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Im Februar 2015 wurden an einem Strand in Libyen 21 koptische Christen von Anhängern des „Islamischen Staates“ enthauptet. Die vermummten Schergen töteten sie für ein Propaganda-Video vor laufender Kamera. Zwanzig Opfer waren koptisch-orthodoxe Christen aus Ägypten; ein weiteres Opfer stammte aus Ghana.

Diese 21 ermordeten Christen sind von der koptisch-orthodoxen Kirche zu Märtyrern erklärt worden. Es gibt eine Ikone, die ihr Martyrium zeigt. Mittlerweile gibt es in der ägyptischen Provinz Minya ein Heiligtum, das ihrem Gedenken gewidmet ist. Eine Ausstellung dokumentiert die Geschehnisse ihres gewaltsamen Todes.

In einem Interview mit KIRCHE IN NOT sagte die Mutter von zwei der getöteten Christen: „Ich bin eine Mutter von Märtyrern und stolz auf sie. Sie bitten im Himmel für mich und ihren Vater.“ Pater Abu Fanus, der am Heiligtum tätig ist, berichtet, dass viele Menschen aufgrund des Vorbildes der 21 Märtyrer Christen geworden seien und sich taufen ließen.

Angesichts der Tatsache, dass 17 ägyptische koptische Christen in Libyen immer noch vermisst werden, ist die Angst um das Leben und die Freiheit der libyschen Christen weiterhin groß. Zehn Jahre nach dem Tod von Diktator Muammar Gaddafi und mehr als sechs Jahre nach der Ermordung von 21 Christen an einem Strand von Tripolis durch ISIS herrscht in Libyen immer noch Ungewissheit.

In dem nordafrikanischen Land stehen im Dezember Wahlen an, doch internationale Einflüsse, die um die Kontrolle wetteifern, stehen im Hintergrund und schaden dem libyschen Volk. „Auf nationaler Ebene gibt es viele Akteure, darunter bewaffnete Gruppen und verschiedene Fraktionen innerhalb der früheren Regierungen, deren Hauptanliegen es zu sein scheint, ihre eigenen Interessen zu sichern. Aber noch wichtiger ist der Einfluss internationaler Mächte, einschließlich der Türkei und Russlands“, so ein Analyst von Open Doors gegenüber Christian Today.

Die für den 24. Dezember angesetzten Präsidentschaftswahlen geben jedoch keinen Anlass zur Hoffnung. „Selbst wenn es den Libyern gelingt, eine Zentralregierung zu bilden, ist es unwahrscheinlich, dass die Religions- und Glaubensfreiheit geschützt wird. Das zeigt der Verfassungsentwurf von 2017, über den zeitgleich mit den Wahlen im Dezember in einem Referendum abgestimmt werden soll“, so der Leiter von Open Doors Großbritannien Rechtsabteilung. Der Verfassungsentwurf geht davon aus, dass alle Libyer Muslime sind, ohne die Möglichkeit, die Religion zu wechseln, und verwendet die Scharia als Grundlage für die Gesetzgebung.

Libyen steht auf der Weltbeobachtungsliste von Open Doors auf Platz 4, wobei Christen nur 0,5 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Gläubige mit muslimischem Hintergrund sind der Verfolgung durch Familien und Dorfgemeinschaften ausgesetzt, während Christen aus anderen Ländern der Verfolgung durch radikale islamische Gruppen ausgesetzt sind, wie etwa die koptischen Märtyrer von 2015. Das Schicksal der 17 derzeit vermissten Ägypter ist unbekannt, da unklar ist, ob sie von einer radikalen Gruppe oder den örtlichen Behörden entführt wurden. Unabhängig von den Tätern sind im Ausland lebende Christen in dem Land oft nicht willkommen. Die Ägypter, getrieben von Verzweiflung und mangelnder Sicherheit und Chancen in ihrer Heimat suchen oft nach Arbeitsmöglichkeiten in Libyen, obwohl die Christen ihr potenzielles Schicksal im Nachbarland kennen. (Quelle: International Christian Concern, Bild: TUBS/wikipedia)

Die sterblichen Überreste der 21 koptischen Märtyrer, die in Libyen von Dschihadisten enthauptet wurden, die mit dem selbst ernannten Islamischen Staat (IS) in Verbindung stehen, könnten bis zum Wochenende oder anfangs nächster Woche nach Kairo ankommen überführt werden, wo sie in Kirche im Dorf Al Our in der Nähe von Samalut in der ägyptischen Provinz Minya beigesetzt werden sollen. Die Ergebnisse der DNA-Analyse der Leichen hatte es ermöglicht, die 21 Märtyrer zu identifizieren, die deren sterbliche Überreste Anfang Oktober in einem Gebiet der libyschen Küste in der Stadt Sirte in einem Massengrab aufgefunden wurden.

Dazu waren die Angehörigen der “libyschen Märtyrer” wurden vom Institut für Rechtsmedizin eingeladen, bei den Gesundheitsbehörden in Minya eine DNA-Probe abzugeben, die eine Identifizierung der einzelnen Leichen ermöglichen sollte. Wie ägyptische Medien berichteten, begrüßten die Familien den Beginn der Identiefzierungsmaßnahmen damit Beisetzung, die in dem nach den Märtyrern benannten Heiligtum im Dorf Samalut stattfinden soll, auf den Weg gebracht werden konnte.
Am Freitag, den 6. Oktober hatten die ägyptischen Behörden das Auffinden der Leichen der insgesamt 21 koptischen Christen bestätigt. Ein Video von ihrer Hinrichtung war auf dschihadistischen Internetseiten im Februar 2015 veröffentlicht worden. Bereits eine Woche nach der Veröffentlichung des Videos, auf dem zu sehen ist, wie die Christen den nahmen Christi flüsterten, während sie hingerichtet wurden, nahm der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II. die 21 Opfer des Blutbads in das so genannte Synaxarium, auf das koptische Märtyrer auflistet. Ihr Fest wird am 15. Februar gefeiert. (Quelle: Fidesdienst)

Die libysche Generalstaatsanwaltschaft bestätigte am Abend des gestrigen Freitag, den 6. Oktober das Auffinden der Leichen der 21 koptischen Christen, die 2015 von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) in der Küstenregion bei Sirte hingerichtet wurden. Wie Medien der ägyptischen Staatsanwaltschaft berichten, wurden die Leichen im Küstengebiet am Rande der Stadt mit auf dem Rücken zusammengebundenen Händen und der in einem Video von der Hinrichtung zu sehenden orangen Kleidung gefunden worden sein. Man habe Verfahren zur Identifizierung der Opfer durch eine DNA-Analyse in die Wege geleitet.

Der libysche Generalstaatsanwalt Al Sadiq al Sour hatte in einer Pressekonferenz Ende September mitteilte, wurden ein Massengrab gefunden, in dem die sterblichen Überreste der 21 Christen liegen sollen. Dabei teilte der Generalstaatsanwalt mit, dass wurde mit den Grabungen an dem Ort des Massengrabes begonnen wurde, das ein Mann genannt hatte nannte, der im Zusammenhang mit den Hinrichtungen festgenommen wurde, zu denen sich der Islamische Staat mit einem Video von der kollektiven Hinrichtung bekannte.

Nach Bekanntwerden von der Nachrichtung über Auffindung der 21 Leichen, hatten die Angehörigen der ermordeten koptischen Christen, die vorwiegend aus der ägyptischen Region Minya stammen, das ägyptische Außenministerium um eine Bestätigung der Nachricht und die Rückführung der sterblichen Überreste ihrer Angehörigen gebeten, die bereits als Märtyrer gefeiert werden. Doch in den vergangenen Tagen beklagten die Angehörigen, dass eine Bestätigung durch die Behörden der beiden Länder nicht stattgefunden habe, während die Medien widersprüchliche Nachrichten verbreiteten, und unter anderem auch von einem angeblichen Dementi der Aussage des libyschen Staatsanwaltschaft berichteten.
Die 21 ägyptischen Kopten waren Anfang Januar 2015 in Libyen entführt worden. Islamistische Internetportale veröffentlichten das Video von der Hinrichtung am 15. Februar. Bereits eine Woche nach der barbarischen Tat, nahm der koptische orthodoxe Patriarch Tawadros II. die 21 koptischen Christen in das so genannte “Synaxarium”, das Buch der Märtyrer der koptischen Kirche auf. Das Fest der Märtyrer wird am 15. Februar gefeiert. (Quelle und Foto: Fidesdienst)

Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Libyen hat am Sonntag ein Video veröffentlicht, in dem die Hinrichtung von 21 Geiseln zu sehen ist. Dabei handelt es sich um ägyptische Christen, die als Gastarbeiter in dem Nachbarland waren. Der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian, bestätigte gegenüber der Bild-Zeitung am Montag, dass die Getöteten zu einer Gruppe ägyptischer Christen gehörten, die zwischen Ende Dezember und Anfang Januar in Libyen verschwunden sind. Die Terroristen hätten den Bus der Gastarbeiter aufgehalten, als diese sich gerade auf dem Heimweg nach Ägypten befanden. „Zuerst dachten wir an eine Entführung, doch eine Lösegeld-Forderung wurde nie gestellt“, erklärte Bischof Damian weiter.

Angehörige der Kopten hätten sich nach deren Verschwinden vergeblich an die ägyptische Regierung gewandt und um Hilfe gebeten. Die Geiseln seien nun getötet worden, „nur weil sie Christen sind“. Der Bischof beklagte zudem die immer schärfere Christenverfolgung in Nordafrika: „Männer werden systematisch gesucht, verfolgt, ermordet! Unsere Frauen und Mädchen werden auf offener Straße attackiert, weil sie kein Kopftuch tragen.“

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi verurteilte die Tat in einer Fernsehansprache beim Sender Al-Ahram und versprach eine „angemessene Reaktion“. Er ordnete zudem eine siebentägige Staatstrauer an. Am frühen Montagmorgen bombardierten die ägyptische und die libysche Luftwaffe unterdessen gemeinsam Stellungen sowie Waffen- und Munitionslager des libyschen IS-Ablegers, wie das ägyptische Militär mitteilte.

IS richtet sich erstmals direkt an Christen

Am Sonntagabend verbreitete die libysche Terrorgruppe „Schura-Rat der Jugend des Islams“ einen fünfminütigen Film mit dem Titel „Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes“ im Internet. In dem Film ist Medienberichten zufolge zu sehen, wie schwarz gekleidete Männer die 21 Geiseln in orangefarbenen Overalls an einem Strand enthaupten. Nach Aussage der Terroristen handelt es sich dabei um die libysche Mittelmeerküste. „Wir werden das Meer mit eurem Blut tränken“, sagt ein Sprecher in dem Video an Christen und den Westen gerichtet.

Die für das Video verantwortliche Miliz aus dem ostlibyschen Derna hat sich erst im Oktober dem IS unterstellt. Der IS ringt mit Al-Kaida um die Vorherrschaft im weltweiten Islamismus. Der IS rief nach großen Gebietsgewinnen in Syrien und im Irak im vergangenen Jahr ein Kalifat aus. Seitdem haben mehrere dschihadistische Gruppen in Nordafrika dem IS die Treue geschworen.

Papst Franziskus verurteilte die Enthauptung der koptischen Geiseln scharf. „Das Blut unser christlichen Brüder ist ein Zeugnis des Aufschreis. Seien es Katholiken, Orthodoxe, Kopten oder Lutheraner, das ist nicht wichtig: Es sind Christen! Das Blut ist dasselbe, das Blut bekennt Christus“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag bei einer Audienz im Vatikan. (Quelle: pro, Bild: TUBS)

Auf dschihadistischen Internetseiten wurden am 12. Jänner die Fotos von 21 ägyptischen Kopten veröffentlicht, die in den vergangenen Wochen in der Region um Sirte bei zwei Massenentführungen verschleppt wurden. Bei den Entführern könnte es sich um einen libyschen Zweig des Islamischen Staates (IS) handeln. Die Entführten werden als „christliche Kreuzfahrer” bezeichnet. Lösegeldforderungen wurden bisher nicht gestellt. Die Angehörigen der Entführten und Vertreter der koptischen Gemeinde in Salamut in der Region Minya, aus der die meisten Geiseln stammen, bestätigten die Echtheit der Fotos.

In den vergangenen Tagen waren Mitglieder der radikalislamischen Bewegung Ansar Al-Sharia für die Entführungen verantwortlich gemacht worden. Die Kopten, die sich aus Arbeitsgründen in Libyen aufhalten, wurden unterdessen von dschihadistischen Gruppen auch als „legitime Opfer“ bezeichnet, wobei durch die Entführungen auch ein Zeichen gegen die Unterstützung Ägyptens für die Regierung in Tobruk gesetzt werden soll. Unterdessen hatte der Stammesvertreter Mouftah Marzouq, vom Ältestenrat in Sirte mitgeteilt, dass es sich bei den Entführern um Schlepperbanden handeln könnte, die illegale Einwanderungen in der Region kontrollieren. “Tatsache ist”, so der koptisch-katholische Bischof von Guizeh, Antonios Aziz Mina, “dass in Libyen schreckliche Dinge geschehen: es gibt immer mehr bewaffnete Gruppen in einem zerstörten Land, wo zunehmend deutlich wird, dass das jüngste eingreifen geopolitischer Akteure völlig unüberlegt war”. (Quelle: Fidesdienst)

Der 54jährige christliche Professor Adison Karkha aus Kirkuk war Rektor der medizinischen Fakultät der Universität Sirte. Er wurde am Dienstag, den 18. März in seinem Auto auf dem Nachhauseweg ermordet. Die Leiche wurde in einem Stadtteil gefunden, in dem die radikalislamische Ansar al-Shariah aktiv ist, was die Sorge um die Lage der Christen in Libyen nach dem Sturz Gaddafis verstärkt. Bereits am vergangenen 23. Februar waren in Bengasi sieben koptische Arbeiter aus Ägypten ermordet worden. Nach dem Mord an Professor Karkha forderte der irakische Außenminister von der libyschen Regierung eine rasche Festnahme der Mörder.
Der tragische Tod von Adison Karcha veranlasst den chaldäische Patriarchen Louis Raphael I. Sako zu allgemeinen Betrachtungen im Hinblick auf die derzeitige Dynamik in den Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas: “Der Professor”, so Patriarch Sako zum Fidesdienst “lebte mit seiner Frau seit über sieben Jahren in Libyen und hatte dort Zuflucht vor der Unsicherheit im Irak und die Möglichkeit einer sicheren Ausübung seines Berufs gesucht. Doch nach dem Sturz Gaddafis macht sich auch in Libyen der islamistische Fundamentalismus breit. Dieses Phänomen bleibt für mich ein Rätsel: es gibt einen Plan, der darauf abzielt einen islamistischen Staat zu errichten, und die religiöse Ideologie wird politisch manipuliert. Auf jeden Fall”, so der Patriarch weiter “bleibt die Frage offen, die wir uns in Libyen und im Irak und in der ganzen Region stellen müssen: hat sich die Lage nach dem Sturz der Regimes verbessert oder verschlechtert? Es gibt keinen Fortschritt bei den Dienstleistungen, auf dem Arbeitsmarkt, in der Wirtschaft bei der Sicherheit. Die Korruption scheint zuzunehmen und all dies führt zu sektiererischen Konflikten. Wir hatten gehofft, dass sich ein gemeinsames Bürgerempfinden entwickelt, während sich nur neue konfessionelle Unterschiede verbreiten. Deshalb fragen wir uns, wie wird die Zukunft unserer Völker und Länder tatsächlich aussehen?” (Quelle: ead, fides)

Am 2. März wurde im libyschen Bengasi, Bezirk Jarutha, die Leiche eines ägyptischen Mannes gefunden. Ein eintätowiertes Kreuz an seiner Hand weist ihn als koptischen Christen aus. Er ist das 8. Todesopfer einer Serie von Morden an ägyptischen Christen innerhalb von nur einer Woche, nachdem bereits am 24. Februar sieben Kopten tot aufgefunden worden waren. Ein weiterer Christ überlebte einen Anschlag schwer verletzt.

Schwache Regierung begünstigt Terrorismus

Ein Open Doors Mitarbeiter berichtet von zahlreichen Übergriffen gegen koptische Christen einschließlich Verhaftungen, Folter und Morden wie am 24. Februar: „Nach unseren Informationen sind die Angreifer sehr gezielt vorgegangen. Die in der vergangenen Woche getöteten sieben ägyptischen Christen wurden von bewaffneten Männern aus ihren Wohnungen entführt, die auf der Suche nach Christen waren.“ Ihre Leichen fand man später mit gebundenen Händen und einer einzelnen Schusswunde an einem Strand bei Bengasi, wo sie offenbar regelrecht exekutiert worden waren. Andere Christen konnten entkommen. Die Morde und Anschläge auf Kirchen in den vergangenen Monaten beunruhigen einheimische wie ausländische Christen enorm. Viele versuchen nun, das Land zu verlassen.

Die libysche Tageszeitung „Libya Herald“ berichtet von einem Angriff auf einen koptischen Gemüsehändler am 2. März, der beim Entladen seiner Ware von einem Unbekannten angeschossen wurde. Er befindet sich zurzeit auf der Intensivstation. Der genaue Hintergrund der Taten ist unklar, doch offensichtlich handelt es sich um eine neue Offensive islamistischer Gruppen. Diese greifen nicht nur Christen an, sondern verübten auch einen Anschlag auf den ersten Staatsanwalt nach dem Ende der Ära Gaddafi. Seit dem Fall des langjährigen Diktators hat sich die Sicherheitslage in Libyen deutlich verschlechtert. Zahlreiche islamistische Gruppierungen können nahezu ungehindert agieren und finden Zulauf aus der Bevölkerung. Die Zeitung berichtet weiter, Libyens Außenminister Mohamed Abdulaziz habe die Morde aufs Schärfste verurteilt: „Sie widersprechen jedem Glauben. Wir werden die Täter vor Gericht bringen.“

Christen unter massivem Druck

Von den 6,5 Millionen Einwohnern des Landes sind 97% Anhänger des sunnitischen Islams, der Großteil der Christen im Land sind Arbeitsmigranten. Sie stehen ähnlich wie die wenigen einheimischen Christen in der zutiefst vom Islam geprägten Kultur unter massivem Druck von verschiedenen Seiten. Auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex, einer Liste der Länder, in den Christen weltweit am stärksten verfolgt werden, belegt Libyen derzeit Rang 13. (Quelle: ead)

Nahe der libyschen Hafenstadt Bengasi sind sieben ägyptische Christen brutal ermordet worden. Bisher unbekannte bewaffnete Täter seien am 24. Februar von Haus zu Haus gezogen und hätten gefragt, ob dort Muslime oder Christen wohnen. Dann hätten sie die Christen „exekutiert“, berichten Augenzeugen. Man wisse noch nicht, wer die Bluttat begangen habe, erklärte ein Polizeibeamter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Januar waren bereits ein Brite und eine Neuseeländerin in Bengasi auf ähnliche Weise umgebracht und am 5. Dezember ein christlicher Lehrer aus den USA ermordet worden. Der 33 Jahre alte Ronnie Smith wurde beim Joggen von zwei Männern in einem Jeep erschossen. Vermutlich handelte es sich um muslimische Extremisten. Im März vorigen Jahres nahmen radikal-islamische Kämpfer etwa 100 Christen in Libyen gefangen und folterten sie, weil sie den christlichen Glauben verbreitet hätten. Auch steckten sie eine koptische Kirche in Brand, in der sich ägyptische Christen versammelten. Von den sechs Millionen meist muslimischen Einwohnern des nordafrikanischen Landes sind nach Schätzungen zwischen 80.000 und 170.000 Christen. Meist handelt es sich um Ausländer, vor allem Ägypter, Italiener und Griechen. (Quelle: idea)

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