ihres Vaters verschlimmerte sich die Situation weiter. Die Geschwister versuchten, das Land der Familie allein unter sich aufzuteilen und Razzaq seine Rechte und sein Erbe zu entziehen.

Das Haus der beiden Christen steht auf demselben Grundstück wie das von Razzaqs Geschwistern. Er und Rahima brauchen unsere Gebete. Sie sagten: „Wir fühlen uns in diesem Haus nicht sicher.“

Immer mehr Konvertiten, immer stärkerer Druck

In Bangladesch nimmt die Zahl von Christen muslimischer Herkunft stetig zu. Für diese Konvertiten zieht ihre Entscheidung jedoch allerlei Einschränkungen und Schwierigkeiten durch islamistische Gruppen, lokale religiöse Leiter und ihre eigenen Familien nach sich. Überall im Land werden „Fatwas“ (islamische Rechtsgutachten) umgesetzt, besonders in ländlichen Gegenden. Gleichzeitig mehren sich die Rufe nach der Einführung des Scharia-Rechts, um die Zugehörigkeit zum „Haus des Islam“ nach außen deutlich zu machen. 

*Name geändert (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS/wikipedia)

Am 20. Jänner griff ein Mob unter der Führung eines muslimischen Nachbarn das Haus von Nasima Begam und ihrem Mann Azgar Ali in dem Bezirk Kurigram an. Die beiden flohen mit ihren kleinen Kindern und müssen sich seitdem verstecken, da die Verfolger gedroht haben, sie zu töten.

„Wir bringen euch auf der Stelle um!“

Nasima Begam und Azgar Ali fanden vor etwa 10 Jahren zum Glauben an Jesus Christus. Seitdem haben sie vielen Menschen das Evangelium von der Liebe Gottes weitergegeben. Infolgedessen wurde eine Gemeinde in der Nähe ihres Hauses gegründet, die regelmäßig Gottesdienste in einem eigenen Gebäude feierte. Doch schon seit dem Tag ihrer Bekehrung verfolgt ein Nachbar, Afan Ali, die Familie der beiden. „Er drohte damit, uns zu töten, wenn wir nicht unseren Glauben an Christus aufgeben und zum Islam zurückkehren“, sagt Nasima. Trotz dieser Bedrohung und der Ächtung durch die Dorfgemeinschaft hielten sie unerschütterlich an ihrem Glauben fest.

Am 20. Januar 2019 um kurz nach Mitternacht tauchte plötzlich ein Mob, angeführt von Afan, vor dem Haus der Familie auf. Sie griffen die Christen mit Sicheln und Beilen an und riefen: „Verjagt die Christen!“ und „Wir bringen euch auf der Stelle um!“ Aus Angst um ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder flohen Nasima und Azgar aus dem Gebiet.

Alle Spuren der Christen sollen beseitigt werden

Die Verfolger durchsuchten die Kirche und ihr Haus und zerstörten alles, was sie fanden – Bibeln, Liederbücher und andere christliche Materialien. Sie rissen auch das Haus vollständig ein und verwandelten das Land in einen Acker, den sie umgehend bepflanzten. Alle Spuren der Christen wurden beseitigt, um zu verhindern, dass die Familie jemals nach Hause zurückkehren würde. Ein lokaler Mitarbeiter von Open Doors kommentierte die Entwicklung mit den Worten: „Das ist absolut schockierend! Es gibt dort kein Zeichen mehr vom Haus, nur noch Mais.“ Unterdessen haben sich Nasima und Azgar hilfesuchend an die Polizei gewandt. Dennoch bleiben sie vorerst versteckt, denn die Verfolger suchen weiter nach ihnen. (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS/wikipedia)

„In Bangladesch findet ein ständiger Kampf gegen Minderheiten statt.“ Bischof Bejoy Nicephorus DʼCruze ist klein an Statur, aber er hat ein großes Herz. Er lächelt selbst dann noch, wenn er über die Schwierigkeiten seiner Aufgabe berichtet. Und das sind viele. Der 62-Jährige leitet die Diözese Sylhet im Norden Bangladeschs. Die Region gehört zu den ärmsten des Landes. Die Mehrheit der Bevölkerung muss mit weniger als einem Euro am Tag auskommen. Hinzu kommen religiöse Spannungen: Im Land bekennen sich über 90 Prozent der Einwohner zum sunnitischen Islam. Nur etwa 0,5 Prozent sind Christen. Seit einigen Jahren greift ein militanter Extremismus gegen religiöse Minderheiten wie Hindus und Christen um sich. Weltweite Aufmerksamkeit bekam die kleine christliche Minderheit Bangladeschs, als Papst Franziskus das Land im vergangenen Dezember besuchte.

Im Gespräch mit Josué Villalón von „Kirche in Not“ Spanien erklärt Bischof DʼCruze, warum auch Hindus in Bangladesch ein Interesse am Bau christlicher Kirchen haben und wie der Papstbesuch den interreligiösen Dialog wieder in Gang gesetzt hat.

„Kirche in Not“: Bischof DʼCruze, wie sind die Lebensbedingungen in Ihrer Diözese?

Bischof Bejoy Nicephorus DʼCruze: Mein Bistum Sylhet wurde erst 2011 gegründet. Ich bin der erste Bischof. Anfangs hatte ich noch nicht einmal ein eigenes Haus. Ich lebte zur Miete bei Muslimen. Ich konnte dort weder die heilige Messe feiern, noch durfte ich Zusammenkünfte für Christen abhalten. Ich feierte oft heimlich die Messe, manchmal zusammen mit den Priestern meiner Diözese.

Das heißt also, Sie konnten Ihren Bischofsdienst kaum ausüben?

Als Bischof wurde ich zu einer Person ohne Land, ohne Zuhause, ohne Auto. In meinen ersten beiden Amtsjahren bin ich mit dem Bus oft hunderte Kilometer weit zu den Gemeinden gefahren. Ich kam nie pünktlich an, weil man in Bangladesch oft stundenlang auf die öffentlichen Verkehrsmittel warten muss. Ich habe weder eine Bischofskirche noch ein Pastoralzentrum. Seit einiger Zeit versuche ich Bauland zu finden. Aber das ist sehr teuer. Denn Bangladesch ist ein sehr kleines Land, hier leben aber über 165 Millionen Menschen!

Was braucht Ihr Bistum am dringendsten?

Neben den Mitteln für unseren Dienst an den armen Menschen brauchen wir vor allem eine Kirche, damit die Menschen sehen, dass es hier eine christliche Präsenz gibt. In der Stadt Sylhet leben 300 000 Muslime, aber auch immerhin 1500 Christen. Dank der Hilfe von „Kirche in Not“ können wir bald die erste Kirche einweihen. Wir werden sie nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch für Versammlungen, Religionsunterricht und verschiedene Angebote für Erwachsene und Kinder nutzen. Und unsere Kirche wird auch ein ökumenisches Zentrum sein: Hier in Sylhet gibt es sechs protestantische Gemeinden. Auch sie haben keinen Raum. Wir unterhalten sehr gute Beziehungen. Wir werden unsere Kirche also auch für die anderen Konfessionen öffnen.

Wie steht die muslimische Mehrheit zum Bau einer Kirche?

Meine jahrzehntelange Erfahrung ist: Wenn Muslime in der Mehrheit sind, wollen sie nicht, dass es unter ihnen Angehörige anderer Religionen gibt. In Bangladesch findet ein ständiger Kampf gegen die Minderheiten statt: gegen Hindus, Buddhisten und Christen. Es kommt zu vielen Diskriminierungen: Zum Beispiel bekommen in einigen Städten Christen nur schwer eine Baugenehmigung, oder sie werden bei der Vergabe von Arbeitsplätzen benachteiligt. Die katholische Kirche stellt für alle Minderheiten eine große Hoffnung dar – denn wir setzen uns auch für deren Schutz ein. Obwohl wir eine sehr kleine Gemeinschaft sind, haben wir großen Einfluss, zum Beispiel im Bildungs- und Gesundheitswesen. Deshalb werden wir Christen auch im Großen und Ganzen respektiert. Es gab wenig Protest gegen den Kirchenbau – nur von besonders radikalen Muslimen.

In den vergangenen Jahren gab es wiederholt islamistische Angriffe auf Christen und andere Minderheiten. Einige hat der sogenannte „Islamische Staat“ für sich beansprucht. Nimmt der Radikalismus zu?

Die fundamentalistischen Gruppen in Bangladesch sind noch klein, aber stark. Im November 2015 wurde zum Beispiel ein Missionar, der auch als Arzt gearbeitet hat, niedergestochen. Er ist auch jetzt, über zwei Jahre später, noch schwer gezeichnet. Ich selber habe kurz vor Weihnachten eine „herzliche“ Nachricht von den Fundamentalisten bekommen: „Bischof, bereite dich vor, wir werden dich töten.“ Es ist jedoch nichts passiert.

Ende 2017 hat Papst Franziskus Bangladesch besucht. Hat das etwas verändert?

In meiner Diözese und im ganzen Land verzeichnen unsere Gemeinden seither einen verstärkten Zulauf. Auch die interreligiösen Beziehungen sind noch intensiver geworden. Darüber freue ich mich – genauso wie über die verstärkte Hilfe aus dem Ausland, die wir bekommen.

Die Sorge um die von der Regierung für die christlichen Gemeinden veranlassten Sicherheitsmaßnahmen “beeinträchtigen die Beziehungen zwischen den Menschen verschiedener Religionen”, so der neue Weihbischof von Dacca, Shorot Francis Gomes, der am Studienseminar der Kongregation für die Evangelisierung der Völker für neu ernannte Bischöfe in Rom teilnimmt.  „Bisher hatten Muslime, Christen und Hindus insbesondere in den Dörfern und in den ländlichen Gebieten problemlos zusammengelebt. Heute hat sich der Verdacht eingeschlichen und die Menschen sind vorsichtiger geworden“, so der Bischof weiter, Wenn man einen Menschen nicht kennt, der sich einer Kirche nähert, dann fragt man sich sofort, um wen es sich da wohl handelt und was er dort will“.

Am vergangenen 1. Juli starben bei einem Attentat in Dacca insgesamt 20 Personen. “Wir waren auf ein derart brutales Attentat nicht gefasst”, so Bischof Shorot Gomes, “Es stimmt zwar, dass es in den vergangenen zwei Jahren Anzeichen für eine wachsende Bedrohung durch Extremisten gegeben hatte und einzelne Aktivisten oder Religionsvertreter ermordet worden waren, doch das Attentat von Dacca war für alle ein Schock. Die Regierung hat die tatsächliche Bedrohung unterschätzt, heute nimmt man sie ernst“.

„Für alle Religionsgemeinschaften und insbesondere für Tempel und Kirche religiöser Minderheiten und Moscheen wurden strengere Sicherheitsmaßnahmen veranlasst. Außerdem fordert die Regierung uns auf, selbst zu handeln und insbesondere in Dörfern Wachposten aufzustellen, was wir vielerorts auch veranlasst haben”, so der Bischof.

“Zweifelsohne”, so Bischof Shorot Gomes abschließend, “wollen Splittergruppen das Zusammenleben und die Stabilität stören. Kirche und Zivilgesellschaft, darunter auch viele Muslime haben Anfang August bei einer großen öffentlichen Kundgebung in Dacca ihren Widerstand gegen den Terrorismus kund getan und für Frieden und Harmonie demonstriert. Das wird auch künftig die Priorität der kleinen katholischen Gemeinschaft in Bangladesch sein“. (Quelle: Fidesdienst)

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka haben Hunderte Christen öffentlich gegen Diskriminierung protestiert. Auslöser war die Vergewaltigung einer jungen christlichen Lehrerin, berichtet der Informationsdienst „Asia News“. Es handelt sich um eine 26-Jährige, die aus Scham anonym bleiben wollte. Sie unterrichtet an der Majibnagor Amrokanon Schule in Khulna im Südwesten des Landes. Mitte Mai reiste die Katholikin für eine Prüfung in die Stadt Kushtia. Begleitet wurde sie vom muslimischen Direktor der Schule, Shariful Islam. Die Nacht verbrachten die beiden in einem Hotel in zwei Einzelzimmern. Am nächsten Morgen soll Islam aber zusammen mit einem Bekannten in das Zimmer der jungen Frau eingedrungen sein und sie vergewaltigt haben. Beide drohten ihr, ein Video der Tat ins Internet zu stellen, sollte sie jemandem davon erzählen. Der Generalsekretär der Christlichen Vereinigung Bangladeschs, Nirmal Rozario, verurteilte die Tat und forderte Polizei und Justiz auf, für Gerechtigkeit zu sorgen: „Wir wollen, dass die Täter bestraft werden.“ Von den 160 Millionen Einwohnern des südasiatischen Landes sind rund 90 Prozent Muslime. Der Anteil der Christen beträgt 0,3 Prozent. (Quelle: idea, Bild: TUBS)

Am 22. März wurde Hossain Ali, ein 68-jähriger Christ mit islamischem Hintergrund, auf dem Weg nach Valacopa im Distrikt Kurrigram im Norden Bangladeschs von drei Männern auf Motorrädern angegriffen. Die drei Männer stachen mit Messern auf ihn ein und brachten ihn so um. Hossein Ali verliess 1999 den Islam und folgte Jesus nach. Durch sein Zeugnis fanden zwei weitere muslimische Familien in seiner Nachbarschaft zum Glauben und vor zwei Jahren startete er in seinem Haus eine Hausgemeinde. Dies erzürnte einige Islamisten aus der Gegend und so wurde er mehrmals bedroht und unter Druck gesetzt zum Islam zurückzukehren. Hossein Ali hinterlässt seine Frau, einen Sohn und drei Töchter. (Quelle: Barnabasfund, Bild: TUBS)

In Bangladesch haben Unbekannte einen Christen auf offener Straße brutal ermordet. Bei dem Opfer handelt es sich um den 68-jährigen Hossain Ali. Er befand sich auf seinem täglichen Morgenspaziergang durch Kurigam im Norden des Landes, als sich die Täter ihm näherten und ein Messer in den Hals rammten. Laut Polizei war der Überfallene sofort tot. Bei den Angreifern soll es sich um mindestens zwei Männer gehandelt haben. Nach der Tat warfen sie einen Molotowcocktail auf die belebte Straße, um Panik zu verbreiten. Dann flohen sie auf einem Motorrad. Das Opfer war nach Angaben von Polizeichef Tobarak Ullah 1999 zum Christentum übergetreten. Ob es sich bei den Angreifern um radikale Muslime handelte, sei noch unklar. Allerdings erinnerten die Umstände des Mordes an Attacken militanter Islamisten, so Ullah. Wie die Online-Zeitung „Christian Today“ (London) berichtet, soll sich Hossain Ali der Gefahren bewusst gewesen sein, denen er als Konvertit ausgesetzt war. „Er betete häufig: Herr, sie verstehen es nicht. Vergib ihnen!“, zitiert das Blatt einen Bekannten. In den vergangenen Monaten ist es im mehrheitlich muslimischen Bangladesch wiederholt zu Übergriffen auf Christen, Hindus und andere religiöse Minderheiten gekommen. Zu einigen Taten bekannte sich die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS). Von den 160 Millionen Einwohnern des südasiatischen Landes sind rund 90 Prozent Muslime. Die Zahl der Christen beträgt 1,2 Millionen. (Quelle: idea, Bild: TUBS)

Die Lage in Bangladesch bleibt angespannt und der für Missionare erforderliche Personenschutz “beeinträchtigt zum Teil die Ausübung der Seelsorgearbeit”, so das Päpstlichen Institut für die Aussenmissionen (PIME) in einer Verlautbarung. Drei Monate nach dem Anschlag auf Pater Piero Parolari, wurde am vergangenen 21. Februar im Nordwesten des Landes ein hinduistischer Priester ermordet. In einem Bekennerschreiben, das noch nicht geprüft werden konnte, bestätigen die Attentäter eine Verbindung zum IS. Die Missionare werden unterdessen von Polizeibeamten bewacht, wenn sie unterwegs sind, die ihnen manchmal auch empfehlen sich nicht fortzubewegen: “Sollten die Restriktionen noch strenger werden, dann müssen wir vielleicht überlegen, ob wir die Region nicht ganz verlassen”, so ein Missionar.

Weniger besorgniserregend ist die Lage nach Ansicht des PIME in Dacca und Umgebung. Obschon die Polizei auch in dem im Nordwesten der Hauptstadt gelegenen Stadtviertel Mirpur bewaffnetet Fundamentalisten aufdecken konnte, die einen Anschlag auf zwei Kirchen im Stadtviertel planten. Im Allgemeinen sei das soziale Klima im Land “Anlass zur Sorge”, und “vor allem Minderheiten empfinden sich als Zielscheibe”, heißt es in der Verlautbarung des PIME: “Auf der einen Seite versucht die Regierung Gewalt zu unterdrücken und Schutz zu leisten, doch auf der anderen Seite werden Vorfälle bagatellisiert”.

Bangladesch gehört zu den ältesten Missionen des Päpstlichen Institutes für die Außenmission (PIME): die ersten Missionare kamen 1855 auf den indischen Subkontinent. Heute sind 29 Missionare des PIME in drei Diözesen im ganzen Land tätig (Dacca, Dinajpur und Rajshashi), wo sie in der Seelsorge, im Bildungswesen und in sozialen Einrichtungen tätig sind.

“Nach dem Anschlag auf den italienischen Missionar Piero Parolari vom Päpstlichen Institut für die Außenmissionen (PIME), bewacht die Polizei die Missionen Dinajpur und wir dürfen uns nur mit Personenschutz fortbewegen. Dies ist unangenehm und wir hoffen, dass es nicht allzu lange andauern wird, so Pater Franco Cagnasso, vom PIME in Bangladesch. “Dieser Angriff war kein Einzelfall”, so der Missionar weiter, “und man will wahrscheinlich zur Destabilisierung der Regierung beitragen, in dem man Ausländer angreift, die in Bangladesch leben. Es ist teil der Verschlechterung der Lage. Das Jahr hat bereits mit drei schrecklichen Monaten begonnen, in denen es im ganzen Land zu Episoden der Gewalt kam, Menschen bei lebendigem Leib in Bussen und Lkws verbrannt wurden, nachdem sie sich den Blockaden der Opposition widersetzt hatten“. 

“Danach hatte sich die Situation wieder beruhigt und bis September herrschte eine relative Ruhe, die eine Rückkehr zu unserem normalen Alltag ermöglichte”, so der Missionar weiter. “In unserer Sozialstation in Rajshahi”, so Pater Cagnasso weiter zur Tätigkeit der Missionare des PIME in Bangladesch, “werden wieder Kranke betreut während in unserem Haus für Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung in Snehanir zu den bereits 30 dort betreuten Kindern weitere 15 mit Hör- und Sehbehinderungen dazu kamen“. “Auch unsere Schule im Slum von Dacca macht große Fortschritte: mit gespendeten Computern ausländischer Schulen können wir für Schülerinnen der fünften Klasse Informatikkurse anbieten”, so der Missionar, “und die Ergebnisse sind ausgezeichnet. Und schließlich konnten wir in unserem ‘Hill Child Home’ im Süden des Landes konnten zwei neue Schlafsäle für Jungen und Mädchen einrichten”. 

Nach Ende seiner vierjährigen Amtszeit als Ordensoberer des PIME in Bangladesch wird Pater Cagnasso bald als Pfarrer in einer Pfarrgemeinde in Dacca zurückkehren und dort unter anderem auch für die Ausbildung von neuen Missionaren verantwortlich sein. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS)

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