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Asien

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Der 23. Februar 2020 war für die Gläubigen der St.Claret-Pfarre in Bishrail/Westbengalen ein Anlass zu doppelter Freude: Es war das Silberne Jubiläum des Bestehens ihrer Pfarre und zugleich die Einweihung der neuen Pfarrkirche, die mit einem großen Fest begangen wurde. Mit 36.500 Euro hatten unsere Wohltäter dabei geholfen, dass der langgehegte Traum der Gläubigen Wirklichkeit werden konnte. Pfarrer Martin Soren schreibt uns:

„Wir danken allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT von Herzen für ihre großzügige finanzielle Unterstützung, die dieses Projekt wahrgemacht hat. Noch einmal möchten wir Ihnen allen unsere aufrichtige Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Ohne Ihre unablässigen Gebete, Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung wäre dieses Unterfangen nicht möglich gewesen. Danke für alles, was Sie für uns getan haben!“

Die alte winzige Kapelle war aus Lehm mit Asbest errichtet worden. Sie war nicht nur viel zu klein, sondern drohte seit langem einzustürzen. Die neue Kirche entsteht.

Die alte winzige Kapelle war aus Lehm mit Asbest errichtet worden. Sie war nicht nur viel zu klein, sondern drohte seit langem einzustürzen. So war es in den letzten Jahren schwer für die Gemeinde, die Heilige Messe, die Katechesen, die Treffen zur Ehevorbereitung, die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sowie die großen Feiertage oder das Patronatsfest abzuhalten. Besonders in der Regenzeit und bei der sengenden Sonne des Sommers war es schwierig, die Veranstaltungen unter freiem Himmel abzuhalten.

Selbst konnten die Gläubigen aber nur wenig zum Bau eines neuen Gotteshauses beitragen, denn die Diözese Raiganj, der die Pfarre von Bishrail angehört, liegt im Grenzgebiet zu Bangladesch in einer sehr armenI Region. Die meisten Menschen, die hier leben, gehören benachteiligten ethnischen Minderheiten an und können kaum ihre Familien über die Runden bringen. Die 94.000 Katholiken machen lediglich ein Prozent der Bevölkerung aus. Die meisten Einwohner gehören animistischen Stammesreligionen an. Aberglaube und der Glaube an Hexerei sind weit verbreitet. Jedoch fühlen sich immer mehr Menschen von der befreienden Botschaft des Evangeliums und durch das Glaubenszeugnis der Christen angezogen. Es gibt sogar lokale Priesterberufungen: Die meisten Priester, die heute in der Diözese tätig sind, stammen von dort, und immer wieder fühlen sich junge Männer von Gott in Seinen Dienst berufen.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter können die Gläubigen in Bishrail nun endlich stolz auf ihr Gotteshaus sein und das kirchliche Leben würdig gestalten.

Die Kirche erfüllt auch hier, wie in vielen Teilen der Welt, eine wichtige Rolle auf dem Gebiet von Bildung, Erziehung und Entwicklung. Zwar ist ihre Aufgabe in erster Linie pastoral, aber der Glaube drückt sich auch aus in Taten praktischer Nächstenliebe gegenüber jedem Menschen, unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit.

Dank der Hilfe unserer Wohltäter können die Gläubigen in Bishrail nun endlich stolz auf ihr Gotteshaus sein und das kirchliche Leben würdig gestalten.

In diesem bewegenden Video-Interview mit dem internationalen Hilfswerk KIRCHE IN NOT  (ACN) appelliert Asia Bibi an den pakistanischen Premierminister Imran Khan, Minderheiten zu verteidigen. Sie erinnert an das Drama zahlreicher pakistanischer minderjähriger Frauen, die entführt, bekehrt und gewaltsam zur Heirat gezwungen wurden.

Die pakistanische Christin, die zu einem Symbol für das durch die weltweite Christenverfolgung verursachte Leiden geworden ist, sprach von ihrem derzeitigen Wohnsitz in Kanada aus mit dem Direktor von KIRCHE IN NOT Italien, Alessandro Monteduro. Monteduro erwähnte dabei die beiden jungen Christinnen Huma Younus und Maira Shahbaz, die Opfer von Missbrauch wurden. Das Hilfswerk verteidigt deren Fälle mit einer langfristigen Medienkampagne.

Asia Bibi sagte dazu: „Ich weiß, dass diese Mädchen verfolgt werden. Ich appelliere an den Premierminister Pakistans Imran Khan, unseren Mädchen zu helfen, denn keine von ihnen sollte leiden müssen!“

Asia Bibi

Ein weiteres besonders heikles Thema, das in den letzten Tagen erneut die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf sich gezogen hat, ist das sogenannte Blasphemiegesetz. Laut dem vom Hilfswerk veröffentlichten Bericht über Religionsfreiheit schränken die sogenannten Blasphemiegesetze, die 1986 in das pakistanische Strafgesetzbuch aufgenommen wurden (Abschnitte 295 B, 295 C, 298 A, 298 B, 298 C), die Religionsfreiheit und die Meinungsfreiheit massiv ein. Das Schänden des Koran, sowie das Beleidigen des Propheten stellen Straftaten dar, welche im Höchstfall jeweils mit lebenslänglicher Haft sowie dem Tod bestraft werden können. Im Alltag werden diese Gesetze häufig als Mittel genutzt, um religiöse Minderheiten zu verfolgen. Asia Bibi, eine Mutter von fünf Kindern, war genau aufgrund dieser Anklage von 2009 bis zur Aufhebung des Urteils durch das höchste Gericht Pakistans im Oktober 2018 inhaftiert.

„Als Pakistan gegründet und von Indien getrennt wurde, garantierte der Gründer Ali Jinnah in seiner Eröffnungsrede allen Bürgern Religions- und Gedankenfreiheit“, erklärte Asia Bibi in dem Interview. „Aber heute gibt es einige Gruppen, die die bestehenden Gesetze missbrauchen. Deshalb appelliere ich an den pakistanischen Premierminister, insbesondere die Opfer des Blasphemiegesetzes und die gewaltsam bekehrten Mädchen sowie die Minderheiten, die auch pakistanische Bürger sind, zu verteidigen und zu schützen. Als Opfer spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich habe schrecklich gelitten und viele Schwierigkeiten durchlebt; aber jetzt bin ich frei, und ich hoffe, dass diese Gesetze so geändert werden können, dass jeder Missbrauch vermieden wird“, sagte Asia Bibi.

Christliche Familie in Pakistan.

Bei dem Interview, das vollständig auf dem YouTube-Kanal von KIRCHE IN NOT Italien veröffentlicht wurde, bezog sich Asia Bibi auch auf Papst Franziskus. „Ich habe zwei Rosenkränze, die der Heilige Vater gesegnet hat“, sagte sie. „Der eine ist in Pakistan geblieben, den anderen habe ich bei mir. Ich bete den Rosenkranz jeden Tag für den Glauben und für die Verfolgten in Pakistan. Ich danke dem Heiligen Vater Franziskus und Papst Benedikt, die für mich Fürsprache einlegten. Ebenfalls danke ich KIRCHE IN NOT und den vielen anderen Menschen, die für mich gebetet haben.“

Im Namen von KIRCHE IN NOT lud Monteduro Bibi und ihre Familie nach Rom ein. Sie nahm die Einladung mit Freude auf: „Ich habe den großen Wunsch, Rom zu besuchen und, wenn möglich, den Heiligen Vater zu treffen“, antwortete Asia. „Ich bete für Papst Franziskus, der uns in unserem Glauben bestärkt“. Die pakistanische Christin wandte sich abschließend an die Wohltäter des Hilfswerks: „Ich danke KIRCHE IN NOT und allen Wohltätern in Italien und auf der ganzen Welt für die Unterstützung von Menschen, die wie ich wegen ihres Glaubens verfolgt werden.“

KIRCHE IN NOT unterstützt notleidende und verfolgte Christen in Pakistan. Um den Christen weiterhin beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Pakistan

Schwester Shobka Rani Talari lächelt, wenn sie auf ihr neues Moped steigt. Die schlechten Wege, die sie oft in den Dschungel führen, können sie nicht abschrecken bei ihrer Arbeit in der Mission von Chhaygaon, die in der Erzdiözese Guwahati im armen Nordosten Indiens gelegen ist. Sie ist immer unterwegs, denn sie ist eine „touring sister“, eine Ordensfrau, die Tag für Tag die Menschen in abgelegenen Dörfern besucht. Ihre Hilfe ist dringend notwendig. Denn in den Dörfern, von denen viele im Urwald liegen, gibt es keine medizinische Versorgung, keinen elektrischen Strom, kaum jemand kann lesen und schreiben.

Schwester Shobka Rani Talari auf ihrem neuen Moped.

Die Armut ist groß, die hygienischen Verhältnisse schlecht

Die Armut ist groß, die hygienischen Verhältnisse schlecht, und in den Familien gibt es viele Probleme. Oft werden Ehen viel zu früh geschlossen, die Kinder bleiben sich selbst überlassen, während die Eltern sich darum kümmern, die Familie mehr schlecht als recht zu ernähren. Die Ernte auf ihren kleinen Feldern fällt nicht selten wilden Elefanten oder anderen Tieren zum Opfer.

Schwester Shobka Rani Talari besucht die Familien und schaut, ob ein Kranker behandelt werden muss – so wie der 10jährige Benedict Rabha, der von einem Baum gefallen war und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Sie spricht mit den Leuten und gibt wertvolle Ratschläge, damit die Menschen gesund bleiben. Sie bringt ihnen bei, besser zu wirtschaften, und überzeugt Eltern zudem davon, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Denn nur so gibt es eine Chance auf Entwicklung und bessere Lebensbedingungen. Ihre Mitschwestern von der Kongregation der Töchter der Göttlichen Vorsehung betreiben ein kleines Internat, damit auch Kinder aus abgelegenen Dörfern die Schule besuchen können. Sie selbst leitet eine Dorfschule mit 100 Schülern. Oft ist Überzeugungsarbeit gefragt, denn viele Eltern haben wenig Verständnis für die Notwendigkeit von Bildung. Die Ordensfrau arbeitet auch mit 80 Frauen, die sie dazu anleitet, anderen Frauen zu helfen – durch Geburtshilfe und Betreuung in der Schwangerschaft, durch Unterstützung bei der Erziehung der Kinder, durch Aufklärung über die Gefahren von Alkoholmissbrauch und Tabakkonsum.

Schwester Shobka Rani Talari besucht die Familien und schaut, ob ein Kranker behandelt werden muss .

Die Hilfe ist notwendiger denn je

In Zeiten der Corona-Pandemie ist diese Hilfe notwendiger denn je. Schwester Lilly Urakadan, die Oberin, berichtet: „Wir konnten 320 Familien, die in große Not geraten waren, helfen.“ Außerdem haben die Schwestern in ihrer Schule ein Quarantänezentrum eingerichtet, wo sie Menschen unterbringen können, die sich aufgrund einer COVID-19-Infektion absondern müssen, dies aber in ihren kleinen Häusern, in denen zahlreiche Familienmitglieder auf engstem Raum zusammenleben, nicht können. Indien liegt auf Platz drei der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

Schwester Shobka Rani ist manchmal aber auch unterwegs zu den lokalen Behörden, um ihnen „Beine zu machen“. Sie hat es geschafft, für ein Dorf, in das nachts bereits mehrfach Elefanten eingedrungen waren, eine Beleuchtung mit Solarstrom zu erlangen. Seitdem halten sich die Elefanten fern. Auch eine der schlechten Straßen soll 2021 endlich ausgebaut werden. Dies sind große Fortschritte in einem unterentwickelten und vergessenen Gebiet.

Die Kirche ist noch jung in dem Gebiet. Der Glaubenseifer der Menschen ist groß, und sie nehmen mit Begeisterung am kirchlichen Leben teil, brauchen aber Begleitung und Vertiefung auf ihrem Weg.

Wichtig ist aber vor allem die Seelsorge. Die Schwestern arbeiten eng mit dem Pfarrer zusammen. Die Kirche ist noch jung in dem Gebiet, die Menschen, die verschiedenen einheimischen ethnischen Gruppen angehören, haben von traditionellen Stammesreligionen zum Christentum gefunden. Ihr Glaubenseifer ist groß, und sie nehmen mit Begeisterung am kirchlichen Leben teil, brauchen aber Begleitung und Vertiefung auf ihrem Weg. In den abgelegenen Dörfern, in denen nicht jeden Sonntag die Eucharistie gefeiert werden kann, treffen sich die Gläubigen zum Rosenkranz oder zu anderen Gebeten und Andachten. Eine wichtige Rolle spielen hier Katecheten, die den Glauben verkünden und stärken. Auch für ihre Aus- und Weiterbildung sind die Schwestern verantwortlich.

Ohne Fahrzeug ist die Arbeit einer „touring sister“ sehr beschwerlich. Dank der Hilfe der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, die 930 Euro zur Verfügung gestellt hat, konnte der Orden ihr endlich ein eigenes Moped beschaffen. „Seitdem Schwester Shobka Rani das Moped hat, konnte sie die Zahl ihrer Besuche in den Dörfern verdoppeln“, freut sich ihre Oberin. Sie schreibt: „Für Ihre großzügige Hilfe sind wir extrem dankbar. Wir versichern Sie und alle Wohltäter unserer Gebete. Bitte beten Sie für uns, dass wir immer mit großem Eifer das Reich Gottes durch unsere Worte und unsere Taten verkünden mögen.“

Im vergangenen Jahr konnte KIRCHE IN NOT Ordensleuten, Priestern und Katecheten insgesamt 266 Kraftfahrzeuge, 119 Motorräder, 266 Fahrräder und 12 Boote für die Seelsorge zur Verfügung stellen.

Aneel Mushtaq, der Geschäftsführende Sekretär der Caritas Pakistan, die bei diesem Projekt Partner von KIRCHE IN NOT war, sagte gegenüber dem Hilfswerk: “Die Hilfe, die Sie von KIRCHE IN NOT gewährt haben, hat geholfen, die Menschen vor dem Hungertod zu retten. Viele hatten nichts, was sie auf den Tisch hätten stellen können, um ihre Familien zu ernähren, und waren in einer überaus beängstigenden Lage.” Allen, die geholfen haben, ein herzliches Vergelt’s Gott!

Christen gelten in Pakistan als Bürger zweiter Klasse. Sie werden beschimpft, diskriminiert, unter Druck gesetzt und haben nur selten die Möglichkeit, sozial aufzusteigen. Die meisten müssen sich in schlechtbezahlten Jobs – oft  als Tagelöhner – in Ziegeleien, als Straßenkehrer, Kanalarbeiter, Rikschafahrer oder als Hausangestellte verdingen und leben vom Hand in den Mund.

Die Corona-Pandemie hat ihre Situation verschärft. Denn viele haben während des Lockdowns ihre Arbeit verloren, verfügen aber über keinerlei Ersparnisse, auf die sie zurückgreifen könnten. Zwar sind auch viele Muslime in einer ähnlichen Situation, diese können jedoch auf die Hilfe lokaler NGOs zählen.  Nicht-Muslimen wird hingegen oft jede Hilfe verweigert.

Eine Familie in Faisalabad erhält eine Nothilfepaket von KIRCHE IN NOT.

In den Diözesen Faisalabad, Islamabad-Rawalpindi und Lahore hat KIRCHE IN NOT daher während des Lockdowns ein Nothilfeprogramm in einer Gesamthöhe von 150.000 Euro gestartet. 5.000 bedürftige größtenteils christliche Familien wurden mit Lebensmitteln versorgt. Die Priester und Katecheten der Diözesen konnten außerdem mit Schutzmaterial wie Masken und Desinfektionsmitteln ausgestattet werden, damit sie die Gläubigen weiterhin in ihren leiblichen und geistlichen Nöten betreuen konnten. Da viele Menschen keinen Zugang zum Internet haben, wurde außerdem ein Aufklärungsprogramm über COVID-19 über das lokale Radio und gedruckte Handzettel gestartet, um sie darüber zu informieren, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Schülern aus besonders bedürftigen Familien konnte überdies durch ein Schulstipendium dazu verholfen werden, dass sie nach dem Lockdown ihre Schulausbildung fortsetzen können, obwohl die Eltern ihr Einkommen verloren haben.

Das Corona-Virus breitet sich in Pakistan rasant aus. In der zweiten Junihälfte kamen weiterhin jeden Tag mehr als 1.000 Neuinfektionen hinzu – mit einer hohen Dunkelziffer. Am 27. Juli lagen die Fallzahlen offiziell bei fast 274.300 Infizierten und über 5.840 Toten.

„Die Hilfen von ,Kirche in Not’ haben die Menschen vor dem Hungertod gerettet. Viele Menschen konnten buchstäblich nichts auf den Tisch bringen, um ihre Familien zu ernähren. Sie waren in einer überaus lebensbedrohlichen Lage.” Diese Bilanz zog der Geschäftsführende Sekretär der Caritas Pakistan, Aneel Mushtaq, zu einem von beiden Organisationen durchgeführten Nothilfe-Projekt: Während der Corona-Einschränkungen in Pakistan hatten mehr als 2000 von Hunger bedrohte Christen Lebensmittelpakete erhalten.

Das Programm fokussierte sich auf die Familien von Tagelöhnern, Rikscha-Fahrern, Kanal- und Ziegelei-Arbeitern. Zahlreiche Christen sind in diesen Berufen tätig; sie gehören zur untersten Schicht der pakistanischen Gesellschaft. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten viele von ihnen von heute auf morgen ihre Arbeit verloren. Da sie aufgrund ihres geringen Einkommens über keinerlei Ersparnisse verfügen, standen sie vor einer Hungerkatastrophe. Zudem berichtete einige Betroffene, dass muslimische Organisationen Christen und weiteren religiösen Minderheiten Nothilfen verweigert hätten.

Vater und Sohn mit einem Lebensmittelpaket. © Caritas Pakistan Faisalabad

Lebensmittelhilfen und Corona-Schutz für Menschen ohne Einkommen

„Kirche in Not“ hatte deshalb für die Diözesen Faisalabad, Islamabad-Rawalpindi und Lahore Nothilfen zur Verfügung gestellt. In der Umgebung von Faisalabad erhielten zum Beispiel über 500 Familien Lebensmittelpakte. Auch wurden Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel für Priester und Katecheten angeschafft, da diese bei ihrer täglichen Arbeit einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Wie ein Projektbericht zeigt, haben die Projektpartner von „Kirche in Not“ 70 Prozent der Hilfen an Christen verteilt, die in prekären Arbeitsverhältnissen leben. Die übrige Hilfe kam weiteren besonders bedürftigen Menschen zugute.

Christliche Familie im Bistum Faisalabad erhält ein Lebensmittelpaket, das von „Kirche in Not“ finanziert wurde. © Caritas Pakistan Faisalabad

Diözesen leisten auch Gesundheitsaufklärung

Zugleich unterstützte „Kirche in Not“ in der Diözese Faisalabad ein Stipendienprogramm für mittellose Schüler in 20 kirchlichen Schulen. Viele Eltern konnten wegen der Einkommensausfälle ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken, da sie Fahr- und Schulgeld nicht mehr bezahlen konnten.

Zudem startete die Diözese Covid-19-Aufklärungsprogramme über das Lokalradio und durch Poster und Handzettel, um Menschen zu erreichen, die über keinen Zugang zum Internet und zu sozialen Netzwerken verfügen.

Aneel Mushtaq erklärte, dass die Lage für viele Pakistaner nach wie vor angespannt sei, da immer noch zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens eingeschränkt seien. Christen gehörten zu den Bevölkerungsgruppen, die am schwersten unter der Verschärfung der Wirtschaftskrise des Landes zu leiden hätten, fügte der Caritas-Sekretär hinzu.

Um den notleidenden Christen Pakistans weiterhin beistehen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
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Verwendungszweck: Pakistan

Nach mehrjährigen Aufbauarbeiten wird die maronitisch-katholische Kathedrale Sankt Elias in Aleppo am 20. Juli wieder eingeweiht. Die im 19. Jahrhundert errichtete Kirche war zwischen 2012 und 2016 durch mindestens drei Raketeneinschläge und weitere Kampfhandlungen schwer beschädigt worden. Die schlimmsten Schäden an dem Bauwerk entstanden im Jahr 2013: Damals hatten islamistische Kämpfer den Stadtteil gestürmt, in dem sich die Kathedrale befindet. Dabei versuchten sie, alle christlichen Wahrzeichen zu zerstören.

Zu Weihnachten 2016 gingen Bilder um die Welt, als die Gemeinde nach dem Ende der Kampfhandlungen Gottesdienst in der zerstörten Kathedrale feierte und eine Krippe in den Trümmern errichtete. Danach begann der Wiederaufbau; das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat ihn hauptsächlich unterstützt.

Der maronitisch-katholische Erzbischof Joseph Tobji im Januar 2017 in seiner zerstörten Kathedrale St. Elias.

„Wiedereröffnung ist Botschaft an Christen in aller Welt“

Entsprechend groß ist nun die Freude der maronitischen Gemeinde wie der gesamten christlichen Bevölkerung, erklärte der zuständige Erzbischof Joseph Tobji: „Die Eröffnung unserer Kathedrale ist eine Botschaft für die Christen in Aleppo und der ganzen Welt. Der Wiederaufbau ist ein Beweis, dass wir trotz unserer schwindenden Zahl immer noch in diesem Land leben. Unsere Stimmen werden Gott an diesem Ort trotz aller Schwierigkeiten weiterhin loben.“

Der geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ International, Dr. Thomas Heine-Geldern, wandte sich mit einer Video-Botschaft an die Teilnehmer der Eröffnungsfeierlichkeiten: „Ich bin traurig, dass ich wegen der Corona-Beschränkungen an diesem Tag der Freude nicht bei Ihnen sein kann. Wir sehen die Sankt-Elias-Kathedrale und es ist ein Wunder. Es ist fantastisch, dass sie in ihrer alten Pracht wiedererstrahlt. Ich wünschte, dass sie wieder zum Zentrum der gesamten christlichen Gemeinschaft wird, so wie es vor diesem schrecklichen Krieg war.“

Außenansicht der wiederaufgebauten Kathedrale.

Nur ein Drittel der Christen ist geblieben

Die syrischen Christen haben unter den Auswirkungen des Syrienkriegs schwer gelitten. Laut „Kirche in Not“ vorliegenden Quellen leben derzeit höchstens 30.000 Christen in Aleppo. Vor Ausbruch des Syrienkriegs im Jahr 2011 waren es etwa 180.000. In ganz Syrien waren es rund 1,5 Millionen Christen, heute ist etwa ein Drittel davon übrig.

Die wiederaufgebaute Kathedrale Sankt Elias beherbergt die maronitisch-katholische Gemeinde von Aleppo. Sie gehört zu den kleineren christlichen Gemeinschaften in Aleppo, ist aber bei der humanitären und pastoralen Betreuung der Bevölkerung sehr aktiv. „Unser Wunsch ist es, zu bleiben – nicht nur, weil wir hier geboren wurden oder weil wir keine andere Möglichkeiten hatten, sondern weil es unsere Mission ist“, erklärte Erzbischof Tobji im Gespräch mit „Kirche in Not“. „Wir sind eine Familie. Meine Absicht war es, das gemeinsame Haus zu erneuern, dass uns vereint und willkommen heißt.“

Blick in den wiederaufgebauten Innenraum der Kathedrale.

Seit Beginn des Syrienkriegs unterstützt „Kirche in Not“ die notleidende christliche Minderheit mit über 1000 Hilfsprojekten. Um weiter helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online …hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien

„In Damaskus ist alles teuer geworden“, stellt Schwester Joseph-Marie Chanaa besorgt fest. „Die wachsende Not war für mich der Auslöser, mich für die Menschen einzusetzen, die arm sind und leiden.“ Vor dem Krieg arbeitete Schwester Joseph-Marie vom Orden der Barmherzigen Schwestern von Besançon als Katechetin. Seit über neun Jahr leitet sie eine sechzehnköpfige Gruppe von Ordensschwestern und freiwilligen Helfern, die sich um die christlichen Familien in Damaskus kümmern. Das weltweite päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT unterstützt den Einsatz seit Langem.

Der Krieg geht in sein zehntes Jahr – und die soziale Not im Land wird immer größer. 2019 lebten laut UN-Angaben 83 Prozent der syrischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Auch wenn in Damaskus inzwischen keine Bomben mehr fallen, trägt die Bevölkerung doch weiterhin die Hauptlast des Krieges – und der internationalen Handelssanktionen. Sie verknappen und verteuern die Dinge des täglichen Bedarfs. Sie führen zu weiteren Lohneinbrüchen, was viele Familien hart trifft.

Verteilung von Kleiderspenden an bedürftige Familien. © KIRCHE IN NOT

Lebensmittel, Mieten, Medikamente: alles unerschwinglich

Erschwerend kommt hinzu, dass landwirtschaftliche Flächen nicht bestellt werden können – zum einen weil Maschinen fehlen oder zerstört sind, zum anderen weil die Felder durch Granateneinschläge und chemische Kampfmittel unbrauchbar geworden sind. Die Folgen all dieser Entwicklungen sind offensichtlich: Schwester Joseph-Marie erzählt von einem Familienvater, der umgerechnet etwa 140 Euro verdient. Für die Wohnung der Familie gehen über 100 Euro drauf. Also bleiben noch etwa vierzig Euro zum Leben – für eine mehrköpfige Familie. Um sich eine Vorstellung zu machen, was das im Alltag bedeutet: Ein belegtes Brot kostet in Damaskus aktuell knapp zwei Euro. „Für Syrien ist das sehr teuer“, sagt Schwester Joseph-Marie.

Damit christliche Familien in dieser Situation überleben können, zahlen die Ordensfrau und ihre Mitstreiter zum Beispiel Mietzuschüsse, die etwa ein Viertel der Kosten decken. Das Geld kommt von den Wohltätern von KIRCHE IN NOT. Anders als die Syrer, die im Ausland ihr Glück probieren, fehlen den verbliebenen Menschen die finanziellen Möglichkeiten, erklärt Schwester Joseph-Marie. In den vergangenen Monaten seien nur fünf oder sechs Familien, die sie betreut, ausgewandert.

Schwester Joseph-Marie Chanaa mit Studenten, die KIRCHE IN NOT unterstützt. © KIRCHE IN NOT

Wegen Armut von Bildung ausgeschlossen

Die Ordensfrau schildert noch ein weiteres Problem: Viele Familien schicken ihre Kinder nicht zur Schule oder lassen sie nicht zur Universität. Sie wollen sie „versteckte Bildungskosten“ vermeiden, zum Beispiel das Geld für den Bus oder Kosten für Bücher und Fotokopien. Um Studienabbrüche zu verhindern, hat KIRCHE IN NOT beschlossen, auch dieses Jahr wieder 550 Studentinnen und Studenten an der Universität Damaskus mit Stipendien zu unterstützen. Die Dankbarkeit ist groß, stellt Schwester Joseph-Marie fest. Oft höre sie den Satz: „Schwester, wir wissen nicht, wie wir ihnen danken sollen; Ihre Hilfe ist so wertvoll.“

Die Ordensfrau freut sich, dass viele Studenten in Syrien bleiben wollen und nur ins Ausland gehen, um sich zu spezialisieren und dann wieder zurückkommen. Den jungen Männern, die an Auswanderung denken, weil sie dem langen und harten Militärdienst entgehen wollen, pflegt Schwester Joseph-Marie zu sagen: „Natürlich wissen wir nicht, was die Zukunft bringt, aber ihr müsst eurem Land dienen. Die Kirche hilft euch dabei.“

Schwester Joseph-Marie besucht ein älteres Ehepaar. © KIRCHE IN NOT

Zahl der Krebskranken nimmt dramatisch zu

Die Auswirkungen des Krieges haben auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Stoffwechselstörungen, hohem Blutdruck oder Cholesterin nicht verschont. Die Preise für Tabletten und Insulin haben sich seit 2016 verdreifacht. Und selbst wenn die Menschen sie sich leisten könnten: Es gibt viel zu wenige Medikamente. Viele Pharma-Firmen wurden zerstört, ebenso die Arzneimittellager. Die Regale in den Apotheken sind oft leer, einzig kirchliche und humanitäre Organisationen können mit Glück ein paar lebenswichtige Medikamente vorhalten.

Hilfsorganisationen sind vor allen in den Regionen des Landes aktiv, in denen noch gekämpft wird. In mittlerweile von der Regierung kontrollierten Gebieten wie Damaskus sind sie nicht so aktiv. Deshalb unterstützt KIRCHE IN NOT auch dieses Jahr wieder 200 kranke Menschen in der Hauptstadt.

Schwester Marie-Joseph und ihre Helfer versuchen, Medikamentenvorräte für drei bis vier Monate anzulegen – in Zeiten nochmals eingeschränkter Hilfslieferungen sicher ein guter Ansatz. Betroffen macht Schwester Marie-Joseph, dass die Zahl der Krebskranken „unter jungen Menschen dramatisch zunimmt. Es gibt sehr wenig Hilfe für sie.“

Um die Arbeit von Schwester Joseph-Marie für notleidende Familien in Damaskus weiter unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Syrien

Die Diözese Pjöngjang in der Hauptstadt Nordkoreas wird Unserer Lieben Frau von Fatima geweiht. Dies kündigte Andrew Kardinal Yeom Soo-jung , Erzbischof von Seoul, am 25. Juni bei einer Zeremonie zum Gedenken an den Beginn des Koreakrieges vor genau siebzig Jahren an, zu einem Zeitpunkt, da die Spannungen auf der Halbinsel wieder zunehmen.

Msgr. Yeom Soo-jung  sprach bei diesem Anlass über die Bedeutung von Frieden und Harmonie auf der koreanischen Halbinsel und erinnerte an die rund drei Millionen Toten des Krieges, der am 25. Juni 1950 ausbrach, sowie an die Tragödie der Flüchtlinge, das Drama der auseinandergerissenen Familien und die Verfolgung der Christen durch das nordkoreanische Regime.

Andrew Kardinal Yeom Soo-jung , Erzbischof von Seoul

Die Ankündigung der Weihe der Diözese Pjöngjang war der Höhepunkt der Eucharistiefeier in der Myeongdong-Kathedrale in Seoul, wo in diesem Jahr für die Versöhnung des koreanischen Volkes gebetet wurde.

Der Jahrestag des Kriegsbeginns fällt in eine Zeit besonderer Spannungen, da die Verantwortlichen des nordkoreanischen Regimes alle Kommunikationskanäle mit dem Süden abgeschnitten und am 16. Juni das Gebäude in Kaesong gesprengt haben, das den Delegationen der beiden Länder als Verbindungsbüro diente.

Tatsächlich befinden sich beide Länder technisch gesehen immer noch im Krieg, und das Regime in Pjöngjang droht kontinuierlich mit der Entwicklung neuer Massenvernichtungswaffen. Die Zunahme der Spannungen in den letzten Wochen schürt die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation und stellt einen tiefgreifenden Rückschritt auf dem Weg zur Versöhnung dar, der in den letzten Jahren zwischen den beiden Ländern eingeleitet worden ist und im April 2018 in der Erklärung von Panmunjom durch den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in und den nordkoreanischen Führer Kim Jong-un gipfelte.

Die katholische Kirche hat sich besonders für den Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel eingesetzt. Als Zeichen dafür wird in Südkorea seit Dezember letzten Jahres und bis zum 28. November jeden Tag eine heilige Messe für den Frieden gefeiert. Startschuss für diese Initiative war die Plenarsitzung der südkoreanischen Bischofskonferenz im vergangenen November.

Der Koreakonflikt stellt eine der blutigsten Episoden des so genannten Kalten Krieges dar, in dem die Welt in zwei ideologische Blöcke geteilt war. Das Regime in Pjöngjang wurde hauptsächlich von China unterstützt, das Regime in Seoul hingegen von den Vereinigten Staaten. Die Kämpfe endeten 1953 mit einem Waffenstillstand; technisch gesehen befinden sich die beiden Länder immer noch im Krieg.

Neben der Gefahr eines militärischen Konflikts auf der koreanischen Halbinsel spaltet auch die Frage der Religionsfreiheit die beiden Länder. Laut dem jüngsten Bericht der päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT über die Christenverfolgung, der im Oktober 2019 veröffentlicht wurde, „gilt Nordkorea allgemein als der gefährlichste Ort der Welt, um Christ zu sein“; das Praktizieren des christlichen Glaubens, der als „westlich“ gilt wird in diesem Land „streng bestraft“.

Nach Angaben des Hilfswerkes, Zeugenaussagen von Menschen, die aus Nordkorea geflohen sind, weisen darauf hin, dass Christen, die vom Regime entdeckt werden, „der Folter ausgesetzt sind“ und dass viele von ihnen zur Zwangsarbeit „in Lager geschickt“ werden, die in erster Linie für politische Gefangene bestimmt sind.

Dem Bericht von KIRCHE IN NOT zufolge könnte es „zwischen 50 000 und 70 000 Christen in diesen Lagern geben“, was etwa der Hälfte der Gefangenen entspräche. „Außergerichtliche Hinrichtungen, Zwangsarbeit, Folter, Verfolgung, Hunger, Missbrauch, Zwangsabtreibungen und sexuelle Gewalt“ sind einige der Übergriffe, denen Christen ausgesetzt sind, wenn sie in das engmaschige Überwachungsnetz des nordkoreanischen Regimes geraten.

Die christliche Bevölkerung im Irak könnte verglichen mit den Zahlen vor der Invasion des „Islamischen Staates“ (IS) in den kommenden Jahren um 80 Prozent zurückgehen, sollte die internationale Gemeinschaft keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Das ist einer der Hauptbefunde einer englischsprachigen Studie, die das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ veröffentlicht hat. Sie trägt den Titel „Leben nach dem IS: Neue Herausforderungen für das Christentum im Irak“ und bündelt mehrere Umfragen, die das Hilfswerk im Jahr 2019 unter Christen in der irakischen Ninive-Ebene durchgeführt hat.

100 Prozent der Christen fühlen sich unsicher

Die Gegend im Nordirak ist jahrhundertealtes christliches Siedlungsgebiet. Der IS hatte im Zuge seiner Eroberungen im Jahr 2014 auch die Ninive-Ebene okkupiert. Weit über 100 000 Christen waren damals geflohen. Die Verfolgung der christlichen Minderheit wurde international als Völkermord eingestuft. Nach dem militärischen Sieg über den IS waren viele der vertriebenen Christen in ihre alte Heimat zurückgekehrt – mit durchaus zwiespältigen Gefühlen.

Christen in der Ninive-Ebene bei einem Friedensgebet.

Wie die Studie offenlegt, gaben 100 Prozent der Befragten an, sich aktuell in der Ninive-Ebene unsicher zu fühlen; 87 Prozent sogar „spürbar“ oder „deutlich“ unsicher. Hauptgründe seien gewalttätige Übergriffe lokaler Milizen sowie die Sorge vor einer Rückkehr der IS-Anhänger. Diese Bedrohung nennen 69 Prozent der befragten Christen als Hauptgrund, der sie über eine Auswanderung nachdenken lässt.

Die Christen in der Ninive-Ebene beklagen „Belästigungen und Einschüchterungen, oft in Verbindung mit Geldforderungen“ von Seiten der in der Region stationierten Milizen, so die Studie. Die größten dieser Gruppierungen sind die „Shabak-Miliz“ und die „Babylon-Brigade“. Da sie zum Sieg gegen den IS beigetragen haben, gibt ihnen die irakische Regierung weitgehende Handlungsfreiheit. Rund ein Viertel der befragten Christen berichtete, dass sie mit den Angehörigen einer Miliz oder einer anderen militärischen Gruppe bereits negative Erfahrungen gemacht habe.

Neben der mangelhaften Sicherheitslage nennen die Christen in der Studie als weitere Herausforderungen auch die schlechte wirtschaftliche Entwicklung (70 Prozent), Korruption (51 Prozent) sowie religiöse Diskriminierung (39 Prozent).

Zerstörte Kirche St. Kiryakos in Batnaya.

„Klare und dringende Warnung“

„Der Bericht stellt eine klare und dringende Warnung dar“, erklärte der Leiter der Studie und Nahost-Referent von „Kirche in Not“, Dr. Andrzej Halemba. „Ohne abgestimmte und sofortige politische Aktion werden die Christen in der Ninive-Ebene und Umgebung ausgelöscht werden.“

Die bislang positive Entwicklung stehe auf dem Spiel: „Heute sind 45 Prozent der christlichen Familien wieder in ihrer alten Heimat, auch wenn teilweise nur einzelne Mitglieder zurückkehren konnten und viele Familien nach wie vor getrennt sind“, erklärte Halemba. In einer ersten Befragung von „Kirche in Not“ im Jahr 2016 hatten nur 3,3 Prozent der vertriebenen Christen die Hoffnung geäußert, wieder in ihre Städte und Dörfer in der Ninive-Ebene zurückkehren zu können. „Dass dieser Trend umgekehrt werden konnte, ist auf den langfristigen Wiederaufbauplan für die Ninive-Ebene zurückzuführen. Dieser Erfolg ist jetzt in Gefahr, wenn nicht bald etwas geschieht“, erklärte Halemba.

Zusammen mit anderen Organisationen und lokalen christlichen Kirchen hatte „Kirche in Not“ 2017 den Wiederaufbau gestartet. Seither konnten über ein Drittel der zerstörten Häuser in sechs Städten und Dörfern der Ninive-Ebene instandgesetzt werden. Das Aufbauprojekt geht nun in eine neue Phase: Auch rund 400 kirchliche Einrichtungen wie Kirchen, Gemeindehäuser und Kindergärten werden wieder aufgebaut. So sollen die karitative und pastorale Arbeit der Kirche gestärkt und weitere Anreize für den Verbleib der Christen gesetzt werden.

Christen am Wendepunkt

„Die Christen haben das Gefühl, an einem Wendepunkt zu stehen, was die Möglichkeiten für Bleiben angeht“, erklärte Halemba. Auf lokaler Ebene könne dies nicht allein bewältigt werden: „Es gibt Pläne und Initiativen, die bei einer regionalen, nationalen und internationalen Zusammenarbeit nicht nur durchführbar, sondern auch nachhaltig wären.“

Neben Maßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln, müssten Christen auch auf politischer Ebene dauerhaft vertreten sein, „um die Verteidigung ihrer grundlegenden Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Gleichbehandlung als irakische Staatsbürger“ zu gewährleisten, so der Nahost-Referent.

Die aktuelle Studie sei ein Weckruf an Christen und Politiker in aller Welt, erklärte auch Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not“ Österreich: „Wir haben alles uns Mögliche getan und werden mit Unterstützung unserer Wohltäter weiterhin alles tun, um die die christliche Präsenz im Irak zu erhalten. Aber den Christen und anderen Minderheiten Sicherheit und Gleichberechtigung zu geben, liegt nicht allein in unserer Hand. Jede Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, muss jetzt genutzt werden. Zukünftige Generationen sollten uns niemals vorhalten dürfen: Ihr habt zu wenig getan und zu spät gehandelt.“

Die Studie „Leben nach dem IS: Neue Herausforderungen für das Christentum im Irak“ umfasst 80 Seiten und ist in englischer Sprache verfasst. Sie kann …hier heruntergeladen und eingesehen werden.

Um den Christen in der Ninive-Ebene weiterhin beistehen und den Wiederaufbau sowie die pastorale und karitative Betreuung der Bevölkerung weiterhin unterstützen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online …hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
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Verwendungszweck: Irak

Als die Roten Khmer unter Pol Pot von 1975 bis 1979 in Kambodscha an der Macht waren, wurden über 1,7 Millionen Menschen getötet – vorrangig ethnische und religiöse Minderheiten. Seit 30 Jahren können die Menschen ihren Glauben wieder praktizieren.

„Eine ganz kleine Gruppe“ – so fasst der italienischstämmige Missionar Pater Luca Bolelli gegenüber KIRCHE IN NOT die kirchliche Situation in Kambodscha zusammen. Die Katholiken machten 0,15 Prozent der Bevölkerung aus – das sind rund 24 000 Menschen. 90 Prozent der Kambodschaner gehören dem Buddhismus an, der auch Staatsreligion ist.

Die katholische Kirche in Kambodscha hat einen Kreuzweg hinter sich. Das kommunistische Regime unter Pol Pot unterdrückte die Ausübung jeglicher Religion und traditioneller Riten. Damals wurden fast alle Kirchen zerstört; zahlreiche Priester und Ordensleute wurden hingerichtet. Die katholische Kirche verlor fast die Hälfte ihrer Mitglieder.

Heilige Messe in der Apostolischen Präfektur Kompong-Cham (Kambodscha), Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT

Langjähriger Bürgerkrieg

Im Jahr 1979 folgte auf den Krieg zwischen Kambodscha (damals Volksrepublik Kampuchea) und Vietnam ein Bürgerkrieg, der bis Ende 1990er-Jahre andauerte. Bis 1989 stand Kambodscha unter der Herrschaft der vietnamesischen Kommunisten. Sie verboten ebenfalls jede Form der Religionsausübung.

Nachdem auch dieses Regime gestürzt werden konnte, erkannte die Regierung Kambodschas die Christen offiziell an. Am 14. April 1990, konnte nach 15 Jahren Verfolgung erstmals wieder ein öffentlicher Gottesdienst gefeiert werden: Es war die Osternacht. Dieses Datum ist den Katholiken Kambodschas seither als Symbol ihrer Wiederauferstehung in Erinnerung geblieben.

Häuser auf Bambusflößen

Damals gab es nur noch 3000 katholische Christen im Land, unter ihnen eine ältere Frau. Sie war die einzige verbliebene Katholikin im „schwimmenden Dorf“ Prek-Toal. Es besteht aus Häusern, die auf Bambusflößen errichtet sind.

Seither versuchen sie, die Inhalte des Glaubens und der Lehre Jesu gerade auch für die Dorfbevölkerung zugänglich zu machen, berichtet Bischof Olivier Schmitthaeusler. Er stammt aus dem Elsass und ist heute Apostolischer Vikar in der Hauptstadt Phnom Penh.

„Als ich hier ankam, war gerade Weihnachten. Ich dachte, es wäre sinnvoll, die Weihnachtsgeschichte als Krippenspiel aufzuführen. Die Menschen waren begeistert. Damals begann, was ich Evangelisierung durch Kunst nenne.

Kirche auf einem Floß, Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT

„Evangelisierung durch Kunst”

Die Leute kommen zu unseren Aufführungen und Veranstaltungen. Viele von ihnen sind Buddhisten. Sie sehen, dass wir ihre Kultur respektieren. Schritt für Schritt können sie den Sinn des Evangeliums begreifen. Und wir können auf diese Weise nachempfinden, wie die Künste, die Evangelisierung und die Kultur zum gegenseitigen Verständnis beitragen.“

Dieses Vorgehen falle auf fruchtbaren Boden, dann viele Kamdodschaner hätten „die Kunst im Blut“, erklärt der Bischof: „Für alle Menschen hier ist es natürlich, zu singen und zu tanzen.“ Wichtig sei auch der Respekt gegenüber dem Buddhismus und den verschiedenen Landestraditionen, betont er.

Der Missionar Luca Bolelli bringt einer älteren Frau die Kommunion, Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT

Trotz dieser Aufbrüche sind die Narben von Terror und Verfolgung unter den Katholiken Kambodschas immer noch deutlich spürbar: Zahlreiche Kirchen wurden zerstört, andere entweiht. Pater Totet Banaynaz berichtet von einer Kirche, die im 19. Jahrhundert von französischen Missionaren errichtet worden war.

Auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen

Während des Pol-Pot-Regimes wurde sie als Kuhstall und später als Mühle genutzt. Jetzt wurde sie der katholischen Kirche zurückgegeben, „aber in dieser Kirche gibt es überhaupt nichts Heiliges mehr“, beklagt der Missionar.

Ohne externe Hilfe sei es unmöglich, dieses und andere Gotteshäuser zu renovieren. KIRCHE IN NOT unterstützt seit Langem die wiedererstandene Kirche Kambodschas.

Pater Banaynaz lädt alle Menschen ein, „die mit uns missionarisch tätig sein wollen“, sich an diesem Projekt zu beteiligen, denn: „Wir haben etwas, das wir ihnen geben können: das Beispiel unseres Lebens, unserer Einfachheit und unseres Leidens.

Meiner Gemeinde sage ich immer: Niemand ist so arm, dass er nichts geben kann. Und niemand ist so reich, dass er nichts entgegennehmen kann.“

Um das Überleben der Christen in Kambodscha weiterhin sichern zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – onlineonline oder auf folgendes Konto:

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BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Kambodscha

KIRCHE IN NOT (ACN) startet Nothilfe für bedrängte Christen in Pakistan, die aufgrund der COVID-19-Folgen vom Hunger bedroht sind.

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hat sich das soziale Elend der christlichen Minderheit in Pakistan weiter verschärft. Um mehr als 5000 Familien, die bereits vor der Pandemie unterhalb der Armutsgrenze lebten und sich jetzt in einer verzweifelten Lage befinden, mit Nahrungsmittelhilfepaketen versorgen zu können, haben die Bischöfe der Diözesen von Faisalabad, Islamabad-Rāwalpindi und Lahore „Kirche in Not“ ein umfassendes Hilfsprogramm vorgelegt. Das internationale Hilfswerk wird dieses mit einer Starthilfe in Höhe von insgesamt 150.000 Euro unterstützen.

Nach offiziellen Angaben haben sich inzwischen 59 151 Personen mit dem Virus infiziert und 1225 gestorben (Stand 27. Mai). Am stärksten betroffen sind die Regionen Sindh und Punjab.

Christliche Familien leiden besonders stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Ausgangssperre und sie werden bei humanitären Hilfen benachteiligt.

Christen zählen zu den sozial Schwächsten in Pakistan

„Christen, die etwa zwei Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen, zählen zu den sozial Schwächsten in Pakistan. Sie leiden besonders stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Ausgangssperre und den Einschränkungen, die seit Ende März im Land herrschen. Das Coronavirus hat ihnen das Stück Brot weggenommen, das sie hatten. In dieser Krise, in der sie auf engstem und überfülltem Raum mit wenigen Ressourcen leben müssen, können wir sie nicht einer grausamen Wahl zwischen Hunger oder Infektion überlassen“, betont Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“.

Laut lokalen Berichten, über die „Kirche in Not“ vor kurzem informiert hat, haben sich einige NGOs in Pakistan sowie muslimische Führer geweigert, Christen und andere religiöse Minderheiten im Rahmen der COVID-19-Nothilfe zu unterstützen, obwohl diese zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Bevölkerungsgruppen gehören.

Arbeiter in einer Ziegelei in Faisalabad. Viele Christen arbeiten in diesem Bereich.

Minderheiten werden bei staatlichen Hilfsprogrammen ausgeschlossen

„Die auf staatlicher Ebene angebotenen Hilfsprogramme schließen religiöse Minderheiten zumeist aus; de facto sind sie Bürger zweiter Klasse, die staatliche Förderung nur selten in Anspruch nehmen können. Religiöse Diskriminierung in Pakistan ist nichts Neues, besorgniserregend ist allerdings, dass Minderheiten auch während dieser globalen Krise klar benachteiligt werden“, bedauert Heine-Geldern.

Viele Christen arbeiten als Tagelöhner, Hausangestellte, in Reinigungs- oder Küchendiensten, als Straßenverkäufer oder in der Ziegelproduktion. Sie sind Geringverdiener, die auf ihren Tageslohn angewiesen sind, um ihre Familie zu ernähren. „Alle diese Arbeitsbereiche sind von den Schließungen stark betroffen. Viele christliche Hausangestellte wurden etwa ohne Vorwarnung oder Entschädigung von den Familien entlassen, in denen sie jahrelang gearbeitet hatten, weil diese befürchteten, dass die Armen die Infektion in ihre Häuser bringen könnten“, so der geschäftsführende Präsident.

Thomas Heine-Geldern, geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT

In Faisalabad beinhaltet das von „Kirche in Not“ unterstützte Nothilfeprogramm neben der Verteilung von Nahrungsmitteln auch eine Sensibilisierungskampagne, die Familien über Radio und digitale Medien informieren soll, wie man sich vor dem Virus schützen kann. Zudem ist laut dem internationalen geschäftsführenden Präsidenten von „Kirche in Not“, Dr. Thomas Heine-Geldern, geplant, in den Kirchen Masken an die Gläubigen zu verteilen sowie Priester, Katecheten, Diözesanpersonal und Freiwillige auszurüsten, um ihren persönlichen Schutz bei der Durchführung ihrer Seelsorge- und Sozialprogramme zu gewährleisten.

„Priorität unseres Hilfswerkes ist, Christen zu helfen, die unter Verfolgung und Diskriminierung leiden, und in Pakistan ist dies offensichtlich der Fall. Wir haben bereits Nothilfe über Mess-Stipendien zur Unterstützung von Priestern geleistet, aber das reicht nicht aus. Zwar haben wir nicht die Mittel, um alle Not zu lindern, aber wir glauben, dass es gut ist, dieses Zeichen der Solidarität zu setzen, und wir hoffen, dass andere Organisationen und viele Menschen guten Willens sich diesen Bemühungen anschließen werden, andernfalls sind Christen in Pakistan in ihrer Existenz bedroht“, warnt Heine-Geldern.

„Kirche in Not“ hat ein Nothilfeprogramm aufgelegt, damit Priester, Ordensleute und Gemeinden die Folgen der Corona-Pandemie schultern können. Dazu bittet das Hilfswerk um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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Verwendungszweck: Pakistan

Während der Corona-bedingten Ausgangssperren ist in Pakistan ein minderjähriges Mädchen entführt, zwangsverheiratet und zur Konversion zum Islam gezwungen worden. Es handelt sich um die 14-jährige Katholikin Maira Shahbaz aus Faisalabad im Nordwesten des Landes.

Der Haupttäter, der Muslim Mohamad Nakash, habe das Mädchen zur Frau genommen und sie gezwungen, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Dies berichtete Anwalt Khalil Tahir Sandhu, dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Er vertritt die Familie der Entführten. Laut Zeugenaussagen wurde das Mädchen am 28. April von drei Männern auf offener Straße in ein Auto gezogen. Beim Wegfahren hätten die Männer in die Luft geschossen.

Die entführte 14-jährige Christin Maira Shahbaz aus Faisalabad.

Gericht gibt Entführer recht – Revision angekündigt

In einem Schnellverfahren vor dem Magistratsgericht Faisalabad habe der Entführer Dokumente vorgelegt, die belegen sollten, dass er und das Mädchen bereits im vergangenen Oktober geheiratet hätten. Außerdem behauptete er, dass Mädchen sei bereits 19 Jahre alt, so der christliche Anwalt. Am Tag der Verhandlung seien rund 150 Männer zum Gericht gekommen, um den Entführer zu unterstützen. Diese hätten auch Druck auf den Staatsanwalt ausgeübt.

Mairas Familie habe anhand von Urkunden, kirchlichen Dokumenten und Schulunterlagen zu beweisen versucht, dass Maira noch minderjährig sei. Das Gericht setzte sich darüber hinweg und gab dem Entführer recht. Dieser sei bereits verheiratet und Vater zweier Kinder. Er lebe nicht weit vom Haus der christlichen Familie entfernt und habe Maira so kennengelernt.

„Menschen, die einem Kind so etwas antun, behandeln uns nicht wie menschliche Wesen, sondern wie Tiere“, beklagte Sandhu. Er werde gegen die Entscheidung Berufung einlegen – falls nötig bis vor den Obersten Gerichtshof Pakistans. Dieser hatte im Oktober 2018 auch das Todesurteil gegen die wegen angeblicher Blasphemie verurteilte Christin Asia Bibi gekippt. Der Fall hat weltweit Beachtung gefunden und in Pakistan eine Gewaltwelle radikaler Muslime ausgelöst.

Die Mutter und Geschwister der Entführten.

Mairas Familie gehört zu den ärmsten

„Kirche in Not“ sprach auch mit der katholischen Menschenrechtlerin Lala Robin Daniel. Sie kennt das entführte Mädchen und ihre Angehörigen persönlich: „Die Familie Shahbaz ist eine der ärmsten im Viertel. Sie verdienen ihr kleines Einkommen mit Putzen.“ Maira habe schon früh die Schule verlassen müssen, da sich die Familie das Schulgeld nicht mehr leisten konnte.

Nighat Shahbaz, die alleinerziehende Mutter der Entführten, ist nach der Tat mit einem Schock ins Krankenhaus eingeliefert worden. Über „Kirche in Not“ richtete sie einen Appell an die Öffentlichkeit: „Ich flehe darum, dass uns meine Tochter zurückgegeben wird. Ich habe Angst, sie nie wieder zu sehen.“

Mairas Schicksal ist kein Einzelfall: Der Menschenrechtsorganisation „Bewegung für Solidarität und Frieden“ zufolge werden in Pakistan jedes Jahr rund 1000 christliche und hinduistische Frauen und Mädchen entführt und zwangsverheiratet. „Kirche in Not“ unterstützt und begleitet aktuell den Fall eines weiteren 14-jährigen Mädchens, der Katholikin Huma Younus. Sie wurde im Oktober 2019 aus ihrem Elternhaus in Karatschi verschleppt. Auch hier läuft ein Revisionsverfahren.

„Kirche in Not“ unterstützt christliche Familien bei der Wahrnehmung ihrer Rechte und steht den bedrängten Gemeinden bei. Um weiter helfen zu könnten, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Pakistan

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