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Bei einem Angriff militanter Islamisten auf das Dorf Kautikari in der Chibok Local Government Area (LGA) im Bundesstaat Borno im Norden Nigerias wurden drei Christen getötet. Bewaffnete Mitglieder der westafrikanischen Provinz des Islamischen Staates drangen am 25. Februar in das überwiegend christliche Gebiet des mehrheitlich muslimischen Staates ein und zwangen viele Bewohner zur Flucht. Einer der Toten wurde als Bulama Wadir identifiziert, der Sohn eines traditionellen Herrschers. Die beiden anderen Opfer hatten sich in Kautikari in Sicherheit gebracht, nachdem sie vor der Gewalt in anderen Teilen der Region geflohen waren.

Der Einwohner von Kautikari, Barka Amos, erklärte, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Angriffen auf das Dorf gekommen sei. „Ich bin hier geboren, ich kann nirgendwo anders hin und ich bin es leid, wegzulaufen. … Ich denke, ich sollte mit 56 Jahren aufhören zu laufen“, sagte er. Amos bestritt, dass seine Entscheidung, sich nicht den Verwandten anzuschließen und aus dem Dorf zu fliehen, als er Schüsse hörte, von Mut zeugt: „Es geht nicht darum, mutig zu sein. Es geht darum, dass man des Laufens müde wird. Ich habe Menschen gesehen, die weglaufen und dabei getötet werden.

Er behauptete, die Regierung habe die Bewohner des Gebiets im Stich gelassen, und fügte hinzu: „Die Aufständischen kommen immer und tun, was sie wollen, und gehen zurück, um an einem anderen Tag wiederzukommen. Es gab keine Zeit, in der Sicherheitskräfte kamen, um uns hier zu verteidigen, keine, an die ich mich erinnern könnte. Alles, was man hört, ist die gleiche Geschichte“. Kautikari war eines von drei Dörfern in Chibok LGA, die im Dezember 2021 und Januar 2022 von islamistischen Extremisten angegriffen wurden. Bei diesen früheren Angriffen wurden vier Männer getötet und 24 Christen – 22 Frauen und Mädchen sowie zwei Männer – entführt. Mindestens vier Mädchen sind inzwischen von ihren Entführern freigelassen worden.

In der Stadt Chibok entführten die Extremisten von Boko Haram am 14. April 2014 276 Mädchen, die meisten von ihnen Christen, aus einer Sekundarschule. Etwa 160 der Mädchen konnten in der Folge entkommen, wurden gerettet oder freigelassen. (Quelle: Barnabas Fund, Bild: OpenDoors)

Am 27. Januar 2019 wurde die Kirche „Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel“ auf der Insel Jolo im südlichen Teil der Philippinen Ziel eines Terroranschlags mit zwei Bomben, die 20 Menschen töteten und hunderte Verletzte zurückließen. Die erste Explosion ereignete sich innerhalb der Kathedrale, wo sich die Gläubigen versammelt hatten, um die Sonntagsmesse zu feiern. Die zweite Bombe wurde auf einem Parkplatz gezündet, gerade als die Sicherheitskräfte auf den ersten Anschlag reagieren wollten. Opfer gab es auf ziviler sowie militärischer Seite. Der sogenannte Islamische Staat (IS) übernahm die Verantwortung für die Anschläge.

In manchen Gebieten im Süden der Philippinen gibt es Spannungen zwischen Christen und Muslimen. KIRCHE IN NOT unterstützt mehrere Projekte des interreligiösen Dialogs. Darüber hinaus hat KIRCHE IN NOT bei der Reparatur und Restaurierung der Kathedrale nach dem Angriff im Januar 2019 geholfen.

In den Regionen an der Grenze zu Mali und Niger gibt es in Burkina Faso keine Schule mehr, nachdem islamistische Gruppen Schulgebäude in Brand gesteckt und viele Lehrer ermordet hatten. Dies berichtet Pater Marco Prada, Priester der Gesellschaft für die Afrikamissionen, der auf einen kürzlich von Virginia Gamba, Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, António Guterres, vorgelegten Bericht über den Schutz von Kinderrechten in Konfliktregionen verweist.

„Wir haben zahlreiche Berichte über Anschläge auf Schulen im Norden des Landes erhalten, aber auch über Fälle von Mord und Verstümmelung von Kindern, die dem terroristischen Flügel des Islamischen Staates in Westafrika zugeschrieben werden, der sich der Boko-Haram-Bewegung angeschlossen hat“, so Pater Gamba zur dramatischen Situation der Kinder in Burkina Faso.

„Die Folgen dieser Gewalt sind verheerend“, fährt er fort, “das Bildungssystem ist im Norden des afrikanischen Landes seit mehr als einem Jahr vollständig zusammengebrochen. Es gibt viele Vertriebene, Hunderttausende von Menschen, die aus dem brennenden Norden fliehen und in den Süden des Landes wollen. Darüber hinaus wird diesen Kindern nicht nur die Bildung verweigert, sie laufen vor allem Gefahr, Opfer der Zwangsrekrutierung durch Dschihadisten zu werden und als Kindersoldaten kämpfen zu müssen, wie wir es leider bei diesen extrem gewalttätigen Gruppen beobachten.“

Unterdessen kam es in den letzten Tagen zu einem Übergriff nicht identifizierter bewaffneter Männer auf ein Dorf der Petabouili, 50 km von Gorom-Gorom entfernt, bei dem mindestens 50 Menschen getötet wurden. Zu den Opfern zählen auch Frauen und Kinder. Die Banh-Region in Burkina Faso ist seit 2018 Schauplatz von Terroranschlägen. Aufgrund willkürlicher Übergriffe mussten seit 2015 rund eine Million Menschen ihre Heimat verlassen.

In diesem Szenario versuchen die Missionare, das Recht der Kinder auf Bildung zu gewährleisten. Auch ein kürzlich von der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch veröffentlichter Bericht dokumentiert die Zunahme der Angriffe terroristischer Gruppen gegen Lehrer, Schüler und Schulen in Burkina Faso von 2017 bis 2020 mit verheerenden Auswirkungen auf den Zugang von Kindern zu Bildung. Rund 350.000 Kinder n wird wegen Terrorismus der Schulebesuch verweigert. Das nützlichste Instrument zur Bekämpfung dschihadistischer Bewegungen, so die Missionare, sei Bildung und Unterricht, der die Werte der Achtung der Menschenrechte vermittelt und dem Aufbau eines harmonischen sozialen und interreligiösen Zusammenlebens fördern. (Quelle: Fidesdienst)

Die christliche Bevölkerung im Irak könnte verglichen mit den Zahlen vor der Invasion des „Islamischen Staates“ (IS) in den kommenden Jahren um 80 Prozent zurückgehen, sollte die internationale Gemeinschaft keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Das ist einer der Hauptbefunde einer englischsprachigen Studie, die das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ veröffentlicht hat. Sie trägt den Titel „Leben nach dem IS: Neue Herausforderungen für das Christentum im Irak“ und bündelt mehrere Umfragen, die das Hilfswerk im Jahr 2019 unter Christen in der irakischen Ninive-Ebene durchgeführt hat.

100 Prozent der Christen fühlen sich unsicher

Die Gegend im Nordirak ist jahrhundertealtes christliches Siedlungsgebiet. Der IS hatte im Zuge seiner Eroberungen im Jahr 2014 auch die Ninive-Ebene okkupiert. Weit über 100 000 Christen waren damals geflohen. Die Verfolgung der christlichen Minderheit wurde international als Völkermord eingestuft. Nach dem militärischen Sieg über den IS waren viele der vertriebenen Christen in ihre alte Heimat zurückgekehrt – mit durchaus zwiespältigen Gefühlen.

Wie die Studie offenlegt, gaben 100 Prozent der Befragten an, sich aktuell in der Ninive-Ebene unsicher zu fühlen; 87 Prozent sogar „spürbar“ oder „deutlich“ unsicher. Hauptgründe seien gewalttätige Übergriffe lokaler Milizen sowie die Sorge vor einer Rückkehr der IS-Anhänger. Diese Bedrohung nennen 69 Prozent der befragten Christen als Hauptgrund, der sie über eine Auswanderung nachdenken lässt.

Die Christen in der Ninive-Ebene beklagen „Belästigungen und Einschüchterungen, oft in Verbindung mit Geldforderungen“ von Seiten der in der Region stationierten Milizen, so die Studie. Die größten dieser Gruppierungen sind die „Shabak-Miliz“ und die „Babylon-Brigade“. Da sie zum Sieg gegen den IS beigetragen haben, gibt ihnen die irakische Regierung weitgehende Handlungsfreiheit. Rund ein Viertel der befragten Christen berichtete, dass sie mit den Angehörigen einer Miliz oder einer anderen militärischen Gruppe bereits negative Erfahrungen gemacht habe.

Neben der mangelhaften Sicherheitslage nennen die Christen in der Studie als weitere Herausforderungen auch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung (70 Prozent), Korruption (51 Prozent) sowie religiöse Diskriminierung (39 Prozent).

„Klare und dringende Warnung“

„Der Bericht stellt eine klare und dringende Warnung dar“, erklärte der Leiter der Studie und Nahost-Referent von „Kirche in Not“, Dr. Andrzej Halemba. „Ohne abgestimmte und sofortige politische Aktion werden die Christen in der Ninive-Ebene und Umgebung ausgelöscht werden.“

Die bislang positive Entwicklung stehe auf dem Spiel: „Heute sind 45 Prozent der christlichen Familien wieder in ihrer alten Heimat, auch wenn teilweise nur einzelne Mitglieder zurückkehren konnten und viele Familien nach wie vor getrennt sind“, erklärte Halemba. In einer ersten Befragung von „Kirche in Not“ im Jahr 2016 hatten nur 3,3 Prozent der vertriebenen Christen die Hoffnung geäußert, wieder in ihre Städte und Dörfer in der Ninive-Ebene zurückkehren zu können. „Dass dieser Trend umgekehrt werden konnte, ist auf den langfristigen Wiederaufbauplan für die Ninive-Ebene zurückzuführen. Dieser Erfolg ist jetzt in Gefahr, wenn nicht bald etwas geschieht“, erklärte Halemba.

Zusammen mit anderen Organisationen und lokalen christlichen Kirchen hatte „Kirche in Not“ 2017 den Wiederaufbau gestartet. Seither konnten über ein Drittel der zerstörten Häuser in sechs Städten und Dörfern der Ninive-Ebene instandgesetzt werden. Das Aufbauprojekt geht nun in eine neue Phase: Auch rund 400 kirchliche Einrichtungen wie Kirchen, Gemeindehäuser und Kindergärten werden wieder aufgebaut. So sollen die karitative und pastorale Arbeit der Kirche gestärkt und weitere Anreize für den Verbleib der Christen gesetzt werden.

Christen am Wendepunkt

„Die Christen haben das Gefühl, an einem Wendepunkt zu stehen, was die Möglichkeiten für Bleiben angeht“, erklärte Halemba. Auf lokaler Ebene könne dies nicht allein bewältigt werden: „Es gibt Pläne und Initiativen, die bei einer regionalen, nationalen und internationalen Zusammenarbeit nicht nur durchführbar, sondern auch nachhaltig wären.“

Neben Maßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln, müssten Christen auch auf politischer Ebene dauerhaft vertreten sein, „um die Verteidigung ihrer grundlegenden Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Gleichbehandlung als irakische Staatsbürger“ zu gewährleisten, so der Nahost-Referent.

Die aktuelle Studie sei ein Weckruf an Christen und Politiker in aller Welt, erklärte auch Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“ Österreich: „Wir haben alles uns Mögliche getan und werden mit Unterstützung unserer Wohltäter weiterhin alles tun, um die die christliche Präsenz im Irak zu erhalten. Aber den Christen und anderen Minderheiten Sicherheit und Gleichberechtigung zu geben, liegt nicht allein in unserer Hand. Jede Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, muss jetzt genutzt werden. Zukünftige Generationen sollten uns niemals vorhalten dürfen: Ihr habt zu wenig getan und zu spät gehandelt.“

Die Studie „Leben nach dem IS: Neue Herausforderungen für das Christentum im Irak“ umfasst 80 Seiten und ist in englischer Sprache verfasst. Sie kann …hier  heruntergeladen und eingesehen werden.

Um den Christen in der Ninive-Ebene weiterhin beistehen und den Wiederaufbau sowie die pastorale und karitative Betreuung der Bevölkerung weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Die Stadt Batnaya befindet sich im Nordirak, etwa 24 km von Mosul entfernt. Vor der Ankunft des ISIS lebten dort 950 Familien, die allesamt chaldäisch-katholisch waren. Durch das Dorf verlief die Frontlinie zwischen ISIS und Peschmerga. Es war zweifellos einer der Orte, der am stärksten von den Kämpfen, von der Invasion islamischer Terroristen und den Bombenangriffen der Truppen der alliierten Koalition betroffen war. Laut einer Untersuchung des weltweiten katholischen Hilfswerkes KIRCHE IN NOT (ACN) waren nach der Befreiung des Gebiets nur zehn der 977 Häuser unversehrt geblieben. Zwei Drittel wurden sogar völlig zerstört oder abgebrannt. Auch wenn sich die vertriebenen Bewohner von Batnaya nach mehr als zwei Jahren der terroristischen Besetzung zu Ostern 2017 zu einer ersten Messe versammelten, schien eine Rückkehr unmöglich. Mehr als zwei Jahre lang war Batnaya eine Geisterstadt.

Eine vom Pfarrer unterstützte Pionierfamilie 

So blieb es bis zum letzten Sommer. Am 22. Juni 2019 tauchte eine erste Familie auf. Ihr Haus war in einem schlechten Zustand, aber Faris Hanna Naamo wollte zurückkehren. „Schließlich war es mein Haus“, erzählt er KIRCHE IN NOT. Er war dickköpfig genug, seine Frau Hana zu überzeugen, und zusammen mit ihren drei Kindern kehrten sie in das Dorf zurück. „Es gab keinen Strom, kein fließendes Wasser… keine Nachbarn. Selbst so etwas Einfaches wie Einkaufen war riskant, denn man musste fünf Kilometer durch die Kontrollpunkte bis zur nächsten Stadt Teleskof fahren“, erklärt Faris.

„Dickköpfig oder beharrlich?“, fragt sich laut Pater Aram Rameel Hanna, Pfarrer von Batnaya, der von Anfang an eine sehr wichtige Stütze für Faris‘ Familie darstellte. Das Ehepaar ist ihm sehr dankbar, denn in dieser schrecklichen Zeit gab es keinen einzigen Tag, an dem Pater Aram die Familie sie nicht besucht hat: „Ich weiß nicht, was wir ohne ihn getan hätten. Wir haben sehr schwere Zeiten durchgemacht, in denen es uns schwer fiel zu glauben, dass alles besser werden würde. Ich erinnere mich, dass meine jüngste Tochter Nour keine Freunde zum Spielen hatte, nur ihre ältere Schwester. Sie nahm ihr Fahrrad und fuhr den ganzen Tag auf den leeren Straßen herum. Sie tat mir leid. Als Pater Aram kam, war das ein großes Geschenk für uns, er ermutigte uns. Er war ein Hauch von frischer Luft und stärkte unseren Glauben. Dank ihm konnten wir standhaft bleiben.“

Pater Aram spielt das herunter: Er sei zu ihnen nur auf eine Tasse Tee gekommen. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass der in Harvard ausgebildete Priester, der im nahegelegenen Alqosh ein Zentrum für Menschen mit Traumata und Stressstörungen leitete, gerade ein Auslandstipendium zum Abschluss seines Studiums bekommen hatte, als sein Bischof ihn bat, sich um Batnaya zu kümmern. Also blieb er.

Neue Kunden für den Markt für Rückkehrer 

Nach Faris’ und Hanas Familie hatte eine weitere Familie den Mut zurückzukehren: Am 25. September 2019 kehrten Ghaliy Nouh Oraha, seine Frau Sandra und ihre fünf Kinder zurück. Damit waren bereits zwei Familien im Dorf. Da dachte Kaufmann Diver Salem, es sei an der Zeit, ein Geschäft zu eröffnen, und so wurde der „Markt für Rückkehrer“ ins Leben gerufen. Pater Andrzej Halemba, KIRCHE IN NOT Projektverantwortlicher für Nahost, war bei seinem letzten Besuch im Irak von der Kühnheit von Diver beeindruckt: „Diver sagte mir zwar, er habe gespürt, dass die Zeit gekommen sei. Aber ich weiß nicht, wie er sich überhaupt vorstellen konnte, dass andere Familien es auch so sehen würden. Mit nur zwei Familien als Kunden hätte er niemals überlebt. Natürlich fühlten sich Familien sicherer, nachdem ein Geschäft eröffnet hatte. Nun sind inzwischen wieder 75 Familien da! Ich glaube, es war eindeutig das Werk der Vorsehung, sonst hätte es nicht so gut funktioniert.“

„Ich traf sogar auf einen Mann, der aus Deutschland zurückgekommen war und auf seine Frau wartet“, fährt Pater Andrzej Halemba fort. Gemeint ist Basher Kiryakos Hanna, der sich wie seine Frau in Europa nicht zu Hause fühlte. Deshalb kehrte er so schnell wie möglich zurück: „Es ist allerdings nicht leicht“, betont Halemba. „Wir dürfen die Gräueltaten im Irak nicht vergessen: Die Gefahr war real, und die Menschen waren zu Tode erschrocken. Jetzt ersteht Batnaya langsam wieder auf. Inzwischen gibt es mehr als 300 Christen in der Stadt. Ich bin sicher, dass noch mehr kommen werden, wenn wir ihnen zur Seite stehen.“

Eine neue Kindertagesstätte

Die Hilfe wird dringend benötigt, denn für das Gemeinschaftsleben sind große Projekte von grundlegender Bedeutung. Die Christen von Batnaya brauchen eine Kirche, einen Versammlungsraum und eine Kindertagesstätte für ihre Kinder. Ein Schulbus holt jeden Morgen etwa zwanzig Kinder ab, die ihre Freunde treffen und neue Dinge lernen wollen. Aber für die kleinen Kinder gibt es immer noch keinen Kindergarten. Die Dominikanerinnen der heiligen Katharina von Siena, die seit mehr als hundert Jahren in Batnaya anwesend sind, mussten mit der Bevölkerung fliehen und haben die Menschen während des Exils begleitet. Jetzt wollen sie zurückkehren, um ihnen weiterhin zu dienen. Sie haben ein Doppelprojekt, den Wiederaufbau des Kindergartens und ihres Klosters, die beide während der Kämpfe bombardiert wurden. Mit der Unterstützung der KIRCHE IN NOT-Stiftung hoffen sie, die Spenden für den Beginn der Arbeit zu erhalten. – „In sha Allah, so Gott will“, sagen die Schwestern, die, obwohl sie in den letzten Jahren viel gelitten haben, nicht den Mut und die Hoffnung auf Gott verloren haben.

Auch die Kirche von Mar Kiryakos und die der Unbefleckten Empfängnis geweihte Kapelle, die von den Terroristen des islamischen Staates geschändet, verbrannt und geplündert wurden, brauchen Hilfe für den Wiederaufbau. Die Statuen wurden geköpft, die Glasfenster zerstört. Die Räume wurden als Schießstand genutzt und Graffiti in arabischer und deutscher Sprache gemalt: „Sklaven des Kreuzes, wir werden euch alle töten. Dies ist das Land des Islam, es gibt keinen Platz für euch“. Fari und Hana, Ghaily und Sandra, Basher Kiryakos oder Diver Salem haben den Mut und die Kühnheit gehabt, zurückzukehren und zu zeigen, dass der Glaube und die Liebe zum Land ihrer Vorfahren stärker sind als die Angst vor den Bedrohungen. KIRCHE IN NOT hat zugesagt, sie in ihrem Anliegen zu unterstützen.

Das katholische internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) hat im Rahmen seines Wiederaufbauprogramms für die christlichen Ortschaften in der irakischen Ninive-Ebene damit begonnen, Häuser von 41 Familien in der Stadt Bartella wieder zu errichten. Ungefähr 220 weitere Personen profitieren von diesem Projekt. Es ist die neueste Maßnahme im Aufbauprogramm von KIRCHE IN NOT. Die Stiftung hat bereits die Renovierung von mehr als 2.000 Häusern in der Region unterstützt.

Vor der Invasion des Islamischen Staates im Jahr 2014 war Bartella eine Stadt mit ca. 17.500 Einwohnern, die meisten von ihnen syrisch-orthodox oder syrisch-katholisch (3.500 christliche Familien, darunter ca. 12.300 syrisch-orthodoxe und 5.200 syrisch-katholische Einwohner). Als die Bewohner nach der Befreiung der Stadt im Jahr 2016 zurückkehrten, sahen sie, dass ihre Kirchen entweiht worden waren. An einer Kirchenwand war die schwarze IS-Fahne angebracht. Die Islamisten hatten die Wohnhäuser niedergebrannt, geplündert und beschädigt. So wollten sie verhindern, dass die Christen jemals wieder zurückkehren. Weitere Häuser wurden während der Befreiung durch Luftangriffe zerstört.

Am 5. Juni 2019 wurde in einem feierlichen Wortgottesdienst mit Gebeten auf Syrisch, einem aramäischen Dialekt, der Wiederaufbau in Bartella eingeläutet. Pater Andrzej Halemba, Sektionsleiter für den Nahen Osten bei KIRCHE IN NOT, verglich in seiner Ansprache die irakischen Christen mit den Familien des Alten Testaments deren Aufgabe es war, Jerusalem nach seiner Zerstörung wieder aufzubauen. Er bat die Anwesenden, für die Wohltäter von KIRCHE IN NOT zu beten. Anschließend segneten die Geistlichen Olivenbäume und verteilten einen an jede Familie. Die Olivenzweige symbolisieren die Hoffnung auf Frieden nach den vielen Jahren des Krieges – und dass diese Bäume, die in den Gärten der Familien gepflanzt wurden, reiche Früchte tragen.


Nach der Invasion des IS auf Mossul und die Ninive-Ebene im Sommer 2014 stellte KIRCHE IN NOT Nahrung, Unterkunft, Medikamente und Schulunterricht für vertriebene Christen bereit, die in Erbil und in anderen Orten Zuflucht gefunden hatten. Nachdem die Menschen nach der Rückeroberung nach Hause zurückgekehrt waren, begann die Stiftung mit dem Wiederaufbau von Häusern, Klöstern, Kirchen und anderen Strukturen. Bis Mai 2019 haben die Wohltäter von KIRCHE IN NOT über 42,6 Millionen Euro für die Menschen im Irak gespendet. Mehr Informationen über das Wiederaufbauprojekt finden Sie unter: www.irak-wiederaufbau.at

Ägyptens Christen kommen nicht zur Ruhe. Trotz einer vorsichtigen politischen Entspannung sind Übergriffe und Entführungen keine Seltenheit. So auch im Fall des 55-jährigen Adeeb Nakhla. Er wurde im Januar auf der nördlichen Sinai-Halbinsel verschleppt. Seitdem gibt es von ihm kein Lebenszeichen. Ein Verwandter Nakhlas, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, erzählte dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ seine Geschichte.

Am 17. Januar brach Nakhla von seinem derzeitigen Wohnort Ismailia, 130 Kilometer nordöstlich von Kairo, zu einem Verwandtenbesuch auf. Mit einer Reisegruppe wollte er nach Al-Arisch, einem Küstenort unweit der Grenze zu Israel. Islamistische Milizen stoppten den Bus. Sie ließen sich die Pässe zeigen – auf ihnen ist auch die Religionszugehörigkeit vermerkt. Als sie feststellen, dass Nakhla koptischer Christ ist, zwangen sie ihn, aus dem Fahrzeug auszusteigen und mitzukommen. Danach verliert sich seine Spur.

Morddrohungen wurden wahr

Nakhla war wie dutzende christliche Familien 2017 aus Al-Arisch geflohen. Sie hatten Morddrohungen erhalten. Wer blieb, wurde umgebracht. „Wir haben Al-Arisch verlassen, nachdem die Terroristen bereits sieben christliche Nachbarn getötet hatten“, erzählt der Verwandte von Nakhla. Unter den Opfern hätten sich auch Vater und Sohn einer Familie befunden. Die Terroristen töteten sie und zündeten anschließend das Wohnhaus an. „Die Ehefrau und Mutter der beiden Männer wurde gezwungen, dabei zuzusehen. Sie ist schwer traumatisiert.“

Die christlichen Familien fanden Zuflucht in Ismailia. Nach gut einem Jahr kehrten die meisten Vertrieben in ihre Heimat zurück, schließlich hatten sie Arbeitsstellen und Besitz zurückgelassen. „In Ismailia hatten wir keine Arbeit. Wir lebten von der Unterstützung der Kirche“, erzählt der anonyme Gesprächspartner. In ihrer Heimat Al-Arisch habe sich die Sicherheitslage mittlerweile etwas gebessert. „Dank des energischen Vorgehens der ägyptischen Armee fühlen wir uns sicherer. Auf den Fernstraßen ist es jedoch noch immer gefährlich.“

Verbindungen zum IS?

Das wurde auch Adeeb Nakhla zum Verhängnis. Er war nicht mit seiner Familie in die Heimat zurückgekehrt, da er als einer der wenigen in Ismailia Arbeit gefunden hatte. Regelmäßig besuchte er seine Angehörigen – bis zu jenem verhängnisvollen Tag Mitte Januar. Sein Verwandter berichtet: „Laut dem Fahrer des Kleinbusses seien die Milizen wie IS-Kämpfer gekleidet gewesen. Unsere größte Angst ist, dass Adeeb misshandelt und getötet wird, wie es mit vielen anderen Kopten passiert ist.“

In Ägypten sind rund acht Prozent der gut 93 Millionen Einwohner Christen. Die meisten von ihnen gehören der koptisch-orthodoxen Kirche an. Weitere Infos zur Lage in Ägypten liefert der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von „Kirche in Not“: https://religious-freedom-report.org/de/report-de/?report=1766

„Kirche in Not“ steht der christlichen Minderheit in Ägypten bei. Das Hilfswerk fördert unter anderem das Leben christlicher Gemeinden, Ferienfreizeiten für Jugendliche und die religiöse Bildung. Auch unterstützt „Kirche in Not“ den oft schwierigen Bau und Unterhalt kirchlicher Gebäude oder finanziert Fahrzeuge, damit Pfarrangehörige und Seelsorger in weit voneinander entfernte Gebiete gelangen können. Um weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at

Am 17. Jänner wurde der 55-jährige Christ Adeeb Nakhla Yassa von islamischen Extremisten auf dem Weg nach El-Arish entführt. Aus der Stadt auf der Sinai-Halbinsel sind in der Vergangenheit zahlreiche Christen vor dem IS geflohen. Einige von ihnen sind erst kürzlich in die Stadt zurückgekehrt, überlegen aber nun, wieder zu fliehen.

Eine der gefährlichsten Städte für Christen

Ein auf einer IS-Website veröffentlichtes Foto dokumentiert offenbar den Vorfall und versetzte viele Christen in große Sorge, angefangen bei Yassas Familie. Auf dem Bild ist ein freundlich aussehender Mann zu erkennen, der seinen Personalausweis in der Hand hält und mit einem Mann in Tarnkleidung diskutiert. Yassa war auf dem Weg in die Stadt El-Arish, wo der IS seit Jahren versucht, die Macht zu übernehmen. Die Stadt gilt als eine der gefährlichsten Städte für Christen in Ägypten. Im Januar und Februar 2017 töteten islamische Extremisten hier innerhalb von drei Wochen sieben christliche Männer. Die meisten Christen sind inzwischen aus El-Arish geflohen, aber in den letzten Monaten sind einige von ihnen zurückgekehrt; darunter auch zwei Neffen des Entführten.

Örtlicher Priester: „Die Christen sind in der Stadt gefangen“

Etwa 20 christliche Familien leben noch in Dahia, dem Stadtviertel von El-Arish mit der einzigen noch genutzten Kirche. Die Bedrohung durch islamische Extremisten ist so groß, dass Polizei und Militär die Nachbarschaft rund um die Uhr schützen müssen. Die Behörden haben für die Stadt ein Ein- und Ausreiseverbot für Christen verhängt. Youssef Sobhy, Priester der Kirche von El-Arish, sagt: „Sie sind in der Stadt gefangen. Die Situation wird hier wirklich schlimm.“

Unterdessen ist das Schicksal von Yassa noch immer unbekannt. Es gab weder Anrufe noch Lösegeldforderungen von den Entführern. „Wir haben Angst, dass sie ihn getötet haben“, sagt sein Neffe Mina. „Wir bitten alle, für ihn zu beten.“ (Quelle: Open Doors, Bild: Eric Gaba/wikipedia)

In den letzten Jahren haben rund eine Million irakische Christen den Irak verlassen. Daran erinnert der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako am heutigen 31. Januar anlässlich des sechsten Jahrestages seiner Wahl zum Patriarchen. In einer Verlautbarung erinnert der Patriarch an die Ereignisse in den Jahren seines Amtsantritts und beschreibt Probleme, Schwierigkeiten, Initiativen und Hoffnungen, die den Weg der chaldäischen Kirche in diesen Jahren prägten. Dabei erinnert der Primas der chaldäischen Kirche an die Flucht christlicher Bevölkerungen aus Mossul und der Ninive-Ebenen, nachdem diese von den Dschihadisten des Islamischen Staates (IS) erobert wurden, und die Schwierigkeiten, die unter pastoralen und materiellem Gesichtspunkt bei der Begleitung von Zehntausenden von Geflüchteten in den vergangenen drei Jahren entstanden sind.

Der Patriarch erwähnt in diesem Zusammenhang auch sektiererische Kampagnen mit Anstiftung zu Hass, Gewalt und der unrechtmäßigen Inbesitznahme christlicher Häuser in Bagdad und anderen irakischen Städten die problematischen Beziehungen zu „einigen christlichen Politikern, die ihren persönlichen Interessen verfolgen ohne den allgemeinen Willen der Christen zu berücksichtigen „. Zu den positiven Zeichen nannte Patriarch Sako, die Umstrukturierung der patriarchalischen Finanzen, die Erneuerung der Liturgie, die Gründung der chaldäischen Liga und die Schaffung eines interreligiösen Komitees für den Dialog mit Sunniten, Schiiten, Jasiden und Mandäern, um gemeinsam den sektiererischen Extremismus zu bekämpfen . Kritik am Patriarchat, so der von Papst Franziskus zum Kardinal kreierte Patriarchen, kommen vor allem von Menschen, die „das Wiedererwachen der chaldäischen Kirche und ihre herausragende Rolle sowohl vor Ort als auch global trotz aller Herausforderunge n der letzten sechs Jahre nicht ertragen können“. (Quelle: Fidesdienst)

Seit der Vertreibung der Christen durch den IS hat KIRCHE IN NOT die notleidenden Christen im Irak mit rund 39,7 Millionen Euro unterstützt. Um den Wiederaufbau weiter voranzutreiben und der Bevölkerung materiell wie pastoral beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Spendenkonto:

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Mehr Informationen über den Irak finden Sie unter: www.irak-wiederaufbau.at

Am 2. November sind mindestens sieben Todesopfer und 19 zum Teil schwer Verletzte betroffen, berichtet CBS KULTUR INFO. Das Attentat auf die drei Busse mit Pilgern ereignete sich unweit der Stelle, wo im Mai 2017 an die 30 koptische Pilger – darunter viele Kinder und Jugendliche – bei einem ähnlichen Überfall von islamistischen Terroristen ermordet worden waren. Die Beerdigung der Toten in der oberägyptischen Stadt Al-Minya am 3. November sei in einen Protest der versammelten Menschenmenge umgeschlagen, berichtete die Zeitung „Al-Ahram“. Die Trauernden trugen laut Bericht ein grosses Holzkreuz. In Sprechchören riefen sie unter anderem „Wir werden sie rächen oder sterben wie sie“. Ferner riefen sie die ägyptische Regierung zum Handeln auf.

Koptisch-orthodoxer Papst-Patriarch Tawadros II: „Wir beten auch für die Mörder.“

Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. betonte in einer Videobotschaft, das jüngste Attentat werde die koptischen Christen nur stärker machen. Wörtlich stellte der Patriarch fest: „Wir beten auch für die Mörder. Sie sollen sich keine Illusionen machen: All der Schmerz, den sie verursachen, wird absolut nichts bewirken“. In einem verwirrten Statement der IS-Terroristen hiess es, das Attentat auf die Pilger in der Provinz Minya sei die Rache für die „Einkerkerung unserer keuschen Schwestern durch die ägyptischen Behörden“. Der ägyptische Staatspräsident Abd-el-Fattah al-Sisi kondolierte dem koptisch-orthodoxen Papst-Patriarchen telefonisch und sagte, er sei „zutiefst betrübt“. Auf Twitter stellte al-Sisi fest, das Ziel der Terroristen sei es, die „solide Einheit der ägyptischen Nation“ zu erschüttern. Nach Ansicht von politischen Beobachtern ging es den islamistischen Terroristen vor allem darum, im Hinblick auf das am 3. November in Sharm-el-Scheich eröffnete „Weltjugendforum“ das Image des ägyptischen Staatschefs als „Schützer der Christen“ zu verdunkeln.

Zweites islamistisches Attentat beim einsamen Wüstenkloster

Tatsächlich ist das Attentat Abend des 2. November bereits der zweite islamistische Anschlag auf Pilger, die zum einsamen Wüstenkloster des Heiligen Samuel des Bekenners unterwegs waren oder es verlassen wollten. Vor dem ersten Anschlag in der Provinz Minya hatten sich die blutigen Attentate auf koptische Kirchen in Kairo, Alexandrien und Tanta ereignet, die insgesamt mehr als 100 Todesopfer forderten. Nach den Anschlägen wurden die Sicherheitsmassnahmen für christliche Kirchen und sonstige Einrichtungen verstärkt. Trotzdem gelang es den Islamisten am Freitagabend wieder, drei koptische Pilgerbusse zu überfallen. Die Hauptstrasse zum St. Samuel-Kloster war nur für Pilger offen, die Terroristen benützten unbefestigte Wege, um in die Nähe des Klosters zu gelangen.

Provinz Minya, am meisten vom islamistischen Terror bedrohte Provinz Ägyptens

Minya ist eine der am meisten vom islamistischen Terror bedrohten Provinzen Ägyptens. Das hängt damit zusammen, dass mindestens 40 Prozent der Bewohner der Provinz Christen sind, sowohl Orthodoxe als auch eine römisch-katholische und eine evangelische Minderheit. Es kommen immer wieder islamistische Attacken auf Kirchen und auf Wohnhäuser und Geschäfte von Christen vor. Den Sicherheits- und Justizbehörden in der Provinz Minya wird vorgeworfen, dass sie noch immer auf die seit den 1960er-Jahren üblichen „Versöhnungstreffen“ zwischen Christen und Muslimen setzen, wenn es zu Gewalttaten kommt, statt die Schuldigen auszuforschen und zu bestrafen.

Die am 2. November getöteten Pilger hatten sich auf der Rückfahrt in ihre Heimatprovinz Sohag befunden, wie Auxiliarbischof Makarios von Minya mitteilte. Die Fahrzeuge fuhren im Konvoi, als es zu dem Überfall durch die Islamisten kam. Bei der Beisetzung der Opfer – die nach orientalischem Brauch bereits am Samstag erfolgte – kam es zu Protesten gegen die mangelnde Effizienz der ägyptischen Sicherheitsbehörden, die „zu den am besten ausgerüsteten der Welt“ gehören. Bischof Makarios versuchte, die Menge zu beruhigen; niemand werde die Einschüchterung der Christen und das Blutvergiessen hinnehmen, betonte er.

Al-Azhar-Universität: Täter bar „grundlegender menschlicher und religiöser Werte“.

Die sunnitische Al-Azhar-Universität verurteilte den jüngsten Anschlag in der Provinz Minya als „feige“. Die Täter seien bar der „grundlegenden menschlichen und religiösen Werte“. Denn diese Werte würden es erfordern, den Frieden zu fördern, Hass und Gewalt jedoch zu verurteilen. (Quelle: CBS KULTUR INFO und APD)

Musa ist ein Mann, der viel lacht und eine innere Ruhe ausstrahlt. Doch was dem 63-Jährigen und seiner Familie von den Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ angetan wurde, macht ihn heute noch zornig: „Ich werde nie vergessen, was uns die Terroristen angetan haben.“ 

Es war der 6. August 2014: Mitten in der Nacht mussten Musa, seine Frau und ihre sechs Kinder vor den heranrückenden Truppen des IS aus Karakosch fliehen, der bis dahin größten christlichen Stadt des Irak. So erging es zehntausenden Bewohnern der Ninive-Ebene, seit den Tagen der frühen Kirche christliches Siedlungsgebiet. Sie ließen alles zurück und suchten Zuflucht in Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan.

Drei Jahre heimatlos

Wie viele andere Vertriebene kampierten Musa und seine Familie die ersten Tage auf der Straße. Um sie auf die Schnelle unterzubringen, war der Ansturm der Geflüchteten zu groß – allein in Erbil waren es über 120 000. Staatliche Unterstützung blieb weitgehend aus. So war es die Kirche, die sich der Vertriebenen annahm. Bischöfe und Priester wurden über Nacht zu Krisenmanagern; Freiwillige packten rund um die Uhr mit an. So gelang es schnell, Musas Familie vorübergehend in einer Schule unterzubringen. Dort mussten sie sich mit 25 anderen Geflüchteten einen Raum teilen. „Es war heiß und eng. Nach ein paar Wochen konnten wir aber in eine kleine Wohnung umziehen“, erzählt Musa. Auch in der neuen Unterkunft lebte die achtköpfige Familie zusammen mit anderen Vertrieben. Es sollte für mehr als drei Jahre ihr Zuhause werden. Die Miete bezahlte, wie für tausende andere Flüchtlingsfamilien auch, das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“. Musa ist bis heute dafür dankbar: „Wir hatten ja nur noch das, was wir am Leib trugen. Wir hätten uns nie eine Wohnung leisten können.“ Denn der gelernte Automechaniker fand keine Arbeit. Den Lebensunterhalt verdiente Musas Frau. Sie ist Lehrerin für Aramäisch, der Sprache Jesu.

„Alles war gestohlen“

Nach über zwei Jahren kam endlich die erlösende Nachricht: Die Ninive-Ebene ist vom IS befreit. Doch eine Rückkehr erschien Musa und seiner Familie erst noch zu gefährlich, für den Neuanfang fehlten die Mittel. Erst im November 2017 wagte Musa mit seiner Familie die Rückkehr nach Karakosch. Der Wut über die Gräueltaten des IS wich der Trauer: „Ich war schockiert über so viel Zerstörung. Unser Haus stand zwar noch, aber es war leer – alles war gestohlen“, erzählt Musa mit Tränen in den Augen. Er weiß bis heute nicht, wer für die Plünderung verantwortlich ist – der IS oder die Nachbarn der mehrheitlich muslimischen Dörfer ringsum. „Was bringt es, darüber nachzugrübeln? Es ist passiert. Es zählt nur die Zukunft.“

Und diese Zukunft liegt für Musa in der Ninive-Ebene. An Auswanderung hat er nie gedacht. „So schwierig es auch ist: Wer hier über Jahrhunderte seine Wurzeln hat, wird immer wieder zurückkommen“, ist er überzeugt. Viel ist seit der Rückkehr geschehen: Musa hat mit Helfern Fenster und Türen am Haus erneuert, die Räume neu gestrichen. „Kirche in Not“ hat das möglich gemacht. Das Hilfswerk hat zusammen mit lokalen Kirchenvertretern einen „Marshall-Plan“ für den Wiederaufbau erstellt, finanziert Renovierungen, überwacht die Fortschritte. Und die sind sichtbar: Mitte Juli waren über ein Drittel der Gebäude renoviert und fast die Hälfte der Vertriebenen (44,63 Prozent) aus dem Nordirak heimgekehrt.

Zu Hause fühlen sich jetzt auch wieder Musa und die Seinen, vor allem seit es ihnen gelang, wieder ein paar Möbel aufzutreiben. „Ich bin den Wohltätern von Herzen dankbar. Ohne ihre Hilfe hätten wir nicht in unsere Heimat zurückkehren können“, sagt Musa.

„Ich habe sehr deutlich gespürt, dass Gott mit uns ist“

Seine Tochter Miray stimmt ihm zu. Sie ist 25 und arbeitet als Krankenschwester. Wegen des Krieges musste sie 2014 ihre Ausbildung in Mossul abbrechen. Die Stadt war zum Zentrum der Kämpfe gegen den IS geworden und ist heute schwer zerstört. Erst mit einiger Verspätung konnte Miray ihre Ausbildung in Erbil fortsetzen. Trotz aller Schwierigkeiten kann sie der Zeit dort einen Sinn abringen: „Ich konnte kranken Flüchtlingen helfen und habe so viele hilfsbereite Menschen kennengelernt. Das war eine gute Erfahrung für mich.“ Überhaupt: Die Menschen seien sich in den Jahren der Vertreibung nähergekommen. „Vorher ging es hier bei vielen Menschen nur um Materielles: mehr Häuser, mehr Geld. In der Zeit der Not haben sich die Menschen füreinander geöffnet“, meint Miray. „Sie haben erkannt, dass es im Leben um mehr geht.“

An die Christen im Ausland appelliert sie, den Menschen in der Ninive-Ebene nicht nur materiell, sondern auch geistlich beizustehen: „Wir brauchen ihre Gebete.“ Ihr eigener Glaube sei in den zurückliegenden Jahren zwar auf die Probe gestellt, aber letztlich gestärkt worden: „Ich habe sehr deutlich gespürt, dass Gott mit uns ist“, zeigt sich Miray überzeugt.

Die junge Frau würde gern studieren und Ärztin werden. Dazu wären allerdings im Ausland die Bedingungen besser. „Ich spare schon darauf“, erzählt Miray. Doch langfristig sehe sie ihre Zukunft im Irak, auch wenn ihr die aktuelle Sicherheitslage Sorgen macht: „Ich will auf jeden Fall zurück, um den Menschen in meiner Heimat zu dienen.“

Seit der Vertreibung der Christen durch den IS hat KIRCHE IN NOT die notleidenden Christen im Irak mit rund 39,7 Millionen Euro unterstützt. Um den Wiederaufbau weiter voranzutreiben und der Bevölkerung materiell wie pastoral beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online unter www.kircheinnot.at oder auf folgendes Spendenkonto:

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Verwendungszweck: Irak Wiederaufbau

„ISIS hat versucht, das Kloster einzunehmen. Wir waren uns im August 2014 sicher, dass ihnen das gelingen würde“ erklärt Erzbischof Timotheus Musa al Schamani, Abt des syrisch-orthodoxen Klosters des heiligen Matti, gegründet im 4. Jahrhundert, eines der ältesten der Welt. Die Mönche flohen, nach dem ersten Schrecken kehrten sie aber schnell zurück. Hunderte christliche Flüchtlinge lebten monatelang mit ihnen – ein paar Kilometer Luftlinie von ihren schlimmsten Feinden entfernt. „Der IS hat es nie geschafft, unser Kloster zu erobern. Gott war mit uns.“ Tatsächlich kann man am Fuße des Berges noch die Schützengräben sehen, die die Kämpfer des IS ausgehoben haben. Hier standen sich die Schergen und die Peschmerga, die Kämpfer der autonomen Kurdengebiete, über zwei Jahre gegenüber. Immer wieder schossen die IS-Kämpfer Mörser in Richtung des Klosters. Bei trübem Wetter versuchten sie regelmäßig, es einzunehmen. Bombardements der US-geführten Koalition verhinderten dies. Seit Ende 2016 wurde Ort für Ort vom IS zurückerobert. Die Ninive-Ebene ist also frei. Das Kloster ist außer Gefahr. Doch wie geht es seinen Gläubigen?

Bischof Musas Miene verfinstert sich. „Bevor der IS 2014 kam lebten in meiner Diözese über 5 000 christliche Familien. Heute sind es bestenfalls 2 300. Der Rest hat das Land verlassen.“ Musa vermutet einen Plan dahinter, Christen aus dem Nahen Osten zu vertreiben. „Das hat 1975 im Libanon angefangen, dann ging es im Irak, in Ägypten, in Syrien weiter.“ Genauer will er auf Nachfrage nicht werden. Angesprochen auf die Ankündigungen von US-Vizepräsident Mike Pence vom vergangenen Herbst, US-Hilfe künftig direkt und ohne den Umweg über die UNO den verfolgten Minderheiten des Irak zukommen zu lassen, winkt Musa ab. „Wir brauchen keine Worte. Ich weiß nicht, mit wievielen westlichen Botschaftern und Politikern ich schon gesprochen habe. Wir Christen des Irak brauchen Taten.“

Der Gottesmann wirkt erschöpft, als er von seinen Treffen mit irakischen Gewaltigen von Provinzregierung und Polizei berichtet. Sie empfingen ihn, so Musa, mit großer Freundlichkeit und hörten sich die Sorgen seiner Gemeinschaft an. Doch außer einer Tasse Kaffee sei nichts dabei herausgekommen. „Frieden, Sicherheit, Jobs: Ohne diese Dinge wird niemand bleiben. Ich kann es keinem Familienvater verdenken, wenn er für sich und seine Familie eine bessere Zukunft im Ausland sucht. Zwar raten wir niemandem zur Auswanderung, aber wir halten auch niemanden davon ab. Das ist eine persönliche Entscheidung.“ Ein Verschwinden seiner syrisch-orthodoxen Gemeinschaft hält Musa ohne weiteres für möglich. „Im Tur Abdin im Südosten der heutigen Türkei hatten wir einst eine blühende Heimat. Heute ist da niemand mehr außer ein paar leeren Kirchen. Das kann uns hier genauso passieren.“ Das nächste Problem sieht er schon kommen. „Fahren Sie nach Bartella und fragen Sie nach den Schabak.“

Mit dem Jeep geht es die Serpentinenstraße hinunter zurück in die Ebene. Schafsherden grasen links und rechts der Straße das trockene Land ab. In diesem Jahr sorgt eine heftige Dürre dafür, dass ihr Futter noch kärglicher ist als sonst. Vorbei an den kurdischen Posten geht es hinein in den von der Zentralregierung in Bagdad kontrollierten Irak. 20, 30 Kilometer führen durch das ethnische Mosaik des Nordirak. Turkmenen, Christen, sunnitische Araber und Jesiden leben hier. Und die Schabak. Auf bis zu 400 000 Menschen wurde diese ethnische Gruppe vor 2014 geschätzt. Ganz überwiegend leben sie in der Ninive-Ebene. Die Dörfer der meist schiitischen Schabak sind erkennbar ärmlicher und heruntergekommener als etwa die christlichen. Auch die Schabak hatten massiv unter dem Hass des IS zu leiden. Schiiten, die Rafidin, die Abtrünnigen, standen in der Skala der Verachtung noch tiefer als die Christen. Doch anders als die Christen haben die Schiiten mächtige Freunde. Nicht nur im von schiitischen Politikern dominierten Bagdad. Von Plakatwänden winkt Ajatollah Khamenei, der oberste Führer des Iran. Sein Arm reicht bis hierher. Der iranische Botschafter war auch schon zu Besuch. Auf uns könnt ihr zählen, soll das heißen.

„Die Schabak wollen unser Land“, meint Abuna Jakob knapp. „Das ist das nächste Problem.“ Der syrisch-orthodoxe Dorfpfarrer von Bartella ist ein Neffe Bischof Musas. Das Problem davor, das war der IS. „Ich war der Letzte, der im August 2014 ging, und der Erste, der wieder kam.“ Tränen, so erinnert sich der Dorfgeistliche, seien ihm gekommen, als er erstmals wieder die Glocken läutete. Abuna Jakob führt durch seine frisch renovierte Pfarrkirche. Sie strahlt weiß und golden. Einzig eine verkohlte Kapelle im Seitenschiff erinnert an die Dschihadisten. „Die hat der IS geschändet. Das lassen wir als Zeichen der Mahnung.“ Seit Oktober 2016 ist der Ort vom IS befreit. Nun also das Problem mit den Schabak. Gab es 1980 nur zwei Schabak-Familien im Dorf, sind es heute weit über zwanzig Prozent. Tendenz steigend. Ursache für den demografischen Mikrokonflikt ist die hohe Geburtenrate der Schabak – und die Tatsache, dass viele Christen mehr denn je bereit sind, zu billigen Preisen ihr Land zu verkaufen. Die Kirche versucht ihre Gläubigen davon abzubringen. Aber wer alle seine Ersparnisse während der Flucht aufgebraucht hat, schon im Ausland lebt oder nach Australien emigrieren will, hat oft keine andere Wahl. Heimatliebe muss man sich leisten können. „Ich werde mein Land niemals an die Schabak verkaufen“, meint Ibrahim entschlossen. Der 63-jährige Bauer trägt die bodenlange Galabaia, das traditionelle Gewand der Männer. Sein imposanter Schnauzer wie sein Haupthaar schimmern in makellosem Schwarz. Offensichtlich wurde der Natur ein wenig nachgeholfen. Auf dem Land seiner Familie baut er Getreide, Kichererbsen und Sonnenblumen an. Sieben Kinder hat er – von denen kein einziges mehr im Irak lebt. „Sie sind in der Türkei und in Europa. Ich sage ihnen immer, dass sie zurückkommen sollen, aber sie wollen nicht, weil es hier keine Jobs und keine Sicherheit gibt.“ Ibrahim macht sich deswegen keine Illusionen. „In zwanzig Jahren gibt es hier keine Christen mehr.“ Dabei macht der Ort derzeit einen ganz anderen Eindruck. An allen Ecken und Enden wird gebaut und gehämmert, werden die Schäden behoben, die der IS hinterlassen hat. Abends wird im Dorfrestaurant arabische Musik so laut gesungen, dass jedes Gespräch dagegen ankämpfen muss, dampfen Kebab und Hähnchen auf dem Grill, versammelt sich die Jugend gutgelaunt. Fast fünftausend Christen sind zurückgekehrt – und mit ihnen das alte Leben.

Geleitet wird all dies vom „Ninivah Reconstruction Committee“ (NRC). Das Hirn des christlichen Wiederaufbaus sitzt im benachbarten Baghdeda, ein paar Kilometer tiefer in die Ninive-Ebene hinein. Karakosch nannten die Osmanen den Ort, Al Hamdaniya sagen die Araber, Baghdeda heißt die Stadt in der aramäischen Sprache der einheimischen Christen. Baghdeda war vor 2014 die größte christliche Stadt des Irak. Etwa 50 000 Menschen lebten hier. Christenanteil: 97 Prozent. Landwirtschaft – Getreideanbau und Geflügelzucht – machten die Bewohner, überwiegend syrisch-katholische Christen, wohlhabend. Das sieht man selbst den arg mitgenommenen Häusern noch an. Durch holprige Straßen geht es zum Sitz des NRC. Ahlan wa sahlan, herzlich willkommen, sagt Abuna Georges Jahola und winkt in sein Büro. Der syrisch-katholische Priester zeigt Karten, Tabellen, Luftaufnahmen seines Ortes. Er ist Stadtpfarrer und Bürgermeister in einem. „Wir bauen unsere Heimat wieder auf. Wir haben nur sie. Christen leben in Bagdad, Basra und Kirkuk. Aber nur diese Gegend können sie wirklich Heimat nennen. Verlieren wir sie, verlieren wir mehr als nur Land und Häuser: Wir verlieren unsere Identität.“ Unterstützt wird der Priester von einem Team von Ingenieuren und jungen Leuten, die sich um die Registrierung der Hausbesitzer kümmern, die um Hilfe bitten. „Über 7 000 Häuser gibt es in unserem Ort. Wir haben sie in drei Gruppen eingeteilt: Leicht beschädigte, schwer beschädigte und zerstörte.“ Nicht alle Häuser wurden vom IS zerstört oder beschädigt. Viele kamen bei der Rückeroberung zu Schaden. Andere verwahrlosten in den Jahren des Leerstands. Geplündert wurden vom IS und den umliegenden muslimischen Dörfern fast alle. Um Kosten zu sparen und den Menschen Arbeit zu geben, müssen die Hausbesitzer selber Hand anlegen. Außerdem müssen sie ein Drittel der Kosten tragen wenn möglich. Und nur der wird unterstützt, der tatsächlich in seinem Haus wohnt. „Wir haben mittlerweile wieder viele Menschen, die aus dem Libanon und der Türkei zurückkommen“, ist Abuna Georges froh. „Anfangs haben unsere Leute gesagt: Erst Sicherheit, dann Rückkehr. Ich habe ihnen dann geantwortet: Je mehr ihr hier wieder seid, desto besser könnt ihr euch gegenseitig schützen.“ Abuna Georges weiß, dass Häuser allein angesichts fehlender Sicherheit und Jobs die christliche Präsenz nicht auf Dauer sichern können. „Aber ohne Häuser wäre schon jetzt keiner mehr hier.“

Möglich ist der Wiederaufbau nur, weil christliche Organisationen – allen voran KIRCHE IN NOT – mit Millionenspenden helfen. Der irakische Staat existiert hier nämlich nur auf Flaggen und Pässen. „Die Regierung hat kein Geld oder andere Prioritäten. Es lässt sich auch niemand hier blicken. Ohne die Hilfe unserer Mitchristen im Westen wären wir verloren“, sagt Abuna Georges dankbar. Aimery de Vérac freut das zu hören. Er ist der Verbindungsmann von KIRCHE IN NOT. Der Franzose lebt seit einigen Jahren deswegen im Irak. „Es macht ungeheuer glücklich, den Menschen zu helfen. Sie lieben ihre Heimat. Wir setzen dabei auf maximale Transparenz. Für jeden ausgegebenen Dollar können wir Rechenschaft geben.“ Mittlerweile, so der Franzose, seien in der Ninive-Ebene über 8 700 Familien zurückgekehrt und über 4 300 Häuser wieder bewohnbar gemacht. Ist ein Haus fertig, überreicht KIRCHE IN NOT jedem Hauseigentümer einen Olivenbaum. Die biblische Pflanze soll Hoffnung und Zukunft symbolisieren.

Auch Rabah hat ein Bäumchen erhalten. Die Mittfünfzigerin hat drei Kinder. Gebürtig kommen Rabah und ihr Mann aus Mossul. Von dort flohen sie 2006 nach Baghdeda, nachdem Sohn und Neffe von Islamisten bedroht worden waren. Der Neffe wurde entführt, der Sohn konnte sich gerade noch in Sicherheit bringen. Doch 2014 kamen die Islamisten mit dem IS auch nach Baghdeda. Die Familie floh erneut. Seit Juli 2017 lebt sie nach Jahren des Flüchtlingsdaseins in der benachbarten autonomen Region Kurdistan wieder in ihrem Haus. „Unseren Wagen, unser Gold: Wir hatten ausgegeben, was wir hatten. Wäre Baghdeda nicht befreit worden: Ich weiß nicht, wie es mit uns hätte weitergehen sollen“, sagt Rabah. Zum Glück waren die Schäden an ihrem Haus nur leichte. Mittlerweile sieht man ihm nichts mehr an. Und doch sitzen die Wunden tief. „Mein Mann und ich werden im Irak bleiben, so Gott will. Auch unsere Kinder wollen das. Aber sie haben keine Arbeit. Und ich habe Angst, dass uns dasselbe nochmal passieren kann, dass ISIS zurückkommt.“

Seit der Vertreibung der Christen durch den IS hat KIRCHE IN NOT die notleidenden Christen im Irak mit rund 39,7 Millionen Euro unterstützt. Um den Wiederaufbau weiter voranzutreiben und der Bevölkerung materiell wie pastoral beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online …hier oder auf folgendes Spendenkonto:

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Verwendungszweck: Irak Wiederaufbau

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