Philippinen Archive - KIRCHE IN NOT Österreich
Spenden

Philippinen

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 20 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen

Am 27. Januar 2019 wurde die Kirche „Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel“ auf der Insel Jolo im südlichen Teil der Philippinen Ziel eines Terroranschlags mit zwei Bomben, die 20 Menschen töteten und hunderte Verletzte zurückließen. Die erste Explosion ereignete sich innerhalb der Kathedrale, wo sich die Gläubigen versammelt hatten, um die Sonntagsmesse zu feiern. Die zweite Bombe wurde auf einem Parkplatz gezündet, gerade als die Sicherheitskräfte auf den ersten Anschlag reagieren wollten. Opfer gab es auf ziviler sowie militärischer Seite. Der sogenannte Islamische Staat (IS) übernahm die Verantwortung für die Anschläge.

In manchen Gebieten im Süden der Philippinen gibt es Spannungen zwischen Christen und Muslimen. KIRCHE IN NOT unterstützt mehrere Projekte des interreligiösen Dialogs. Darüber hinaus hat KIRCHE IN NOT bei der Reparatur und Restaurierung der Kathedrale nach dem Angriff im Januar 2019 geholfen.

Am 22. Februar 2019 starb Dexter Condez, ein junger Laie aus der Ordensfamilie der Vinzentiner, auf der philippinischen Insel Boracay, nachdem er von acht Schüssen getroffen wurde.

Der junge Mann verteidigte die Rechte des indigenen Ati-Volkes und wollte damit der Ausbeutung des Landes durch lokale Bauunternehmen entgegentreten. Dexter Condez setzte sich engagiert für die Wahrung der Identität und Würde des Ati-Volkes ein und stand in engem Kontakt zur örtlichen katholischen Kirche in der Diözese Kalibo.

Seit vielen Jahren unterstützt KIRCHE IN NOT nun schon die Territorialprälatur Isabela mit Projekten, die zum Ziel haben, das Gefühl für Verantwortung für junge Menschen in der Gesellschaft zu schärfen. Dieses Ziel wird durch verschiedene Trainingskurse erreicht. Wesentliche Themen sind Dialog, Gerechtigkeit, Frieden und Verantwortung gegenüber der Schöpfung.

Die philippinischen Bischöfe verurteilen die jüngsten Verwüstungen zu denen es in katholischen Kirchen auf den Philippinen kam. Unbekannte Personen zerstörten am 21. Februar zwei Statuen am Eingang der Pfarrkirche des heiligen Pater Pio in der Stadt Legazpi in der Provinz Albay im südöstlichen Teil der Insel Luzon. Der Marienstatue am Eingang der Pfarrkirche wurde die rechte Hand abgeschlagen und die linke Hand der Statue eines Engels wurde ebenfalls mutwillig zerstört. Dies berichtete der Gemeindepfarrer Bob Bañares. Bischof Joel Baylon von Legazpi bezeichnete die Vorfälle als „unverantwortliche Handlungen“ und hoffte, dass „so etwas sich nicht wiederholen wird“.

In der vergangenen Woche wurden auch zwei Kapellen auf der philippinischen Insel Basilan im Süden der Philippinen verwüstet, wo ebenfalls einige Ikonen beschädigt wurden. Erzbischof Leo Dalmao von der Prälatur Isabela forderte die Katholiken auf, „die Unfälle nicht als Anlass zu Hass zu betrachten, sondern nach einer Möglichkeit zu suchen, Verständnis und Frieden zu fördern“. „Ich erinnere alle Gläubigen daran, wachsam zu sein und jede Gelegenheit zu vermeiden, dass diese Elemente Spaltung und Hass unter uns hervorrufen“, sagte er.

Die Katholikin Teresa Punzo sagte dazu, dass „diese drei jüngsten vandalistischen Handlungen bedauerlich sind. Wir alle sind aufgerufen, den Glauben des anderen zu respektieren und jegliche Provokation oder Gewalt zwischen Gläubigen verschiedener Religionen zu beenden“. (Quelle: Fidesdienst)

Unbekannte bewaffnete Männer haben am  24. Jänner den philippinischen katholischen Priester Rene Bayang Regalado erschossen, als er im Begriff war, zum Priesterseminar in Patpat bei Malaybalay (Provinz Bukidnon, Südphilippinen) zurückzukehren. Über den vermutlichen Mord informierten die Priester des Priesterseminars noch am Abend des 24. Jänner die Polizei und berichteten, dass sie gegen 19:30 Uhr (Ortszeit) mehrere Schüsse gehört hatten. Die Polizisten bestätigten, dass Pfarrer Regalado in der Nähe des Priesterseminars „mit mehreren Kopfschüssen“ getötet wurde. Die Leiche wurde wenige Meter vom dem Tor des Karmeliterklosters Patpat entfernt aufgefunden. Der Priester war auf dem Heimweg in seinem Fahrzeug auf der abgelegenen Straße von Unbekannten angehalten worden.

Regalados Leiche lag etwa drei Meter von seinem Dienstfahrzeug, einem Chevrolet entfernt auf dem Boden. „Pfarrer Regalado war bereits tot, als wir ankamen „, sagte Sergeant Jeffrey LLoren, der in dem Fall ermittelt. In der Nähe des Tatorts fand die Polizei eine Pistole mit zehn Patronen und einer leeren Kugel, die die Täter absichtlich in der Nähe des Kopfes des getöteten Priesters zurückgelassen haben könnten.

Die Familie des ermorderten Priesters, der ursprünglich aus dem Dorf Sinayawan in der Nähe von Valencia City stammte, beantragte eine Autopsie der Leiche, die gestern Abend in die Leichenhalle von Malaybalay City gebracht wurde. „Die gesamte Diözesangemeinschaft von Malaybalay, die Geistlichen, Ordensleute und Laien, insbesondere die Familie Regalado in der Pfarre San Jose in Sinayawan, sind zutiefst betroffen und traurig über die Nachricht vom vorzeitigen Ableben eines talentierten Priesters“, heißt es in einer Erklärung der Diözese. Man hoffe, dass „die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden, während wir sie der barmherzigen Liebe Gottes anvertrauen“.

Wie aus der Notiz hervorgeht, wird der ermordete Priester nach der Autopsie in der Kathedrale von San Isidro Labrador in Malaybalay beigesetzt und anschließend auf dem katholischen Friedhof von Malaybalay beeerdigt. Don Regalado war auch als „Paring Bukidnon“ („Bergpriester“) bekannt, da er häufig die entlegenen Gemeinden besuchte und auf seinem Blog zu dringenden sozialen Anliegen über das Leben und die Bedürfnisse berichtete und dabei eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft forderte. Nach Angaben der Ermittler der Polizei hatte Pfarrer Regalado vor seinem Tod Morddrohungen erhalten.

Pfarrer Regalado wurde am 18. Oktober 2007 vom emeritierten Bischof von Bukidnon, Honesto Pacana (SJ) zum Priester geweiht. Er besuchte das Priesterseminar Johannes XXIII. Und erwarb seine Lizenz in Theologie am „San Isidoro College“, während er sein theologisches Studium am Theologat „Saint John Maria Vianney“ in Cagayan de Oro City vervollständigte. (Quelle: Fidesdienst)

Pfarrer Nomer de Lumen aus der Diözese Antipolo, einem Suffraganbistum der der Erzdiözese Manila, wurde am 9. September in seinem Zimmer erschossen aufgefunden. Er war 32 Jahre alt. Dies teilt die Ortskirche mit. Nach laufenden Ermittlungen wurde die Leiche von Pfarrer De Lumen, der als Vikar in der Gemeinde „St. John the Baptist“ in Taytay in der Provinz Rizal bei Manila tätig war, am 9. September gegen 15.45 Uhr Ortszeit von einem Mitarbeiter der Pfarre in seinem Zimmer gefunden. Dieser informierte die Polizei. Am Tatort wurden ein Revolver und zwei Kugeln gefunden, und der Körper des Priesters zeigte eine tödliche Schusswunde am Kinn, wie ersten polizeilichen Erkenntnisse zeigen. Die Dynamik der Tat ist noch nicht bekannt. Im Moment werden alle Hypothesen von den Ermittlern geprüft und es laufen Verhöre.

Wie der Kanzler der Diözese Antipolo, Pfarrer Alejandro Pestaño mitteilt, findet die Beerdigung des Priesters am heutigen 11. September, in der Pfarre „St. Judas Thaddeus“ in Tanay statt. Die Diözese Antipolo will im Hinblick auf eine offizielle Erklärung zum Tod des Priesters den Ausgang der Ermittlungen abwarten.

In der katholischen Gemeinde ist tiefe Entmutigung zu verzeichnen. Priester, Ordensleute und Laien aus verschiedenen Pfarreien trauern um den Verstorbenen und drücken ihre Zuneigung und Wertschätzung für Pfarrer Nomer in den sozialen Medien aus. „Dies ist ein schwerwiegender Verlust für unsere Gemeinde: ein junger und fähiger Priester, der so viel gegeben hat und noch viel für die pastorale und missionarische Arbeit hätte tun können“, so die örtlichen Gläubigen.  Pfarrer De Lumen war ein junger Priester, der erst kürzlich die Weihe empfangen hatte und im Dezember 2019 zum Vikar in der Pfarrei „St. John the Baptist“ in Taytay ernannt worden war. Er war Leiter der Kommission für soziale Kommunikation der Diözese Antipolo. (Quelle: Fidesdienst)

„KIRCHE IN NOT war die erste Organisation, die nach dem Bombenanschlag vor Ort war, und wir haben zugesagt, zu helfen“, erklärte der Direktor von KIRCHE IN NOT Philippinen, Jonathan Luciano, anlässlich der Mitte Juli erfolgten Wiederöffnung der Kathedrale in Jolo auf der gleichnamigen Insel im Süden der Philippinen. Das weltweite päpstliche Hilfswerk unterhält seit 2016 ein Nationalbüro in dem südostasiatischen Land.

In der Kathedrale „Unsere Liebe Frau vom Berg Karmel“ auf Jolo waren am 27. Januar 2019 zwei Bomben explodiert: eine während der Sonntagsmesse, eine weitere wenig später auf dem Parkplatz vor der Kirche. 20 Menschen verloren ihr Leben, über 100 Personen wurden verletzt. Auch das Kirchengebäude wurde schwer beschädigt. Die islamistische Terrororganisation Abu Sajaf hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Nur ein halbes Jahr nach dem Attentat ist die Kirche wieder geöffnet

Ein halbes Jahr später wurde die schwer beschädigte Kathedrale wieder eingeweiht – auch wenn die Sicherheitslage nach wie vor sehr angespannt ist, wie Jonathan Luciano beobachten konnte: „Polizei und Militär hatten den ganzen Stadtbezirk abgeriegelt, in dem sich die Kathedrale befindet. Doch das Gotteshaus selbst war voll. Besonders bewegend war, die Familien der Getöteten und die Überlebenden der Explosionen dort zu sehen.“

Die Feier leiteten der Apostolische Nuntius auf den Philippinen, Erzbischof Gabriele Caccia, sowie Orlando Kardinal Quevedo, emeritierter Erzbischof von Cotabato. „Der Nuntius versicherte den Menschen, dass die christliche Gemeinschaft bei ihnen ist: Sie werden nicht vergessen oder vernachlässigt“, berichtete Luciano. „Das zeige sich durch die finanzielle Hilfe und die Solidarität im Gebet auf der ganzen Welt.“

KIRCHE IN NOT unterstützt neben anderen Organisationen den Wiederaufbau maßgeblich und trägt zur Finanzierung des Kirchendachs und der -decke bei. Doch es gehe nicht nur um den Aufbau der Gebäude, betonte Luciano: „Wir waren zwei Wochen nach dem Anschlag vor Ort. Mit anderen Organisationen und den kirchlichen Mitarbeitern waren wir uns einig, wie wir auf die Krise reagieren sollten: Zuerst die christliche Gemeinschaft und dann die eigentliche Kirche wiederaufbauen.“

Deshalb stehen auch Rehabilitierungsprogramme für Terroropfer und deren Familien sowie interreligiöse Initiativen auf der Förderliste von KIRCHE IN NOT. So zum Beispiel auf der benachbarten Hauptinsel Marawi, wo es im Jahr 2017 zu schweren islamistischen Übergriffen kam.

Süden der Philippinen mehrheitlich muslimisch: Dialog unabdingbar

Anders als der überwiegende Teil das Landes ist der Süden der Philippinen mehrheitlich muslimisch geprägt. Muslimische Milizen kämpfen seit Jahrzehnten für eine Autonomie. Diese wurde nach jahrzehntelangem Ringen weitgehend erreicht, indem die Regierung in Manila eine weitgehend autonome Region Bangsamoro ermöglichte. Die in der Folge durchgeführte Volksabstimmung Ende Januar 2019 fand weitgehend Zustimmung – bis auf Jolo, das als Heimat der Terroreinheit Abu Sajaf gilt. Die Anschläge auf die Kathedrale wurden als Reaktion auf die Abstimmung gesehen.

Dennoch stand die feierliche Wiedereröffnung ganz unter dem Zeichen der Versöhnung, berichtete Luciano. So habe der muslimische Gouverneur von Jolo am Ende der Messe ein Grußwort gesprochen und betont, dass nach der Wiedereröffnung der zerstörten Kirche auch der Dialog zwischen Christen und Muslimen wiederaufgenommen werden könne.

Auch der Direktor des philippinischen Zweigs von KIRCHE IN NOT warnt davor, dass sich die Zahl radikaler Muslime weiter erhöhen könnte, wenn die Kirche den Dialog nicht weiterführe: „Wir müssen die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen stärken. Wir können harmonisch zusammenleben. Das ist eine wichtige Botschaft für unsere Wohltäter. Ich hoffe, dass die Ereignisse von Jolo sie bewegen, verfolgten Christen auf den Philippinen zu helfen.“

Um die Arbeit und das Leben der Kirche auf den Philippinen weiter unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Philippinen

KIRCHE IN NOT unterstützt Renovierungsarbeiten auf Jolo. „KIRCHE IN NOT war die erste Organisation, die nach dem Bombenanschlag vor Ort war, und wir haben zugesagt, zu helfen“, erklärte der Direktor von KIRCHE IN NOT Philippinen, Jonathan Luciano, anlässlich der Mitte Juli erfolgten Wiederöffnung der Kathedrale in Jolo auf der gleichnamigen Insel im Süden der Philippinen. Das weltweite päpstliche Hilfswerk unterhält seit 2016 ein Nationalbüro in dem südostasiatischen Land.

In der Kathedrale „Unsere Liebe Frau vom Berg Karmel“ auf Jolo waren am 27. Januar 2019 zwei Bomben explodiert: eine während der Sonntagsmesse, eine weitere wenig später auf dem Parkplatz vor der Kirche. 20 Menschen verloren ihr Leben, über 100 Personen wurden verletzt. Auch das Kirchengebäude wurde schwer beschädigt. Die islamistische Terrororganisation Abu Sajaf hatte sich zu dem Anschlag bekannt.

Nur ein halbes Jahr nach dem Attentat ist die Kirche wieder geöffnet

Ein halbes Jahr später wurde die schwer beschädigte Kathedrale wieder eingeweiht – auch wenn die Sicherheitslage nach wie vor sehr angespannt ist, wie Jonathan Luciano beobachten konnte: „Polizei und Militär hatten den ganzen Stadtbezirk abgeriegelt, in dem sich die Kathedrale befindet. Doch das Gotteshaus selbst war voll. Besonders bewegend war, die Familien der Getöteten und die Überlebenden der Explosionen dort zu sehen.“

Die Feier leiteten der Apostolische Nuntius auf den Philippinen, Erzbischof Gabriele Caccia, sowie Orlando Kardinal Quevedo, emeritierter Erzbischof von Cotabato. „Der Nuntius versicherte den Menschen, dass die christliche Gemeinschaft bei ihnen ist: Sie werden nicht vergessen oder vernachlässigt“, berichtete Luciano. „Das zeige sich durch die finanzielle Hilfe und die Solidarität im Gebet auf der ganzen Welt.“

KIRCHE IN NOT unterstützt neben anderen Organisationen den Wiederaufbau maßgeblich und trägt zur Finanzierung des Kirchendachs und der -decke bei. Doch es gehe nicht nur um den Aufbau der Gebäude, betonte Luciano: „Wir waren zwei Wochen nach dem Anschlag vor Ort. Mit anderen Organisationen und den kirchlichen Mitarbeitern waren wir uns einig, wie wir auf die Krise reagieren sollten: Zuerst die christliche Gemeinschaft und dann die eigentliche Kirche wiederaufbauen.“

Deshalb stehen auch Rehabilitierungsprogramme für Terroropfer und deren Familien sowie interreligiöse Initiativen auf der Förderliste von KIRCHE IN NOT. So zum Beispiel auf der benachbarten Hauptinsel Marawi, wo es im Jahr 2017 zu schweren islamistischen Übergriffen kam.

Süden der Philippinen mehrheitlich muslimisch: Dialog unabdingbar

Anders als der überwiegende Teil das Landes ist der Süden der Philippinen mehrheitlich muslimisch geprägt. Muslimische Milizen kämpfen seit Jahrzehnten für eine Autonomie. Diese wurde nach jahrzehntelangem Ringen weitgehend erreicht, indem die Regierung in Manila eine weitgehend autonome Region Bangsamoro ermöglichte. Die in der Folge durchgeführte Volksabstimmung Ende Januar 2019 fand weitgehend Zustimmung – bis auf Jolo, das als Heimat der Terroreinheit Abu Sajaf gilt. Die Anschläge auf die Kathedrale wurden als Reaktion auf die Abstimmung gesehen.

Dennoch stand die feierliche Wiedereröffnung ganz unter dem Zeichen der Versöhnung, berichtete Luciano. So habe der muslimische Gouverneur von Jolo am Ende der Messe ein Grußwort gesprochen und betont, dass nach der Wiedereröffnung der zerstörten Kirche auch der Dialog zwischen Christen und Muslimen wiederaufgenommen werden könne.

Auch der Direktor des philippinischen Zweigs von „Kirche in Not“ warnt davor, dass sich die Zahl radikaler Muslime weiter erhöhen könnte, wenn die Kirche den Dialog nicht weiterführe: „Wir müssen die Beziehungen zwischen Christen und Muslimen stärken. Wir können harmonisch zusammenleben. Das ist eine wichtige Botschaft für unsere Wohltäter. Ich hoffe, dass die Ereignisse von Jolo sie bewegen, verfolgten Christen auf den Philippinen zu helfen.“

Um die Arbeit und das Leben der Kirche auf den Philippinen weiter unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online unter: www.kircheinnot.at oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
Verwendungszweck: Philippinen

Am 27. Januar 2019 explodierten zwei Bomben in der Kathedrale von Jolo auf dem Sulu-Archipel zwischen Mindanao und Borneo, die 23 Menschen töteten und 112 weitere verletzten. Auf diese Tragödie folgte am 30. Januar ein Granatenangriff auf eine Moschee in Zamboanga im Westen der Insel Mindanao. Pater Sebastiano d’Ambra, Missionar des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIM), der sich seit 40 Jahren im Süden der Philippinen für den interreligiösen Dialog engagiert, erzählt in einem Interview mit der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, wie die Situation in dem Land mit der meisten Katholiken auf dem asiatischen Kontinent erlebt wird.

KIRCHE IN NOT:
 Pater D’Ambra, können Sie uns erzählen, wie der Anschlag vom 27. Januar vor Ort wahrgenommen wurde?

Pater D’Ambra: Selbstverständlich hat uns die Gewalt des Anschlags schockiert und auch die Tatsache, dass das Ziel ein heiliger Ort war. Leider reiht sich dieser Gewaltakt in einen Kontext wachsender Spannungen in der Region ein. In den letzten Jahren hat der Radikalismus zugenommen und die christliche Minderheit auf der Insel Jolo (1% der Gesamtbevölkerung von 120.000 Einwohnern der Insel Jolo) ist nicht das einzige Opfer; es gibt auch Muslime, die zu mir kommen und sagen: „Pater, wir werden ebenfalls bedroht, weil wir nicht die gleiche Art Muslime sind wie sie.“

KIRCHE IN NOT: Drei Tage nach dem Anschlag auf die Kathedrale hat eine Granate in einer Moschee in Zamboanga auf den Südphilippinen, wo Sie arbeiten, zwei Menschenleben gefordert. Haben Sie Angst, dass es zu einem interreligiösen Konflikt kommt?

Pater D’Ambra: Meiner Meinung nach besteht keine Verbindung zwischen den beiden Anschlägen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Christen ihre Toten rächen wollen, indem sie eine muslimische Kultstätte angreifen. Andererseits glaube ich schon, dass es sich wieder um das Werk jener extremistischen Gruppen handelt, deren Gewalt zunimmt und die Verwirrung stiften wollen. Sie sind es, die Christen und Muslime voneinander trennen wollen. Sie nutzen die Situation, um im ganzen Land Chaos zu verursachen und das Gleichgewicht in Frage zu stellen. Ein Gleichgewicht, das zu einem großen Teil auf den Beziehungen zwischen Gläubigen verschiedener Religionen beruht.

KIRCHE IN NOT: 
Laut den Behörden wird zurzeit jedoch der Kampf gegen den islamischen Terrorismus sukzessive gewonnen, teilen Sie diese Einschätzung?

Pater D’Ambra: Nein, überhaupt nicht. Leider kommt es zu interreligiösen Spannungen. Dass Führer extremistischer Gruppen hingerichtet wurden, bedeutet noch lange nicht, dass die philippinische Regierung den Krieg gewinnt. Dies zu glauben, wäre ein Fehler. Ich weiß sehr wohl, dass die Armee alles in ihrer Macht Stehende tut, um diese Gruppen zu kontrollieren. Aber ich glaube nicht, dass das ausreicht. Gruppen wie der Islamische Staat, Maute oder Abu Sayyaf haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Probleme im Land verursachen, und sie können in den kommenden Jahren an Macht gewinnen. Ich sage nicht, dass wir in Angst leben müssen, aber wir müssen realistisch sein, und ich glaube nicht, dass sie besiegt sind. Ich glaube, dass sie weiterhin die Freundschaft auf die Probe stellen werden, die uns mit unseren muslimischen Nachbarn verbindet.

KIRCHE IN NOT: Haben Sie den Eindruck, dass Sie um Ihr Leben bangen müssen?

Pater D’Ambra: Na ja, wissen Sie: Ich lebe seit vierzig Jahren hier. Ich hätte deshalb schon lange Zielscheibe werden können – sogar mehrfach, würde ich sagen. Insbesondere einmal, als ich in eine Falle gelockt wurde. Die für mich bestimmte Kugel tötete einen meiner Freunde. In dieser Zeit vermittelte ich mit den muslimischen Rebellen. Dass ein Priester fast drei Jahre lang mit diesen Gruppen sprach, war eine ungewöhnliche Erfahrung. Wir hatten es geschafft, ein Verhältnis gegenseitigen Respekts herzustellen. Ich nehme an, dass die Vorstellung, dass ein einziger Priester mehr als tausend Soldaten für den Frieden leisten könnte, diejenigen überrascht haben muss, die das Ende des Konflikts nicht wollten. Diese Haltung erleben wir auch heute. Einige Muslime sagen uns, dass unsere Programme für den Dialog zwischen Christen und Muslimen nicht nach dem Geschmack von Extremisten sind.

KIRCHE IN NOT: Möchten Sie zum Schluss eine Botschaft aussprechen?

Pater D’Ambra: Habt keine Angst! Glaubt mir, die Liebe ist stärker als der Hass! Ich danke KIRCHE IN NOT für ihre Nähe zu den Christen, die sich auf der ganzen Welt in Not befinden. Ich bitte alle Christen, den Dialog in ihrem eigenen Umfeld zu fördern, um aus der Logik des Konflikts auszubrechen.

Am 27. Januar 2019 explodierten zwei Bomben in der Kathedrale von Jolo auf dem Sulu-Archipel zwischen Mindanao und Borneo, die 23 Menschen töteten und 112 weitere verletzten. Auf diese Tragödie folgte am 30. Januar ein Granatenangriff auf eine Moschee in Zamboanga im Westen der Insel Mindanao. Pater Sebastiano d’Ambra, Missionar des Päpstlichen Instituts für Auslandsmissionen (PIM), der sich seit 40 Jahren im Süden der Philippinen für den interreligiösen Dialog engagiert, erzählt in einem Interview mit der Päpstlichen Stiftung KIRCHE IN NOT, wie die Situation in dem Land mit der meisten Katholiken auf dem asiatischen Kontinent erlebt wird.

KIRCHE IN NOT: Pater D’Ambra, können Sie uns erzählen, wie der Anschlag vom 27. Januar vor Ort wahrgenommen wurde?

Pater D’Ambra: Selbstverständlich hat uns die Gewalt des Anschlags schockiert und auch die Tatsache, dass das Ziel ein heiliger Ort war. Leider reiht sich dieser Gewaltakt in einen Kontext wachsender Spannungen in der Region ein. In den letzten Jahren hat der Radikalismus zugenommen und die christliche Minderheit auf der Insel Jolo (1% der Gesamtbevölkerung von 120.000 Einwohnern der Insel Jolo) ist nicht das einzige Opfer; es gibt auch Muslime, die zu mir kommen und sagen: „Pater, wir werden ebenfalls bedroht, weil wir nicht die gleiche Art Muslime sind wie sie.“

KIRCHE IN NOT: Drei Tage nach dem Anschlag auf die Kathedrale hat eine Granate in einer Moschee in Zamboanga auf den Südphilippinen, wo Sie arbeiten, zwei Menschenleben gefordert. Haben Sie Angst, dass es zu einem interreligiösen Konflikt kommt?

Pater D’Ambra: Meiner Meinung nach besteht keine Verbindung zwischen den beiden Anschlägen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Christen ihre Toten rächen wollen, indem sie eine muslimische Kultstätte angreifen. Andererseits glaube ich schon, dass es sich wieder um das Werk jener extremistischen Gruppen handelt, deren Gewalt zunimmt und die Verwirrung stiften wollen. Sie sind es, die Christen und Muslime voneinander trennen wollen. Sie nutzen die Situation, um im ganzen Land Chaos zu verursachen und das Gleichgewicht in Frage zu stellen. Ein Gleichgewicht, das zu einem großen Teil auf den Beziehungen zwischen Gläubigen verschiedener Religionen beruht.

KIRCHE IN NOT: Laut den Behörden wird zurzeit jedoch der Kampf gegen den islamischen Terrorismus sukzessive gewonnen, teilen Sie diese Einschätzung?

Pater D’Ambra: Nein, überhaupt nicht. Leider kommt es zu interreligiösen Spannungen. Dass Führer extremistischer Gruppen hingerichtet wurden, bedeutet noch lange nicht, dass die philippinische Regierung den Krieg gewinnt. Dies zu glauben, wäre ein Fehler. Ich weiß sehr wohl, dass die Armee alles in ihrer Macht Stehende tut, um diese Gruppen zu kontrollieren. Aber ich glaube nicht, dass das ausreicht. Gruppen wie der Islamische Staat, Maute oder Abu Sayyaf haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen Probleme im Land verursachen, und sie können in den kommenden Jahren an Macht gewinnen. Ich sage nicht, dass wir in Angst leben müssen, aber wir müssen realistisch sein, und ich glaube nicht, dass sie besiegt sind. Ich glaube, dass sie weiterhin die Freundschaft auf die Probe stellen werden, die uns mit unseren muslimischen Nachbarn verbindet.

KIRCHE IN NOT: Haben Sie den Eindruck, dass Sie um Ihr Leben bangen müssen?

Pater D’Ambra: Na ja, wissen Sie: Ich lebe seit vierzig Jahren hier. Ich hätte deshalb schon lange Zielscheibe werden können – sogar mehrfach, würde ich sagen. Insbesondere einmal, als ich in eine Falle gelockt wurde. Die für mich bestimmte Kugel tötete einen meiner Freunde. In dieser Zeit vermittelte ich mit den muslimischen Rebellen. Dass ein Priester fast drei Jahre lang mit diesen Gruppen sprach, war eine ungewöhnliche Erfahrung. Wir hatten es geschafft, ein Verhältnis gegenseitigen Respekts herzustellen. Ich nehme an, dass die Vorstellung, dass ein einziger Priester mehr als tausend Soldaten für den Frieden leisten könnte, diejenigen überrascht haben muss, die das Ende des Konflikts nicht wollten. Diese Haltung erleben wir auch heute. Einige Muslime sagen uns, dass unsere Programme für den Dialog zwischen Christen und Muslimen nicht nach dem Geschmack von Extremisten sind.

KIRCHE IN NOT: Möchten Sie zum Schluss eine Botschaft aussprechen?

Pater D’Ambra:  Habt keine Angst! Glaubt mir, die Liebe ist stärker als der Hass!Ich danke KIRCHE IN NOT für ihre Nähe zu den Christen, die sich auf der ganzen Welt in Not befinden. Ich bitte alle Christen, den Dialog in ihrem eigenen Umfeld zu fördern, um aus der Logik des Konflikts auszubrechen. (Bild: vaticannews)

Bei der Explosion mehrerer Sprengsätze in und vor der katholischen Kathedrale in der südphilippinischen Stadt Jolo auf der Insel Sulu sind laut Medienberichten mindestens 20 Menschen getötet worden. Bisher unbekannte Täter ließen Sonntagfrüh kurz vor Beginn eines Gottesdienstes inmitten der bereits eingetroffenen Messbesucher eine Bombe hochgehen. Ein zweiter Sprengsatz detonierte kurz darauf auf dem Parkplatz vor der Kirche als weitere Sicherheitskräfte eintrafen.

Das Online-Portal „Inquirer“ berichtete am Sonntagnachmittag (Ortszeit) unter Berufung auf die Polizei, dass unter den Toten 15 Zivilisten und fünf Soldaten sind. Weitere 82 Menschen, der Großteil von ihnen Gläubige, seien verletzt worden. Andere Medien gaben auf Basis verschiedener Quellen aus Armee und Polizei die Zahl der Toten mit bis zu 27 an.

Auf von philippinischen Medien verbreiteten Bilder vom Anschlagsort war der verwüstete Kirchenraum der Kathedrale „Unsere liebe Frau vom Berg Karmel“ zu sehen. Die Bombe explodierte offenbar in unmittelbarer Nähe zum Altar in einer der vorderen Sitzbankreihen des Gotteshauses. 

Die Kathedrale in Jolo war bereits mehrmals Ziel von Terrorattentaten. 2009 starben zwei Menschen bei einem Bombenanschlag der islamistischen Terrorgruppe „Abu Sayyaf“. 2012 wurde eine Granate auf das Gotteshaus geworfen, die das Dach der Kirche zum Einsturz brachte, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Insgesamt sollen nach Recherchen des philippinischen Nachrichtenportals Rappler seit dem Jahr 2000 vor oder in der Nähe der Kathedrale von Jolo zehn Bombenanschläge verübt worden sein.

Der philippinische Verteidigungsminister Delfin Lorenzana verurteilte den neuerlichen Angriff und betonte, die Täter würden gejagt. Alle Kirchen und öffentlichen Plätze würden gesichert, um mögliche Angriffe zu vereiteln. Über seinen Sprecher Salvador Panelo verurteilte Präsident Rodrigo Duterte die Anschläge als „gottlosen“ Akt und versprach, die Täter „gnadenlos“ zur Strecke zu bringen.

Papst verurteilt Anschlag

Papst Franziskus verurteilte den Anschlag. Während des sonntäglichen Angelusgebets beim Weltjugendtag in Panama-Stadt sprach er von einem „terroristischen Angriff“. Er bete für ein „friedliches Zusammenleben“ in der betroffenen Region, so das Kirchenoberhaupt.

Auch die philippinische Bischofskonferenz verurteilte den Anschlag in einer ersten Reaktion als „Terrorismus“. Der Bischofskonferenz-Vorsitzender Erzbischof Romulo Valles sprach in einer Erklärung den Betroffenen sein Beileid aus. An die Christen appellierte er, zum „Beginn der Phase des Friedensprozesses“ durch die Schaffung der autonomen muslimischen Region auf Mindanao „Hand in Hand mit dem friedliebenden Muslimen und den Ureinwohnern gegen gewaltsamen Extremismus vorzugehen“, hieß es am Sonntag in Manila. Dort sind die philippinischen Bischöfe derzeit zu einer Plenarsitzung versammelt.

Hochburg von „Abu Sayyaf“

Zu dem Attentat hat sich vorerst niemand bekannt. Nach Angaben des Portals „Asia Times“ untersuchen die Behörden, ob der Anschlag eine Vergeltungsaktion von „Abu Sayyaf“ für eine zuletzt in Sulu vom Militär gestartete Operation gegen die Terrorgruppe ist. Sulu ist eine Hochburg von „Abu Sayyaf“, die enge Verbindungen mit den Terroristen von Al Kaida sowie der Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterhält.

Der Angriff könnte auch mit dem Ausgang einer Volksabstimmung in der Region Mindanao zusammenhängen. Am Freitag hatte die Wahlkommission bekannt gegeben, dass dort der Ratifizierung des „Bangsamoro Organic Law“ zugestimmt worden sei, das die rechtliche Basis einer neuen muslimischen autonomen Einheit, der „Bangsamoro Autonomous Region in Muslim Mindanao“ (BARMM) bildet. Lediglich in der Provinz Sulu, die zum Autonomiegebiet gehören soll, haben die Menschen mehrheitlich ablehnend votiert. 

Das Gesetz zur Schaffung dieser Region war eine Schlüsselbestimmung in einem Friedensabkommen, das zwischen der philippinischen Regierung und der größten muslimischen Rebellengruppe, der „Moro Islamic Liberation Front“ (MILF), im Jahr 2014 geschlossen worden war. BARMM soll die „Autonome Region Mindanao“ (ARMM) ablösen, die Ende der 1990er Jahre nach einem Friedensvertrag zwischen dem damaligen philippinischen Präsidenten Fidel Ramos und einer weiteren Rebellengruppe, der „Moro National Liberation Font“ (MNLF), gegründet worden war.

Muslimische Organisationen ebenso wie die katholische Kirche hatten in den vergangenen Wochen für ein Ja zu dem neuen Abkommen geworben. Gegner haben vor dem Obersten Gericht des Landes Klage eingereicht. Auch der Gouverneur der Provinz Sulu strengte eine Verfassungsklage gegen das „Bangsamoro Organic Law“ als gesetzliche Grundlage der Autonomie an. (Quelle: Kathpress, Bild: vaticannews)

Philippinen: „Ein aktiver Verteidiger des Glaubens“ – Vier Anschläge seit Dezember. Erneut ist ein Priester auf den Philippinen einem Attentat zum Opfer gefallen. Der 43-jährige Richmond Nilo wurde am 10. Juni in der Kirche von Nueva Ecija, 160 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila, an den Stufen des Altars erschossen. Die Mörder konnten entkommen. Nilo hatte sich sozialpolitisch engagiert und gegen die Arbeit der Sekte „Iglesia ni Christo“ Stellung bezogen. Ihr gehören auf den Philippinen rund 2,7 Millionen Menschen an.

Die Tat war bereits der dritte tödliche Angriff auf einen Priester binnen sechs Monaten. Erst Anfang Juni hatte ein weiterer Priester nur knapp einen Mordanschlag überlebt. Die philippinischen Bischöfe sprechen in einer Erklärung von einem „brutalen Mord“. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Präsident von KIRCHE IN NOT in Philippinen, Socrates Buenaventura Villegas, sieht den erneuten Priestermord als Zeichen einer stärker werdenden Opposition gegen die katholische Kirche. Gleichwohl werde man sich nicht den Mund verbieten lassen, sagte er.

KIRCHE IN NOT: Der junge Priester Richmond Nilo wurde ermordet, als er sich gerade auf die Sonntagsmesse vorbereitete. Was wissen Sie über die Umstände?

Erzbischof Socrates Buenaventura Villegas: Er kam gerade von der heiligen Messe in einer anderen Kirche. Er war gerade dabei, die Albe (weiße Tunika, die der Priester unter dem Messgewand trägt, Anm. d. Red.) anzuziehen, um einen weiteren Gottesdienst zu feiern. Er scherzte noch wie immer mit dem Ministranten. Da fielen vier Schüsse. Der Priester starb in der Nähe des Altars, unter einer Statue der Muttergottes.

Der ermordete Priester hat mehrfach die Lehre der „Iglesia ni Christo“ kritisiert, die als politisch sehr einflussreich gilt und durch eine aggressive Rhetorik gegenüber der katholischen Kirche auffällt. Es wurden Verdächtigungen auch an diese Richtung laut. Was wissen Sie darüber?

Die Angelegenheit wird untersucht. Was auch immer die Ermittler herausfinden: Es gibt keinen Grund, jemanden zu töten. Wir debattieren, wir diskutieren, aber wir sollten niemals auf Mord zurückgreifen, um Differenzen beizulegen.

Richmond Nilo ist bereits der dritte ermordete Priester seit Ende 2017. Woher kommt der Hass gegen den katholischen Klerus?

Nilo ist der vierte Priester, auf den geschossen wurde und das dritte Todesopfer. Er war ein Befürworter der Bewegung „Kaya Natin“ („Wir können“ auf Deutsch, Anm. d. Red.), die sich politisch und ethisch engagiert. Er war auch ein aktiver Verteidiger des katholischen Glaubens. Bei einer solchen Mission, die auf Glauben und Moral aufbaut, wird es immer Menschen geben, die nicht zustimmen oder sogar hasserfüllt sind. „Der Sklave ist nicht größer als sein Herr“, sagt Jesus. Aber eine solche Gegnerschaft ist dennoch kein Grund zu schweigen.

Ausländische Beobachter nennen die Philippinen „einen der gefährlichsten Orte für Menschenrechtler, Umweltaktivisten und kritische Journalisten“. Was kann die Kirche in so einer aufgeheizten Situation tun?

Die Kirche wird immer für Frieden und Barmherzigkeit eintreten. Rache ist mit unserer Botschaft nicht vereinbar. Unser erstes Werkzeug, um den sozialen Wandel zu erreichen, ist das Gebet. Nur Gott kann verhärtete Herzen erweichen. Unser zweites Werkzeug ist es, weiterhin Christus zu verkünden. Wir unterrichten, lehren und werden nie müde, die immer gleiche Botschaft zu verkünden. Das dritte Werkzeug ist der Dialog. Wir sprechen mit denen, die uns hassen oder unseren Glauben nicht teilen. Wir suchen die gemeinsame Basis.

Die politische Lage auf den Philippinen wird immer angespannter. Gleichzeitig kam es im Süden zu islamistischen Attacken. Droht das Land auseinanderzubrechen?

Wir vertrauen auf die Kraft Gottes. Wir haben keine Angst davor, getötet zu werden. Wir sollten lieber Angst haben zu töten. In gefährlichen Zeiten zu leben, ist Teil unserer Sendung als Christen in dieser Welt. Jesus sagte: „Fürchtet Euch nicht. Ich habe die Welt besiegt“. Die Kirche kann in jeder Situation überleben und gedeihen.

Am Sonntag, den 29. April, wurde im Norden der Philippinen ein katholischer Priester ermordet. Pfarrer Mark Ventura, der für die Missionsstation San Isidro Labrador verantwortlich war, wurde von zwei Schüssen am Kopf und an der Brust getroffen.
Laut der Polizei war Pfarrer Ventura gegen 8.00 Uhr morgens in dem Dorf Piña Weste in der Nähe der Stadt Gattaran in Cagayan mit den Mitgliedern des Chores versammelt, der wenig später bei einer Taufe singen sollte. Plötzlich trat der Mörder in den Raum ein und schoss auf den Priester, den er mit zwei Schüssen traf. Der Mörder, der einen Helm trug, entkam dann auf einem Motorrad, das von einem Komplizen gefahren wurde.

Den Mord an dem katholischen Priester soll eine Sonderermittlungungskommission aufklären. Der Hauptkommissar der Polizei in Cagayan, Warren Tolito, erinnert daran, dass Pfarrer Ventura insbesondere für korrekte Wahlen, die Rechte der philippinischen Arbeiter im Ausland das Wohlergehen von Kindern eintrat.

„Wir stehen unter Schock und können nicht glauben, das Pfarrer Ventura aus der Erzdiözese Tuguegarao einem derart brutalen Mord zum Opfer fiel“, heißt es in einer Verlautbarung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP), Erzbischof Romulo Valles von Davao. „Wir beten für Pfarrer Ventura, seine Familie und für die Gläubigen in Tuguegarao an. Wir schließen auch Erzbischof Sergio Utleg Tuguegarao und seine Priester und Ordensleute in unser Gebet ein, die in diesem Jahr zusammen mit der ganzen Kirche auf den Philippinen das Jahr des Klerus und der Ordensleute feiern. Wir verurteilen diese schreckliche Tat und wir appellieren an die Behörden, schnell zu handeln, damit die Täter dieses Verbrechens strafrechtlich verfolgt und vor Gericht gestellt werden“, so Bischof Valles.

„Wir fordern die Behörden auf, die Mörder von Pfarrer Ventura so schnell wie möglich zu fassen und vor Gericht zu stellen und seinen Mord nicht nur als weiteren Mord zu betrachten, in dem unendlich lange ermittelt wird“, so der Vorsitzende der Präsident der liberalen Partei, Kiko Pangilinan. „Wir hoffen, dass der Tod von Pfarrer Ventura nicht eine allgemeine Situation in unserem Land widerspiegelt, angesichts der jüngsten Aktionen der Regierung gegen Schwester Patricia Fox, die 27 Jahre lang auf den Philippinen humanitäre Hilfe geleistet hat und ohne Grund aus dem Land vertrieben wurde“ so Pangilinan weiter. „Der brutale Anschlag auf Pfarrer Ventura, der für seinen Kampf gegen den Bergbau und die Unterstützung der indigenen Völker bekannt war, hat keinen Platz in unserer Gesellschaft und unter dieser Regierung, die behauptet, Recht und Ordnung zu privilegieren die Kriminalitätsrate zu reduziert“.

Pfarrer Ventura hatte Anfang April die Leitung der Missionsstation San Isidro Labrador übernommen. Seit sieben Jahren war er Priester in der Erzdiözese Tuguegarao. Er ist bereits der zweite Priester, der innerhalb von vier Monaten getötet wurde.
Im Dezember 2017 wurde der 72jährige Pfarrer Marcelito Paez, in Jaen, Nueva Ecija, im Norden der Philippinen von Unbekannten getötet. (Quelle: Fidesdienst)