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Während die Zentralregierung die Rechte nichtmuslimischer Minderheiten fördert und der Situation der Christen im gesamten Gebiet ein besonders Augenmerk widmet, wird in der Provinz Banda Aceh im äußersten Norden der großen Insel Sumatra, immer noch nach islamischem Recht eine körperliche Bestrafung für als „unmoralisch“ eingestufte Handlungen wie Alkoholkonsum, Glücksspiel, außereheliche oder homosexuelle Beziehungen praktiziert.

Und während die indonesische Regierung ein Dekret erließ, das die Verpflichtung zum Tragen bestimmter Kleidung aus religiösen Gründen an öffentlichen Schulen verbot, wurde der Fall einer christlichen Schülerin aus Padang auf der Insel Sumatra bekannt die im Unterricht. einen Schleier tragen musste. Der Minister für Bildung und Kultur, Nadiem Magarim, betonte in diesbezüglich, religiöse Kleidung sei „das Recht eines Einzelnen, nicht die Entscheidung einer Schule“. Schulen im ganzen Land haben einen Monat Zeit, um Vorschriften, die gegen das neue Gesetz verstoßen, zurückzuziehen.

Mit den jüngsten Maßnahme scheint man der Islamisierung des Staates entgegenwirken zu wollen, die nach der Rückkehr des bekannten Islamisten Rizieq Shihab nach Indonesien wieder in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt war: In seinen Reden argumentiert er häufig, dass Indonesien den Pluralismus aufgeben und Muslime den Minderheiten ihre Rechte auferlegen sollten.

Unterdessen wurden in der Provinz Aceh auch zwei christliche Männer in der Öffentlichkeit geschlagen, weil sie angeblich unmoralische Handlungen begangen hatten. Die Auspeitschung – die auch fünf Muslimen zugefügt wurde – fand am 8. Februar statt, weniger als zwei Wochen nachdem zwei Christen auf der Straße ausgepeitscht worden waren, weil sie in der Provinz homosexuelle Beziehungen hatten, was nach dem muslimischen Gesetz der Scharia verboten ist.

„Die Scharia-Polizei gab uns die Wahl und wir entschieden uns für die Bestrafung auf der Grundlage der ‚Qanun'“, so einer der beiden Bestraften, die eine solche Bestrafung einer Haft von bis zu sechs Monaten vorzogen. Bei den Bestimmungen der „Quanun“ handelt es sich um eine Reihe von Normen, die von muslimischen Regierenden verkündet wurden insbesondere in verwaltungs-, wirtschafts- und strafrechtlichen Fragen.

Aceh ist die einzige Provinz in Indonesien, die das islamische Gesetz der Scharia anwendet. Nicht-Muslime, haben die Wahl zwischen dem nationalen Recht und der Scharia. Nicht-Muslime werden selten gegen die von Menschenrechtsorganisationen kritisierten Bestimmungen der Scharia. Menschenrechtsgruppen bezeichnen die Praxis des Auspeitschens als „grausam und unmenschlich“, und auch der ionesische Präsident Joko Widodo fordert ein Ende der körperlichen Bestrafung.

„Wenn wir uns entscheiden, in dieser Provinz Aceh zu bleiben und zu leben, müssen wir die örtlichen Vorschriften befolgen. Wir müssen nicht nur die Regeln und Vorschriften respektieren, sondern auch die Kultur und den Lebensstil dieses Landes schätzen“, betont Maria Agustina, eine in Aceh lebende Christin, gegenüber dem Fides. „Doch das Auspeitschen ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Trotzdem hat Aceh besondere und autonome Rechte zur Verwaltung seiner Provinz erhalten“, fügte Agustina hinzu. Die Gesetze der Scharia wird in Aceh mit Ausnahme der Todesstrafe in vollem Umfang angewendet.

Basierend auf der Volkszählung von 2010 sind 98,18% der Bevölkerung von Aceh Muslime. Der Einfluss der islamischen Religion und Kultur ist in Aceh sehr ausgeprägt. Das Auspeitschen von Nicht-Muslimen ist jedoch eher selten: In den letzten Jahren wurden nur wenige Menschen wegen Glücksspiel und Alkoholverkauf verurteilt und nach islamischen Gesetzen bestraft.

Von den 270 Millionen Einwohnern Indonesiens sind 230 Millionen Muslime. Es gibt 24 Millionen Christen im Land, davon sind 7 Millionen Katholiken. (Quelle: Fidesdienst, Bild: TUBS/wikipedia)

Die Dörfer Knayeh und Jacoubieh in der Provinz Idlib, unweit der Türkei, stehen noch immer unter der Kontrolle dschihadistischer Gruppen. Dort herrscht das gefürchtete Kalifat: Die Scharia ist das Gesetz, Frauen müssen einen Schleier tragen, Eigentum wurde konfisziert, christliche Symbole wie etwa Kreuze wurden niedergerissen.

Unter den Bewohnern, die trotz der schrecklichen Zustände in ihrer Heimat geblieben sind, befinden sich schätzungsweise 300 christliche Familien verschiedener Konfessionen und Ethnien. Die Franziskaner Patres Luai Bsharat (40) und Hanna Jallouf (67) kümmern sich um sie.

In diesen Regionen sind Christen Verfolgung, Angst, Gewalt, Gefahr und sogar dem Tod ausgesetzt. Die Anwesenheit der Christen und der beiden Franziskanerpatres in diesen Dörfern sagt viel über ihr heldenhaftes Engagement aus: „Pater Luai und Pater Hanna blieben trotz der Schwierigkeiten dort. Denn sie glauben, dass diese Region nicht verlassen werden sollte, weil sie in der Nähe von Antiochien liegt, wo der heilige Paulus seine Reisen begann, um das Wort der Bibel zu verbreiten“, erklärt Pater Firas Lutfi ofm, Kustos der Franziskanerprovinz des heiligen Paulus in Syrien, Libanon und Jordanien, im Gespräch mit dem internationalen Hilfswerk KIRCHE IN NOT.

Laut Pater Firas „begann das Leiden der Christen vor einem Jahrzehnt“. Als militante Gruppen die Kontrolle über die Region übernahmen und sie zu einem islamischen Staat erklärten, beschlagnahmten sie das Eigentum der Christen, zwangen allen Nicht-Muslimen die islamische Scharia auf und setzten das Recht, sich in den eigenen Dörfern frei bewegen zu können, außer Kraft.

Pater Firas berichtete bereits 2017 bei der internationalen Pilgerfahrt zum 70. Jahrestag der Gründung von KIRCHE IN NOT am Wallfahrtsort Fatima in Portugal vom Schicksal der Christen. Er erinnert wieder daran, dass „die Extremisten häufig unsere Brüder und Schwestern verfolgt, angegriffen und geschlagen, entführt, gefoltert und sogar getötet haben“. So etwa im dramatischen Fall von Pater François Murad, „der 2013 enthauptet wurde“, und in jüngerer Zeit im Fall „einer Lehrerin, die in Jacoubieh vergewaltigt und getötet wurde“.

In der dem portugiesischen Büro des internationalen Hilfswerks KIRCHE IN NOT kürzlich zugesandten Botschaft erinnert Pater Firas daran, dass die Patres dafür da sind, all denen zu helfen, die Hilfe, Führung und Unterstützung brauchen, unabhängig von Religion, Geschlecht, Nationalität, Rasse oder politischer Einstellung. „Oft haben die Klöster in Knayeh und Jacoubieh Dutzende von muslimischen Familien aufgenommen und beherbergt, die in den Kirchen Zuflucht suchten“, als die Region zu einem Kampf- und Konfliktfeld wurde.

„Die Anwesenheit der Franziskaner ist ein Zeichen der Hoffnung inmitten von Dunkelheit und Verzweiflung“, sagt Pater Firas. Aber sie sind auf Unterstützung von außen angewiesen, vor allem auf Unterstützung finanzieller Art, denn die Dorfbewohner können weder ihre beschlagnahmte Ernte einfahren noch ihre eigenen Produkte verkaufen. Sie sind auf ständige humanitäre Hilfe angewiesen.“
 

KIRCHE IN NOT unterstützt mehr als fünfzig Projekte für Christen in Syrien. Neben Nothilfeprogramme für gefährdete Familien in Aleppo und Damaskus führt es verschiedene Projekte zusammen mit Pater Firas Lufti durch.

Um den bedrängten und verfolgten Christen in Syrien weiterhin helfen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – online … hier oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
IBAN: AT71 2011 1827 6701 0600
BIC: GIBAATWWXXX
Verwendungszweck: Syrien

Nach langer Verzögerung hat Brunei einen weiteren Schritt zur vollständigen Implementierung der Scharia (dem islamischen Recht) unternommen. Sultan Hassanal Bolkiah und der Religionsrat legten einen Entwurf zum Strafgesetzbuch vor, der Verfahrensrichtlinien in den Bereichen Ermittlungswesen, Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit enthält. Der Entwurf sieht auch die Einführung von härteren Strafen für schwere Verbrechen vor, zu denen etwa die Abtrennung von Gliedmaßen bei Diebstahldelikten gehört.

Die Einführung der Scharia im Bereich des Strafrechts wurde in dem kleinen Sultanat auf der Insel Borneo bereits im Mai 2014 begonnen. Sultan Bolkiah hatte zwischenzeitlich mehrfach seinen Unmut darüber geäußert, dass sich die nächste Phase der Implementierung des Strafrechts verzögert. Mit dem neuen Entwurf soll nun die Anwendung der Gesetze in der Praxis ermöglicht werden.

Auch Christen von Scharia-Recht betroffen

Im Zivilrecht und in religiösen Angelegenheiten wurde das Scharia-Recht in Brunei bereits vor der Unabhängigkeit 1984 eingeführt. Während dies jedoch nur Muslime betraf, ist das Scharia-Strafrecht nun für alle Bürger gültig – auch für Nichtmuslime. Dies könnte die Verfolgung von Christen verstärken. Besonders Christen mit muslimischem Hintergrund müssen bereits jetzt sehr vorsichtig sein und können ihren Glauben häufig nicht offen leben. Laut der 2014 eingeführten Strafgesetze können Apostasie (Abfall vom Islam) und Blasphemie mit der Todesstrafe belegt werden. (Quelle: Open Doors, Bild: TUBS)

In der pakistanischen Stadt Lahore sind bei einem Angriff radikalislamischer Taliban-Kämpfer auf zwei Kirchen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen; 78 wurden verletzt. Medienberichten zufolge sprengten sich Selbstmordattentäter am 15. März während der Sonntagsgottesdienste in die Luft, als Wachmänner sie am Eingang aufhalten wollten. Die Taliban bekannte sich zu dem Anschlag und drohte mit weiteren Angriffen. Ihr Ziel ist es, das islamische Religionsgesetz – die Scharia – durchzusetzen. Die beiden Kirchen – eine katholische und eine protestantische – liegen in Youhanabad, einem vor allem von Christen bewohnten Viertel Lahores. Nach dem Doppelanschlag zogen hunderte von ihnen durch die Straßen von Lahore und protestierten gegen den mangelnden Schutz durch Sicherheitskräfte. Premierminister Nawaz Sharif verurteilte die Anschläge und forderte die Provinzregierungen auf, die Schutzmaßnahmen zu verstärken. In Pakistan kommt es immer wieder zu Angriffen muslimischer Extremisten auf Christen und andere religiöse Minderheiten. Bei einem Anschlag der Taliban auf eine Schule in Peschawar waren Ende vergangenen Jahres 130 Menschen getötet worden. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus. Der Rest sind Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen. (Quelle: idea)

Brunei ist ein kleines Land auf Borneo. Der Sultan regiert als absoluter Monarch mit einer Tradition seit dem 15-zehnten Jahrhundert. Ethnisch sind 69% der Bevölkerung Malaien insgesamt ein islamisches Land. Das Land ist eins der reichsten in Asien, Bildung und Gesundheitswesen sind frei, es gibt keine Einkommensteuer für die meisten, und günstiges Wohnen, Energie sowie Grundnahrungsmittel werden stark gefördert. Kohlenwasserstoffe machen 90% des Exportes aus, aber die Vorkommen könnten schon um das Jahr 2020 aufgebraucht sein.

Der Islam in Brunei, obwohl konservativ, war bis jetzt nicht radikal, aber nun soll die Sharia eingeführt werden. Dabei ist die offizielle Linie, dass das Gesetz nicht auf nicht moslemische Staatsbürger angewandt werden soll, aber ein Religionswechsel vom Moslem zum Christen kann dann mit dem Tode bestraft werden. Die Zahl der Christen ist langsam angestiegen, und zwar vorwiegend unter den ethnischen Chinesen. Der Import von Bibeln und christlicher Literatur ist illegal. Den Islam in Schulen zu unterrichten ist Pflicht – auch sogar in den sechs christlichen Schulen. (Quelle: Barnabas Fund)

Mit allen Mitteln zum Scharia Staat. In der Republik Sudan werden Christen zunehmend schikaniert und Kirchen zerstört. Menschenrechtsorganisationen zufolge macht Präsident Omar al Baschir mit seiner Absicht ernst, das Land in einen rein islamischen Staat umzuwandeln. Das hatte er bei der Abspaltung des gemischt religiösen Südsudans im Juli 2011 angekündigt. Nach Angaben der Organisation CSW ließen die Behörden Mitte Januar sieben Kirchen und ein Gesundheitszentrum am Stadtrand von Khartum abreißen. Ferner seien mindestens 55 ausländische Christen vorläufig festgenommen und verhört worden, weil sie angeblich Geld aus dem Ausland bekommen hätten, etwa aus Israel oder den USA. Kirchliche Jugendgruppenleiter würden ebenfalls Verhören unterzogen. Seit Mitte Februar führten Sicherheitsbeamte Razzien in christlichen Buchhandlungen durch. 

Strafbefehl gegen Staatspräsident

Staatspräsident Baschir, gegen den der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag (Niederlande) einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgestellt hat, hatte nach der Unabhängigkeit des Südsudans angekündigt, dass sein Land den Islam als Staatsreligion und das Religionsgesetz, die Scharia, als Grundlage des Rechts einführen werde. Der Bildung des Südstaates war ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg vorausgegangen, in dem muslimische Milizen der Zentralregierung den Süden zu islamisieren versuchten. Dabei kamen über zwei Millionen Menschen um; sieben Millionen wurden vertrieben. Vor der Abspaltung des Südens hatte der Sudan rund 36 Millionen Einwohner; davon waren fast zwei Drittel Muslime. Von den knapp 8,3 Millionen Einwohnern des Südsudans gehören die meisten zur katholischen oder anglikanischen Kirche. Hinzu kommen Anhänger von Naturreligionen. (Quelle: idea)

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