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Entführungen und Zwangskonvertierungen von Minderjährigen, die der christlichen Gemeinschaft und anderen religiösen Minderheiten in Pakistan angehören, seien laut Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore, ein ernstes Problem, das die Welt nicht ignorieren dürfe. Bei einer Portugal-Reise erklärte der pakistanische Geistliche, dies sei nicht nur eine religiöse Angelegenheit, sondern auch eine Frage der Menschenrechte.

Anlässlich eines vom portugiesischen Büro von KIRCHE IN NOT (ACN) organisierten Gebetstages im Christkönigsheiligtum der Diözese Setúbal rief Erzbischof Shaw dazu auf, diese Fälle bekanntzumachen, die so viele Familien in Pakistan betreffen.

Nicht nur Mädchen werden entführt, manchmal betrifft es auch Buben. „Wir haben die Pflicht, über diese Geschehnisse zu sprechen, um diese Fälle zu verhindern“, sagte Erzbischof Shaw.

Kinder verschwinden auf dem Schulweg

„Wir haben die Pflicht, über diese Geschehnisse zu sprechen, um diese Fälle zu verhindern“, sagte der Erzbischof. Er fügte hinzu, dass „die Fälle von Entführungen, sexuellen Übergriffen, Zwangskonvertierungen und -verheiratung ein Problem in der pakistanischen Gesellschaft sind, das die Regierung zu kontrollieren versucht“.

Anders als man meinen könnte, seien davon nicht nur Mädchen betroffen. „Manchmal werden auch Jungen entführt, sexuell missbraucht und oft hinterher getötet“, erklärte Erzbischof Shaw.

„Stellen Sie sich die Lage der Eltern vor, die die Schulranzen ihrer Kinder vorbereiten, sie in die Schule schicken und sie dann nie wieder sehen, weil sie entführt wurden. Manchmal werden ihre Leichen gefunden, und sie können die Beerdigung abhalten und trauern. Aber in anderen Fällen bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als über das Verschwinden ihrer Kinder zu weinen.“

Erzbischof Sebastian Shaw.
Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore.

Auf die Lage aufmerksam machen, um die Zahl der Entführungen zu verringern

Die Entführung von Minderjährigen wurde in einem von KIRCHE IN NOT erstellten Forschungsbericht mit dem Titel „Hear their cries“ („Höre ihre Schreie“) thematisiert. Pakistan ist neben Mosambik, Nigeria, Ägypten, Irak und Syrien eines der Länder, in denen das Problem am größten ist.

Erzbischof Shaw dankte KIRCHE IN NOT für die Unterstützung, die es nicht nur seiner Diözese, sondern der gesamten Kirche in Pakistan gewährt hat. Er bat um weitere Hilfe bei der Aufklärung über diese Fälle, die jedes Jahr Hunderte von Menschen betreffen. „Pakistan ist ein sehr großes Land. Wenn wir von einem Problem in einem Gebiet sprechen, heißt das nicht, dass es überall auftritt. Dennoch sind diese öffentlichen Aufklärungsveranstaltungen ein wichtiger Teil der Bemühungen, die Zahl der Fälle zu verringern.“

Mit seinem Zeugnis hofft Erzbischof Shaw, mehr Menschen auf eine Wirklichkeit aufmerksam zu machen, die von der Welt so oft ignoriert wird, die aber für viele Familien in diesen Ländern wirklich dramatisch ist. „Diese Kinder können nicht einmal im Garten spielen. Wir haben die Pflicht, über diese Fälle zu sprechen, um sie zu verhindern“, sagte er.

Die 14jährige Maira Shahbaz war eines von vielen Opfern.

Dialog und Religionsfreiheit in Pakistan

Laut dem letzten Bericht über Religionsfreiheit, den KIRCHE IN NOT im April 2021 veröffentlichte, hat sich „das Problem der Entführung von christlichen und hinduistischen Mädchen in den letzten Jahren verschärft“.

„Asad Iqbal Butt, Vorsitzender der pakistanischen Menschenrechtskommission, hat darauf hingewiesen, dass sich die Zahl der Opfer seit 2018 auf 2000 Personen pro Jahr verdoppelt habe. Die Entführer würden oft von korrupten Polizisten und Gerichtsbeamten gedeckt und behaupteten, dass die Mädchen über 18 Jahre alt seien und aus freiem Willen geheiratet hätten“, heißt es in dem Bericht.

Die Lage ist ernst. Lauf dem KIRCHE IN NOT-Bericht „brachten Eltern zahlreiche Fälle zur Anzeige. Trotz Altersnachweisen mit Ausweispapieren der Mädchen scheiteten jedoch etliche Versuche seitens der Eltern, Zwangsverheiratungen und -konvertierungen zu verhindern.“

Erzbischof Sebastian Shaw sagt, dass in seiner Diözese viele dieser Probleme durch die Arbeit einer interreligiösen Gruppe angegangen würden. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir versuchen, diese sozialen Probleme zu lösen. Es gibt Missverständnisse, die durch Dialog überwunden werden können“, erklärte er.

Um den notleidenden  und verfolgten Christen in Pakistan weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Pakistan

Die Erzdiözese Kaduna bestätigt die Entführung des katholischen Priesters Joseph Akete Bako, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde „St. John“ in Kudenda im lokalen Regierungsbezirk Kaduna South im Bundesstaat Kaduna. „Wir bedauern, offiziell bestätigen zu müssen, dass einer unserer Priester, Pfarrer Joseph Akete Bako, in der Nacht des 8. März gegen 1.30 Uhr aus seiner Wohnung in der St. John’s Church, Kudenda, entführt wurde“, heißt es in der Verlautbarung der Erzdiözese. „Im Verlauf des Angriffs wurde der Sicherheitsbeamte Luka Philip getötet, während vier weitere Personen aus nahe gelegenen Häusern entführt wurden“. Die Erzdiözese bittet um das Gebet für das Opfer und für die Freilassung der Entführten.

Die Landesregierung und die Polizeibehörden hatten die Nachricht zunächst nicht bestätigt, während die Erzdiözese durch ihren Kanzler, Pater Anthony Dodo, berichtete, dass bewaffnete Männer in den frühen Morgenstunden des Dienstags in das Pfarrhaus eingedrungen waren, nachdem sie den Sicherheitsbeamten getötet hatten. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Schwester Gloria berichtet über ihre Geiselhaft in Mali. „Sei immer gelassen, Gloria, sei immer gelassen.“ Vier Jahre und acht Monate lang habe dieser Rat ihrer Mutter ihr Kraft gegeben, betont Schwester Gloria Cecilia Narváez im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Als die Mutter vor einem Jahr starb, konnte sie nicht von ihr Abschied nehmen. Damals war Schwester Gloria noch eine Geisel. Islamistische Terroristen hatten sie im Februar 2017 in Karangasso im Südosten von Mali verschleppt. Vier Jahre und acht Monate des Martyriums begannen.

Die Folgen von Hunger und Misshandlung sind der 59-Jährigen noch immer anzusehen, als Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT sie in ihrer Heimat Pasto in Kolumbien besuchen. Am 9. Oktober 2021 war Schwester Gloria, Mitglied der Franziskanerinnen von der Unbefleckten Jungfrau Maria, überraschend freigelassen worden; Medienberichten zufolge waren mehrere Geheimdienste darin involviert.

Freilassung im Oktober 2021 nach vier Jahren und acht Monaten

Bilder zeigen die ausgemergelte, aber lächelnde Ordensfrau, wie sie nur einen Tag später in Rom von Papst Franziskus empfangen wird.

Auf die lange Zeit ihrer Entführung blickt Schwester Gloria mit erstaunlicher Gelassenheit zurück. Sie habe viel über ihre Berufung nachgedacht: „Es war eine Gelegenheit, die Gott mir gab, um mein Leben zu sehen und ihm Antwort zu geben. Wie könnte ich Dich nicht loben, mein Gott, weil Du mich angesichts von Beleidigungen und Misshandlungen mit Frieden erfüllt hast?“

Oft sei sie grundlos geschlagen worden, berichtet Schwester Gloria. Auch wenn ihre Wächter sie beten sahen, seien sie auf sie losgegangen. Aber auch dann habe sie gedacht: „Mein Gott, es ist hart, angekettet zu sein und geschlagen zu werden. Aber ich lebe diesen Augenblick so, wie Du in mir schenkst. Und trotz allem möchte ich nicht, dass einer der Entführer zu Schaden kommt.“

Ihre Entführer identifizierte Schwester Gloria als Angehörige der „Dschamāʿat Nusrat al-Islām wa-l-Muslimīn“, einer militanten islamistischen Gruppe in Westafrika und im Maghreb. Das ging aus einer handschriftlichen Notiz der Ordensfrau im Juli 2021 hervor, die über das Rote Kreuz ihren Bruder in Kolumbien erreichte – eines der Lebenszeichen während ihrer fast fünfjährigen Geiselhaft.

Schon deren Beginn spricht vom Mut der Ordensfrau: Schwester Gloria hatte sich den Entführern freiwillig als Geisel angeboten – im Tausch mit einer jüngeren Mitschwester. An jenem 7. Februar 2017 hatten bewaffnete Männer die Niederlassung der Ordensfrauen überfallen. Schwester Gloria hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über zwölf Jahre in Mali gearbeitet, vorwiegend im Norden des Landes.

Freiwillig als Geisel angeboten

Ihre Gemeinschaft betreibt dort ein Waisenhaus, erteilt Unterricht für über 700 Frauen und kümmert sich um Mütter mit ihren Kindern. Die Mehrheit von ihnen sind Musliminnen; Christen in Mali sind eine Minderheit von höchstens 2,5 Prozent der Bevölkerung.

Schwester Gloria spricht mit Hochachtung von ihren muslimischen Nachbarn: „Es gab keine verschlossenen Türen, keine Mauern.“ An den Veranstaltungen des Klosters hätten auch immer wieder muslimische Dorfvorsteher teilgenommen. Am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan seien die Ordensfrauen oft zu Festen eingeladen worden, man habe sich immer sehr nahegestanden.

Der Terror, der von islamistischen Splittergruppen ausgeht und mittlerweile zahlreiche Länder der Sahelzone erfasst hat, trifft die gesamte Bevölkerung. Vor allem sind Christen oft mit besonderer Härte betroffen, da sie den Extremisten als „westlich“ gelten und deshalb besonders verhasst sind.

Schwester Gloria wurde zusammen mit einer muslimischen und einer protestantischen Frau gefangen gehalten. „Die Entführer verlangten von mir, dass ich Sätze aus muslimischen Gebeten nachspreche. Aber ich habe immer wieder betont, dass ich im katholischen Glauben geboren und aufgewachsen bin und um keinen Preis tauschen würde, selbst wenn es mich das Leben kostet.“ Mehrmals sei sie dem Tod nah gewesen.

Mutig Beleidigungen und Misshandlungen entgegengetreten

Dennoch hat ihre mutige Haltung einzelnen Entführern augenscheinlich Respekt abgenötigt. Mit gebrochener Stimme erzählt Schwester Gloria: „Einmal schlug und beschimpfte mich ein Wächter: ,Mal sehen, ob dein Gott dich hier rausholt’. Er sagte viele hässliche Dinge zu mir.“ Seine Gesinnungsgenossen hätten lachend zugesehen.

Doch Schwester Gloria habe ihren Misshandler angesprochen: „Haben Sie bitte mehr Respekt vor unserem Gott! Er ist unser Schöpfer, und es tut mir wirklich weh, dass Sie so über ihn reden.“ Daraufhin hätten sich die Männer nur still angestarrt. Schließlich habe einer von ihnen gesagt: „Sie hat recht, rede nicht so über ihren Gott.“

Mehrfach habe sie während ihrer Haft göttliche Wunder erlebt, ist Schwester Gloria überzeugt: So zum Beispiel habe sie eine giftige Schlange mehrfach umkreist, sei aber nicht nähergekommen. Als einer ihrer Entführer ihr die Pulsadern aufschlitzen wollte, habe sich plötzlich ein anderer vor sie gestellt.

Kürzlich habe ihr ein malischer Priester erzählt, dass der Glaube seiner Gemeinde durch das Vorbild von Schwester Gloria gestärkt worden sei. So habe ihre lange Haftzeit doch einen tiefen Sinn gehabt, ist sich die Ordensfrau im Gespräch mit KIRCHE IN NOT sicher: „Wir müssen den Glauben mit dem Zeugnis des Lebens verteidigen.“

Dass ihr Zeugnis und ihr Einsatz sie so bald wie möglich wieder in den Missionseinsatz führen soll, daran zweifelt Schwester Gloria keinen Augenblick. Mit einem Wort ihrer Ordensgründerin betont sie ihre Berufung, „unsere Gemeinden zu einem Stückchen Himmel zu machen“ – trotz oder gerade durch das erfahrene Leid in Geiselhaft.

Nach Razzien in mehreren Dörfern in der Gegend um Sahiwal (Provinz Punjab) hat die pakistanische Polizei einen muslimischen Mann verhaftet, der ein 8-jähriges christliches Mädchen, Liza Younas, entführt, vergewaltigt und geschlagen haben soll. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um Muhammad Bota, der nach der Festnahme auf der Grundlage des Artikels 376 des Strafgesetzbuches der Vergewaltigung und häuslicher Gewalt angeklagt wurde. Das Gesetz sieht eine Freiheitsstrafe zwischen 10 und 25 Jahren oder sogar die Todesstrafe vor.

Der Anwalt Ashiknaz Khokhar, ein Menschenrechtsaktivist, der die Familie des Opfers im Gerichtsverfahren unterstützte und begleitete, nennt Einzelheiten zu der brutalen Tat: „Es handelt sich um die Grausamkeit eines muslimischen Mannes, der am Abend des 2. September ein minderjähriges Mädchen auf der Straße entführte, sie vergewaltigte und, um sein Verbrechen zu vertuschen, versuchte, das Mädchen zu töten, indem er es mit einem Stein schlug, bewusstlos am Boden liegen ließ und floh.“

„Am 2. September wurde das Mädchen von seinen Eltern in ein Geschäft geschickt, um Besorgungen zu machen“, berichtet er weiter. „Als es nach einer halben Stunde nicht zurückkehrte, begannen seine Eltern und Nachbarn nach ihm zu suchen. Das Mädchen wurde verletzt und verwirrt in einer nahe gelegenen Straße gefunden. Das Mädchen wurde zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus von Sahiwal gebracht. Im medizinischen Bericht heißt es, dass sie vergewaltigt wurde und auch an anderen Körperteilen schwere Verletzungen aufweist. Das Mädchen konnte ihren Angreifer jedoch wiedererkennen und berichtete, dass Mohammad Bota sie angelockt und in ein Haus gebracht hatte, wo er sie vergewaltigte, sie mit einem Stein schlug und dann floh“.

Khokhar beklagt: „Fälle von sexuellem Missbrauch sind besonders abscheulich, vor allem, wenn ein Kind Opfer einer abscheulichen sexuellen Gewalttat wird. Die Minderjährige ist schwer traumatisiert und wird von einem Psychologen und anderen Ärzten behandelt, die versuchen, sie von diesem Trauma und dieser körperlichen Verletzung zu heilen“. Khokhar fügt hinzu: „Lizas Heilungsprozess könnte Jahre dauern. Wir danken den Polizeibeamten, dem christlichen Pfarrer Ejaz Alam Augustine und dem medizinischen Personal für ihre uneingeschränkte Zusammenarbeit bei der Verfolgung des Täters und der Lösung des Falles“.

Die Nichtregierungsorganisation „Sahil“, die sich in Pakistan für den Schutz von Kindern vor Gewalt einsetzt, bestätigt in ihrem Bericht für das Jahr 2020, dass in Pakistan jeden Tag mehr als acht Kinder missbraucht werden. Die Zahl der offiziell gemeldeten Straftaten gegen Kinder ist von 2.846 im Jahr 2019 auf 2.960 im Jahr 2020 gestiegen. In dem Bericht wird auch daran erinnert, dass 80 % der Misshandlungen von einer Person begangen werden, die das Kind kennt. (Quelle: Fidesdienst)

Pfarrer Luka Benson Yakusak, Gemeindepfarrer der Pfarre „St. Matthäus“ in Anchuna im lokalen Regierungsbezirk Zangon Kataf des Staates Kaduna im Norden Nigerias wurde von bewaffneten Männern entführt. Nach ersten Informationen wurde der Priester in der Nacht zum 13. September aus seiner Wohnung verschleppt, nachdem die Banditen dort eingedrungen waren, um ihn an einen unbekannten Ort zu verschleppen.

Ein Zeuge berichtet, dass bewaffnete Männer gegen 19.30 Uhr in das Haus des Pfarrers einbrachen. Es scheint, dass die Entführer bisher keine Forderungen an seine Familie, Freunde oder die Kirche gestellt haben. Der Ort, an dem Pfarrer Luka Benson Yakusak entführt wurde, ist der Geburtsort von Bischof Matthew Kukah, Bischof von Sokoto. (Quelle: Fidesdienst)

Der ICC hat erfahren, dass am 26. August 2021 eine 17-jährige Christin von der ägyptischen Polizei festgenommen wurde, als sie eine Kirche in Kairo verließ. Bei der letzten Kommunikation mit ihr bestätigte sie ihre Verhaftung. Ihr aktueller Aufenthaltsort und ihr Gesundheitszustand sind jedoch weiterhin unbekannt.

Die junge Frau war vom Islam zum Christentum konvertiert, was sie einige Jahre lang erfolgreich vor ihrer Familie geheim gehalten hatte, so dass nur ein atheistischer Verwandter davon wusste. Er riet ihr, Ägypten zu ihrer eigenen Sicherheit zu verlassen. Sie bewarb sich erfolgreich an einer Universität in Texas und erhielt das Präsidentenstipendium in Höhe von 22.000,00 $ pro Jahr sowie weitere kleinere Stipendien. Sie organisierte ihre Reise über die amerikanische Botschaft in Kairo.

Der Grund für ihre Verhaftung ist unklar, aber sie erfolgte, als sie die Kirche verließ, um die amerikanische Botschaft aufzusuchen. Es ist möglich, dass ihre Familie von ihrem Vorhaben, das Land zu verlassen, und ihrer Konversion zum Christentum erfuhr und die Polizei rief. Muslimische Konvertiten werden häufig von ihren Familienmitgliedern bedroht und von den ägyptischen Behörden festgenommen, was ihre Situation besonders bedrohlich macht.

Ein Partner teilte der ICC mit: „Sie hatten ihr alles genommen, auch das Geld, das sie hatte. Wir hatten bis wenige Minuten vor diesem Vorfall mit ihr in Kontakt gestanden. Wir haben gewartet und gewartet, um von ihr zu hören, aber es gab keine Nachricht. Wir wussten nicht, was wir denken sollten oder wie wir sie finden konnten. Einige Stunden später erhielten wir Nachrichten von ihr auf einem Telefon, das sie sich von einem Mitgefangenen geliehen hatte. Wir wussten, dass sie es war, denn sie sagte Dinge, die nur sie wissen konnte. Auf diese Weise erfuhren wir von ihrer Verhaftung.

„Das ist das letzte, was wir von ihr wissen. Wir sind furchtbar besorgt um ihre Sicherheit, jetzt und in Zukunft. Wir sind für jede Hilfe sehr dankbar“, so der Partner weiter.

Eine Person, die mit dem Fall in Verbindung steht, teilte mit: „Ihr Telefon ist immer noch ausgeschaltet. Wir haben also keine Ahnung, wo sie ist oder ob sie in Sicherheit ist. Seit ich versucht habe, sie per FaceTime zu kontaktieren, um mich zu vergewissern, dass sie tatsächlich diejenige ist, mit der wir kommunizieren, und dass es ihr körperlich gut geht, ist ihr Telefon ausgeschaltet. Ägypten ist ein Polizei- und Geheimdienststaat, der wie die Mafia Eigeninteressen verfolgt und sich durch Falschmeldungen auszeichnet, die alles andere als wahr sind, durch das Erdichten von Tatbeständen und das Ausdenken von Anschuldigungen.“ (Quelle: ICC)

Befreiter Priester (rechts im Bild) bedankt sich für weltweite Anteilnahme. Seelsorger aus Region Mopti war fast ein Monat lang in der Hand von Entführern. „Ich war verloren und bin wiedergefunden worden. Ich war tot und lebe wieder.“ Diese Dankesworte des nach einer Entführung freigelassenen Priesters Leon Douyon aus Ségué im Südosten Malis übermittelten Projektpartner an das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“.

Douyon war am 21. Juni zusammen mit vier seiner Gemeindemitglieder auf der Straße von Ségué nach San in der Region Mopti durch eine bislang nicht näher benannte Rebellengruppe entführt worden. Wenige Stunden nach der Entführung wurden die vier anderen Geiseln freigelassen, der Priester blieb jedoch bis 13. Juli in der Gewalt der Entführer. In Mali und im Ausland hatten viele Christen für seine Freilassung gebetet.

Nicht mehr an ein Wiedersehen geglaubt

In der Predigt bei seiner ersten Sonntagsmesse nach seiner Befreiung sagte Leon Douyon, er habe nicht daran geglaubt, jemals wieder Gottesdienst zu feiern und seine Gemeinde wiederzusehen. „Alles ist ein Werk der Gnade. Jeder von Ihnen hat durch den Rosenkranz und verschiedene Gebete Gott angefleht“, sagte der Priester bei einer heiligen Messe am 18. Juli in Sévaré am Stadtrand von Mopti. „Gott, unser Vater, der uns so viel gibt, vergisst keines seiner Kinder.“

Douyon rief dazu auf, „für ein brüderliches und vereintes Mali“ zu beten. Der Priester bedankte sich in einer späteren Botschaft auch bei den Wohltätern von „Kirche in Not“ (ACN) für die Gebete und die Anteilnahme.

Schließlich bat Douyon darum, weiterhin für die Schwester Gloria Cecilia Narváez Argoti zu beten. Die kolumbianische Ordensfrau war vor vier Jahren in Mali entführt worden. Erst kürzlich war ein Lebenszeichen von ihr aufgetaucht. In einem Brief an ihren Bruder hatte Schwester Gloria ihre Entführer als Angehörige der „Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime“ bezeichnet. Diese dschihadistische Miliz soll mit der Terrorgruppe al-Qaida in Verbindung stehen.

Unterstützen Sie die kleine und bedrängte christliche Minderheit in Mali! Spenden Sie online unter: www.kircheinnot.at

Der am 21. Juni zusammen mit vier Laien aus Ségué entführte Pfarrer Léon Dougnon, wurde am Nachmittag des 13. Juli in Bandiagara freigelassen und erholt sich derzeit von den Strapazen der Entführung. Dies bestätigt Bischof Jean-Baptiste Tiama von Mopti in einer offiziellen Erklärung, in der er seine Freude über den guten Ausgang der Entführung zum Ausdruck brachte und dankte, die zu der Freilassung des katholischen Geistlichen beigetragen haben.

Der Pfarrer der Gemeinde Unserer Lieben Frau von Lourdes in Ségué, war zusammen mit dem Dorfvorsteher von Ségué, dem stellvertretenden Bürgermeister und zwei weiteren Mitgliedern der Gemeinde auf dem Weg nach Ségué in San entführt worden, wo sie an der Beerdigung von Pfarrer Oscar Thera teilnehmen wolten, der 9 Jahre lang Pfarrer in Ségué war. Sie wurden etwa dreißig Kilometer nördlich von Ségué, in der Nähe von Ouo, entführt. Die vier Laien wurden am 23. Juni entlang einer Straße in der Region Bandiagara freigelassen, wonach die Entführer in ihrem Auto flohen. Es fehlte jedoch Pfarrer Léon, der erst am vergangenen 13. Juli freigelassen wurde.

In den Händen der Entführer befindet sich in Mali immer noch die aus Kolumbien stammende Schwester Cecilia Narváez Argoti von der Kongregation der Franziskanerinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria, die am Abend des 7. Februar 2017 in der Mission von Karangasso im Süden des Landes entführt wurde. (Quelle: Fidesdienst)

Es sind bereit vier Jahre und fünf Monate vergangen, seit die kolumbianische Ordensschwester Gloria Cecilia Narváez, von Dschihadisten in Mali entführt wurde. Die so genannte „Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime“, ein in Mali aktiver Ableger von Al-Qaida, bekannte sich am 1. Juli 2017 zu der Entführung und veröffentlichte im Internet ein Video, das die in der Wüste im Norden Malis inhaftierte Ordensfrau zeigt.

„In dem Video wurden absurde Anschuldigungen gegen Schwester Gloria und alle Missionare erhoben, die in Mali und in der muslimischen Sahelzone arbeiten“, so Pater Marco Prada, Priester der Gesellschaft für Afrikamissionen (SMA) und Mitbruder von P. Gigi Maccalli, ehemals Geisel derselben Entführer, der im Oktober 2020 freigelassen wurde. „Gloria Cecilia Narváez wurde von ihrer Ordensgemeinschaft nach Mali geschickt, um das Christentum verbreiten und Muslime zur christlichen Religion zu bekehren. Sie und ihr Orden haben die alleinige Absicht, die Muslime Malis ihres Glaubens zu berauben und durch die eigenen Lügen zu ersetzen“, behaupten die Dschihadisten.

Im September 2017 hatten die kolumbianischen Behörden auf den prekären Gesundheitszustand von Schwester Gloria hingewiesen. „Sie lebt, aber ihr Gesundheitszustand ist nicht gut. Sie hat Probleme mit einem Bein und ihren Nieren“, so General Fernando Murillo, Kommandant der kolumbianischen Polizei, der für die Ermittlungen im Zusammenhang der Entführung zuständig ist.

P. Prada erklärt auch, dass die französische Geisel Sophie Pétronin, die zusammen mit Schwester Gloria gefangen war und inzwischen freigelassen wurde, den Ernst ihres Gesundheitszustands bestätigt habe. Vor einigen Wochen kursierte auf den Websites einiger kolumbianischer Zeitungen die Nachricht, dass die Regierung des Landes von Schwester Gloria die Ermittler zurückgerufen habe, die zu den Spezialeinheiten der kolumbianischen Armee und des Geheimdienstes gehören, und die seit eineinhalb Jahren im Rahmen einer Such- und Befreiungsaktion in Mali ermittelten. Sie sollten, Kontakt zu den Entführern aufnehmen und gemeinsam mit ihren malischen Kollegen die Freilassung der Ordensfrau zu ermöglichen. Die kolumbianische Regierung äußerte sich jedoch bisher nicht dazu. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS)

„Vielleicht sollten der Priester und die Gläubigen, die ihn begleiteten, zumindest anfangs von einer bewaffneten Gruppe, die von der Armee verfolgt wurde und in Richtung der Grenze zu Burkina Faso flohen, als menschliche Schutzschilde dienen“, so eine Verlautbarung der katholischen Kirche in Mali zur Entführung von P. Léon Douyon, Pfarrer der Pfarre „Unsere Liebe Frau von Lourdes“ in Ségué, der zusammen mit Thimothé Somboro, Dorfvorsteher von Ségué, Pascal Somboro, Vizebürgermeister, sowie zwei weiteren Mitgliedern der katholischen Gemeinde, Emmanuel Somboro, Katechet, und Boutié Tolofoudié, am vergangenen 21. Juni entführt wurden.

„Die Gruppe war auf dem Weg von Ségué nach San, um an der Beerdigung von Pfarrer Oscar Thera teilzunehmen, der lang Jahre lang Pfarrer in Ségué war, und am 22. Juni beigesetzt wurde“, so die Beobachter aus kirchlichen Kreisen. Sie wurden etwa dreißig Kilometer nördlich von Ségué, in der Nähe von Ouo, entführt.

Das Dorf Ségué befindet sich auf der Dogon-Hochebne in der Diözese Mopti und wird hauptsächlich von Katholiken bewohnt.

„Wir hoffen, dass Verhandlungen über ihre Freilassung im Gange sind“, fügen die Beobachter hinzu. Die Entführung, bei der die Geiseln möglicherweise als menschliche Schutzschilde zu benutzen, könnte sich zu einer Entführung zum Zwecke der Erpressung von Lösegeld entwickeln. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die verschiedenen bewaffneten Gruppen, die in Mali und anderen Ländern der Sahel-Zone aktiv sind, Gefangene austauschen und sie von Organisationen verwalten lassen, die auf Entführungen zum Zweck der Lösegelderpressung spezialisiert sind und oft mit den Geiseln von einem Staat in einen anderen gelangen.

Am 8. Oktober 2020 war Pater Luigi Maccalli von der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA) von seinen Entführern in Mali freigelassen, der in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2018 im Niger an der Grenze zu Burkina Faso von dschihadistischen Milizen entführt worden war.

Auch die kolumbianische Ordensschwester Cecilia Narváez Argoti von der Kongregation der Franziskanerinnen der Unbefleckten Jungfrau Maria wurde am Abend des 7. Februar 2017 aus der Mission in Karangasso im Süden Malis entführt und befindet sich immer noch in den Händen der Entführer.

In der umkämpften Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche verschleppt. Das teilte der Kommunikationsbeauftragte der Diözese Pemba, Kwiriwi Fonseca, dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit. „Wir können von hunderten Entführungen sprechen“, sagte der Priester. „Die Terroristen benutzen die Jungen, um sie als Kindersoldaten zu rekrutieren. Die Mädchen machen sie zu ihren Ehefrauen und vergewaltigen sie. Wenn sie kein Interesse mehr an ihnen haben, werden sie ,entsorgt‘.“

Seit 2017 wird der Norden von Mosambik von dschihadistischen Angriffen heimgesucht. Lokalen Angaben zufolge sollen dabei 2500 Menschen getötet und über eine Dreiviertelmillion vertrieben worden sein. Selbst Experten wissen wenig über die Herkunft und die Hintergründe der bewaffneten Einheiten; sie gelten als Splittergruppen der Terrormilizen „Islamischer Staat“, Al-Shabaab und anderer Gruppen. Die Terrortruppen dürften auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitungen – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika.

Auch Ordensfrauen verschleppt

Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.

„Schwester Eliane wurde über drei Wochen im Urwald festgehalten. Sie sagte mir: ,Father Fonseca, bitte vergessen Sie die entführten Menschen nicht, besonders die Kinder und Jugendlichen, die zu Terroristen ausgebildet werden“, erinnerte sich der Geistliche im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten

Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“

Auch Mina, die mit ihrem Mann und vier Kindern sowie ihrem Bruder zusammenlebte, hätten die Milizen aufgesucht. Drei Kinder, 14, 12 und 10 Jahre alt nahmen sie mit sich. „Anschließend fesselten sie Minas Mann und ihren Bruder. Sie sagten zu ihr, sie solle verschwinden, denn sie würden die Männer jetzt töten. Als sie sich weigerte, musste sie mit ansehen, wie die Terroristen ihren beiden Angehörigen die Kehle durchschnitten. Auch ihre kleine zwei- oder dreijährige Tochter hat alles mitbekommen.“

Neue Generation von Kämpfern herangezogen

Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“

Fonseca befürchtet, dass sich die Zahl der toten und entführten Personen noch weiter erhöhen könnte. Es sei ein Teufelskreis: „Wenn dieser Krieg eskaliert und internationale Partner Mosambik helfen wollen, die Terroristen zu bekämpfen, dann bedeutet das, dass auch viele unschuldige Menschen sterben könnten.“

KIRCHE IN NOT hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.

 
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Verwendungszweck: Mosambik

Jenen Tag im November 2018 wird die jetzt 21-jährige Sophia [Name von der Redaktion geändert] nie vergessen. Immer wieder neu muss sie ihn durchleben – bis heute. Die junge Frau lebte damals auf einem Bauernhof im Nordosten Nigerias, nur wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Maiduguri entfernt. Sophia, ihre jüngere Schwester und die Eltern arbeiteten im Freien, als junge Männer den Bauernhof umstellten. Auf Motorrädern waren sie gekommen. Vom Vater verlangten sie die Herausgabe der Mädchen, sonst müsse er sterben.

Was sich danach abspielte, ist schwer in Worte zu fassen. Nach der Weigerung des Vaters, seine Töchter auszuliefern, hielt Sophia seinen Kopf in ihren Händen. Die Angreifer hatten ihn enthauptet. Sophia fiel in Ohnmacht. „Seither hat sie immer wieder Flashbacks [traumatische Rückerinnerungen; Anm. d. Red.]. Sie lebt in der ständigen Angst, getötet zu werden“, berichtet Joseph Bature Fidelis dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der Priester hat auch einen Abschluss in Klinischer Psychologie und betreut die junge Frau.

„Auf jede erdenkliche Weise missbraucht“

Mit der grausamen Ermordung ihres Vaters war das Martyrium von Sophia nicht zu Ende – im Gegenteil. Nach einer längeren Zeit der Bewusstlosigkeit wachte sie im Dschungel auf. Die jungen Männer hatten sie in ein Lager der Terrorgruppe Boko Haram verschleppt. Den Horror, den Sophia dort erlebte, beschreibt der Priester und Therapeut nicht näher. Nur so viel: „Sie wurde dort wiederholt gefoltert und auf jede erdenkliche Weise missbraucht.“

Ihr gelang schließlich die Flucht. Verwundet, erschöpft und voller Schmerzen traf sie auf einen älteren Mann. Er half ihr, sich in Sicherheit zu bringen. Sophia konnte sich jedoch beim besten Willen nicht erinnern, wo ihr Elternhaus lag. Stunden dauerte es, bis sich die Fragmente in ihrem Gedächtnis zusammenfügten und sie zu ihrer Familie gebracht werden konnte.

„Damals konnte Sophia weder sprechen noch erklären, was geschehen war“, erzählt Joseph Bature Fidelis. Ihre Mutter hatte sie zu ihm gebracht. „Sie sah Geister und Menschen ohne Kopf. Sie halluzinierte und hatte bedrängende Gedanken.“ Sophia ist eines der vielen Opfer von Boko Haram, das im Traumahilfezentrum der Diözese Maiduguri Hilfe erhält. „Kirche in Not“ unterstützt die Initiative, um den an ihrer Seele verwundeten Menschen Heilung zu ermöglichen. Joseph Bature Fidelis arbeitet dort. Jetzt sollen dort neue Gebäude entstehen; die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Psychologischer Hilfsdienst betreut traumatisierte Menschen

Schicksale wie das von Sophia gibt es im Nordosten Nigerias viele. Seit Jahren wird die Region von dschihadistischen Terrormilizen heimgesucht. Muslime leiden unter ihnen ebenso wie die Christen. „Durch Boko Haram haben viele Menschen ihr Leben verloren. Viele wurden vertrieben und leben in Lagern“, so der Priester.

Genau dort setzt die Diözese Maiduguri an. Sie hat einen psychologischen Hilfsdienst aufgebaut: Ärzte und Psychologen schulen sogenannte Laien-Berater, die in verschiedenen Flüchtlingslagern psychologische Ersthilfe, Gruppenberatung und psychosoziale Unterstützung leisten. Zwei Fachleute betreuen Einzelpersonen, die mehr Zuwendung brauchen. In besonders schweren Fällen werden traumatisierte Menschen in eine neuropsychiatrische Klinik überwiesen.

Boko Haram soll nicht das letzte Wort haben

Doch es geht nicht nur um psychologische Hilfe, betont Joseph Bature Fidelis. Seine Einrichtung hilft den Binnenflüchtlingen auch, wieder Tritt im Leben zu fassen und sich zu integrieren: „Wir arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um auf die Gefahr von Stigmatisierung und die Notwendigkeit sozialer Integration aufmerksam zu machen.“ Durch die Unterstützung von „Kirche in Not“ für diesen Dienst konnte hunderten Menschen geholfen werden, nach den Schrecken des Boko-Haram-Terrors wieder neu zu beginnen.

Sophia geht es heute viel besser. Sie erhielt Medikamente und eine Therapie. Die Halluzinationen verschwanden. Sie isst wieder besser, schläft normal. Sie hat große Fortschritte auf dem Weg in ein einigermaßen normales Leben gemacht. Derzeit arbeitet sie als Näherin. In das Traumahilfezentrum kommt sie regelmäßig zur Nachsorge. Sie hat große Zukunftspläne: „Sie hat gefragt, ob sie ihre Ausbildung fortsetzen kann, da sie nur einen einfachen Schulabschluss hatte. Und jetzt hat sie sich für Aufnahmeprüfungen angemeldet, um später an der Hochschule studieren zu können“, berichtet Joseph Bature Fidelis. Boko Haram soll nicht das letzte Wort haben.

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Wieder ein kath. Priester entführt

Wieder ein kath. Priester entführt

22.03.2021 aktuelles
Entführungen in Nigeria

Entführungen in Nigeria

29.01.2021 aktuelles
Entführter Christ berichtet

Entführter Christ berichtet

28.01.2021 aktuelles
Katholischer Priester vermisst

Katholischer Priester vermisst

22.01.2021 aktuelles
Priester entführt und ermordet

Priester entführt und ermordet

18.01.2021 aktuelles
“Übergriffe gehen weiter”

“Übergriffe gehen weiter”

12.01.2021 aktuelles
Straftatbestand der „Kinderehe“

Straftatbestand der „Kinderehe“

09.11.2020 aktuelles
Minderjährige Christin entführt

Minderjährige Christin entführt

28.10.2020 aktuelles
Nach Kirchenbesuch entführt

Nach Kirchenbesuch entführt

25.08.2020 aktuelles
Entführung eines Priesters

Entführung eines Priesters

16.07.2020 aktuelles
Priesterseminarist ermordet

Priesterseminarist ermordet

04.02.2020 aktuelles
Priesterseminaristen entführt

Priesterseminaristen entführt

14.01.2020 aktuelles
Entführte Priester freigelassen

Entführte Priester freigelassen

13.12.2019 aktuelles
9 kath. Priester entführt

9 kath. Priester entführt

29.11.2019 aktuelles
Zwei christliche Mädchen entführt

Zwei christliche Mädchen entführt

19.11.2019 aktuelles
Priester entführt und ermordet

Priester entführt und ermordet

18.10.2019 aktuelles
Entführungen und Zwangskonversionen

Entführungen und Zwangskonversionen

27.09.2019 aktuelles
"Entführungen müssen aufhören"

"Entführungen müssen aufhören"

04.04.2019 aktuelles
Weiterer Priester entführt

Weiterer Priester entführt

29.03.2019 aktuelles
Entführter Priester tot aufgefunden

Entführter Priester tot aufgefunden

22.03.2019 aktuelles
"Mein tragisches Schicksal"

"Mein tragisches Schicksal"

18.03.2019 aktuelles
Drei Ordensleute entführt

Drei Ordensleute entführt

27.11.2018 aktuelles
Fünf Ordensfrauen verschleppt

Fünf Ordensfrauen verschleppt

31.10.2018 aktuelles
Priester stirbt nach Geiselhaft

Priester stirbt nach Geiselhaft

24.09.2018 aktuelles
Missionar entführt

Missionar entführt

20.09.2018 aktuelles
Ein weiterer Priester entführt

Ein weiterer Priester entführt

05.09.2018 aktuelles
Entführter Priester tot aufgefunden

Entführter Priester tot aufgefunden

02.05.2018 aktuelles
Bereits 9 Monate verschwunden

Bereits 9 Monate verschwunden

06.11.2017 aktuelles
Vor 4 Jahren Entführte beigesetzt

Vor 4 Jahren Entführte beigesetzt

03.05.2017 aktuelles
Pastor spurlos entführt

Pastor spurlos entführt

06.03.2017 aktuelles
Ordensschwester entführt

Ordensschwester entführt

08.02.2017 aktuelles
Schicksal von Fr. Tom weiter unklar

Schicksal von Fr. Tom weiter unklar

26.01.2017 aktuelles
Priester entführt und gefoltert

Priester entführt und gefoltert

14.11.2016 aktuelles
Vier koptische Christen entführt

Vier koptische Christen entführt

06.10.2016 aktuelles
Zunahme der Gewalt gegen Christen

Zunahme der Gewalt gegen Christen

12.07.2016 aktuelles
Entführt und zwangsverheiratet

Entführt und zwangsverheiratet

25.04.2016 aktuelles
Verschleppt und Zwangsverheiratet

Verschleppt und Zwangsverheiratet

22.02.2016 aktuelles
"Meine Zeit in den Händen des IS"

"Meine Zeit in den Händen des IS"

22.12.2015 aktuelles
Verschleppt und vergewaltigt

Verschleppt und vergewaltigt

08.10.2015 aktuelles
Vier Kopten entführt

Vier Kopten entführt

21.05.2015 aktuelles
Katholischer Priester verschleppt

Katholischer Priester verschleppt

07.05.2015 aktuelles
Bericht: Entführt von der IS-Miliz

Bericht: Entführt von der IS-Miliz

16.03.2015 aktuelles
Dschihadisten entführen 21 Kopten

Dschihadisten entführen 21 Kopten

14.01.2015 aktuelles
Priester und 20 Christen entführt

Priester und 20 Christen entführt

08.10.2014 aktuelles
Seelsorge nur unter Militärschutz

Seelsorge nur unter Militärschutz

01.10.2014 aktuelles
Kopte von Entführern ermordet

Kopte von Entführern ermordet

25.09.2014 aktuelles
Mehr Entführungen von Kopten

Mehr Entführungen von Kopten

08.07.2014 aktuelles
Jesuitenpater entführt

Jesuitenpater entführt

05.06.2014 aktuelles
Boko Haram verkauft Schülerinnen

Boko Haram verkauft Schülerinnen

07.05.2014 aktuelles
Priester entführt

Priester entführt

15.11.2013 aktuelles
Übergriffe auf Christen

Übergriffe auf Christen

22.08.2013 aktuelles
Seit 100 Tagen entführt

Seit 100 Tagen entführt

31.07.2013 aktuelles
Mädchen verschleppt und islamisiert

Mädchen verschleppt und islamisiert

24.07.2013 aktuelles
16jähriger Konvertit vermisst

16jähriger Konvertit vermisst

24.06.2013 aktuelles
"Immer mehr Christen entführt"

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13.05.2013 aktuelles
Zwei syrische Bischöfe entführt

Zwei syrische Bischöfe entführt

23.04.2013 aktuelles
3 syrische Priester entführt

3 syrische Priester entführt

21.02.2013 aktuelles