Hilfsprojekte Archive - Seite 13 von 13 - KIRCHE IN NOT Österreich
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Die Corona-Pandemie ist nicht nur eine medizinische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung, sondern auch eine pastorale. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat seit Ausbruch der Krise zahlreiche Solidaritätsbekundungen von Projektpartnern überall auf der Welt erhalten, aber auch von den steigenden Nöten und dem Einsatz von Priestern und Ordensleuten im Kampf gegen die Pandemie erfahren. Als Antwort darauf hat das Hilfswerk ein Sonderprogramm auf den Weg gebracht, um diese Arbeit zu stärken. Tobias Lehner hat mit Regina Lynch, Projektdirektorin von „Kirche in Not“, über die aktuellen Hilfen und den Einsatz der Kirche in der Corona-Krise gesprochen.

Kirche in Not: Von welchen Nöten berichten die Projektpartner von „Kirche in Not“ in der Corona-Krise am meisten?

Regina Lynch: Sie schildern, welche Auswirkungen die Einschränkungen auf das kirchliche Leben haben: Öffentliche Gottesdienste und Versammlungen sind verboten, die Schulen sind geschlossen und immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In den meisten unserer Projektländer sind die Christen in der Minderheit und gehören zu den unteren sozialen Schichten, manchmal werden sie auch verfolgt.

Am härtesten trifft es die Kirche, dass weder Gottesdienste noch karitative und seelsorgerische Aktivitäten in gewohnter Form möglich sind. Priester und Ordensleute können ihren wichtigsten Pflichten nicht mehr nachgehen: Sakramente spenden, das Evangelium verkünden und die Menschen trösten.

Ordensschwester in Burkina Faso versorgt ein krankes Kind. © Kirche in Not

Wo sind die aktuellen Schwerpunkte der Hilfe von „Kirche in Not“ angesichts der Pandemie?

Damit sie nicht durch Geldmangel an der Erfüllung ihrer Hauptaufgaben gehindert werden, unterstützt „Kirche in Not“ notleidende und bedrängte Gemeinden. Wir geben zum Beispiel Mess-Stipendien für mittellose Priester oder Existenzhilfen für Ordensleute weiter. Außerdem unterstützt „Kirche in Not“ Priesterseminare, da in vielen Fällen auch die Seminaristen der Ausgangs- und Kontaktsperre unterliegen und ihr Rektor keine Möglichkeit hat, für sie zu sorgen. Wir helfen, damit sich Priester, Seminaristen und Ordensschwestern mit Masken und Schutzkleidung eindecken können. Das ist zum Beispiel in Chile oder in der Ukraine der Fall, wo Geistliche und Ordensleute weiterhin ihre Gemeindemitglieder besuchen, insbesondere die Kranken und Sterbenden.

Es wird auch zwei neue Projekte geben: Wir starten ein weiteres Hilfsprojekt für die Christen in Syrien, dass es jeder Familie ermöglichen soll, Lebensmittel und Schutzausrüstungen zu kaufen. Für Pakistan, wo Christen mit Diskriminierung und manchmal Verfolgung zu kämpfen haben, arbeiten wir an einem Nothilfeprogramm. Es gibt Berichte, dass Christen dort bei öffentlichen Hilfeleistungen benachteiligt werden.

Welche Hilfen wurden bislang geleistet?

Dank der Großzügigkeit unserer Spender konnte „Kirche in Not“ seit März fast 400.000 Messstipendien an mehr als 10 000 mittellose Priester zu weitergeben. Wir werden Ordensschwestern in allen Teilen der Welt unterstützen. Wir erhalten in diesem Bereich laufend neue Anfragen. Schon immer stand diese Art der Unterstützung im Fokus, insbesondere in Osteuropa und Lateinamerika. Dort erteilen die Ordensschwestern nicht nur Katechismusunterricht oder bereiten die Gläubigen auf die Sakramente vor. Sie kümmern sich auch um Waisenkinder, alleingelassene alte Menschen oder um Mädchen, die zur Prostitution gezwungen wurden. Eine der Folgen der Corona-Krise ist, dass uns nun zum ersten Mal Diözesen um Hilfe bitten, die bisher ohne unsere Unterstützung auskamen.

Verteilung von Schutzausrüstung in der Erzeparchie Iwano-Franiwsk/Ukraine. © Kirche in Not

Wie sieht es mit der Hilfe in Asien aus, dem Ausgangspunkt der Corona-Pandemie?

Der Erzbischof von Chittagong in Bangladesch sandte uns einen dringenden Hilferuf zur Unterstützung der Ordensschwestern, die in seinem Erzbistum arbeiten. Weil Gästeunterkünfte und Krankenstationen geschlossen wurden, haben sie kein Einkommen mehr. Bereits vor der Krise reichte der kleine Betrag, den die Gläubigen zum Unterhalt der Schwestern beisteuern konnten, nicht aus, doch nun ist die Situation dramatisch. In Maimansingh, ebenfalls Bangladesch, haben die Schwestern vom Heiligen Kreuz zusammen mit dem Bischof das gesamte verfügbare Geld dazu eingesetzt, den leidenden Menschen zu helfen. Doch die Schwestern selbst müssen auch überleben, und da kann „Kirche in Not“ helfen.

Wir werden alle diese Projekte fortführen. Selbst wenn in einigen Ländern die öffentlichen Gottesdienste langsam wieder stattfinden, wird sich die wirtschaftliche Situation weiterhin verschlechtern. Unsere Hilfe wird mehr denn je benötigt.

Welches Projekt hat Sie besonders beeindruckt, wie Priester und Ordensleute sich der Bekämpfung der Corona-Pandemie stellen?

Da gibt es zum Beispiel die Priester in der Diözese Dolisie in der Republik Kongo. Sie teilen die Mess-Stipendien, die sie von uns bekommen, mit ihren armen Gemeindemitgliedern. Ich bin beeindruckt von der Hingabe so vieler Ordensschwestern, die ihre Arbeit trotz des Gesundheitsrisikos fortsetzen. Ein Beispiel sind die Schwestern der Kongregation „Hermanas Sociales“ in Kuba. Trotz der notwendigen Einschränkungen finden sie Möglichkeiten, ihre seelsorgerische Arbeit fortzusetzen und sich weiterhin um betagte Menschen oder Obdachlose zu kümmern.

Ich denke auch an die Studenten eines Priesterseminars in Burkina Faso, deren Familien wegen Terroranschlägen ihre Dörfer verlassen mussten. Einer ihrer Ausbilder ist an Covid-19 gestorben, vier ihrer Kommilitonen sind erkrankt. Wir haben ihnen und ihren Familien geholfen und unterstützen nun ein Programm, um die anderen Seminaristen vor dem Coronavirus zu schützen.

Beeindruckend ist auch, wie viel Kreativität die Kirche in der Krise zeigt. Bereits zu Beginn der Pandemie erkannte Bischof Dodë Gjergji im Kosovo, dass er trotz des Verbotes öffentlicher Gottesdienste versuchen musste, seine Gläubigen zu erreichen. Er bat uns, die Ausrüstung für die Übertragung der Sonntagsmesse aus der Mutter-Teresa- Kathedrale in Priština zu finanzieren. Wir haben ihn unterstützt und kürzlich berichtete er uns, dass sich während der Übertragung einer heiligen Messe über 50.000 Menschen eingeloggt hatten. Die Möglichkeiten der Medien sind nicht zu unterschätzen.

„Kirche in Not“ ist ein pastorales Hilfswerk; der Bedarf in der Corona-Krise beruht in der öffentlichen Wahrnehmung jedoch auf humanitärem und medizinischem Gebiet. Wie gehen beide Zielsetzungen zusammen?

Während eine medizinische, und in zahlreichen Ländern auch humanitäre Reaktion auf die Corona-Krise absolut notwendig ist, sind hierfür in erster Linie die örtlichen Behörden verantwortlich. Wir wissen, dass dies in vielen Ländern nicht der Fall ist und dass stattdessen Hilfsorganisationen und die Kirche diese Aufgaben übernehmen. Tätige Nächstenliebe gehört zum Wesen der Kirche. Doch ihr geht die Seelsorge voraus. In diesen Krisenzeiten brauchen die Menschen die Kirche mehr denn je. Sie haben Angst und wissen nicht, was die Zukunft bringen wird. Die Kirche tröstet sie und bringt ihnen sowohl geistige als auch materielle Hilfe, die nicht nur den eigenen Gemeinden zugutekommt, sondern dem ganzen Volk Gottes.

Um den Einsatz von Priestern und Ordensfrauen im Kampf gegen die Corona-Pandemie weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden.

Regina Lynch, Projektdirektorin von „Kirche in Not“ International. © Ilona Budzbon/Kirche in Not.
Ordensschwester in Ecuador bringt einem älteren Mann die Kommunion. © Kirche in Not
Um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie abzumildern, stellt das internationale päpstliche Hilfswerk “Kirche in Not”, das der verfolgten und leidenden Kirche in aller Welt dient, Nothilfen für Priester und Ordensfrauen zur Verfügung.

Angesichts der weltweiten Zunahme sozialer Not aufgrund von COVID-19 hilft diese großzügige Unterstützung Ordensleuten, die ihre materielle Lebensgrundlage verloren haben, damit sie weiterhin ihren seelsorglichen und sozialen Dienst ausüben können. Die finanzielle Hilfe unterstützt insbesondere Hilfsprojekte im Nahen Osten, in Mittel- und Osteuropa, Lateinamerika, Asien und Afrika.

Ordensschwestern auf den Philippinen versorgen bedürftige Menschen. Foto: KIRCHE IN NOT
„Da in Folge der COVID-19-Pandemie eine Welle menschlichen Leids weltweit spürbar wird, ist der Bedarf an sozialer und geistlicher Fürsorge gestiegen“, sagt Thomas Heine-Geldern, der Geschäftsführende Präsident von “Kirche in Not”. „Diese Hilfe, die dank vieler Wohltäter möglich wird, soll dazu beitragen, die Last der zahlreichen mutigen Ordensleute und Priester zu erleichtern, die an vorderster Front stehen und unseren leidenden Brüdern und Schwestern Gottes Liebe und Erbarmen bringen. Nun werden mehr denn je das Licht und die Hoffnung des Herrn benötigt.“
Menschen warten auf die Essensausgabe vor einer Kirche in Venezuela. Foto: KIRCHE IN NOT
Besonders die Menschen in Entwicklungsländern, die nur über sehr begrenzte Mittel verfügen, sind besonders gefährdet. Häufig sind bei der Gesundheitsfürsorge vom Einsatz der Kirche abhängig.

„Wir sind im Gebet verbunden mit den tapferen und engagierten Priestern und Ordensfrauen und mit allen leidenden Menschen in der Welt“, fährt Heine-Geldern fort. „Dies ist angesichts dessen, was gebraucht wird und was noch benötigt werden wird, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Kirche spielt jedoch eine besonders wichtige Rolle im Alltag der christlichen Gemeinden der Welt. Mein Dank gilt vor allem unseren Wohltätern, die oft trotz ihres eigenen Leids und ihrer eigenen Bedrängnis die Hand nach ihren Mitchristen ausstrecken und helfen, den Glauben lebendig zu halten.“

Um den Einsatz von Priester und Ordensfrauen weltweit im Kampf gegen Covid-19 unterstützen zu können, bitte „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN:AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Nothilfen Covid-19

In Indien ruht aufgrund der Corona-Pandemie das gesamte öffentliche Leben. Dennoch herrscht eine noch nie dagewesene Völkerwanderung im Land: Millionen Wanderarbeiter sind durch den Ende März verhängten „Shutdown“ des Landes nun arbeitslos und wollen so schnell wie möglich nach Hause.

Gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk KIRCHE IN NOT schildert die indische Ordensschwester Christin Joseph die Situation: „Es ist ein nicht enden wollender Strom von Zehntausenden von Menschen, die zu Fuß in ihre teilweise mehr als tausend Kilometer entfernten Heimatdörfer zurückkehren.“ Der Verkehr sei weitgehend eingestellt, Pensionen und viele Läden geschlossen. So könnten sich die Menschen nur mit wenig Lebensmitteln eindecken. Einen Platz zum Rasten oder Schlafen gebe es nicht. Hinzu kämen Temperaturen von an die 40 Grad.

Mitglieder der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ verteilen während der Corona-Krise Lebensmittel an bedürftige Familien. © Kirche in Not
In Indien zwingen Arbeitsmangel und Armut vor allem viele Einwohner aus den nördlichen Bundesstaaten zur Abwanderung in die großen Städte im Süden. „Tausende von ihnen sind einfache Tagelöhner, die viele Stunden täglich für ein paar Dollar am Tag arbeiten, ohne soziale Absicherung. Nun wollen sie wegen der Schließungen in ihre Heimat zurück“, erklärt Schwester Christin, die der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz angehört.

Abgeschnitten von Lebenswerk, aber geistig verbunden

Sie leitet die „Kleinen christlichen Gemeinschaften“, eine indische Laienbewegung. Die Gemeinschaften bilden sich in Regionen, die sehr abgelegen sind, wo selten ein Priester hinkommt oder wo es nur sehr wenige Christen gibt. Gläubige treffen sich mit einem Katecheten zu Wortgottesdiensten, Gebet und Austausch. In ganz Indien gibt es etwa 85 000 „Kleine christliche Gemeinschaften“.

Indische Katholiken, besonders im Norden des Landes, gehören oft zu den unteren Gesellschaftsschichten. Sie sind mit einer zunehmend gewalttätigen Diskriminierung konfrontiert. Unter normalen Umständen reist Schwester Christin monatlich tausende Kilometer, um diese benachteiligte Minderheit zu unterrichten und zu ermutigen.

Schwester Anne Christin Joseph, Leiterin der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ in Indien. © Kirche in Not
Vater und Sohn mit einem Lebensmittelpaket während der Corona-Krise. © Kirche in Not
Durch Corona hat sich jedoch die Lage geändert. Schwester Christins Schmerz ist spürbar, als sie KIRCHE IN NOT erzählt: „Ich bin über 65 Jahre alt und mein Gesundheitszustand ist schlecht. Deshalb darf ich nicht raus, ich darf nichts tun. Wenn ich höre, was mit unseren armen Menschen geschieht, fühle ich mich hilflos und unfähig, ihnen zu helfen. Ich kann nichts Anderes tun, als auf das Kreuz zu schauen und alles dem Herrn anzuvertrauen, der den menschlichen Schmerz am besten versteht.“

Hohes karitatives und geistliches Engagement in der Krise

Neben diesem Schmerz erreichen Schwester Christin aber auch hoffnungsvolle Nachrichten: „Zu meinem Trost reagieren unsere Gemeinschaften mit vielen kleinen Initiativen auf die aktuelle Lage. Immer unter Berücksichtigung der angeordneten Vorschriften helfen sie notleidenden Menschen und verteilen Lebensmittel, und zwar an alle, ob Katholiken, Protestanten, Hindus oder Muslime, ohne Unterschied.“ Im Bundesstaat Sikkim im äußersten Norden Indiens an der nepalesischen Grenze, helfen Mitglieder der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ in Zusammenarbeit mit staatlichen Helfern bei der Verteilung von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken.

Darüber hinaus unterstützen sich die Gläubigen gegenseitig durch digitale Nachrichten, sie veröffentlichen Gebete und Leitfäden, um besonders für ein Ende der Pandemie und ihre Folgen zu beten, berichtet Schwester Christin: „Wir müssen uns mit dieser neuen Art des Kirche-Seins arrangieren und zeigen, wie wir in dieser Zeit der Ausgangssperre ,Liebe in Aktion‛ sein können“.

In der Hauptstadt Neu-Delhi seien die von der Regierungsbehörde auferlegten Beschränkungen sehr streng, berichtet Emmanuel Johnson, Leiter einer „Kleinen christlichen Gemeinschaft“. Dennoch helfen er und seine Mitchristen bei der Verteilung von Lebensmittelrationen an Tagelöhner und Familien in Not. „Außerdem haben wir während der Ausgangssperre das Familiengebet eingeführt“, erklärt Johnson. Täglich um 19:00 Uhr versammelt sich die Familie und betet den Rosenkranz in Solidarität mit den an Corona erkrankten Menschen.

Auch Schwester Christin betet viel und hält via WhatsApp Kontakt mit den ihr liebgewordenen Gemeinschaften, die sie nun nicht mehr besuchen kann. Sie dankt KIRCHE IN NOT für die Unterstützung über all die Jahre, so dass die „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ jetzt in der Zeit der Krise eine Quelle des Trostes für ihre Mitmenschen sein könnten. „Aber die Tragödie ist groß“, richtet Schwester Christin das Wort direkt an die Wohltäter. „Indien braucht Ihr Gebet. Vergessen Sie uns nicht!“

Um die Arbeit der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“ in Indien weiterhin unterstützen kann, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden– online unter: www.kircheinnot.at/helfen/spenden

Schwester Annie Demerjian, eine der Hauptprojektpartnerinnen von „Kirche in Not“ in Syrien, hat den Wohltätern des weltweiten päpstlichen Hilfswerks und allen von der Corona-Pandemie betroffenen Menschen eine Grußbotschaft zukommen lassen. „Was die Welt im Augenblick erlebt, ist sehr schmerzlich. Lassen Sie sich in dieser durch das Coronavirus hervorgerufenen Situation nicht durch die Nachrichten in Panik versetzen. Folgen Sie den Anweisungen der Gesundheitsbehörden”, rief Schwester Annie auf.

Die Ordensfrau der „Kongregation von Jesus und Maria“ dankte den Wohltätern von „Kirche in Not“ für die Hilfe in Form von Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln, Heizöl und Medikamenten, die seit fast zehn Jahren den ärmsten und schwächsten Menschen in Aleppo und anderen Orten in Syrien zugutekommen. Außerdem versichert sie alle Wohltäter in dieser internationalen Notlage ihres Gebetes.

„Das Leid ist da, aber die Auferstehung auch“

Schwester Annie erklärte, dass sie und ihre Mitschwestern jeden Tag den Rosenkranz „für die ganze Welt” beten, und fügte hinzu: „Unser Glaube besteht nicht darin, eine Art ,Zauberknopf‛ zu drücken und zu hoffen, dass alles geregelt wird. Der Schmerz und das Leid sind da, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Auferstehung ebenfalls jeden Tag da ist.”

Auf dem Hintergrund der Erfahrungen, die sie während des Krieges im nordsyrischen Aleppo gemacht hat, sagte die Ordensfrau: „Wir müssen den bedürftigsten Menschen helfen. Wir müssen einander aufrichten, und alles wird vorübergehen.”

Besuchsdienst für Ältere, Einkaufsgutscheine für bedürftige Familien

lickt mit Sorge auf die Auswirkungen des Virus in Syrien, das durch neun Jahre Krieg geschwächt ist. „In Aleppo besuchen unsere Gruppen von Freiwilligen weiterhin die Häuser. Wir helfen insbesondere den alten Menschen, da viele von ihnen keine andere Unterstützung haben. Auch in Damaskus helfen unsere Schwestern den alten Menschen. Sie erledigen die Einkäufe für diese besonders gefährdeten Personen, damit sie nicht aus dem Haus gehen müssen. Die Leute haben nichts, womit sie sich schützen könnten. Wie sollen sie überleben?”, fragte die Ordensfrau besorgt.

Eine wirksame Hilfe sei das Gutscheinprogramm, das 260 Familien den Einkauf im Supermarkt ermögliche und die Unterstützung bei Mietzahlungen für besonders bedürftige Menschen. Schwester Annie fügte hinzu: „Allen unseren Wohltätern sagen wir ein aufrichtiges Dankeschön für ihre Großzügigkeit. Sie helfen uns seit so vielen Jahren und tun dies noch immer. Möge Gott sie weiterhin segnen und Sie und ihre Familien beschützen und gesund erhalten.”

Helfer mit Lebensmittelgutscheinen für bedürftige Menschen in Aleppo.

Als erstes von rund 5000 Hilfsprojekten des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ hat die Tafel „Johannes der Barmherzige“ in Zahlé/Libanon ihre Arbeit als Reaktion auf die Corona-Krise umstellen müssen. „Die Pandemie hält die Welt in Atem. Wir erhalten Nachrichten der Anteilnahme aus aller Welt. Doch auch unsere Projektpartner leiden unter den Auswirkungen der Krise. Das macht uns Sorgen“, erklärte Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland.

Die Tafel „Johannes der Barmherzige“ wird von der melkitischen griechisch-katholischen Erzdiözese von Furzol, Zahlé und der Bekaa-Ebene betrieben. Normalerweise werden dort jeden Tag rund 1000 Personen mit einem Mittagessen versorgt. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge; die syrische Grenze liegt nicht weit. Nun musste die Essensausgabe den Bewirtungsbetrieb in den eigenen Räumen einstellen, nachdem die libanesische Regierung umfangreiche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffen hatte.

Essenslieferung an 400 Personen

Die Arbeit geht auch unter den veränderten Umständen weiter: Helfer bringen die Mahlzeiten nun zu rund 400 besonders bedürftigen Personen, die ihre Häuser nicht mehr verlassen können. „Ich danke dem Team der Freiwilligen für ihren Einsatz. Sie tun Gutes und helfen den Menschen in dieser außergewöhnlichen Situation“, erklärte der zuständige melkitisch griechisch-katholische Erzbischof Issam John Darwish. Er rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben sowie Gebete und Gottesdienste über Radio oder Internet zu verfolgen. Im Libanon gelten ähnlich wie in zahlreichen europäischen Ländern Versammlungsverbote.

Krisenländer trifft Corona noch härter

„Länder, deren Gesundheitswesen wenig Schutz bietet oder die, wie der Libanon, durch Flüchtlingsströme und Krisen bereits geschwächt sind, trifft die Ausbreitung des Corona-Virus noch viel härter als uns“, erklärte Florian Ripka. Im Libanon herrscht eine schwere politische und wirtschaftliche Krise. Seit Herbst 2019 kam es zu Massenprotesten. „Kirche in Not“ nutzt die bestehenden Kontakte zu den lokalen Kirchenvertretern, damit die Hilfsleistungen gesichert bleiben.

Mittlerweile träfen bei „Kirche in Not“ auch aus Venezuela und den Palästinensergebieten Nachrichten ein, die über Auswirkungen der Corona-Pandemie berichten, sagte Ripka: „Wir alle werden in der Zeit des Corona-Virus geprüft, aber wir können auch etwas tun: Unser Gebet und unsere Solidarität müssen weitergehen.“

Um die Tafel „Johannes der Barmherzige“ im libanesischen Zahlé weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter www.kircheinnot.at/helfen/spenden oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Libanon

Vorbereitung der Essensauslieferung

Ein Aktionsplan, der es Tausenden von Christen ermöglichen soll, in ihre Häuser in der syrischen Stadt Homs zurückzukehren, wurde unter Beteiligung von Kirchenführern und einer bedeutenden katholischen Hilfsorganisation vereinbart.

Bei diesem Treffen in Homs unterzeichneten die Führer von fünf Kirchengemeinden die «Homs-Wiederaufbau-Komitee-Vereinbarung», nach der die katholische Hilfsorganisation KIRCHE IN NOT, als Teil der ersten Phase des Plans, 300 Häuser wieder instandsetzen wird.

In einer zweiten Phase sollen weitere 980 Häuser wiederaufgebaut werden: 80 von Angehörigen der melkitisch griechisch-katholischen Gemeinde, 600 von Angehörigen der griechisch-orthodoxen Gemeinde und 300 Häuser, die syrisch-orthodoxen Familien gehören. KIRCHE IN NOT wird einen Teil dieses Projektes unterstützen.

Um die Bedeutung dieser Vereinbarung hervorzuheben, sagte der für KIRCHE IN NOT-Projekte im Nahen Osten verantwortliche Referent, Pater Andrzej Halemba: “Diese Vereinbarung ist eine der entscheidendsten Maßnahmen für die Wiederherstellung der christlichen Gemeinde in Homs.

“Die Verpflichtung, so viele Häuser wiederaufzubauen, ist für die Menschen, die unbedingt in die Stadt zurückkehren wollen, die für Christen eine der bedeutendsten in ganz Syrien ist, ein Licht der Hoffnung.”

Der Griechisch-Orthodoxe Bischof von Homs, Georges Abou Zakhem, kommentierte: “Die Menschen müssen in ihre Häuser zurückkehren, können dies ohne die Hilfe von KIRCHE IN NOT aber nicht tun.”

Der Melkitische Priester, Pater Bolos Manhal, sagte hierzu: “Ich bin sehr glücklich, dass die Menschen diese wunderbare Möglichkeit haben, in ihre Häuser zurückzukehren. Sie haben so viel gelitten, und für viele wird mit der Rückkehr ein Traum in Erfüllung gehen.

“Sie mussten so viel Geld ausgeben, um eine Wohnung zu mieten, sodass der Wiederaufbau ihrer Häuser ihr Familienbudget sehr entlasten wird. Überdies gibt es in der Stadt mehr Arbeitsmöglichkeiten als auf dem Land, und die werden sie dann nutzen können.”

KIRCHE IN NOT wird den Wiederaufbau der Häuser mit maximal 3.500 US-Dollar pro Haus unterstützen.
Da in Homs mehr als 12.500 Häuser zerstört und 37.500 schwer beschädigt worden sind, leben viele Christen als Vertriebene seit bis zu sieben Jahren im nahegelegenen «Tal der Christen».

Zum Höhepunkt des Konfliktes im Jahr 2014 lebten in der Altstadt von Homs nur noch weniger als 100 Christen, und gezielte Angriffe durch islamistische Extremisten zwangen ungefähr 250000, den Ort zu verlassen.

Im letzten Jahr entwickelte KIRCHE IN NOT den Plan, 100 Häuser wiederaufzubauen, die melkitischen und syrisch-orthodoxen Familien gehören. Von diesen sind 85 bereits wieder bewohnt, und die Rückkehr der restlichen Familien wird zu Beginn des Studienjahres im Herbst erwartet.

Der «Wiederaufbauplan Homs 2018» war Teil eines Vorhabens, das bereits zum Neuaufbau von beinahe 500 Häusern in ganz Syrien geführt hat, viele davon in Aleppo.

Seit Beginn der Krise in Syrien im Jahre 2011 hat KIRCHE IN NOT 750 Projekte abgeschlossen, an denen 150 Partner beteiligt waren.

Seit dem Beginn des Bürgerkrieges in Syrien 2011 hat KIRCHE IN NOT in Syrien fast 750 Projekte für rund 29,5 Millionen Euro finanziert. 

Um den Menschen in Syrien weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter www.spenden.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Christen in Syrien

Hilfsprojekte zu diesem Kontinent

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