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Nordkorea

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Informationen der IGFM zufolge wurde er im November 2014 von nordkoreanischen Agenten aus der chinesischen Grenzstadt Changbai entführt, dann förmlich verhaftet und schließlich zu 15 Jahren Haft verurteilt. Sein ständiger Wohnsitz befand sich in Changbai, und er trug inzwischen den chinesischen Namen Zhang Wen Shi. Über die konkreten Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, ist nichts bekannt.

Das kommunistisch regierte Nordkorea gilt als das Land mit der schärfsten Christenverfolgung. Schon der Besitz von religiösen Schriften wird mindestens mit hohen Haftstrafen geahndet, die mit Schwerstarbeit und Folter verbunden sind. Der Missionar half Grenzgängern aus Nordkorea, die vom Handel beiderseits der Grenze lebten oder auf der chinesischen Seite nach Medizin oder anderem Notwendigen suchten.

Jang alias Zhang unterstützte viele von ihnen, indem er sie mit einem Quartier oder etwa Kleidung versorgte. Dabei sprach er auch über seinen Glauben, den einige annahmen. Zusammen mit Pastor Han Chung-Ryeol unterrichtete er diejenigen im christlichen Glauben, die darum baten. Der Pastor, der ebenfalls koreanische Wurzeln hatte, wurde am 30. April 2016 von einem oder mehreren Unbekannten in Changbai erstochen. (Quelle: idea/IGFM, Bild: 

Die Diözese Pjöngjang in der Hauptstadt Nordkoreas wird Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht. Dies kündigte Andrew Kardinal Yeom Soo-jung , Erzbischof von Seoul, am 25. Juni bei einer Zeremonie zum Gedenken an den Beginn des Koreakrieges vor genau siebzig Jahren an, zu einem Zeitpunkt, da die Spannungen auf der Halbinsel wieder zunehmen.

Msgr. Yeom Soo-jung  sprach bei diesem Anlass über die Bedeutung von Frieden und Harmonie auf der koreanischen Halbinsel und erinnerte an die rund drei Millionen Toten des Krieges, der am 25. Juni 1950 ausbrach, sowie an die Tragödie der Flüchtlinge, das Drama der auseinandergerissenen Familien und die Verfolgung der Christen durch das nordkoreanische Regime.

Andrew Kardinal Yeom Soo-jung , Erzbischof von Seoul

Die Ankündigung der Weihe der Diözese Pjöngjang war der Höhepunkt der Eucharistiefeier in der Myeongdong-Kathedrale in Seoul, wo in diesem Jahr für die Versöhnung des koreanischen Volkes gebetet wurde.

Der Jahrestag des Kriegsbeginns fällt in eine Zeit besonderer Spannungen, da die Verantwortlichen des nordkoreanischen Regimes alle Kommunikationskanäle mit dem Süden abgeschnitten und am 16. Juni das Gebäude in Kaesong gesprengt haben, das den Delegationen der beiden Länder als Verbindungsbüro diente.

Tatsächlich befinden sich beide Länder technisch gesehen immer noch im Krieg, und das Regime in Pjöngjang droht kontinuierlich mit der Entwicklung neuer Massenvernichtungswaffen. Die Zunahme der Spannungen in den letzten Wochen schürt die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation und stellt einen tiefgreifenden Rückschritt auf dem Weg zur Versöhnung dar, der in den letzten Jahren zwischen den beiden Ländern eingeleitet worden ist und im April 2018 in der Erklärung von Panmunjom durch den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in und den nordkoreanischen Führer Kim Jong-un gipfelte.

Die katholische Kirche hat sich besonders für den Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel eingesetzt. Als Zeichen dafür wird in Südkorea seit Dezember letzten Jahres und bis zum 28. November jeden Tag eine heilige Messe für den Frieden gefeiert. Startschuss für diese Initiative war die Plenarsitzung der südkoreanischen Bischofskonferenz im vergangenen November.

Der Koreakonflikt stellt eine der blutigsten Episoden des so genannten Kalten Krieges dar, in dem die Welt in zwei ideologische Blöcke geteilt war. Das Regime in Pjöngjang wurde hauptsächlich von China unterstützt, das Regime in Seoul hingegen von den Vereinigten Staaten. Die Kämpfe endeten 1953 mit einem Waffenstillstand; technisch gesehen befinden sich die beiden Länder immer noch im Krieg.

Neben der Gefahr eines militärischen Konflikts auf der koreanischen Halbinsel spaltet auch die Frage der Religionsfreiheit die beiden Länder. Laut dem jüngsten Bericht der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT über die Christenverfolgung, der im Oktober 2019 veröffentlicht wurde, „gilt Nordkorea allgemein als der gefährlichste Ort der Welt, um Christ zu sein“; das Praktizieren des christlichen Glaubens, der als „westlich“ gilt wird in diesem Land „streng bestraft“.

Nach Angaben des Hilfswerkes, Zeugenaussagen von Menschen, die aus Nordkorea geflohen sind, weisen darauf hin, dass Christen, die vom Regime entdeckt werden, „der Folter ausgesetzt sind“ und dass viele von ihnen zur Zwangsarbeit „in Lager geschickt“ werden, die in erster Linie für politische Gefangene bestimmt sind.

Dem Bericht von KIRCHE IN NOT zufolge könnte es „zwischen 50 000 und 70 000 Christen in diesen Lagern geben“, was etwa der Hälfte der Gefangenen entspräche. „Außergerichtliche Hinrichtungen, Zwangsarbeit, Folter, Verfolgung, Hunger, Missbrauch, Zwangsabtreibungen und sexuelle Gewalt“ sind einige der Übergriffe, denen Christen ausgesetzt sind, wenn sie in das engmaschige Überwachungsnetz des nordkoreanischen Regimes geraten.

In Nordkorea werden rund 300.000 Christen von dem Regime grausam verfolgt. Das berichtet die Bild-Zeitung. Das Blatt schildert aus Anlass des Osterfestes die Situation der Christen in dem kommunistischen Land. Wer dort beim Gebet oder beim Lesen der Bibel erwischt werde, dem drohe Folter, Arbeitslager oder sogar die Hinrichtung. „Wenn Eltern auf frischer Tat ertappt werden, kommen sie in Arbeitslager und sehen ihre Kinder nie wieder“, schreibt das Blatt. In den Lagern herrschten Folter und Hunger. Ehemalige Insassen berichteten, dass die Gefangenen teilweise aus Verzweiflung Lehm essen. Weiter schreibt die Zeitung, im nordkoreanischen Klassensystem „Songbun“ werde jedem Bürger eine Rangordnung in der Gesellschaft zugewiesen. Christen würden in Nordkorea als „feindliche Klasse“ behandelt und in abgelegene Dörfer verbannt. „Dabei muss man nicht einmal selber gläubig sein, um als Klassenfeind abgestempelt zu werden. Es reicht, wenn die Eltern oder Großeltern als Christen bekannt waren.“ (Quelle: Bild-Zeitung 1.4.2018)

Wie Sie wissen, ist das „Land des ruhigen Morgens“ nach einem blutigen Bruderkrieg seit über sechzig Jahren zweigeteilt… Zuerst bin ich nach Nordkorea gereist, wo ich mich trotz der konstanten polizeilichen Überwachung vom Wahrheitsgehalt einiger Reportagen und vieler Berichte nordkoreanischer Flüchtlinge überzeugen konnte. Zunächst einmal zu den Krankenhäusern: Hier ist die Situation dramatisch. Es gibt keine Antibiotika, kein Verbandsmaterial, nicht einmal Seife. Nur ein Beispiel: Für die Serumflaschen der Infusionen werden mit abgekochtem Zuckerwasser gefüllte Bierflaschen verwendet! Ich konnte auch Schulen besuchen. Dort ist deutlich zu sehen, dass die gesamte Bevölkerung chronisch unterernährt ist, natürlich mit Ausnahme der Apparatschiks des Regimes. Hervorzuheben ist, dass ein 7-jähriges nordkoreanisches Kind durchschnittlich 20 cm kleiner ist und 10 kg weniger wiegt als ein Kind in Südkorea. Die Flüchtlinge sagen alle dasselbe: In Nordkorea „muss man entweder ein Mitglied der Partei oder einen Soldaten bezahlen, um Artikel des Grundbedarfs zu bekommen.“ Korruption gehört folglich zum Alltag. Ich habe mich auch gewundert, keine Menschen mit Behinderung zu sehen… Tatsächlich ist das rassistische und eugenische nordkoreanische Regime besessen von der Reinheit der Rasse, was die als „anormal“ bezeichneten Menschen ausschließt. Folglich werden diese aus den großen Städten verbannt.

Wie lässt sich dieses kommunistische Regime in wenigen Worten beschreiben? Nordkorea ist ein nach Außen so abgeschottetes Land, dass ohne Visum niemand einreisen und sich dort aufhalten darf… „Selbst Gott nicht“, wie die Flüchtlinge scherzhaft anmerken. Die beiden Säulen, auf die sich die Repression hauptsächlich stützt, sind einerseits die Kontrolle aller Bevölkerungsbewegungen und andererseits die in kompletter Unkenntnis über die Außenwelt belassene Bevölkerung, so dass die nordkoreanischen Flüchtlinge, denen es gelungen ist, zu fliehen, völlig verblüfft eine ganz andere Realität vorgefunden haben als die, die man ihnen seit ihrer Geburt glaubhaft gemacht hat… Sie alle erwähnen die hemmungslose marxistische Propaganda, die aus den Menschen der kommunistischen Partei ergebene Zombies macht… Der Diktator wird als wahrhafter „Gott“ dargestellt, unausweichlicher Bezugspunkt in jeder Rede, der Bildung, den Nachrichten… Die „Kim“-Dynastie, vom Großvater bis zum Enkel, der gegenwärtig an der Macht ist, ist zum Gegenstand einer wahnwitzigen Propaganda geworden, mit 30.000 Statuen und riesigen Abbildern in allen Städten und Dörfern sowie gewaltigen Plakaten mit ihren Slogans, die überall auf der Straße zu sehen sind… Die Nordkoreaner spionieren sich gegenseitig aus, unter Nachbarn oder Kollegen, und zeigen sich gegenseitig an, wenn jemand seiner Pflicht gegenüber dem „Großen Führer“ nicht nachkommt. Nach der Verhaftung des Schuldigen ruft man die Bevölkerung und die Familie zusammen, um die Verstöße des vermeintlichen Straftäters anzuprangern. Danach wird er deportiert, oder alle sehen dabei zu, wie er hingerichtet wird.

Ich möchte nun gerne über eben diese Deportationslager sprechen, was mir dann die Gelegenheit gibt, auf die Präsenz der Christen in diesem Land zu kommen. Aufgrund der Übereinstimmungen der Zeugenaussagen und der Satellitenaufnahmen des Westens kann man davon ausgehen, dass in diesen Lagern, wahrhaften Konzentrationslagern, zwischen hunderttausend und zweihunderttausend Menschen inhaftiert sind. Die Gefangenen arbeiten sechzehn Stunden am Tag, und die Brutalität der Wärter ist ihr tägliches Brot. Sie werden grausam gefoltert, von den öffentlichen Hinrichtungen der Aufsässigen ganz zu schweigen…

Unter diesen „politischen Gefangenen“ sind die Christen diejenigen, die am schlechtesten behandelt werden, da sie für Spione gehalten werden, für „Revolutions-Gegner erster Klasse“. Laut dem Regime beläuft sich ihre Zahl auf dreizehntausend, aber laut den humanitären Organisationen sind es zwischen zwanzig- und vierzigtausend. Sie werden besonders grausam behandelt: Sie werden gekreuzigt, an Bäumen oder Brücken aufgehängt, ertränkt, bei lebendigem Leibe verbrannt… Einige Zeugen berichten von solch grauenhaften Foltermethoden, dass der Anstand es mir verbietet, hier vor Ihnen näher darauf einzugehen.

Für die Führer Nordkoreas muss jede Religion verbannt werden, d.h. sowohl das Christentum als auch der Buddhismus, denn wie der marxistische „Katechismus“ besagt, ist sie Opium für das Volk. Die Nordkoreaner wissen nicht, was eine Bibel ist, und folglich auch nicht, wer Gott ist. Vor einigen Jahren eröffnete die Regierung mit viel Propaganda eine katholische Kirche, eine protestantische Kirche und eine orthodoxe Kirche in der Hauptstadt, aber das ist alles nur Schau!
Trotz alldem gibt es in Nordkorea eine Kirche im Untergrund, die permanent verfolgt wird. Ich stellte den nordkoreanischen Flüchtlingen folgende Frage: „Haben Sie gehört oder gesehen, dass einer Ihrer Nachbarn verhaftet wurde, weil er dabei erwischt worden ist, wie er bei sich zu Hause oder an einem geheimen Ort gebetet hat?“ und mehrere haben das bejaht. Und einige Informationen sickern durch: So wurde vor zwei Jahren eine schwangere 33-jährige Frau, die mit zwanzig Bibeln in ihrem Besitz verhaftet wurde, geschlagen und mit dem Kopf nach unten öffentlich aufgehängt. Im Mai 2010 wurden zwanzig Christen verhaftet, die einer „Untergrund“-Kirche angehörten. Drei davon wurden sofort getötet, die anderen deportiert. Wir glauben, dass 1995 mindestens fünftausend Christen hingerichtet wurden, nur, weil sie im Geheimen gebetet oder Bibeln verteilt haben. Viele dieser nordkoreanischen Christen haben durch die Präsenz der ausländischen Missionare im Grenzgebiet zum Christentum gefunden. Man weiß auch, dass amerikanische und kanadische Pastoren koreanischer Herkunft in politischen Gefangenenlagern eingesperrt sind, da sie Flüchtlingen geholfen haben…

Ich habe Flüchtlinge in einem Nachbarland von Nordkorea getroffen, denen, wenn sie verhaftet werden, die Zwangsrückführung droht, und somit Gefängnis, Folter, Inhaftierung im Lager und Tod. Wenn sie nicht rückgeführt werden, laufen sie die Gefahr, kriminellen Organisationen, die mit Organen handeln, in die Hände zu fallen. Frauen und kleine Mädchen können von Banden entführt und an Bauern, oder, schlimmer noch, an Bordellbesitzer verkauft werden. Ein koreanisches Mädchen kann für 800 bis 1.200 Dollar verkauft werden…
Seit über 60 Jahren versuchen Tausende von Nordkoreanern, in ein freies Land zu gelangen, aber das ist nicht einfach. Dafür muss man durch China, das sich weigert, Personen, die es weiterhin als „illegale Einwanderer“ ansieht, den Flüchtlingsstatus zu gewähren. Ohne Papiere, und somit illegal im Land, arbeiten viele, wie sie eben können, und schlagen sich durch, schlecht bezahlt, schlecht behandelt und ohne jegliche Rechte, dem Arbeitgeber hilflos ausgeliefert…

Um die Flüchtlinge aus diesem schwierigen Umfeld zu befreien, führen Schlepper, die ihr Leben riskieren, sich aber fürstlich dafür entlohnen lassen, diejenigen, die das möchten, über die Mongolei, Laos, Vietnam und Thailand nach Südkorea, Kanada, in die Vereinigten Staaten und andere Länder. Um jemanden aus Nordkorea in ein Drittland zu schleusen, muss man zwischen 4.000 bis 5.000 Euro für falsche Pässe, Transport, Nahrung, die Entlohnung des Schleppers und Bestechungsgelder für Zoll- oder Polizeibeamte aufbringen. Es versteht sich von selbst, dass diese „Verträge“ sehr willkürlich sind, und es kommt vor, dass der Schlepper in letzter Minute beschließt, den Preis zu erhöhen…

Beim Treffen mit den Flüchtlingen aus Nordkorea habe ich solch unerträgliche Dinge gehört, dass mit vor Schmerz und Scham die Tränen aus den Augen gelaufen sind. Wie können Menschen nur solch furchtbare Taten begehen? Wie ist es möglich, dass so viele Menschenleben mit der allergrößten Gleichgültigkeit mit Füßen getreten werden?

Als Missionar, als katholischer Priester spreche ich also im Namen aller Koreaner, die seit über sechzig Jahren einen der längsten Kreuzwege in der Geschichte der Menschheit erleiden! Ich spreche im Namen all jener, denen man ohne Betäubung ein Auge oder ein Körperglied ausreißt, um es reichen Chinesen, Japanern oder anderen zu implantieren! Ich spreche im Namen der Nordkoreaner, die Sklavenhändlern zum Opfer gefallen sind!

Die Flucht von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern ist ein bedeutender Fakt, dessen politische und diplomatische Tragweite betont werden muss. Leider fordern die Nachbarländer Nordkoreas oder weiter entfernte Länder in Europa oder Amerika lediglich einige Änderungen im Namen der „Menschenrechte“, ohne den aktuellen Status quo in Frage zu stellen, im Namen „ausgeglichener internationaler Beziehungen“, wie sie sagen, was einen „kompromisshaften Frieden“ sicherstellt und die Befreiung Nordkoreas ebenso wie die Wiedervereinigung des Landes in weite Ferne rückt! Schlussfolgernd kann man sagen, dass, wenn man sich auf bloßes geopolitisches Kalkül verlässt, die einundzwanzig Millionen Nordkoreaner die Gefahr laufen, noch lange darauf zu warten, bis sich ihr Schicksal ändert… Wenn es nicht zu einem Eingreifen Gottes kommt. Darum beten wir jeden Tag inbrünstig für dieses gekreuzigte Volk…

Barmherziger Herr Jesus Christus,
Ich bitte Dich darum, unsere nordkoreanischen Brüder und Schwestern von den Ketten zu befreien, die sie nun schon seit über 70 Jahren fesseln.
Richte Deinen Blick der Liebe auf dieses leidende Volk…
Lehre der durch einen Bruderkrieg in Nord und Süd geteilten koreanischen Nation den Frieden. Hilf uns, zur Wiederversöhnung beizutragen, ohne uns von Hoffnungslosigkeit überwältigen zu lassen.
Guter Hirte, nimm all unsere nordkoreanischen Schwestern und Brüder in Deine Arme auf, jeden Einzelnen von ihnen. Umarme sie mit Deiner rettenden Zärtlichkeit.
Möge Unsere Liebe Frau von Fatima die Mauer des Kommunismus sprengen und ihnen helfen, als Kinder Gottes Freiheit und Lebensfreude zu finden.

Das kommunistische Regime Nordkoreas hat erneut einen ausländischen Christen verhaften lassen. Der Australier John Short wurde am 16. Februar in seinem Hotel in der Hauptstadt Pjöngjang festgenommen, nachdem er Traktate in einem buddhistischen Tempel hinterlassen hatte. Die Verbreitung der christlichen Botschaft ist in Nordkorea außerhalb von vier staatlich kontrollierten Kirchen streng verboten. Dem 75 Jahre alten Short droht eine mehrjährige Lagerhaft. Sein Reisegefährte, der Chinese David Wong, wurde nach einem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt. Derzeit versucht das australische Außenministerium über die schwedische Botschaft in Pjöngjang, Shorts Aufenthaltsort zu ermitteln. Seit 50 Jahren lebt er in Hongkong. Von dort aus war er zum zweiten Mal nach Januar 2013 nach Nordkorea aufgebrochen. Seine Frau Karen sagte Journalisten in Hongkong, ihr Mann sei sich der Gefahren bewusst gewesen, aber er habe einen „Ruf Gottes“ verspürt, in das Land zu reisen: „Wir lesen die Bibel und folgen ihren Weisungen.“ Ihr Mann sei „in Gottes Hand“. Das Ehepaar betreibt einen Verlag für christliche Schriften. John Short reist seit 1976 immer wieder in die Volksrepublik China. Mehrfach wurde er festgenommen, weil er die Unterdrückung von Christen angeprangert hatte.

Rund 30.000 Christen in Straflagern

Das 24 Millionen Einwohner zählende Nordkorea gilt als Land mit der schärfsten Verfolgung von Christen. Weil sie Gott verehren und nicht die Herrscher-Dynastie von Diktator Kim Jong-Un, gelten sie als Staatsfeinde. Offiziellen Angaben zufolge leben in dem Land etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Doch Menschenrechtler schätzen, dass mindestens 30.000 Christen in Straflagern gefangen gehalten werden. Gleichwohl wachse die christliche Gemeinde. Etwa 100.000 Christen versammelten sich im Untergrund. Short ist nicht der einzige Ausländer, der wegen der Verbreitung der christlichen Botschaft in Nordkorea eingesperrt ist. Der 46 Jahre alte US-Amerikaner Kenneth Bae war am 3. November 2012 in der Hafenstadt Rajin im Nordosten des Landes unter dem Vorwurf festgenommen worden, er plane einen Umsturz. Er hatte als Reiseführer chinesische Touristen nach Nordkorea begleitet und wurde zu 15 Jahren Straflager verurteilt. Bae, der unter anderem an Diabetes und Nierensteinen leidet, wurde inzwischen von einem Krankenhaus in ein Arbeitslager verlegt. US-Präsident Barack Obama setzte sich am 6. Februar beim Nationalen Gebetsfrühstück in Washington für Bae ein: „Die Vereinigten Staaten werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um seine Freilassung zu erreichen, denn Kenneth Bae verdient es, ein freier Mann zu sein.“

UN: Menschen systematisch ermordet, gefoltert, versklavt

In Deutschland haben unterdessen Mitglieder der überkonfessionellen „Arbeitsgruppe für verfolgte Christen“ für Bae demonstriert. In Schorndorf bei Stuttgart veranstalteten sie eine vierstündige Mahnwache und sammelten dabei knapp 150 Unterschriften für eine Petition an die Regierung in Pjöngjang. Darin fordern sie Baes Freilassung und die Abschaffung von Straflagern. Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hatte in einem Mitte Februar veröffentlichten Bericht Nordkorea als einen totalitären Staat beschrieben, in dem Menschen systematisch ermordet, versklavt, gefoltert und sexuell missbraucht würden. Das Regime verübe Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diktator Kim Jong-Un trage dafür persönlich Verantwortung. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) solle Ermittlungen gegen Spitzenfunktionäre des nordkoreanischen Regimes einleiten. (Quelle: idea)