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Am 1. Februar jährt sich der Militärputsch in Myanmar zum zweiten Mal. KIRCHE IN NOT erinnert daran, dass im Verlauf der Kämpfe auch immer mehr religiöse Einrichtungen zerstört werden und die Arbeit der Kirche schwer beeinträchtigt ist. „Je heftiger die Kämpfe werden, desto mehr schwindet der allgemeine Respekt vor religiösen Stätten“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern.

Seit dem Staatsstreich seien rund 130 religiöse Gebäude zerstört worden, darunter bis Juli 2022 rund ein Drittel buddhistische Klöster und Pagoden. „Jedes Haus, jedes Kloster, jeder Tempel oder jede Kirche, die vom Regime bombardiert werden, ist ein Angriff auf die Identität und den Zusammenhalt der Gemeinschaft“, so Heine-Geldern. Die Lage in Myanmar „bricht einem das Herz“.

Besonders schlimm sei die Lage in den Verwaltungsbezirken Chin, Kayah und Karen, in denen eine beträchtliche Anzahl von Christen lebe. Im Kayah-Staat hätten mindestens 16 katholische Pfarreien aus Sicherheitsgründen aufgegeben werden müssen; 19 Kirchen und religiöse Gebäude seien zerstört worden.

Ein Priester protestiert gegen die Gewalt in Myanmar.

„Viele Priester und Ordensleute haben ihre Gemeindemitglieder begleitet und im Dschungel oder in abgelegenen Gemeinden Schutz gesucht“, sagte Heine-Geldern. Die Präsenz der Priester und Ordensleute biete den Menschen „viel Trost und Hilfe“.

Allerdings fehle es zur Versorgung der Vertriebenen sogar an einfachsten Dingen wie Lebensmittel, Decken, Brennholz oder Medikamenten. Luftangriffe, Minen, die anhaltenden Kämpfe, militärische Kontrollpunkte und Stromausfälle behinderten vielerorts die Nothilfe der Kirche in Myanmar, so Heine-Geldern: „Es ist beeindruckend zu sehen, mit welch heldenhaftem Einsatz die Menschen inmitten so vieler Schwierigkeiten handeln.“ Die psychisch und physische Belastung für Priester, Ordensleute und freiwillige Helfer sei enorm.

Zerstörte Kirche in Myanmar (Foto: © Radio Veritas Mandalay).

„Es wird immer schlimmer”

„Wir erhalten weiterhin Nachrichten aus Myanmar: ,Es wird immer schlimmer. Betet für uns’“, erzählte der KIRCHE-IN-NOT-Präsident. Unser Hilfswerk schließt sich deshalb dem Aufruf von Papst Franziskus an, für Myanmar zu beten.

„Beten wir für ein Ende der Gewalt und eine Rückkehr zum Dialog, der eine große Quelle der Kraft für Myanmar wäre“, so Heine-Geldern abschließend. „Was dieses Land, das im Laufe seiner Geschichte so viel Leid erfahren hat, jetzt am meisten braucht, ist Frieden.“

Am 1. Februar 2021 hatte der Oberbefehlshaber des myanmarischen Militärs, General Min Aung Hlaing, einen Staatsstreich durchgeführt. Er ergriff die Macht und ließ die gewählte Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie Minister, Funktionäre der Regierungspartei NLD und Schlüsselakteure der Zivilgesellschaft festnehmen.

Dr. Thomas-Heine Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT (ACN).

Gewalt gegen Demonstranten

Im ganzen Land gingen Menschen auf die Straße, um gegen die Machtübernahme zu protestieren. Das Militär ging brutal gegen die Demonstranten vor. Seitdem tobt ein Bürgerkrieg. Zehntausende Menschen wurden seither inhaftiert, tausende getötet.

Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gehören von den rund 55 Millionen Einwohnern Myanmars rund acht Prozent einer christlichen Glaubensgemeinschaft an, die Zahl der Katholiken wird mit ein bis zwei Prozent angegeben.

Unterstützen Sie notleidende und bedrängte Christen in Myanmar mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Myanmar

„Wir brauchen Glauben, um das Dorf wiederaufzubauen, und Sie sind ein Zeichen dieses Glaubens“, sagte Erzbischof Thabet Dutzenden Dominikanerinnen, die sich zur Einweihung ihres neuen Klosters St. Joseph versammelt hatten.

Batnaya war früher ein wichtiges Zentrum christlichen Lebens in der Ninive-Ebene im Nordirak. Im Jahr 2014 lebten rund 5000 Christen in dem Dorf, fast alle chaldäische Katholiken. Die gesamte Bevölkerung musste jedoch fliehen, als IS-Terroristen im August desselben Jahres über die Region herfielen.

Der IS zerstörte das Kloster vollständig.

Die Schwestern wollten ihr Dorf nicht aufgeben

Die dschihadistische Terrorgruppe wurde schließlich besiegt, aber die Gebäude, darunter zwei wichtige Kirchen, waren fast vollständig zerstört worden und die Bevölkerung hatte sich zerstreut: Einige lebten in Flüchtlingslagern, andere waren emigriert.

Doch die Dominikanerinnen wollten ihr Dorf und ihre Gemeinschaft nicht aufgeben. Fest entschlossen, nach Batnaya zurückzukehren, bezogen sie zunächst ein Haus, das ihnen ein großzügiger Ortsansässiger vorübergehend zur Verfügung stellte, bevor ihr neues Kloster St. Joseph – größtenteils mit finanzieller Unterstützung der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT (ACN) – gebaut wurde.

Das zerstörte Kloster wird wieder aufgebaut.

Die Wüste in ein Paradies verwandeln

In seiner Ansprache bei der Einweihungszeremonie des neuen Gebäudes am 18. Dezember 2022 erklärte Erzbischof Paul Thabet von der chaldäischen Erzdiözese Alqosh, bei diesem Neuaufbau gehe es um mehr als um Bausteine und Mörtel: Es gehe darum, der Gemeinschaft Leben und Hoffnung zu geben.

„Die Weihe ist ein Ruf, durch den Gott sein Reich errichtet. Wohin auch immer gottgeweihte Männer und Frauen kommen, können sie die Wüste in ein Paradies verwandeln. Die Anwesenheit der Ordensschwestern, die Tatsache, dass sie in das heimgesuchte, zerstörte Dorf gekommen sind, zeugt von einem großartigen Wiederaufbau: Wir bauen nicht nur Steine wieder auf, wir stellen die Menschlichkeit wieder her“, so der Erzbischof.

„Die Anwesenheit der Schwestern in diesem Dorf ist ein Zeichen, das alle Dorfbewohner ermutigt, ebenfalls zurückzukehren. Hinter der Zerstörung sehen wir auch Zeichen wahrer Schönheit, der Schönheit der Seele, die Sie aufbauen wollen. Darum ist die Anwesenheit der Mönche, Schwestern und der Kirche ein ermutigendes Symbol für unsere Brüder und Schwestern aus dieser Stadt. Wir Christen im Irak haben eine tiefe Wunde. Diese Wunde muss durch den Glauben geheilt werden, und Sie sind ein Zeichen für diesen Glauben“, sagte er den zahlreichen Schwestern, die in der Kapelle des Klosters zur Segnung zusammengekommen waren.

Erzbischof Paul Thabet Habib Yousif Al Mekko weiht das neue Kloster ein.

Wenn die Wurzeln verdorren, sterben die Zweige ab

Jetzt, so fügte der Geistliche hinzu, sei es an der Zeit, dass auch andere Einwohner zurückkehren. „Ihr Name, Ihre Identität liegen in Batnaya, Ihre Wurzeln sind in Batnaya und nicht in den Auswanderungsorten. Ich möchte Sie dazu ermuntern, das Dorf zu unterstützen und gelegentlich hierherzukommen, denn sonst werden diese Wurzeln verdorren, und wenn das passiert, werden die Zweige mit Sicherheit absterben. Wir brauchen Glauben, um das Dorf wieder aufzubauen.

Im Namen der Gemeinschaft der Dominikanerinnen dankte Schwester Huda Sheto all denen, die zum Bau ihres neuen Klosters beigetragen haben, und nannte insbesondere KIRCHE IN NOT. Die Schwestern, so betonte sie, seien in Batnaya, um „die Gläubigen zu begleiten, mit ihnen ihren Glauben zu leben, ihre Gebete, ihr Leben und ihre Nöte zu teilen und so viele geistliche Dienste wie möglich anzubieten“. Dazu gehört auch die Betreuung der Kinder in dem zum Kloster gehörenden Kindergarten.

An der Einweihung des neuen Klosters nahmen viele Dorfbewohner teil ebenso wie Vertreter lokaler Behörden, Mitglieder des Klerus und der Vertreter von KIRCHE IN NOT im Irak. Die Frauen des Ortes brachen der Tradition entsprechend in johlende Freudenschreie aus, als Erzbischof Thabet das Band am Tor durchschnitt und die Statue des Heiligen Josef vor dem Kloster segnete. Nach der Veranstaltung nahmen alle Anwesenden gemeinsam an einem festlichen Essen teil und freuten sich, dass das Leben und der Glaube den Terror überstanden haben und nach Batnaya zurückkehren.

KIRCHE IN NOT hat sich mit großem Engagement dafür eingesetzt, christliches Leben im Nordirak wiederherzustellen, und hat viele Wiederaufbauprojekte mitfinanziert, auch in Batnaya. Die Stiftung hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, dem Irak dabei zu helfen, die Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung zu erlangen, die er jetzt braucht, damit seine Bevölkerung sich stabilisieren kann und nicht im Ausland ein besseres Leben suchen muss.

Um den Christen im Irak zu helfen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Im Jahr 2022 sind weltweit mindestens 17 Priester und Ordensleute der katholischen Kirche eines gewaltsamen Todes gestorben. Insgesamt wurden mehr als 100 Priester und Ordensschwestern entführt, verhaftet oder getötet. Das geht aus einer Aufstellung des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) zum Jahresende hervor.

Demnach wurden in Nigeria 2022 vier Priester umgebracht. Darüber hinaus wurden in Mexiko drei Priester von Mitgliedern der Drogenkartelle ermordet. Im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurden zwei Geistliche erschossen.

Im Jahr 2022 wurden nach den „Kirche in Not“ vorliegenden Informationen auch fünf Ordensschwestern in Ausübung ihrer Mission ermordet: Schwester Luisa Dell’Orto im Juni in Haiti, die Schwestern Mary Daniel Abut und Regina Roba im August im Südsudan, Schwester Mari de Coppi im September in Mosambik sowie Schwester Marie-Sylvie Vakatsuraki im Oktober in der Demokratischen Republik Kongo.

Ruinen des von Terroristen zerstörten Krankenhauses von Maboya (DR Kongo), in dem Schwester Marie-Sylvie Kavuke Vakatsuraki ums Leben kam.

Mehr als 40 Priester entführt

2022 wurden nach Kenntnis von „Kirche in Not“ insgesamt 42 Priester in verschiedenen Ländern entführt, von denen 36 wieder freigelassen wurden. Drei in Nigeria entführte Priester wurden ermordet, und drei weitere Geistliche werden noch immer vermisst: zwei in Nigeria und der deutsche Missionar Pater Hans-Joachim Lohre, ein Projektpartner von „Kirche in Not“, der im November in Mali verschleppt wurde.

Nigeria führt die Liste mit insgesamt 28 Entführungen im Jahr 2022 an. Kamerun folgt mit sechs Entführungen; dort waren im September fünf Priester auf einmal verschleppt und fünf Wochen später wieder freigelassen worden. In Äthiopien, Mali und auf den Philippinen wurde jeweils ein Priester entführt.

Haiti hat sich zu einem der gefährlichsten Orte in Mittelamerika entwickelt: Fünf Priester wurden dort im Laufe des Jahres kriminellen Banden entführt, wobei alle inzwischen wieder freigelassen wurden.

Ebenfalls in Nigeria wurden im zu Ende gehenden Jahr die meisten Ordensfrauen verschleppt: „Kirche in Not“ hat von sieben Entführungen Kenntnis erhalten. In Burkina Faso wurde eine Schwester, in Kamerun – zusammen mit den fünf oben erwähnten Priestern – noch eine weitere Ordensfrau entführt. Glücklicherweise wurden alle diese Ordensschwestern später wieder freigelassen.

Der deutsche Afrikamissionar Hans-Joachim Lohre, der seit vielen Jahren in Mali lebt und arbeitet, wurde Ende November 2022 mutmaßlich verschleppt. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm.

In Ausübung des Seelsorge-Dienstes festgenommen

Außerdem sind im Jahr 2022 nach Informationen von „Kirche in Not“ mindestens 32 Geistliche in Ausübung ihres Dienstes festgenommen und inhaftiert worden. Die jüngsten Fälle betreffen vier Priester der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, die im von Russland besetzten Teil der Ukraine tätig sind. Zwei von ihnen wurden inzwischen freigelassen und in das ukrainische Hoheitsgebiet „abgeschoben“, zwei weitere befinden sich weiterhin in Haft und sollen möglicherweise wegen „Terrorismus“ angeklagt werden. Es steht zu befürchten, dass sie in der Haft gefoltert werden, wie lokale Ansprechpartner berichten.

Große Sorgen macht sich „Kirche in Not“ um die Lage in Nicaragua, wo die Regierung massiv gegen die katholische Kirche vorgeht. Dort wurden im zu Ende gehenden Jahr elf Mitglieder des Klerus verhaftet. Es handelt sich um zwei Seminaristen, einen Diakon, einen Bischof und sieben Priester. Bischof Rolando Alvarez aus Matagalpa, der derzeit unter Hausarrest steht, soll am 10. Januar 2023 wegen „Bedrohung der nationalen Sicherheit“ vor Gericht gestellt werden. „Kirche in Not“ hat auch Berichte erhalten über Priester in Nicaragua, denen es nicht erlaubt ist, ihre Gemeinden zu verlassen, und über mindestens zehn Geistliche, die von der Regierung an der Rückkehr in das Land gehindert werden.

Ein weiterer aktueller Fall betrifft die Inhaftierung eines Bischofs und zweier Priester in Eritrea. Zwei Monate sind seit ihrem Verschwinden vergangen, ohne dass die Behörden etwas dazu erklärt hätten.

Der unter Hausarrest stehende Rolando José Alvarez Lagos, Bischof von Matagalpa in Nicaragua. © Jacques Berset / Kirche in Not

Unklare Lage in China

Wie viele katholische Priester und Bischöfe im Jahr 2022 in China festgenommen wurden, lässt sich kaum abschätzen. Nach den von „Kirche in Not“ zusammengetragenen Informationen werden Geistliche aus der Untergrundkirche immer wieder für einige Zeit von den Behörden verschleppt, um sie zu drängen, sich der staatlich anerkannten Kirche anzuschließen. Ein Beispiel ist das Verschwinden von mindestens zehn Priestern, die alle der Untergrundgemeinde von Baoding etwa 160 Kilometer südwestlich von Peking angehören, im Zeitraum von Januar bis Mai 2022.

Darüber hinaus wurde ein Priester in Myanmar während der Proteste gegen das Regime verhaftet. Mehrere Ordensschwestern und zwei Diakone wurden in Äthiopien während des Tigray-Konflikts Ende 2021 verhaftet und 2022 wieder freigelassen.

„Kirche in Not“ ruft die beteiligten Länder auf, alles zu tun, um die Sicherheit und Freiheit von Priestern, Ordensschwestern und anderen pastoralen Mitarbeitern zu gewährleisten, die sich in den Dienst der Bedürftigsten stellen. Das internationale Hilfswerk bittet auch alle Freunde und Wohltäter, für diejenigen zu beten, die noch in Gefangenschaft sind, sowie für die Gemeinden und Familien derjenigen, die ihr Leben verloren haben.

Um notleidenden und verfolgten Christen weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Verfolgte Christen

Die Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in der Diözese Vellore hatten uns vor einiger Zeit um Hilfe gebeten, denn das Gebiet, das sie betreuen, ist sehr weitläufig, unterentwickelt und abgelegen, und die Ordensfrauen hatten kein Fahrzeug, um die vielen Dörfer zu besuchen.

Sie berichteten uns: „Da sich unsere Gemeinschaft hier noch im Anfangsstadium befindet, sind wir finanziell sehr schwach. Wir haben keine Einkommensquelle. Deshalb bitten wir um Ihre Unterstützung beim Kauf eines Fahrzeugs.“

„Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt.“

Ihre Kongregation wurde 1952 in Südindien gegründet. Heute gehören ihr 300 Schwestern an, die sich vor allem um Arme und Benachteiligte kümmern. Sie betreuen kranke und alte Menschen und geistig behinderte Kinder, unterrichten Schulabbrecher, richten in den abgelegenen Dörfern Schulen und Kindergärten ein, organisieren Gebetstreffen und Katechesen und bereiten Kinder auf die Erstkommunion vor. Mädchen, die nicht zur Schule gegangen sind, vermitteln sie zudem Kenntnisse im Weben und Nähen, damit sie zum Unterhalt der Familie beitragen können.  Aber ohne ein Auto konnten sie nur schwer in die Dörfer gelangen, in denen sie gebraucht werden. Daher haben unsere Wohltäter mit 11.000 Euro dazu beigetragen, dass sie Ordensfrauen ein Auto anschaffen konnten.

Schwester Arokia Selvi schreibt uns jetzt voller Freude: „Die unglaubliche Unterstützung, die wir von KIRCHE IN NOT erhalten haben, hat das Leben der Menschen enorm verbessert, vor allem in den Gebieten, in denen es keine Transportmöglichkeiten gibt. Das Fahrzeug ist nützlich für die verschiedenen Aktivitäten in den Dörfern und kann in der Gemeinde große Veränderungen bewirken. Wir sind zuversichtlich, dass unser Dienst den katholischen Glauben stärken wird und die Bildung, die Gesundheit und die Lebensumstände aller Menschen, insbesondere der armen Kinder, verbessern und die Schulabbrecherquote in naher Zukunft senken wird. Wir nutzen diese Gelegenheit, um allen Wohltätern und Unterstützern für ihre Großzügigkeit und Ermutigung zu danken. Wir sind zutiefst dankbar für das Geschenk eines Fahrzeugs für unsere katholische Mission.“

KIRCHE IN NOT sorgt dafür, dass rund 44 000 Kinder in Syrien und im Libanon ein Weihnachtsgeschenk und warme Winterkleidung erhalten. Die Verteilung findet in mehreren Pfarrgemeinden und Klöstern in beiden Ländern statt; KIRCHE IN NOT hat dafür die Mittel zur Verfügung gestellt. Die Geschenkaktion fand bereits in den vergangenen Jahren statt und wird dieses Jahr fortgesetzt.

Im Libanon werden so rund 14 000 Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten; in Syrien etwa 30 000. Allein in Aleppo können gut 1500 Kinder sowie kranke und ältere Menschen an Weihnachtsfeiern mit Musik, Theateraufführungen und einer gemeinsamen Mahlzeit teilnehmen. „In Syrien und im Libanon kennen die Kinder gar kein sorgenfreies Weihnachten mehr. Auch für die Erwachsenen ist es lange her“, erklärte die Projektdirektorin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Wir rufen dazu auf, dieses Weihnachtsfest zu einer Zeit der Solidarität mit unseren Glaubensgeschwistern im Nahen Osten zu machen.“

Kleiderausgabe in Syrien.

Nothilfe für Christen im Nahen Osten.

Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon und in Syrien!

„Christen fühlen sich entmutigt“

Die Situation sowohl in Syrien als auch Libanon sei desolat. In Syrien lebten mindestens 90 Prozent der Einwohner unter der Armutsgrenze, im Libanon mehr als 70 Prozent. Viele Projektpartner von KIRCHE IN NOT fühlten sich entmutigt, erklärte Lynch, die die Region mehrfach besucht hat: „Sie haben den Eindruck, dass die Welt sie vergessen hat. Sie können aber einen Funken Hoffnung bewahren, weil sie wissen, dass wir alles in unserer Machtstehende tun werden, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können.“

KIRCHE IN NOT hat deshalb vor Weihnachten die langjährige Hilfsarbeit für Syrien und den Libanon nochmals verstärkt. Das Hilfswerk unterstützt kirchliche Krankenhäuser, finanziert Lebensmittelpakte, gibt Zuschüsse für Schulgebühren und Stipendien und fördert kirchliche Jugendgruppen sowie den Einsatz von Ordensschwestern und Priestern.

Im Libanon unterstützt KIRCHE IN NOT rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten, sagte Lynch: „Ohne unsere Hilfe würde die christliche Minderheit die Auswanderung als einzigen Ausweg sehen und die Hilfsarbeit der Kirchen für die gesamte Bevölkerung zusammenbrechen.“

„Überleben der Christen ist in Gefahr“

Sowohl Syrien als auch der Libanon gehören zu den Ursprungsregionen des Christentums; viele Orte werden schon in der Bibel genannt. Aktuell gebe es dort aber immer weniger Christen, sagte Lynch: „Gründe dafür sind Kriege und Wirtschaftskrisen, die Hunger und Elend über die Menschen gebracht hat.“

Nach einer Phase wirtschaftlichen Wohlstands geht der Libanon aktuell durch die schwerste Krise seiner jüngeren Geschichte. Die einheimische Währung ist nichts mehr wert. In Syrien wird zwar in weiten Teilen des Landes nicht mehr gekämpft, aber die Situation ist durch den Rückgang humanitärer Hilfe und infolge der nach wie vor geltenden Sanktion enorm verschlimmert.

Viele Menschen würden für sich und ihre Kinder keine Perspektive mehr sehen und auswandern, betonte Lynch. „Das Überleben der Christen in Syrien und im Libanon ist in Gefahr. Damit würden auch viele karitative Einrichtungen zusammenbrechen. Wir müssen tun, was wir können, um diese Entwicklung zu stoppen. Deshalb hoffen wir auf großzügige Unterstützung.“

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche im Libanon  und Syrien und sichern Sie das Überleben der christlichen Gemeinde mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Nothilfe Libanon oder Syrien

Im Libanon unterstützt KIRCHE IN NOT rund 200 christliche Schulen, die aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise keinerlei staatliche Hilfe mehr erhielten und vor dem Aus standen.

Die Stadt Tyros im Libanon wird mehrfach in der Bibel genannt, auch als Rückzugsort Jesu. Die Stadt war in der Vergangenheit mehrheitlich von maronitischen Christen bewohnt – heute ist ihr Anteil auf unter 30 Prozent gefallen.

Einer von ihnen ist Salim Assaf. Früher war er Taxifahrer. Zu seinen Kunden zählten vor allem Touristen, die die alte Hafenstadt am Mittelmeer besuchten. Er musste zwar Miete zahlen für das Taxi, aber er kam mit seiner Familie gut über die Runden. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise im Libanon ab 2019. Innerhalb kürzester Zeit verlor das libanesische Pfund etwa das Zwanzigfache seines Wertes. Im Oktober 2022 lag die Inflationsrate im Libanon bei über 158 Prozent; im Jahresdurchschnitt 2021 bei knapp 155 Prozent.

Die Preise für die meisten Waren blieben jedoch gleich oder stiegen sogar – bei Brot oder Benzin teilweise um 400 Prozent oder mehr. Salim konnte sich das Benzin für sein Taxi nicht mehr leisten, seitdem ist er arbeitslos. Staatliche Hilfe für ihn gibt es keine. So musste er auch sein Haus aufgeben. Mit seiner Frau und fünf Töchtern zog er zu seinem Vater in eine Zwei-Zimmer-Wohnung – sieben Menschen auf engstem Raum.

Die Kirche kümmert sich um die Verteilung von Lebensmittelpaketen.

SOS Libanon!

Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon.

Mit sieben Personen in zwei Zimmern

Die Eltern mussten ihre Töchter schweren Herzens von der Schule nehmen, da sie das Schulgeld und selbst das Geld für den Bus nicht mehr aufbringen konnten. Eine der Töchter ist kognitiv beeinträchtigt; Salims Frau kümmert sich um sie und kann deshalb nichts dazuverdienen.

Als ein Team von KIRCHE IN NOT Salim und seine Familie besuchte, war gerade ein Teil der Decke im Schlafzimmer ihres Apartments eingestürzt. Für Reparaturen fehlt das Geld; die Familie drängt sich nun in der kleinen Küche zusammen.

Therese aus Tyrus (Libanon).

Alle zwei Monate bekommen sie ein Lebensmittelpaket von der lokalen maronitischen Gemeinde; das Geld dafür stammt von den Wohltätern KIRCHE IN NOT. „Die Menschen sind sehr auf die Lebensmittelhilfen angewiesen“, berichtet Pfarrer Yacoub Saab. „Sie waren schon immer arm, aber seit der Krise leben sie unterhalb des Existenzminimums.“

Die Familie Assaf ist eine von rund 150 christlichen Familien, die noch in Tyros leben. Die meisten Christen haben die Stadt auf der Suche nach einem besseren Leben verlassen. Im Stadtzentrum treffen die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT auf Therese.

In der feuchten Wohnung von Thereses Familie in Tyrus/Libanon).

Nur dank der Lebensmittelpakete können sie überleben

Sie ist 60 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Enkelkindern zusammen. Ihr Haus sieht von außen imposant aus, doch die Wände sind feucht und die Räumlichkeiten sehr beengt. So muss der Heizkessel im Bad gleichzeitig als Kochstelle genutzt werden; sonst ist es in den Räumen eiskalt.

„Wir schaffen es nur dank der Lebensmittelpakte von der Kirche, überhaupt etwas zu essen zu haben“, erzählt Therese. Ihr Mann, der früher als Fischer gearbeitet hat, hilft manchmal in einem Lokal beim Ausnehmen und Herrichten von Tintenfischen. Mit dem kleinen Zubrot kauft er dann manchmal ein paar Äpfel für die Enkelinnen, aber auch das ist selten. Die Pfarrgemeinde versorgt Therese auch mit Medikamenten, denn sie leidet an Diabetes. Aber auch die lebensnotwendige Medizin ist nicht immer zu bekommen.

Therese aus Tyrus (Libanon) in ihrem Badezimmer, das zugleich als Küche dient.

„Tyros ist eine schöne Stadt, aber die Armut ist oft in den Häusern versteckt“, erklärt Pfarrer Yacoub. Die maronitische Diözese hat in Tyros und Umgebung mehr als 2600 hilfsbedürftige Familien ermittelt. 1500 von ihnen erhalten aktuell Lebensmittelpakete, finanziert von KIRCHE IN NOT.

Das Hilfswerk hat seine Hilfe im Libanon seit Ausbruch der Finanzkrise vervierfacht. Ziel ist es, den Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen und ihnen zu helfen, im Land zu bleiben. „Die Hilfe ist ein Zeichen der Solidarität unter uns Christen“, sagt Pfarrer Yacoub. „Wir hoffen, dass die aktuelle Krise eines Tages vorüber ist. Dann sind wir an der Reihe, anderen zu helfen.“

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Verwendungszweck: Nothilfe Libanon

Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise haben die Bischöfe auf Sri Lanka die Gläubigen dazu aufgerufen, in diesem Jahr auf große Weihnachtsfeiern zu verzichten. Dies bestätige der Kommunikationschef der Erzdiözese Colombo, Pfarrer Jude Chrysantha Fernando, gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN): „Unsere Bischofskonferenz und Malcolm Kardinal Ranjith (der Erzbischof der Hauptstadt Colombo; Anm. d. Red.) haben Katholiken wie Nichtkatholiken dazu aufgefordert, kein Geld für Dinge wie Weihnachtsschmuck und große Feste auszugeben, sondern dieses Geld für die Armen zu verwenden.“ Unter den Christen Sri Lankas, die etwa neun Prozent der Bevölkerung ausmachen, wird Weihnachten üblicherweise mit Feiern in den Großfamilien begangen.

Die aktuelle Krise auf Sri Lanka habe sich durch die Covid-19-Pandemie und politische Fehlentscheidungen verschärft; viele Einwohner machten dafür den ehemaligen Präsidenten Gotabaya Rajapaksa verantwortlich, erklärte Chrysantha Fernando: „Anfang 2022 hat unser damaliger Präsident zum Beispiel chemische Düngemittel in der Landwirtschaft verboten, um organischen Dünger zu fördern. Doch viele Landwirte konnten sich diese teureren Dünger nicht leisten und deshalb ihre Reisfelder nicht bestellen. Sri Lanka musste Reis importieren, und die Preise sind gestiegen.“ Nach Angaben der Zentralbank Sri Lankas lag die Inflationsrate im Oktober bei 66 Prozent; in den Vormonaten war sie noch höher.

Pfarrer Jude Crysantha Fernando, Kommunikationsdirektor der Erzdiözese Colombo, mit Überlebenden der Anschläge vom Ostersonntag 2019.

Zusammenbruch der Wirtschaft

Korruption und Misswirtschaft hätten zu Devisenknappheit geführt, sodass Strom und Kraftstoff immer teurer geworden seien; teilweise sei die Stromversorgung komplett zusammengebrochen: „An manchen Tagen dauerten die Stromausfälle mehr als neun Stunden, was die Wirtschaft stark beeinträchtigt hat. Viele Unternehmen mussten schließen“, schilderte Chrysantha Fernando. Die Regierung habe die Gasimporte einstellen müssen; viele Menschen hätten daraufhin ihre Wohnungen verlassen, da sie dort nicht mit Holz heizen konnten. Auch die Tourismusindustrie, der für Sri Lanka wichtigste Wirtschaftszweig, sei durch die Pandemie und die Wirtschaftskrise zusammengebrochen.

Ordensfrauen und Priester bei den Massenprotesten auf Sri Lanka im Frühsommer 2022.

Massenproteste brutal niedergeschlagen

Als auch noch Babynahrung und Notfallmedikamente knapp wurden, kam es ab Frühjahr zu Massenprotesten. Die katholische Kirche habe dabei klar Position bezogen, sagte Chrysantha Fernando: „Viele Bischöfe, Priester und Ordensfrauen haben die Proteste aktiv unterstützt. Auch Kardinal Ranjith kam zum Ort der Proteste. Er hat sich für die Demonstranten ausgesprochen, von denen viele noch sehr jung waren.“

Im Mai 2022 sei es dann zur Eskalation gekommen, als regierungsnahe Kräfte brutal gegen die Protestierenden vorgegangen seien. „Als die Menschen in den Dörfern die Bilder von diesen Gewalttaten in den sozialen Medien sahen, begannen sie die Häuser der Regierungsmitglieder in Brand zu setzen“, erklärte der Kommunikationschef.

Essenausgabe für ältere Menschen in einer Pfarre auf Sri Lanka.

Hoffnung auf den neuen Präsidenten

Mitte Juli trat Präsident Rajapaksa mit seiner Regierung zurück und verließ das Land. Sein Nachfolger wurde Ranil Wickremsinghe; mit ihm verbinden sich viele Hoffnungen, auch aufseiten der Katholiken, wie Chyrsantha Fernando erklärte: „Der neue Präsident tut sein Bestes. Die Situation verbessert sich sehr langsam. Es wird wohl Jahre dauern, bis Sri Lanka wieder zur Normalität zurückfindet.“

Von Normalität ist auch die katholische Kirche auf Sri Lanka noch weit entfernt. Sie kämpft nicht nur mit den Folgen der islamistischen Anschläge an Ostern 2019, bei denen mindestens 253 Menschen ums Leben kamen. Auch die seelsorgerische und karitative Arbeit sei stark eingeschränkt, da die Gläubigen kaum mehr dazu beitragen könnten und es keinerlei staatliche Unterstützung gebe, so Chrhysantha Fernando: „Unsere Priester und die Ordensfrauen tun ihr Bestes, um den Bedürftigen zu helfen. Doch die Ausgaben haben sich durch den Preisanstieg verdoppelt.“

„Kirche in Not“ unterstützt die Pfarrearbeit und kirchliche Nothilfe auf Sri Lanka in mehreren Projekten, zum Beispiel durch Messstipendien, die direkt den Priestern und ihren Gemeinden zugutekommen, wie der Kommunikationsdirektor betonte: „Wir in der Erzdiözese Colombo sind ,Kirche in Not’ sehr dankbar für die Hilfe, nicht nur zur Weihnachtszeit.“

Um der notleidenden Bevölkerung in Sri Lanka weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Verwendungszweck: Sri Lanka

Pater Youssef Nasr ist Präsident des Sekretariats für katholische Schulen im Libanon. Kürzlich sprach er mit KIRCHE IN NOT (ACN) über die Herausforderungen, vor denen die Schulen angesichts der anhaltenden schweren Wirtschaftskrise des Landes stehen.

Wie viele katholische Schulen gibt es im Libanon? Und wie ist das zahlenmäßige Verhältnis von muslimischen zu christlichen Schülern?

Es gibt drei Arten von katholischen Schulen: 211 weiterführende katholische Schulen, die auf Schulgeld angewiesen sind; 90 halböffentliche Schulen, die bis 2017 teilweise ein jährliches staatliches Stipendium erhielten,– diese Schulen sind am meisten bedroht – sowie 19 technische Bildungseinrichtungen.

Es gibt ungefähr 200 000 Schüler, davon 27 % Muslime und 73 % Christen. Wir haben das Ziel, die Präsenz der Christen im Libanon zu erhalten. Hier ergibt sich eine besondere Herausforderung für die christlichen Schulen in Regionen, die mehrheitlich muslimisch sind und die nur einen geringen Anteil an Christen aufweisen. Wir kümmern uns um diese Schüler und helfen ihnen, so wie wir auch die Christen in Regionen unterstützen, in denen diese in der Mehrheit sind. Darüber hinaus bewahren wir unsere eigene Identität, auch wenn wir für alle Gemeinschaften offenbleiben.

„Wir haben das Ziel, die Präsenz der Christen im Libanon zu erhalten. Hier ergibt sich eine besondere Herausforderung für die christlichen Schulen.“

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Helfen Sie notleidenden Christen im Libanon.

Welche Rolle spielen die Bildungseinrichtungen bei der Förderung der interreligiösen Harmonie?

Im Libanon hängen die privaten Bildungseinrichtungen meistens von religiösen Einrichtungen ab. In diesem Zusammenhang spielen die katholischen Schulen eine koordinierende und zusammenführende Rolle. Das bedeutet, dass die katholischen Bildungseinrichtungen unter den Schülern der verschiedenen Religionen ein Bewusstsein für verschiedene Religionen schaffen und sie zusammenbringen. Bei der Verbreitung der Botschaft der katholischen Kirche behandeln wir jedoch alle Menschen auf die gleiche Weise. Natürlich fördern wir die Harmonie und legen Wert auf Offenheit.

Wir versuchen, mit muslimischen Schulen zusammenzuarbeiten, um dabei Erfahrungen auszutauschen und Offenheit zwischen den Einrichtungen herzustellen. Wir wollen damit die Harmonie zwischen den christlichen und muslimischen Schulen fördern, um eine Gesellschaft zu schaffen, die sich gegenüber allen Religionen im Libanon offen zeigt.

Welche Rolle spielen die Schulen bei der Weitergabe des Glaubens?

Die katholischen Schulen sind die rechte Hand der Kirche und verkörpern die Mission der Kirche. Das ist klar und deutlich: Wir haben unsere Identität, unsere Mission und unsere Vision. In unseren Schulen ist die Atmosphäre von christlichen Werten durchdrungen. Wir engagieren uns für die Mission der Kirche und bezeugen unseren Glauben gegenüber Schülern, Mitarbeitern und Eltern.

„Wir erfüllen unseren Auftrag nicht nur bei den christlichen Schülern, sondern auch bei den muslimischen Schülern. Wir behaupten, dass durch den Einfluss der christlichen Erziehung Anerkennung und Offenheit zu den Eigenschaften der Absolventen unserer Schulen gehören.“

Warum ist es so wichtig, den Zugang zu guter Bildung zu gewährleisten, um den Eltern Hoffnung und einen Grund zu geben, im Libanon zu bleiben und nicht auszuwandern, um der Wirtschaftskrise zu entkommen?

Trotz der aktuellen Herausforderungen wollen die Eltern in eine bestmögliche Zukunft blicken. Sie wünschen sich für ihre Kinder eine gute Bildung, und genau das bieten wir. Deshalb müssen wir dieses Bildungsangebot aufrechterhalten, um die Menschen im Libanon zu halten und sie insbesondere angesichts der heutigen schwierigen Situation davon abzuhalten, auszuwandern.

Wir müssen den Eltern eine positive Botschaft vermitteln, und ihnen zeigen, dass wir unser Bestes tun, um unser Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Daran arbeiten wir

Nehmen die muslimischen Familien den christlichen Aspekt des Unterrichts gut auf?

Muslimische Familien lassen freiwillig ihre Kinder in christlichen Schulen unterrichten. Wir erfüllen unseren Auftrag nicht nur bei den christlichen Schülern, sondern auch bei den muslimischen Schülern. Wir behaupten, dass durch den Einfluss der christlichen Erziehung Anerkennung und Offenheit zu den Eigenschaften der Absolventen unserer Schulen gehören.

„Ohne die Hilfe, die wir erhalten, können wir nicht weitermachen – wir brauchen sie also dringend.“

Was sind die größten Bedürfnisse und Herausforderungen für die Schulen?

Erstens sind seit dem Verfall der Landeswährung die Gehälter der Lehrkräfte weitgehend wertlos geworden. Wir bemühen uns daher, uns um sie zu kümmern und sie zu halten, indem wir versuchen, ihnen jeden Monat einen kleinen Geldbetrag in US-Dollar zu geben. Das ist unser Ziel, und wir hoffen, dass wir es durch die Hilfe, die wir erhalten, erreichen können  Der zweite Punkt, bei dem wir Hilfe benötigen, betrifft unsere Schulkosten wie Strom und Heizung, die 40 % unserer Gesamtausgaben ausmachen. Obwohl all diese Kosten in US-Dollar bezahlt werden, bezahlen die Eltern das Schulgeld nach wie vor hauptsächlich in libanesischen Pfund, , die nahezu wertlos geworden sind. Ohne die Hilfe, die wir erhalten, können wir nicht weitermachen – wir brauchen sie also dringend.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Eltern bei der Zahlung des Schulgeldes, und bezuschusst die Gehälter der Lehrer an 200 Schulen. Wie wirkt sich diese Unterstützung aus?

Ohne KIRCHE IN NOT wäre es uns unmöglich, weiterzumachen und all unsere Aufgaben zu bewältigen. Wir benötigen Ihre Hilfe, die für uns sehr wichtig ist, um all diese Herausforderungen bewältigen zu können.

Welche Botschaft möchten Sie den Wohltätern von KIRCHE IN NOT mitgeben?

Ich möchte jedem einzelnen Spender und jeder Spenderin danken, und sagen, dass es sehr schwierig – vielleicht unmöglich – ist, ohne diese Hilfe weiterzumachen.Wir zählen auf Ihre Hilfe bei unserer christlichen Mission, ohne die unsere Existenz aufs Spiel gesetzt würde. Sie, die Spender, erfüllen eine maßgebliche Aufgabe des Evangeliums.

Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche im Libanon und sichern Sie das Überleben der christlichen Gemeinde mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Nothilfe Libanon

In weiten Teilen Syriens ist die heiße Phase des Bürgerkrieges zwar vorbei, aber die Lage sei „schlimmer als während des Krieges, was die wirtschaftliche Situation und den Alltag der Menschen angeht.“ Darauf wies die syrische Ordensfrau Annie Demerjian in einem Interview mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) hin. Schwester Annie gehört der Gemeinschaft der „Schwestern Jesu und Mariens“ an und ist eine langjährige Projektpartnerin von „Kirche in Not“. Zusammen mit ihren Mitschwestern betreut sie mehrere kirchliche Hilfseinrichtungen in Syrien und im benachbarten Libanon.

In einigen Landesteile seien auch im elften Jahr des Bürgerkriegs noch islamistische Milizen wie der „Islamische Staat“ oder Al-Nusra aktiv, so Schwester Annie. Dort würde nach wie vor gekämpft. In den anderen Landesteilen fielen zwar keine Bomben mehr, „aber das Leben ist nicht friedlich. Es gibt keinen geregelten Alltag, denn unser Volk kämpft jeden Tag ums Überleben“.

Schwester Annie (links) mit Frauen in der Nähwerkstaat von Maalula.

„Ich verstehe die Länder nicht, die Sanktionen verhängen“

Die Ordensfrau wies auf die desolate Lage der Infrastruktur hin: Viele Menschen hätten nur ein bis zwei Stunden am Tag Strom, die Wasserversorgung sei unterbrochen. Die Löhne könnten mit den enorm gestiegenen Preisen nicht mithalten: „Ein Familienvater in Aleppo verdient durchschnittlich umgerechnet um die 30 Euro. Allein die Miete beträgt aber 40 bis 50 Euro; in der Hauptstadt Damaskus sogar noch mehr. Wie soll das funktionieren?“ Viele Menschen seien der Situation überdrüssig; die Auswanderungswelle setze sich fort.

Scharf kritisierte die Ordensfrau die nach wie vor verhängten Sanktionen der EU und der US-Regierung gegen Syrien: „Sie treffen das einfache Volk und machen uns das Leben sehr schwer. Ich verstehe die Länder nicht, die von Menschenrechten reden und Sanktionen gegen das Leben der Menschen verhängen.“

Teilnehmer einer Konferenz junger christlicher Führungskräfte in Syrien.

„Ich weiß nicht, was ohne Hilfe der Kirche mit unserem Volk geschehen würde“

Die Kirchen Syriens leisteten eine „großartige Arbeit“, um die schlimmsten Nöte zu lindern und weitere Auswanderungen zu stoppen, erklärte Schwester Annie: „Ich weiß nicht, was ohne die Hilfe der Kirche mit unserem Volk geschehen würde, vor allem wenn wir an die Präsenz der Christen denken.“ Die Ordensfrau schätzt, dass im Vergleich mit der Zeit vor dem Krieg nur noch etwa ein Drittel der Christen in Syrien geblieben seien.

Das Engagement von Schwester Annies Gemeinschaft erstreckt sich deshalb auch auf den Libanon, wo sich nach wie vor viele syrische Flüchtlinge aufhalten. Im syrischen Aleppo konzentriert sich die Hilfe auf rund 300 mittellose Familien. Die Ordensfrauen leisten Beihilfen für die Miete und versorgen sie mit Lebensmitteln und Medikamenten. Diese seien nach wie vor ein besonders rares Gut, erzählt Schwester Annie: „Ich weiß von vielen Menschen, dass sie ihre Medikamente nur alle paar Tage einnehmen. Sie strecken sie, damit sie möglichst lang den Bedarf decken können.“

Medikamentenausgabe von KIRCHE IN NOT in Syrien.

Sorge für Traumatisierte, Arbeit und Bildung

Die Ordensfrauen bieten außerdem Musik- und Kunsttherapie für traumatisierte Kinder an: „Das Trauma, das unsere Kinder erlitten haben, ist sehr stark, besonders bei denen, die während des Krieges geboren wurden“, sagte Schwester Annie. Ein weiteres Augenmerk liege auf dem Bereich Arbeit und Bildung: Die Ordensfrauen unterstützen Studentinnen und die Förderung künftiger Führungskräfte, zum Beispiel mit Stipendien und Kleinkrediten. Es gibt auch spezielle Kurse zur Berufsförderung, an denen bislang etwa 400 Personen teilgenommen haben. In der Kleinstadt Maalula im Südwesten Syriens nahe der libanesischen Grenze hat die Gemeinschaft von Schwester Annie eine Nähwerkstatt aufgebaut, in der über 20 Frauen Arbeit und Lohn finden.

Das Geld für diese und weitere Projekte stammt unter anderem von „Kirche in Not“. Trotz der sehr schwierigen Situation sei die Hoffnung unter den syrischen Christen sehr lebendig, betont Schwester Annie: „Die Hoffnung ist immer da. Unser Glaube ist während des Krieges noch stärker geworden, weil die Barmherzigkeit und Vorsehung Gottes erlebt haben. Wir bekommen oft unverhofft Hilfe.“

Unterstützen Sie die Arbeit von Schwester Annie und den Einsatz der Kirche in Syrien für die notleidenden Menschen mit Ihrer Spende – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Syrien

Die Christen von Baghdeda (Karakosch) wissen aufgrund ihrer langen Erfahrung mit Verfolgung, dass die schlechten Zeiten zurückkehren könnten, aber sie glauben, dass „eine Kirche, die nicht verfolgt wird, eine Kirche ist, die Christus nicht trägt“.

Es ist ein schöner Tag in Baghdeda, und die Familien strömen in die Kirche St. Behnam und Sarah. Das Innere der Kirche ist makellos und die Kirchenbänke sind voll von Menschen, die gekommen sind, um an einer syrisch-katholischen Liturgie teilzunehmen.

Die Ruhe, die die Kirche umgibt, macht es schwer, sich vorzustellen, dass Baghdeda, oder Karakosch, wie es auf Arabisch heißt, erst vor acht Jahren vollständig von Terroristen des Islamischen Staates besetzt war, die altes und unschätzbares christliches Erbe zerstörten und die Kirche St. Behnam niederbrannten und dem Erdboden gleichmachten.

„Die Restaurierung der Kirche gibt der Gemeinde psychologische und moralische Kraft. Ohne diesen Wiederaufbau würden viele Familien heute über eine Auswanderung nachdenken.“

Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt.

„Als ich die Stadt im Jahr 2016 zum ersten Mal besuchte, vier Tage nach ihrer Befreiung, sahen wir die totale Verwüstung. Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt. Ich war traurig. Diese Pfarrei war vor der Belagerung durch den IS sehr aktiv. Aber die Kirche steht wieder, wir konnten sie restaurieren“, sagt George Jahola, der aus Baghdeda gebürtig stammende Priester, während er auf noch sichtbare Zeichen der Zerstörung, wie den zu Boden gestürzten Glockenturm, zeigt.

In den letzten Jahren wurde die Kirche renoviert. Der Innenraum wurde vor kurzem fertiggestellt, und es konnte nun auch, mit finanzieller Unterstützung von KIRCHE IN NOT (international: ACN), mit den Außenarbeiten begonnen werden.

Die Einwohner von Karakosch warteten jedoch nicht erst auf den Wiederaufbau, um in dieser Kirche zu beten, als sie aus dem Exil in Kurdistan zurückkehrten. „Die Gemeinde war begeistert, dass sie zurückkehren und in dieser Kirche beten konnte. Wir wollten den Glauben stärken und vermitteln, dass die Kirche mehr als nur ein Gebäude ist, sondern die Seelen der Menschen, die in der Gemeinde leben. Nach zwei Jahren haben wir beschlossen, dass es an der Zeit ist, die Kirche zu restaurieren, um den Menschen Hoffnung zu geben“, sagt George Jahola.

Die Kirche war niedergebrannt, der Glockenturm zu Boden gestürzt.

Ein Symbol und ein Zeugnis

Hoffnung ist notwendig, auch jetzt nach der Befreiung der Stadt, wo viele immer noch versucht sind, in den Westen in Sicherheit zu gehen. „Die Wiederherstellung dieser Kirche ist ein Symbol des Widerstands, in diesem Land zu bleiben, Zeugnis abzulegen. Papst Franziskus hat uns vor etwas mehr als einem Jahr besucht und uns gebeten, in diesem Land Zeugnis abzulegen“, erinnert sich der Priester.

Der örtliche Pfarrer, Boutros Sheeto, bestätigt, dass die Restaurierung der Kirche zu einem sichtbaren Zeichen für den Kampf um den Erhalt des christlichen Glaubens im Irak geworden ist. „Die Restaurierung der Kirche gibt der Gemeinde psychologische und moralische Kraft. Ohne diesen Wiederaufbau würden viele Familien heute über eine Auswanderung nachdenken.“

Die Tatsache, dass viele Christen beschlossen haben zu bleiben, bedeutet nicht, dass sie keine Angst vor der Wiederkehr der Verfolgung haben. Vielmehr sehen viele sie als Teil ihres Glaubens. „Seit ihren Anfängen bis heute ist die Kirche verfolgt worden. Eine Kirche, die nicht verfolgt wird, ist eine Kirche, die Christus nicht trägt, denn Jesus wurde gekreuzigt und hat während seines Lebens und seiner Mission gelitten. Wenn Jesus gelitten hat, gestorben ist, begraben wurde und auferstanden ist, müssen wir mit Jesus leiden und mit der Kirche leiden, damit wir die Auferstehung leben und Zeugen des Evangeliums der Freude und der Hoffnung in der Welt sein können“, fügt Pfarrer Boutros hinzu.

„Wir danken KIRCHE IN NOT für ihre Hilfe um den Wiederaufbau der Kirche. Wir danken ihr von ganzem Herzen und allen Wohltätern für ihre Unterstützung“, sagt Semoon Beto Shabo, der Kustos der Kirche.

Leben wiederherstellen

Heute jedoch, da in der wunderschön restaurierten Kirche St. Benham und Sarah wieder alte syrische Hymnen erklingen und Freiwillige Essen und Getränke an die Gemeindemitglieder verteilen, die nach draußen kommen, um sich zu unterhalten, ist ein Tag des Feierns und der Dankbarkeit gegenüber Gott und denjenigen, die die Restaurierung ermöglicht haben.

„Wir danken KIRCHE IN NOT für ihre Hilfe um den Wiederaufbau der Kirche. Wir danken ihr von ganzem Herzen und allen Wohltätern für ihre Unterstützung“, sagt Semoon Beto Shabo, der Kustos der Kirche.

KIRCHE IN NOT ist sehr engagiert bei der Wiederherstellung des christlichen Erbes und der christlichen Infrastruktur im Irak, insbesondere seit den schrecklichen Verfolgungen durch den IS, die Hunderttausende zur Flucht nach Kurdistan gezwungen haben. Das katholische Hilfswerk hat sich zunächst auf den Wiederaufbau von Häusern in christlichen Städten und Dörfern konzentriert und dann bei der Restaurierung und dem Bau von Schulen, Kirchen und anderen wichtigen Einrichtungen geholfen, um die christliche Präsenz in der Region zu erhalten.

Um den notleidenden  Christen im Irak weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

 

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Der maronitische Patriarch Bechara Boutros Kardinal Rai hat im Gespräch mit KIRCHE IN NOT eine „internationale Sonderkonferenz unter Leitung der Vereinten Nationen“ für den Libanon gefordert. Die Politiker des Landes seien nicht in der Lage, die wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen. Der Libanon befinde sich in einer politischen Sackgasse, sagte Patriarch Rai. Die Probleme lägen in der politischen Machtstruktur, in der sich die einzelnen Kräfte gegenseitig blockierten.

Deshalb setzt der Kardinal Hoffnung auf die internationale Gemeinschaft. Dies liege auch in deren Eigeninteresse, da der Libanon eine „Ausnahme im Nahen Osten“ sei, so Patriarch Rai. Während in vielen Ländern der Weltregion autoritäre Regierungen ohne Gewaltenteilung herrschten und der Islam die dominierende Kraft sei, gebe es im Libanon „eine Aufteilung der Macht. Es gibt keine Staatsreligion, keine muslimische Dominanz und die Verantwortlichen haben die Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet.“

Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT (links), und der maronitische Patriarch Bechara Boutros Kardinal Rai im Gespräch.

Abwanderung von Christen hat politische wie religiöse Dimension

Das maronitische Oberhaupt hatte den Geschäftsführenden Präsidenten von KIRCHE IN NOT, Dr. Thomas Heine-Geldern, zu einem Gespräch in Dimane im Nordlibanon empfangen. Das Hilfswerk hat seine Unterstützung angesichts der aktuellen Finanzkrise mit Teuerungsraten von mehr als 600 Prozent noch weiter verstärkt. Erst kürzlich hat KIRCHE IN NOT ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, damit 200 christliche Schulen nach den Sommerferien wieder ihren Betrieb aufnehmen konnten. Patriarch Rai betonte die hohe Bedeutung der Bildungseinrichtungen. Dort würden Christen und Muslime gemeinsam unterrichtet, was die Toleranz fördere. Schulen, Universitäten und auch Krankenhäuser seien „Werkzeuge der Botschaft der Kirche“ im Libanon. „Diese Einrichtungen sind in den meisten arabischen Ländern zu großen Teilen verloren gegangen, weil sie verstaatlicht wurden.“

Laut KIRCHE IN NOT-Präsident Heine-Geldern befinde sich der Libanon „in einer sehr schlechten, aber nicht hoffnungslosen Lage. Es gibt immer noch Hoffnung, wenn die Menschen sich zusammensetzen und sich auf eine Person einigen, die nun die Regierungsverantwortung übernimmt.“

Die Unterstützung von KIRCHE IN NOT solle es den Christen ermöglichen, im Libanon zu bleiben. Dies habe eine religiöse wie politische Bedeutung: „Wenn weiterhin viele Christen das Land verlassen, hört der Libanon auf, ein christlich geprägtes Land im Nahen Osten zu sein. Die anderen politischen und religiösen Gruppen werden es dann nicht länger akzeptieren, Christen politische Macht zu überlassen, wenn diese eine Minderheit sind“, sagte Heine-Geldern.

Eine Ordensfrau mit Schülern einer kirchlichen Schule in Beit Habbak (Libanon).

Machtvakuum befürchtet

Der Libanon befindet sich seit Jahren in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Parlamentswahlen im Mai haben den Einfluss der islamistischen Hisbollah geschwächt. Dennoch war es bislang nicht möglich, eine Regierung zu bilden. Auch die Amtszeit des libanesischen Präsidenten Michel Aoun läuft am 31. Oktober ab. Er hat angekündigt, notfalls darüber hinaus im Amt zu bleiben, wenn bis dahin keine funktionsfähige Regierung bestehe.

Im Libanon herrscht ein strenger Proporz, um die verschiedenen religiösen Gruppen zu berücksichtigen: Der Staatspräsident muss maronitischer Christ sein, Ministerpräsident wird ein sunnitischer Moslem. Die Parlamentssitze werden etwa je zur Hälfte von Christen oder Muslimen besetzt. Auch alle anderen Ämter sind streng nach religiösen Gruppen und Konfessionen aufgeteilt.

Diese Ämterverteilung garantierte in den vergangenen Jahren einerseits relative Stabilität, war jedoch immer wieder Anlass teils blutiger Auseinandersetzungen. Mit der Abwanderung zahlreicher Christen infolge der jüngsten Krise und dem Erstarken radikaler Gruppen sehen viele Beobachter dieses religiös-politische System vor dem Aus. Christen stellen Schätzungen zufolge aktuell maximal noch 40 Prozent der Bevölkerung des Libanon; größte christliche Gemeinschaft sind die Maroniten.

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Dank Eurer Hilfe konnten kürzlich in Ramnagar, der ältesten Missionsstation der Diözese Bettiah, eine neue Kapelle und ein Pfarrhaus eingeweiht werden. 28.400 Euro haben unsere Wohltäter dafür gespendet. Die Freude war groß: Der Bischof war eigens gekommen, und Priester, Schwestern und Gläubige aus der ganzen Umgebung nahmen an der Feier teil. Die neue Kapelle wurde mit einer feierlichen heiligen Messe eingeweiht und der Muttergottes gewidmet. Anschließend schnitt der Bischof das Band durch, um auch das Pfarrhaus zu eröffnen, und segnete das neue Gebäude mit Weihwasser.
Die Freude war groß: Der Bischof war eigens gekommen, und Priester, Schwestern und Gläubige aus der ganzen Umgebung nahmen an der Feier teil. Die neue Kapelle wurde mit einer feierlichen heiligen Messe eingeweiht und der Muttergottes gewidmet.
Die alte Kapelle und die Priesterwohnung waren schon über 100 Jahre alt gewesen und waren aus ungebrannten Lehmziegeln errichtet worden. Ratten und Termiten hatten die Bausubstanz stark beschädigt. Wasser drang ein, und das Dach drohte einzustürzen. Es wurde gefährlich, sich zu den Gottesdiensten zu versammeln, und die vielen Gläubigen passten nicht in die Kapelle.  In der Pfarrwohnung gab es zudem nicht einmal Sanitäranlagen. Außerdem gab es auch dort viel zu wenig Platz. Das Pfarrbüro befand sich auf der Veranda! Dank Eurer Hilfe gibt es nun außer den Wohnräumen für die Priester auch ein Gästezimmer, ein Büro, sanitäre Anlagen, Strom und eine Küche mit Lagerraum. So kann endlich daran gedacht werden, dass sogar noch ein weiterer Priester in die Pfarre kommt, um die Gläubigen zu betreuen, denn die Gemeinde soll sich weiterentwickeln.
„Wir möchten allen, die diese Hilfe ermöglicht haben, unsere aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Wir versichern Sie unserer aufrichtigen Gebete. Gott segne Sie für Ihre Großzügigkeit!“ schreiben uns Bischof Sebastian Goveas.
„Wir möchten allen, die diese Hilfe ermöglicht haben, unsere aufrichtige Dankbarkeit ausdrücken. Wir versichern Sie unserer aufrichtigen Gebete. Gott segne Sie für Ihre Großzügigkeit!“ schreiben uns Bischof Sebastian Goveas und Pfarrer Pascal Anand. Wir geben diesen Dank gern an Euch weiter und schließen uns an.

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