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Kambodscha: Seit 30 Jahren ist der Glaube wieder frei

Kambodscha: Seit 30 Jahren ist der Glaube wieder frei

17.06.2020 aktuelles

Als die Roten Khmer unter Pol Pot von 1975 bis 1979 in Kambodscha an der Macht waren, wurden über 1,7 Millionen Menschen getötet – vorrangig ethnische und religiöse Minderheiten. Seit 30 Jahren können die Menschen ihren Glauben wieder praktizieren.

„Eine ganz kleine Gruppe“ – so fasst der italienischstämmige Missionar Pater Luca Bolelli gegenüber KIRCHE IN NOT die kirchliche Situation in Kambodscha zusammen. Die Katholiken machten 0,15 Prozent der Bevölkerung aus – das sind rund 24 000 Menschen. 90 Prozent der Kambodschaner gehören dem Buddhismus an, der auch Staatsreligion ist.

Die katholische Kirche in Kambodscha hat einen Kreuzweg hinter sich. Das kommunistische Regime unter Pol Pot unterdrückte die Ausübung jeglicher Religion und traditioneller Riten. Damals wurden fast alle Kirchen zerstört; zahlreiche Priester und Ordensleute wurden hingerichtet. Die katholische Kirche verlor fast die Hälfte ihrer Mitglieder.

Heilige Messe in der Apostolischen Präfektur Kompong-Cham (Kambodscha), Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT

Langjähriger Bürgerkrieg

Im Jahr 1979 folgte auf den Krieg zwischen Kambodscha (damals Volksrepublik Kampuchea) und Vietnam ein Bürgerkrieg, der bis Ende 1990er-Jahre andauerte. Bis 1989 stand Kambodscha unter der Herrschaft der vietnamesischen Kommunisten. Sie verboten ebenfalls jede Form der Religionsausübung.

Nachdem auch dieses Regime gestürzt werden konnte, erkannte die Regierung Kambodschas die Christen offiziell an. Am 14. April 1990, konnte nach 15 Jahren Verfolgung erstmals wieder ein öffentlicher Gottesdienst gefeiert werden: Es war die Osternacht. Dieses Datum ist den Katholiken Kambodschas seither als Symbol ihrer Wiederauferstehung in Erinnerung geblieben.

Häuser auf Bambusflößen

Damals gab es nur noch 3000 katholische Christen im Land, unter ihnen eine ältere Frau. Sie war die einzige verbliebene Katholikin im „schwimmenden Dorf“ Prek-Toal. Es besteht aus Häusern, die auf Bambusflößen errichtet sind.

Seither versuchen sie, die Inhalte des Glaubens und der Lehre Jesu gerade auch für die Dorfbevölkerung zugänglich zu machen, berichtet Bischof Olivier Schmitthaeusler. Er stammt aus dem Elsass und ist heute Apostolischer Vikar in der Hauptstadt Phnom Penh.

„Als ich hier ankam, war gerade Weihnachten. Ich dachte, es wäre sinnvoll, die Weihnachtsgeschichte als Krippenspiel aufzuführen. Die Menschen waren begeistert. Damals begann, was ich Evangelisierung durch Kunst nenne.

Kirche auf einem Floß, Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT

„Evangelisierung durch Kunst”

Die Leute kommen zu unseren Aufführungen und Veranstaltungen. Viele von ihnen sind Buddhisten. Sie sehen, dass wir ihre Kultur respektieren. Schritt für Schritt können sie den Sinn des Evangeliums begreifen. Und wir können auf diese Weise nachempfinden, wie die Künste, die Evangelisierung und die Kultur zum gegenseitigen Verständnis beitragen.“

Dieses Vorgehen falle auf fruchtbaren Boden, dann viele Kamdodschaner hätten „die Kunst im Blut“, erklärt der Bischof: „Für alle Menschen hier ist es natürlich, zu singen und zu tanzen.“ Wichtig sei auch der Respekt gegenüber dem Buddhismus und den verschiedenen Landestraditionen, betont er.

Der Missionar Luca Bolelli bringt einer älteren Frau die Kommunion, Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT

Trotz dieser Aufbrüche sind die Narben von Terror und Verfolgung unter den Katholiken Kambodschas immer noch deutlich spürbar: Zahlreiche Kirchen wurden zerstört, andere entweiht. Pater Totet Banaynaz berichtet von einer Kirche, die im 19. Jahrhundert von französischen Missionaren errichtet worden war.

Auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen

Während des Pol-Pot-Regimes wurde sie als Kuhstall und später als Mühle genutzt. Jetzt wurde sie der katholischen Kirche zurückgegeben, „aber in dieser Kirche gibt es überhaupt nichts Heiliges mehr“, beklagt der Missionar.

Ohne externe Hilfe sei es unmöglich, dieses und andere Gotteshäuser zu renovieren. KIRCHE IN NOT unterstützt seit Langem die wiedererstandene Kirche Kambodschas.

Pater Banaynaz lädt alle Menschen ein, „die mit uns missionarisch tätig sein wollen“, sich an diesem Projekt zu beteiligen, denn: „Wir haben etwas, das wir ihnen geben können: das Beispiel unseres Lebens, unserer Einfachheit und unseres Leidens.

Meiner Gemeinde sage ich immer: Niemand ist so arm, dass er nichts geben kann. Und niemand ist so reich, dass er nichts entgegennehmen kann.“

Um das Überleben der Christen in Kambodscha weiterhin sichern zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – onlineonline oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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BIC: GIBAATWWXXX
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