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Die Behörden des Bezirks Kolar im indischen Bundesstaat Karnataka haben den Abriss einer vor 18 Jahren in dem Dorf Gokunte errichteten Christusstatue angeordnet. Der Abrissbeschluss wurde am 15. Februar in Anwesenheit von Vertretern der Zivilbehörden, Polizeibeamten und der örtlichen Bevölkerung umgesetzt. Laut der Abrissverfügung war die Statue auf einem staatlichen Grundstück errichtet worden, das angeblich als Weideland bestimmt war. Der zuständige Beamte erklärte: „Wir haben die Statue auf der Grundlage des Beschlusses des Obersten Gerichtshofs abgerissen, der bestätigte, dass sie auf staatlichem Grund und Boden errichtet worden war“. Christliche Religionsvertreter berichten, dass das entsprechende Gerichtsverfahren noch nicht endgültig abgeschlossen war.

Pfarrer Theres Babu, ein Priester und Anwalt, sagte, dass „der Abrissbeschluss nie mitgeteilt oder vorgelegt wurde“. Nach Angaben des Priesters war für den 16. Februar eine neue Anhörung in diesem Fall angesetzt. Der einheimische Katholik Rayappa sagte gegenüber Fides: „Letzte Nacht waren bei der Sprengung mehr als 400 Polizisten im Einsatz. Seit 2004 beten wir vor der Statue. Sie haben uns nicht einmal zugehört und sie einfach mit Bulldozern zerstört. Wir hatten sie dank einer kleinen Spendenaktion unter den Dorfbewohnern gebaut“. Nach Angaben der Dorfbewohner hatte eine radikale Hindu-Organisation beim Obersten Gerichtshof eine Klage eingereicht, in der sie den Abriss der Statue forderte.
Die Priester der nahe gelegenen Kirche des heiligen Franz Xaver berichten, dass die gesamte Gemeinde nach dem Abriss unter Schock stehe. „Mehrere Jahrzehnte lang hatten wir die schriftliche Genehmigung der Behörde, das 300 Morgen große Grundstück, auf dem die Statue stand, zu nutzen und dort pastorale und soziale Aktivitäten durchzuführen, bis vor zwei Jahren ein Mitglied einer Hindu-Gruppe beim Obersten Gerichtshof Berufung einlegte und die Nutzung des Landes in Frage stellte“, beklagen sie.

Die Jesusstatue wurde auf einem Hügel über dem Dorf Gokunte mit rund 500-600 fast ausschließlich katholischen Einwohnern (über 100 Familien) errichtet. Die Gemeinde des heilgen Franz Xaver in Gokunte ist eine der ältesten katholischen Gemeinden im Bezirk Kolar. Im Jahr 1977 wurde die Pfarrei den Missionaren des heiligen Franz von Sales anvertraut. In Trägerschaft der Pfarrei befindet sich auch ein Heim für Kinder, ein Pilgerhaus und viele andere soziale Fördereinrichtungen, darunter eine Berufsschule für junge Frauen und Englischkurse für Schulkinder. (Quelle: Fidesdienst)

Eine Gruppe radikaler Hindus verwüstete das katholische „Zentrum des Heiligen Kreuzes des Heiligen Antonius“. Es handelt sich um eine katholische Stätte des Gebets und der Gastfreundschaft, die vor 40 Jahren in Urandady Gudde-Panjimogaru in der Nähe der Stadt Magalore im südindischen Bundesstaat Karnataka errichtet wurde. Mitglieder der Gruppe „Shri Sathya Kordabbu Seva Samiti“ sollen am 5. Februar das Gebäude dem Erdboden gleichgemacht haben. Die Aktivisten rückten mit einem Bulldozer an und rissen das Gebäude ab, in dem auch Räumlichkeiten soziale Dienste untergebracht waren.

Die katholische Einrichtung diente als Asyl- und Zufluchtsstätte für benachteiligte Familien. Etwa 30 Familien in Not wurden deshalb obdachlos. Der Abriss erfolgte ohne Genehmigung auf der Grundlage einer Beschwerde von Hindu-Gruppen, die es als „rechtswidrig“ betrachteten und seinen Abriss forderten. Die Zivilbehörden hatten in den letzten Tagen ein Rundschreiben herausgegeben, in dem sie erklärten, dass bis zu einer für den 14. Februar anberaumten Anhörung niemand das Recht habe, das Gelände des Zentrums zu betreten.

Unterdessen reichte Antony Prakash Lobo vom Vorstand des Zentrums Anzeige bei der Polizei ein, in dem er feststellte, dass „diese illegale Aktion zu Unruhe in einer friedliebenden Gemeinschaft führt“. „Dieses Vorgehen verstößt gegen das Gesetz und stellt einen eklatanten Machtmissbrauch dar, der gegen die Anordnungen des Gerichts verstößt“, erklärte er.

Berichte über Gewalt gegen christliche Gemeinschaften, Einrichtungen und Gebetszentren in ganz Indien häufen sich. Zuletzt wurde am 5. Februar, eine protestantische Kirche in dem Dorf Kistaram im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh in Brand gesetzt. Im Jahr 2021 wurden insgesamt mehr als 500 Angriffe auf Kirchen und Christen gemeldet. (Quelle: Fidesdienst)

Neuer Bericht beklagt die Zunahme der Gewalt gegen Christen in Indien. „In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 305 Gewalttaten gegen Christen verübt“, heißt es in einem am 21. Oktober in Neu-Delhi veröffentlichten Untersuchungsbericht.

Der Bericht, der von den Bürgerrechtsgruppen  „United Against Hate“, „Association for Protection of Civil Rights“ und „United Christian Forum“ erstellt wurde, besagt, dass Christen in 21 der 28 Bundesstaaten des Landes verfolgt werden.

„Das weist darauf hin, dass sich die organisierte Gewalt gegen Christen im ganzen Land ausbreitet“, sagte A. C. Michael, nationaler Koordinator des “United Christian Forum“, das Teil der Untersuchungskommission ist, gegenüber dem Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN).

„In den neun Monaten seit Januar“, so der Bericht, „wurden Christen im ganzen Land 305 Mal gewaltsam angegriffen“; viele der Angriffe gingen vom Mob aus.

Dem Bericht zufolge war der September mit 69 gewalttätigen Übergriffen der schlimmste Monat für Christen in Indien, gefolgt vom August mit 50, Januar mit 37, Juli mit 33, März, April und Juni mit 27, Februar mit 20 und Mai mit 15 Angriffen.

Indiens Hindi sprechende Bundesstaaten wie Uttar Pradesh, Chhattisgarh, Jharkhand und Madhya Pradesh verzeichneten im Berichtszeitraum 169 Vorfälle von Gewalt gegen Christen.

Auch der relativ friedliche südliche Bundesstaat Karnataka ist inzwischen feindselig gegenüber Christen eingestellt. Nach der Machtübernahme der pro-hinduistischen Bharatiya Janata Party (BJP) wurden bis September 32 gewalttätige Vorfälle gemeldet.

Die Hindu-Extremisten, die hinter diesen Angriffen stecken, verschonten dem Bericht zufolge nicht einmal Frauen. Mehr als 1331 Frauen wurden bei den Angriffen gegen Christen verletzt, darunter 588 aus indigenen Gemeinschaften und 513 Dalits, früher als Unberührbare bekannt.

Der Bericht dokumentiert auch 28 Fälle von Beschädigungen christlicher Gebetsstätten, einschließlich Kirchen.

Ein weiteres großes Problem für Christen ist die ablehnende Haltung der Polizei und anderer ziviler Behörden. 85 Mal wurde Christen unter dem einen oder anderen Vorwand verboten, sich zu religiösen Aktivitäten zu versammeln, heißt es in dem Bericht.

Der Bericht verzeichnete 10 bekannte Fälle, in denen Christen aufgrund der Antikonvertierungsgesetze illegaler Bekehrungsaktivitäten beschuldigt wurden, die angeblich durch Betrug, Nötigung oder Verführung zustande gekommen waren.

„Minderheiten dürfen ihren Glauben nicht ausüben“, sagte Michael und fügte hinzu, dass „ein solches Phänomen auf dem Vormarsch ist, und das auch noch mit stillschweigender Unterstützung der Polizei und anderer Regierungsbeamter, die uns eigentlich schützen sollten“.

Am 3. Oktober brach ein Mob von 300 Menschen in eine Kirche in Roorkee im Bundesstaat Uttarakhand ein, griff Gläubige an und verwüstete die Kirche. Die Angreifer „zerstörten die Überwachungskameras, misshandelten Männer und belästigten Frauen“, so Michael gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN).

Selbst nach mehreren Wochen „wurde niemand verhaftet und die Schikanen gegen Christen gingen weiter“, sagte Michael, der ein ehemaliges Mitglied der Minderheitenkommission des Bundesstaates Delhi ist, die die Interessen von Minderheiten schützen soll. Er fügte hinzu: „Wir leben in einer sehr bedrohlichen Situation.“

„Trotz der zunehmenden Schikanen gegen Rechtsanwälte, Aktivisten, Journalisten, Studenten, Akademiker und andere, die der Regierung und ihrer Politik kritisch gegenüberstehen, bin ich optimistisch, dass unser Land die Bewährungsprobe für seine Demokratie und seine säkuläre Ausrichtung übersteht, da die Verfassungsorgane wie die Justiz weiterhin eine Position vertreten, die auch vertreten werden sollte.“

„“Dies ist eine vorübergehende Phase, die bald vorbei sein wird, sobald die Mehrheit dies versteht und ihre politische Macht nutzt“, schloss Michael.

Der emeritierte Erzbischof von Bhopal, der Hauptstadt des zentralindischen Bundesstaates Madhya Pradesh, Leo Cornelio, hat ebenfalls seine Besorgnis über die zunehmenden Angriffe auf Christen zum Ausdruck gebracht.

Er wandte sich in einem Schreiben an Premierminister Narendra Modi mit dem Appell, wirksame Maßnahmen zur Eindämmung der Gewalt gegen Christen einzuleiten.

In seinem Schreiben vom 26. Oktober erklärte der Prälat, dass „bestimmte Einzelpersonen und Gruppen eine Hasskampagne gegen Minderheitengruppen, insbesondere Christen, gestartet haben“, die zu Gewalt gegen sie führe. „Der zunehmende religiöse Fundamentalismus und Hass“, so der Prälat, seien „eine Bedrohung für das Wachstum der Nation“.

Christen machen 2,3 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner Indiens aus. Die Kirchen engagieren sich vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheitsfürsorge und anderen wohltätigen Zwecken.

Nach einem Mordanschlag von Extremisten auf eine katholische Schule hat ein führender Geistlicher erklärt, dass indische Christen unter der Regierung von Premierminister Modi niemals sicher sein werden.

In einem Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) über den Angriff von etwa 500 Menschen auf die St. Joseph-Schule in Ganj Basoda, Madhya Pradesh, äußerte sich Pater Maria Stephen kritisch über die Regierung, die oft als Hindutva-Nationalistisch bezeichnet wird. Er sagte: „Solange die BJP [Bharatiya Janata Party] an der Macht ist, werden die Christen in hohem Maße mit Ungerechtigkeit und Verfolgung konfrontiert sein. Sie haben Angst vor den Christen wegen ihres Engagements“. Er fügte hinzu: „Die Fundamentalisten glauben, dass die Motivation hinter unserem sozialen Einsatz darin besteht, andere zum Christentum zu bekehren.“

Die Schule wurde am 6. Dezember angegriffen, nachdem in den sozialen Medien Gerüchte aufgetaucht waren – die Pater Stephen als falsch bezeichnete -, die Schule in Madhya Pradesh, einem von der BJP regierten Bundesstaat, habe mindestens acht Schüler zum Christentum bekehrt.

Pater Stephen sagte: „Modi persönlich mag es nicht, wenn die Menschen Minderheiten angreifen… Aber dort, wo die BJP-Regierung den Staat regiert, nimmt die Gewalt zu…

Wann immer wir politische Führer treffen, grüßen sie uns herzlich und sind sehr freundlich. Aber manchmal sind sie nicht in der Lage, den Mob und die Gewalt zu kontrollieren.“ Er fügte hinzu: „[Christen werden angegriffen], weil die Hindus der hohen Kaste wollen, dass die Menschen der niedrigen Kaste ihnen dienen.  Missionare bringen den Menschen bei, dass Alle gleich sind. Ein Teil der Hindus will, dass die Armen noch ärmer und die Reichen noch reicher werden.

Die Schule wird von der Kongregation der Malabar-Missionsbrüder des Heiligen Franz von Assisi, einem Orden der syro-malabarischen katholischen Kirche, betrieben.

Bei dem Angriff warf der Mob Steine gegen die Fenster, riss die Türen mit Eisenstangen auf und stürmte das Gebäude.

Pater Stephen sagte: „Die Polizei hat den Mob indirekt unterstützt. Die Schulleitung hatte einen Tag zuvor einen Antrag auf Polizeischutz gestellt, aber sie nahm ihn nicht ernst. Man hatte das Gefühl, dass der Polizeipräsident die Christen nicht mochte“

Während des Angriffs waren einige Schüler dabei, eine Matheprüfung abzulegen. Nach Angaben von UCA News erlitt die Schule, in der 1500 Schüler unterrichtet werden, einen Schaden von fast 2 Millionen Rupien (19.000 Pfund).

Pater Stephen berichtete: „Die Kinder waren sehr verängstigt. Am nächsten Tag weigerten sich die Kinder, zur Prüfung zu kommen. Das war ihre negative Reaktion auf den Mob.”

In Bezug auf die neuen Konversionsgesetze in Madhya Pradesh sagte er: „Nach dem neuen Gesetz muss der Angeklagte seine Unschuld beweisen und nicht der Ankläger die Schuld des Angeklagten. Es dauert Monate oder sogar Jahre, um freigesprochen zu werden. Bislang konnte in keinem dieser Fälle bewiesen werden, dass Pfarrer oder Pastoren die Menschen gezwungen hätten, zum Christentum zu konvertieren.“

Rund 500 hinduistische Extremisten der „Bajrang Dal“-Bewegung drangen ist in eine katholische Schule im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh ein und verwüsteten diese. Es handelt sich um die St.-Josephs-Schule in Ganj Basoda im Bezirk Vidisha in Madhya Pradesh. Während der Prüfungen der 12. Klasse warfen sie Steine auf das Schulgebäude, beschädigten Fenster und Möbel und und versetzten die Schüler in Angst und Schrecken. Den Schulbehörden, Lehrern und Schülern, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Gebäude aufhielten, gelang es, der Gewalt unversehrt zu entkommen.

Der Grund für die Gewalttaten war die angebliche religiöse Konversion von acht hinduistischen Schülern, die angeblich vom Schulpersonal gefördert wurde. Die Anschuldigungen werden von den Schulbehörden entschieden zurückgewiesen. Bruder Antony Pynumkal, Direktor der Schule, die von den Malabar Missionary Brothers (MMB) in der syro-malabarischen Diözese Sagar betrieben wird, erklärte gegenüber Fides, dass die angebliche Bekehrung ein „Vorwand“ sei der „falsch ist“ und „jeglicher Grundlage“ entbehre. Er berichtet, dass er am Tag vor den jüngsten Ereignissen durch die lokalen Medien von der bevorstehenden Organisation der Razzia erfahren hatte. Bruder Pynumkal informierte daraufhin umgehend die Polizei, die jedoch keine Sicherheitsmaßnahmen ergriff, um die Schule zu schützen und die Gewalt zu verhindern.

Pfarrer Sabu Puthenpurackal, ein Priester, der in der Diözese Sagar für die Medienarbeit zuständig ist erklärt zu den Hintergründen der Tat: „Die nahe gelegene Kirche St. Joseph in Ganj Basoda hatte am 31. Oktober die Erstkommunion einiger katholischer Kinder der Gemeinde organisiert. Ein Gruppenfoto der Kinder zusammen mit Bischof James Athikalam und Pfarrer Pater Jose Lee Cyrakkove wurde am 5. November im monatlichen Mitteilungsblatt der Diözese „Sagar Voice“ veröffentlicht. Dieses Foto wurde von den Betreibern des YouTube-Kanals ‚Aayudh‘ fälschlicherweise als Bekehrung von hinduistischen Kindern interpretiert, was militante Hindu-Gruppen zu Aktionen gegen Christen angestachelt hat“. In den letzten Tagen hatten sich die Kirchenbehörden deshalb auch an die Polizei gewandt, um christliche Einrichtungen in Ganj Basoda zu schützen. Diese konnten die Gewalt jedoch nicht verhindern. Unterdessen teilt die Polizei mit, dass die Ermittlungen wegen Vandalismus im Gange sind.

Die 2009 gegründete Schule nimmt Schüler in der Stadt Ganj Basoda auf, die etwa 105 km nordwestlich von Bhopal, der Hauptstadt des Bundesstaates, liegt. Sie wird von 1.500 Schüler aller Religionen und Kulturen besucht, von denen weniger als ein Prozent Christen sind. (Quelle: Fidesdienst, Bild: KIRCHE IN NOT, Symbolfoto)

Katholische Ordenfrauen und und rund 50 Gläubige wurden am vergangenen 10. Oktober Gläubige wurden im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh von hinduistischen Extremisten angegriffen. Die Angreifer und Mitglieder der radikalen Gruppen „Bajrang Dal“ und „Hindu Yuva Vahini“ und brachten sieben christliche Gläubige gewaltsam zur nahe gelegenen Polizeistation, wo sie die Nacht in Gewahrsam verbrachten. Unter den sieben waren drei Frauen und der evangelische Pastor Abraham Shakil, der beschuldigt wird, „Zwangsbekehrungen“ durchgeführt zu haben. Der Priester und Menschenrechtsaktivist Anand Mathew berichtet dazu gegenüber Fides dass „diese Angriffe auf Vorwänden beruhen, um Christen zu schikanieren“.

Bei einem anderen Vorfall wurden zwei Ordensschwestern der Ursulinen zur Polizeistation gebracht und sechs Stunden lang festgehalten. Die Ordensfrauen befanden sich am Busbahnhof der Stadt. Erst nach dem Eingreifen eines hochrangigen Polizeibeamten in Lucknow, der Hauptstadt des Bundesstaates Uttar Pradesh, wurden die katholischen Schwestern wieder freigelassen. Es handelt sich um Schwester Gracy Monteiro und Schwester Roshni Minj, die mit dem Bus zu ihrem kranken Vater im indischen Bundesstaat Jharkhand fahren wollten. Als Schwester Minj lediglich nach dem Busfahrplan fragte, wurden die beiden angehalten, verbal angegriffen und gewaltsam auf dieselbe Polizeistation gebracht, auf der auch die Christen und der Pastor festgehalten wurden. „Wir waren schockiert, als man uns auf die Polizeiwache brachte und behauptete, wir gehörten zu einer christlichen Gemeinschaft, die an Zwangsbekehrungen beteiligt sei. Das ist völlig falsch“, bekräftigt Schwester Monteiro.
In der von Radheshyam Singh, einem Hindu, eingereichten Beschwerde heißt es, dass die Christen „gegen die Gesundheitsmaßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 verstoßen haben“, und sie werden beschuldigt, „an der Bekehrung anderer zum Christentum durch unerlaubte Mittel wie die Bereitstellung von Arbeit und Geld beteiligt zu sein“. „Diese Anschuldigungen und solche Vorfälle“, so Patsy David, Vertreterin der Nichtregierungsorganisation „ADF International“, „sind Teil eines organisierten Plans zur Unterdrückung der Christen in Uttar Pradesh“.

Nach Angaben der ADF wurden seit 2017 in Uttar Pradesh 374 Fälle von Gewalt gegen Christen dokumentiert. Die Übergriffe haben zugenommen, seit die Regierung von Uttar Pradesh im September 2020 das „Anti-Konversionsgesetz“ verabschiedet hat. In den meisten Fällen greifen extremistische Gruppen die Gotteshäuser oder Wohnungen von Christen an, unterbrechen ihre Versammlungen, beschädigen ihr Eigentum, ihre Möbel, Bibeln und Veröffentlichungen und bringen sie zur Polizei.
Uttar Pradesh, ein vorwiegend landwirtschaftlich geprägter Bundesstaat mit 230 Millionen Einwohnern, ist der größte Bundesstaat Indiens. Laut der Volkszählung von 2011 sind die Christen eine winzige Minderheit von etwa 350.000. (Quelle: Fidesdienst)

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 kam es in Indien trotz der schweren Pandemie-Situation zu 127 Gewalttaten gegen Christen. Dies berichtet das „United Christian Forum“ (UCF) und zitiert dabei die Daten der speziellen „Hotline“ zur Überwachung von Gewalttaten gegen Gläubige im Land. Unter den Beschwerden, die von indischen christlichen Bürgern über die gebührenfreie Nummer gemeldet wurden, gibt es Massenangriffe oder Drohungen und Einschüchterungen verschiedener Art aus Gründen der Religionszugehörigkeit. „Außerdem besteht die Tendenz, den First Information Report (FIR), die offizielle Anzeige bei der Polizei nicht einzureichen, denn nur in 15 Fällen von 127 Gewaltfällen war dies der Fall“, so der Katholik A.C. Michael, ein führendes Mitglied der UCF.

Wie aus den Daten hervorgeht führt der Bundesstaat Chhattisgarh in Zentralindien die meisten Unfälle an (19), während sich in Karnataka und Jharkhand 17 Fälle ereigneten. Religiöse Gewalt wurde möglicherwise durch die durch die Pandemie verursachten Bedingungen der Armut und des Elends im gesamten Staatsgebiet verschärft.

Insgesamt 555 Frauen, 120 Dalits und 189 Stammesangehörige wurden Opfer dieser Vorfälle und Fälle religiöser Gewalt „sind so häufig geworden, dass niemand mehr das Bedürfnis verspürt, sie zu verurteilen. Das gilt auch für politische, zivilgesellschaftliche und religiöse Führungskräfte“, sagt Michael und signalisiert damit die Gefahr der Gleichgültigkeit. Dank des Engagements von Anwälten und Freiwilligen, die kostenlose Rechts- und Sozialhilfe leisten, wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 28 Gotteshäuser oder Gebetsstätten wiedereröffnet und 66 von der Polizei festgenommene Gläubige freigelassen.

Die UCF mit Sitz in Neu-Delhi ist eine christliche Organisation, die Grund- und Bürgerrechte fördert und eine und sich für die Rechte der christlichen Minderheit einsetzt. Sie arbeitet mit verschiedenen Netzwerkpartnern wie der Alliance Defending Freedom India, der Religious Liberty Commission of Evangelical Fellowship of India (EFI) und der Christian Legal Association zusammen. Gemeinsam fördern diese Organisationen die Menschenrechte und die Religionsfreiheit in Indien.
Laut der Volkszählung von 2011 leben in Indien 966 Millionen Hindus, 80 % der 1,3 Milliarden indischen Bevölkerung. Muslimische Bürger sind 172 Millionen (14%), während Christen 29 Millionen (2,3%) sind. (Quelle: Fidesdienst)

Im indischen Distrikt „Dadra and Nagar Haveli and Daman and Diu“ im westindischen Unionsstaat Gujarat müssen Schüler aller Klassen in allen Schulen das hinduistische Vasant Panchami-Fest feiern, bei dem die hinduistischen Göttin Saraswati (der Göttin des Wissens) verehrt wird. Dies wird in einem von den Behörden herausgegebenen und an alle Schulen gesendeten Rundschreiben veranlasst und gilt auch für Lehrer und Schüler nicht hinduistischer Religion und privater Schulen. Das „United Christian Forum (UCF), das sich die sich für den Schutz von Menschen- und Bürgerrechten einsetzt, fordert die Regierung auf die Anweisung zur Verehrung hinduistischer Gottheiten zurückzuziehen. „Die Christen in Dadra and Nagar Haveli and Daman and Diu leiden unter dieser Bestimmung“, so AC Michael, Koordinator des UCF, gegenüber Fides.

Dem Rundschreiben zufolge müssen alle staatlichen und privaten Schulen – einschließlich der christlichen Feierlichkeiten planen um der Gottheit zu huldigen und bis zum 17. Februar einen Bericht über die Feiern zusammen mit den Fotos vorlegen. Die Anweisung schreibt auch das beten hinduistischer Gebetsformeln und die Durchführung hinduistischer Rituale in allen Schulen vor.

Die christliche Gemeinschaft sieht in der gegenwärtigen Verordnung „edie Ausübung des eigenen Glaubens eingeschränkt und die Freiheit und das Recht verletzt, eigene Institutionen selbst zu verwalten“, betont Michael, ein engagierter katholischer Laie. Das Verhalten der Regierung – bekräftigt er – „untergräbt ernsthaft die Religionsfreiheit und die Freiheit, Bildungseinrichtungen zu verwalten, die durch die indische Verfassung geschützt und für alle religiösen Minderheiten garantiert sind“.
„Die friedliebende christliche Gemeinschaft betet dafür, dass Indien weiterhin gedeiht und das säkulare Gefüge unseres pluralistischen Landes intakt bleibt. Im Namen der Gemeinde bittet das United Christian Forum die Verwaltung und die Direktion für Bildung, dieses Rundschreiben unverzüglich zurückzuziehen“, betont Michael. (Quelle: Fidesdienst)

Katholische Kirchenführer in Indien haben angesichts einer angekündigten „Antikonversionskampagne“ hindu-nationalistischer Kreise die Regierung des Landes aufgefordert, Christen und andere religiöse Minderheiten vor Übergriffen zu schützen.

Die „Nationale Freiwilligenorganisation“ (RSS) und ihre Unterorganisation, der „Welt-Hindu-Rat“ (VHP), zwei der wichtigsten Netzwerke hindu-nationalistischer Kräfte, hatten angekündigt, verstärkt gegen christliche Missionstätigkeit und Konversionen zum christlichen Glauben vorgehen zu wollen. Der RSS gilt als treibende ideologische Kraft hinter der regierenden Indischen Volkspartei BJP, die seit 2014 mit Narendra Modi den Premierminister des Landes stellt, das als größte Demokratie der Welt gilt. „Das ist weder eine neue noch eine plötzliche Kampagne. Der RSS hat sie in den fast hundert Jahren seines Bestehens immer auf der Agenda gehabt“, erklärte John Dayal, Sprecher der „All India Catholic Union“, gegenüber KIRCHE IN NOT.

Bereits 2015 demonstrierten indische Bischöfe gegen Übergriffe auf Kirchen.

Aufwiegelungen in Zentralindien

Vor allem dem VHP sei es gelungen, weite Teile der traditionellen Stammesgebiete Zentralindiens aufzuwiegeln. Der Vorwurf: Christen würden im Geheimen und durch Manipulation Stammesangehörige bekehren. Das vermeintliche Ziel: Die Auflösung der traditionellen hinduistischen Gesellschaft.

Dabei entbehrten die Vorwürfe jeder Grundlage, wie schon ein Blick auf die Statistik zeige, sagte Dayal: „1950 betrug der Anteil der Christen an der indischen Bevölkerung drei Prozent, 1971 lag er bei 2,6 Prozent und bei der Volkszählung 2011 waren es 2,3 Prozent.“

Stattdessen stecke hinter der jüngsten Kampagne eine politische Agenda, vermutet Arun Pannalal vom „Chhattisgarh Christian Forum“, das sich für bedrängte Christen im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh einsetzt. Die hindu-nationalistische Partei BJP habe bei den Wahlen 2019 die Kontrolle über diesen und den benachbarten Bundesstaat Jharkhand verloren.

„Darum ist die Kampagne schon im Gange“, meint Pannalal im Gespräch mit KIRCHE IN NOT. „Sie versuchen, die Emotionen hindu-nationalistischer Kräfte anzustacheln.“ Vorwürfe von aggressiver Missionstätigkeit und Konversionen seien ein einfaches Mittel dazu.

„Es ist eine gut geölte Maschinerie am Werk. Tage vor einer Attacke auf Christen sind erstmals Zeitungsartikel gegen Konversionen erschienen“, erzählt Pannalal. „Es folgten Fernsehdebatten, zu denen keine Christen eingeladen waren, um etwas zu ihrer Verteidigung zu sagen. Auch die sozialen Medien werden eifrig genutzt, es gibt Kundgebungen gegen Konversionen. Wenn die Atmosphäre des Hasses überkocht, erfolgt der Angriff.“

Gottesdienst unter freiem Himmel in Indien. Foto: KIRCHE IN NOT

Christen wurden aus Dörfern vertrieben

Auf Dorfversammlungen werde regelmäßig gegen Christen gehetzt, so Pannalal. Daran nähmen oft 2000 bis 5000 Stammesangehörige teil. So sei es bereits vorgekommen, dass Christen aus Dörfern im Bundesstaat Chhattisgarh vertrieben wurden.

Auch sei von einem christlichen Versammlungsraum das Kreuz entfernt und an der Stelle ein hinduistischer Tempel errichtet worden. „Die Zahl der Gräueltaten gegen Christen nimmt alarmierend zu“, so Pannalal.

Ähnliches weiß auch Erzbischof Victor Henry Thakur aus Raipur, der Hauptstadt des Bundesstaats Chhattisgarh, zu berichten: „Früher gab es sporadische Angriffe, jetzt sind sie regelmäßig und koordiniert. Die Behörden müssen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen und gewährleisten, dass die Täter nicht davonkommen.“

Prozession in Indien.

„Konversion ist Schreckgespenst in den Händen von Nationalisten“

Ein Geistlicher aus dem benachbarten Bundessstaat Jharkhand, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, äußerte gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Konversion zum Christentum ein „Schreckgespenst in den Händen von Hindu-Nationalisten ist.“ Dabei seien viele Stämme animistisch geprägt – eine noch ältere religiöse und kulturelle Strömung als der Hinduismus.

„Die Nationalisten versuchen, die Stammesangehörigen für ihre Zwecke einzuspannen. Sie drücken ihnen den Stempel ,Hindu’ auf und versuchen sie gegen Christen aufzubringen“, erklärte der Priester. Die Kirche habe keine Möglichkeit, mit „den Verbrechern fertigzuwerden. Der Staatsapparat, von der Polizei bis zur Justiz, muss wirksam eingreifen, um die Christen zu schützen.“

Dem Bericht „Verfolgt und vergessen?“ von KIRCHE IN NOT zufolge waren zwischen 2017 und März 2019 mindestens 1000 Übergriffe auf Christen in Indien zu verzeichnen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen. 2018 wurden über 100 Kirchen geschlossen, Berichten zufolge als Reaktion auf extremistische Anschläge oder Interventionen von Behörden.

Militante Gruppen haben ihre feindseligen Aktionen – einschließlich Gewalttaten – gegen Christen intensiviert. Sie werden häufig von Meldungen angestachelt, dass der hinduistische Bevölkerungsanteil unter 80 Prozent gefallen sei. In zahlreichen Bundesstaaten gelten strikte Antikonversionsgesetze, wonach jeder Religionswechsel bei den Behörden angegeben und genehmigt werden muss.

KIRCHE IN NOT unterstützt in Indien unter anderem Priester und Ordensleute, den Bau von Kirchen und den seelsorgerischen Einsatz für bedrängte Christen. Um weiter helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier  oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Indien

Die Ankündigung führender hindu-nationalistischer Netzwerke, man plane – insbesondere in den Stammesgebieten Indiens – eine Kampagne gegen religiöse Konversion, kommentieren katholische Kirchenführer mit der Feststellung, eine solche Kampagne bestehe schon seit Langem; dieser Schachzug ziele darauf ab, Menschen entlang religiöser Grenzen zu spalten, um politischen Nutzen daraus zu ziehen. Der Vorwurf, der den Christen gemacht wird: Sie würden im Verborgenen und durch Manipulation Stammesangehörige bekehren.

In den Stammesgebieten ist ein plötzlicher Anstieg der Gewalt gegen Christen zu verzeichnen und christliche Führer haben die Regierung aufgefordert, gegen diese Verbrechen vorzugehen.

„Dies ist weder eine allein für sich stehende noch eine plötzliche Kampagne, und erst recht keine neue. Der RSS hat sie während des Großteils seines 96-jährigen Bestehens auf der Agenda gehabt“, sagte John Dayal, Journalist, inzwischen katholischer Aktivist und Sprecher der All India Catholic Union, gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN).

Der RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh – „Nationale Freiwilligenorganisation“) ist bekannt als Ausgangsbasis des Hindu-Nationalismus und als treibende ideologische Kraft hinter der regierenden BJP (Indische Volkspartei), die seit 1998 im Zentrum der politischen Bühne Indiens steht.

 „Als einer der wichtigsten Arme des RSS hat der VHP (Vishna Hindu Parishad – Welt-Hindu-Rat) in den Stammesgebieten Zentralindiens in dieser Frage die Führung übernommen. Es ist ihm fast gelungen, die Adivasi-(Stammes-)Gemeinschaften in den Waldgebieten von Jharkhand, Orissa, Chhattisgarh und Madhya Pradesh aufzuwiegeln “, sagte Dayal, einer der Gründer des United Christian Forum for Human Rights.

Dayal berichtet, dass der RSS und der VHP ihre Kampagnen über Nachrichtensender angekündigt haben. Im Gegensatz zu dem gegen die Christen erhobenen Konversionsvorwurf geht ihr Bevölkerungsanteil immer weiter zurück.  „VHP und RSS sollten die Anschuldigungen mit Daten und Statistiken belegen. 1950 betrug der Anteil der Christen an der Bevölkerung drei Prozent, 1971 lag er bei 2,6 Prozent und bei der Volkszählung 2011 bei 2,3 Prozent. Das zeigt, dass die Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren.“

„Der Hinweis auf Stammesgebiete in der Kampagnenerklärung lässt die politische Agenda dahinter zutage treten“, erklärte Arun Pannalal, der sich unter dem Banner des Chhattisgarh Christian Forum für die leidgeprüften Christen im zentralindischen Bundesstaat Chhattisgarh einsetzt.

Die hinduistisch-nationalistische BJP hat bei den Wahlen 2019 sowohl die Kontrolle über das von Stammesvölkern dominierte Chhattisgarh als auch über den benachbarten Bundesstaat Jharkhand verloren, darum „ist die Kampagne schon im Gange“, so Pannalal gegenüber KIRCHE IN NOT. „Sie versuchen, die Emotionen der hindu-nationalistischen Kader anzustacheln. Konversionsvorwürfe sind ein einfaches Mittel dazu.“

„Eine gut geölte Maschinerie ist am Werk. Tage vor einem Angriff auf Christen sind erstmals Zeitungsberichte gegen Konversionen erschienen, gefolgt von Debatten im Fernsehen, zu denen keine Christen eingeladen waren, um etwas zur Verteidigung der Christen zu sagen. Auch die sozialen Medien werden genutzt: Es gibt Hassreden, Kundgebungen gegen Konversionen werden inszeniert. Wenn die Atmosphäre des Hasses reif ist, findet der Angriff dann statt“, sagte Pannalal.

„Es finden regelmäßig Dorfversammlungen statt, bei denen gegen Christen gehetzt wird. An diesen Treffen tief im Dschungel nehmen 2000 bis 5000 Stammesangehörige teil. Sie erhalten kostenlose Mahlzeiten und werden indoktriniert. Das erklärt Berichte über Vorfälle, bei denen Christen aus Chhattisgarh vertrieben wurden“, sagte Pannalal.

Vor kurzem kam es zu einem weiteren Angriff, bei dem ein Kreuz abgerissen und an derselben Stelle ein Hindu-Tempel errichtet wurde. „Die Zahl der Gräueltaten, die sich gezielt gegen Christen richten, nimmt alarmierend zu“, so Pannalal.

„Ich habe gerade ein beängstigendes Video gesehen, in dem einige (Hindus) sagen: ‚Wir tun alles für unsere Religion.‘ Die Behörden müssen Rechtsstaatlichkeit durchsetzen und gewährleisten, dass die Täter nicht davonkommen“, sagte Henry Thakur, Erzbischof von Raipur, der Hauptstadt von Chhattisgarh, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Früher gab es sporadische Angriffe. Jetzt sind sie regelmäßig, organisiert und koordiniert.“

„Wir zweifeln nicht daran, dass das Schreckgespenst der Konversion ein Werkzeug in den Händen von Hindu-Nationalisten ist“, äußerte ein einheimischer Geistlicher aus der Diözese Ranchi, Hauptstadt von Jharkhand, gegenüber KIRCHE IN NOT. „Sie (die Hindu-Nationalisten) versuchen, die Angehörigen der Stämme für ihre Zwecke miteinzubinden, indem sie diesen erzählen, sie seien Hindus. Historikern zufolge ist die (animistische) Stammeskultur jedoch viel älter als die Hindukultur. Doch sie versuchen, bei den Stämmen auf breiterer Ebene Fuß zu fassen, indem sie ihnen den Hindu-Stempel aufdrücken und sie gegen Christen aufbringen“, sagte der katholische Priester

Er fügte hinzu: „Die Kirche hat kein System, um mit den Verbrechern fertigzuwerden. Der Staatsapparat, von der Polizei bis zur Justiz, muss wirksam eingreifen, um die Christen zu schützen.“

Am 22. und 23. September hat eine wütende Menge von 2.000 – 3.000 Menschen im indischen Bundesstaat Chhattisgarh 15 christliche Familien angegriffen. Dabei wurden zahlreiche Christen verletzt und ihre Häuser zerstört oder beschädigt. Während der Übergriffe waren Polizisten anwesend, konnten die Situation jedoch nicht unter Kontrolle bringen. Angesichts der aufgebrachten Menge agierte die Polizei äußerst zurückhaltend.

Christen für „Zorn der Götter“ verantwortlich gemacht 

Bevor die Situation eskalierte, waren die Christen in dem Dorf Singanpur zu einer öffentlichen Versammlung gerufen worden. Dort hatte man sie beschuldigt, eine fremde Religion angenommen zu haben. Anschließend rotteten sich nach Angaben der Christen bis zu 3.000 Menschen zusammen und attackierten sie und ihre Häuser. Einige mussten medizinisch betreut werden. Die herbeigerufene Polizei konnte den Mob nicht aufhalten. Die Angreifer schrien Dinge wie: „Seit ihr Christen geworden seid, sind unsere Götter zornig auf uns! Sie erhören unsere Gebete nicht mehr!“ Ein einheimischer Christ sagte: „Ohne die Polizei wären Menschen gestorben. Viele Dorfbewohner waren betrunken und hatten Stöcke dabei.“ Filmaufnahmen von dem Angriff wurden in den sozialen Netzwerken geteilt.

„Ja, wir haben Angst, aber Gott ist mit uns“ 

Die meisten Christen sind bislang nicht in ihre Heimat zurückgekehrt. Ein einheimischer Christ sagte: „Sie wohnen in anderen Dörfern oder in anderen Häusern in der Nähe. Diese Häuser wurden auch beschädigt, aber sie sind sicherer.
Wegen der Schäden bieten sie nicht viel Schutz vor dem starken Regen, den wir in diesen Wochen erleben. Glücklicherweise hat es nicht noch mehr Gewalt gegeben. Aber es gibt immer noch Spannungen. Die Polizei ist weiterhin im Dorf.“
Der plötzliche Ausbruch von Gewalt hat die Christen erschüttert, aber sie bleiben stark im Glauben. (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS/wikipedia)

In Indien ist die Zahl der Übergriffe auf Christen weiter gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Menschenrechtsbericht der Indischen Evangelischen Allianz hervor. Demzufolge gab es 2019 mindestens 366 Angriffe auf Menschen oder Gotteshäuser. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 12,5 Prozent (2018: 325). Zudem verzeichnete der Dachverband bereits 40 Übergriffe in den ersten beiden Monaten im Jahr 2020. Die 2019 berichteten Vorfälle umfassen unter anderem physische Gewalt (67 Fälle), Drohungen (73) und die Störung von Gottesdiensten (62) durch radikale Hindu-Nationalisten oder die Polizei, so der Dachverband: „Gebetstreffen und Gottesdienste zu stören ist nun ein Trend in allen Bundesländern geworden.“ Vier Christen seien wegen ihres Glaubens ermordet worden.

Auch Muslime Ziel von Anfeindungen geworden

Die Indische Evangelische Allianz betont, dass im vergangenen Jahr nicht nur Christen, sondern auch Muslime massiv angefeindet wurden. So habe es in Neu-Delhi von Dezember 2019 bis Februar 2020 eine weit verbreitete Hasskampagne gegen Muslime gegeben. Sie war durch eine Reform des Staatsbürgerschaftsgesetzes ausgelöst worden, die den Angehörigen religiöser Minderheiten aus Bangladesch, Pakistan und Afghanistan, die vor 2015 ohne gültige Papiere ins Land kamen, eine vereinfachte Einbürgerung ermöglichen soll. Muslime sind jedoch davon ausgeschlossen. Seit Dezember 2019 kommt es deswegen immer wieder zu Protesten, gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Muslimen und Hindus sowie zu Pogromen in muslimischen Vierteln Neu-Delhis. Dabei brannten Allianzangaben zufolge neun Moscheen nieder. 45 Muslime seien getötet worden. Indien ist mit etwa 1,3 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt nach China. 80 Prozent sind Hindus, 14 Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen. (Quelle: Evangelische Allianz)

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