Christenverfolgung Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden
Christenverfolgung

Christenverfolgung

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 162 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

Christen in Pakistan erleben Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung. Ein neuer Bericht der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der pakistanischen Bischofskonferenz dokumentiert schwere Menschenrechtsverletzungen aus dem Jahr 2025. Dazu gehören tödliche Übergriffe, Blasphemieanklagen sowie Entführungen und Zwangsverheiratungen von Mädchen. KIRCHE IN NOT unterstützt die Arbeit der Kommission und ihren Einsatz für Menschenrechte seit Langem.

Christenverfolgung in Pakistan: Weitere Minderheiten unter Druck

„Pakistan ist ein Land, das reich mit vielfältigen Kulturen und einem tiefen religiösen Erbe gesegnet ist. Doch in seinem Innersten gibt es einen beunruhigenden Widerspruch“, schreibt Bischof Samson Shukardin aus Hyderabad, Vorsitzender der Kommission, im Vorwort.

Immer wieder erklärten Politiker und muslimische Geistliche öffentlich, Pakistan sei „ein Land von Muslimen für Muslime“. Damit machten sie die religiösen Minderheiten unsichtbar, kritisiert der Bischof. Für Christen und andere Minderheiten hat diese Ausgrenzung konkrete Folgen: Ihre Sicherheit, ihre Rechte und ihre Zukunft in der Heimat sind gefährdet.

Sicherheitskräfte vor einer Kirche in Pakistan.

Tödliche Gewalt gegen Christen in Pakistan

Der Bericht dokumentiert unter anderem die Ermordung zweier Christen im Jahr 2025. Der katholische Landarbeiter Kashif Masih starb am 12. Mai im Distrikt Sialkot in der Provinz Punjab nach schweren Misshandlungen. Nach Angaben seines Bruders hatten sein Arbeitgeber und weitere Männer ihn beschuldigt, ein Mobiltelefon gestohlen zu haben.

Afzal Masih wurde am 7. September auf dem Weg zum Marienwallfahrtsort Mariamabad erschossen. Er war mit einer Pilgergruppe aus Lahore unterwegs. Nach Angaben eines Mitreisenden belästigten Angreifer zunächst Frauen aus der Gruppe und schlugen Masih, als er einschritt. Bei einem späteren Zwischenhalt griffen sie die Pilger mit einer Schusswaffe an. Masih starb, sein Cousin wurde schwer verletzt.

Auch die Aufarbeitung der Angriffe in Jaranwala vom 16. August 2023 bleibt dem Bericht zufolge unzureichend. Nach Blasphemievorwürfen gegen zwei Christen hatten Menschenmengen Kirchen und christliche Wohnhäuser geplündert und in Brand gesetzt. Nach Angaben von KIRCHE IN NOT wurden 26 Kirchen und rund 80 Wohnhäuser beschädigt.

Burnt houses and burning furniture on the street 16.08.2023.
UP to 15 church buildings have been attacked and hundreds of Christian homes destroyed after extremists went on the rampage. The incident follows an accusation of blasphemy against a Christian cleaner accused of desecrating the Qur’an and insulting the Prophet of Islam.
Mass exodus as mob burns churches and homes in Jaranwala - Pakistan, August 2023
Verwüstungen bei christenfeindlichen Angriffen in Jaranwala im August 2023.

Entführung und Zwangsehen bedrohen Mädchen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewalt gegen Frauen und Mädchen religiöser Minderheiten. Für 2025 dokumentiert die Kommission 35 Vorfälle. Dazu zählen Entführungen mit anschließender Zwangskonversion und Zwangsverheiratung.

In einigen Fällen stellten sich Behörden auf die Seite der Entführer und weigerten sich, Anzeigen der Eltern minderjähriger Mädchen aufzunehmen. Der Bericht nennt jedoch auch Entscheidungen zugunsten der Betroffenen: Richter verweigerten die Übergabe Minderjähriger an deren angebliche Ehemänner und ermöglichten ihre Rückkehr zu den Familien. In einzelnen Fällen wurden Täter verurteilt.

Junge Katholikin in Pakistan.

Fortschritte beim Schutz der christlichen Minderheit

Neben den Menschenrechtsverletzungen verzeichnet der Bericht positive Entwicklungen. Der für Minderheiten zuständige Minister der Provinz Punjab bezeichnete den Beitrag der christlichen Gemeinschaft als „vorbildlich“ und erklärte ihren Schutz zu einer der wichtigsten Aufgaben der Provinzregierung.

Zudem untersagte ein Gericht 2025 ausdrücklich die Formulierung „nur Christen“ in Stellenanzeigen für Reinigungskräfte. Damit wurde eine seit vielen Jahren verbreitete diskriminierende Praxis auf dem Arbeitsmarkt verboten.

Dennoch bleibt die Lage ernst. Im Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ ordnet KIRCHE IN NOT Pakistan der Kategorie „Verfolgung“ zu – der höchsten Stufe der Einschränkung der Religionsfreiheit. Die dokumentierten Fälle zeigen, warum der Einsatz gegen Christenverfolgung in Pakistan und für die Rechte aller religiösen Minderheiten weiter notwendig ist.

KIRCHE IN NOT unterstützt die christliche Minderheit und die Menschenrechtsarbeit der katholischen Kirche in Pakistan. Mit Ihrer Spende stärken Sie diesen Einsatz und stehen Menschen bei, die Diskriminierung und Verfolgung erleben.

Rot wie das Blut der Märtyrer – von 15. bis 22. November 2026 erstrahlen weltweit tausende

Kirchen, Klöster oder öffentliche Gebäude blutrot, um auf das Schicksal von Millionen unterdrückter, bedrohter und verfolgter Christen aufmerksam zu machen. Mit der RED Week ruft „Kirche in Not“ Pfarren, Klöster und Organisationen in ganz Österreich dazu auf, sich diesem weltweiten Zeichen anzuschließen. Ab sofort ist die Anmeldung unter www.redweek.at möglich.

„Hoffnung leuchtet rot! Sichtbare Solidarität mit verfolgten Christen!“

Zuletzt beteiligten sich allein in Österreich über 250 Kirchen, Klöster und Institutionen – heuer soll diese Zahl deutlich wachsen. Denn: Je mehr Gebäude leuchten, desto stärker das Zeichen, das wir gemeinsam setzen – ein Gebet, das man von Weitem sieht. Setzen auch Sie ein Zeichen und nehmen Sie teil! Wenn eine Beleuchtung nicht möglich ist, dann durch Gebet, Fürbitten oder eine Heilige Messe.

Das während der RED Week 2025 rot beleuchtete Priesterseminar in Graz © Gerd Neuhold/Sonntagsblatt

Solidaritätszug und ökumenisches Gebet am 17. November

Am Dienstagabend, 17. November 2026, lädt KIRCHE IN NOT in Wien zu einem Solidaritätszug von Am Hof zur (im Inneren eindrucksvoll rot beleuchteten) Votivkirche und anschließendem großen ökumenischen Gebet ein. Unser Gast wird Erzbischof Bashar Matti Warda aus dem Irak sein – eine bedeutende Stimme für die Christen im Nahen Osten. Als zuständiger Bischof für verfolgte Christen begleitet Weihbischof Franz Scharl die Veranstaltung, gemeinsam mit weiteren wichtigen Vertretern christlicher Kirchen. Alle sind herzlich eingeladen!

Mehr als Hilfe – ein Zeugnis

Die RED Week ist mehr als ein Zeichen der Solidarität. Wie P. Anton Lässer CP, internationaler kirchlicher Assistent von KIRCHE IN NOT, in Predigten und Vorträgen zur Christenverfolgung betont: ‚Verfolgung gehört zum Christsein nicht als Zufall, sondern als Konsequenz der Nachfolge Christi dazu – und die Antwort der Verfolgten ist bezeichnenderweise nicht Hass, sondern Vergebung und Feindesliebe. Die verfolgte Kirche ist damit nicht nur Empfängerin unserer Hilfe, sondern schenkt uns selbst ein Zeugnis dafür, was der Glaube wert ist.‘ Wer in der RED Week ein Zeichen setzt, hilft also nicht nur – er lässt sich auch beschenken.

Die rot beleuchtete Pfarrkirche in Nickelsdorf (Burgenland).

Jetzt mitmachen
  • Beten – eine Messe, einen Rosenkranz, eine Andacht für die verfolgte Kirche
  • Leuchten – Kirche, Kloster oder Gebäude rot beleuchten (rote Folien über redweek.at)
  • Eintragen – Teilnahme bitte unter redweek.at anmelden
  • Weitersagen – das Thema in Pfarre, Gemeinde, Schule und bei Politikern sichtbar machen

Anmeldung und Info: www.redweek.at | kin@kircheinnot.at | +43 (1) 405 25 53

Nach der erneuten Ermordung eines Priesters in Mexiko haben die Bischöfe des Landes eine vollständige Aufklärung gefordert und die „alarmierende Situation der Gewalt“ in dem südamerikanischen Land angeprangert. Am 15. September war der Priester Román de la Cruz an einer Landstraße im Bundesstaat Hidalgo nördlich von Mexiko-Stadt erschossen aufgefunden worden. Der 48-jährige Priester leitete seit 2024 die Gemeinde Santa Cruz in Huejutla und koordinierte eine Pastoralkommission in der gleichnamigen Diözese. Medienberichten zufolge wurde neben der Leiche des Priesters eine Drohbotschaft gefunden.
Der ermordete Priester Román de la Cruz bei einem Projektbesuch von KIRCHE IN NOT-Mitarbeitern im Jahr 2022.

Bischöfe: Verbrechen darf nicht ungesühnt bleiben

Die Mexikanische Bischofskonferenz reagierte mit „Empörung und Trauer“ auf die Ermordung. In einer an das päpstliche Hilfswerk KIRCHE IN NOT übermittelten Stellungnahme forderte sie von den Behörden eine „umfassende Untersuchung“, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. Auch der Bischof von Huejutla, José Acosta Beltrán, beklagte die „alarmierende Situation der Gewalt“ in Mexiko. Er forderte, dass „Gerechtigkeit geschieht und weder dieser Fall noch die anderen Verbrechen“, die das Land erschütterten, „ungesühnt bleiben“.

In der Region im Süden Mexikos sind mehrere kriminelle Organisationen aktiv, die unter anderem um Schmuggelrouten für gestohlenen Treibstoff kämpfen. Auch Priester und andere kirchliche Mitarbeiter werden immer wieder Opfer von Gewalt. Das Gebiet, in dem Pfarrer Román de la Cruz tätig war, ist nach Angaben von KIRCHE IN NOT besonders von rivalisierenden kriminellen Gruppen geprägt.

Pfarrer Román de la Cruz mit dem Bischof von Huejutla vor einer Kirche, die mit Hilfe von KIRCHE IN NOT gebaut wurde.

Kirchliches Engagement in einem Umfeld der Gewalt

Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT zählt Mexiko zu den Ländern mit schwerer religiöser Diskriminierung. Geistliche und Gemeinden werden erpresst, entführt und bedroht; Kirchen überfallen oder geschändet. Zwischen Dezember 2018 und September 2024 wurden zehn Geistliche ermordet, zehn weitere Opfer von Gewalt. Im selben Zeitraum wurden fast 900 Fälle von Erpressung, Entführung, Raub oder Einschüchterung registriert.

KIRCHE IN NOT unterstützt die katholische Kirche in Mexiko seit vielen Jahren bei ihrer pastoralen Arbeit. Gefördert werden unter anderem die Ausbildung und der Dienst von Priestern und Ordensleuten sowie Fahrzeuge für die Seelsorge in abgelegenen Regionen. Außerdem unterstützt KIRCHE IN NOT den kirchlichen Einsatz für Menschrechte, die Dokumentation von Übergriffen gegenüber Priestern und Gemeinden und die kirchliche Bildungsarbeit.

Der Länderbericht zur Situation in Mexiko ist abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at

Nach erneuten bewaffneten Überfällen und Entführungen in Nigeria haben die katholischen Bischöfe des Landes eindringlich ein Ende der Gewalt gefordert. In einer KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegenden Erklärung beklagen sie eine weitere Verschärfung der Sicherheitslage. Anlass sind zwei voneinander unabhängige Gewalttaten in den Regionen Borgu im Bundesstaat Niger und Ukum im Bundesstaat Benue.

Die Orte liegen im sogenannten „Middle Belt“ („Mittlerer Gürtel“) im Zentrum Nigerias. Dort kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Überfällen im Zusammenhang mit Land- und Weiderechten. Hinzu kommen Angriffe dschihadistischer Gruppen sowie Entführungen mit Lösegeldforderungen, die sich in weiten Teilen Nigerias zu einem einträglichen kriminellen Geschäft entwickelt haben.

Oft ist die Gewalt gezielt gegen Christen gerichtet; aber auch Muslime sind betroffen, wie im jüngsten Fall.

Kein rein religiöser Konflikt

Oft ist die Gewalt gezielt gegen Christen gerichtet; aber auch Muslime sind betroffen, wie im jüngsten Fall Ende August: Damals wurden in Borgu mehr als 60 Gläubige aus einer Moschee entführt. Hinter der Tat werden dschihadistische Kämpfer vermutet. Damit zeigt der Vorfall nach Ansicht von KIRCHE IN NOT erneut, dass sich die Gewalt in Nigeria nicht allein als religiöser Konflikt beschreiben lässt.

Bei einem weiteren Angriff in Ukum Mitte August kamen 47 Menschen ums Leben, 17 weitere wurden schwer verletzt. Dieser Angriff wird bewaffneten Gruppen von Fulani-Hirten zugeschrieben. „Ob in einer Moschee, einer Kirche, auf einem Marktplatz oder in der Ruhe ihrer Häuser: Nigerianer werden weiterhin ungestraft getötet, traumatisiert und vertrieben“, heißt es in der Erklärung.

Nigeria,
Some burnt houses in the community of Adama Dutse.
The archbishop Matthew Ndagoso (Archdiocese of Kaduna) visited the village of Adama Dutse, which was attacked in February 2024, leaving widespread destruction and 11 dead.
Erzbischof Matthew Ndagoso besucht Opfer des Angriffs in Adama Dutse.

„Beendet das Blutvergießen“

Die Bischöfe betonen ausdrücklich ihre Solidarität mit den Muslimen, die von der Entführung in Borgu betroffen waren. Sie fordern die nigerianischen Behörden auf, entschlossener gegen die anhaltende Gewalt vorzugehen. Zwar erkenne man bereits unternommene Anstrengungen an. Die Regierung dürfe jedoch in ihrer Verantwortung nicht nachlassen: „Die Tränen der trauernden Familien müssen Sie so sehr beunruhigen, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um diese Gewalt zu beenden“, heißt es in der Erklärung.

Zugleich wenden sich die Bischöfe direkt an die Verantwortlichen der Gewalt: „An die Kriminellen, Terroristen, Entführer und ihre Unterstützer appellieren wir: Beendet das Blutvergießen! Das menschliche Leben gehört Gott allein, und kein Anliegen rechtfertigt diese Grausamkeit. Ihr könnt keine Zukunft auf den Tränen unschuldiger Menschen aufbauen.“

KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche in Nigeria seit vielen Jahren und hilft unter anderem bei der Versorgung von Binnenvertriebenen. Zuletzt finanzierte das Hilfswerk gemeinsam mit der Diözese Kaduna den Wiederaufbau eines bei einem Angriff zerstörten Dorfes. Dadurch konnten Bewohner in ihre Heimat zurückkehren, anstatt dauerhaft in Flüchtlingslagern leben oder an anderen Orten neu angesiedelt werden zu müssen.

Anlässlich des 100. Jahrestags (der am 31.7. begangen wurde) des sogenannten „Calles-Gesetzes“, das das kirchliche Leben in Mexiko massiv einschränkte und die Tätigkeit von Priestern staatlicher Kontrolle unterwarf, haben die katholischen Bischöfe des Landes auf die anhaltende Gewalt gegen Geistliche und kirchliche Einrichtungen hingewiesen. Sie riefen dazu auf, die Religionsfreiheit in Mexiko stärker zu schützen. Das internationale katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT schließt sich diesem Appell an.

Das nach dem damaligen mexikanischen Präsidenten Plutarco Elías Calles benannte Gesetz war am 31. Juli 1926 in Kraft getreten. Es schränkte die Tätigkeit von Priestern und Ordensgemeinschaften stark ein und stellte Verstöße gegen die staatlichen Vorgaben unter Strafe; als sich Milizen und Landbewohner gegen Bestimmungen und den Regierungskurs zur Wehr setzten, entbrannte der blutige Cristero-Krieg (1926–1929).

Weil eine freie Ausübung des priesterlichen Dienstes nicht mehr möglich gewesen sei, seien öffentliche Gottesdienste zunächst ausgesetzt worden, erinnerten die Bischöfe in ihrer Erklärung: „Am Morgen des 1. August 1926 erwachte Mexiko ohne öffentliche Messfeiern: Die Kirchen blieben geöffnet und still, bewacht von den Gläubigen selbst. So begann eines der schmerzlichsten Kapitel unserer Geschichte.“

Die Erklärung erinnerte an die zahlreichen Märtyrer jener Zeit. Deren Zeugnis habe Mexiko „zu einem sehr hohen Preis“ gelehrt, „dass Religionsfreiheit kein Privileg ist, sondern ein Recht jedes Menschen und dass ihre Verweigerung letztlich immer Blut kostet“.

Gläubige in San Cristobal de Las Casas bei einem Friedensmarsch.

„Klima des Misstrauens“ und Übergriffe durch kriminelle Gruppen

Trotz gesetzlicher Reformen und positiver Entwicklungen sei die Religionsfreiheit in Mexiko bis heute nicht vollständig gewährleistet, erklärten die Bischöfe. Sie kritisierten unter anderem Einschränkungen religiöser Betätigung außerhalb von Gotteshäusern, Beschränkungen für religiöse Vereinigungen beim Zugang zu Radio- und Fernsehlizenzen sowie Probleme bei der freien Wahl der religiösen Erziehung von Kindern. Auch im politischen Raum bestehe weiterhin ein Klima des Misstrauens, das es Gläubigen erschwere, ihre Überzeugungen öffentlich zu vertreten und zu leben.

Noch schwerer wiegt nach Ansicht der Bischöfe jedoch die Gewalt der organisierten Kriminalität. In Teilen des Landes hätten kriminelle Gruppen faktisch die Kontrolle übernommen. Sie entführten und erpressten Menschen, begingen Morde und versuchten, insbesondere junge Menschen für ihre Zwecke zu gewinnen. Diese Gewalt beeinträchtige auch die freie Ausübung des Glaubens.

Die Bischöfe erinnerten an Priester, die in den vergangenen Jahren während ihres Dienstes ermordet wurden. Dazu zählen die Jesuiten Javier Campos Morales und Joaquín César Mora Salazar, die am 20. Juni 2022 in Cerocahui im Bundesstaat Chihuahua im Nordwesten Mexikos getötet wurden, als sie einem verfolgten Mann in ihrer Kirche Schutz gewähren wollten. Auch Pater Marcelo Pérez, der sich im Bundesstaat Chiapas für Frieden und die Rechte indigener Gemeinschaften eingesetzt hatte, wurde am 20. Oktober 2024 im südmexikanischen San Cristóbal de Las Casas nach der Feier der Sonntagsmesse erschossen.

Die 2022 ermordeten Jesuiten Joaquín Mora and Javier Campos.

Mexiko nach wie vor eines der gefährlichsten Länder für Geistliche

Auf die anhaltende Gewalt gegen Kirchenvertreter weist auch der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT hin. Demnach hat die religiöse Diskriminierung in Mexiko infolge der organisierten Kriminalität zugenommen. „Priester wurden ermordet, weil sie sich gegen Gewalt ausgesprochen oder sich geweigert hatten, mit bewaffneten Gruppen zusammenzuarbeiten“, heißt es in dem Bericht.

So wurden von Dezember 2018 bis September 2024 insgesamt zehn Priester getötet, zehn weitere wurden Opfer von Gewalt. Im selben Zeitraum wurden fast 900 Fälle von Erpressung, Entführung, Raub oder Einschüchterung gegen Angehörige der katholischen Kirche registriert. Pro Woche seien im Durchschnitt 26 Angriffe oder Schändungen von Gotteshäusern verzeichnet worden – in einem Land, in dem über 95 Prozent der Einwohner Christen sind.

Besonders gefährdet sind Geistliche in Regionen, in denen der Staat kaum noch präsent ist und kriminelle Gruppen große Macht besitzen. Dort würden religiöse Verantwortungsträger gegen die Gewalt Stellung beziehen und vielfach die Rolle von Beschützern ihrer Gemeinden übernehmen, stellt der Bericht von KIRCHE IN NOT fest.

Die Studie „Religionsfreiheit weltweit“ mit dem Länderbericht zu Mexiko kann eingesehen und heruntergeladen werden unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Mexiko mit Ihrer Spende

Der Wiederaufbau eines abgelegenen Dorfes in Nigeria ist ein Zeichen dafür, dass Hoffnung über Verzweiflung triumphieren kann und Gewalt nicht das letzte Wort behält.

Am 27. Mai 2026 besuchte der Erzbischof von Kaduna in Nigeria ein abgelegenes Dorf, um dort mit den Gläubigen die heilige Messe zu feiern. Doch es war kein gewöhnlicher Pastoralbesuch – es war die Feier eines Sieges über Tod, Hass und Zerstörung.

Gut zwei Jahre nach der vollständigen Zerstörung von Adama Dutse durch Terroristen konnte der Wiederaufbau von mehr als 20 Häusern sowie gemeinsamer Infrastruktur abgeschlossen werden. Möglich wurde dies durch die Unterstützung des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT (ACN). Die Messe war ein Fest der Freude – und zugleich ein Gedenken an jene, die bei dem Angriff ihr Leben verloren hatten.

Am 18. Februar 2024 hatten bewaffnete Terroristen das katholische Dorf Adama Dutse im Middle Belt Nigerias überfallen. Es war 6.10 Uhr morgens; die Bewohner bereiteten sich gerade auf die heilige Messe vor. Kurz darauf waren 13 Menschen tot und zahlreiche Häuser standen in Flammen.

Nigeria,
Some burnt houses in the community of Adama Dutse.
The archbishop visited the village of Adama Dutse, which was attacked in February 2024, leaving widespread destruction and 11 dead.
Am 18. Februar 2024 hatten bewaffnete Terroristen das katholische Dorf Adama Dutse im Middle Belt Nigerias überfallen.

Die Spuren des Angriffs sind überall

Zwei Monate später besuchte eine Delegation von KIRCHE IN NOT gemeinsam mit Erzbischof Matthew Ndagoso von Kaduna die Überreste des Dorfes. Das Erste, was der KIRCHE IN NOT-Projektkoordinatorin für Afrika, Kinga Schierstaedt, auffiel, war die massive militärische Eskorte – ein deutliches Zeichen dafür, wie gefährlich die Lage in der Region weiterhin war.

„Ich glaube, es war das erste Mal, dass ich von einer so großen militärischen Präsenz begleitet wurde“, erinnert sich Schierstaedt. „Vorne fuhren zwei Militärfahrzeuge, hinten zwei weitere, dazu kamen Polizei- oder Militärmotorräder, die den Weg freimachten und sicherstellten, dass sich niemand hinter den Bäumen versteckte.“

„Die Menschen freuten sich, den Erzbischof zu sehen, doch zugleich war das Leid in den Gesichtern der Bewohner unübersehbar. Wir gingen durch das Dorf, und fast alle Häuser waren niedergebrannt. Übrig geblieben waren nur schwarze Ruinen. Alles war zerstört, geschmolzen, jeder einzelne Bewohner war betroffen“, so Schierstaedt.

„Ich erinnere mich an einen Jungen mit zwei Einschusslöchern im Arm. Er wird diesen Arm nie wieder benutzen können, weil er nicht rechtzeitig im Krankenhaus behandelt wurde. Und ich erinnere mich an ein kleines Mädchen, vielleicht drei Jahre alt, mit Verbrennungen an Armen und Gesicht. Es weinte ununterbrochen vor Schmerzen.“

Erzbischof Ndagoso führte die Delegation auch an den Rand des Dorfes, zu dem Massengrab, in dem die Opfer des Angriffs hastig beigesetzt worden waren.

Aus Schmerz wächst neue Hoffnung

Erzbischof Ndagoso führte die Delegation auch an den Rand des Dorfes, zu dem Massengrab, in dem die Opfer des Angriffs hastig beigesetzt worden waren. „Einige Bewohner kamen mit uns, um zu beten, aber die meisten konnten es nicht. Ihr Schmerz war zu groß. Normalerweise begleiteten die Menschen Besucher durch das ganze Dorf. Dort aber gingen wir größtenteils allein.“

Trotz der Zerstörung weigerten sich die Bewohner, ihr Dorf aufzugeben. Sie wussten: Würden sie in ein Flüchtlingslager gehen, könnten sie ihr Land verlieren. Mit nichts als ihrem Glauben und ihrer Entschlossenheit beschlossen sie, Adama Dutse wieder aufzubauen. KIRCHE IN NOT sagte Hilfe zu.

„Der Erzbischof machte uns deutlich, dass er den Menschen beistehen wollte. Er sagte uns, er könne die Toten nicht wieder zum Leben erwecken. Aber er glaube, dass er den Menschen helfen könne, dort zu bleiben und ihre Häuser und ihre Kirche wieder aufzubauen. Das war der Grund, warum das internationale Hilfswerk KIRCHE IN NOT beschloss, die Dorfgemeinschaft zu unterstützen: als Zeichen dafür, dass es zumindest ein paar Menschen auf der Welt gibt, die ihr Leid sehen und ihnen helfen wollen.“

Zwei Jahre später ist der Wiederaufbau abgeschlossen. Dank der Hilfe der Wohltäter von KIRCHE IN NOT verfügt das Dorf heute über einen neuen Brunnen, Latrinen und solarbetriebene Sicherheitsalarme. Als Erzbischof Ndagoso am 27. Mai 2026 zurückkehrte, um die Dankesmesse zu feiern, war die Veränderung der Atmosphäre deutlich spürbar, die Gesichter der Menschen strahlten vor Stolz.

„Es war eine wunderschöne Feier. Die Gemeinde war begeistert und glücklich über das, was für sie getan wurde. Die Menschen sind nicht nur dankbar; sie fühlen sich denjenigen tief verbunden, die ihnen ein dauerhaftes Zuhause ermöglicht haben“, sagte Erzbischof Ndagoso gegenüber KIRCHE IN NOT.

„Wir können den Wohltätern von KIRCHE IN NOT nie genug dafür danken, was sie getan haben, um den Menschen in Not zu helfen. Wir können nur hoffen, dass Gott diejenigen segnet, die dazu beigetragen haben. Es ist wirklich wunderbar. Die Gemeinde ist zutiefst, zutiefst dankbar.“

Unterstützen Sie verfolgte Christen mit Ihrer Spende:

Während Millionen Menschen weltweit die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, erinnert KIRCHE IN NOT daran, dass für viele Menschen aus den teilnehmenden Ländern ein grundlegendes Menschenrecht weiterhin nicht selbstverständlich ist: die Freiheit, den eigenen Glauben auszuüben.

Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT ist die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit in 14 der 48 Teilnehmerländer der Fußball-Weltmeisterschaft  erheblich eingeschränkt. In drei dieser Staaten dokumentiert der Bericht religiöse Verfolgung, in elf weiteren schwere Formen der Diskriminierung.

Dieser Anteil von 30 Prozent der Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit entspricht in etwa dem weltweiten Befund des Berichts von KIRCHE IN NOT: Er stuft 62 von untersuchten 196 Ländern in die Kategorie „orange“ für Diskriminierung oder in die rote Kategorie für religiöse Verfolgung ein.

Weltkarte aus dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT.

Schwere Verfolgung in Iran und Saudi-Arabien

Besonders gravierend ist die Situation laut dem Bericht unter anderem im Iran und in Saudi-Arabien. Dort schränkten gesetzliche und gesellschaftliche Vorgaben die Religionsfreiheit erheblich ein – insbesondere für Konvertiten und Angehörige religiöser Minderheiten. Verstöße könnten mit Festnahmen, Haftstrafen und teilweise sogar mit der Todesstrafe geahndet werden.

Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Dort verschärfen anhaltende Gewalt und die Aktivitäten bewaffneter Gruppen im Osten des Landes seit Jahren die Situation für die Bevölkerung.

Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Haiti dar. Bewaffnete Banden kontrollieren dort weite Teile des Landes und behindern wiederholt die Arbeit von Kirchen und religiösen Organisationen. Religiöse Verantwortungsträger waren in den vergangenen Jahren immer wieder Betroffene von Entführungen und Gewalt.

Ein Priester aus Venezuela spielt Fußball mit Kindern.

Priester im WM-Gastgeberland Mexiko unter Druck

Mexiko, eines der Gastgeberländer der Weltmeisterschaft, steht wiederum für eine andere Form der Bedrohung: Nicht staatliche Restriktionen, sondern organisierte Kriminalität und Drogenkartelle setzen dort kirchliche Mitarbeiter, Priester und Seelsorger zunehmend unter Druck.

Weitere Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit sind laut dem Bericht unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, Ägypten, die Türkei sowie Usbekistan. Religiöse Minderheiten, darunter Christen, Angehörige der Bahai-Religion und einzelne muslimische Gemeinschaften, sind dort weiterhin in unterschiedlichem Maße Diskriminierung sowie Einschränkungen bei der Ausübung und dem Bekenntnis ihres Glaubens ausgesetzt.

Fußballmannschaft an der Katholischen Universität in Erbil (Irak).

Zur Lage der Religionsfreiheit bei den österreichischen WM-Gegnern

In Algerien ist der Islam verfassungsrechtlich als Staatsreligion verankert, was die rechtliche und gesellschaftliche Stellung anderer Glaubensgemeinschaften stark einschränkt. Obwohl die Verfassung formell die Religionsfreiheit garantiert, wird diese durch restriktive Gesetze – insbesondere die Verordnung 06-03 – in der Praxis massiv beschnitten. Besonders Konvertiten, Ahmadis und protestantische Christen sind von systematischen Kirchenschließungen, Blasphemie-Vorwürfen und Haftstrafen betroffen. Da auch die Missionierung von Muslimen unter Strafe steht und staatliche Eingriffe zunehmen, wird die Lage der Religionsfreiheit insgesamt als besorgniserregend eingestuft.

Auch in Jordanien ist der Islam als Staatsreligion verankert, weshalb keine umfassende Religionsfreiheit herrscht, obwohl die Verfassung formell die Gleichheit der Bürger garantiert. Während anerkannte christliche Minderheiten weitgehend das Recht auf freie Religionsausübung genießen und politisch im Parlament repräsentiert sind, stehen nicht anerkannte Gruppen wie die Bahai vor erheblichen rechtlichen Hürden. Besonders prekär ist die Lage für Konvertiten vom Islam, die zwar keine staatlichen Strafen, aber extremen gesellschaftlichen Druck sowie gravierende zivilrechtliche Folgen durch Scharia-Gerichte wie den Verlust von Erbansprüchen oder die Annullierung der Ehe befürchten müssen. Trotz vereinzelter christenfeindlicher Übergriffe und des politischen Erstarkens islamistischer Kräfte gilt das Verhältnis zwischen den Religionen als weitgehend friedlich, was maßgeblich durch die aktive Toleranzförderung des jordanischen Königshauses gestützt wird.

In Argentinien ist die Religionsfreiheit verfassungsrechtlich garantiert, wobei der Staat den römisch-katholischen Glauben besonders stützt. Trotz eines besorgniserregenden Anstiegs antisemitischer Vorfälle und vereinzelter Vandalismen an Kirchen wird die Lage aufgrund eines starken interreligiösen Dialogs und einer die Glaubensrechte schützenden Justiz insgesamt als positiv bewertet.

Marta Petrosillo, Chefredakteurin von „Religionsfreiheit weltweit 2025“. © KIRCHE IN NOT/Flavio Ianniello

Menschenrecht unter Druck, aber auch Hoffnungssignale

„Die Weltmeisterschaft bringt Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Nationen zusammen. Sie ist auch eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, denen Millionen Menschen weltweit bei der Ausübung ihres Grundrechts auf Religions- oder Glaubensfreiheit weiterhin gegenüberstehen“, erklärte Marta Petrosillo, die Chefredakteurin von „Religionsfreiheit weltweit“.

Zugleich verweist „Kirche in Not“ auf Zeichen der Hoffnung. So sei die Nationalmannschaft des Irak ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten können. Unter den Spielern befinden sich auch Christen – in einem Land, in dem ihr Bevölkerungsanteil inzwischen unter einem Prozent liegt. Petrosillo rief Regierungen weltweit dazu auf, Religionsfreiheit aktiv zu schützen: „Jeder Mensch muss seinen Glauben frei ausüben, wechseln oder teilen können – ohne Diskriminierung oder Verfolgung befürchten zu müssen.“

Der vollständige Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von „Kirche in Not“ dokumentiert die Menschenrechtslage in 196 Ländern und für alle Religionen. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre und ist online abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.at

Bischof Osório Citora Afonso war ein Freund und Partner von KIRCHE IN NOT. Das Hilfswerk zeigt sich tief erschüttert über seinen Tod.

Auch Tage nach der Ermordung des Bischofs von Quelimane in Mosambik reißen Bestürzung und Beileidsbekundungen nicht ab. Die Hintergründe der Tat sind jedoch weiterhin ungeklärt.

Am Sonntag, den 7. Juni 2026,  veröffentlichte die Pressestelle des Vatikans eine Erklärung von Papst Leo XIV., der sich derzeit auf Spanienreise befindet. Darin heißt es, der Papst habe „die Nachricht von der schweren Gewalttat, die zum Tod Seiner Exzellenz Osório Citora Afonso geführt hat, mit tiefer Trauer aufgenommen“.

Weiter hieß es in der Mitteilung, Leo XIV. sei „im Gebet mit der Diözese und dem Volk von Mosambik verbunden“ und bitte darum, dass „der Herr ihnen Trost schenke, jeden Mann und jede Frau in seiner Liebe behüte und die Hand der Gewalttätigen zurückhalte.“

Die mosambikanischen Behörden untersuchen weiter die Ereignisse in den frühen Morgenstunden des Samstags in Quelimane. Bischof Alfonso wurde mit einer Schussverletzung in der Brust, nahe dem Herzen, in einem Flur seiner Residenz aufgefunden. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Täter über die Mauer des Gebäudes geklettert, das Sicherheitssystem außer Betrieb gesetzt und anschließend mit einer Militärwaffe geschossen haben. Der Nationale Kriminalpolizeidienst Mosambiks (Sernic) beschrieb die Waffe als modernisierte Kalaschnikow (AK-M).

Bischof Osório Citora Afonso mit Seminaristen.

Afrikanische Bischöfe sprechen von „barbarischer Tat“

Das Verbrechen hat in der Kirche von Mosambik und in ganz Afrika tiefe Erschütterung ausgelöst. Das Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) veröffentlichte eine von Kardinal Fridoline Ambongo unterzeichnete Erklärung, die KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegt. Darin wird der Mord als „barbarische Tat“ verurteilt und eine umfassende und gründliche Untersuchung gefordert.

„Diese abscheuliche Tat, begangen an einem Hirten des Volkes Gottes, stellt nicht nur einen Angriff auf das Leben und die Würde eines frommen Dieners des Evangeliums dar, sondern auch einen Angriff auf die Grundwerte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Menschenwürde und der Religionsfreiheit – Prinzipien, die für das Wohlergehen und die Entwicklung jeder Gesellschaft unerlässlich sind.“

Weiter heißt es: „Wir verurteilen dieses barbarische Verbrechen aufs Schärfste und vorbehaltlos. Kein religiöser Führer, unabhängig von seinem Glauben oder seiner Konfession, sollte Ziel von Gewalt sein. Diejenigen, die ihr Leben dem Dienst an Gott und der Förderung von Versöhnung, Solidarität, Bildung, Nächstenliebe und dem Gemeinwohl widmen, verdienen Schutz und Respekt – nicht Verfolgung oder Tod.“

„Im Namen des Symposiums der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) appellieren wir an die Regierung der Republik Mosambik und alle zuständigen Behörden, unverzüglich, umfassend, transparent und unabhängig zu ermitteln. Wir fordern, dass alle Verantwortlichen – direkte Täter ebenso wie Komplizen oder Anstifter – unverzüglich identifiziert, strafrechtlich verfolgt und vor Gericht gestellt werden. Das Volk von Mosambik, die katholische Kirche und die internationale Gemeinschaft verdienen die Wahrheit.”

Zugleich fordern die afrikanischen Bischöfe einen besseren Schutz aller Seelsorger. Sie betonen, dass „die Religionsfreiheit ein grundlegendes Menschenrecht und eine Säule jeder demokratischen und friedlichen Gesellschaft ist. Der Staat trägt die Verantwortung dafür, dass alle Bürger ihren Glauben frei und sicher ausüben können, ohne Angst vor Einschüchterung, Gewalt oder Verfolgung.“

Heilige Messe in Mosambik.

KIRCHE IN NOT erinnert an die „fruchtbare Zusammenarbeit“

Bischof Osório Citora Afonso war ein geschätzter Freund von KIRCHE IN NOT. Das Hilfswerk erinnert an eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Bischof.

Ulrich Kny, einer der Projektverantwortlichen von KIRCHE IN NOT für Afrika, hob diese Verbundenheit in einem Schreiben hervor, das er am Sonntag an führende Vertreter der Kirche in Mosambik sandte. Darin spricht er von dem „unauslöschlichen Eindruck“, den der verstorbene Bischof bei allen hinterlassen habe, die „das große Glück hatten, mit ihm zusammenzuarbeiten“. Zugleich würdigte Kny eine „sehr fruchtbare Zusammenarbeit, die es uns ermöglichte, an einigen seiner wertvollen Initiativen zur Unterstützung der Kirche in Mosambik teilzunehmen“.

Ulrich Kny bekräftigte die tiefe Bestürzung von KIRCHE IN NOT über die Ermordung des Bischofs. Sein Tod hinterlasse „eine große Lücke“, nicht nur in seiner Diözese, sondern in der gesamten Kirche dieses portugiesischsprachigen afrikanischen Landes.

KIRCHE IN NOT äußerte außerdem den Wunsch, dass die Kirchenführer in Mosambik die nötige Kraft und Gottes Segen finden mögen, um die Gläubigen weiterhin auf dem Weg des Herrn zu führen.

Die Dschihadisten, die in der nördlichen Provinz Cabo Delgado in Mosambik einen Aufstand führen, versuchen nach Einschätzung des Bischofs von Pemba, António Juliasse, ein Kalifat nach dem Vorbild des Islamischen Staates zu errichten. In einer an KIRCHE IN NOT gesendeten Nachricht bestätigte der Bischof: „Die Anzeichen sind alle da: Sie sprechen offen von einem Kalifat. Wenn sie auf Menschen treffen, wenn sie sie entführen, sagen sie genau das: dass sie für ein Kalifat arbeiten.“

Die dschihadistischen Anschläge in der Provinz Cabo Delgado, in der das Bistum Pemba liegt, begannen 2017. Zunächst griffen die Milizen vor allem Militär- und Regierungsgebäude an. In den vergangenen Jahren nahmen sie in der mehrheitlich muslimischen Region Mosambiks jedoch zunehmend eine antichristliche Haltung ein.

Mehr als 300 Katholiken wurden ermordet, viele durch Enthauptung. Mindestens 117 Kirchengebäude wurden zerstört, darunter Kapellen und historische Kirchen wie jene in Meza am 30. April 2026. Angreifer setzten dort die Kirche, das Pfarrbüro sowie weitere Gebäude des kirchlichen Geländes in Brand, darunter auch einen Kindergarten. Es gab zwar keine Toten, aber Medienberichten zufolge wurden mindestens 22 Menschen gefangen genommen.

Dieses Ausmaß an Gewalt und die antichristliche Rhetorik wirkten sich zunehmend auf die Bevölkerung aus, erklärte Bischof António Juliasse gegenüber KIRCHE IN NOT. „Was mich beunruhigt, ist die Hassrede, die mit der Gewalt einhergeht. Lange Zeit war die Religion einer der Aspekte, die das Zusammenleben erleichterten. Jetzt aber wird sie zu einem Hindernis, sie beginnt zu spalten.

Bischof Antonio Juliasse von Pemba bei einem Interview.

Antichristliche Rhetorik und Hassrede

Früher nahmen Christen in den Dörfern von Cabo Delgado an muslimischen Beerdigungen teil und umgekehrt. Jetzt wird dies in Frage gestellt – und das liegt nicht an den Christen!“ Das sei ein Umstand, der die Regierung und die gesamte Gesellschaft beunruhigen sollte, „bevor es zu spät ist“, schloss er.

Bischof António Juliasse erklärte gegenüber KIRCHE IN NOT weiter: „Schweigen mag ein Zeichen der Vorsicht sein“, könne aber auch als „Desinteresse“ am Leid der Menschen in Cabo Delgado gedeutet werden. „Schweigen ist immer gefährlich“, betont er. „Es ist schwer zu deuten und führt zu Verwirrung. Deshalb habe ich immer gesagt, dass wir uns der Lage stellen, unsere Stimme erheben, die Menschen anleiten und ihnen sagen müssen, was zu tun ist, was sie erwarten können und was wir gemeinsam tun können. Wir müssen diese Diskussion als Nation führen. Aber ich glaube nicht, dass wir damit richtig umgehen.”

Die Kirche in Mosambik habe zugleich deutlich gemacht, dass militärische Gewalt nicht die einzige Lösung sein könne. „Kürzlich haben wir eine Hirtenbotschaft veröffentlicht, in der wir gegen die Lage in Cabo Delgado protestieren, aber auch auf alternative Wege hinweisen“, erklärte Bischof Juliasse. „Ich glaube nicht, dass die militärische Option die einzige Lösung ist. Wir müssen andere Wege finden, darunter einen, den Mosambik bereits kennt: den Weg des Dialogs. Die Menschen in Mosambik müssen miteinander sprechen, damit dieser Krieg enden kann.”

Dschihadistische Kämpfer in Mosambik.

Unterstützen Sie notleidende Christen in Mosambik mit Ihrer Spende

Schweigen ist keine Lösung, aber Gewalt auch nicht

Dies habe besondere Bedeutung für eine Zukunft des Zusammenlebens, da „viele von denen, die in den Wäldern kämpfen, aus Mosambik stammen; sie sind Söhne dieses Landes, sie sind Teil davon. Es mag einige Ausländer geben, aber wir müssen den Dialog suchen und den Mut haben, uns dem zu stellen.”

Die seit neun Jahren andauernde Rebellion im Norden Mosambiks hat das Land, das ohnehin zu den ärmsten der Welt zählt, schwer getroffen. Seit Oktober 2017 forderten die Kämpfe mehr als 6300 Todesopfer; mehr als eine Million Menschen wurden vertrieben. „Das ist eine Lage, die uns sehr schmerzt, aber wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren“, sagte der Bischof von Pemba gegenüber KIRCHE IN NOT.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Kirche in Mosambik bei ihren Bemühungen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Hilfswerk leistet Nothilfe, bietet psychologische und soziale Unterstützung und hilft beim Wiederaufbau der beschädigten Infrastruktur.

KIRCHE IN NOT hat die Zerstörung einer Christusstatue im Süden des Libanon scharf verurteilt. Auslöser sind Bilder, die in den vergangenen Tagen verbreitet wurden und nach Angaben der israelischen Armee authentisch sind.

Wie die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in öffentlichen Erklärungen vom 19. und 20. April 2026 mitteilten, zeigen die Aufnahmen einen Soldaten der eigenen Streitkräfte im Süden des Libanon. Die Armee erklärte, sie nehme den Vorfall sehr ernst. Das Verhalten des Soldaten widerspreche den Werten und Verhaltensmaßstäben, die für Angehörige der Streitkräfte gelten.

Zu möglichen disziplinarischen Konsequenzen wurden bislang keine weiteren Einzelheiten bekannt. Nach Angaben der Armee wird der Fall derzeit innerhalb der militärischen Befehlskette untersucht. Zugleich kündigten die Streitkräfte an, die örtliche christliche Gemeinschaft bei der Wiederherstellung der beschädigten Statue zu unterstützen.

Dieser Screenshot von X/Twitter zeigt einen mutmaßlichen Vorfall, bei dem ein IDF-Soldat am 19. April 2026 im Süden des Libanon dabei zu sehen ist, wie er eine Jesusstatue zerstört. Foto: Screenshot/X

KIRCHE IN NOT zeigt sich tief betroffen

KIRCHE IN NOT zeigt sich tief betroffen über die Schändung eines heiligen christlichen Symbols. Das Hilfswerk verurteilte die Tat mit Nachdruck und erklärte seine volle Solidarität mit den Christen im Libanon, die seit Jahren unter Unsicherheit und Instabilität leiden.

Zugleich betonte KIRCHE IN NOT, dass der Respekt vor religiösen Symbolen und Kultstätten ein grundlegendes Prinzip sei – auch und gerade in Zeiten bewaffneter Konflikte. Nichts könne Handlungen rechtfertigen, die die religiöse Würde von Gemeinschaften verletzten oder Missachtung gegenüber dem ausdrückten, was ihnen heilig sei.

Das Hilfswerk begrüßte, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei und erste Schritte zur Aufarbeitung sowie zur Wiederherstellung angekündigt wurden. Solche Maßnahmen seien wichtig, um Respekt zu sichern und ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern. Entscheidend werde sein, dass sie transparent und glaubwürdig umgesetzt würden.

KIRCHE IN NOT bekräftigte außerdem, weiterhin an der Seite bedrängter Christen zu stehen und überall dort geistliche und konkrete Hilfe zu leisten, wo Glaube, Würde und Religionsfreiheit bedroht seien.

Abschließend rief das Hilfswerk zum Gebet für die christlichen Gemeinschaften im Libanon und in der gesamten Region auf. Zugleich erneuerte es seine Forderung nach dem Schutz der Religionsfreiheit und nach Achtung dessen, was Gläubigen jeder Tradition heilig ist.

Mit einer internationalen Petition ruft KIRCHE IN NOT Regierungen und internationale Organisationen dazu auf, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit weltweit stärker zu schützen. Bereits mehr als 20 000 Menschen haben die Initiative unterschrieben. Die nächste Zielmarke liegt laut KIRCHE IN NOT bei 100 000 Unterschriften.

Die Petition fordert die konsequente Umsetzung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der jeder Person das Recht garantiert, ihren Glauben frei zu wählen, zu praktizieren und zu wechseln. Die Unterschriftenaktion richtet sich insbesondere an internationale Institutionen, demokratische Regierungen und diplomatische Vertreter.

Konkret fordert die Initiative unter anderem, Religionsfreiheit stärker als Priorität in der Außenpolitik zu verankern, bedrohte religiöse Gemeinschaften besser zu schützen und Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden, rechtliche sowie humanitäre Unterstützung zu gewähren.

Unterzeichnen können Menschen aller Religionen sowie alle, die sich für Menschenwürde und grundlegende Freiheitsrechte einsetzen. Mit der Petition will KIRCHE IN NOT die Öffentlichkeit sensibilisieren und politische Entscheidungsträger dazu bewegen, entschlossener gegen religiöse Verfolgung vorzugehen.

Verkohltes Kreuz in der koptischen Kathedrale in Luxor.
Verbranntes Kreuz in der koptischen St.-Georgs-Kathedrale in Luxor/Ägypten (Archivbild) Foto: KIRCHE IN NOT

Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht

Die Initiative wurde im Oktober 2025 anlässlich der Veröffentlichung des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT gestartet. Die Studie zeigt, dass Milliarden Menschen in Staaten leben, in denen das Recht auf Religionsfreiheit verletzt, eingeschränkt oder bedroht ist.

Die Unterschriftensammlung soll bis November 2026 fortgesetzt werden. Den Abschluss bildet die von KIRCHE IN NOT initiierte Aktion „Red Wednesday“, bei der Kirchen, öffentliche Gebäude und Denkmäler weltweit rot beleuchtet werden, um auf Christenverfolgung und andere Verletzungen der Religionsfreiheit aufmerksam zu machen.

Titelbild des Religionsfreiheits-Berichts 2025 von KIRCHE IN NOT

Aktionszeitraum bis zum „Red Wednesday“

Der diesjährige „Red Wednesday“ findet am 18. November statt, der Aktionszeitraum für rote Beleuchtung, Gottesdienst und Aktion erstreckt sich jedoch über die gesamte Woche. Auch in Österreich haben in den vergangenen Jahren immer mehr Pfarren, Klöster und andere Einrichtungen beim „Red Wednesday“ mitgemacht – 2025 hatten sich 234 bei KIRCHE IN NOT registriert. Nach dem diesjährigen „Red Wednesday“ sollen die Unterschriften politischen Entscheidungsträgern und internationalen Institutionen wie den Vereinten Nationen und dem Europäischen Parlament übergeben werden.

Bei einem Besuch am internationalen Hauptsitz von KIRCHE IN NOT (ACN) in Königstein im Taunus betonte der neue Präsident der päpstlichen Stiftung, Kurt Kardinal Koch, die grundlegende Bedeutung dieses Menschenrechts. In Anlehnung an Worte von Papst Leo XIV. erklärte er, Religionsfreiheit sei ein „Grundpfeiler der Menschenwürde und jeder gerechten Gesellschaft“.

Prominenter Unterstützer: Erzbischof Jacques Mourad aus Homs/Syrien unterschrieb die Petition. Mourad war selbst von Islamisten entführt worden; er setzt sich für den christlich-muslimischen Dialog ein. © KIRCHE IN NOT/Flavio Ianniello

„Religionsfreiheit ist Grundpfeiler einer gerechten Gesellschaft“

„Auch heute leiden Millionen Menschen unter Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung wegen ihres Glaubens“, sagte Kardinal Koch. „Doch selbst wenn sie kleine und schutzbedürftige Minderheiten sind, bleiben Christen in ihren Heimatländern Friedensstifter. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht, kein Privileg.“

Unterstützt wird die Initiative auch von Kirchenvertretern aus Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind, darunter der syrisch-katholische Erzbischof Jacques Mourad aus Homs (Syrien) und Bischof Matthew Hassan Kukah aus Sokoto (Nigeria).

Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr katholische Priester, Ordensleute und Seminaristen getötet als 2024. Darauf weist KIRCHE IN NOT in einer aktuellen Auswertung hin. Rückläufig hingegen ist die Zahl der inhaftierten Geistlichen.

Nach KIRCHE IN NOT vorliegenden Meldungen wurden 2025 weltweit 19 Kirchenmitarbeiter getötet – im Jahr zuvor waren es 13. Bei den Getöteten handelt es sich um 15 Priester, zwei Seminaristen und zwei Ordensschwestern. Mehrere der gewaltsamen Todesfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit Entführungen oder in bewaffneten Konflikten, etwa in Nigeria, Äthiopien, Sudan und Myanmar. Weitere Geistliche wurden bei Angriffen, Überfällen oder unter bislang ungeklärten Umständen getötet – unter anderem in den USA, Mexiko, Kenia und Haiti.

KIRCHE IN NOT weist darauf hin, dass die hier erfassten Zahlen ausschließlich Priester und Ordensleute betreffen. In vielen Ländern seien auch Katecheten und Laienmissionare massiv bedroht und häufig Opfer von Gewalt, diese sind in der Statistik jedoch nicht enthalten.

Pfarrer Donald Martin Ye Naing Win aus Myanmar wurde am 14. Februar 2025 ermordet.

Weniger Geistliche in Haft – mit Ausnahmen

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die Zahl der inhaftierten Geistlichen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben von KIRCHE IN NOT waren 2025 weltweit 28 Priester und Ordensleute aufgrund von religiöser Verfolgung in Haft oder anderweitig ihrer Freiheit beraubt. Im Jahr zuvor waren es noch 71. Der Rückgang ist vor allem auf die Entwicklung in Nicaragua zurückzuführen, wo die meisten der im Jahr 2024 inhaftierten Geistlichen inzwischen freigelassen wurden.

In Belarus sank die Zahl der inhaftierten katholischen Priester ebenfalls leicht. In China hingegen nahm die Zahl der Festsetzungen zu, teilt KIRCHE IN NOT mit. Dort waren im Jahr 2025 insgesamt 14 Geistliche zeitweise in Haft oder unter Hausarrest, darunter mehrere Bischöfe. Verlässliche Informationen zur Situation der Kirche in China seien weiterhin schwer zu erhalten, betont KIRCHE IN NOT.

Auch in Indien kam es 2025 zu mehreren Festnahmen, betroffen waren ausschließlich Ordensfrauen. Ihnen wurden unter anderem Entführung oder Menschenhandel vorgeworfen. Alle Betroffenen kamen später wieder frei.

Der junge Priester Stephen Echezona aus Nigeria wurde im März 2025 entführt.

Entführungen von Kirchenmitarbeitern sind „Geschäftsmodell“ geworden

Ein großes Problem bleiben die Entführungen von Priester und Ordensleuten, auch wenn die gemeldeten Fälle leicht zurückgingen. KIRCHE IN NOT wurden im vergangenen Jahr 38 entführte Priester und Ordensleuten gemeldet.

Besonders betroffen ist weiterhin Nigeria, wo die Zahl der Entführungen sogar anstieg – von 17 auf 24 Fälle. Unter den Entführten waren auch Seminaristen und Ordensschwestern. Zwei Seminaristen wurden getötet. Zum Jahresende galt noch ein Priester als vermisst; ein weiterer kam im Januar 2026 frei.

Einen starken Anstieg verzeichnete auch Kamerun, wo 2025 insgesamt acht Priester entführt wurden, vor allem im konfliktreichen Nordwesten des Landes. Die meisten Betroffenen kamen wieder frei.

Internationale Aufmerksamkeit hilft

Weitere Entführungen wurden unter anderem aus Kolumbien, Haiti und Äthiopien gemeldet. Die Entführer gehören mehrheitlich islamistischen oder anderen extremistischen Gruppen an; in einigen Weltregionen haben auch kriminelle Banden Entführungen und die Erpressung von Lösegeld zu einem „Geschäftszweig“ gemacht.

Beiträge zu diesem Thema

Burkina Faso: Leben mit dem Terror

Burkina Faso: Leben mit dem Terror

04.03.2024 • aktuelles
Pakistan: Angst vor Taliban wächst

Pakistan: Angst vor Taliban wächst

22.09.2021 • aktuelles