
Kirchen, Klöster oder öffentliche Gebäude blutrot, um auf das Schicksal von Millionen unterdrückter, bedrohter und verfolgter Christen aufmerksam zu machen. Mit der RED Week ruft „Kirche in Not“ Pfarren, Klöster und Organisationen in ganz Österreich dazu auf, sich diesem weltweiten Zeichen anzuschließen. Ab sofort ist die Anmeldung unter www.redweek.at möglich.
Zuletzt beteiligten sich allein in Österreich über 250 Kirchen, Klöster und Institutionen – heuer soll diese Zahl deutlich wachsen. Denn: Je mehr Gebäude leuchten, desto stärker das Zeichen, das wir gemeinsam setzen – ein Gebet, das man von Weitem sieht. Setzen auch Sie ein Zeichen und nehmen Sie teil! Wenn eine Beleuchtung nicht möglich ist, dann durch Gebet, Fürbitten oder eine Heilige Messe.

Am Dienstagabend, 17. November 2026, lädt KIRCHE IN NOT in Wien zu einem Solidaritätszug von Am Hof zur (im Inneren eindrucksvoll rot beleuchteten) Votivkirche und anschließendem großen ökumenischen Gebet ein. Unser Gast wird Erzbischof Bashar Matti Warda aus dem Irak sein – eine bedeutende Stimme für die Christen im Nahen Osten. Als zuständiger Bischof für verfolgte Christen begleitet Weihbischof Franz Scharl die Veranstaltung, gemeinsam mit weiteren wichtigen Vertretern christlicher Kirchen. Alle sind herzlich eingeladen!
Die RED Week ist mehr als ein Zeichen der Solidarität. Wie P. Anton Lässer CP, internationaler kirchlicher Assistent von KIRCHE IN NOT, in Predigten und Vorträgen zur Christenverfolgung betont: ‚Verfolgung gehört zum Christsein nicht als Zufall, sondern als Konsequenz der Nachfolge Christi dazu – und die Antwort der Verfolgten ist bezeichnenderweise nicht Hass, sondern Vergebung und Feindesliebe. Die verfolgte Kirche ist damit nicht nur Empfängerin unserer Hilfe, sondern schenkt uns selbst ein Zeugnis dafür, was der Glaube wert ist.‘ Wer in der RED Week ein Zeichen setzt, hilft also nicht nur – er lässt sich auch beschenken.

Anmeldung und Info: www.redweek.at | kin@kircheinnot.at | +43 (1) 405 25 53
Nach erneuten bewaffneten Überfällen und Entführungen in Nigeria haben die katholischen Bischöfe des Landes eindringlich ein Ende der Gewalt gefordert. In einer KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Erklärung beklagen sie eine weitere Verschärfung der Sicherheitslage. Anlass sind zwei voneinander unabhängige Gewalttaten in den Regionen Borgu im Bundesstaat Niger und Ukum im Bundesstaat Benue.
Die Orte liegen im sogenannten „Middle Belt“ („Mittlerer Gürtel“) im Zentrum Nigerias. Dort kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Überfällen im Zusammenhang mit Land- und Weiderechten. Hinzu kommen Angriffe dschihadistischer Gruppen sowie Entführungen mit Lösegeldforderungen, die sich in weiten Teilen Nigerias zu einem einträglichen kriminellen Geschäft entwickelt haben.

Oft ist die Gewalt gezielt gegen Christen gerichtet; aber auch Muslime sind betroffen, wie im jüngsten Fall Ende August: Damals wurden in Borgu mehr als 60 Gläubige aus einer Moschee entführt. Hinter der Tat werden dschihadistische Kämpfer vermutet. Damit zeigt der Vorfall nach Ansicht von KIRCHE IN NOT erneut, dass sich die Gewalt in Nigeria nicht allein als religiöser Konflikt beschreiben lässt.
Bei einem weiteren Angriff in Ukum Mitte August kamen 47 Menschen ums Leben, 17 weitere wurden schwer verletzt. Dieser Angriff wird bewaffneten Gruppen von Fulani-Hirten zugeschrieben. „Ob in einer Moschee, einer Kirche, auf einem Marktplatz oder in der Ruhe ihrer Häuser: Nigerianer werden weiterhin ungestraft getötet, traumatisiert und vertrieben“, heißt es in der Erklärung.

Die Bischöfe betonen ausdrücklich ihre Solidarität mit den Muslimen, die von der Entführung in Borgu betroffen waren. Sie fordern die nigerianischen Behörden auf, entschlossener gegen die anhaltende Gewalt vorzugehen. Zwar erkenne man bereits unternommene Anstrengungen an. Die Regierung dürfe jedoch in ihrer Verantwortung nicht nachlassen: „Die Tränen der trauernden Familien müssen Sie so sehr beunruhigen, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um diese Gewalt zu beenden“, heißt es in der Erklärung.
Zugleich wenden sich die Bischöfe direkt an die Verantwortlichen der Gewalt: „An die Kriminellen, Terroristen, Entführer und ihre Unterstützer appellieren wir: Beendet das Blutvergießen! Das menschliche Leben gehört Gott allein, und kein Anliegen rechtfertigt diese Grausamkeit. Ihr könnt keine Zukunft auf den Tränen unschuldiger Menschen aufbauen.“
KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche in Nigeria seit vielen Jahren und hilft unter anderem bei der Versorgung von Binnenvertriebenen. Zuletzt finanzierte das Hilfswerk gemeinsam mit der Diözese Kaduna den Wiederaufbau eines bei einem Angriff zerstörten Dorfes. Dadurch konnten Bewohner in ihre Heimat zurückkehren, anstatt dauerhaft in Flüchtlingslagern leben oder an anderen Orten neu angesiedelt werden zu müssen.
Einen Monat nach dem schweren Erdbeben im Westen Kolumbiens sind die Folgen für die Bevölkerung weiterhin deutlich spürbar. Die katholische Kirche ist eine wichtige Anlaufstelle. Priester und Ordensleute stehen den Menschen bei und halten das kirchliche Leben unter schwierigen Bedingungen aufrecht, wie Projektpartner von KIRCHE IN NOT berichten. Das weltweite päpstliche Hilfswerk hatte wie beim vorhergehenden Erdbeben in Venezuela auch in Kolumbien Nothilfen zugesagt.
Besonders betroffen ist das Departamento Valle del Cauca mit der Millionenstadt Cali, 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogotá. Allein in der Erzdiözese Cali wurden nach Angaben der Kirche 40 beschädigte Kirchen registriert, zehn davon schwer. Einige Gotteshäuser wurden vollständig zerstört.

In der Pfarre St. Teresa von Ávila im Süden Calis, zu der rund 9000 Menschen gehören, stürzte das Dach der Kirche ein. Gottesdienste und andere Aktivitäten der Gemeinde finden deshalb derzeit in einem Zelt in einem nahegelegenen Park statt.
Pfarrer Luis Alberto Ríos beschreibt die Kirche in dieser Situation als ein „geistliches Krankenhaus“. Der provisorische Gottesdienstort sei zu einem wichtigen Treffpunkt geworden, an dem die Betroffenen erfahren könnten, dass sie mit ihrem Leid nicht allein seien. Die Feier der Gottesdienste unter freiem Himmel sei für ihn „ein Zeichen dafür, dass Jesus selbst auf die Straße gegangen ist, um den Menschen zu begegnen“.
Auch in der benachbarten Diözese Palmira, rund 30 Kilometer östlich von Cali, wurden elf Pfarrkirchen beschädigt. Einige sind nach Angaben von Bischof Rodrigo Gallego Trujillo so stark zerstört, dass sie abgerissen werden müssen. In einer Ortschaft kamen bei dem Erdbeben fünf Kinder ums Leben. Auch in ländlichen Gebieten stürzten zahlreiche Häuser von Bauernfamilien ein.
Trotz der Schäden gehe die Seelsorge weiter, betont Bischof Gallego: „Die Kirche lebt und bleibt.“ Gottesdienste und pastorale Angebote würden nun in Gemeindehäuser und öffentliche Räume verlegt, um „die Hoffnung lebendig zu halten und der Bevölkerung geistlichen Beistand zu geben“.

Auch in der Diözese Cartago im Norden des Departamentos Valle del Cauca, sind die Schäden erheblich. Rund 20 Kirchen wurden schwer beschädigt, weitere 20 müssen umfassend repariert werden. Bischof César Alcides Balbín betont, die wichtigste Aufgabe der Kirche bestehe jetzt darin, den Menschen „Begleitung, Unterstützung und Trost“ zu geben und ihnen einen Zufluchtsort zu bieten. Gerade die Feier der Sonntagsmesse sei wichtig: Das Zusammenkommen gebe den Menschen die geistliche Kraft für den langen Weg des Wiederaufbaus.
Wie konkret diese Begleitung aussieht, zeigt das Beispiel von Schwester Andaris Flores von den Missionarinnen der heiligen Theresia vom Kinde Jesu. Während des Erdbebens, bei dem ihr Schul- und Klostergebäude in La Victoria schwer beschädigt wurde, blieb Schwester Andaris im zweiten Stock bei einer 83-jährigen Mitschwester, die nicht mehr die Treppe hinuntergehen konnte. Während das Gebäude bebte und Trümmer herabfielen, kniete sie nieder und betete. Inzwischen lebt die Ordensfrau vorübergehend bei einer Familie. Die langfristige Herausforderung sieht sie nicht allein im Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Es gehe auch darum, die seelischen und psychischen Verletzungen der Menschen zu heilen – und vor allem darum, „die Seele wieder aufzubauen“.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am 10. August erschüttert, nur zwei Monate nach der Naturkatastrophe im Nachbarland Venezuela. Das Epizentrum lag im Departamento Chocó. Nach Angaben der kolumbianischen Behörden liegt die Zahl der Toten mittlerweile bei über 300, mehr als 100 Personen werden noch vermisst. Mehr als eine halbe Million Menschen sind direkt von den Folgen des Erdbebens betroffen.
Als Bischof Stephen Nyodho zum Oberhirten der Diözese Malakal ernannt wurde, fand er nichts vor: keine kirchlichen Gebäude, keine funktionierenden Dienstleistungen und auch keine Gemeindemitglieder. Mit Mut, Ausdauer und persönlichem Vorbild begann er den Wiederaufbau – zuerst des Vertrauens der Menschen, dann der Infrastruktur.
Die Stadt Malakal im Südsudan war einst Heimat von Zehntausenden Menschen, bevor 2013 der Bürgerkrieg ausbrach, kurz nachdem der Priester Stephen Nyodho nach Rom gezogen war, um dort zu promovieren.
Als Papst Franziskus ihn 2019 zum Bischof von Malakal ernannte, wollte Stephen Nyodho in seiner Heimatstadt geweiht werden. Doch nichts hatte ihn auf die Verwüstung vorbereitet, die ihn dort erwartete.

„Als ich zurückkam, war nichts mehr da, nicht einmal ein Stuhl oder ein Tisch, nichts. Ich musste bei null anfangen. Viele Kirchen und Kapellen, aber auch alle anderen Einrichtungen der Kirche waren zerstört worden; es war nichts mehr übrig. Als ich das zum ersten Mal sah, weinte ich. Denn hier bin ich geboren, hier bin ich aufgewachsen. Aber mein Haus, meine Schule – alles war verschwunden“, erklärte der Bischof bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz des Hilfswerks KIRCHE IN NOT.
In Malakal lebten nur noch etwa tausend Menschen. Der Großteil der Bevölkerung war geflohen und etwa 50.000 Personen hatten in nahegelegenen UN-Lagern Zuflucht gesucht.
Die Nachricht von der Rückkehr eines Bischofs in die Diözese verbreitete sich schnell. Viele Menschen strömten herbei. „Meine Bischofsweihe brachte Tausende von Menschen zurück nach Malakal – aus den Lagern und sogar aus Khartum, der Hauptstadt des benachbarten Sudan. Sie kehrten zum ersten Mal zurück, um Malakal nach der Zerstörung zu sehen“, erinnert sich Bischof Stephen Nyodho. „Selbst die Bischöfe, die zur Weihe angereist waren, kehrten noch am selben Tag nach Juba, die Hauptstadt des Südsudans, zurück: In Malakal gab es keine Unterkunft mehr.“

Doch Bischof Nyodho blieb, und zur Überraschung vieler kehrte das Leben nach Malakal zurück: „Dass ich in Malakal geblieben bin, hat den Menschen Hoffnung gemacht. Jetzt sind dort mehr als 20 000 Menschen. Fast alle Schulen sind wieder geöffnet und voller Kinder. Das Leben kehrt zurück!“
Während sich im Südsudan langsam ein zerbrechlicher Frieden abzeichnete, brach 2023 jenseits der Grenze im Sudan ein neuer Bürgerkrieg aus. Die Kirche in Malakai hätte sich auf ihre eigenen Probleme konzentrieren und zurückziehen können. Doch als der Bischof hörte, dass sich auf der anderen Seite des Weißen Nils Tausende Menschen sammelten, in der Hoffnung, sich in Sicherheit zu bringen, zögerte er nicht. „Ich erhielt einen Anruf von meinen Mitarbeitern; sie sagten mir, die Lage sei schwierig: Tausende Menschen befänden sich am Flussufer und wollten nach Malakal kommen. Sie saßen fest, hatten nichts bei sich und waren von ihrer Flucht aus Khartum völlig erschöpft“, berichtet der Bischof gegenüber KIRCHE IN NOT.
„Ich sagte, das sei kein Problem, und wies an, dass unser größtes Boot sofort losfahren sollte, um die Menschen abzuholen und nach Malakal zu bringen. Auf diese Weise haben wir mehr als 10 000 Menschen hierhergebracht. Unsere Diözese war die erste, die Vertriebene aufnahm. Viele von ihnen versorgt die Diözese noch heute mit Lebensmitteln“, erklärt der Bischof.

Die wichtigste Aufgabe für den Bischof liegt nun auf dem Wiederaufbau. „Als ich in Malakal ankam, sagte ich: Zuerst müssen wir das soziale Zusammenleben wiederherstellen, denn unsere Menschen waren während des Krieges gespalten. Sie haben einander getötet und sich selbst zerstört. Es waren Menschen von hier, die diesen Ort zerstört haben. Wie können wir sie also zurückholen? Wir können den Ort wieder aufbauen, die Straßen reparieren. Wenn aber die Menschen wieder gegeneinander kämpfen, wird alles erneut zerstört. Daher ist das Wichtigste, Frieden zu schaffen. Deshalb habe ich beschlossen, dass zuerst der Radiosender wieder in Betrieb genommen werden muss. Es ist der einzige Radiosender in der Gegend, und er hat das Leben Tausender Menschen verändert.“
„Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt, und wir wollen andere Dinge wiederaufbauen, zum Beispiel Häuser für die Priester, einige Kirchen und Schulen renovieren und neue Gebäude errichten.“
Doch der Wiederaufbau birgt Herausforderungen. Bischof Stephen erklärt, Malakal sei einer der teuersten Orte der Welt für Bauvorhaben. Ein Sack Zement, der in Juba 15 US-Dollar koste, koste in Malakal 50 US-Dollar, da der Transport des Materials auf der Straße oder per Schiff hohe Kosten verursache.
Umso dankbarer ist Bischof Stephen Nyodho den Wohltätern, die es KIRCHE IN NOT ermöglichen, Projekte in Malakal zu unterstützen. „Ohne Ihre Hilfe wäre das Leben tausender Menschen in der Diözese Malakal und in verschiedenen Teilen des Südsudans in Gefahr. Gott segne Ihre Großzügigkeit. Es gibt noch immer tausende Menschen, die leiden – im Südsudan und in der Diözese Malakal. Deshalb bitten wir Sie weiterhin inständig: Unterstützen Sie uns, begleiten Sie uns auf diesem Weg des Leidens. Lassen Sie uns nicht allein. Wir sind auf Sie angewiesen. Danke.”


In den letzten Jahren haben sich Kinder aus über 130 Ländern an der Rosenkranzaktion beteiligt, so zum Beispiel aus Syrien, Irak, Mexiko, Armenien, Papua-Neuguinea oder der Demokratischen Republik Kongo. Über eine halbe Million Kinder nahmen in den letzten Jahren teil. Beten Sie auch mit uns! Über die internationale Website https://acninternational.org/millionchildrenpraying/de/ können Sie sich und Ihre Kinder anmelden (ab dem 7. September möglich). Dort finden Sie dann auch den aktuellen Stand der Teilnehmer und auf der Teilnehmer-Landkarte können Sie sehen, in welchen Ländern wie viele Teilnehmer mitmachen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Gebetsaktion zu gestalten: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, einige nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern. Andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein.

oder über unseren Shop … hier anfordern.
Zwei Monate nachdem ein Erdbeben die Pfarrkirche unbenutzbar gemacht hatte, wurden 62 Jugendliche aus einer kleinen Berggemeinde in Venezuela unter freiem Himmel gefirmt.
Bischof Pablo Modesto González Pérez von La Guaira stand der Feier auf dem Platz vor der Kirche Unsere Liebe Frau von Candelaria in Tarmas vor. Neben der geschlossenen Kirche stand der Altar. Die Gläubigen begleiteten die Firmlinge auf dem Platz und der angrenzenden Straße. Andere verfolgten die Feier von ihren Haustüren aus.
Die Firmung fand in einer Gemeinde statt, die weiterhin unter den Folgen des Doppelerdbebens vom 24. Juni leidet. Die historische Kirche aus dem 18. Jahrhundert hat ihr Dach verloren und ist seither unbenutzbar.

Pater Daniel Acosta, Pfarrer von Tarmas, erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN): „Trotz der schwierigen Umstände und der sengenden Sonne kamen die Jugendlichen und ihre Familien in einer Atmosphäre des Gebets, der Freude und der Hoffnung zusammen.“ Er fügte hinzu: „In den bewegendsten Momenten der Feier war die tiefe spirituelle Verbundenheit und das erneuerte Bekenntnis der Firmlinge zu ihrem Glauben spürbar.“
„Als Pfarrer bin ich dankbar, dass dieses wichtige Sakrament gefeiert werden konnte. Ich vertraue darauf, dass der Glaube unserer Gemeinde trotz der Herausforderungen weiter wachsen und in Christus Jesus gestärkt werden wird“, erklärte er.
Für den Priester war dieser Tag weit mehr als eine praktische Lösung angesichts der Unmöglichkeit, die Kirche zu betreten. „Obwohl von Widrigkeiten geprägt, wurde die Feier zu einem Erlebnis der Einheit und Stärke, das das Gemeinschaftsgefühl und die gegenseitige Unterstützung stärkte.“

Die Feier war ein konkretes Zeichen der Kontinuität für eine Pfarre, die trotz des Verlustes ihres Gotteshauses Familien weiterhin begleitet, die Angehörige, Wohnraum oder ihre Existenzgrundlage verloren haben.
Als eine Delegation von KIRCHE IN NOT zwei Wochen nach dem Erdbeben die kleine Ortschaft Tarmas besuchte, berichteten Luis und Alejandro, zwei der Messdiener, dass sie nach der Messe die Menschen verabschiedet hatten. Gerade als sie die Kirchentüren schließen wollten, begann das Beben und das Dach der Kirche stürzte ein.
Das mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT errichtete Pfarrhaus und Gemeindezentrum blieb dagegen stehen. Von dort aus kümmerte sich Pfarrer Acosta weiterhin um seine Gemeindemitglieder. Der Priester erklärte damals gegenüber KIRCHE IN NOT, dass die Begleitung der Bevölkerung auch bedeute, sich dem eigenen Schmerz zu stellen: „Am Morgen füllen wir uns mit der Kraft des Herrn, mit dem Geist Gottes, um unseren Gemeinden besser dienen zu können. Doch wenn die Nacht hereinbricht, wird das Herz schwer, und da wir Menschen sind, fließen die Tränen.“

In seiner Ansprache an die Gemeinde versicherte Bischof Pablo Modesto, dass die Ortskirche diejenigen nicht im Stich lassen werde, die weiterhin mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben.
„Jedem Menschen, jeder Familie, die heute Schwierigkeiten und Momente der Unsicherheit durchlebt, möchte ich von ganzem Herzen sagen: Ihr seid nicht allein“, bekräftigte er.
Die Feier in Tarmas war ein sichtbarer Ausdruck der Kontinuität: Die Kirche bleibt geschlossen, doch die Gemeinde versammelt sich weiterhin, um die Sakramente zu feiern. „Unsere Diözese bleibt standhaft, aktiv und nah bei ihren Menschen. Kein Hindernis wird unsere Mission zum Erliegen bringen“, schloss der Bischof.
Das Erdbeben traf ein Land, das seit Jahren von einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise geprägt ist. In La Guaira haben viele Familien, die schon vorher über begrenzte Mitteln verfügten, ihre Häuser oder ihre Existenzgrundlage verloren. Die Zerstörung von Kirchen und Pfarrgebäuden traf jene Orte, von denen aus die Kirche die Bevölkerung geistlich und materiell begleitet.
Vom ersten Tag an gingen Priester, Ordensschwestern, Seminaristen und Freiwillige auf die Straße, um sich um die Betroffenen zu kümmern. Auch die liturgischen Feiern mussten außerhalb der Kirchen stattfinden. KIRCHE IN NOT stellte Nothilfe bereit, um Priester, Ordensschwestern und Laien zu unterstützen, die sich in den Diözesen La Guaira und Caracas um die Betroffenen kümmern. Das Hilfswerk ist gerade von einer Reise zurückgekehrt, auf der es neue Hilfen für den Wiederaufbau der beschädigten kirchlichen Einrichtungen bewilligt hat.
Die katholische Kirche in Haiti gerät angesichts der zunehmenden Macht bewaffneter Banden immer stärker unter Druck. Das berichtete Bischof Joseph Gontrand Décoste aus Jérémie im Südwesten von Haiti im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Dennoch versucht die Kirche, ihren Einsatz aufrechtzuerhalten.
„Wir sind der letzte verbliebene Schutzwall: moralisch, ethisch, spirituell und prophetisch. Deshalb wollen sie uns beseitigen“, sagte Décoste. Die Kirche prangere die Bandengewalt offen an und werde deshalb angegriffen. Lokalen Quellen zufolge kontrollieren bewaffnete Banden mittlerweile zwischen 70 und 90 Prozent der Hauptstadt Port-au-Prince sowie strategisch wichtige Gebiete in anderen Regionen Haitis. Sie erheben illegale Straßenzölle und verbreiten durch Morde, Entführungen und andere kriminelle Aktivitäten Angst und Schrecken.
Auch die politische Zukunft des Landes ist ungewiss. Die vorgesehenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen – die ersten seit der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Jahr 2021 – wurden auf Dezember verschoben. In Haiti wurden seit zehn Jahren keine Wahlen mehr abgehalten.

Die Gewalt hat auch massive Auswirkungen auf das kirchliche Leben. Allein in der Hauptstadtdiözese Port-au-Prince mussten 40 Pfarren aus Sicherheitsgründen schließen, sowie rund 25 weitere in anderen Regionen des Inselstaats, berichtete Bischof Décoste. Immer wieder werden auch Geistliche und Ordensleute Opfer der Banden. Zahlreiche kirchliche Schulen und andere Einrichtungen wurden ebenfalls angegriffen und mussten schließen. Ob und in welchem Zustand diese Gebäude eines Tages zurückgewonnen werden können, sei ungewiss.
Trotz der dramatischen Lage versucht die Kirche, ihre Arbeit fortzusetzen. Sie hat Online-Unterricht eingerichtet, nimmt in den südlichen und westlichen Diözesen Haitis Tausende Binnenvertriebene auf und überträgt Gottesdienste und religiöse Programme über diözesane Radiosender. Wo es die Sicherheitslage erlaubt, finden weiterhin Wallfahrten und Prozessionen statt, erklärte Bischof Décoste: „Es gibt ein kreolisches Sprichwort: ‚Die Kinder der Jungfrau Maria verlieren niemals eine Schlacht‘. Deshalb machen wir weiter.“

Auch die knapp 200 Priesteramtskandidaten Haitis setzen ihre Ausbildung unter gefährlichen Bedingungen fort. Manchmal müssten die Studenten im zentralen Priesterseminar in Port-au-Prince unter ihren Betten Schutz suchen, um nicht von Gewehrkugeln rivalisierender Banden getroffen zu werden, berichtete der Bischof.
Dennoch wolle sich die Kirche ihre Hoffnung nicht nehmen lassen: „Wir beten, singen und tanzen weiter.“ Décoste dankte ausdrücklich für die internationale Unterstützung: „Diese Widerstandskraft ist möglich dank der großen Unterstützung, die wir von Organisationen wie ‚Kirche in Not‘ erfahren. Ohne sie könnten wir nicht weitermachen.“
KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche in Haiti unter anderem bei diözesanen Radiosendern und Solarenergieprojekten sowie bei der Ausbildung und Existenzsicherung von Priestern, Ordensfrauen und Katecheten.
Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien bereitet KIRCHE IN NOT Nothilfen für die betroffenen Gebiete vor. Das internationale Hilfswerk steht in direktem Kontakt mit den Bischöfen in den Katastrophengebieten, um das Ausmaß der Schäden und den dringendsten Hilfsbedarf zu ermitteln. Die Unterstützung soll über die Strukturen der katholischen Kirche vor Ort geleistet werden.
Das Erdbeben der Stärke 7,4 hatte Kolumbien am vergangenen Montag erschüttert. Besonders betroffen sind der Westen und das Zentrum des Landes. Nach aktuellen Medienberichten kamen mehr als 200 Menschen ums Leben; die Opferzahlen dürften angesichts der laufenden Such- und Rettungsarbeiten noch steigen. Das Epizentrum lag bei San José del Palmar im Departamento Chocó, rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt Bogota.

San José del Palmar gehört zum Bistum Istmina-Tadó. Dessen Bischof Mario de Jesús Álvarez Gómez schilderte gegenüber ACN die ersten Eindrücke: „Es war ein sehr starkes und langanhaltendes Erdbeben.“ Wohnhäuser sowie kirchliche Einrichtungen seien beschädigt, berichtete der Bischof: „Die Dächer mehrerer Kirchen sind eingestürzt. Glücklicherweise fanden zu diesem Zeitpunkt dort keine Gottesdienste statt.“
Nach den bislang vorliegenden Informationen scheinen die Schäden in San José del Palmar und Istmina begrenzt zu sein. Aus dem benachbarten Bistum Quibdó liegen jedoch Berichte über erhebliche Schäden in mehreren Pfarreien und über Todesopfer vor. Vertreter des Bistums besuchen derzeit die betroffenen Gebiete, um sich ein genaueres Bild von der Lage und den Bedürfnissen der Bevölkerung zu machen.
„Wir versuchen, mit den anderen Diözesen Kontakt aufzunehmen. Im Moment sind wir weiterhin dabei, den Hilfsbedarf zu ermitteln“, erklärte Bischof Álvarez. Sobald diese Informationen vorliegen, wird KIRCHE IN NOT die kirchliche Nothilfe unterstützen.

Wie bei vielen Naturkatastrophen gehört die Kirche auch in Kolumbien zu den ersten Anlaufstellen für die betroffene Bevölkerung. Bereits in den ersten Stunden nach dem Erdbeben begannen Priester, Ordensfrauen und Freiwillige in den Pfarren damit, Betroffene zu unterstützen. Sie bieten Schutz und Unterkunft, leisten Beistand und stehen den Menschen seelsorglich zur Seite.
Die Katastrophe in Kolumbien ereignete sich weniger als zwei Monate nach den schweren Erdbeben im benachbarten Venezuela. Auch dort unterstützt KIRCHE IN NOT die katholische Kirche bei der Bewältigung der Folgen. Dank der Spenden von Wohltätern aus verschiedenen Ländern konnte das Hilfswerk bereits erste Hilfsmaßnahmen ermöglichen. Auch hier ist eine langfristige Unterstützung geplant. Dazu gehört unter anderem der Wiederaufbau schwer beschädigter Kirchen und kirchlicher Gebäude.
KIRCHE IN NOT hat die Ankündigung der irakischen Regierung begrüßt, die Rückkehr christlicher Familien gezielt fördern zu wollen. Nach Angaben des seit Mai amtierenden irakischen Premierministers Ali al-Zaidi sollen Christen künftig unter anderem bevorzugt in ein staatliches Wohnbauprogramm aufgenommen werden.
„Wir freuen uns sehr über die Worte des Premierministers. Seine Botschaft entspricht der langjährigen Unterstützung unserer Wohltäter für die christliche Gemeinschaft im Irak“, erklärte Marco Mencaglia, Leiter der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT am Sitz des Hilfswerks in Königstein im Taunus.
Seit Jahrzehnten unterstützt KIRCHE IN NOT die Christen im Irak. Nach der Vertreibung durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Jahr 2014 finanzierte das Hilfswerk gemeinsam mit der Ortskirche den Wiederaufbau zerstörter Häuser in der Ninive-Ebene. Das als „Marshallplan“ bekannt gewordene Hilfsprogramm ermöglichte tausenden christlichen Familien die Rückkehr in ihre Heimat. Es war das bislang größte Hilfsprojekt in der fast 80-jährigen Geschichte von KIRCHE IN NOT.
Darüber hinaus fördert das Hilfswerk bis heute den Wiederaufbau von Wohnhäusern, die Förderung kirchlicher Bildungsprojekte, die Ausbildung von Priestern sowie pastorale und soziale Hilfsprogramme. Ein weiteres Großprojekt ist die Hilfe für die Katholische Universität in Erbil, in der Angehörige verschiedener Religionen gemeinsam studieren.

„Dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT konnten tausende Menschen zurückkehren. Auch das Projekt der Katholischen Universität in Erbil trägt dazu bei, die christliche Präsenz im Land zu bewahren. Wir hoffen, dass die zusätzlichen Anreize der Regierung dazu beitragen werden, eine starke christliche Präsenz im Irak zu sichern“, sagte Mencaglia.
Premierminister al-Zaidi hatte Mitte Juli bei einem Treffen mit dem neu gewählten Patriarchen der chaldäischen Kirche, Paul III. Nona, die Rückkehr christlicher Familien zur „nationalen und staatlichen Priorität“ erklärt. Christen seien „ein aktiver Bestandteil, ein wesentlicher Teil der irakischen Gesellschaft“ und ein wichtiger Partner beim Aufbau des Landes.
An dem Gespräch nahm auch der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, teil. Nach seinen Worten habe der Regierungschef die Kirche ausdrücklich ermutigt, sich weiterhin im Bildungs- und Gesundheitswesen einzubringen. Zugleich habe er Unternehmer aus der christlichen Diaspora aufgerufen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu investieren. Die Kirche habe diese Signale positiv aufgenommen.

Nach Angaben der Kirche betreiben die christlichen Konfessionen neben der Katholischen Universität Erbil derzeit 18 Schulen im Irak. Patriarch Paul III. Nona habe bei seinem Treffen mit dem Ministerpräsidenten die Bereitschaft der Kirche bekräftigt, gemeinsam an einer besseren Zukunft des Landes mitzuwirken.
Vor rund 25 Jahren lebten noch etwa 1,5 Millionen Christen im Irak. Heute sind es infolge von Krieg, Terror und Auswanderung weniger als 300 000. Besonders die Eroberung weiter Teile Nordiraks durch den sogenannten „Islamischen Staat“ im Jahr 2014 führte zu einer massiven Vertreibung der christlichen Bevölkerung.
Nach einem Besuch in den von den Erdbeben Ende Juni betroffenen Regionen Venezuelas hat die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, die Situation als „apokalyptisch“ bezeichnet. Das Hilfswerk unterstützt die Ortskirche bereits mit Soforthilfe und bereitet weitere langfristige Hilfsmaßnahmen vor.
„Ich hatte nicht mit einem solchen Ausmaß der Zerstörung gerechnet“, erklärte Lynch nach ihrer Rückkehr aus Venezuela. „Wenn man überall die Trümmerberge sieht, wie schwere Baumaschinen sich durch die Schuttmassen arbeiten und wie ganze Wohnblocks unbewohnbar geworden sind, dann ist das sehr bedrückend.“
Trotz der dramatischen Lage zeigte sich die Präsidentin tief beeindruckt vom Einsatz der Kirche vor Ort. „Man erkennt, wie gut die Kirche in Venezuela organisiert ist. Überall arbeiten Freiwillige mit großem Einsatz zusammen. Es war wie in einem Bienenstock“, berichtete sie nach dem Besuch einer kirchlichen Verteilstelle für Hilfsgüter.
Neben der materiellen Not begegnete die Delegation von KIRCHE IN NOT auch zahlreichen Menschen, die schwer traumatisiert sind. In einem katholischen Krankenhaus in La Guaira hatten Mitarbeiter selbst Angehörige und ihre Häuser verloren. Zwei Ärzte kamen bei der Katastrophe ums Leben. KIRCHE IN NOT sagte deshalb auch Unterstützung auch bei der psychologischen und seelsorglichen Begleitung der Betroffenen zu.

Besonders bewegte die Delegation die Begegnung mit der 31-jährigen Gismely. Sie überlebte den Sturz aus dem zwölften Stock eines Wohnhauses, verlor jedoch ein Bein. Dank der Begleitung einer Pfarrei-Ehrenamtlichen habe sie neuen Lebensmut gefunden. „Ich weiß, dass es ohne mein Bein nicht einfach sein wird, aber mein Leben ist mehr als das“, sagte sie.
Die Zahl der Todesopfer liegt nach staatlichen Angaben mittlerweile bei über 5000. Die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT hatten mit einem Pfarrer gesprochen, in dessen Gemeinde 80 Prozent der Mitglieder durch die Erdbeben getötet wurden.
Im Priesterseminar von La Guaira wurden mehrere Gebäudeteile zerstört. Bischof Pablo Modesto Gonzalez Perez und seine Seminaristen überlebten nur knapp. Dennoch richtet der Bischof den Blick nach vorn: „Wir sind hier, um dieses Land wieder aufzubauen. Ich glaube, dass dies derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche ist.“

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Katastrophe hatte KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden derzeit Priester, Ordensschwestern und Ehrenamtliche unterstützt, die den Überlebenden beistehen und die pastorale sowie humanitäre Hilfe koordinieren. Gleichzeitig prüft das Hilfswerk weitere Projekte, darunter den Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen sowie Hilfen zur Traumabewältigung. „Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“, bilanzierte Regina Lynch nach ihrer Reise.
Mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT können im Jahr 2026 weltweit 33 631 Kinder und Jugendliche an kirchlichen Ferienfreizeiten teilnehmen. Das Hilfswerk finanziert in elf Ländern insgesamt 407 Sommercamps. Neben Spiel, Gemeinschaft und Erholung stehen Katechese, Gebet und die Stärkung des kirchlichen Lebens im Mittelpunkt.
Besonders viele junge Christen nehmen in Syrien an den kirchlichen Ferienfreizeiten bei: Dort unterstützt KIRCHE IN NOT 230 Sommercamps mit insgesamt 17 855 Teilnehmern. Auch im Libanon (7465 Teilnehmer) und in der Ukraine (3518 Teilnehmer) gehören Sommerprogramme zu den größten pastoralen Initiativen für junge Menschen.
Wie wichtig solche Angebote gerade in Krisenzeiten sind, zeigt das Beispiel der Ukraine. Mit dem Projekt „Ferien mit Gott“ unterstützt KIRCHE IN NOT Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen von Krieg und Flucht leiden. Die „Ferien mit Gott“ verbinden Gebet, Gemeinschaft und Freizeitangebote mit einem geschützten Umfeld. Ihre Motivation beschreiben die Projektpartner in der Ukraine so: „Jedes Kind verdient es, Frieden, Freude und die Liebe Gottes zu erfahren – selbst mitten im Krieg.“

Ein weiteres Beispiel kommt aus Israel. Dort unterstützt KIRCHE IN NOT Sommerlager des Vikariats für hebräischsprachige Katholiken, das zum Lateinischen Patriarchat von Jerusalem gehört. Viele dieser Familien haben einen Migrations- oder Fluchthintergrund.
Die Partner des Patriarchats beschreiben die Teilnehmer „als Minderheit innerhalb einer Minderheit“ der immer kleiner werdenden christlichen Gemeinde im Heiligen Land. Die Sommerlager verbinden Gebet, Katechese, Sport und kreative Angebote und sollen jungen Menschen helfen, ihren Glauben gemeinsam zu leben. Bis zu 150 Kinder und Jugendliche nehmen daran teil.
Auch in Armenien richtet sich die Unterstützung gezielt an Kinder mit belastenden Erfahrungen. Die Sommerlager der „Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis“ nehmen besonders Kinder aus Flüchtlingsfamilien, Grenzregionen sowie von Vertreibung betroffene Kinder aus Bergkarabach in den Blick. Eine Teilnehmerin berichtet über ihre Erfahrung: „Ich bin Gott unendlich dankbar, dass er mich geschaffen hat und mir vergibt. Bei der Ferienfreizeit habe ich gelernt: Egal, was du tust – Gott liebt dich.“

Nach Angaben von KIRCHE IN NOT geht es bei den Sommerfreizeiten nicht allein um Erholung. Sie sollen Kindern und Jugendlichen Räume eröffnen, in denen sie Glauben erleben, Freundschaften knüpfen und neue Zuversicht gewinnen können – oft dort, wo Krieg, Unsicherheit oder gesellschaftliche Ausgrenzung den Alltag prägen.
KIRCHE IN NOT unterstützt weltweit pastorale Projekte für Kinder und Jugendliche, um christliche Gemeinschaften langfristig zu stärken und jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen.
Der Wiederaufbau eines abgelegenen Dorfes in Nigeria ist ein Zeichen dafür, dass Hoffnung über Verzweiflung triumphieren kann und Gewalt nicht das letzte Wort behält.
Am 27. Mai 2026 besuchte der Erzbischof von Kaduna in Nigeria ein abgelegenes Dorf, um dort mit den Gläubigen die heilige Messe zu feiern. Doch es war kein gewöhnlicher Pastoralbesuch – es war die Feier eines Sieges über Tod, Hass und Zerstörung.
Gut zwei Jahre nach der vollständigen Zerstörung von Adama Dutse durch Terroristen konnte der Wiederaufbau von mehr als 20 Häusern sowie gemeinsamer Infrastruktur abgeschlossen werden. Möglich wurde dies durch die Unterstützung des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN). Die Messe war ein Fest der Freude – und zugleich ein Gedenken an jene, die bei dem Angriff ihr Leben verloren hatten.
Am 18. Februar 2024 hatten bewaffnete Terroristen das katholische Dorf Adama Dutse im Middle Belt Nigerias überfallen. Es war 6.10 Uhr morgens; die Bewohner bereiteten sich gerade auf die heilige Messe vor. Kurz darauf waren 13 Menschen tot und zahlreiche Häuser standen in Flammen.

Zwei Monate später besuchte eine Delegation von KIRCHE IN NOT gemeinsam mit Erzbischof Matthew Ndagoso von Kaduna die Überreste des Dorfes. Das Erste, was der KIRCHE IN NOT-Projektkoordinatorin für Afrika, Kinga Schierstaedt, auffiel, war die massive militärische Eskorte – ein deutliches Zeichen dafür, wie gefährlich die Lage in der Region weiterhin war.
„Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich von einer so großen militärischen Präsenz begleitet wurde“, erinnert sich Schierstaedt. „Vorne fuhren zwei Militärfahrzeuge, hinten zwei weitere, dazu kamen Polizei- oder Militärmotorräder, die den Weg freimachten und sicherstellten, dass sich niemand hinter den Bäumen versteckte.“
„Die Menschen freuten sich, den Erzbischof zu sehen, doch zugleich war das Leid in den Gesichtern der Bewohner unübersehbar. Wir gingen durch das Dorf, und fast alle Häuser waren niedergebrannt. Übrig geblieben waren nur schwarze Ruinen. Alles war zerstört, geschmolzen, jeder einzelne Bewohner war betroffen“, so Schierstaedt.
„Ich erinnere mich an einen Jungen mit zwei Einschusslöchern im Arm. Er wird diesen Arm nie wieder benutzen können, weil er nicht rechtzeitig im Krankenhaus behandelt wurde. Und ich erinnere mich an ein kleines Mädchen, vielleicht drei Jahre alt, mit Verbrennungen an Armen und Gesicht. Es weinte ununterbrochen vor Schmerzen.“

Erzbischof Ndagoso führte die Delegation auch an den Rand des Dorfes, zu dem Massengrab, in dem die Opfer des Angriffs hastig beigesetzt worden waren. „Einige Bewohner kamen mit uns, um zu beten, aber die meisten konnten es nicht. Ihr Schmerz war zu groß. Normalerweise begleiteten die Menschen Besucher durch das ganze Dorf. Dort aber gingen wir größtenteils allein.“
Trotz der Zerstörung weigerten sich die Bewohner, ihr Dorf aufzugeben. Sie wussten: Würden sie in ein Flüchtlingslager gehen, könnten sie ihr Land verlieren. Mit nichts als ihrem Glauben und ihrer Entschlossenheit beschlossen sie, Adama Dutse wieder aufzubauen. KIRCHE IN NOT sagte Hilfe zu.
„Der Erzbischof machte uns deutlich, dass er den Menschen beistehen wollte. Er sagte uns, er könne die Toten nicht wieder zum Leben erwecken. Aber er glaube, dass er den Menschen helfen könne, dort zu bleiben und ihre Häuser und ihre Kirche wieder aufzubauen. Das war der Grund, warum das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT beschloss, die Dorfgemeinschaft zu unterstützen: als Zeichen dafür, dass es zumindest ein paar Menschen auf der Welt gibt, die ihr Leid sehen und ihnen helfen wollen.“
Zwei Jahre später ist der Wiederaufbau abgeschlossen. Dank der Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT verfügt das Dorf heute über einen neuen Brunnen, Latrinen und solarbetriebene Sicherheitsalarme. Als Erzbischof Ndagoso am 27. Mai 2026 zurückkehrte, um die Dankesmesse zu feiern, war die Veränderung der Atmosphäre deutlich spürbar, die Gesichter der Menschen strahlten vor Stolz.
„Es war eine wunderschöne Feier. Die Gemeinde war begeistert und glücklich über das, was für sie getan wurde. Die Menschen sind nicht nur dankbar; sie fühlen sich denjenigen tief verbunden, die ihnen ein dauerhaftes Zuhause ermöglicht haben“, sagte Erzbischof Ndagoso gegenüber KIRCHE IN NOT.
„Wir können den Wohltätern von KIRCHE IN NOT nie genug dafür danken, was sie getan haben, um den Menschen in Not zu helfen. Wir können nur hoffen, dass Gott diejenigen segnet, die dazu beigetragen haben. Es ist wirklich wunderbar. Die Gemeinde ist zutiefst, zutiefst dankbar.“